Agilent OpenLab CDS
Agilent Technologies, Inc.
Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.
Tool öffnenAgilent OpenLab CDS ist das Chromatographie-Datensystem (CDS) von Agilent und direkte Konkurrenz zu Waters Empower. Es vereint Agilent LC, GC, Single-Quad-LC/MS, LC/TOF und LC/Q-TOF sowie Fremdgeräte in einer Oberfläche, bietet revisionssichere Datenablage mit technischen Kontrollen für FDA 21 CFR Part 11 und EU Annex 11 und integriert Reporting-Funktionen für regulierte Umgebungen. Die Software wird on-premise oder in der kundeneigenen Cloud (AWS, Azure) betrieben, nicht als von Agilent gehostete SaaS.
Kosten: Kein öffentlicher Listenpreis. Erwerb über 'Request Quote' beim Agilent-Vertrieb; Lizenzierung nach Deployment-Modell (Workstation, Workstation Plus, Client/Server) und Instrumentenzahl. Add-Ons (z. B. Sample Scheduler, Deconvolution, MAM) werden separat lizenziert, Wartung/Support und Qualifizierungs-Services kommen hinzu. Konkrete Beträge veröffentlicht Agilent nicht.
Kategorien
Stärken
- Herstellerübergreifende Steuerung: Agilent LC, GC, Single-Quad-LC/MS, LC/TOF und LC/Q-TOF sowie Non-Agilent LC, GC und IC aus einer Oberfläche
- Anpassbares Reporting mit konfigurierbaren Berechnungen und Vorlagen direkt aus dem System
- Datenintegrität und Compliance-Kontrollen für FDA 21 CFR Part 11, EU Annex 11, GAMP 5, ISO/IEC 17025 und EPA 40 CFR Part 160
- Automatisierte Migrationswerkzeuge aus ChemStation, EZChrom und Galaxie sowie Qualifizierungs- und Test-Services von Agilent
- Skalierbare Client/Server-Architektur mit OpenLab Server/ECM XT für zentrale Datenhaltung; Cloud-Bereitstellung auf AWS und Azure möglich
Einschränkungen
- Keine dokumentierten KI-/ML-Auswertefunktionen; die Peak-Verarbeitung setzt auf klassische, validierbare Algorithmen
- Komplexe Konfiguration bei heterogener Instrumentenlandschaft; die Tiefe der Fremdgeräte-Steuerung variiert je Gerät
- Keine Preistransparenz: ausschließlich individuelle Angebote über den Vertrieb
- Cloud-Betrieb nur als kundenverwaltete IaaS (AWS/Azure), keine schlüsselfertige Agilent-SaaS
- Wechsel von oder zu Waters Empower bedeutet erheblichen Validierungs- und Migrationsaufwand
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du betreibst überwiegend Agilent-Instrumente und willst native Steuerung aus einer Oberfläche
- Du brauchst GMP-konforme Datenhaltung mit technischen Kontrollen für 21 CFR Part 11 und EU Annex 11
- Du willst HPLC und GC parallel in einem CDS verwalten
- Du planst die Konsolidierung mehrerer Standorte über OpenLab Server
Wann nein
- Dein Labor läuft schon stabil auf Waters Empower, der Wechselaufwand übersteigt den Nutzen
- Du brauchst moderne KI-gestützte Peak-Erkennung und Anomaliedetektion out of the box
- Du arbeitest in einem reinen Forschungslabor ohne GMP-Anforderungen, ein leichtgewichtigeres CDS reicht
- Du willst transparente Listenpreise vor dem Kauf vergleichen
Kurzfazit
OpenLab CDS ist Agilents Antwort auf Waters Empower und der zweite große Standard in der regulierten Chromatographie. Die Software glänzt bei nativer Steuerung von Agilent-Instrumenten, herstellerübergreifender Geräteanbindung und revisionssicherer Datenablage für GMP-Umgebungen. Wer mehrheitlich Agilent-Geräte betreibt, bekommt hier das passgenaueste CDS am Markt. Schwächen: Ein dokumentiertes KI- oder Machine-Learning-Modul für Peak-Analyse gibt es nicht, wer moderne ML-Auswertung erwartet, muss Zusatzsysteme dazuholen. Solide 4 Sterne für ein technisch ausgereiftes System, das in seinem Segment zuverlässig liefert, aber beim Innovationsthema KI-Auswertung bewusst zurückhaltend bleibt.
Für wen ist Agilent OpenLab CDS?
Pharma- und Biotech-Labore mit GMP-Pflicht: Wer in der Qualitätskontrolle von Arzneimitteln oder Wirkstoffen arbeitet, braucht ein CDS mit Audit-Trail, elektronischer Signatur, lückenloser Datenintegrität und dokumentierter Qualifizierung. OpenLab CDS liefert die technischen Kontrollen dafür und eine Architektur, die auf Behördeninspektionen (FDA, EMA) ausgelegt ist.
Multi-Methoden-Labore in Chemie und Lebensmittelanalytik: Wenn HPLC, GC und LC/MS parallel laufen sollen, ist OpenLab CDS eine der wenigen Plattformen, die diese Techniken in einer einheitlichen Oberfläche steuert. Methodenpflege, Sequenzplanung und Reporting laufen über dasselbe Frontend, das spart Schulungsaufwand und reduziert Medienbrüche.
Auftragslabore mit heterogenem Geräte-Park: Wer neben Agilent auch Fremdgeräte betreibt, nutzt OpenLabs herstellerübergreifende Steuerung für Non-Agilent LC, GC und IC. Das ist ein Agilent-spezifischer Vorteil gegenüber Waters Empower, dessen Drittanbieter-Anbindung historisch schwächer ausgebaut ist. Die Tiefe der Fremdgeräte-Anbindung sollte im Einzelfall mit Agilent abgeglichen werden.
Konzerne mit mehreren Standorten: OpenLab Server und ECM XT bringen zentrale Datenhaltung, standortübergreifende Methodenverwaltung und Compliance-Governance über mehrere Werke hinweg. Für Pharma-Konzerne, die Methoden zwischen F&E, Pilotanlage und Produktion austauschen, ist das ein konkreter Hebel.
Weniger geeignet für: Reine Forschungslabore ohne GMP-Anforderungen (zu schwer für den Use Case), Labore mit homogenem Waters-Park (Empower bleibt dort die naheliegende Wahl), kleine Auftragslabore mit ein bis zwei Geräten (die Lizenz- und Validierungskosten amortisieren sich nicht) und alle, die moderne KI-Auswertung als Kernfunktion erwarten, das ist nicht der Fokus dieser Plattform.
Preise im Detail
Agilent veröffentlicht keine Listenpreise für OpenLab CDS. Der Erwerb läuft über ein individuelles Angebot (“Request Quote”) beim Agilent-Vertrieb. Die folgende Übersicht zeigt die Kostenstruktur, nicht bezifferte Beträge, weil Agilent diese nicht öffentlich macht.
| Kostenposition | Wovon sie abhängt |
|---|---|
| Software-Lizenz | Deployment-Modell (Workstation, Workstation Plus, Client/Server, Virtualization) und Zahl der angebundenen Instrumente |
| Add-Ons | Separat lizenzierte Zusatzmodule wie Sample Scheduler, MS Spectral Deconvolution, MatchCompare, GPC/SEC, MAM for OpenLab CDS |
| Datenmanagement | OpenLab Server, ECM XT oder ECM für zentrale, revisionssichere Datenhaltung |
| Wartung & Support | Laufendes Support- und Update-Abonnement über Agilent CrossLab |
| Qualifizierung | Vor-Ort- und Test-Services zur dokumentierten Software-Qualifizierung |
Einordnung: OpenLab CDS ist ein klassisches Enterprise-Software-Produkt mit individuellem Angebot. Wer belastbare Zahlen will, muss mit dem Agilent-Vertrieb sprechen, es gibt keinen Online-Konfigurator und keine Self-Service-Preisliste. Die größten Kostenblöcke liegen erfahrungsgemäß nicht in der Lizenz allein, sondern in Qualifizierung, Schulung und Betrieb. Wer das CDS einführt, sollte ein Budget für mehrere Monate Implementierung einplanen, gerade bei Multi-Site-Installationen mit OpenLab Server. Konkrete Euro-Beträge nennen wir hier bewusst nicht, weil sie von Agilent nicht veröffentlicht werden und stark vom Umfang abhängen.
Stärken im Detail
Native Steuerung der Agilent-Welt. Wer Agilent LC, GC, Single-Quad-LC/MS sowie LC/TOF und LC/Q-TOF betreibt, bekommt mit OpenLab CDS die direkteste Geräteanbindung am Markt. Instrumentensteuerung, Datenerfassung und Reporting laufen in einer Oberfläche, das ist der Heimvorteil, den Agilent gegenüber Empower konsequent ausspielt. Hochauflösende Massenspektrometrie deckt OpenLab CDS seit Version 3.0 mit nativer Q-TOF/TOF-Erfassung ab; Triple-Quad-Systeme (QQQ) liefen historisch über MassHunter.
Herstellerübergreifende Steuerung. OpenLab CDS steuert neben Agilent-Geräten auch Non-Agilent LC, GC und IC. Für historisch heterogen gewachsene Labore ist das ein Differenzierungspunkt gegenüber Waters Empower und ein häufiger Migrationsgrund. Die Tiefe der Fremdgeräte-Anbindung variiert allerdings je Gerät und Hersteller, ältere OpenLab-Versionen boten hier nur eingeschränkte Steuerung. Eine konkrete Geräteliste sollte vor dem Kauf mit Agilent abgeglichen werden.
Reporting direkt aus dem System. OpenLab CDS erlaubt anpassbare Berechnungen, Datenanalyse und vollständig formatierte Berichte direkt aus dem System. Vorlagen lassen sich versioniert ablegen und nach erfolgter Verifizierung in der Produktionsumgebung nutzen. Wer GMP-konforme Prüfberichte generieren muss, spart sich den Umweg über Excel-Exporte.
Compliance-Kontrollen aus einem Guss. Zugriffsbeschränkung, Schutz der Datensätze, dokumentierte Audit-Trail-Reviews, elektronische Signatur und durchgängige Zuordnung von Arbeitsschritten sind laut Agilent Plattform-Standard. Die Software adressiert damit FDA 21 CFR Part 11, EU Annex 11, GAMP 5, ISO/IEC 17025 und EPA 40 CFR Part 160. Das ist in einer FDA-Inspektion harte Währung.
Skalierbare Client/Server-Architektur. OpenLab Server, ECM XT und ECM zentralisieren Daten, Methoden und Benutzerverwaltung über Standorte hinweg. Cloud-Bereitstellungen unterstützt Agilent auf Amazon Web Services und Microsoft Azure, allerdings als kundenverwaltete Installation in der eigenen Cloud-Umgebung, nicht als von Agilent betriebene SaaS. Für Konzerne mit mehreren Standorten ist die zentrale Architektur die Voraussetzung für konsistente Methodenführung und globale Inspektionsbereitschaft.
Qualifizierung und Test-Services vom Hersteller. Agilent bietet automatisierte Qualifizierungs- und Test-Services sowie Vor-Ort-Services, mit denen sich Installation und Funktion der Software dokumentiert überprüfen lassen. Das reduziert den internen Validierungsaufwand und ist in Inspektionen anerkannt. GAMP 5 ist einer der von Agilent adressierten Standards.
Schwächen ehrlich betrachtet
Keine dokumentierte KI-Auswertung. Agilent beschreibt für OpenLab CDS Werkzeuge wie den Integration Optimizer und erweiterte Datenanalyse, aber kein KI- oder Machine-Learning-Modul. Wettbewerber bewerben zunehmend intelligente oder algorithmisch gestützte Peak-Verarbeitung; wer moderne ML-gestützte Auswertung (automatische Klassifikation von Verunreinigungen, Trendanalysen über Batches, Predictive Maintenance) erwartet, muss auf Zusatzsysteme oder externe Datenplattformen ausweichen. OpenLab CDS ist ein Datensystem mit Reporting, kein KI-Auswertungswerkzeug.
Konfigurationsaufwand bei heterogenen Setups. Wer mehrere Hersteller in einem Labor integrieren will, kämpft mit Treiber-Versionen, Firmware-Inkompatibilitäten und Method-Translation-Edge-Cases. Die herstellerübergreifende Steuerung funktioniert prinzipiell, aber sie braucht erfahrene CDS-Administratoren, und nicht jedes Detail eines Fremdgeräts ist 1:1 abgebildet.
Wechselkosten bei Migration sind enorm. Wer von Waters Empower auf OpenLab (oder umgekehrt) wechselt, steht vor vielen Monaten Projektarbeit: Methodenmigration, Re-Validierung aller Prüfmethoden, Schulung der Anwender, Datenmigration historischer Chromatogramme. Die Lizenzkosten sind dabei oft die kleinste Position. Diese Schwelle ist so hoch, dass viele Labore beim einmal eingeführten System bleiben, selbst wenn das andere theoretisch besser passen würde.
Preisintransparenz. Keine öffentlichen Listenpreise, keine Self-Service-Konfiguration, kein Online-Konfigurator. Jedes Angebot ist individuell, jede Verhandlung ein eigener Prozess. Für kleinere Labore ist das eine echte Hürde, wer nicht den Apparat hat, mit dem Agilent-Vertrieb mehrfach zu sprechen, bekommt kein realistisches Bild der Kosten.
Schulungsaufwand für Anwender. Die Oberfläche ist mächtig, aber nicht selbsterklärend. Neue Anwender brauchen typischerweise eine mehrtägige Einarbeitung, bevor sie produktiv arbeiten können. Bei hoher Personalfluktuation im Labor (häufig in Auftragslaboren) ist das ein laufender Kostenfaktor. Agilent liefert dafür On-Demand-Lernwerkzeuge mit.
Cloud nur als kundenverwaltete IaaS. OpenLab CDS und ECM XT laufen auf AWS und Azure, aber der Kunde betreibt und verantwortet die Umgebung selbst. Eine schlüsselfertige, von Agilent betriebene Multi-Tenant-SaaS gibt es nicht. Für regulierte Branchen ist diese Zurückhaltung nachvollziehbar, wer eine sofort nutzbare Cloud-First-Lösung ohne eigenen Betriebsaufwand erwartet, ist anderswo besser bedient.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Den Marktstandard im Pharma-QC willst | Waters Empower |
| Eine breit aufgestellte CDS-Alternative suchst | Thermo Chromeleon |
| Ein vollständiges LIMS mit CDS-Anbindung brauchst | LabVantage LIMS |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Shimadzu LabSolutions (für reine Shimadzu-Labore die naheliegende Wahl), OpenChrom (Open-Source-CDS für Forschungslabore ohne GMP-Anforderungen) sowie Agilents eigene Legacy-Systeme ChemStation und EZChrom, aus denen OpenLab CDS Daten und Methoden migrieren kann. OpenLab CDS ist die richtige Wahl, wenn der Geräte-Park überwiegend Agilent ist oder wenn Multi-Vendor-Integration zwingend gebraucht wird. Wer in einer Waters-Welt sitzt, bleibt meist bei Empower, die Migrationskosten rechtfertigen den Wechsel selten.
So steigst du ein
Schritt 1: Demo und Evaluation bei Agilent anfragen, am besten gemeinsam mit dem Instrumentenverantwortlichen im Labor. Wichtige Frage: Welche Instrumente (Hersteller, Modelle) müssen angebunden werden? Bring eine vollständige Liste mit Firmware-Ständen mit, das spart später Wochen Klärungsaufwand bei der Treiber-Kompatibilität, gerade bei Fremdgeräten.
Schritt 2: Deployment- und Qualifizierungsumfang festlegen. Für eine einfache Workstation-Installation (ein Gerät, ein Methoden-Set) ist ein überschaubarer Zeitrahmen realistisch. Für eine Client/Server-Installation mit OpenLab Server über mehrere Standorte solltest du deutlich mehr Zeit einplanen, inklusive interner Schulungen, SOPs und User Acceptance Testing. Agilent bietet dafür Qualifizierungs- und Test-Services an.
Schritt 3: Reporting-Vorlagen konfigurieren. OpenLab CDS bietet mächtige, aber konfigurationsintensive Reporting-Funktionen. Wer GMP-konforme Berichte direkt aus dem System generieren will, muss Vorlagen einmalig aufbauen, dieser Aufwand zahlt sich über Monate hinweg aus. Plane dafür eine dedizierte Person ein (intern oder als Agilent-Consultant).
Ein konkretes Beispiel
Ein typisches Szenario: Ein deutsches Spezialchemieunternehmen (ca. 200 Mitarbeitende) setzt OpenLab CDS für rund ein Dutzend HPLC-Systeme unterschiedlicher Hersteller ein. Die zentrale Stärke: Agilent- und Fremdgeräte laufen gemeinsam in einer einheitlichen Oberfläche. Nach der Einführung werden Sequenzen automatisch prozessiert und direkt in das LIMS übertragen, manuelle Dateneingabe entfällt weitgehend. Der spürbare Effekt liegt in der freigewordenen Analytiker-Zeit im QC-Labor und in reduzierten Auditkosten, weil die Datenintegrität dokumentiert und nachvollziehbar ist. Die Investition (Lizenz, Qualifizierung, Schulung) ist ein mehrjähriges Projekt, das sich vor allem über den geringeren manuellen Aufwand und die Inspektionsbereitschaft rechnet. Die genannten Zahlen sind illustrativ, kein von Agilent dokumentierter Referenzkunde.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: On-premise oder in der kundeneigenen Cloud. Agilent nennt Amazon Web Services und Microsoft Azure als unterstützte Cloud-Umgebungen für OpenLab CDS und ECM XT. Der Betrieb erfolgt nicht durch Agilent, der Betreiber bestimmt Speicherort und Region selbst. Ein von Agilent garantiertes EU-Hosting gibt es nicht.
- Anbieter: Agilent Technologies, Inc., Sitz 5301 Stevens Creek Blvd., Santa Clara, Kalifornien, USA. US-Mutterkonzern. Werden für den Cloud-Betrieb US-Regionen oder US-Cloud-Anbieter (AWS, Azure) genutzt, ist der CLOUD Act zu berücksichtigen; beim On-Prem-Betrieb im eigenen Rechenzentrum entfällt dieser Punkt.
- Stärke durch Selbstkontrolle: Beim On-Prem-Betrieb bleiben Chromatogramme, Methoden und Rohdaten im eigenen Netz. Die volle Datenhoheit und eine Speicherung in Deutschland oder der EU liegen damit in der Hand des Betreibers, nicht des Herstellers, das ist der entscheidende DSGVO-Vorteil dieser Architektur.
- Datennutzung: Im On-Prem-Betrieb ist keine Übertragung von Messdaten an Agilent dokumentiert. Für Support- und Diagnose-Funktionen sollten die konkreten Datenflüsse im Angebot geprüft werden.
- Compliance-Standards: FDA 21 CFR Part 11, EU Annex 11, GAMP 5, ISO/IEC 17025 und EPA 40 CFR Part 160 werden laut Agilent durch technische Kontrollen adressiert.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für Service- und Cloud-Komponenten mit Agilent-Beteiligung beim Vertrieb anzufragen; im reinen On-Prem-Betrieb ohne Agilent-Datenzugriff regelmäßig nicht erforderlich.
- Empfehlung für Unternehmen: Für GMP-pflichtige Labore ist der On-Prem-Betrieb der datenschutzfreundlichste Pfad, weil die Datenhoheit vollständig beim Betreiber bleibt. Wer OpenLab in AWS oder Azure betreibt, sollte Region und Vertragsgestaltung bewusst wählen und die DSGVO-Konformität des Cloud-Setups selbst verantworten.
Gut kombiniert mit
- LabVantage LIMS: herstellerneutrales LIMS mit etablierter Schnittstelle zu Chromatographie-Datensystemen. Praktisch für Labore, die mehrere CDS parallel betreiben und ein gemeinsames LIMS darüber legen wollen. Sequenzplanung im LIMS, Ausführung im CDS, Ergebnisrückführung automatisch.
- Agilent SLIMS: Agilents eigenes LIMS/ELN mit enger Anbindung an die OpenLab-Welt. Der konsequenteste Workflow für Agilent-zentrierte Labore, allerdings mit deutlicher Hersteller-Bindung. Umfang und Tiefe der Integration sollten im Angebot geprüft werden.
- TetraScience: wenn Chromatogramme aus OpenLab als strukturierte Daten in eine zentrale Datenplattform fließen sollen, übernimmt eine solche Plattform die Vereinheitlichung über Geräte- und CDS-Grenzen hinweg. Sinnvoll für Konzerne, die mehrere CDS-Systeme parallel betreiben.
Unser Fazit
OpenLab CDS verdient 4 von 5 Sternen. Es ist ein technisch ausgereiftes, regulatorisch belastbares Chromatographie-Datensystem mit der besten Agilent-Geräteanbindung am Markt und einer breiten Multi-Vendor-Unterstützung für Non-Agilent LC, GC und IC. Wer Agilent-Hardware betreibt oder herstellerübergreifend konsolidieren will, findet hier den richtigen Partner. Den fünften Stern verliert das Produkt durch das Fehlen eines dokumentierten KI-Auswertungsmoduls, die hohe Konfigurations- und Qualifizierungsschwelle, die fehlende Preistransparenz und den Umstand, dass Cloud-Betrieb nur als kundenverwaltete IaaS und nicht als schlüsselfertige Agilent-SaaS verfügbar ist. Für sein Kernsegment, regulierte chromatographische Datenverwaltung in Pharma, Chemie und Lebensmittel, bleibt OpenLab CDS eine der beiden klaren Erstwahl-Optionen neben Waters Empower.
Was wir bemerkt haben
- Juli 2026: Faktenprüfung gegen Agilents eigene Quellen. Das Datenhaltung-Badge wurde von EU auf global korrigiert. Agilent ist ein US-Unternehmen mit Sitz in Santa Clara (Kalifornien), OpenLab CDS läuft on-premise oder in der kundeneigenen AWS-/Azure-Umgebung, ein von Agilent garantiertes EU-Hosting existiert nicht. Zusätzlich wurden erfundene Listenpreise, nicht belegbare Fremdgeräte-Modelle und ein falsch zugeordnetes Massenspektrometer entfernt.
- Mai 2026: OpenLab CDS 3.0 veröffentlicht. Das Release bringt native Q-TOF/TOF-Erfassung und vereint LC/MS- und LC-HRMS-Workflows in einer Umgebung (Quelle: Agilent-Produktseite, News vom 15. Mai 2026).
- 2024/2025: Agilent unterstützt Cloud-Bereitstellungen von OpenLab CDS und ECM XT auf Amazon Web Services und Microsoft Azure. Das bleibt eine kundenverwaltete Installation, eine von Agilent betriebene Multi-Tenant-SaaS gibt es weiterhin nicht.
- Laufend: KI-gestützte Peak-Auswertung ist in OpenLab CDS nicht dokumentiert. Agilent setzt bewusst auf klassische, validierbare Algorithmen, was in regulierten Umgebungen nachvollziehbar ist, gegenüber dem KI-Marketing anderer Anbieter aber als Innovationslücke wahrgenommen werden kann.
Quellen
- Agilent - OpenLab CDS Produktseite. https://www.agilent.com/en/product/software-informatics/analytical-software-suite/chromatography-data-systems/openlab-cds (abgerufen am 2026-07-24). Produktname OpenLab CDS, Software-Version 3.0, Deployment-Modelle Workstation, Workstation Plus, Client/Server und Virtualization, Datenmanagement via OpenLab Server/ECM XT/ECM, unterstützte Instrumente Agilent LC/GC/LC-MS SQ/GC-MS SQ/LC-TOF/LC-Q-TOF sowie Non-Agilent LC, GC und IC.
- Agilent - OpenLab CDS: Data integrity and compliance. https://www.agilent.com/en/product/software-informatics/analytical-software-suite/chromatography-data-systems/openlab-cds (abgerufen am 2026-07-24). Compliance-Standards FDA 21 CFR Part 11, EU Annex 11, GAMP5 sowie ISO/IEC 17025 und EPA 40 CFR Part 160; technische Kontrollen für Zugriffssteuerung, Audit-Trail-Review und elektronische Signatur.
- Agilent - OpenLab CDS: Cloud, Preismodell und Firmensitz. https://www.agilent.com/en/product/software-informatics/analytical-software-suite/chromatography-data-systems/openlab-cds (abgerufen am 2026-07-24). Cloud-Bereitstellung von OpenLab CDS und ECM XT auf Amazon Web Services und Microsoft Azure (kundenverwaltet); kein öffentlicher Listenpreis ('Request Quote'); Firmensitz Agilent Technologies, Inc., 5301 Stevens Creek Blvd., Santa Clara, CA 95051, USA.
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