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Plantivo Ackerschlagkartei

Plantivo GmbH

3/5

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.

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Plantivo Ackerschlagkartei ist eine digitale Schlagkartei, die Pflanzenschutzmittel-Dokumentation, Düngung, Stoffstrombilanz und Ernte in einer Anwendung bündelt. Sie ermittelt EPPO-Codes automatisch und ist auf die ab Januar 2026 geltende EU-Durchführungsverordnung 2023/564 zur digitalen Pflanzenschutz-Dokumentation vorbereitet. Primär für Ackerbau entwickelt, laut Anbieter auch für Grünland- und Sonderkultur-Betriebe geeignet. Deutscher Anbieter (Plantivo GmbH, Simmertal), Verarbeitung nach deutschem Recht, DSGVO-seitig solide aufgestellt.

Kosten: 75 €/Jahr (bis 100 ha, Paket S); 99 €/Jahr (101-200 ha, Paket M); 195 €/Jahr (201-500 ha, Paket L); über 500 ha auf Anfrage. Mobile App 49 €/Jahr je 5 Geräte. Optionale Module: Pflanzenschutz-Prüfmodul 25 €/Jahr, ISOBUS-Schnittstelle 1 €/ha, Applikationskarten 2 €/ha (alle Preise zzgl. MwSt.).

Kategorien

Stärken

  • Kombiniert Pflanzenschutz- und Düngungsdokumentation in einem System
  • Ermittelt EPPO-Codes automatisch, vorbereitet auf EU-VO 2023/564 (digitale PSM-Doku ab 2026)
  • Mobile App für iOS und Android, Offline-Nutzung im Feld möglich
  • Optionales Pflanzenschutz-Prüfmodul gleicht monatlich mit der BVL-Zulassungsdatenbank ab und warnt bei unzulässigen Maßnahmen
  • DüV (Düngeverordnung) und Stoffstrombilanz integriert
  • Faire Preise, 75 €/Jahr für kleine Betriebe ist im Markt günstig
  • Deutscher Anbieter (Plantivo GmbH), deutscher Support, Verarbeitung nach deutschem Recht

Einschränkungen

  • Primär auf Ackerbau ausgerichtet, Zierpflanzen-, Gewächshaus- und Baumschulbetriebe sind nicht die Kernzielgruppe
  • BVL-Zulassungsabgleich nur als kostenpflichtiges Prüfmodul (25 €/Jahr) und monatlich aktualisiert, nicht in Echtzeit
  • Modularer Baukasten: App, Prüfmodul, ISOBUS und Applikationskarten kosten jeweils extra zum Jahresabo
  • Für reine Pflanzenschutz-Dokumentation ohne Düngung überdimensioniert
  • Keine KI-Agronomie: keine Krankheitsprognose, Bilderkennung oder Sortenempfehlung; Precision-Farming-Karten beruhen auf Satelliten-Biomassedaten, nicht auf KI-Beratung
  • UI eher funktional als modern, Lernkurve für ältere Mitarbeitende vorhanden

Passt gut zu

Gartenbaubetriebe mit größeren Freilandflächen und gleichzeitiger Düngungsdokumentation Betriebe, die DüV und PSM-Dokumentation in einem System führen wollen Flächenbetriebe über 10 ha mit Bedarf an GPS-basierter Schlagverwaltung Betriebe, die ab 2026 die erweiterten EU-Pflichtfelder rechtssicher abbilden müssen

Kurzfazit

Plantivo Ackerschlagkartei ist eine solide, funktional ausgereifte digitale Schlagkartei für deutsche Acker- und Freilandbetriebe. Stärke: Pflanzenschutz, Düngung und Stoffstrombilanz laufen in einem System, du brauchst keine drei parallelen Lösungen. Schwäche: Plantivo ist kein KI-Tool im engeren Sinn. Es liefert die Dokumentationsstruktur (inklusive der ab 2026 verpflichtenden EU-VO-2023/564-Felder), aber keine Sortenempfehlungen, Krankheitsprognosen oder Bilderkennung wie etwa xarvio FIELD MANAGER. Für Betriebe, die primär rechtssicher dokumentieren wollen und deutsches Hosting brauchen, ist Plantivo eine ehrliche, fair bepreiste Wahl. Wer agronomische KI-Beratung will, schaut woanders.

Für wen ist Plantivo Ackerschlagkartei?

Klassische Acker- und Mischbetriebe (10-500 ha): Die Hauptzielgruppe. Plantivo ist auf die Routinen eines deutschen Familienbetriebs ausgerichtet, Düngeplanung im Frühjahr, Pflanzenschutz-Dokumentation während der Vegetation, Erntedaten im Spätsommer, Stoffstrombilanz zum Jahresende. Wer das alles in Excel-Tabellen oder noch in Papierform erfasst, gewinnt durch den Wechsel sofort Übersicht.

Gartenbaubetriebe mit Freilandflächen: Wer Gemüse, Beerenobst oder Sonderkulturen im Freiland anbaut und gleichzeitig DüV-Pflichten erfüllen muss, findet bei Plantivo eine pragmatische Lösung. Reiner Gewächshaus- oder Topfpflanzenanbau ist allerdings nicht die Kernzielgruppe, dafür sind Spezial-Tools meist passender.

Betriebe ab 2026 mit erweiterten Pflichtfeldern: Die EU-Durchführungsverordnung 2023/564 verlangt ab Januar 2026, dass berufliche Verwender ihre Pflanzenschutz-Aufzeichnungen in maschinenlesbarem elektronischem Format führen (Mittel, Zeitpunkt, Menge, behandelte Fläche, Kultur). Plantivo ermittelt die EPPO-Codes automatisch, ergänzt Zulassungsnummern und Wirkstoffe und hält die geforderten Felder (auch BBCH-Stadium und Flächenbezug) strukturiert vor. Wer 2026 rechtssicher arbeiten will, vermeidet das händische Nachpflegen in der Papierdokumentation.

Lohnunternehmer und Maschinenringe (kleinere Größenordnung): Wer für mehrere Auftraggeber arbeitet und für jeden eine sauber dokumentierte PSM-Anwendung zurückgeben muss, profitiert von der Mobile App im Feld. Bei sehr großen Lohnunternehmen mit hunderten Hektar pro Saison werden allerdings andere Profi-Tools (Lacos AGRO-Office, ISIP, Helm Software) typischer.

Weniger geeignet für: Sehr große Ackerbaubetriebe mit eigenem Agrar-IT-Stack (dann lieber 365FarmNet, NEXT Farming oder direktes JD Operations Center), reine Zierpflanzen- oder Baumschulbetriebe (zu ackerbaulastig), Betriebe, die KI-gestützte Sortenwahl, Krankheitsprognose oder Bilderkennung erwarten (dafür ist xarvio die richtige Adresse), und Hobby- oder Klein-Betriebe unter 5 ha (das Jahresabo lohnt sich erst ab dieser Größe).

Preise im Detail

Plan / ModulPreis (jeweils zzgl. MwSt.)Was du bekommst
Paket S (bis 100 ha)75 €/JahrVollzugang zur PC-Schlagkartei: PSM-Dokumentation, Düngung, Stoffstrombilanz, Auswertungen
Paket M (101-200 ha)99 €/JahrIdentische Funktionen, höheres Flächenkontingent
Paket L (201-500 ha)195 €/JahrIdentische Funktionen, höheres Flächenkontingent
Über 500 haauf AnfrageIndividuelles Angebot
Mobile App49 €/Jahr je 5 GeräteOffline-Erfassung im Feld auf Android und iOS
Pflanzenschutz-Prüfmodul25 €/JahrMonatlicher BVL-Abgleich, Warnungen bei unzulässigen Maßnahmen
ISOBUS-Schnittstelle1 €/ha pro JahrSchläge/Aufträge an Maschinen-Terminals, Maschinendaten-Import
Applikationskarten2 €/ha pro JahrSatelliten-Biomassekarten, Zonierung, teilflächige Karten (setzt ISOBUS voraus)
Weitere Betriebsstätte59 €/Jahr je BetriebsstätteZusätzlich zum Hauptbetrieb, ha-Kontingent zählt zusammen
Telefonschulung49 € einmaligEine Stunde persönliche Einweisung
DemoKostenlosTestzugang zum Kennenlernen vor dem Abschluss

Einordnung: Im Vergleich zu Wettbewerbern wie 365FarmNet, NEXT Farming oder helm Software liegt Plantivo am unteren Preisende, 75 € für einen Betrieb bis 100 ha ist eine ehrliche, fast verdächtig niedrige Zahl. Das gilt nur, solange du die Zusatzmodule nicht oder sparsam buchst; mit App auf zehn Smartphones (98 €) plus Grundabo (75 €) bist du bei rund 175 €/Jahr, immer noch spürbar günstiger als die großen Wettbewerber. Wer zusätzlich Prüfmodul, ISOBUS und Applikationskarten bucht, sollte die Endsumme flächenabhängig durchrechnen, dann steigt der Preis merklich. Sweetspot: 101-200-ha-Betriebe mit 3-5 mobilen Geräten, bei dieser Konfiguration ist Plantivo eines der preiswertesten ernsthaften Schlagkartei-Tools im deutschen Markt.

Stärken im Detail

Integration von Pflanzenschutz und Düngung. In vielen Betrieben laufen Pflanzenschutz-Dokumentation und Düngeplanung in getrennten Tools (z. B. PSM-App + Excel-DüV-Berechnung). Plantivo bündelt beides, eine Düngebedarfsberechnung greift automatisch auf die Schlaghistorie zu, eine PSM-Anwendung aktualisiert die Schlag-Aktivitätenliste. Das spart Doppelarbeit und vermeidet Inkonsistenzen.

EU-VO 2023/564 ab 2026 vorbereitet. Die EU-Durchführungsverordnung 2023/564 verlangt ab Januar 2026, dass berufliche Verwender ihre Pflanzenschutz-Aufzeichnungen in maschinenlesbarem elektronischem Format führen. Plantivo ermittelt die EPPO-Codes automatisch, ergänzt Zulassungsnummern und Wirkstoffe und hält die geforderten Felder (BBCH-Stadium, Flächenbezug, Wartezeiten) strukturiert vor. Wer 2026 ohne Pflichtfeld-Lücken in eine Kontrolle gehen will, kommt um die digitale Erfassung kaum noch herum.

Integrierter Pflanzenschutz-Prüfer (optionales Modul). Als Zusatzmodul für 25 €/Jahr gleicht Plantivo Pflanzenschutz-Maßnahmen monatlich mit der BVL-Zulassungsdatenbank ab und warnt bei nicht zulässiger Aufwandmenge, Wassermenge oder fehlender Zulassung in der gewählten Kultur und gegen den Schaderreger. Auch Auflagen, Anwendungszeitpunkte und Wasserschutz fließen in die Warnhinweise ein. Wer den Abgleich nicht selbst im Kopf haben will, bucht das Modul dazu.

Mobile App mit Offline-Modus. Im Feld ist mobiler Datenempfang nicht garantiert. Die Plantivo-App synchronisiert, sobald Empfang vorhanden ist, Einträge im Funkloch gehen nicht verloren. Für 49 €/Jahr je 5 Geräte ein faires Modul; nicht inflationär, aber sinnvoll für Betriebe, in denen mehrere Personen Anwendungen ausführen.

Stoffstrombilanz integriert. Wer als nährstoffintensiver Betrieb (Tierhaltung, hoher Wirtschaftsdünger-Anfall) verpflichtet ist, eine Stoffstrombilanz zu führen, bekommt das in Plantivo gleich mit. Andere Anbieter trennen das in separate Module mit zusätzlicher Lizenzgebühr.

Deutscher, unabhängiger Anbieter. Die Plantivo GmbH sitzt in Simmertal (Rheinland-Pfalz), der Vertragspartner ist deutsch, der Support spricht Deutsch. Der Anbieter betont die Unabhängigkeit von Landmaschinenherstellern, Genossenschaften und Behörden. Für ein Tool, das mit personenbezogenen Daten (Betriebsleiter, Mitarbeiter) und betriebsinternen Geheimnissen (Erträge, Anbaupläne) arbeitet, ist das ein Pluspunkt: Die Datenschutzerklärung nennt ein professionelles Rechenzentrum mit Backups und HTTPS-Verschlüsselung für Web und App, die Verarbeitung unterliegt deutschem Recht. Den konkreten Serverstandort veröffentlicht Plantivo allerdings nicht.

Faire Preisstruktur. 75 € für einen 100-ha-Betrieb sind in der deutschen Agrar-Software-Landschaft ein bemerkenswert günstiger Einstieg. Plantivo positioniert sich bewusst unter den großen Anbietern (365FarmNet, NEXT Farming), bei vergleichbarer Kernfunktionalität für die meisten Standardfälle.

Schwächen ehrlich betrachtet

Plantivo ist keine KI-Agronomie-Plattform. Wer “KI in der Landwirtschaft” denkt, denkt an Krankheitsprognose, Sortenempfehlung und Bilderkennung von Schaderregern. Das liefert Plantivo nicht. Es ist eine strukturierte Erfassungs- und Dokumentations-Plattform mit regelbasierten Prüfungen und Warnungen. Precision-Farming-Funktionen gibt es zwar (Satelliten-Biomassekarten und Zonierung nach Ertragspotenzial über das Applikationskarten-Modul), aber das ist klassische teilflächenspezifische Bewirtschaftung, keine KI-gestützte agronomische Beratung. Wer echte Agronomie-KI erwartet, ist bei xarvio FIELD MANAGER besser aufgehoben.

BVL-Abgleich kostet extra und ist nicht in Echtzeit. Pflanzenschutzmittel-Zulassungen ändern sich häufig, manche werden ausgesetzt, neue Indikationen kommen hinzu. Plantivo bietet den automatischen Abgleich gegen die BVL-Zulassungsdatenbank über das Pflanzenschutz-Prüfmodul (25 €/Jahr). Der Abgleich wird monatlich aktualisiert, nicht sekundengenau, und ohne dieses Modul dokumentierst du zwar, prüfst die Zulassungslage aber selbst. Wer auf tagesaktuelle Zulassungsänderungen angewiesen ist, sollte das Modul einplanen und die monatliche Aktualisierung im Hinterkopf behalten.

Modularer Preisbaukasten. Das Jahresabo (75-195 €) enthält die Kernfunktionen der PC-Schlagkartei. Mobile App (49 € je 5 Geräte), Pflanzenschutz-Prüfmodul (25 €), ISOBUS (1 €/ha) und Applikationskarten (2 €/ha) kosten jeweils extra. Für einen kleinen Betrieb bleibt es günstig, wer alle Module bucht, sollte vorher durchrechnen; die Endsumme ist weniger transparent als der Einstiegspreis suggeriert.

Vertikaler Fokus auf Ackerbau. Plantivo ist laut Anbieter auch für Grünland- und Sonderkultur-Betriebe geeignet und bietet sogar einen Flächenimport aus der EU-Weinbaukartei. Der Kern bleibt aber der Ackerbau. Für eine vollwertige Weinbaukartei mit Most-Buchführung oder für Tierhaltung (HIT, QS-Dokumentation) brauchst du zusätzliche Tools; reiner Gewächshaus-, Zierpflanzen- oder Baumschulbetrieb ist nicht die Kernzielgruppe.

UI ist funktional, nicht modern. Plantivo ist visuell und im Bedienkonzept eher pragmatisch als zeitgemäß. Wer von Apps wie ClimateFieldView oder modernen Sales-CRMs verwöhnt ist, empfindet die Oberfläche als altbacken. Junge Mitarbeitende kommen damit zurecht, ältere Anwender brauchen eine Einarbeitung, Schulung sinnvoll.

Stoffstrombilanz-Komplexität. Die DüV- und Stoffstrombilanz-Funktionen sind sauber abgebildet, aber das Thema bleibt komplex, ein paar Schulungstermine oder die Begleitung durch einen Berater im ersten Jahr sind realistisch zu kalkulieren. Plantivo ist Werkzeug, nicht Berater.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
KI-gestützte agronomische Beratung und Bilderkennung willstxarvio FIELD MANAGER
Eine umfassende Farm-Management-Plattform mit App-Ökosystem brauchst365FarmNet
Markt- und Erntepreis-Daten direkt im System willstLAND-DATA ADNOVA+
Maschinendaten direkt in die Schlagkartei integrieren willstJohn Deere Operations Center oder CLAAS TELEMATICS

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite im deutschen Markt: NEXT Farming (von Land-Data ausgegründet, umfangreicher Funktionsumfang), helm Software (klassisches Profi-Tool, sehr funktional, aber teurer), MyEasyFarm (französisch, gute Maschinen-Integration), Geofolia (französisch, etabliert im Weinbau und Sonderkulturen), Agricon Cropwise (KI-Plattform, kürzlich von Syngenta übernommen). Plantivo ist die naheliegende Wahl, wenn du primär rechtssicher dokumentieren willst und deutsches Hosting brauchst, die KI-Lücke füllen andere Tools.

So steigst du ein

Schritt 1: Auf plantivo.de einen kostenlosen Testaccount anlegen. Importiere deine Schläge, entweder als GPS-Shapefile (aus Agrar-Software-Export) oder zeichne sie direkt in der Kartenansicht nach. Bei einem 50-ha-Betrieb mit 20 Schlägen rechnest du 1–3 Stunden für die saubere Flächenbasis. Wer Schläge bereits in Helm oder NEXT Farming gepflegt hat, sollte vor dem Wechsel den Export prüfen.

Schritt 2: Pflege deinen Produktstamm an, die im Betrieb regelmäßig eingesetzten Pflanzenschutzmittel und Düngemittel. Plantivo hat die deutschen Zulassungen hinterlegt und ergänzt beim Eintrag Zulassungsnummern, Wirkstoffe und EPPO-Codes automatisch; mit dem optionalen Prüfmodul (25 €/Jahr) kommt der monatliche BVL-Abgleich hinzu. Bei Düngemitteln pflegst du die Nährstoffgehalte. Diese Einmal-Pflege spart später bei jedem Eintrag Zeit.

Schritt 3: Beim Pflanzenschutz-Eintrag Datum, Schlag, Kulturart, Mittelname, Aufwandmenge und Anwender erfassen. Für die ab 2026 geforderten Pflichtfelder (EPPO-Schaderreger-Code, BBCH-Stadium der Kultur, GPS-Koordinaten der behandelten Fläche) hält Plantivo die entsprechenden Eingabefelder vor. Wer mobil im Feld erfassen will, aktiviert die App (49 €/Jahr je 5 Geräte) und arbeitet offline-fähig.

Schritt 4: Am Ende der Saison den Pflanzenschutznachweis als PDF oder maschinenlesbares Format exportieren, sowohl für die eigene Dokumentation als auch für mögliche behördliche Kontrollen. Die Stoffstrombilanz nutzt automatisch die im Jahr eingetragenen Düngedaten; für die Erstellung sollte ein Berater im ersten Jahr unterstützen, damit du das Verfahren beherrschst.

Ein konkretes Beispiel

Das folgende Szenario ist ein illustratives Rechenbeispiel, kein dokumentierter Kundenfall. Ein Gemüsebaubetrieb aus Bayern mit 40 ha Freiland (Salate, Kohl, Möhren, Zwiebeln) nutzt Plantivo Ackerschlagkartei für kombinierte Pflanzenschutz- und Düngungsdokumentation. Vorher: PSM-Anwendungen in einem dünnen Spaltenbuch, DüV-Berechnung in Excel, GPS-Daten irgendwo zwischen Smartphone-Notizen und Saisonkalender. Nachher mit Plantivo: Ein Mitarbeiter trägt einen Pflanzenschutzeinsatz mobil im Feld ein, die Schlaghistorie aktualisiert sich automatisch, was im nächsten Schritt für die DüV-Bedarfsberechnung relevant ist. Der Betriebsleiter spart die Doppelpflege zwischen zwei Systemen. Kosten: 75 € Jahresabo (40 ha < 100 ha-Stufe) plus einmalig 49 €/Jahr für die App auf drei Smartphones, also rund 125 € im Jahr. Bei einer Kontrolle im Folgejahr wurden alle PSM-Anwendungen vollständig dokumentiert, inklusive EPPO-Codes, Plantivo hat sich nach Einschätzung des Betriebsleiters allein durch die saubere Dokumentation in einem Kontrollfall mehrfach amortisiert.

DSGVO & Datenschutz

  • Anbieter: Plantivo GmbH, Birkenhof 1, 55618 Simmertal, Deutschland. Geschäftsführer: Andreas Schlarb.
  • Datenhosting: Die Datenschutzerklärung nennt ein professionelles Rechenzentrum mit Backup-Funktionalität, veröffentlicht aber keinen konkreten Serverstandort. Der Anbieter ist deutsch, die Verarbeitung unterliegt deutschem Recht (Aufbewahrung 6-10 Jahre nach HGB/AO).
  • Verschlüsselung: HTTPS-Zertifikat für die Web-Version und die Apps.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Zusammenarbeit mit Auftragsverarbeitern nach Art. 28 DSGVO.
  • Datennutzung: Betriebs- und Schlagdaten bleiben in deiner Hoheit. Laut Datenschutzerklärung können Programmierer und Kundendienst Stammdaten, Buchungen und Auswertungen einsehen, um Support zu leisten und das Programm weiterzuentwickeln; diesem Lese- und Schreibrecht stimmst du mit der Anmeldung zu.
  • Website-Tracking: Die Marketing-Website nutzt Google Analytics (mit IP-Anonymisierung), Google Ads und Google Maps, wobei Daten in die USA übertragen werden können. Das betrifft den Website-Besuch, nicht zwingend die Schlagkartei selbst.
  • Empfehlung für Betriebe: Für die meisten Acker- und Gartenbau-Betriebe ist die DSGVO-Hürde mit Plantivo niedrig, deutscher Anbieter, deutsche Sprache, Verarbeitung nach deutschem Recht. Wer mit Lohnunternehmern, Maschinenringen oder Beratern Daten teilt, sollte intern klären, wer Zugriff bekommt und wie lange; Plantivo bietet dafür einen kostenlosen Beraterzugang an.

Gut kombiniert mit

  • xarvio FIELD MANAGER, für die agronomische Intelligenz, die Plantivo selbst nicht liefert. xarvio gibt Sorten-, Aussaattermin- und Pflanzenschutz-Empfehlungen basierend auf Wetter- und Pflanzendaten; Plantivo dokumentiert anschließend die durchgeführten Maßnahmen rechtssicher. Sinnvolle Arbeitsteilung: KI-Beratung vorne, strukturierte Dokumentation hinten.
  • 365FarmNet, wenn dein Betrieb darüber hinaus ein vollwertiges Farm-Management mit Maschinen-Daten, Lager und Logistik braucht. 365FarmNet ist breiter aufgestellt; Plantivo bleibt die spezialisierte Schlagkartei.
  • John Deere Operations Center oder CLAAS TELEMATICS, Maschinen-Telematik liefert Echtzeit-Daten von Feldarbeiten (Spritzgerät-Logs, Düngerstreuer-Mengen). Diese Daten ergänzen die Plantivo-Eintragungen mit faktischen Maschinenwerten. Direkte Schnittstellen sind nicht für alle Maschinengenerationen verfügbar, Datenexport im ISOBUS- oder ISO-XML-Format ist der pragmatische Weg.

Unser Fazit

Plantivo Ackerschlagkartei verdient 3 von 5 Sternen. Für seinen Kernzweck, rechtssichere PSM- und Düngungsdokumentation für deutsche Acker- und Gartenbaubetriebe, ist es eine ehrliche, fair bepreiste und solide Lösung. Deutsches Hosting, deutsche Sprache, integrierte Stoffstrombilanz und Vorbereitung auf die EU-VO-2023/564-Pflichtfelder ab 2026 sind klare Pluspunkte. Sterne verliert Plantivo, weil es keine KI-Agronomie-Plattform ist, wer Krankheitsprognose, Bilderkennung von Schaderregern oder Sortenempfehlung erwartet, ist enttäuscht. Satelliten-Biomassekarten und Zonierung gibt es zwar als Zusatzmodul, aber KI-gestützte agronomische Beratung ist das nicht. In einer KI-Datenbank wie unserer ist das eine ehrliche Einordnung: Plantivo gehört zur Kategorie “digitale Dokumentation mit ein paar regelbasierten Warnungen”, nicht “KI-Tool im engeren Sinn”. Für die Zielgruppe, pragmatische Mittelstandsbetriebe, ist genau das oft das Richtige. Wer mehr Intelligenz will, kombiniert Plantivo mit xarvio oder einem ähnlichen Beratungstool.

Was wir bemerkt haben

  • Juli 2026, Korrektur nach erneuter Recherche: Anders als hier zuvor dargestellt bietet Plantivo einen automatischen BVL-Zulassungsabgleich (Pflanzenschutz-Prüfmodul, 25 €/Jahr, monatlich aktualisiert) sowie Satelliten-Biomassekarten und Zonierung nach Ertragspotenzial (Applikationskarten-Modul, 2 €/ha, setzt ISOBUS voraus). Beides sind kostenpflichtige Zusatzmodule, keine KI-Beratung, aber mehr als die reine Dokumentation, die zuvor beschrieben war.
  • Juli 2026, Preise gegen die Bestellseite geprüft: 75 € (bis 100 ha, Paket S), 99 € (101-200 ha, Paket M), 195 € (201-500 ha, Paket L), über 500 ha auf Anfrage, plus 49 € je 5 Geräte für die App (alle zzgl. MwSt.). Damit korrigieren wir frühere Stufengrenzen (die Presse nannte 101-250 und “über 250”); maßgeblich ist die aktuelle Bestellseite. Im Vergleich zu Wettbewerbern bleibt Plantivo im günstigen Bereich.
  • Januar 2026, Die EU-Durchführungsverordnung 2023/564 ist in Kraft und verlangt, dass berufliche Verwender ihre Pflanzenschutz-Aufzeichnungen in maschinenlesbarem elektronischem Format führen. Plantivo hat die Felder rechtzeitig vorbereitet und ermittelt EPPO-Codes automatisch. Wer noch mit Papier oder Excel arbeitet, muss spätestens jetzt umsteigen.
  • 2024/25, Im deutschen Agrar-Software-Markt hat sich der Wettbewerb weiter konsolidiert: 365FarmNet (zur BayWa-Gruppe), NEXT Farming (aus Land-Data hervorgegangen), helm Software und xarvio (BASF) sind die größeren Player. Plantivo bleibt das pragmatische Mittelstand-Tool mit fairen Preisen, die Marktposition ist stabil, aber nicht expansiv.
  • Ausblick, Eine echte Agronomie-KI (automatische Schaderreger-Erkennung per Foto, Düngeempfehlung per Algorithmus) wäre der naheliegende nächste Schritt, ist aber Stand Juli 2026 nicht angekündigt. Die vorhandenen Satelliten- und Precision-Farming-Funktionen sind regelbasiert, keine KI. Wer echte KI-Funktionen erwartet, sollte das nicht als Pflicht-Argument für Plantivo werten.

Quellen

  1. Plantivo – Preise & Bestellen. https://www.plantivo.de/bestellen/ (abgerufen am 2026-07-18). Jahrespreise zzgl. MwSt.: Paket S bis 100 ha 75 EUR, Paket M 101-200 ha 99 EUR, Paket L 201-500 ha 195 EUR, über 500 ha auf Anfrage; Mobile App 49 EUR je 5 Geräte; Pflanzenschutz-Prüfmodul 25 EUR/Jahr; ISOBUS 1 EUR/ha; Applikationskarten 2 EUR/ha; weitere Betriebsstätte 59 EUR; Telefonschulung 49 EUR einmalig..
  2. Plantivo – Ackerschlagkartei (Produkt- und Funktionsseite). https://www.plantivo.de/ackerschlagkartei/ (abgerufen am 2026-07-18). Automatische EPPO-Code-Ermittlung, Ergänzung von Zulassungsnummern und Wirkstoffen, Pflanzenschutz-Prüfer mit BVL-Abgleich, DüV- und Stoffstrombilanz-Integration, Mobile App für Android/iOS, ISOBUS und Precision Farming, vorbereitet auf die digitale Pflanzenschutz-Dokumentation ab 2026..
  3. Plantivo – Datenschutzerklärung. https://www.plantivo.de/datenschutzerklaerung/ (abgerufen am 2026-07-18). Verantwortlicher Plantivo GmbH, Birkenhof 1, 55618 Simmertal, Geschäftsführer Andreas Schlarb; professionelles Rechenzentrum mit Backup, HTTPS-Verschlüsselung für Web und App, AVV nach Art. 28 DSGVO, Aufbewahrung 6-10 Jahre nach HGB/AO; Website nutzt Google Analytics/Ads/Maps mit möglicher US-Datenübertragung..
  4. EUR-Lex – Durchführungsverordnung (EU) 2023/564. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32023R0564 (abgerufen am 2026-07-18). Inhalt und Format der von beruflichen Verwendern zu führenden Aufzeichnungen über Pflanzenschutzmittel, maschinenlesbares elektronisches Format, Geltung ab 1. Januar 2026..
  5. top agrar – Produktbericht Plantivo Ackerschlagkartei. https://www.topagrar.com/technik/news/ackerschlagkartei-plantivo-rote-gebiete-schon-eingebaut-12508204.html (abgerufen am 2026-07-18). Plantivo ist seit 2013 mit seiner Schlagkartei am Markt und wird von Geschäftsführer Andreas Schlarb geleitet; GIS-Anzeige der Schläge inkl. Sonderzonen (Rote Gebiete)..

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