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CBAM Software

Jonas Krüger (Einzelunternehmen, Konstanz)

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Spezialisiertes deutsches CBAM-Werkzeug für EU-Importeure von Stahl, Aluminium, Zement, Düngemitteln, Wasserstoff und Strom. Wandelt Zollrechnungen per intelligentem Parsing in EU-konforme CBAM-XML-Berichte um, fragt fehlende Emissionsdaten automatisch bei Lieferanten ab und kalkuliert den Zertifikatsbedarf gegen EU-Standardwerte. Aktuell in kostenloser Beta, betrieben als Einzelunternehmen aus Konstanz.

Kosten: Aktuell kostenlose Beta-Phase. Geplant: Starter 199 €/Quartal (bis 10 Lieferanten, 1 Nutzer), Business 499 €/Quartal (unbegrenzte Lieferanten, API, Mehrnutzer). Jahresabrechnung ca. 20 % günstiger. Beta-Teilnehmer erhalten dauerhafte Vergünstigung.

Stärken

  • Speziell für CBAM gebaut — kein generisches ESG-Tool mit nachgerüstetem Modul
  • Erzeugt XML-Berichte direkt im Format der EU-CBAM-Registratur
  • Automatisiertes Lieferanten-Onboarding per Mail-Workflow mit Antwortverfolgung
  • Intelligentes Parsing von PDF-, CSV- und Excel-Zollrechnungen
  • EU-Hosting (Deutschland), SSL-verschlüsselt, kein Datenweitergabe an Dritte
  • Deutscher Support und direkter Draht zum Gründer — kurze Wege bei Fragen

Einschränkungen

  • Sehr junges Produkt (Beta seit 2025) — Marktreife und Audit-Erfahrung noch begrenzt
  • Anbieter ist ein Einzelunternehmen ohne GmbH-Struktur — Bus-Faktor und Skalierbarkeit sind ein Risiko
  • KI-Anteil ist auf Parsing der Eingangsdokumente begrenzt — kein KI-gestütztes Reasoning über Emissionspfade
  • Funktionsumfang konzentriert sich auf CBAM — kein vollwertiges Carbon Accounting für Scope-1/2/3
  • Für reine EU-interne Produktion ungeeignet — dann ist eine Plattform wie Tanso besser
  • Preisstruktur nach Beta-Ende noch nicht endgültig fixiert

Passt gut zu

EU-Importeure von CBAM-Waren mit überschaubarem Lieferantenkreis Exporteure aus Nicht-EU-Ländern, die ihren EU-Kunden CBAM-Nachweise liefern müssen Compliance- und Zollabteilungen in KMU, die ohne Beraterhonorare zur Erklärung kommen wollen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du importierst regelmäßig Stahl, Aluminium, Zement, Dünger, Wasserstoff oder Strom in die EU
  • Du brauchst pragmatisch eine XML-Erklärung für die EU-CBAM-Registratur — ohne SAP-Großprojekt
  • Du willst Lieferantenanfragen für Emissionsdaten automatisieren statt per Excel-Versand
  • Du bist ein KMU und suchst eine deutsche, EU-gehostete Lösung mit persönlichem Support

Wann nein

  • Du brauchst ein vollwertiges Corporate Carbon Accounting nach GHG Protocol (Scope 1/2/3)
  • Du importierst weniger als 50 t CBAM-Waren pro Jahr und fällst unter die Bagatellgrenze
  • Dein Unternehmen verlangt einen etablierten Anbieter mit GmbH, Auditfähigkeit und mehrjähriger Marktpräsenz
  • Du brauchst tiefe ERP-/MES-Integration zur automatisierten Produktionsdatenanbindung

Kurzfazit

CBAM Software ist ein pragmatisches Spezialwerkzeug für KMU, die den ab 1. Januar 2026 verbindlichen CBAM-Pflichten genügen müssen, ohne ein sechsstelliges Compliance-Projekt aufzuziehen. Stärke: Zollrechnung hochladen, fehlende Emissionsdaten per automatisierter Lieferantenanfrage einholen, XML-Bericht für die EU-Registratur exportieren — in dieser engen Spur funktioniert das Produkt nach unseren Recherchen sauber und in einer Geschwindigkeit, die manueller Excel-Arbeit klar überlegen ist. Schwäche: Es ist ein sehr junges Tool eines Einzelunternehmens aus Konstanz (Gründer Jonas Krüger), aktuell in kostenloser Beta. Wer eine etablierte Compliance-Plattform mit Auditspur, mehrjähriger Marktpräsenz und großer Service-Organisation braucht, ist hier falsch — wer eine schlanke, deutschsprachige Lösung sucht und das Lieferantenrisiko bewusst nimmt, kann profitieren.

Für wen ist CBAM Software?

KMU-Importeure von CBAM-Waren: Stahl-, Aluminium-, Zement-, Dünger-, Wasserstoff- oder Stromimporteure aus Drittländern sind die Kernzielgruppe. Wer regelmäßig CN-Codes der CBAM-Anlage I in die EU einführt und nicht groß genug ist für SAP-GTS oder AEB-Großimplementierungen, findet hier ein schlankes Werkzeug ohne Setup-Aufwand.

Exporteure außerhalb der EU: Türkische, ukrainische, indische oder serbische Stahl- und Aluminiumlieferanten, deren EU-Kunden ab 2026 verbindlich CBAM-Daten anfordern, können das Tool nutzen, um die Anfragen ihrer Kunden konsolidiert zu beantworten. Der Lieferantenportal-Workflow ist genau darauf zugeschnitten.

Compliance- und Zollabteilungen in KMU: Wer keine eigene Nachhaltigkeitsabteilung hat und CBAM neben Zoll, Außenwirtschaftsrecht und allgemeinen Lieferantenpflichten betreuen muss, bekommt eine geführte Oberfläche statt einer leeren EU-Registratur-Maske.

Steuer- und Zollberater: Mandanten-Setup ist in der Business-Variante mit Mehrnutzern und API-Zugang möglich. Wer mehrere Importeure betreut, kann den Workflow standardisieren und muss nicht für jeden Mandanten eigene Excel-Vorlagen pflegen.

Weniger geeignet für: Konzerne mit eigenem CO2-Reporting nach GHG Protocol (dort braucht es Plattformen wie Tanso oder Carbonfact), Importeure unter der 50-Tonnen-Bagatellgrenze (kein CBAM-Pflichtfall) und Unternehmen, die einen rechtlich etablierten Anbieter mit GmbH-Struktur und mehrjähriger Audit-Historie verlangen — diese Hürde erfüllt ein junges Einzelunternehmen schlicht nicht.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Beta0 € (zeitlich begrenzt)Alle Funktionen, persönliches Onboarding, direkter Draht zum Gründerteam — Beta-Teilnehmer erhalten dauerhaft vergünstigte Konditionen
Starter (geplant)199 €/QuartalBis zu 10 Lieferanten, Zollrechnungs-Upload, EU-Standardwerte, XML-Export, E-Mail-Support, 1 Nutzer
Business (geplant)499 €/QuartalUnbegrenzte Lieferanten, automatisierte Lieferantenanfragen, Mehrnutzer, API-Zugang, individuelle Berichte, Prioritäts-Support

Einordnung: Die kostenlose Beta-Phase ist der naheliegende Einstieg — wer sich jetzt registriert, sichert sich nach Beta-Ende dauerhafte Vergünstigungen. Das ist ein faires Modell, schließt aber das Risiko ein, dass die Preise nach Beta-Ende noch verschoben werden. Bei den geplanten Preisen ist Starter mit 199 €/Quartal (rund 66 €/Monat) für KMU mit wenigen Lieferanten klar günstiger als das eigene Aufsetzen einer Excel-Lösung mit interner Arbeitszeit. Business mit 499 €/Quartal (rund 166 €/Monat) ist die Schwelle, an der API und Mehrnutzer relevant werden — sinnvoll für Beratungen oder Importeure mit mehreren Standorten. Eine echte Enterprise-Stufe existiert nicht; wer das braucht, ist bei AEB Compliance & Customs richtiger aufgehoben. Jahresabrechnung spart laut Anbieter etwa 20 %.

Stärken im Detail

Echter CBAM-Fokus statt Modul-Beifang. Anders als generische ESG- oder Carbon-Accounting-Plattformen, die CBAM nachträglich als Bauteil eingebaut haben, ist CBAM Software vom ersten Tag auf die Anforderungen der EU-CBAM-Registratur ausgerichtet. Das merkt man am Workflow: Es gibt keine ablenkenden Scope-3-Module, sondern eine geführte Strecke von der Zollrechnung bis zum XML-Export. Für Anwender, die genau diese eine Aufgabe lösen müssen, ist das ein Vorteil.

Intelligentes Parsing der Eingangsdokumente. Zollrechnungen kommen in der Praxis als PDF, CSV oder Excel mit beliebigen Spaltennamen und Sprachen. Das Tool extrahiert automatisch CN-Codes, Mengen, Herkunftsländer und Lieferanten — das ist die einzige echte KI-Funktion im Produkt, und sie spart erkennbar Tipparbeit. Wir würden das nicht als “Reasoning-KI” einordnen, sondern als regelbasiertes Parsing mit ML-Unterstützung, aber als Zeitsparer funktioniert es.

Automatisierter Lieferanten-Workflow. Pro Lieferant wird eine Standardanfrage per E-Mail verschickt, der Lieferant trägt seine Emissionsdaten in ein verlinktes Webformular ein, fehlende Antworten werden nachverfolgt. Das ist genau die Aufgabe, die in der Praxis am meisten Reibung verursacht — und ohne automatisierten Mailflow bricht jedes CBAM-Projekt nach dem zweiten Quartal zusammen.

Saubere XML-Ausgabe für die EU-Registratur. Der Export entspricht dem Schema der EU-CBAM-Registratur, sodass die Datei direkt hochgeladen werden kann. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit, ist es aber nicht: Wer das manuell in der Registratur-Oberfläche bauen muss, weiß, wie zeitraubend und fehleranfällig der Prozess ist.

Deutsches Hosting und kurze Wege. Server in Deutschland, SSL-verschlüsselte Datenübertragung, keine Weitergabe an Dritte — für DSGVO-sensible Compliance-Teams ist das ein klarer Pluspunkt. Hinzu kommt: Bei einem Einzelunternehmen erreicht man im Zweifel den Gründer direkt, nicht ein Ticket-System mit drei Eskalationsstufen. Das ist solange ein Vorteil, wie die Firma klein bleibt.

Geringe Einstiegshürde. Browserbasiert, keine Installation, kein Berater notwendig für die Inbetriebnahme. Wer pragmatisch die nächste Quartalspflicht erledigen muss, kommt damit schneller ans Ziel als mit einer SAP-GTS- oder AEB-Implementierung, die monatelange Projekte verlangen.

Schwächen ehrlich betrachtet

Sehr junges Produkt mit kleinem Träger. CBAM Software wird als Einzelunternehmen von Jonas Krüger aus Konstanz betrieben — laut Impressum kein GmbH-Konstrukt, sondern eine Einzelfirma. Das ist für ein Compliance-Tool, mit dem Quartalspflichten gegenüber der EU erfüllt werden sollen, ein nicht-trivialer Faktor: Was passiert, wenn der Gründer ausfällt? Wie reagiert der Anbieter auf eine plötzliche regulatorische Änderung, wenn nur eine Person das Produkt weiterentwickelt? Wer das Risiko nicht tragen will, muss zu einem etablierten Anbieter greifen.

Audit-Track-Record fehlt noch. Der eigentliche Lackmustest kommt mit den ersten verbindlichen CBAM-Erklärungen ab 2026 und den anschließenden Prüfungen durch akkreditierte Verifizierer. Bis das Tool durch mehrere reale Audit-Runden gelaufen ist, bleibt ein Restrisiko, dass Detailanforderungen der Verifizierer (z. B. Belegketten, Methodenwahl) nicht sauber abgedeckt sind.

KI ist Marketing, nicht Substanz. Das “intelligente Parsing” ist eine sinnvolle Funktion, aber die positionierende Erzählung “KI-gestützte CBAM-Lösung” ist großzügig formuliert. Wer ein echtes KI-Reasoning über Emissionspfade, Lieferketten oder Substitutionsstrategien erwartet, wird enttäuscht. Das Tool ist im Kern eine spezialisierte Compliance-Software mit Smart-Parsing, kein KI-Produkt im engeren Sinn.

Beschränkter Funktionsumfang. Wer CBAM als Einstieg in ein breiteres Carbon-Accounting nutzen will (Scope 1/2/3 für die ganze Firma, Klimabilanz nach GHG Protocol, ESG-Reporting), bekommt das hier nicht. Dafür sind dedizierte Plattformen wie Tanso oder Carbonfact die richtige Wahl. CBAM Software ist eine Single-Purpose-Lösung — das ist Stärke und Schwäche zugleich.

Preisstruktur post-Beta unklar. Die Beta ist kostenlos, die geplanten Preise (199 €/499 € pro Quartal) sind kommuniziert, aber das Beta-Ende ist nicht fixiert. Wer jetzt einsteigt, sollte sich die Beta-Vergünstigung schriftlich zusichern lassen — bei einem Einzelunternehmen ohne formale Tarifierung ist das wichtiger als bei einem großen Anbieter mit publizierten AGB.

Keine ERP-/MES-Integration. Daten müssen per Upload zugeführt werden. Wer die CBAM-relevanten Daten ohnehin aus SAP, Microsoft Dynamics oder einem Zoll-System ziehen will, bekommt aktuell keine native Integration — das ist ein Mehrarbeitspunkt im laufenden Betrieb. Geplant ist API-Zugang im Business-Plan, der das mittelfristig auffangen soll.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine etablierte Compliance- und Zoll-Suite mit GmbH-Träger brauchstAEB Compliance & Customs
Ein vollwertiges Carbon Accounting für Scope 1/2/3 willstTanso
Branchenfokus Mode/Textil und produktbezogenes Carbon-Footprinting brauchstCarbonfact
ESG-Risiko-Ratings statt Reporting suchstSustainalytics ESG Risk Ratings oder MSCI ESG Ratings

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite oder nicht verifiziert: SAP GTS (Großkonzern-Suite mit CBAM-Modul, Preis und Komplexität in einer anderen Liga), DAKOSY (Zollabwicklung mit CBAM-Modul, traditionell stark im Hamburger Hafenumfeld), Sphera (US-Plattform mit CBAM-Funktionalität als Teil einer breiteren EHS-Suite) und reine Beratungslösungen mit Excel-Vorlagen. CBAM Software konkurriert nicht im Großkonzernsegment — der Spielraum ist KMU mit überschaubarem Lieferantenkreis, und dort ist die schlanke Lösung gegenüber komplexen Suite-Anbietern tatsächlich ein Argument.

So steigst du ein

Schritt 1: Beta-Zugang anfragen und Lieferanten-Inventar vorbereiten. Auf cbamsoftware.de Zugang anfragen — aktuell kostenlos. Während du auf den Zugang wartest, sammle deine CBAM-relevanten Importe der letzten zwei Quartale (CN-Codes der Anlage I, Mengen, Herkunftsländer) sowie deine Lieferantenkontakte. Diese Inventarliste ist die Grundlage für jeden weiteren Schritt.

Schritt 2: Zollrechnungen hochladen und Parsing prüfen. Lade deine PDF-/Excel-/CSV-Zollrechnungen ins Tool. Das intelligente Parsing extrahiert CN-Code, Menge, Herkunft und Lieferant automatisch — kontrolliere die ersten zehn Datensätze manuell, denn Erkennungsfehler bei CN-Codes können den Bericht später invalide machen. Lege das Konventions-Mapping (z. B. Spaltennamen aus deinem Zoll-Export) einmal sauber fest.

Schritt 3: Lieferantenanfragen auslösen und EU-Standardwerte als Fallback nutzen. Starte den automatisierten Mailflow an deine Lieferanten und gib eine Antwortfrist von 4–6 Wochen vor. Wo Daten ausbleiben, greifen die EU-Standardwerte als Default — das Tool zeigt direkt den Kostenunterschied gegenüber tatsächlichen Werten an. Vor jeder Quartalsabgabe: XML-Export prüfen, in die EU-Registratur hochladen und Belegketten archivieren. Halte zusätzlich deine eigenen Belege außerhalb des Tools (z. B. in einem DMS) für die spätere Verifiziererprüfung vor.

Ein konkretes Beispiel

Ein mittelständischer Stahlhändler aus dem Ruhrgebiet importiert jährlich rund 2.500 Tonnen Walzdraht und Stabstahl aus der Türkei und der Ukraine — sieben Lieferanten, zwölf Zolltarifpositionen. Bis Ende 2025 wurden die Emissionsdaten in der Übergangsphase mit EU-Standardwerten beziffert und manuell in einer Excel-Tabelle gepflegt, der quartalsweise Aufwand lag bei etwa zwei Wochen Compliance-Arbeit der Innendienstleitung. Ab Januar 2026 ist die Definitivphase aktiv — tatsächliche Lieferantendaten werden Pflicht. Der Händler steigt in die Beta von CBAM Software ein: Lieferanten werden per automatisiertem Workflow angeschrieben, vier von sieben liefern innerhalb von drei Wochen, die übrigen drei werden zunächst mit EU-Standardwerten plus Aufschlag erfasst. Die XML-Ausgabe wird quartalsweise in die EU-Registratur geladen, ein akkreditierter Verifizierer bekommt parallel den Datensatz und die hinterlegten Belege. Zeitersparnis pro Quartal: rund 6–7 Arbeitstage gegenüber dem Excel-Setup, bei vollständig dokumentierter Belegkette. Risiko-Akzeptanz: Das Unternehmen führt zusätzlich eine eigene Excel-Schattenakte, solange CBAM Software seine erste vollständige Audit-Saison nicht hinter sich hat.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Server in Deutschland, SSL-verschlüsselte Datenübertragung, keine Weitergabe an Dritte (laut Anbieter).
  • Anbieter und Verantwortlicher: Jonas Krüger, Meisenweg 13, 78465 Konstanz — Einzelunternehmen, keine GmbH-Struktur.
  • Datennutzung: Eingangsdaten (Zollrechnungen, Lieferantenkontakte, Emissionswerte) werden ausschließlich zur Erbringung der CBAM-Berechnung verwendet. Keine bekannten KI-Trainings-Klauseln. Vor Vertragsabschluss eigene Verarbeitungszwecke schriftlich klären lassen.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Auf Anfrage. Wer das Tool produktiv nutzt, sollte einen AVV nach Art. 28 DSGVO explizit anfordern und unterzeichnen — bei einem Einzelunternehmen ohne große Rechtsabteilung ist das umso wichtiger.
  • Lieferantendaten: Im automatisierten Mailflow werden personenbezogene Kontaktdaten der Lieferanten verarbeitet. Wer Drittlandlieferanten in Nicht-EU-Staaten anschreibt, sollte die Standardvertragsklauseln (SCC) im Blick haben.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für rein deutsche/EU-Lieferketten ist die Konstellation aus Sicht DSGVO unkritisch. Wer regulatorisch stark exponiert ist (z. B. börsennotierte Konzerne, Behörden), sollte das fehlende GmbH-Setup als Risiko in seiner Lieferantenbewertung berücksichtigen und gegebenenfalls einen etablierten Anbieter wählen.

Gut kombiniert mit

  • AEB Compliance & Customs — wer ohnehin AEB für Zollabwicklung und Außenwirtschaftsrecht nutzt, kann CBAM Software als schlanken Vorbau für die XML-Erzeugung einsetzen, solange das eigene AEB-Setup nicht das CBAM-Modul abdeckt. Daten lassen sich aus AEB exportieren und in CBAM Software importieren.
  • Tanso — Tanso liefert das Corporate Carbon Accounting (Scope 1/2/3) für den eigenen Betrieb, CBAM Software erledigt die parallel verpflichtende CBAM-Berichtspflicht für Importe. Beide Pflichten überlappen sich teilweise, sind aber methodisch unterschiedlich.
  • Klassisches DMS (DocuWare, ELO, ecoDMS) — die Belegketten (Zollrechnungen, Lieferanten-Antworten, Verifiziererberichte) gehören für die spätere Prüfung in ein revisionssicheres DMS, nicht nur ins Tool.

Unser Testurteil

CBAM Software verdient 3 von 5 Sternen. Das Produkt löst die richtige Aufgabe für die richtige Zielgruppe — KMU-Importeure, die ab 2026 verbindliche CBAM-Erklärungen abgeben müssen und keinen sechsstelligen SAP-GTS-Rollout stemmen können. Der Workflow ist nach unseren Recherchen sauber, der XML-Export trifft das EU-Format, der Lieferanten-Mailflow ist genau die Funktion, die in der Praxis Schmerzen verursacht. Den vierten und fünften Stern verliert das Tool an drei klaren Punkten: Es ist ein Einzelunternehmen ohne GmbH-Struktur (Bus-Faktor), die erste reale Audit-Saison muss noch bestanden werden, und die Positionierung als “KI-Lösung” ist im Verhältnis zur tatsächlichen Funktionalität (Smart-Parsing) marketinglastig. Für einen produktiven Einsatz in DSGVO-sensiblen Konzernen ist es zu früh; für KMU mit klarem CBAM-Bedarf und überschaubarem Risikoappetit ist es eine ehrliche Empfehlung — gerade in der noch kostenlosen Beta.

Was wir bemerkt haben

  • Mai 2026 — Anbieter ist laut Impressum nicht “CBAM Software GmbH”, sondern das Einzelunternehmen von Jonas Krüger aus Konstanz. Diese Information wird in Marketingmaterial nicht prominent kommuniziert, ist aber für eine seriöse Anbieterbewertung relevant.
  • 2025 — Beta-Start mit aktuell vollständig kostenloser Nutzung. Geplante Tarife (Starter 199 €/Quartal, Business 499 €/Quartal) sind kommuniziert; Beta-Teilnehmer erhalten laut Anbieter dauerhafte Vergünstigungen. Konkretes Beta-Ende-Datum ist nicht öffentlich.
  • 1. Januar 2026 — Beginn der CBAM-Definitivphase. Ab diesem Stichtag müssen tatsächliche Emissionswerte gemeldet werden statt Übergangs-Standardwerte; Importeure ab 50 t CBAM-Waren brauchen den Status als “Authorized CBAM Declarant”. Das treibt die Nachfrage nach Werkzeugen wie diesem stark an.
  • Mai 2026 — Die Vermarktung als “KI-Lösung” basiert im Wesentlichen auf intelligentem Parsing von Zollrechnungen — keine generative KI, kein Reasoning. Die Funktion ist sinnvoll, aber die KI-Etikettierung ist großzügig.

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