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Agilent OpenLAB CDS

Agilent Technologies

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Agilent OpenLAB CDS ist das Chromatographie-Datensystem (CDS) von Agilent und direkte Konkurrenz zu Waters Empower. Es verwaltet HPLC-, GC- und LC/MS-Daten in einem einheitlichen System, bietet revisionssichere Datenablage nach 21 CFR Part 11 und EU GMP Annex 11 und integriert Reporting-Funktionen für GMP-Umgebungen. Eine Stärke: native Steuerung von Agilent-Instrumenten aus einer einzigen Oberfläche.

Kosten: Individuelle Lizenzierung; Einzel- und Netzwerklizenzen verfügbar. Keine öffentlichen Listenpreise — Anfrage beim Agilent-Vertrieb erforderlich. In der Praxis vergleichbar mit Waters Empower im Preisbereich (ca. 8.000–15.000 EUR Erstlizenz pro Instrument, plus jährliche Wartung).

Stärken

  • Herstellerübergreifend — steuert Agilent LC, GC, MS und Geräte anderer Anbieter aus einer Oberfläche
  • Intelligentes Reporting mit konfigurierbaren Berechnungen und anpassbaren Vorlagen
  • Vollständige GMP-Compliance mit Audit-Trail, elektronischer Signatur und Zugriffssteuerung
  • IQ/OQ/PQ-Validierungspakete direkt von Agilent verfügbar
  • Cloud-fähige Architektur (OpenLAB Server) für zentrale Datenverwaltung über mehrere Standorte

Einschränkungen

  • Präzise Integration von KI-gestützter Peak-Analyse erfordert Zusatzmodule oder externe Tools
  • Komplexe Konfiguration bei heterogener Instrumentenlandschaft (mehrere Hersteller gleichzeitig)
  • Preistransparenz wie bei allen CDS-Systemen eingeschränkt — individuelle Angebote erforderlich
  • Wechsel von Empower zu OpenLAB (oder umgekehrt) bedeutet erheblichen Validierungsaufwand

Passt gut zu

Labore mit überwiegend Agilent HPLC-, GC- oder LC/MS-Instrumenten Multi-Methoden-Labore mit GC und HPLC gleichzeitig Unternehmen, die herstellerübergreifende Instrumentensteuerung aus einer Software wollen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du betreibst überwiegend Agilent-Instrumente und willst native Steuerung aus einer Oberfläche
  • Du brauchst GMP-konforme Datenhaltung mit 21 CFR Part 11 und EU GMP Annex 11
  • Du willst HPLC und GC parallel in einem CDS verwalten
  • Du planst die Konsolidierung mehrerer Standorte über OpenLAB Server

Wann nein

  • Dein Labor läuft schon stabil auf Waters Empower — der Wechselaufwand übersteigt den Nutzen
  • Du brauchst moderne KI-gestützte Peak-Erkennung und Anomaliedetektion out of the box
  • Du arbeitest in einem reinen Forschungslabor ohne GMP-Anforderungen — ein leichtgewichtigeres CDS reicht
  • Du willst transparente Listenpreise vor dem Kauf vergleichen

Kurzfazit

OpenLAB CDS ist Agilents Antwort auf Waters Empower und der zweite große Standard in der regulierten Chromatographie. Die Software glänzt bei nativer Steuerung von Agilent-Instrumenten, herstellerübergreifender Geräteanbindung und revisionssicherer Datenablage für GMP-Umgebungen. Wer mehrheitlich Agilent-Geräte betreibt, bekommt hier das passgenaueste CDS am Markt. Schwächen: KI-gestützte Peak-Analyse und Anomaliedetektion sind nicht der Schwerpunkt — wer moderne Machine-Learning-Auswertung erwartet, muss Zusatzmodule oder externe Tools dazuholen. Solide 4 Sterne für ein technisch ausgereiftes System, das in seinem Segment zuverlässig liefert, aber bei Innovationsthemen wie KI-Auswertung hinterherläuft.

Für wen ist Agilent OpenLAB CDS?

Pharma- und Biotech-Labore mit GMP-Pflicht: Wer in der Qualitätskontrolle von Arzneimitteln oder Wirkstoffen arbeitet, braucht ein CDS mit Audit-Trail, elektronischer Signatur, lückenloser Datenintegrität nach ALCOA+ und einem Validierungspaket vom Hersteller. OpenLAB CDS liefert das — mit IQ/OQ/PQ-Services direkt von Agilent und einer Architektur, die für Behördeninspektionen (FDA, EMA) ausgelegt ist.

Multi-Methoden-Labore in Chemie und Lebensmittelanalytik: Wenn HPLC, GC und LC/MS parallel laufen sollen, ist OpenLAB CDS eine der wenigen Plattformen, die alle drei in einer einheitlichen Oberfläche steuert. Methodenpflege, Sequenzplanung und Reporting laufen über dasselbe Frontend — das spart Schulungsaufwand und reduziert Medienbrüche.

Auftragslabore mit heterogenem Geräte-Park: Wer Geräte mehrerer Hersteller betreibt (Agilent, Shimadzu, Thermo, Hitachi), nutzt OpenLABs herstellerübergreifende Treiber. Das ist Agilent-spezifischer Vorteil gegenüber Waters Empower, dessen Drittanbieter-Anbindung historisch schwächer ausgebaut ist.

Konzerne mit mehreren Standorten: OpenLAB Server bringt zentrale Datenhaltung, standortübergreifende Methodenverwaltung und Compliance-Governance über mehrere Werke hinweg. Für Pharma-Konzerne, die Methoden zwischen F&E, Pilotanlage und Produktion austauschen, ist das ein konkreter Hebel.

Weniger geeignet für: Reine Forschungslabore ohne GMP-Anforderungen (zu schwer für den Use Case), Labore mit homogenem Waters-Park (Empower bleibt dort die naheliegende Wahl), kleine Auftragslabore mit ein bis zwei Geräten (die Lizenz- und Validierungskosten amortisieren sich nicht) und alle, die moderne KI-Auswertung als Kernfunktion erwarten — das ist nicht der Fokus dieser Plattform.

Preise im Detail

LizenzmodellRichtpreisWas du bekommst
Workstation-Lizenzca. 8.000–12.000 EUR pro InstrumentLokale Installation, ein Gerät, eine Methodensammlung, Basis-Reporting
OpenLAB Server (kleine Installation)ab ca. 25.000 EURZentrale Datenhaltung, 5–10 Instrumente, Benutzerverwaltung, AVV
OpenLAB Server Enterpriseab ca. 80.000 EURStandortübergreifend, dutzende Instrumente, SSO, erweiterte Compliance-Funktionen
Wartung & Updates18–22 % der Lizenzkosten pro JahrSoftware-Updates, Telefonsupport, Sicherheitspatches
IQ/OQ/PQ-Validierungspaketab ca. 3.500 EUR pro InstrumentVor-Ort-Qualifizierung durch Agilent-Servicetechniker, dokumentiert nach GAMP 5

Einordnung: OpenLAB CDS ist ein klassisches Enterprise-Software-Produkt mit individuellem Angebot — die genannten Zahlen sind Erfahrungsrichtwerte aus dem deutschsprachigen Markt, keine Listenpreise. Die wahren Kosten liegen meist nicht in der Lizenz, sondern in der Validierung und im Betrieb: Eine vollständige IQ/OQ/PQ-Qualifizierung für ein Multi-Geräte-Setup verschlingt schnell mittlere fünfstellige Beträge. Wer das CDS einführt, sollte ein Budget für mindestens 6–12 Monate Implementierung einplanen — Software allein ist nicht die größte Position. Im Vergleich liegt OpenLAB ungefähr auf Empower-Niveau, mit leicht günstigeren Server-Stufen für mittlere Installationen.

Stärken im Detail

Native Steuerung der Agilent-Welt. Wer mit Agilent 1260/1290 Infinity LCs, 8890 GCs oder 6470 Triple-Quad-Massenspektrometern arbeitet, bekommt mit OpenLAB CDS die direkte und vollständigste Geräteanbindung am Markt. Firmware-Updates, Diagnose-Funktionen und Method-Translation laufen reibungsfrei — das ist der Heimvorteil, den Agilent gegenüber Empower konsequent ausspielt.

Herstellerübergreifende Treiber. Wo Empower bei Fremdgeräten oft schwächelt, bringt OpenLAB native Treiber für Shimadzu LC-2030, Thermo Vanquish, Hitachi Chromaster und weitere mit. Für Labore, die historisch heterogen gewachsen sind, ist das der entscheidende Differenzierungspunkt — und der häufigste Migrationsgrund von Empower hin zu OpenLAB.

Reporting auf GMP-Niveau. Der integrierte Report Builder erlaubt komplexe Berechnungen, statistische Auswertungen und vollständig formatierte Berichte direkt aus dem System. Templates lassen sich versioniert ablegen und sind nach erfolgter Validierung in der Produktionsumgebung freigegeben. Wer GMP-konforme Prüfberichte generieren muss, spart sich den Umweg über Excel-Exporte komplett.

Compliance-Kern aus einem Guss. Audit-Trail, elektronische Signatur, Zugriffssteuerung über Rollen, Datenintegrität nach ALCOA+ und Unterstützung für 21 CFR Part 11 sowie EU GMP Annex 11 sind nicht optional, sondern Plattform-Standard. Behördeninspektionen lassen sich mit den Bordmitteln des CDS argumentativ stützen — das ist in einer FDA-Inspektion harte Währung.

Cloud- und Server-Architektur. OpenLAB Server zentralisiert Daten, Methoden und Benutzerverwaltung über Standorte hinweg. Für Konzerne mit F&E in Deutschland, Pilotanlage in Irland und Produktion in den USA ist das die technische Voraussetzung dafür, dass Methoden konsistent geführt und Inspektionsbereitschaft global durchgesetzt werden kann.

IQ/OQ/PQ direkt vom Hersteller. Validierungsservices, die zertifizierte Agilent-Techniker am Aufstellungsort durchführen, reduzieren das Compliance-Risiko erheblich. Die ausgelieferte Dokumentation ist nach GAMP-5-Schema strukturiert und in Inspektionen anerkannt — wer das selbst aufbaut, investiert Wochen interner Validierungsarbeit, die mit dem Servicepaket entfallen.

Schwächen ehrlich betrachtet

KI-Auswertung ist nicht der Schwerpunkt. Andere Anbieter (z. B. Thermo Chromeleon mit ChromIQ, Waters Empower mit ApexTrack) haben in den letzten Jahren ML-basierte Peak-Erkennung und Anomalie-Detektion forciert. OpenLAB CDS bringt Basics für intelligente Peak-Integration mit, aber wer moderne ML-gestützte Auswertung (automatische Klassifikation von Verunreinigungen, Trendanalysen über Batches, Predictive Maintenance) erwartet, muss auf Zusatzmodule oder externe Datenplattformen ausweichen. Der echte KI-Anteil ist begrenzt — das ist ein Datensystem mit Reporting, kein Analyse-AI-Layer.

Konfigurationsaufwand bei heterogenen Setups. Wer fünf Hersteller in einem Labor integrieren will, kämpft mit Treiber-Versionen, Firmware-Inkompatibilitäten und Method-Translation-Edge-Cases. Die herstellerübergreifende Steuerung funktioniert prinzipiell — aber sie braucht erfahrene CDS-Administratoren, und nicht jedes Detail eines Fremdgeräts ist 1:1 abgebildet.

Wechselkosten bei Migration sind enorm. Wer von Waters Empower auf OpenLAB (oder umgekehrt) wechselt, steht vor 6–18 Monaten Projektarbeit: Methodenmigration, Re-Validierung aller Prüfmethoden, Schulung der Anwender, Datenmigration historischer Chromatogramme. Die Lizenzkosten sind dabei oft die kleinste Position. Diese Schwelle ist so hoch, dass viele Labore beim einmal eingeführten System bleiben — selbst wenn das andere theoretisch besser passen würde.

Preisintransparenz. Keine öffentlichen Listenpreise, keine Self-Service-Konfiguration, kein Online-Konfigurator. Jedes Angebot ist individuell, jede Verhandlung ein eigener Prozess. Für kleinere Labore ist das eine echte Hürde — wer nicht den Apparat hat, mit dem Agilent-Vertrieb mehrfach zu sprechen, bekommt kein realistisches Bild der Kosten.

Schulungsaufwand für Anwender. Die Oberfläche ist mächtig, aber nicht selbsterklärend. Neue Anwender brauchen typischerweise eine 2–3-tägige Schulung, bevor sie produktiv arbeiten können. Bei hoher Personalfluktuation im Labor (häufig in Auftragslaboren) ist das ein laufender Kostenfaktor.

Cloud-Strategie noch konservativ. OpenLAB Server ist on-premise und in privaten Cloud-Umgebungen verfügbar, aber eine echte SaaS-Variante (wie sie etwa Thermo mit Cloud-fähigen Komponenten anstrebt) gibt es bisher nicht. Für regulierte Branchen ist die On-Prem-Strategie verständlich — wer eine moderne Cloud-First-Architektur erwartet, ist anderswo besser bedient.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Den Marktstandard im Pharma-QC willstWaters Empower
Eine moderne, KI-stärkere Auswertung suchstThermo Chromeleon
Ein vollständiges LIMS mit CDS-Anbindung brauchstLabVantage LIMS

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Shimadzu LabSolutions (für reine Shimadzu-Labore die naheliegende Wahl), Hitachi EZChrom (legacy, aber in einigen QC-Laboren noch verbreitet), OpenChrom (Open-Source-CDS für Forschungslabore ohne GMP-Anforderungen), Agilent SLIMS (Agilents eigenes LIMS mit der engsten OpenLAB-Verzahnung) und TetraScience (Datenplattform für herstellerübergreifende ML-Auswertung). OpenLAB CDS ist die richtige Wahl, wenn der Geräte-Park überwiegend Agilent ist oder wenn Multi-Vendor-Integration zwingend gebraucht wird. Wer in einer Waters-Welt sitzt, bleibt bei Empower — die Migrationskosten rechtfertigen den Wechsel praktisch nie.

So steigst du ein

Schritt 1: Demo und Evaluation bei Agilent anfragen — am besten gemeinsam mit dem Instrumentenverantwortlichen im Labor. Wichtige Frage: Welche Instrumente (Hersteller, Modelle) müssen angebunden werden? Bring eine vollständige Liste mit Firmware-Ständen mit — das spart später Wochen Klärungsaufwand bei Treiber-Kompatibilität.

Schritt 2: Validierungsumfang festlegen. Agilent bietet eigene IQ/OQ/PQ-Servicepakete an, die direkt am Aufstellungsort durchgeführt werden. Für eine einfache Einzelinstallation (ein Gerät, ein Methoden-Set) ist ein Zeitrahmen von 4–6 Wochen realistisch. Für eine Multi-Site-Installation mit OpenLAB Server eher 6–12 Monate — inklusive interner Schulungen, SOPs und User Acceptance Testing.

Schritt 3: Reporting-Templates konfigurieren. OpenLAB CDS bietet mächtige, aber konfigurationsintensive Reporting-Funktionen. Wer GMP-konforme Berichte direkt aus dem System generieren will, muss Templates einmalig aufbauen — dieser Aufwand zahlt sich über Monate hinweg aus. Plane mit einer dedizierten Person (intern oder Agilent-Consultant) für 2–4 Wochen Template-Entwicklung.

Ein konkretes Beispiel

Ein deutsches Spezialchemieunternehmen (ca. 200 Mitarbeitende) setzt OpenLAB CDS für 12 HPLC-Systeme unterschiedlicher Hersteller ein. Die zentrale Stärke: Agilent- und Shimadzu-Geräte laufen gemeinsam in einer einheitlichen Oberfläche. Methoden-Set: 45 validierte HPLC-Methoden. Seit der Einführung werden alle Sequenzen automatisch prozessiert und direkt in das LIMS-System übertragen — manuelle Dateneingabe entfällt vollständig. Zeitersparnis im QC-Labor: ca. 1,5 FTE pro Jahr. Die Investition (Lizenz + Validierung + Schulung) lag im mittleren sechsstelligen Bereich und hat sich nach knapp drei Jahren amortisiert — vor allem über reduzierte Auditkosten, weil die Datenintegrität dokumentiert und nachvollziehbar ist.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: On-premise oder private Cloud beim Kunden — die Daten bleiben standardmäßig im eigenen Netzwerk. Agilent bietet keine SaaS-Variante mit Speicherung in der Agilent-Cloud.
  • Datennutzung: Keine Übertragung von Chromatogrammen oder Methoden an Agilent. Telemetrie ist konfigurierbar und in regulierten Umgebungen üblicherweise deaktiviert.
  • Compliance-Standards: 21 CFR Part 11 (FDA), EU GMP Annex 11, GAMP 5, ALCOA+ — alle Standardanforderungen werden out of the box adressiert.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für Service- und Cloud-Komponenten (OpenLAB Server in Agilent-Hosting) auf Anfrage verfügbar — relevant nur, wenn Cloud-Hosting durch Agilent gewählt wird.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für GMP-pflichtige Labore ist OpenLAB CDS einer der wenigen sicheren Pfade, weil die Validierungsdokumentation und Compliance-Architektur etabliert sind. Bei On-Prem-Installation bleibt die volle Datenhoheit beim Betreiber — Hosting innerhalb der EU oder Deutschland ist damit selbstverständlich gegeben.

Gut kombiniert mit

  • LabVantage LIMS — herstellerneutrales LIMS mit etablierter OpenLAB-Schnittstelle. Praktisch für Labore, die mehrere CDS parallel betreiben und ein gemeinsames LIMS darüber legen wollen. Sequenzplanung im LIMS, Ausführung im CDS, Ergebnisrückführung automatisch.
  • Agilent SLIMS — Agilents eigenes LIMS bietet die tiefste OpenLAB-Integration. Sequenzen werden direkt aus SLIMS gestartet, Ergebnisse fließen automatisch zurück — der konsequenteste Workflow für Agilent-zentrierte Labore, allerdings mit deutlicher Hersteller-Bindung.
  • TetraScience — wenn Chromatogramme aus OpenLAB als strukturierte Daten in eine zentrale Datenplattform fließen sollen, übernimmt TetraScience die Vereinheitlichung und ML-Auswertung über Geräte- und CDS-Grenzen hinweg. Sinnvoll für Konzerne, die mehrere CDS-Systeme parallel betreiben.

Unser Testurteil

OpenLAB CDS verdient 4 von 5 Sternen. Es ist ein technisch ausgereiftes, regulatorisch wasserdichtes Chromatographie-Datensystem mit der besten Agilent-Geräteanbindung am Markt und einer der stärksten Multi-Vendor-Treibersammlungen. Wer Agilent-Hardware betreibt oder herstellerübergreifend konsolidieren will, findet hier den richtigen Partner. Den fünften Stern verliert das Produkt durch die zurückhaltende KI-Strategie (Auswertung mit Machine Learning ist nicht der Fokus), die hohe Konfigurations- und Validierungsschwelle, fehlende Preistransparenz und das Fehlen einer modernen Cloud-First-Variante. Für sein Kernsegment — regulierte chromatographische Datenverwaltung in Pharma, Chemie und Lebensmittel — bleibt OpenLAB CDS eine der beiden klaren Erstwahl-Optionen neben Waters Empower.

Was wir bemerkt haben

  • 2024–2025 — Agilent hat OpenLAB Server stärker mit Cloud-Bereitstellungsoptionen erweitert (Private Cloud, AWS-Bereitstellung möglich). Eine echte Multi-Tenant-SaaS-Variante gibt es jedoch nach wie vor nicht — die regulatorische Vorsicht der Branche bremst hier konsequent.
  • 2025 — Agilent hat die Integration zwischen OpenLAB CDS und Agilent SLIMS deutlich vertieft. Sequenzplanung und Ergebnisrückführung laufen inzwischen ohne manuelle Brücken — ein klarer Hebel für reine Agilent-Setups, der den Vorteil gegenüber Mehr-Hersteller-Stacks vergrößert.
  • Mai 2026 — KI-gestützte Peak-Auswertung bleibt eine Lücke. Während Wettbewerber wie Thermo Chromeleon mit ML-basierten Auswerteverfahren werben, hält Agilent bei OpenLAB CDS bewusst an klassischen Algorithmen fest. Für regulierte Umgebungen ist das nachvollziehbar (Validierbarkeit), für moderne Labore aber ein Innovationsdefizit. Erste KI-Module sind angekündigt, aber noch nicht im breiten Markt verfügbar.

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