Weit verbreitete E-Mail-Marketing-Plattform mit Gratis-Plan (bis 250 Kontakte) für den Einstieg. Einfache Bedienung und breite Integrationen, aber englische App-Oberfläche, US-Datenhosting und schnell steigende Preise bei wachsenden Listen. Seit 2021 Teil von Intuit.
Kosten: Free bis 250 Kontakte (max. 500 E-Mails/Monat); Essentials ab 11,43 EUR/Monat; Standard ab 17,59 EUR/Monat; Premium ab 307,75 EUR/Monat (Basispreis, 15 % Jahresrabatt); Preise steigen mit der Kontaktzahl
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Stärken
- Kostenloser Einstieg bis 250 Kontakte, ideal für erste Schritte ohne Investitionsrisiko
- Intuitive Drag-and-drop-E-Mail-Editor ohne Vorkenntnisse bedienbar
- Umfangreiche Vorlagenbibliothek mit branchenspezifischen Designs
- Mehrere Hundert native Integrationen (Shopify, WordPress, Salesforce, Zapier)
- KI-Funktionen (Intuit Assist): Textgenerierung im Editor, Sendezeit-Optimierung, Analyse-Empfehlungen (volle Bandbreite ab Standard)
Einschränkungen
- App-Oberfläche auf Englisch (Marketing- und Hilfeseiten gibt es auf Deutsch)
- Datenhaltung ausschließlich auf US-Servern, DSGVO-Konformität erfordert aktive Maßnahmen
- Alle Kontakte (auch abgemeldete) zählen zur bezahlten Kontaktgrenze, verursacht versteckte Kosten
- Automatisierungen im Free- und Essentials-Plan stark eingeschränkt
- Bei über 5.000 Kontakten wird Mailchimp schnell teuer im Vergleich zu Alternativen
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du startest mit E-Mail-Marketing und willst ohne Kosten erste Erfahrungen sammeln
- Deine Kontaktliste hat unter 2.000 Einträge und du brauchst einfache Newsletter
- Du nutzt bereits Shopify, WordPress oder andere Tools mit nativer Mailchimp-Integration
- Die englische Oberfläche ist für dein Team kein Hindernis
Wann nein
- Du brauchst eine deutschsprachige Oberfläche für dein Team
- Deine Daten müssen auf EU-/deutschen Servern liegen (DSGVO-sensibel)
- Deine Liste wächst schnell über 5.000 Kontakte, dann wird Mailchimp überproportional teuer
- Du brauchst komplexe Automatisierungen mit mehreren Bedingungen und Verzweigungen
Kurzfazit
Mailchimp ist die bekannteste E-Mail-Marketing-Plattform der Welt, und für viele deutsche Nutzer gleichzeitig ein Kompromiss. Der kostenlose Einstieg ist unschlagbar gut, die Bedienung intuitiv, die Integrationen zahlreich. Aber: Die Oberfläche ist englisch, die Daten liegen in den USA, und das Preismodell (alle Kontakte zählen, auch abgemeldete) kann die Kosten unerwartet schnell treiben. Für den schnellen Start ist Mailchimp top, für langfristigen DSGVO-konformen Einsatz gibt es bessere Alternativen.
Für wen ist Mailchimp?
Einsteiger ins E-Mail-Marketing: Kein Tool macht den ersten Schritt einfacher. Kostenloses Konto anlegen, Kontakte importieren, erste E-Mail mit dem Drag-and-drop-Editor in 30 Minuten versenden, ohne Kreditkarte und ohne technisches Wissen. Das ist Mailchimps stärkste Eigenschaft.
Kleine Unternehmen mit internationaler Ausrichtung: Wer ohnehin englisch arbeitet oder international tätig ist, leidet weniger unter der englischen Oberfläche. Für diese Zielgruppe ist Mailchimp eine solide Wahl bis zur 5.000-Kontakte-Grenze.
E-Commerce-Betreiber mit Shopify oder WooCommerce: Die nativen Integrationen ermöglichen automatisierte Warenkorbabbrecher-E-Mails, Produktempfehlungen und Kauf-Nachfasssequenzen ohne technisches Setup. Für viele Shopify-Shops ist Mailchimp der Standard, bis Klaviyo sie überholt.
Marketing-Generalistinnen und -Generalisten: Wer E-Mail neben vielen anderen Aufgaben betreibt und kein Tool mit steiler Lernkurve will, ist mit Mailchimp gut bedient. Der Editor ist selbsterklärend, die Reports sind verständlich.
Weniger geeignet für: Deutsche Unternehmen mit DSGVO-Anforderungen oder deutschsprachigem Team. Unternehmen mit schnell wachsenden Listen über 5.000 Kontakte. Professionelle E-Mail-Marketer, die komplexe Segmentierungen und Automationspfade brauchen.
Preise im Detail
| Plan | Preis (Basis) | Kontakte | E-Mails/Monat | Was du bekommst |
|---|---|---|---|---|
| Free | 0 € | bis 250 | max. 500 (max. 250/Tag) | Grundfunktionen, 1 Zielgruppe, Mailchimp-Branding in E-Mails |
| Essentials | ab 11,43 €/Monat | skaliert mit Liste | 10× Kontakte | Alle Templates, kein Branding, A/B-Tests, 3 Nutzer |
| Standard | ab 17,59 €/Monat | skaliert mit Liste | 12× Kontakte | Automatisierungen, Custom Templates, KI-Tools (Intuit Assist), Sendezeit-Optimierung, 5 Nutzer |
| Premium | ab 307,75 €/Monat | sehr große Listen | 15× Kontakte | Multivariate Tests, erweiterte Segmentierung, Telefon-Support, Onboarding |
Einordnung: Der Free-Plan (bis 250 Kontakte, maximal 500 E-Mails pro Monat) reicht für erste Schritte mit kleiner Liste. Die angegebenen Basispreise gelten für die kleinste Kontaktstufe und mit 15 % Rabatt bei jährlicher Zahlung; sie steigen deutlich, sobald die Liste wächst. Wichtig: Auch abgemeldete und nicht-subscribte Kontakte zählen zur bezahlten Grenze, das überrascht viele Nutzer. Ab einigen Tausend Kontakten lohnt sich ein Preisvergleich mit Brevo oder GetResponse. Für alle bezahlten Pläne gibt es eine 14-tägige kostenlose Testphase.
Stärken im Detail
Der kostenlose Plan ist wirklich kostenlos. Bis 250 Kontakte und maximal 500 E-Mails pro Monat gibt es keine Kreditkarte und kein Ablaufdatum. Für Einsteiger, die testen wollen, ob E-Mail-Marketing funktioniert, gibt es kaum einen günstigeren Weg. Der Haken: Mailchimp hat die Freigrenze über die Jahre von einst 2.000 auf zuletzt 250 Kontakte gesenkt, wer schneller wächst, muss früher zahlen als früher.
Der Editor setzt den Standard für Benutzerfreundlichkeit. Drag-and-drop, sofortige Vorschau, mobile Ansicht mit einem Klick, das funktioniert ohne Einarbeitung. Die Vorlagenbibliothek mit hunderten branchenspezifischen Designs macht den Start noch schneller. Wer einmal den Mailchimp-Editor benutzt hat, versteht, warum er zum Industriestandard wurde.
Die Integrationstiefe ist konkurrenzlos für den Preis. Mehrere Hundert native Integrationen: Shopify, WooCommerce, WordPress, Salesforce, HubSpot, Zapier, Make, alles ohne technische Konfiguration. Für Unternehmen, die bereits in einem dieser Ökosysteme leben, ist Mailchimp das logische E-Mail-Tool.
KI-Funktionen unter dem Namen Intuit Assist. Der KI-Assistent generiert E-Mail-Texte direkt im Editor (“Write with AI”), schlägt Betreffzeilen vor und empfiehlt den optimalen Versandzeitpunkt und -tag auf Basis der Öffnungshistorie (Send Time und Send Day Optimization). Dazu kommen prädiktive Segmente (Predictive Attributes) und KI-gestützte Analysen. Die Funktionen sind je nach Plan gestaffelt, die volle Bandbreite steht ab Standard zur Verfügung. Praktisch, auch wenn die Textqualität nicht an spezialisierte KI-Tools wie ChatGPT herankommt.
Schwächen ehrlich betrachtet
Das Preismodell bestraft Listenwachstum. Das größte versteckte Problem bei Mailchimp: Abgemeldete Kontakte, Non-Subscriber und Cleaned-Kontakte zählen alle zur bezahlten Kontaktgrenze. Eine Liste mit 3.000 aktiven Abonnenten kann schnell 5.000 “Kontakte” laut Mailchimp-Zählung haben. Das bedeutet: Du zahlst für Kontakte, denen du gar keine E-Mails schickst. Regelmäßiges Archivieren ist Pflicht, kostet aber Zeit.
Englische App-Oberfläche ist kein Kleingedrucktes. Marketing-Seiten und das Hilfe-Center bietet Mailchimp auf Deutsch an, die eigentliche Arbeitsoberfläche (Kampagnen-Builder, Automations-Editor, Reports) arbeitest du aber auf Englisch. Für deutsche Teams, die E-Mail-Marketing neben vielen anderen Aufgaben betreiben, ist das ein dauernder Reibungspunkt. Brevo (ehemals Sendinblue) bietet vergleichbare Funktionen mit deutschsprachiger Oberfläche.
DSGVO ist eine echte Hausaufgabe. Die Daten liegen auf US-Servern (Intuit/Mailchimp). Mailchimp bietet zwar ein Data Processing Agreement und EU-Standardvertragsklauseln an, aber die Einrichtung muss aktiv gemacht werden. Double-Opt-in muss manuell aktiviert werden. Wer diese Schritte überspringt, hat ein ernsthaftes Datenschutzproblem. Für Unternehmen ohne Datenschutzbeauftragte ist das ein Risiko.
Automatisierungen im Free- und Essentials-Plan sind Basic. Mehrstufige Automations-Flows mit Bedingungen und Verzweigungen (z.B. “Wenn jemand die E-Mail nicht geöffnet hat, sende nach 3 Tagen eine andere Version”) sind erst ab Standard möglich. Für professionelle E-Mail-Automation ist das eine deutliche Einschränkung.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Eine deutschsprachige Oberfläche brauchst | Brevo (ehemals Sendinblue), EU-Hosting, Deutsch |
| E-Mail-Marketing für einen E-Commerce-Shop optimieren willst | Klaviyo, deutlich bessere Segmentierung und Automatisierung |
| Über 5.000 Kontakte hast und Kosten sparen willst | Brevo, günstigeres Preismodell bei größeren Listen |
| Marketing-Automation über E-Mail hinaus brauchst | HubSpot, CRM + E-Mail + Landing Pages + Social aus einem System |
Mailchimp ist ein hervorragender Einstieg, aber kein langfristiges Tool für ambitioniertes deutsches E-Mail-Marketing.
So steigst du ein
Schritt 1: Erstelle ein kostenloses Konto auf mailchimp.com, keine Kreditkarte nötig bis 250 Kontakte. Bevor du Kontakte importierst: Stelle sicher, dass du für alle eine nachweisbare Einwilligung (DSGVO-konformes Double-Opt-in) hast. Mailchimp-Anmeldeformulare bieten Double-Opt-in, aber es ist standardmäßig ausgeschaltet, aktiviere es als erstes in den Einstellungen.
Schritt 2: Starte mit einem einfachen Welcome-Flow: Eine Willkommens-E-Mail, die automatisch versendet wird, wenn jemand sich anmeldet. Dieser eine Automation-Flow erzielt typischerweise die höchsten Öffnungsraten und legt die Grundlage für eine langfristige Leserbeziehung. Nutze dafür einen der vorgefertigten Welcome-Templates.
Schritt 3: Richte vor dem ersten regulären Newsletter-Versand das Data Processing Agreement mit Intuit ein (unter Account → Legal → Data Processing Addendum) und prüfe deine Datenschutzerklärung. Ohne diesen Schritt ist der Betrieb in Deutschland rechtlich riskant. Empfehlung: Hol dir einmalig eine Einschätzung von einem Datenschutzexperten.
Ein konkretes Beispiel
Eine kleine Weinkellerei aus Rheinhessen mit 850 Kontakten nutzt Mailchimp im Essentials-Plan für monatliche Newsletter. Der Inhaber erstellt die E-Mails selbst in 45 Minuten mit dem Drag-and-drop-Editor: aktuelle Weine, Veranstaltungshinweise, saisonale Angebote. Die Öffnungsrate liegt bei rund 41 %, klar über dem, was vergleichbare Newsletter im Schnitt erreichen. Der automatische Welcome-Flow (zwei E-Mails nach Anmeldung: sofort und 3 Tage später) hat die Conversion von Erstabonnenten auf den Onlineshop spürbar erhöht. Kosten: rund 20 €/Monat (illustrativ, abhängig von der Kontaktzahl). Einziger Wermutstropfen: Der Steuerberater hat auf das DSGVO-Thema hingewiesen, der Inhaber hat daraufhin das DPA eingerichtet und die Datenschutzerklärung aktualisiert.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: USA, keine EU-Hosting-Option verfügbar. Anbieter ist Intuit Mailchimp mit Firmensitz in Atlanta (USA).
- Auftragsverarbeitung: Data Processing Addendum (DPA) verfügbar, muss aktiv unter Account-Einstellungen abgeschlossen werden
- EU-Standardvertragsklauseln: Verfügbar, ergänzend zum DPA
- Double-Opt-in: Technisch vorhanden, aber standardmäßig NICHT aktiviert, muss für DSGVO-Konformität manuell eingeschaltet werden
- Datennutzung: Mailchimp (Intuit) verarbeitet Nutzungsdaten; die genauen Bedingungen und etwaige Opt-outs prüfst du in der aktuellen Datenschutzerklärung, da sie sich ändern können
- Empfehlung für Unternehmen: DPA abschließen, Double-Opt-in aktivieren, Datenschutzerklärung aktualisieren, diese drei Schritte sind Mindestanforderung. Für Branchen mit erhöhtem Datenschutzbedarf (Gesundheit, Recht, Finanzen) EU-Hosting-Alternative wie Brevo prüfen.
Gut kombiniert mit
- Canva, E-Mail-Header, Produktbilder und grafische Elemente in Canva erstellen und direkt in Mailchimp-Kampagnen einbinden, kein Design-Know-how nötig
- ChatGPT, Newsletter-Texte, Betreffzeilen-Varianten und Call-to-Action-Formulierungen mit ChatGPT entwickeln, dann in Mailchimp einpflegen und anpassen
- Zapier, Mailchimp mit Tools verbinden, die keine native Integration haben: neue CRM-Kontakte automatisch in Mailchimp-Listen eintragen, bei Kauf in Onlineshop Tags setzen
Unser Testurteil
Mailchimp verdient 3 von 5 Sternen. Es ist das beste Tool für den Einstieg, einfach, kostenlos, sofort nutzbar. Für einen deutschen KMU-Betrieb mit ernsthaftem E-Mail-Marketing im Langzeiteinsatz gibt es aber bessere Optionen: Brevo bietet Deutsch, EU-Hosting und günstigere Preise bei großen Listen. Klaviyo schlägt Mailchimp bei E-Commerce-Segmentierung deutlich. Wer weiß, was er tut, und die DSGVO-Hausaufgaben macht, kann mit Mailchimp gut arbeiten. Wer beides nicht möchte, sollte mit Brevo starten.
Was wir bemerkt haben
- September 2021, Intuit hat Mailchimp übernommen, angekündigt am 13. September 2021, abgeschlossen am 1. November 2021, für rund 12 Mrd. USD. Seitdem firmiert das Produkt als “Intuit Mailchimp”, die Integration ins Intuit-Ökosystem (u. a. QuickBooks) wurde vertieft und die Eigenständigkeit als unabhängige Marke ist Geschichte. Achtung: Manche Quellen datieren die Übernahme fälschlich auf 2019, das ist falsch, sie fand 2021 statt.
- 2024, Mailchimp hat die Grenze des kostenlosen Plans von 500 auf 250 Kontakte halbiert. Wer den Free-Plan noch mit “bis 500 Kontakte” kennt, landet jetzt früher in einem kostenpflichtigen Plan. Viele Vergleichsseiten nennen weiterhin die alte Grenze.
- 2019 bis 2024, Mailchimp hat die kostenlose Freigrenze über die Jahre mehrfach gesenkt. Früher gab es einen Free-Plan für bis zu 2.000 Kontakte, danach 500, inzwischen 250. Wer Mailchimp lange kennt, hat heute eine deutlich schlechtere Gratis-Version als früher.
Quellen
- Mailchimp – Marketing-Preisübersicht (DE). https://mailchimp.com/de/pricing/marketing/ (abgerufen am 2026-07-18). Free-Plan bis 250 Kontakte, max. 500 E-Mails/Monat (bzw. 250/Tag); Essentials ab 11,43 EUR/Monat, Standard ab 17,59 EUR/Monat, Premium ab 307,75 EUR/Monat (jeweils Basispreis mit 15 % Rabatt bei jährlicher Zahlung); Sende-Volumen 10x/12x/15x der Kontakte; 14-tägige kostenlose Testphase..
- Wikipedia – Mailchimp. https://en.wikipedia.org/wiki/Mailchimp (abgerufen am 2026-07-18). Übernahme durch Intuit angekündigt 13.09.2021, abgeschlossen 01.11.2021, Volumen rund 12 Mrd. USD; Produkt firmiert als Intuit Mailchimp; Firmensitz Atlanta, Georgia (USA)..
- Mailchimp – KI-Tools / AI features. https://mailchimp.com/features/ai-tools/ (abgerufen am 2026-07-18). KI-Funktionen u. a. Intuit Assist, Textgenerierung im Editor (Write with AI), Send Time Optimization, Send Day Optimization, Predictive Attributes, KI-gestützte Analysen; Verfügbarkeit je nach Plan gestaffelt..
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