Kitro
Kitro GmbH
KI-System zur automatischen Lebensmittelverschwendungs-Analyse in der Gastronomie. Das TARE-Gerät erfasst und kategorisiert Foodwaste per Kamera ohne manuelle Einträge — zeigt, welche Speisen zu viel produziert werden und wo konkret Einsparungen möglich sind.
Kosten: Business ab CHF 349/Monat (inkl. TARE-Gerät), Enterprise auf Anfrage
Stärken
- Vollautomatische Foodwaste-Erfassung ohne manuelle Aufzeichnungen
- KI-Klassifikation erkennt Zutaten und Gerichte direkt im Abfallbehälter
- Detaillierte Analysen nach Mahlzeit, Gericht und Zeitraum
- Dedicated Food Waste Expert als Bestandteil des Plans inklusive
- Schweizer Unternehmen — nDSG-konform, DSGVO-äquivalent
- Bewährt in Betriebsrestaurants, Hotels, Kliniken und Universitätskantinen
Einschränkungen
- Hardware-Installation des TARE-Geräts erforderlich — kein reines SaaS
- Mindestpreis CHF 349/Monat ist für kleine Betriebe kaum wirtschaftlich
- Anlernphase von 2–4 Wochen bis das KI-Modell alle Gerichte zuverlässig erkennt
- Keine kostenlose Testversion — Demo nur auf Anfrage
- Primär für größere Betriebe mit mehr als 100 Essen täglich sinnvoll
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du betreibst ein Betriebsrestaurant, Hotel oder Catering-Betrieb mit über 100 Essen täglich
- Du willst Foodwaste automatisch erfassen, ohne manuelle Aufzeichnungen einzuführen
- Du hast Nachhaltigkeitsziele und brauchst messbare Daten für Berichte
- Du willst Küchenkosten senken und die Produktion datenbasiert optimieren
Wann nein
- Du betreibst ein kleines Restaurant unter 50 Essen täglich — zu hohe Investition relativ zum Nutzen
- Du hast kein Budget für laufende SaaS-Kosten neben dem Gerät
- Du willst eine reine Software-Lösung ohne Hardware-Installation
- Du bist ein Einzelgastronom, der intuitiv arbeitet und keine Datenanalyse nutzt
Kurzfazit
Kitro ist das führende KI-System für automatisches Foodwaste-Tracking im DACH-Raum. Das Herzstück ist das TARE-Gerät — ein intelligentes In-Bin-Trackingsystem, das jeden Abfall direkt im Behälter erfasst, ohne dass Küchenpersonal etwas eintragen muss. Das ist der entscheidende Unterschied zu allen manuellen Ansätzen: wo andere Systeme am Aufwand scheitern, funktioniert Kitro zuverlässig, weil kein Verhaltens-Wandel im Küchenbetrieb nötig ist. Der Schwachpunkt: Der Einstiegspreis von CHF 349/Monat plus Hardware macht das System erst ab einem gewissen Betriebsvolumen wirtschaftlich sinnvoll — kleine Restaurants und Imbissbetriebe werden kaum auf ihre Kosten kommen.
Für wen ist Kitro?
Betriebsrestaurants und Kantinenküchen: Betriebe, die täglich 100 bis 2.000 Mahlzeiten produzieren, profitieren am stärksten. Mit strukturierter Produktion und Wochenplänen lassen sich die Erkenntnisse aus dem Dashboard direkt umsetzen. Die größten Einsparungen entstehen typischerweise bei Salatbars, Desserts und Buffetpositionen.
Hotels und Resorts: Für Frühstücksbuffets, Bankett-Catering und À-la-carte-Küchen bietet Kitro wertvolle Einblicke. Gerade bei Veranstaltungen mit variierenden Gästezahlen hilft die historische Datenbasis, Überproduktion zu reduzieren.
Kliniken und Pflegeheime: Standardisierte Kostformen und planbare Mahlzeiten machen Kliniken zum idealen Einsatzfeld. Kitro wird hier oft auch für Nachhaltigkeitsberichte und Zertifizierungen genutzt.
Nachhaltigkeitsbeauftragte in Unternehmen: Wer Nachhaltigkeitsziele belegen und messen muss — für Geschäftsberichte, ESG-Ratings oder interne KPIs — bekommt mit Kitro valide, automatisch erhobene Daten.
Weniger geeignet für: Kleine Restaurants und Imbisse mit unter 50 Essen täglich, wo der ROI kaum erreichbar ist. Auch Foodtrucks und mobile Catering-Einheiten scheiden wegen der Hardware-Installation aus.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Business | CHF 349/Monat | TARE-Gerät (Miete/Leasing inklusive), Dashboard-Zugang, quartalsweises Beratungsgespräch mit Food Waste Expert, Multi-Location-Übersicht |
| Enterprise | Auf Anfrage | Skalierbare Preise nach Anzahl Standorte und Komplexität, dediziertes Account Management, individuelle Reporting-Pakete |
Einordnung: CHF 349/Monat sind für ein Einzelrestaurant viel — für ein Betriebsrestaurant mit 500 Mittagessen täglich und einem angenommenen Foodwaste-Kostenwert von 2–4 EUR pro Kilogramm rechnet sich das System bereits bei einer Reduktion von 5–7 kg täglich. Die meisten Kunden berichten von Einsparungen von 20–40 % innerhalb von drei Monaten. Der Quartals-Experte ist im Preis enthalten und entscheidend für die Umsetzung — das ist kein Selbstläufer-Produkt. Für Ketten und Multi-Property-Betriebe lohnt sich Enterprise, weil die Stückkosten pro Standort sinken.
Stärken im Detail
Kein manueller Aufwand — das ist der Gamechanger. Die meisten Foodwaste-Tracking-Systeme scheitern an der Compliance: Das Personal trägt nur ein, wenn Zeit und Motivation vorhanden sind. Kitros TARE-Gerät sitzt direkt im Abfallbehälter und erfasst jeden Eintrag automatisch per Kamera und KI-Gewichtserkennung. Das macht die Datenbasis vollständig und unverzerrt — auch an stressigen Freitagen.
KI-Klassifikation nach Lebensmittelkategorie und Gericht. Das System lernt die spezifischen Gerichte jeder Küche und kann unterscheiden, ob es sich um Salatblätter, Brotkorb-Reste oder Fleischbeilagen handelt. Nach der Anlernphase von 2–4 Wochen ist die Erkennungsrate hoch genug für belastbare Analysen. Das ermöglicht konkrete Handlungsempfehlungen: nicht “Foodwaste reduzieren”, sondern “Donnerstagsmittagssuppe um 20 % weniger produzieren”.
Quartalsgespräche mit Food Waste Experten inklusive. Im Business-Plan ist viermal jährlich ein strukturiertes Gespräch mit einem Foodwaste-Spezialisten enthalten. Das ist keine Support-Hotline, sondern konkrete Beratung: Welche Maßnahmen wurden umgesetzt? Was hat funktioniert? Was ist der nächste Hebel? Für Küchenleitungen ohne Erfahrung in Datenanalyse ist das entscheidend.
Multi-Location-Dashboard für Gruppen. Wer mehrere Standorte betreibt — etwa eine Unternehmensgruppe mit drei Kantinen — kann alle Daten auf einen Blick vergleichen. Benchmark-Ansichten zeigen, welcher Standort am effizientesten ist und wo der größte Verbesserungsbedarf liegt.
Schweizer Unternehmen, DSGVO-äquivalenter Datenschutz. Als Schweizer Unternehmen unterliegt Kitro dem Schweizer Datenschutzgesetz (nDSG), das im Wesentlichen den DSGVO-Standards entspricht. Die EU-Kommission hat die Schweiz als “angemessenes Datenschutzniveau” anerkannt. Das ist für europäische Unternehmen ein relevanter Vorteil gegenüber US-amerikanischen Wettbewerbern.
Schwächen ehrlich betrachtet
Hardware-Installation macht den Einstieg komplizierter. Anders als reine SaaS-Tools braucht Kitro eine physische Installation des TARE-Geräts über oder in den Abfallbehältern. Das erfordert Vorabplanung, Koordination mit dem Facility Management und eine Einweisung des Küchenpersonals. Für Küchen, die regelmäßig renoviert werden oder Mietobjekte sind, kann das ein Problem sein.
CHF 349/Monat ist eine erhebliche Hürde für kleinere Betriebe. Ein Schulkiosk oder ein kleines Café mit 30 Essen täglich wird den ROI nicht erreichen. Kitro ist ehrlich mit dieser Einschränkung, aber wer noch nicht einschätzen kann, wie groß der eigene Foodwaste ist, kauft im Blindflug. Eine günstige Einstiegsoption oder ein kostenpflichtiger Pilottest wäre hilfreich — beides gibt es aktuell nicht.
Anlernphase kostet Zeit und Aufmerksamkeit. Die KI muss die spezifischen Gerichte einer Küche kennenlernen, bevor die Daten verlässlich sind. Zwei bis vier Wochen mit täglichen Checks und gelegentlichen Korrekturen sind realistisch. In einer stark belasteten Küche kann das schwierig sein, konsequent durchzuhalten.
Keine eigenständige Menüplanung oder Einkaufsintegration. Kitro zeigt, wo Foodwaste entsteht — aber es schreibt nicht automatisch die Produktionsmenge um und bestellt auch nicht bei Lieferanten nach. Die Erkenntnisse müssen manuell in andere Systeme übertragen werden. Eine tiefere Integration mit Warenwirtschaft oder Kassensystemen fehlt bisher.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Einen US-amerikanischen Anbieter mit globalem Vertrieb bevorzugst | LeanPath |
| Zuerst das Bestandsmanagement digitalisieren willst | MarketMan |
| Dienstplanung und Küchenauslastung besser koordinieren willst | Gastromatic |
Kitros Stärke liegt in der DACH-Nähe und dem praktischen Ansatz ohne manuelle Einträge. LeanPath ist der weltweit bekanntere Anbieter mit mehr Referenzen aus großen Hotel-Ketten, aber US-Hosting und oft höherer Implementierungskomplexität. Für DACH-Betriebe, die schnell starten wollen und deutschen Support erwarten, ist Kitro die praktischere Wahl.
So steigst du ein
Schritt 1: Kontaktiere Kitro über kitro.ch für ein Demo-Gespräch. Da Hardware-Installation nötig ist, startet jedes Projekt mit einer Bedarfsanalyse: Wie viele Stationen, wie groß ist die Küche, welche Datenpunkte (Frühstück, Mittagessen, Abendessen) sollen getrennt erfasst werden? Bereite Zahlen zur täglichen Essen-Produktion vor — das beschleunigt die Wirtschaftlichkeitseinschätzung.
Schritt 2: Kitro installiert das TARE-Gerät über dem Abfallbehälter und richtet die KI-Erkennung ein. Die initiale Trainingsphase dauert typischerweise 2–4 Wochen, bis das Modell alle spezifischen Gerichte zuverlässig kategorisiert. In dieser Phase lohnen sich regelmäßige Checks mit dem Küchenpersonal — je mehr Feedback, desto schneller lernt die KI.
Schritt 3: Nutze das Dashboard für wöchentliche Analysen: Welche Gerichte werden am meisten weggeworfen? Zu welchen Zeiten? Auf dieser Basis passt du Portionsgrößen, Produktionsmengen und Menüplanung an. Kombiniere diese Erkenntnisse mit dem Quartals-Expertengespräch für strukturierte Maßnahmen.
Ein konkretes Beispiel
Ein Betriebsrestaurant eines DAX-Unternehmens in Frankfurt mit 800 Mittagessen täglich setzt Kitro ein. Das Dashboard zeigt nach vier Wochen: Donnerstag ist der problematischste Tag — Salatbar und Dessertstation produzieren zusammen 18 kg Abfall, weil erfahrungsgemäß schlechteres Wetter an Donnerstagen zu weniger Laufkundschaft führt. Die Küchenleitung reduziert die Produktion donnerstags um 15 % und eliminiert so 12 kg Foodwaste pro Woche. Bei einem Lebensmittelpreis von 2,80 EUR/kg entspricht das einer Einsparung von über 1.700 EUR pro Jahr — nur durch eine Maßnahme. Nach drei Monaten sind sieben solcher Maßnahmen umgesetzt und der Gesamt-Foodwaste um 28 % gesunken.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Schweiz — Kitro ist ein Schweizer Unternehmen und verarbeitet Daten nach dem Schweizer Datenschutzgesetz (nDSG)
- EU-Äquivalenz: Die EU-Kommission hat die Schweiz als Land mit angemessenem Datenschutzniveau anerkannt — DSGVO-konformer Datentransfer ist damit ohne Zusatzmaßnahmen möglich
- Kameradaten: Das TARE-Gerät erfasst Bilder des Abfallbehälters — es werden keine Personen gefilmt. Die Bilder werden lokal vorverarbeitet und nur aggregierte Messdaten an die Cloud übertragen
- AVV: Für Enterprise-Kunden ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) erhältlich — für Business-Kunden auf Anfrage
- Empfehlung für Unternehmen: Da es sich um Operational Data handelt (keine Personendaten), ist der DSGVO-Aufwand gering. Für Kliniken und öffentliche Einrichtungen trotzdem AVV anfordern und die Datenschutzrichtlinien dokumentieren
Gut kombiniert mit
- MarketMan — MarketMan verwaltet Bestände und Einkauf, Kitro zeigt, wo Lebensmittel tatsächlich als Abfall enden. Zusammen entsteht ein lückenloser Kreislauf: Einkauf, Verbrauch, Verlust
- LeanPath — In Multi-Standort-Strukturen mit internationalen Betrieben kann LeanPath für Nicht-DACH-Standorte eingesetzt werden, während Kitro die DACH-Küchen übernimmt — beide Systeme liefern kompatible Kennzahlen für Gesamt-Reporting
- Gastromatic — Dienstplanung mit Gastromatic an Bedarfsdaten aus Kitro ausrichten: Wenn Kitro zeigt, dass montags die Produktion zu hoch ist, kann Gastromatic die Personalplanung anpassen und Überkapazitäten reduzieren
Unser Testurteil
Kitro verdient 4 von 5 Sternen. Das Produkt löst das Kernproblem aller manuellen Foodwaste-Systeme: Niemand trägt konsequent ein. Weil TARE vollautomatisch misst, sind die Daten verlässlich — das ist der Unterschied zwischen einer Lösung, die tatsächlich genutzt wird, und einer, die nach drei Monaten verstaubt. Den fünften Stern verhindert der hohe Einstiegspreis, der kleine Betriebe ausschließt, und die fehlenden tiefen Integrationen mit Warenwirtschaft und Kassensystemen. Für Betriebe der richtigen Größe — Betriebsrestaurants, Kantinen, Hotels — ist Kitro die klarste Empfehlung im DACH-Markt.
Was wir bemerkt haben
- 2024 — Kitro hat das Produkt von einer reinen Kameralösung zum TARE-Gerät (In-Bin-Tracker) weiterentwickelt. Das neue Gerät sitzt direkt im Abfallbehälter und ist robuster als die ursprüngliche Kamera-über-dem-Eimer-Lösung — laut Kundenberichten deutlich zuverlässiger bei der Erkennung.
- 2025 — Kitro hat den Enterprise-Plan für Multi-Property-Gruppen offiziell als eigenes Produkt positioniert. Die Benchmark-Funktion zwischen Standorten ist neu und wird von Hotelketten und Klinikgruppen aktiv genutzt.
- Keine wesentlichen Preiserhöhungen bekannt — der Business-Plan ist seit der Einführung stabil bei CHF 349/Monat.
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