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PS Info MeinBetrieb

Zentralverband Gartenbau e.V. (hortigate) / DLR Rheinpfalz (PS Info)

3/5

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.

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PS Info MeinBetrieb ist das Pflanzenschutz-Dokumentationssystem für Gartenbau- und Weinbaubetriebe mit direkter Anbindung an die monatlich aktualisierten BVL-Zulassungsdaten. Beim Auswählen eines Mittels siehst du sofort, ob es für deine Kultur noch zugelassen ist und welche Beschränkungen gelten.

Kosten: MeinBetrieb ist nicht einzeln buchbar, sondern Teil des Abos hortigate EXTRA: 175 €/Jahr Aufschlag auf hortigate BASIS, das für Produktionsbetriebe ebenfalls 175 €/Jahr kostet. Realistische Jahreskosten für einen Gartenbaubetrieb also 350 €. Das Zusatzmodul MeinBetrieb IDA (Nachhaltigkeitsdokumentation nach GLOBALG.A.P.) kostet weitere 175 €/Jahr und ist nur zusammen mit EXTRA buchbar. Vierwöchige kostenfreie Testphase im Rahmen des EXTRA-Abos möglich. Preise laut Anbieter inklusive Mehrwertsteuer.

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Stärken

  • Direkte Integration der BVL-Zulassungsdaten inklusive Notfallzulassungen und Aufbrauchfristen, monatlich aktualisiert
  • Digitaler Spritzschrank: Bestand wird beim Dokumentieren automatisch abgebucht, Lager und Verbrauch bleiben synchron
  • Spritztagebuch berechnet Mittel- und Wassermengen automatisch aus Fläche und Aufwandmenge
  • Export einzelner oder gebündelter Anwendungen als Excel und PDF, jederzeit als eigenes Backup herunterladbar
  • Fachlich auf Zierpflanzenbau, Gemüsebau, Baumschulen und Weinbau zugeschnitten, nicht auf Ackerbau umgebogen
  • Zusatzmodul IDA für die GLOBALG.A.P.-anerkannte Nachhaltigkeitsdokumentation

Einschränkungen

  • Effektive Kosten von 350 €/Jahr, weil hortigate EXTRA das BASIS-Abo voraussetzt, der oft genannte Preis von 175 € ist nur der Aufschlag
  • Nur Gartenbau und Weinbau, kein Ackerbau, keine Grünlandwirtschaft
  • Keine Offline-Erfassung im Feld ohne Datenverbindung
  • Kein detailliert dokumentierter Datenschutzpfad: Anbieter nennt SSL-Verschlüsselung, aber kein öffentliches AVV-Muster oder Hosting-Datenblatt
  • Für die reine Pflichterfüllung gibt es kostenfreie Alternativen wie PSM-DOK

Passt gut zu

Gartenbau- und Weinbaubetriebe mit regelmäßigen Pflanzenschutzeinsätzen Betriebe, die eine automatische BVL-Zulassungsprüfung wollen statt manueller Recherche Betriebe, die für GLOBALG.A.P. zusätzliche Nachhaltigkeitsdokumentation brauchen (IDA-Modul)

Einordnung: PS Info MeinBetrieb ist kein KI-Werkzeug. Der Kern ist eine Datenbankanbindung an die monatlich aktualisierten BVL-Zulassungsdaten plus regelbasierte Berechnungen für Aufwandmengen und Wasserbedarf. Kein Sprachmodell, kein maschinelles Lernen, keine Bilderkennung. Wir führen die Seite trotzdem, weil sie für einen konkreten Anwendungsfall die passende Antwort ist: die ab 2026 verschärfte Pflanzenschutz-Dokumentationspflicht im Gartenbau. Wer Schaderreger per Foto bestimmen lassen will, braucht ein anderes Werkzeug.

Kurzfazit

PS Info MeinBetrieb löst das Problem, das im Gartenbau tatsächlich weh tut: Nicht das Aufschreiben, sondern die Frage, ob das Mittel im Schrank für die Kultur, die du gerade behandelst, überhaupt noch zugelassen ist. Die monatlich aktualisierten BVL-Daten stecken im Werkzeug, inklusive Notfallzulassungen und Aufbrauchfristen, und der digitale Spritzschrank bucht beim Dokumentieren gleich den Bestand ab. Fachlich ist das sauber gemacht und erkennbar von Leuten gebaut, die den Gartenbau kennen. Der Haken liegt im Preisgefüge: MeinBetrieb gibt es nicht einzeln, sondern nur im Abo hortigate EXTRA, und das setzt hortigate BASIS voraus. Für einen Produktionsbetrieb sind das 350 € im Jahr, nicht die oft genannten 175 €.

Unser Fazit

PS Info MeinBetrieb bekommt 3 von 5 Sternen, wir haben die Bewertung von vier auf drei gesenkt. Fachlich hat sich nichts verschlechtert, im Gegenteil: Die BVL-Anbindung ist der stärkste Teil des Produkts und in dieser Tiefe für den Gartenbau selten. Zwei Punkte haben wir bei der Neubewertung anders gewichtet. Erstens der Preis: Unsere frühere Angabe von 175 €/Jahr war der Aufschlag, nicht die Rechnung. hortigate EXTRA, in dem MeinBetrieb steckt, kostet BASIS plus 175 €, für einen Produktionsbetrieb also 350 €/Jahr, mit dem IDA-Modul 525 €. Zweitens der Wettbewerb: Mit PSM-DOK existiert ein kostenfreies Web-Werkzeug, das die Pflichtfelder nach §11 PflSchG und die ab 2026 erweiterten Anforderungen ebenfalls abdeckt. Damit muss sich PS Info an einem Nullpreis messen lassen, und der Mehrwert, nämlich BVL-Zulassungsprüfung, Spritzschrank und Gartenbauzuschnitt, ist real, aber er muss die 350 € eben auch rechtfertigen. Für Betriebe mit vielen Kulturen und häufigem Mittelwechsel tut er das. Für einen Betrieb mit drei Standardmitteln und zwölf Anwendungen im Jahr eher nicht.

Stärken im Detail

Die BVL-Anbindung ist der Grund, das Werkzeug zu kaufen. Zulassungen für Pflanzenschutzmittel ändern sich laufend, Indikationen fallen weg, Auflagen kommen hinzu, Notfallzulassungen gelten befristet, und für widerrufene Mittel laufen Aufbrauchfristen. Das manuell auf bvl.bund.de nachzuhalten ist genau die Arbeit, die im Frühjahr niemand macht. In PS Info wählst du das Mittel aus dem integrierten Verzeichnis, und das System weiß, was gilt. Das monatliche Update ist dabei der entscheidende Teil: Eine einmal importierte Liste wäre nach einem Jahr wertlos.

Spritzschrank und Spritztagebuch hängen zusammen. Du legst deinen Lagerbestand einmal an, und beim Dokumentieren einer Anwendung wird die verbrauchte Menge automatisch abgebucht. Damit stimmt der Bestand ohne separate Inventur, und du siehst, wann ein Mittel zur Neige geht oder wann eine Aufbrauchfrist bald abläuft, bevor du auf Restbeständen sitzenbleibst, die du nicht mehr ausbringen darfst. Die Mengenberechnung für Mittel und Wasser läuft aus Fläche und Aufwandmenge automatisch mit.

Gartenbau statt Ackerbau. Die meisten Dokumentationswerkzeuge kommen aus dem Ackerbau und werden für Sonderkulturen angepasst. Hier ist es umgekehrt. Zierpflanzenbau, Gemüsebau, Baumschulen und Weinbau haben andere Probleme: viele Kulturen auf kleiner Fläche, häufige Indikationszulassungen statt Breitbandmittel, Bestände unter Glas. Dass die Fachlogik von einem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum kommt, das seit Jahren in der Gartenbauberatung arbeitet, merkt man an genau diesen Details.

IDA für GLOBALG.A.P. Wer für den Lebensmitteleinzelhandel produziert, kommt an GLOBALG.A.P. nicht vorbei, und die dort geforderte Nachhaltigkeitsdokumentation ist ein eigener Papierberg. Das Zusatzmodul MeinBetrieb IDA ist dafür anerkannt und nutzt die Daten, die du für den Pflanzenschutz ohnehin schon eingegeben hast. Es kostet allerdings noch einmal 175 €/Jahr.

Deine Daten bleiben exportierbar. Einzelne Anwendungen oder ganze Zeiträume lassen sich als Excel und PDF herunterladen, und der Anbieter weist ausdrücklich darauf hin, dass du jederzeit Sicherungskopien auf dein eigenes Gerät ziehen kannst. Für ein Abo-Produkt, dessen Daten du nach §11 PflSchG drei Jahre aufbewahren musst, ist das ein Punkt, den man nicht übersehen sollte.

Schwächen ehrlich betrachtet

Der Preis ist nicht der Preis. Auf der Produktseite steht 175 €/Jahr, und das ist auch richtig, es ist nur nicht die ganze Rechnung. MeinBetrieb steckt im Abo hortigate EXTRA, und EXTRA kostet den BASIS-Preis plus 175 €. Für einen Produktionsbetrieb liegt BASIS bei 175 €, macht in Summe 350 €/Jahr. Mit IDA sind es 525 €. Das ist keine Abzocke, hortigate BASIS liefert eigenständige Fachinformation, aber wer nur die Dokumentation will, zahlt für ein Paket. Workaround gibt es keinen, MeinBetrieb ist nicht einzeln buchbar. Rechne vorher durch, ob du die BASIS-Inhalte tatsächlich nutzt, sonst zahlst du die Hälfte für etwas, das du nicht öffnest.

Kostenfreie Alternative für die Pflicht. PSM-DOK deckt die gesetzlich geforderte elektronische Dokumentation nach §11 PflSchG, Verordnung (EG) 1107/2009 und den ab 2026 erweiterten Anforderungen ab, ohne Gebühr. Wer ausschließlich rechtssicher dokumentieren muss und auf Zulassungsprüfung, Lagerverwaltung und Gartenbaukomfort verzichten kann, hat keinen zwingenden Grund für ein kostenpflichtiges Abo. Der ehrliche Test lautet: Wie oft im Jahr würdest du wirklich nachschlagen müssen, ob ein Mittel noch zugelassen ist?

Keine Offline-Erfassung. Die Anwendung ist für mobile Nutzung optimiert, aber sie braucht eine Verbindung. Wer im Freiland oder in einer Halle ohne Empfang arbeitet, dokumentiert im Zweifel doch wieder auf Papier und überträgt später, womit ein Teil des Vorteils verpufft. Bei einer gesetzlichen Frist von 30 Tagen je Anwendung ist das verkraftbar, aber ärgerlich.

Georeferenzierung ist der offene Punkt. Seit Januar 2026 gehören georeferenzierte Flächeninformationen zu den Pflichtangaben. PS Info kommt aus der Kulturenlogik, nicht aus der Flächenlogik, und eine integrierte GPS-Erfassung ist nicht dokumentiert. Kläre vor dem Abschluss konkret, wie dein Betrieb diese Angabe erzeugt, und lass dir zeigen, wie es im Werkzeug aussieht, statt es vorauszusetzen.

Der Datenschutzpfad ist dünn dokumentiert. Der Anbieter nennt SSL-verschlüsselte Übertragung und die Möglichkeit, Sicherungskopien herunterzuladen. Ein öffentliches Hosting-Datenblatt, ein AVV-Muster oder eine Aussage zu Serverstandort und Löschfristen haben wir nicht gefunden. Für einen Familienbetrieb ist das unkritisch, für einen Betrieb mit Auftragsdienstleistung für Dritte solltest du danach fragen.

Preise im Detail

BausteinPreis pro JahrAnmerkung
hortigate BASIS175 € (Produktionsbetriebe)Voraussetzung für alles Weitere, andere Einrichtungstypen zwischen 50 und 300 €
hortigate EXTRABASIS + 175 €Enthält PS Info MeinBetrieb, für einen Produktionsbetrieb also 350 € gesamt
MeinBetrieb IDA+ 175 €Nachhaltigkeitsdokumentation nach GLOBALG.A.P., nur zusätzlich zu EXTRA buchbar
hortigate PLUS79,43 € bis 230,73 € je DienstRegionale Warn- und Informationsdienste für Gemüse, Zierpflanzen, Obst, Baumschule
ProbeabokostenlosVierwöchige Testphase, jederzeit ohne Begründung kündbar

Einordnung: Alle Preise verstehen sich laut Anbieter inklusive Mehrwertsteuer, das war in unserer früheren Fassung falsch angegeben. Die relevante Zahl für einen Gartenbaubetrieb, der die Dokumentation digitalisieren will, ist 350 €/Jahr, nicht 175 €. Ob sich das rechnet, hängt an einer einzigen Größe: der Zahl der Kulturen und Mittelwechsel. Ein Zierpflanzenbetrieb mit dreißig Kulturen und wechselnden Indikationszulassungen spart mit der automatischen Zulassungsprüfung leicht mehrere Arbeitstage im Jahr, da ist die Rechnung eindeutig. Ein Weinbaubetrieb mit einer Kultur und fünf Standardmitteln braucht die Prüfung selten und sollte ernsthaft prüfen, ob ein kostenfreies Werkzeug reicht. Wichtig zur Testphase: Sie läuft im Rahmen des EXTRA-Abos und geht ohne Kündigung in die Jahreslaufzeit über, setz dir eine Erinnerung.

DSGVO & Datenschutz

  • Betreiber: PS Info wird vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz betrieben, einer Einrichtung des Landes Rheinland-Pfalz. Die Abo-Verwaltung läuft über hortigate, betrieben vom Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG), Claire-Waldoff-Straße 7, 10117 Berlin.
  • Datenhosting: Deutschland. Beide beteiligten Stellen sind deutsche Einrichtungen ohne Konzernmutter im Ausland, ein Drittlandtransfer ist nicht ersichtlich.
  • Übertragung: Der Anbieter nennt SSL-verschlüsselte Datenübertragung. Angaben zu Verschlüsselung im Ruhezustand, Serverstandort im Detail oder Löschfristen sind öffentlich nicht dokumentiert.
  • Datenhoheit: Du kannst deine Aufzeichnungen jederzeit als Excel und PDF herunterladen und lokal sichern. Das ist bei einer gesetzlichen Aufbewahrungspflicht von drei Jahren nach §11 PflSchG praktisch relevant, unabhängig davon, ob das Abo weiterläuft.
  • Datenschutzbeauftragter: Für den hortigate-Teil ist Dr. Matthias Lachenmann benannt, erreichbar über datenschutz@derdeutschegartenbau.de.
  • Personenbezug: Gering, aber vorhanden. Neben Betriebs- und Flächendaten werden Anwender namentlich erfasst, weil die Dokumentationspflicht die durchführende Person verlangt. Bei mehreren Beschäftigten ist das eine Verarbeitung von Beschäftigtendaten, die in die betriebliche Datenschutzdokumentation gehört.
  • Empfehlung: Für Einzel- und Familienbetriebe unkritisch. Wer als Lohnunternehmen für Dritte dokumentiert oder mehrere Beschäftigte erfasst, sollte vor Abschluss ein AVV nach Art. 28 DSGVO anfragen, ein öffentlich zugängliches Muster gibt es nicht.

So steigst du ein

Schritt 1: Starte die vierwöchige kostenfreie Testphase über hortigate. Nutze die Zeit nicht zum Herumklicken, sondern dokumentiere eine echte Anwendungswoche vollständig, inklusive der Mittel, bei denen du dir bei der Zulassung unsicher bist. Nur so siehst du, ob dir die BVL-Prüfung tatsächlich Arbeit abnimmt. Setz dir gleichzeitig eine Erinnerung vor Ablauf, das Probeabo geht sonst in die Jahreslaufzeit über.

Schritt 2: Leg zuerst Flächen, Kulturen und den Spritzschrank an, bevor du die erste Anwendung erfasst. Der Bestand im Schrank ist die Grundlage für die automatische Abbuchung, und ein halb gepflegtes Lager erzeugt später mehr Korrekturaufwand als es spart. Rechne für die Ersteinrichtung eines mittleren Betriebs einen halben Tag.

Schritt 3: Beim Dokumentieren wählst du das Mittel aus dem BVL-Verzeichnis, und das System zeigt Zulassungsstatus, Kultur, Indikation und zulässige Aufwandmenge. Prüfe dabei gezielt, ob dein Betrieb die seit 2026 erweiterten Pflichtfelder vollständig erzeugt, insbesondere EPPO-Code, BBCH-Stadium und die georeferenzierte Flächenangabe. Am Saisonende exportierst du das Archiv als PDF und Excel und legst es zusätzlich lokal ab.

Ein konkretes Beispiel

Das folgende Szenario ist ein illustratives Rechenbeispiel, kein dokumentierter Kundenfall. Eine Baumschule in Niedersachsen mit 12 Hektar Fläche und drei Anwendern stellt die Pflanzenschutzdokumentation auf PS Info MeinBetrieb um. Vorher lief das über eine Excel-Datei plus einen Ordner mit ausgedruckten BVL-Auszügen, die nach ein paar Monaten niemand mehr aktualisierte. Der eigentliche Gewinn liegt in einem solchen Betrieb selten in der Zeitersparnis beim Tippen, sondern in der Sicherheit beim Auswählen: Bei Gehölzen hängen Indikationszulassungen oft an einzelnen Arten, und ob eine Zulassung noch gilt, zeigt das System im Moment der Entscheidung statt hinterher. Selbst wenn man den eingesparten Verwaltungsaufwand großzügig mit einem Arbeitstag im Jahr ansetzt, ist das bei 350 € Jahreskosten für hortigate EXTRA ungefähr ein Nullsummenspiel. Der Ausschlag kommt von der vermiedenen Fehlanwendung: Ein einziges Mittel, das versehentlich außerhalb seiner Zulassung eingesetzt wird, kostet im Kontrollfall deutlich mehr als das Abo.

Was wir bemerkt haben

  • 1. Januar 2026, die erweiterten Pflichtangaben aus der EU-Verordnung 2023/564 sind in Kraft. Zusätzlich zu Mittel, Menge und Datum müssen jetzt unter anderem der EPPO-Code der behandelten Kultur, das BBCH-Stadium, die Zulassungsnummer und georeferenzierte Flächeninformationen erfasst werden, jede Anwendung innerhalb von 30 Tagen.
  • 31. Dezember 2026, Ende der Übergangsfrist für Papier. Bis dahin darf noch handschriftlich dokumentiert werden, ab dem 1. Januar 2027 ist die elektronische, maschinenlesbare Form vorgeschrieben. Wer 2026 auf ein digitales Werkzeug umstellt, hat ein Jahr Puffer, wer wartet, stellt unter Zeitdruck um.
  • Juli 2026, wir haben unsere Preisangabe korrigiert. Wir hatten 175 €/Jahr zzgl. MwSt. genannt. Richtig ist: 175 € ist der Aufschlag von hortigate BASIS auf EXTRA, und die Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer. Ein Produktionsbetrieb zahlt für MeinBetrieb effektiv 350 €/Jahr, mit IDA-Modul 525 €.
  • Juli 2026, wir haben den Anbieter richtiggestellt. Wir hatten „ISIP / hortigate” geführt. Betrieben wird PS Info vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz, das Abo läuft über hortigate, und hinter hortigate steht der Zentralverband Gartenbau e.V. in Berlin.
  • Juli 2026, Bewertung von vier auf drei Sterne gesenkt. Grund sind nicht Produktmängel, sondern die korrigierte Preisbasis und die Existenz des kostenfreien Werkzeugs PSM-DOK, das die gesetzliche Mindestanforderung ebenfalls erfüllt.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Nur die gesetzliche Pflicht erfüllen willst, ohne GebührPSM-DOK
Ackerbau statt Gartenbau dokumentierst, mit Düngung und StoffstrombilanzPlantivo Ackerschlagkartei
Eine breite Farm-Management-Plattform mit kostenloser Basisversion suchst365FarmNet
Feldspezifische Empfehlungen und Satellitendaten im Ackerbau brauchstxarvio
Produktionsplanung für Baumschule und Gewächshaus brauchst, nicht PflanzenschutzHortiBench

Zur Einordnung: Der direkteste Vergleich ist PSM-DOK, weil beide dasselbe gesetzliche Ziel verfolgen. Der Unterschied liegt im Komfort und in der Zulassungsprüfung, nicht in der Rechtssicherheit. Die Ackerbauwerkzeuge in der Tabelle sind keine Ersatzoption für einen Zierpflanzenbetrieb, sie stehen hier, weil gemischte Betriebe die Frage regelmäßig stellen. Wer beides hat, Freilandackerbau und Sonderkulturen, wird um zwei Systeme oder eine bewusste Kompromissentscheidung kaum herumkommen.

Gut kombiniert mit

  • HortiBench, für die Produktionsseite. PS Info dokumentiert, was ausgebracht wurde, HortiBench plant Kulturen, Flächenbelegung und Personal. Die beiden überschneiden sich nicht, adressieren aber denselben Betriebstyp, und die Kulturplanung liefert genau die Struktur, an der die Dokumentation später hängt.
  • 365FarmNet, wenn dein Betrieb neben Sonderkulturen auch Ackerflächen bewirtschaftet. Die kostenlose Basisversion deckt Schlagkartei und Anbaudokumentation für den Ackerteil ab, während PS Info den Gartenbauteil mit der genaueren Zulassungslogik übernimmt.
  • PSM-DOK, als Rückfalloption und Vergleichsmaßstab. Wer unsicher ist, ob sich das Abo lohnt, dokumentiert eine Saison parallel in beiden Werkzeugen und sieht danach genau, wie oft die BVL-Prüfung wirklich gegriffen hat.

Für wen ist PS Info MeinBetrieb?

Zierpflanzen- und Gemüsebaubetriebe mit vielen Kulturen: Die klarste Zielgruppe. Je mehr Kulturen und je häufiger der Mittelwechsel, desto größer der Wert der automatischen Zulassungsprüfung. Bei dreißig Kulturen ist die manuelle Recherche auf bvl.bund.de schlicht nicht mehr leistbar.

Baumschulen: Indikationszulassungen bei Gehölzen sind kleinteilig und ändern sich, oft je Art statt je Gattung. Genau hier zahlt sich ein System aus, das den Status im Moment der Auswahl anzeigt statt im Ordner.

Betriebe mit GLOBALG.A.P.-Zertifizierung: Wenn ohnehin Nachhaltigkeitsdokumentation verlangt wird, ist das IDA-Modul der pragmatische Weg, weil es die Pflanzenschutzdaten mitnutzt statt sie ein zweites Mal einzufordern. Kalkuliere die zusätzlichen 175 €/Jahr mit ein.

Betriebe, die 2026 auf digital umstellen: Ab 2027 ist die elektronische, maschinenlesbare Dokumentation Pflicht. Das laufende Jahr ist das letzte mit Papieroption, und eine Umstellung in einer ruhigen Phase ist deutlich angenehmer als eine unter Fristdruck.

Weniger geeignet für: Ackerbaubetriebe, für die das Werkzeug schlicht nicht gebaut ist. Betriebe mit sehr wenigen Kulturen und stabilem Mittelspektrum, bei denen der Komfortvorteil die 350 €/Jahr nicht trägt. Und Betriebe, die im Feld ohne Netzabdeckung erfassen wollen, dafür fehlt eine Offline-Funktion.

Quellen

  1. PS Info – Produktseite MeinBetrieb. https://www.pflanzenschutz-information.de/info?p=MeinBetrieb (abgerufen am 2026-07-25). MeinBetrieb ist Premium-Zusatzangebot für die digitale Dokumentation von Pflanzenschutzmaßnahmen in Garten- und Weinbaubetrieben und erfüllt die ab 1. Januar 2026 geltenden Anforderungen der EU-Verordnung 2023/564; Kosten 175 €/Jahr; vierwöchige kostenfreie Testphase im Rahmen des hortigateEXTRA-Abos, jederzeit ohne Angabe von Gründen kündbar; digitaler Spritzschrank mit monatlich aktualisierten BVL-Zulassungsdaten und automatischer Bestandsabbuchung; Spritztagebuch mit automatischer Berechnung von Mittel- und Wassermengen; Export einzelner oder gebündelter Anwendungen als Excel und PDF; Zusatzmodul MeinBetrieb IDA für GLOBALG.A.P.-anerkannte Nachhaltigkeitsdokumentation; Betreiber von PS Info ist das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz, die Abo-Verwaltung läuft über hortigate; SSL-verschlüsselte Datenübertragung, Nutzer können jederzeit Sicherungskopien herunterladen..
  2. hortigate – Abo-Übersicht und Preise. https://www.hortigate.de/abo (abgerufen am 2026-07-25). hortigate BASIS kostet für Produktionsbetriebe 175 €/Jahr (andere Einrichtungstypen zwischen 50 und 300 €/Jahr); hortigate EXTRA kostet den BASIS-Preis plus 175 €/Jahr und enthält PS Info MeinBetrieb; das Modul MeinBetrieb IDA kostet weitere 175 €/Jahr und ist ausschließlich zusätzlich zu hortigate EXTRA buchbar; hortigate PLUS bietet regionale Warn- und Informationsdienste zwischen 79,43 und 230,73 €/Jahr; alle Preise inklusive Mehrwertsteuer..
  3. hortigate – Impressum. https://www.hortigate.de/impressum (abgerufen am 2026-07-25). Betreiber von hortigate ist der Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG), Claire-Waldoff-Straße 7, 10117 Berlin; Datenschutzbeauftragter Dr. Matthias Lachenmann, erreichbar über datenschutz@derdeutschegartenbau.de..
  4. Landwirtschaftskammer Niedersachsen – Dokumentationspflicht ab 2026. https://www.pflanzenschutzdienst-niedersachsen.de/pflanzenschutz/news/29578_Dokumentationspflicht_von_Pflanzenschutzmittel-Anwendungen_Neue_Vorgaben_ab_2026 (abgerufen am 2026-07-25). Seit 1. Januar 2026 gelten nach EU-Verordnung 2023/564 erweiterte Pflichtangaben, darunter EPPO-Code der behandelten Kultur, BBCH-Stadium, Zulassungsnummer des Mittels und georeferenzierte Flächeninformationen; die Aufzeichnung muss innerhalb von 30 Tagen erfolgen; handschriftliche Dokumentation bleibt bis zum 31. Dezember 2026 zulässig, ab 1. Januar 2027 ist die elektronische, maschinenlesbare Form vorgeschrieben..

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