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Freemium Low-Code 🇺🇸 US-Server Geprüft: Mai 2026

LabArchives

LabArchives, LLC

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Etabliertes Cloud-ELN (Electronic Lab Notebook) für Life Sciences, Hochschulen und regulierte Industrie. Sehr breit verbreitet an US-Universitäten, 21 CFR Part 11 und HIPAA-konform, mit kostenlosem Free-Plan. KI-Anteil ist bislang gering und beschränkt sich auf eine Bildintegritäts-Prüfung über die Proofig-Integration, als KI-Werkzeug eher zurückhaltend, als Compliance-Rückgrat solide.

Kosten: Free-Plan (2 Notebooks, 1 GB), Professional 330 USD/Jahr akademisch bzw. 575 USD/Jahr Corporate pro Nutzer, ELN+Inventory-Bundle 360/675 USD/Jahr, Enterprise auf Anfrage

Kategorien

Stärken

  • Sehr breit verbreitet im akademischen Markt, über 1.000 Institutionen, viele US-Universitäten als Site-Lizenz
  • 21 CFR Part 11, HIPAA, SOC 2, ISO 27001 und FedRAMP-Autorisierung, schwere Compliance-Latte gerissen
  • Kostenloser Free-Plan mit 2 Notebooks und 1 GB Speicher, niedrige Einstiegshürde für einzelne Forscher
  • Integrationen mit SnapGene, GraphPad Prism, Geneious, Microsoft 365 und SAML-SSO
  • Proofig-AI-Integration prüft Notebook-Bilder automatisch auf Duplikate und Manipulation
  • Akademisches Pricing (330 USD/Nutzer/Jahr) deutlich unter Benchling, wirtschaftlich für Hochschulen

Einschränkungen

  • KI-Anteil ist marginal, Kernprodukt ist ein klassisches ELN, keine generative Assistenz
  • Oberfläche wirkt 2020er-Jahre-konservativ, moderne ELNs wie Benchling fühlen sich frischer an
  • Datenhosting ausschließlich in den USA, keine EU-Region für DSGVO-sensible Forschung
  • Mobile App funktional, aber spürbar weniger ausgereift als die Web-App
  • Keine deutsche Support-Sprache, Dokumentation und Onboarding-Materialien auf Englisch
  • Tiefe Geräteintegration (Instrumenten-Datenfeeds) schwächer als bei spezialisierten LIMS-Lösungen

Passt gut zu

Hochschulen und Forschungseinrichtungen Life-Sciences-Labore mit GxP-Anforderungen KMU-Labs mit Budgetbeschränkungen Forschungsgruppen, die ein dokumentationszentriertes ELN brauchen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du brauchst ein DSGVO/HIPAA/21-CFR-konformes ELN zu moderaten Kosten
  • Deine Hochschule oder Forschungseinrichtung hat eine Campus-Lizenz oder erwägt eine
  • Du willst zuerst kostenlos mit zwei Notebooks anfangen und später skalieren
  • Du brauchst Bildintegritäts-Prüfung (Proofig) für Publikationen oder interne Audits

Wann nein

  • Du erwartest einen KI-Co-Pilot, der Versuche entwirft oder Daten analysiert
  • Du brauchst eine moderne, designgetriebene Oberfläche im Stil von Benchling
  • Deine Compliance verlangt Datenhaltung in der EU
  • Du betreibst ein Hochdurchsatz-Labor mit komplexer Instrumenten-Integration (eher LIMS-Domäne)

Kurzfazit

LabArchives ist eines der am breitesten verbreiteten ELN-Systeme im akademischen Raum, viele US-Universitäten haben Campus-weite Lizenzen, und auch in Europa ist es an Hochschulen präsent. Die Stärken liegen in Compliance (21 CFR Part 11, HIPAA, FedRAMP) und in einem ehrlichen Free-Plan, der einzelne Forscher und kleine Gruppen ohne Beschaffungsprozess einsteigen lässt. Als reines KI-Tool ist LabArchives allerdings zurückhaltend: Die einzige nennenswerte KI-Funktion ist die Proofig-Integration zur Bildintegritätsprüfung. Wer einen generativen Lab-Assistenten oder KI-gestützte Hypothesenarbeit erwartet, ist bei Benchling oder spezialisierten LIMS-Plattformen besser aufgehoben, wer ein verlässliches, auditierbares Notizbuch mit niedriger Einstiegshürde braucht, bekommt mit LabArchives einen soliden Branchenstandard.

Für wen ist LabArchives?

Hochschulen und Forschungseinrichtungen: LabArchives ist im akademischen Markt fest etabliert. Viele Universitäten lizenzieren campusweit, sodass Studierende, Doktoranden und Postdocs ohne eigenen Vertrag einsteigen können. Das akademische Pricing (330 USD/Nutzer/Jahr) liegt deutlich unter dem von Benchling und macht institutionelle Roll-outs realistisch finanzierbar.

Life-Sciences-KMU mit Compliance-Pflicht: Pharma-Auftragsforschung, Diagnostikhersteller, kleinere Medizintechniker, alle, die FDA-, EMA- oder GxP-konform dokumentieren müssen, finden in LabArchives die volle Audit-Trail-Maschinerie inklusive elektronischer Signaturen nach 21 CFR Part 11. Bei einer FDA-Inspektion ist das ELN nicht das Problem.

Einzelne Forscher und kleine Arbeitsgruppen: Der Free-Plan mit zwei Notebooks und 1 GB Speicher ist genug, um einen Habilitationsprozess oder eine Master-/Doktorarbeit sauber zu dokumentieren, ohne Lizenzkosten und ohne Beschaffungsantrag. Das ist im ELN-Markt selten und ein echter Vorteil gegenüber Tools, die nur kostenpflichtig verfügbar sind.

Klinische Forschung und Hochschulmedizin: Die HIPAA-Konformität und die FedRAMP-Autorisierung machen LabArchives für klinische Studien und für US-Behördenforschung anschlussfähig. Wer in dieser Welt arbeitet, weiß, wie selten beide Audits in einem ELN zusammenkommen.

Bildbasierte Disziplinen mit Publikationsdruck: Über die Proofig-Integration lassen sich Notebook-Bilder automatisch auf Duplikate, Manipulation oder Übernutzung prüfen. Für Disziplinen, in denen Western Blots, Mikroskopieaufnahmen oder Gel-Bilder eine zentrale Rolle spielen, ist das eine sinnvolle Pre-Submission-Hürde.

Weniger geeignet für: Teams, die einen aktiven KI-Co-Pilot für Versuchsplanung, Datenanalyse oder Literaturrecherche erwarten (Benchling integriert hier deutlich mehr), Hochdurchsatz-Labore mit zentralem Bedarf an Geräte- und Sample-Management (LabWare LIMS oder IDBS Polar passen besser), Pharma-QC mit chromatografiezentrierter Datenakquise (Agilent OpenLAB CDS ist dann näher dran), Einrichtungen mit harter EU-Hosting-Pflicht und alle, die ein modernes Cloud-Native-Erlebnis im Stil aktueller SaaS-Produkte erwarten.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Free0 USD2 eigene Notebooks, 1 GB Speicher, 25 MB Datei-Limit, voll funktionsfähig zum Ausprobieren
Professional (Academic)330 USD/Nutzer/JahrUnbegrenzte Notebooks, 100 GB pro Nutzer, 250 MB Datei-Limit, für Akademiker, Gov, Non-Profit
Professional (Corporate)575 USD/Nutzer/JahrGleicher Funktionsumfang wie Academic, für gewerbliche Nutzer
ELN + Inventory Bundle360 USD (Acad.) bzw. 675 USD (Corp.)/Nutzer/JahrProfessional ELN + Inventory-Modul für Sample- und Material-Management
EnterpriseAuf AnfrageUnbegrenzte Speicher, 16 GB pro Datei, SAML-SSO, Developer-API, dedizierter Customer Success Manager, AVV
Inventory (Solo)99 USD (Acad.) bzw. 199 USD (Corp.)/Nutzer/JahrNur Sample- und Material-Inventarverwaltung
Scheduler35 USD (Acad.) bzw. 105 USD (Corp.)/Nutzer/JahrGeräte- und Ressourcen-Reservierung, Free-Variante bis 5 Nutzer/Ressourcen

Einordnung: Der Free-Plan ist ehrlich brauchbar, anders als bei vielen ELN-Anbietern ist er nicht nur ein 30-Tage-Testfenster, sondern eine dauerhafte Option für Einzelnutzer. Das Academic-Pricing (330 USD/Jahr) ist im Vergleich zu Benchling auffällig moderat und macht Campus-Lizenzen realistisch. Corporate-Kunden zahlen rund 75 % mehr, was branchenüblich ist. Wer Sample-Management braucht, sollte direkt das ELN+Inventory-Bundle nehmen, der Aufpreis ist überschaubar und die Doppellösung erspart Integrationsarbeit. Enterprise lohnt sich erst, wenn SSO, API-Zugriff oder ein AVV zwingend werden, also de facto ab dem Moment, in dem eine IT- oder Compliance-Abteilung mitspricht.

Stärken im Detail

Compliance ist das Kernstück. LabArchives ist seit über fünfzehn Jahren am Markt und hat ein Auditportfolio aufgebaut, das im ELN-Bereich seinesgleichen sucht: 21 CFR Part 11, HIPAA, SOC 2 Type II, ISO 27001, FedRAMP und nach Angaben des Anbieters auch GDPR. Für regulierte Branchen bedeutet das: Wenn die Prüfung kommt, ist das ELN nicht der Schwachpunkt. Audit-Trails, elektronische Signaturen, Versionierung, Witness-Workflows, alles ist da und wird seit Jahren von echten FDA-Inspektionen geprüft.

Akademische Marktdurchdringung. Viele US-Universitäten, und zunehmend auch europäische Hochschulen, haben Campus-Site-Lizenzen. Für Studierende und Doktoranden bedeutet das oft: ELN-Zugang ohne eigene Beschaffung, eingebettet in die institutionelle Identity-Verwaltung. Wer in einer Forschungslandschaft arbeitet, in der Mitarbeiter wechseln, Kollaborationen über mehrere Institutionen laufen und Daten zwischen Labors verschoben werden, profitiert massiv von dieser Marktdurchdringung.

Free-Plan als ehrlicher Einstieg. Zwei eigene Notebooks und 1 GB Speicher sind keine Werbeschleife, sondern eine echte Arbeitsumgebung. Für eine Bachelor- oder Masterarbeit reicht das oft komplett. Wer wächst, kann upgraden, ohne das Tool zu wechseln, der Datenstand wandert mit. Dieser Pfad vom kostenlosen Einzeluser zur institutionellen Lizenz ist im ELN-Markt unüblich und ein klarer Pluspunkt gegenüber Benchling, das den Free-Tier 2024 zurückgefahren hat.

Proofig-AI für Bildintegrität. Die einzige echte KI-Komponente: Proofig prüft hochgeladene Notebook-Bilder automatisch auf Duplikate, Manipulation, ungewöhnliche Übernutzung und andere Integritätsverletzungen. Für Disziplinen mit hohem Bildanteil (Zellbiologie, Histologie, Materialforschung) ist das eine sinnvolle Pre-Submission-Hürde, und für Institutionen, die ihre eigene Reputationsabsicherung ernst nehmen, ein nützlicher zusätzlicher Filter vor der Publikation.

Integrationen mit den Labor-Klassikern. SnapGene, GraphPad Prism, Geneious und Microsoft 365 sind nativ integriert. Wer in diesem Ökosystem arbeitet, und das tun viele molekularbiologische und biostatistische Labors, bekommt einen runden Workflow, ohne Daten manuell zwischen Anwendungen schieben zu müssen.

Modulare Suite statt Monolith. ELN, Inventory und Scheduler sind getrennt erwerbbar. Wer nur ein Notebook will, zahlt nur dafür. Das ist transparenter als All-in-One-Plattformen, in denen man für nicht genutzte Module mitbezahlt, und es erlaubt einen schrittweisen Einstieg.

Schwächen ehrlich betrachtet

KI-Anteil ist marginal. Wer 2026 ein ELN evaluiert, erwartet zunehmend KI-Funktionen, automatische Versuchszusammenfassungen, Hypothesengenerierung, Datenanalyse-Co-Pilot, Literaturanbindung. LabArchives bietet im Wesentlichen nur die Proofig-Bildanalyse und keine generative KI-Assistenz im Kernprodukt. Im Marktvergleich zu Benchling, das KI-gestützte Workflows aktiv ausbaut, hinkt LabArchives hier hinterher. Wir bewerten das Tool entsprechend zurückhaltend.

Oberfläche wirkt konservativ. Das Tool funktioniert, aber es fühlt sich wie ein 2018er-Webprodukt an: viele Modaldialoge, eine sehr verzeigte Menüstruktur, Drag-and-Drop, das funktioniert, aber nicht überrascht. Moderne ELNs wie Benchling oder neuere Konkurrenten setzen auf eine klarere, blockbasierte Erlebniswelt, wer von dort kommt, empfindet LabArchives als spürbar antiquierter.

US-Datenhosting ohne EU-Region. Die Server stehen in den USA. Für deutsche Hochschulen, die DSGVO-konform und idealerweise mit EU-Hosting arbeiten wollen, ist das ein echtes Hindernis, insbesondere, wenn personenbezogene Daten (klinische Forschung) oder besonders schutzwürdige Forschungsdaten verarbeitet werden. Eine native EU-Region gibt es nicht; einen AVV erhalten Enterprise-Kunden auf Anfrage.

Mobile App bleibt zweite Reihe. Funktional, aber weniger durchdacht als die Web-App. Wer im Labor häufig vom Tablet aus dokumentieren will, stößt regelmäßig an Grenzen, etwa beim Hochladen größerer Bilder oder beim parallelen Bearbeiten mehrerer Notebooks. Für reine Lese-Workflows reicht es, für aktives Eintragen weniger.

Kein deutschsprachiger Support. Dokumentation, Webinare und Customer Success laufen auf Englisch. Für etablierte Forschungsteams kein Hindernis, für KMU mit nicht-englischsprachigem Laborpersonal aber eine Hürde, gerade beim Onboarding und bei der Schulung von Compliance-Workflows.

Geräte-Integration schwächer als spezialisierte LIMS. LabArchives ist konzeptionell ein Notebook, nicht ein Laborinformations- und Management-System. Wer mit vielen Messgeräten, automatisierten Probenlinien und LIMS-typischen Workflows arbeitet, bekommt mit LabWare LIMS, IDBS Polar oder Agilent OpenLAB CDS tiefere Integration und mehr Automatisierung.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Ein moderneres ELN mit aktiven KI-Funktionen und Bioregistry willstBenchling
Ein vollwertiges LIMS mit Geräte-Integration brauchstLabWare LIMS
Im Pharma-R&D mit Workflow-Plattform arbeitestIDBS Polar
Chromatografie- und Analytik-Daten zentral verwalten willstAgilent OpenLAB CDS
Ein deutsches LIMS mit lokalem Support suchstWinLIMS

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: eLabFTW (Open Source, sehr verbreitet an europäischen Hochschulen, selbst hostbar), RSpace (britischer Anbieter mit EU-Optionen), Signals Notebook von PerkinElmer (für Pharma-Labore), Labguru (kompakte ELN-Suite) und PaperLab/PaperHive für reine Notiz-Anwendungsfälle. LabArchives’ Stärke ist nicht Innovation, sondern Stabilität und Marktreichweite, die Frage „Welches ELN passt zu uns?” beantwortet sich oft nicht über Features, sondern über die Frage, welches System die Mit-Universität ohnehin schon einsetzt.

So steigst du ein

Schritt 1: Registriere dich für den Free-Plan auf labarchives.com, keine Kreditkarte nötig. Prüfe vorab, ob deine Institution eine Campus-Lizenz hat (häufig auf der Bibliotheks- oder IT-Webseite der Hochschule auffindbar). Mit institutioneller Anmeldung bekommst du in der Regel automatisch Professional-Funktionen ohne Eigenkosten, das ist der unterschätzteste Hebel beim Einstieg.

Schritt 2: Lege ein erstes Notebook für ein laufendes Projekt an und übertrage zwei bis drei Wochen Arbeit. Nutze Templates für wiederkehrende Versuche, lade Bilder, Tabellen und Rohdaten direkt in die Einträge und definiere die Signatur- und Witness-Workflows, falls Compliance relevant ist. Wer hier sauber aufsetzt, erspart sich später aufwendige Strukturanpassungen.

Schritt 3: Integriere die Tools, die dein Labor ohnehin nutzt, SnapGene für Plasmid-Karten, GraphPad Prism für Statistik, Microsoft 365 für Dokumente, ggf. Proofig für Bildintegrität. Aktiviere für regulierte Arbeit elektronische Signaturen und schule das Team kurz auf den Audit-Trail. Erst dann lohnt sich der Schritt zum Bezahlplan oder zum institutionellen Roll-out.

Ein konkretes Beispiel

Eine biomedizinische Forschungsgruppe an einer deutschen Universität (Lehrstuhl Molekulare Onkologie, 14 Doktoranden und Postdocs) löst die bisherige Papierdokumentation und verstreute OneNote-Notebooks durch eine LabArchives-Site-Lizenz der Universität ab. Jede Doktorandin bekommt eine eigene Notebook-Struktur, die Templates für die Standardversuche (Western Blot, Zellkultur, qPCR) werden im Lehrstuhl gemeinsam definiert. Bilder von Western Blots laufen vor Publikationen durch die Proofig-Integration. Audit-Relevanz ist begrenzt (keine GxP-Arbeit), aber der saubere Versionsverlauf hilft beim jährlichen Sicherheitsbericht und bei DFG-Begutachtungen. Der spürbare Mehrwert liegt nicht in KI-Magie, sondern in drei nachvollziehbaren Effekten: Wechselt ein Postdoc den Lehrstuhl, sind seine Daten weiter zugänglich; Bilder verschwinden nicht mehr in Festplatten-Sumpf; und der Lehrstuhlleiter kann ohne Termin-Stress in zwei Klicks nachvollziehen, woran ein Mitglied vor sechs Monaten gearbeitet hat. Wirklicher Zeitgewinn: unklar; wirklicher Qualitätsgewinn: spürbar.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: USA. Eine native EU-Region existiert nicht. Anbieter ist LabArchives, LLC mit Sitz in den USA.
  • Compliance-Stack: SOC 2 Type II, ISO 27001, HIPAA, 21 CFR Part 11, FedRAMP. Nach Anbieterangaben auch GDPR-konform, was bei US-Hosting allerdings stets eine Frage der Vertragsgestaltung und der Standardvertragsklauseln bleibt.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für Enterprise-Kunden auf Anfrage verfügbar. Im Free- und Professional-Plan ist kein AVV vorgesehen, für DSGVO-pflichtige Verarbeitung daher nicht ohne Weiteres geeignet.
  • Datennutzung für KI-Training: LabArchives nutzt Notebook-Daten nach Anbieterangaben nicht für eigenes KI-Training. Die Proofig-Integration wird auf einem separaten Verarbeitungspfad gefahren, wer sie nutzt, akzeptiert die jeweiligen Proofig-Datenschutzbedingungen zusätzlich.
  • Empfehlung für deutsche Forschung: Vor Einsatz für personenbezogene Daten (klinische Forschung, Probandeninformationen) eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen und mit der Stabsstelle Datenschutz der Institution abstimmen. Für rein präklinische, nicht-personenbezogene Forschung ist LabArchives nutzbar, für klinische Studien ist eine alternative Lösung mit EU-Hosting (z. B. eLabFTW selbst gehostet) oft die robustere Wahl.

Gut kombiniert mit

  • Benchling, beide ELNs werden gelegentlich parallel betrieben: LabArchives als institutionelles Compliance-Notebook, Benchling als modernes Werkzeug für ausgewählte Arbeitsgruppen mit Molekularbiologie-Schwerpunkt und Bioregistry-Bedarf. Der Doppelbetrieb ist nicht ideal, kommt in der Praxis aber häufig vor.
  • LabWare LIMS, wenn das ELN als Schreibwerkzeug bleibt und das LIMS die Sample- und Geräteverwaltung übernimmt, ist die Kombination komplementär. Datenfluss läuft über Export/Import oder API.
  • Perplexity, ergänzt LabArchives bei der Literaturrecherche und Hypothesenvorbereitung. Was Perplexity an Quellen liefert, lässt sich als PDF-Anhang oder zitierter Hinweis im Notebook festhalten, die KI-Komponente, die LabArchives selbst nicht mitbringt, wird so vorgelagert ergänzt.

Unser Testurteil

LabArchives verdient 3 von 5 Sternen. Als ELN ist es solide, ausgereift und marktbreit verankert, vor allem im akademischen Umfeld ist die Verbreitung beeindruckend, und der Compliance-Stack (21 CFR Part 11, HIPAA, FedRAMP) ist im Markt schwer zu schlagen. Die freie Stufe ist ein echter Pluspunkt, das akademische Pricing fair. Sterne kosten allerdings: das veraltete Look-and-Feel, die fehlende EU-Region, der schwache KI-Anteil und der englischsprachige Support. In einer Welt, in der ELNs zunehmend KI-Assistenz, generative Versuchsplanung und intelligente Datenauswertung anbieten, bleibt LabArchives bewusst klassisch. Für regulierte Arbeit, für Hochschulen mit bestehender Lizenz und für budgetbewusste Teams ist das eine vertretbare Wahl, wer auf Innovation und KI-Tiefe setzt, sollte ernsthaft Benchling oder eine LIMS-Plattform prüfen.

Was wir bemerkt haben

  • Mai 2026, Die Proofig-Integration ist nach unserem Eindruck die einzige nennenswerte KI-Komponente von LabArchives und betrifft nur Bildintegritätsprüfung. Im breiten ELN-Marktvergleich ist das wenig, andere Anbieter haben generative Versuchsplanung und automatische Zusammenfassungen längst integriert.
  • 2024–2026, Während Benchling seinen Free-Plan deutlich beschnitten hat, hält LabArchives an seinem kostenlosen Einsteiger-Plan (2 Notebooks, 1 GB) konsequent fest. Das ist im ELN-Markt mittlerweile eine Seltenheit und ein klarer Differenzierungspunkt für einzelne Forscher und kleine Gruppen.
  • Mai 2026, Eine native EU-Region gibt es weiterhin nicht. Wer DSGVO-pflichtige Daten verarbeitet, muss entweder den Enterprise-AVV-Pfad gehen oder auf europäische Alternativen (eLabFTW, RSpace) ausweichen, die institutionelle Beschaffung in Deutschland macht hier traditionell vorsichtige Bögen um US-Hosting im Forschungskontext.
  • 2025, LabArchives hat seinen FedRAMP-Status weiter ausgebaut und richtet sich verstärkt an US-Bundesbehörden und behördennahe Forschung. Für den deutschen Markt hat das wenig praktische Bedeutung, zeigt aber, wo das Produkt strategisch wachsen will.

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