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Microsoft Project

Microsoft

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Microsoft Project ist das klassische Projektmanagement-Tool für Gantt-Diagramme, Ressourcenplanung und komplexe Projektportfolios. Microsoft hat die Cloud-Linie umstrukturiert: 'Project for the web' ist jetzt 'Planner Premium', das Desktop-Programm bleibt als Teil von Plan 3 und Plan 5 verfügbar.

Kosten: Planner Plan 1 ab 8,70 EUR/Nutzer/Monat, Planner and Project Plan 3 ab 26,00 EUR/Nutzer/Monat, Planner and Project Plan 5 ab 47,70 EUR/Nutzer/Monat. Einmalig: Project Standard 2024 ab 929 EUR, Project Professional 2024 ab 1.659 EUR.

Stärken

  • Mächtigstes Gantt-Tool für komplexe Projekte mit kritischem Pfad und Ressourcenplanung
  • Tiefe Integration in Microsoft 365 — Teams, SharePoint, Power BI, Excel
  • EU-Datenhaltung für M365-Tenants in Deutschland und Österreich
  • Einzige Projektmanagement-Suite mit vollständiger Desktop-App plus Cloud-Erweiterung
  • Ressourcenpool-Management für unternehmensweite Kapazitätsplanung über alle Projekte

Einschränkungen

  • Hohe Einstiegshürde — klassisches MS Project erfordert mehrtägige Einarbeitung
  • Teuer im Vergleich zu modernen Alternativen wie Asana, monday.com oder Jira
  • Strategische Umbenennung von 'Project for the web' zu 'Planner Premium' schafft Verwirrung
  • Overkill für einfache Projekte und kleine Teams ohne kritischen Pfad
  • Kollaboration für Nicht-PM-Nutzer umständlicher als bei modernen Tools

Passt gut zu

Enterprise-Projektmanager mit komplexen Multiproject-Portfolios Unternehmen, die stark in Microsoft 365 investiert sind Bau- und IT-Projekte mit kritischen Pfaden und Ressourcenkonflikten

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du planst Projekte mit vielen Abhängigkeiten, kritischem Pfad und Ressourcenkonflikten
  • Dein Unternehmen nutzt bereits Microsoft 365 intensiv — Teams, SharePoint, Power BI
  • Du brauchst unternehmensweite Ressourcenplanung über viele parallele Projekte (Portfolio-Management)
  • Du arbeitest in Bau, IT oder Anlagenbau, wo klassische Gantt-Planung Standard ist

Wann nein

  • Dein Team ist kleiner als 10 Personen und arbeitet agil — Asana oder monday.com sind einfacher
  • Du brauchst kein Gantt und keinen kritischen Pfad — dann reicht Planner oder Trello
  • Dein Budget ist knapp — für 26 EUR/Nutzer/Monat gibt es leistungsfähige Alternativen
  • Dein Unternehmen arbeitet projektübergreifend in nicht-Microsoft-Umgebungen

Kurzfazit

Microsoft Project ist das mächtigste klassische Projektmanagement-Tool für strukturierte, ressourcenintensive Projekte mit kritischem Pfad. Für Projektmanager in Bau, IT-Implementierung oder Anlagenbau, die täglich mit Gantt, Baseline und Ressourcenkonflikten arbeiten, gibt es keine bessere Alternative im Microsoft-Ökosystem. Der Haken: Die Lernkurve ist steil, der Preis hoch, und für agile Teams oder einfache Projekte ist es massiv überdimensioniert. Die laufende Umbenennung von “Project for the web” zu “Planner Premium” schafft zusätzliche Verwirrung beim Kauf.

Für wen ist Microsoft Project?

Professionelle Projektmanager: Wer täglich Gantt-Diagramme pflegt, Baselines verwaltet, den kritischen Pfad beobachtet und Ressourcenkonflikte auflöst, findet in MS Project das tiefste Werkzeug auf dem Markt. Kein SaaS-Konkurrent kommt an die Detailtiefe der Desktop-App heran.

Unternehmen in der Microsoft-365-Welt: Wenn dein Unternehmen bereits Teams, SharePoint und Power BI nutzt, ist MS Project die nahtloseste Integration. Projektdaten fließen direkt in Power BI Dashboards, Aufgaben erscheinen in Teams — ohne Drittsystem.

Bau- und Infrastrukturprojekte: Im Bauwesen ist Gantt-Planung mit kritischem Pfad Standard. MS Project wird in diesem Segment seit Jahrzehnten eingesetzt und versteht Konzepte wie Vorgänger-Nachfolger-Beziehungen, Lag-Zeiten und Ressourcen-Overallocation besser als jedes agile Tool.

Enterprise-Portfolio-Management: Plan 5 bietet unternehmensweite Portfolio-Sicht über alle Projekte — Ressourcenauslastung, Projektpriorisierung und Kapazitätsplanung auf Vorstandsebene. Das ist die Liga, für die MS Project ursprünglich gebaut wurde.

Weniger geeignet für: Agile Teams (Jira ist hier überlegen), kleine Teams unter 10 Personen ohne komplexe Abhängigkeiten (monday.com oder Asana reichen), kreative Agenturen und Marketing-Teams (zu komplex), sowie Unternehmen ohne Microsoft-365-Infrastruktur.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Microsoft PlannerIm M365-Abo enthaltenEinfaches Taskmanagement, Kanban, keine Gantt-Funktion
Planner Plan 18,70 EUR/Nutzer/MonatErweiterte Planung, Sprints, Backlogs, Reports — kein kritischer Pfad
Planner & Project Plan 326,00 EUR/Nutzer/MonatGantt, Baselines, kritischer Pfad, Ressourcenmanagement, Roadmaps, Desktop-App inklusive
Planner & Project Plan 547,70 EUR/Nutzer/MonatAlles aus Plan 3 + Portfolio-Management, Enterprise-Ressourcenplanung, erweiterte Analyse
Project Standard 2024929 EUR einmaligDesktop-App ohne Cloud-Dienste und Kollaboration
Project Professional 20241.659 EUR einmaligDesktop-App plus Verbindung zu Project Online

Einordnung: Für die meisten professionellen Projektmanager ist Plan 3 die sinnvolle Wahl: Gantt, kritischer Pfad und die Desktop-App sind enthalten. Plan 1 ist für Teams ohne Gantt-Anforderungen — dort ist monday.com oder Asana oft günstiger und besser. Plan 5 lohnt sich erst bei Enterprise-Portfolio-Management ab ca. 50 gleichzeitigen Projekten. Die einmaligen Lizenzen (Standard/Professional 2024) sind nur sinnvoll, wenn kein Cloud-Abo gewünscht ist.

Stärken im Detail

Gantt und kritischer Pfad auf Industrieniveau. MS Project beherrscht die komplexeste Form der Projektplanung: Hunderte von Vorgängen mit Abhängigkeiten (Ende-zu-Anfang, Anfang-zu-Anfang, Lag-Zeiten), automatischer Berechnung des kritischen Pfads und sofortiger Neuberechnung bei Änderungen. Kein Cloud-Tool — weder Asana noch monday.com noch Jira — kommt an diese Tiefe heran. Wenn du wirklich weißt, welcher Vorgang den Endtermin bestimmt, brauchst du genau dieses Werkzeug.

Ressourcen-Management über Projekte hinweg. In Plan 3 und Plan 5 kannst du einen unternehmensweiten Ressourcenpool pflegen: Wer ist wann verfügbar, welche Projekte konkurrieren um dieselben Mitarbeiter? Der Ressourcenauslastungsreport zeigt Überlastungen auf und ermöglicht aktive Kapazitätssteuerung — nicht erst dann, wenn der Mitarbeiter ausfällt.

Nahtlose Integration in Microsoft 365. Teams-Nutzer können Aufgabenstatus direkt in Teams aktualisieren, ohne MS Project zu öffnen. SharePoint speichert Projektdokumente direkt verknüpft mit dem Projektplan. Power BI greift über einen nativen Konnektor auf Projektdaten zu und erzeugt Management-Dashboards mit Earned-Value-Analyse und Kostenverfolgung — in einer Infrastruktur, die Enterprise-IT-Abteilungen schon verwalten.

Baseline und Earned Value für professionelles Controlling. Du kannst den Projektplan “einfrieren” (Baseline setzen) und danach jederzeit den tatsächlichen Fortschritt mit dem Plan vergleichen: Earned Value, Cost Variance, Schedule Variance. Das ist das Handwerkszeug professioneller Projektcontroller, das die meisten modernen Tools nicht bieten.

Schwächen ehrlich betrachtet

Die Lernkurve ist brutal. Wer MS Project zum ersten Mal öffnet, ist überfordert: Vorgänger-Codes, Ressourcenzuweisung, Gliederungsstrukturen, Basislinien — ohne mehrtägiges Training arbeitet kaum jemand produktiv damit. Das macht Schulung zur Pflicht, nicht zur Option. Moderne Tools wie Asana oder monday.com sind in 30 Minuten produktiv nutzbar.

Preislich nicht wettbewerbsfähig für einfache Anforderungen. Plan 3 kostet 26 EUR/Nutzer/Monat. Asana Business kostet weniger und deckt 80 % der Anforderungen normaler Projektteams ab. Wer MS Project nur für einfache Aufgabenlisten kauft, zahlt für Features, die er nie nutzt.

Strategische Verwirrung durch Umbenennung. Microsoft hat “Project for the web” zu “Planner Premium” (Plan 1) umbenannt und die Produktlinien reorganisiert. Käufer müssen heute genau prüfen, welches Produkt sie wirklich kaufen — Plan 1 (Planner Premium) hat keine Gantt-Funktion im klassischen Sinne, Plan 3 schon. Die Microsoft-Website kommuniziert das nicht immer klar.

Kollaboration für Nicht-PM-Nutzer reibungsvoll. Wenn Projektmitglieder keine Projektmanager sind, empfinden sie MS Project als sperrig. Statusupdates, Aufgabenkommentare und einfache Rückmeldungen funktionieren zwar via Teams — aber das Setup erfordert Zeit und Disziplin. Teams, die es gewohnt sind, in Slack oder Notion zu kommunizieren, halten MS Project für einen Rückschritt.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Agil arbeitest und Kanban oder Scrum brauchstJira — speziell für Software-Entwicklung gebaut
Ein kleines bis mittelgroßes Team ohne Gantt führstAsana oder monday.com
Großprojekte im Infrastrukturbereich planst (Tausende Vorgänge)Primavera P6 — für Mega-Projekte
Bauprojekte dokumentieren und steuern willstProcore — Bau-spezifische Features
Nur Power BI für Projektreporting willstPower BI + Excel-Projektplan reicht oft

MS Project ist kein universelles Projektmanagement-Tool — es ist ein spezialisiertes Werkzeug für strukturierte, ressourcenintensive Projekte in der Microsoft-Welt. Wer das braucht, findet nichts Besseres. Wer es nicht braucht, zahlt zu viel.

So steigst du ein

Schritt 1: Prüfe zunächst, welchen Plan du wirklich brauchst. Für einfache Aufgabenverwaltung und Teamkollaboration reicht Planner (im M365-Abo enthalten) oder Plan 1 (8,70 EUR). Für Gantt-Diagramme mit kritischem Pfad und die Desktop-App brauchst du mindestens Plan 3 (26,00 EUR). Wenn du noch kein M365 hast: Plan 3 enthält die Desktop-Lizenz, der Kauf von Project Professional 2024 als Einzellizenz ist teurer auf Dauer.

Schritt 2: Starte mit einer Projektvorlage. MS Project liefert vorgefertigte Templates für IT-Projekte, Bauprojekte und Produktentwicklung. Importiere deine Aufgaben aus Excel (Kopieren in die Vorgangsliste), definiere Abhängigkeiten zwischen Vorgängen (Spalte “Vorgänger”) und weise Ressourcen zu. Die Gantt-Ansicht zeigt dir sofort den kritischen Pfad in Rot — das ist die Vorgangskette, die den Endtermin bestimmt.

Schritt 3: Verknüpfe das Projekt mit Microsoft Teams und Power BI. In Teams können Mitarbeiter Aufgabenstatus direkt im Teams-Tab “Tasks” aktualisieren. In Power BI nutze den nativen “Project for the Web”-Konnektor, um Management-Dashboards mit Earned-Value-Analyse und Ressourcenauslastung zu erstellen — spart wöchentliche Statusberichte in PowerPoint.

Ein konkretes Beispiel

Ein Bauunternehmen aus dem Rhein-Main-Gebiet steuert ein Gewerbebauprojekt über 18 Monate und 4,5 Mio. EUR Bauvolumen mit MS Project Plan 3. Der Projektleiter pflegt wöchentlich den Ist-Stand ein und sieht sofort, welche Vorgänge auf dem kritischen Pfad liegen und Verzögerungen haben. Als ein Subunternehmer für Elektroarbeiten 3 Wochen Verzug ankündigt, simuliert der Projektleiter in MS Project sofort, wie sich das auf den Gesamttermin auswirkt — und plant alternative Ressourcen ein, bevor der Bauleiter auf der Baustelle reagieren muss. Das Power-BI-Dashboard zeigt dem Auftraggeber wöchentlich den aktuellen Projektstand ohne manuell erstellte Berichte.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: EU-Rechenzentren für Microsoft-365-Tenants mit Sitz in Deutschland — Daten liegen in der EU (Frankfurt, Dublin)
  • Datennutzung: Microsoft nutzt Projektdaten nicht für KI-Training; die Datenschutzrichtlinien für M365 gelten vollständig
  • DSGVO-Compliance: Microsoft ist EU-DSGVO-konform; Standardvertragsklauseln (SCC) und Data Processing Agreements verfügbar
  • Auftragsverarbeitung: Vollständiger AVV (Microsoft-Datenschutznachtrag) als Teil der M365-Unternehmensverträge verfügbar
  • Empfehlung für Unternehmen: MS Project innerhalb von M365 ist DSGVO-tauglich für die meisten deutschen Unternehmen. Für besonders sensible Branchen (Öffentlicher Dienst, kritische Infrastruktur) prüfe den Microsoft Government Cloud-Vertrag.

Gut kombiniert mit

  • Primavera P6 — P6 für Großprojekte mit Tausenden Vorgängen in der Infrastruktur; MS Project für mittelgroße Projekte in der Microsoft-365-Welt — beide Welten existieren parallel in großen Bauunternehmen
  • monday.com — monday.com für agile, nicht-technische Teams; MS Project für klassisches Projektmanagement mit Gantt — manche Unternehmen nutzen beide parallel: monday.com für Teamkollaboration, MS Project für PM-Reporting
  • Power BI — Power BI für Management-Dashboards aus MS-Project-Daten: Projektfortschritt, Kostenentwicklung und Ressourcenauslastung für den Vorstand — deutlich besser als die eingebauten Berichte

Unser Testurteil

Microsoft Project verdient 3 von 5 Sternen. Das Tool ist in seiner Spezial-Disziplin — komplexe Gantt-Planung mit kritischem Pfad und Ressourcenmanagement im Microsoft-Ökosystem — nach wie vor führend. Drei Punkte verliert es: erstens an der hohen Lernkurve, die es für Teams ohne dedizierte Projektmanager unzugänglich macht; zweitens am Preis, der für einfachere Anforderungen schlecht zu rechtfertigen ist; drittens an der strategischen Unsicherheit durch die laufende Produktumstrukturierung. Wer genau weiß, dass er Gantt, kritischer Pfad und M365-Integration braucht, findet hier das richtige Werkzeug — alle anderen sollten zuerst modernere Alternativen prüfen.

Was wir bemerkt haben

  • 2024–2025 — Microsoft hat “Project for the web” zu “Planner Premium” umbenannt und in die neue Planner-Produktlinie integriert. Die alten Produktnamen (Project Plan 1, 2, 3) wurden in “Planner Plan 1”, “Planner and Project Plan 3” etc. umbenannt. Viele Screenshorts und Tutorials im Netz zeigen noch die alten Namen — beim Kauf auf die aktuellen SKU-Namen achten.
  • 2023 — Microsoft hat Copilot für Project angekündigt: KI-gestützte Projektplanung, automatische Risikoerkennung und natürlichsprachliche Abfragen. Das Feature ist in Plan 3 und Plan 5 als Add-on verfügbar, aber noch nicht in der deutschen Sprachversion vollständig ausgebaut.
  • 2022 — Microsoft hat die eigenständige Project-Online-Plattform schrittweise auf “Project for the web” (jetzt Planner Premium) umgestellt. Unternehmen mit alten Project-Online-Abos sollten ihre Migrationsoption prüfen.

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