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Microsoft Copilot

Microsoft

3/5

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.

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Microsoft Copilot ist die kostenlose KI-App von Microsoft für Privatnutzer und nicht identisch mit Microsoft 365 Copilot für Unternehmen. Die Gratisversion läuft im Browser, in Windows 11 und als Handy-App. Mehr Nutzungsvolumen gibt es seit der Umstellung der Consumer-Tarife nicht über ein eigenes Copilot-Abo, sondern über Microsoft 365 Single, Family, Premium oder Pro.

Kosten: Microsoft Copilot für den persönlichen Gebrauch ist kostenlos (Web, Windows-App, iOS, Android). Mehr Nutzungsvolumen gibt es nicht über ein eigenes Copilot-Abo, sondern über die Microsoft-365-Consumer-Tarife: Single 10 EUR/Monat oder 99 EUR/Jahr, Family 13 EUR/Monat oder 129 EUR/Jahr, Premium 22 EUR/Monat oder 219 EUR/Jahr, Pro 110 EUR/Monat (Stand 17.09.2026, microsoft.com/de-de). Nicht zu verwechseln mit Microsoft 365 Copilot, der kostenpflichtigen Add-on-Lizenz für Geschäftskunden.

Kategorien

Stärken

  • Kostenlos nutzbar für den persönlichen Gebrauch, im Web und als App, ohne Einrichtungsaufwand
  • In Windows 11 und Microsoft Edge bereits vorhanden, kein zusätzliches Konto nötig
  • Deutschsprachige Oberfläche, deutscher Support über die regulären Microsoft-Kanäle
  • Ein Microsoft-365-Abo hebt das Nutzungsvolumen an, ohne dass ein zweites Abo nötig wird
  • Aktivitätsverlauf lässt sich im Microsoft-Datenschutzdashboard einsehen, exportieren und löschen

Einschränkungen

  • Microsoft veröffentlicht für die kostenlose Stufe keine konkreten Limits, weder Nachrichten pro Tag noch Bildkontingente
  • Microsoft nennt für die Consumer-Version kein Modell, auf den geprüften deutschen Seiten steht dazu nichts
  • Laut Datenschutzerklärung können Nutzerdaten zur Entwicklung und zum Training der KI-Modelle verwendet werden
  • Kein Auftragsverarbeitungsvertrag und keine EU-Data-Boundary-Zusage, beides gilt nur für Geschäftskunden
  • Die Namensgleichheit mit Microsoft 365 Copilot führt regelmäßig zu Fehlkäufen
  • Kein Zugriff auf Firmendaten wie SharePoint, Teams oder das Postfach, das kann nur die Geschäftsvariante

Passt gut zu

Privatnutzer mit Windows 11 Microsoft-365-Haushalte Einsteiger, die einen kostenlosen KI-Assistenten ohne Einrichtung suchen Gelegentliche Textentwürfe und Zusammenfassungen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du willst einen kostenlosen KI-Assistenten, der in Windows 11 und Edge schon eingebaut ist
  • Du arbeitest privat mit Word, Excel und PowerPoint und hast ohnehin ein Microsoft-365-Abo
  • Du brauchst gelegentliche Textentwürfe, Zusammenfassungen und Bildideen ohne Einrichtungsaufwand
  • Du bist im Microsoft-Konto zu Hause und willst keinen weiteren Anbieter-Account anlegen

Wann nein

  • Du willst berufliche oder vertrauliche Inhalte verarbeiten, dafür brauchst du die Geschäftsvariante Microsoft 365 Copilot
  • Du brauchst verbindlich zugesicherte Nutzungslimits, Microsoft veröffentlicht für den Consumer-Copilot keine Zahlen
  • Du willst Zugriff auf E-Mails, SharePoint und Teams-Inhalte deiner Firma, das kann die Privatversion nicht
  • Du brauchst einen Auftragsverarbeitungsvertrag oder EU-Datenresidenz, beides gibt es nur im Geschäftskundenvertrag

Kurzfazit

Microsoft Copilot ist die kostenlose KI-App für Privatnutzer, im Browser, als Windows-App und auf dem Handy. Sie ist nicht Microsoft 365 Copilot, das Unternehmen als Add-on zur Microsoft-365-Lizenz kaufen. Mehr Kontingent gibt es nicht über ein eigenes Copilot-Abo, sondern über die vier Microsoft-365-Tarife zu 10, 13, 22 und 110 Euro im Monat. Konkrete Limits der Gratisstufe nennt Microsoft nicht, und für vertrauliche Arbeit ist die Consumer-Variante die falsche Wahl.

Das Wichtigste zuerst: Copilot ist nicht gleich Copilot

Microsoft verkauft unter dem Namen Copilot mindestens vier verschiedene Produkte. Wer sich vertut, zahlt entweder zu viel oder bekommt nicht, was er braucht. Die Unterscheidung ist der eigentliche Grund, warum du diese Seite liest, deshalb steht sie ganz oben.

ProduktFür wenKostenKann auf Firmendaten zugreifen
Microsoft Copilot (diese Seite)Privatpersonen, Anmeldung mit privatem Microsoft-Kontokostenlosnein
Microsoft 365 CopilotUnternehmen, Anmeldung mit Geschäfts- oder SchulkontoAdd-on-Lizenz zusätzlich zur Microsoft-365-Lizenzja, über Graph-API, Work IQ und semantische Indizierung
Copilot Chat (Basic)Beschäftigte ohne Add-on-Lizenzin berechtigten Microsoft-365-Lizenzen enthaltennur eingeschränkt, im Wesentlichen Web plus selbst hochgeladene Inhalte
GitHub Copilot / Security CopilotEntwicklung bzw. IT-Sicherheiteigene, kostenpflichtige Produkteeigener Kontext

Microsoft selbst formuliert es auf der Übersichtsseite so: Für den persönlichen Gebrauch kannst du Microsoft Copilot im Web kostenlos nutzen oder die App herunterladen. Microsoft 365 Copilot dagegen setzt ein gültiges Microsoft-365-Abo plus eine separate Copilot-Lizenz voraus. Alles, was dich an Copilot am meisten interessiert, wenn du im Job damit arbeiten sollst, also Zugriff auf Postfach, Teams-Chats und SharePoint-Dokumente, gehört zur Geschäftsvariante. Details dazu stehen auf unserer Seite zu Microsoft 365 Copilot.

Für wen ist Microsoft Copilot?

Windows-11-Nutzer, die einfach etwas ausprobieren wollen: Copilot ist in Windows 11 bereits vorhanden, je nach Gerät braucht es noch ein Windows-Update oder einen Download aus dem Microsoft Store. Keine Registrierung bei einem neuen Anbieter, kein zusätzliches Passwort, kein Abo. Für den ersten Kontakt mit einem KI-Assistenten ist das die Variante mit der niedrigsten Hürde in Deutschland.

Haushalte mit Microsoft-365-Abo: Wer ohnehin Microsoft 365 Single oder Family zahlt, bekommt laut Microsoft ein höheres Nutzungsvolumen als in der kostenlosen Version. Wichtig für Familien: Die KI-Funktionen gelten nur für den Abo-Inhaber, nicht automatisch für alle bis zu sechs Personen im Family-Tarif.

Gelegenheitsnutzer mit Standardaufgaben: E-Mail-Entwürfe, Zusammenfassungen längerer Texte, Übersetzungen, Ideenlisten, einfache Bilder. Für diese Aufgaben reicht die kostenlose Stufe in aller Regel aus, und du merkst die fehlenden Limitangaben im Alltag selten.

Einsteiger, die Datenschutz ernst nehmen, aber pragmatisch bleiben: Der Copilot-Aktivitätsverlauf lässt sich bei Anmeldung mit Microsoft-Konto im Datenschutzdashboard einsehen, exportieren und löschen. Das ist mehr Kontrolle, als viele erwarten, ersetzt aber keine Rechtsgrundlage für berufliche Nutzung.

Weniger geeignet für: Alle, die beruflich oder mit personenbezogenen Daten arbeiten. Die Consumer-Version kennt weder Auftragsverarbeitungsvertrag noch eine EU-Data-Boundary-Zusage. Ebenfalls ungeeignet ist sie für Menschen, die planbare Kontingente brauchen: Microsoft nennt für die Gratisstufe schlicht keine Zahlen. Und wer auf Firmendaten zugreifen will, ist hier grundsätzlich falsch.

Preise im Detail

VariantePreis (Stand 17.09.2026)Was du bekommst
Microsoft Copilot, kostenlos0 EURCopilot im Web, als Windows-App und als Handy-App für den persönlichen Gebrauch. Microsoft nennt keine konkreten Limits für diese Stufe
Microsoft 365 Single10 EUR/Monat oder 99 EUR/JahrFür eine Person, höheres Nutzungsvolumen als in der kostenlosen Version
Microsoft 365 Family13 EUR/Monat oder 129 EUR/JahrFür bis zu sechs Personen, KI-Funktionen nur für den Abo-Inhaber
Microsoft 365 Premium22 EUR/Monat oder 219 EUR/JahrErweiterter Copilot Chat mit großzügigem Nutzungskontingent, visuelle KI-Unterstützung, agentische KI-Funktionen
Microsoft 365 Pro110 EUR/Monat, keine JahresoptionHöchstes Nutzungsvolumen über alle KI-Funktionen hinweg
Microsoft 365 Copilot (Arbeit)Add-on-Lizenz zusätzlich zur Microsoft-365-LizenzZugriff auf Firmendaten, Preise und Bedingungen auf unserer Seite zu Microsoft 365 Copilot

Einordnung: Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Tabelle ist eine Abwesenheit. Ein eigenständiges Copilot-Abo für Privatpersonen wird auf der früheren Copilot-Pro-Adresse nicht mehr angeboten, dort stehen heute die vier Microsoft-365-Consumer-Tarife. Wer für Copilot bezahlen will, kauft also Microsoft 365 und bekommt Copilot dazu, nicht umgekehrt. Für die meisten Privatnutzer ist das gut: Single für 99 Euro im Jahr enthält Office-Apps, Cloudspeicher und ein höheres KI-Kontingent, das ist günstiger als ein separates KI-Abo bei einem anderen Anbieter. Die Kehrseite: Wer nur die KI will und Office nicht braucht, zahlt für Ballast. Dann sind ChatGPT oder Gemini mit ihren reinen KI-Tarifen die passendere Rechnung. Was Microsoft in keinem dieser Tarife beziffert, sind die tatsächlichen Limits. Begriffe wie großzügiges Nutzungskontingent oder höheres Nutzungsvolumen sind Werbesprache, keine Zusage.

Stärken im Detail

Die niedrigste Einstiegshürde am deutschen Markt. Copilot ist in Windows 11 und in Microsoft Edge bereits eingebaut. Kein neuer Account, keine Kreditkarte, keine App-Store-Suche. Wer ein Microsoft-Konto hat, und das haben in Deutschland Millionen Menschen durch Windows, Outlook.com oder Xbox, ist in zwei Klicks im Chat. Für die Zielgruppe, die bei ChatGPT an der Registrierung scheitert, ist das der entscheidende Unterschied.

Kostenlos heißt hier wirklich kostenlos. Microsoft bewirbt die persönliche Nutzung ausdrücklich als kostenlos, ohne Testzeitraum und ohne verpflichtende Zahlungsdaten. Die Gratisstufe ist kein Lockangebot mit Ablaufdatum, sondern das reguläre Consumer-Produkt.

Der Upgrade-Pfad ist billiger als bei der Konkurrenz. Das höhere KI-Kontingent hängt am Microsoft-365-Abo. Wer Microsoft 365 Single für 99 Euro im Jahr ohnehin für Word, Excel und Cloudspeicher zahlt, bekommt das größere Copilot-Kontingent ohne einen einzigen Euro Aufpreis. Bei anderen Anbietern ist das KI-Abo eine zusätzliche Position auf der Rechnung.

Ordentliche Datenkontrolle für ein Gratisprodukt. Der Copilot-Aktivitätsverlauf ist im Microsoft-Datenschutzdashboard einsehbar, exportierbar und löschbar, sofern du mit deinem Microsoft-Konto angemeldet bist. Das ist transparenter als bei manchem Wettbewerber und in der DSGVO-Logik ein echter Auskunfts- und Löschpfad, wenn auch über ein Selbstbedienungsportal statt über einen Vertrag.

Deutsch ist erste Klasse, nicht Übersetzung. Oberfläche, Hilfeseiten und Support laufen bei Microsoft in Deutschland seit Jahrzehnten auf Deutsch. Für Nutzer, die englische KI-Oberflächen abschreckend finden, ist das ein praktischer Vorteil gegenüber kleineren Anbietern.

Schwächen ehrlich betrachtet

Microsoft veröffentlicht keine Limits, und das ist ein echtes Problem. Auf den geprüften deutschen Microsoft-Seiten steht kein einziger Zahlenwert zu Nachrichten pro Tag, Bildern pro Tag oder Dateiuploads. Stattdessen stehen dort Formulierungen wie höheres Nutzungsvolumen als in der kostenlosen Version und großzügiges Nutzungskontingent. Für die Arbeitswelt dokumentiert Microsoft immerhin ein Prinzip: Ohne Zusatzlizenz gibt es Standardzugriff, mit Lizenz Prioritätszugriff, und bei Kapazitätsengpässen kann die Qualität schwanken. Für den Consumer-Copilot fehlt selbst diese Beschreibung. Praktisch heißt das: Du weißt vorher nicht, wann Schluss ist. Abhilfe gibt es nur durch eigenes Ausprobieren.

Microsoft nennt für die Privatversion kein Modell. In der Dokumentation für die Arbeitsvariante wird GPT-5 als Beispielmodell genannt, und es gibt dort eine Modellauswahl mit den Modi Automatisch, Schnelle Antwort und Denken Sie tiefer. Für die kostenlose Consumer-App fanden wir auf den deutschen Microsoft-Seiten keine Modellangabe. Wer wissen will, welches Modell gerade antwortet, bekommt darauf von Microsoft keine öffentliche Auskunft. Bei ChatGPT und Claude ist das transparenter.

Deine Daten können in das Modelltraining fließen. Die Microsoft-Datenschutzerklärung hält ausdrücklich fest, dass Microsoft Nutzerdaten zur Entwicklung und zum Training der eigenen KI-Modelle verwenden kann, und nennt Interaktionen mit einem Chatbot als erfasste Datenkategorie. Das ist bei Consumer-KI branchenüblich, steht aber im scharfen Gegensatz zur Geschäftsvariante, für die Microsoft genau das vertraglich ausschließt. Wer beides verwechselt, kippt versehentlich Kundendaten in ein Trainingsdatenset.

Kein AVV, keine EU-Data-Boundary-Zusage. Beides sind Geschäftskundenthemen. In der allgemeinen Datenschutzerklärung fanden wir keine EU-Data-Boundary-Zusage für Privatkunden. Für Freiberufler und Kleinstunternehmen, die gern die kostenlose Variante beruflich nutzen würden, ist das der Ausschlussgrund.

Die Namensverwirrung ist hausgemacht und wird schlimmer. Microsoft nutzt Premium und Pro inzwischen auf beiden Seiten: als Consumer-Tarife (Microsoft 365 Premium, Microsoft 365 Pro) und als Produktetiketten in den Arbeits-Apps (Microsoft 365 Copilot (Basic), (Premium), (Pro)). Dazu kommen Copilot Chat (Basic), GitHub Copilot, Security Copilot und Copilot Studio. Selbst IT-affine Nutzer verwechseln das regelmäßig, und im Einkauf führt es zu falschen Bestellungen.

Werbung im kostenlosen Copilot ist nicht dokumentiert. Wir wollten belegen, ob und in welcher Form Microsoft Werbung in die Antworten des kostenlosen Copilot einblendet. Die aufgerufene Microsoft-Advertising-Seite zu Copilot-Werbeformaten antwortete am 17.09.2026 mit Fehler 404, und auf den deutschen Produktseiten steht dazu nichts. Wir behaupten deshalb weder das eine noch das andere. Geh davon aus, dass ein kostenloses Produkt eines Werbekonzerns kommerzielle Elemente enthalten kann, und prüfe Kaufempfehlungen kritisch.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Im Job mit Firmendaten arbeiten willstMicrosoft 365 Copilot
Klar dokumentierte Modelle und Tarife willstChatGPT
Google-Dienste statt Microsoft nutztGemini
Lange Dokumente sorgfältig analysieren lassen willstClaude
Recherche mit sichtbaren Quellenangaben brauchstPerplexity

Ohne eigenen Link in dieser Tabelle, aber erwähnenswert: Copilot Chat (Basic) ist die Variante, die viele Beschäftigte im Unternehmen bereits in ihrer Microsoft-365-Lizenz haben, ohne es zu wissen, sie ist der bessere Startpunkt als der private Copilot mit dem privaten Konto. Und Le Chat von Mistral ist die Wahl für alle, denen europäisches Hosting wichtiger ist als Windows-Integration.

Microsoft Copilot neben ChatGPT, Gemini, Claude und Perplexity, mit Preis, Modell und Datenschutz nebeneinander, steht in unserem Vergleich der KI-Assistenten.

So steigst du ein

Schritt 1: Nimm die richtige Tür. Für die private Nutzung öffnest du Copilot im Browser oder über das Copilot-Symbol in Windows 11. Melde dich mit deinem privaten Microsoft-Konto an, nicht mit dem Geschäftskonto, sonst landest du in der Arbeitsvariante mit anderen Regeln. Die Anmeldung lohnt sich: ohne Konto gibt es keinen Verlauf und keine Löschmöglichkeit über das Datenschutzdashboard.

Schritt 2: Fang mit Aufgaben an, die du überprüfen kannst. Lass einen Brief entwerfen, eine lange E-Mail zusammenfassen, einen Text ins Englische übersetzen. Bei allen drei Aufgaben erkennst du sofort, ob das Ergebnis taugt. Genau so findest du auch heraus, wo die nicht veröffentlichten Limits liegen: Arbeite einen Tag normal und beobachte, ob und wann Copilot bremst.

Schritt 3: Räum den Verlauf auf und entscheide dann über ein Abo. Ruf nach zwei Wochen das Microsoft-Datenschutzdashboard auf, sieh dir an, was gespeichert wurde, und lösche, was du nicht behalten willst. Wenn du in diesen zwei Wochen an Grenzen gestoßen bist und ohnehin Office brauchst, ist Microsoft 365 Single für 99 Euro im Jahr der naheliegende Schritt. Wenn nicht, bleib kostenlos.

Ein konkretes Beispiel

Ein selbstständiger Fliesenleger aus Kiel, 54 Jahre alt, hat Windows 11 auf dem Büro-Laptop und bislang jede KI-Diskussion an sich abperlen lassen. Er entdeckt das Copilot-Symbol in der Taskleiste und probiert es an einer Aufgabe aus, die ihn jedes Mal eine halbe Stunde kostet: die Antwort auf eine Reklamations-E-Mail. Er tippt den Sachverhalt in drei Sätzen ein und bekommt einen sachlichen, höflichen Entwurf, den er in fünf Minuten auf seinen Ton anpasst. Innerhalb von zwei Wochen nutzt er Copilot für Angebotstexte, für die Website-Beschreibung seiner Leistungen und dafür, sich Herstellerdatenblätter in verständliche Sätze übersetzen zu lassen. Kosten bis dahin: null Euro.

Dann kommt der Punkt, an dem die Abgrenzung wichtig wird. Er will Kundenadressen und Reklamationsdetails einkippen, um sich Serienbriefe erzeugen zu lassen. Das ist der Moment, an dem die kostenlose Consumer-Variante die falsche Wahl ist: keine Auftragsverarbeitung, keine Zusage zum Trainingsausschluss. Für diesen Schritt braucht er entweder eine Geschäftslizenz oder einen Anbieter mit AVV. Der ehrliche Nutzen der Gratisversion endet exakt dort, wo personenbezogene Kundendaten anfangen.

Nicht sicher, ob Microsoft Copilot zu euch passt?

Wir helfen bei der Tool-Auswahl und begleiten die Einführung in euren Arbeitsalltag, unverbindlich und kostenlos im Erstgespräch.

Erstgespräch anfragen

DSGVO & Datenschutz

  • Hosting: Microsoft macht in der allgemeinen Datenschutzerklärung keine EU-Data-Boundary-Zusage für Privatkunden. Die EU Data Boundary ist eine Zusage an kommerzielle Cloudkunden und greift für den Consumer-Copilot nicht automatisch. Wir stufen das Hosting daher als global ein.
  • Modelltraining: Laut Datenschutzerklärung kann Microsoft Nutzerdaten zur Entwicklung und zum Training der eigenen KI-Modelle verwenden. Chatbot-Interaktionen werden ausdrücklich als erfasste Datenkategorie genannt. Für die Geschäftsvariante Microsoft 365 Copilot gilt das gegenteilige, vertraglich zugesicherte Prinzip.
  • Auskunft und Löschung: Wer mit Microsoft-Konto angemeldet ist, kann den Copilot-Aktivitätsverlauf über das Microsoft-Datenschutzdashboard anzeigen, exportieren und löschen. Das deckt die Betroffenenrechte auf Selbstbedienungsbasis ab.
  • Auftragsverarbeitungsvertrag: Für die private Copilot-Nutzung gibt es keinen AVV. Eine berufliche Nutzung mit personenbezogenen Daten ist damit nicht DSGVO-konform abbildbar.
  • Empfehlung: Privat unbedenklich für allgemeine Aufgaben. Keine Kundennamen, keine Gesundheitsdaten, keine Vertragsentwürfe mit personenbezogenen Angaben. Sobald es beruflich wird, führt der Weg zu Microsoft 365 Copilot oder zu Copilot Chat (Basic) mit dem Geschäftskonto.
  • Für Eltern: Im Family-Tarif gelten die KI-Funktionen nur für den Abo-Inhaber. Kinder, die Copilot nutzen, tun das über die kostenlose Stufe mit den dort geltenden Datenschutzregeln.

Gut kombiniert mit

  • Perplexity, für Rechercheaufgaben, bei denen du die Quellen sehen und nachlesen willst. Copilot beantwortet die Frage, Perplexity zeigt dir, worauf die Antwort beruht. Diese Kombination fängt den größten Schwachpunkt jedes Chatassistenten ab, nämlich die nicht überprüfbare Behauptung.
  • Claude, für lange Dokumente, Verträge und alles, was sorgfältige Textarbeit verlangt. Copilot ist der schnelle Alltagsassistent, Claude die Instanz für die Aufgabe, bei der die Qualität des Ergebnisses zählt.
  • Microsoft 365 Copilot, für alles Berufliche. Viele Menschen nutzen privat den kostenlosen Copilot und im Büro die lizenzierte Variante. Wichtig ist nur, die Konten sauber zu trennen: privates Microsoft-Konto für privat, Geschäftskonto für die Arbeit.

Häufige Fragen zu Microsoft Copilot

Ist Microsoft Copilot wirklich kostenlos?

Ja. Microsoft weist auf der Copilot-Übersichtsseite ausdrücklich aus, dass du Copilot für den persönlichen Gebrauch im Web kostenlos nutzen oder die App herunterladen kannst. Es gibt keinen ablaufenden Testzeitraum. Was Microsoft nicht sagt, sind die Limits dieser Gratisstufe, dazu findet sich auf den deutschen Produktseiten keine Zahl.

Was ist der Unterschied zwischen Microsoft Copilot und Microsoft 365 Copilot?

Microsoft Copilot ist die kostenlose KI-App für Privatpersonen, ohne Zugriff auf Firmendaten. Microsoft 365 Copilot ist die kostenpflichtige Add-on-Lizenz für Unternehmen, die zusätzlich zu einer Microsoft-365-Lizenz gekauft wird und über Graph-API, Work IQ und semantische Indizierung auf E-Mails, Chats, Kalender und Dokumente zugreift. Details stehen auf unserer Seite zu Microsoft 365 Copilot.

Gibt es Copilot Pro noch?

Auf der früheren Copilot-Pro-Adresse von Microsoft findet sich am 17.09.2026 kein eigenständiges Copilot-Pro-Abo mehr, sondern die vier Microsoft-365-Consumer-Tarife Single, Family, Premium und Pro. Wer heute mehr Copilot-Kontingent will, bucht also einen Microsoft-365-Tarif, kein separates Copilot-Abo.

Welches Modell steckt im kostenlosen Copilot?

Microsoft nennt es auf den deutschen Consumer-Seiten nicht. In der Dokumentation für die Arbeitsvariante Copilot Chat wird GPT-5 als Beispiel genannt, und es gibt dort eine Modellauswahl mit den Modi Automatisch, Schnelle Antwort und Denken Sie tiefer. Für die Gratisversion für Privatnutzer gibt Microsoft keine öffentliche Modellangabe.

Darf ich Copilot beruflich nutzen?

Nicht die kostenlose Privatversion, sobald personenbezogene Daten im Spiel sind. Für diese Variante gibt es keinen Auftragsverarbeitungsvertrag, und laut Datenschutzerklärung können Daten in das Modelltraining einfließen. Beruflich gehört Copilot über das Geschäftskonto genutzt, entweder als Copilot Chat (Basic) aus der vorhandenen Microsoft-365-Lizenz oder als lizenziertes Microsoft 365 Copilot.

Funktioniert Copilot in Deutschland und auf Deutsch?

Ja. Copilot ist in Deutschland verfügbar, die Oberfläche und der Support sind deutschsprachig, und Copilot ist Teil von Windows 11. Je nach Gerät ist ein Windows-Update oder ein Download aus dem Microsoft Store nötig.

Unser Fazit

Microsoft Copilot bekommt 3 von 5 Sternen. Als kostenloser Einstieg in KI ist er in Deutschland kaum zu schlagen: schon in Windows 11 vorhanden, auf Deutsch, ohne neuen Account, ohne Zahlungsdaten. Wer ohnehin Microsoft 365 zahlt, bekommt zusätzliches Kontingent ohne Aufpreis, das ist die günstigste Rechnung am Markt. Was die Sterne vier und fünf kostet, ist die Intransparenz. Microsoft nennt für die Gratisstufe keine Limits, kein Modell und keine Aussage zu Werbung, während der Wettbewerb beides dokumentiert. Dazu kommt die Datenschutzlage: Die Datenschutzerklärung erlaubt ausdrücklich die Nutzung von Daten für das Training der KI-Modelle, und einen AVV oder eine EU-Data-Boundary-Zusage gibt es für Privatkunden nicht. Am ärgerlichsten ist die Namensverwirrung, die Microsoft selbst erzeugt: Premium und Pro bezeichnen inzwischen sowohl Consumer-Tarife als auch Produktetiketten in der Arbeitswelt. Unsere Empfehlung ist trotzdem klar: privat ausprobieren, kostenlos, mit unkritischen Aufgaben. Und für alles Berufliche die Geschäftsvariante nehmen.

Was wir bemerkt haben

  • September 2026, Abruf am 17.09.: Die frühere Copilot-Pro-Adresse von Microsoft zeigt kein eigenständiges Copilot-Pro-Abo mehr, sondern die vier Microsoft-365-Consumer-Tarife Single (10 EUR/Monat oder 99 EUR/Jahr), Family (13 EUR/Monat oder 129 EUR/Jahr), Premium (22 EUR/Monat oder 219 EUR/Jahr) und Pro (110 EUR/Monat). Das zusätzliche KI-Kontingent hängt jetzt am Office-Abo, nicht mehr an einem eigenen KI-Abo.
  • September 2026, Microsoft verwendet Premium und Pro inzwischen doppelt: als Consumer-Tarifnamen und als Produktetiketten in den Arbeits-Apps, wo Microsoft Learn Copilot Chat (Basic), Microsoft 365 Copilot (Basic), (Premium) und (Pro) unterscheidet. Wer im Unternehmen einkauft, sollte die Etiketten in Word und Excel prüfen, bevor er Lizenzen bestellt.
  • August 2026, Eine Zusammenführung des Consumer-Copilot mit Microsoft 365 Copilot zum 18.08.2026 konnten wir nicht belegen. Weder die heise-Themenseite zu Microsoft Copilot noch der Microsoft-365-Blog führen für Juli bis September 2026 eine entsprechende Meldung. Belegbar ist die technische Annäherung: Beide Welten laufen in derselben Microsoft-Copilot-App, und die Tarifnamen sind identisch geworden. Bis Microsoft eine Zusammenlegung offiziell dokumentiert, behandeln wir sie als unbestätigt.
  • August 2026, heise meldet zwei Copilot-Ereignisse, beide betreffen die Geschäftsvariante: Am 07.08. kündigte Microsoft eine Domain Exclusion für M365 Copilot an und zog sie sofort wieder zurück, am 20.08. wurde eine Sicherheitslücke behoben, über die sich Copilot zu Aussagen über die eigenen Schutzmechanismen verleiten ließ.
  • Juli 2026, Microsoft meldet im eigenen Blog mehr als 30 Millionen bezahlte Sitze für Microsoft 365 Copilot. Das ist die Geschäftskundenzahl. Für die kostenlose Consumer-App nennt Microsoft keine Nutzerzahl, weder im Blog noch auf den Produktseiten.
  • September 2026, Werbung im kostenlosen Copilot ließ sich nicht klären: Die Microsoft-Advertising-Seite zu Copilot-Werbeformaten antwortete beim Abruf am 17.09.2026 mit Fehler 404, die deutschen Produktseiten schweigen dazu. Wir tragen die Angabe nach, sobald es eine belastbare Quelle gibt.

Quellen

  1. Microsoft – Microsoft Copilot Überblick. https://www.microsoft.com/de-de/microsoft-copilot (abgerufen am 2026-09-17). Microsoft unterscheidet auf der Übersichtsseite zwischen Microsoft Copilot für den persönlichen Gebrauch (kostenlos im Web oder als App) und Microsoft 365 Copilot für die Arbeit, das ein gültiges Microsoft-365-Abo plus separate Copilot-Lizenz voraussetzt. GitHub Copilot und Security Copilot sind eigene, kostenpflichtige Produkte..
  2. Microsoft – Copilot für Privatpersonen, Tarifübersicht. https://www.microsoft.com/de-de/microsoft-copilot/for-individuals/copilot-pro (abgerufen am 2026-09-17). Die frühere Copilot-Pro-Adresse zeigt heute die vier Microsoft-365-Consumer-Tarife: Single 10 EUR/Monat oder 99 EUR/Jahr für eine Person, Family 13 EUR/Monat oder 129 EUR/Jahr für bis zu sechs Personen, Premium 22 EUR/Monat oder 219 EUR/Jahr, Pro 110 EUR/Monat ohne Jahresoption. KI-Funktionen gelten jeweils nur für den Abo-Inhaber. Single und Family bieten höheres Nutzungsvolumen als die kostenlose Version, Premium und Pro zusätzlich erweiterten Copilot Chat mit großzügigem Nutzungskontingent, visuelle KI-Unterstützung und agentische KI-Funktionen. Ein eigenständiges Produkt Copilot Pro wird nicht mehr genannt..
  3. Microsoft Learn – Übersicht über Microsoft Copilot Chat. https://learn.microsoft.com/de-de/copilot/overview (abgerufen am 2026-09-17). Stand der Seite 09.09.2026, zuletzt aktualisiert 11.09.2026. Microsoft führt die Produktetiketten Copilot Chat (Basic), Microsoft 365 Copilot (Basic), Microsoft 365 Copilot (Premium) und Microsoft 365 Copilot (Pro). Copilot Chat (Basic) ist in berechtigten Microsoft-365-Lizenzen enthalten und bietet Standardzugriff auf Dateiupload, Bilderstellung und Modelle wie GPT-5, eine Add-on-Lizenz bringt Prioritätszugriff. Modellauswahl mit den Modi Automatisch, Schnelle Antwort und Denken Sie tiefer. Graph-API, Work IQ und semantische Indizierung der Microsoft-365-Daten gibt es ausschließlich mit Microsoft-365-Copilot-Lizenz..
  4. Microsoft – Datenschutzerklärung. https://www.microsoft.com/de-de/privacy/privacystatement (abgerufen am 2026-09-17). Microsoft erfasst Suchvorgänge und Befehle einschließlich Interaktionen mit einem Chatbot und hält fest: Im Rahmen unserer Bemühungen, unsere Produkte zu verbessern und weiterzuentwickeln, können wir Ihre Daten zur Entwicklung und zum Training unserer KI-Modelle verwenden. Wer mit Microsoft-Konto angemeldet ist, kann den Copilot-Aktivitätsverlauf über das Datenschutzdashboard anzeigen, exportieren und löschen. Eine EU-Data-Boundary-Zusage für Privatkunden steht dort nicht..
  5. Microsoft – Copilot in Windows. https://www.microsoft.com/de-de/windows/copilot (abgerufen am 2026-09-17). Copilot ist Teil von Windows 11, je nach Gerät sind ein Windows-Update oder ein Download aus dem Microsoft Store nötig. Copilot+ PCs werden als eigene Gerätekategorie geführt. Windows 10 wird nur noch im Zusammenhang mit dem Supportende genannt..
  6. heise online – Themenseite Microsoft Copilot. https://www.heise.de/thema/Microsoft-Copilot (abgerufen am 2026-09-17). Keine Meldung über eine Zusammenführung von Consumer-Copilot und Microsoft 365 Copilot im August 2026. Gemeldet werden dort für August 2026 eine behobene Sicherheitslücke (20.08.2026) und eine angekündigte und sofort zurückgezogene Domain Exclusion für M365 Copilot (07.08.2026)..
  7. Microsoft 365 Blog – Beitragsübersicht. https://www.microsoft.com/en-us/microsoft-365/blog/ (abgerufen am 2026-09-17). Beitrag vom 30.07.2026: Microsoft 365 Copilot hat 30 Millionen bezahlte Sitze überschritten. Für Juli bis September 2026 findet sich kein Beitrag über eine Zusammenführung der Consumer- und der Geschäftskunden-Copilot-App..

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Arthur Atlas

KI-Analyst

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