JOIN
JOIN Solutions AG
JOIN ist eine europäische Recruiting-Plattform für KMU mit integriertem KI-Assistenten zur Stellenanzeigen-Erstellung. Stärke: kostenloser Einstieg und Multiposting auf über 250 Jobbörsen. KI-Features helfen beim strukturierten Aufbau — kein tiefer Bias-Check.
Kosten: Kostenlos bis 3 parallele Stellenanzeigen auf 10+ Jobbörsen; Premium ab ca. 99 EUR/Monat für unbegrenzte Anzeigen und 250+ Kanäle
Stärken
- Kostenloser Einstieg ohne Kreditkarte — sofort testbar
- Multiposting auf 250+ Jobbörsen inklusive Indeed, XING, Glassdoor
- KI-Assistent für strukturierten Anzeigenaufbau und Formulierungsvorschläge
- EU-Datenhosting — DSGVO-konform
- Bewerbermanagement und Teamkollaboration im Free-Plan enthalten
Einschränkungen
- KI-Features primär für Struktur und Vollständigkeit — kein dedizierter Gender-Bias-Check
- Tiefe Analyse-Features (Performance, A/B-Tests) nur in höheren Tarifen
- Eingeschränkte ATS-Integrationen im Free-Plan
Passt gut zu
Kurzfazit
JOIN ist die ehrlichste Free-Tier-Option im DACH-Recruiting: Multiposting auf über 250 Jobbörsen, integriertes Bewerbermanagement, deutscher Support — ohne Kreditkarte. Der KI-Assistent hilft solide beim Strukturieren von Anzeigentexten, ist aber kein Game-Changer: Es ist im Kern ein gutes Template-System mit GPT-Backend, kein tiefes Matching oder Screening. Für Mittelständler mit 5–50 Einstellungen pro Jahr ist JOIN ein sehr glaubwürdiger Pick. Wer dagegen Active Sourcing, KI-gestütztes Lebenslauf-Screening oder eine vollintegrierte HR-Suite sucht, ist anderswo besser aufgehoben.
Für wen ist JOIN?
Mittelständische Unternehmen ohne dediziertes Recruiting-Tool: Du stellst 5–30 Personen pro Jahr ein, willst Stellenanzeigen aber nicht mehr manuell auf jeder Jobbörse pflegen. JOIN ist genau dafür gebaut.
Startups und kleine Teams: Free-Tier reicht für drei parallele Anzeigen — perfekt für die Anfangsphase, in der jeder Euro zählt und du trotzdem auf Indeed, XING und Glassdoor sichtbar sein willst.
Personalabteilungen ohne ATS: Wenn deine Bewerbungen bisher in einem Outlook-Postfach verschwinden, gibt dir JOIN sofort eine strukturierte Pipeline — Status, Notizen, Teambewertungen, alles an einem Ort.
HR-Generalist:innen und Office Manager:innen, die “auch noch Recruiting machen”: Die Oberfläche ist selbsterklärend, der KI-Assistent senkt die Schreibhemmung. Kein Workshop, keine Schulung nötig.
Weniger geeignet für: Konzerne mit Workday/SAP SuccessFactors, Headhunter mit Active-Sourcing-Fokus, Tech-Recruiting mit hohem Volumen pro Quartal, oder Teams, die echtes KI-Matching und automatisches Vorscreening von Lebensläufen erwarten.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Wesentliches |
|---|---|---|
| Free | 0 EUR/Monat | Bis zu 3 aktive Anzeigen, ~10 kostenlose Jobbörsen, Bewerbermanagement, KI-Assistent (Basisversion), Team bis 5 Nutzer:innen |
| Pro | ab ca. 99 EUR/Monat | Unbegrenzte Anzeigen, 250+ Kanäle, Premium-Multiposting (Indeed, StepStone teilweise), erweiterte Analytics |
| Premium / Plus | ab ca. 169 EUR/Monat | Karriereseiten-Builder, erweiterte Bewertungs-Workflows, mehr Integrationen |
| Enterprise | individuell | SSO, dedizierter Customer Success, API, Custom-Workflows |
Kostenpflichtige Premium-Postings (z. B. StepStone, LinkedIn Sponsored) werden zusätzlich pro Anzeige abgerechnet — typischerweise 200–800 EUR je nach Kanal und Laufzeit. Diese Budgets gehst du direkt aus dem JOIN-Dashboard ein, das Tool agiert als Vermittler.
Einordnung: Der Free-Plan ist ehrlich — kein Trial, keine Kreditkartenfalle. Wer mehr Anzeigen oder Premium-Distribution braucht, zahlt mit ca. 99 EUR/Monat deutlich weniger als bei Personio Recruiting (ab ca. 150 EUR) oder SmartRecruiters (Enterprise-only). Für KMU mit klarem Volumen ist das Preis-Leistungs-Verhältnis der Hauptgrund, JOIN überhaupt anzuschauen.
Stärken im Detail
Free-Tier ist wirklich kostenlos. Das ist im Recruiting-Markt selten. Du bekommst drei aktive Anzeigen, Multiposting auf rund zehn kostenlosen Jobbörsen, eine echte Bewerber-Pipeline und Team-Collaboration — ohne Zahlungsmittel zu hinterlegen. Genau das macht JOIN für Startups und kleinere Mittelständler so zugänglich.
Multiposting-Reichweite. Mit über 250 angebundenen Jobbörsen — von Indeed, XING und Glassdoor bis hin zu Nischen-Boards — sparst du dir das manuelle Einstellen auf jedem einzelnen Portal. Eine Anzeige, ein Klick, viele Kanäle. Das ist operativ der größte Hebel.
KI-Assistent für Anzeigentexte. Du gibst Berufsbezeichnung, Branche und ein paar Stichworte ein, und JOIN baut dir einen strukturierten Anzeigenrohling: Aufgaben, Anforderungen, Benefits, Über-uns. Sehr nützlich, wenn du sonst vor einem leeren Word-Dokument sitzt. Der Output ist solide, aber template-haft — du wirst nacharbeiten.
Integriertes Bewerbermanagement. Bewerbungen landen direkt in einer Kanban-Pipeline, du kannst Status setzen, Notizen schreiben, Teamfeedback einholen. Für Unternehmen, die bisher Bewerbungen in Outlook-Threads verloren haben, ist das ein Quantensprung — auch ohne KI-Buzz.
Echtes EU-Hosting und deutscher Support. Server stehen in der EU, JOIN Solutions sitzt in Berlin (offiziell als JOIN Solutions AG aus der Schweiz heraus operierend, deutsche Tochter in Berlin), Support antwortet auf Deutsch. Das ist im DSGVO-Kontext kein Bonus, sondern Mindestanforderung — und JOIN liefert.
Schwächen ehrlich betrachtet
Die “KI” ist im Wesentlichen Textgenerierung. JOIN vermarktet sich gern als KI-Recruiting-Plattform, aber das ist großzügig formuliert. Was du bekommst: einen GPT-basierten Anzeigen-Assistenten plus ein paar Vorschläge zur Vollständigkeit. Was du nicht bekommst: KI-gestütztes Matching von Bewerbenden auf Stellenprofile, automatische Lebenslauf-Bewertung, Skill-Extraktion oder Bias-Detection. Wer das sucht, ist bei spezialisierten Tools (z. B. Beamery, Eightfold) besser aufgehoben.
Premium-Postings sind teuer und intransparent vorgepreist. Die Anbindung an StepStone oder LinkedIn ist da, aber die Kosten pro Posting kommen on-top — und sind nicht immer auf den ersten Blick klar. Plane mit 200–800 EUR pro Premium-Anzeige zusätzlich zum Abopreis.
Tiefe ATS-Funktionen fehlen oder sind kostenpflichtig. Wer komplexe Workflows mit Hiring-Manager-Freigaben, mehrstufigen Bewertungs-Scorecards oder Onboarding-Übergaben braucht, stößt schnell an Grenzen. Die Tiefe von Greenhouse oder Personio Recruiting wird nicht erreicht.
API und Integrationen sind dünn. Wenn du JOIN an dein Personio, Sage HR oder DATEV-Setup anbinden willst, geht das — aber oft nur über Workarounds, Zapier oder mit dem Enterprise-Plan. Für reine Recruiting-Spezialist:innen ohne Tooling-Zoo ist das egal, für integrierte HR-Setups ein echter Reibungspunkt.
Reporting bleibt oberflächlich. Bewerbungs- und Conversion-Statistiken gibt es, aber für Recruiter:innen, die Cost-per-Hire, Time-to-Fill nach Channel oder Funnel-Drop-off-Analysen wirklich tief auswerten wollen, ist das Dashboard zu schmal.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du … willst | Schau dir an |
|---|---|
| Vollständige HR-Suite (Recruiting + Personalakte + Lohn) | Personio |
| Etablierter DACH-ATS-Anbieter mit tieferer Workflow-Tiefe | Softgarden |
| Enterprise-ATS mit datengetriebenem Recruiting-Reporting | Greenhouse |
| Echtes KI-Matching von Lebensläufen auf Stellenprofile | Textkernel |
| Bias-Check und sprachliche Optimierung deiner Anzeigen | Textio |
In derselben Liga konkurrieren zusätzlich Workable, Recruitee, SmartRecruiters, Stellenanzeigen.de und die Indeed Hiring Platform — alle mit ähnlichem Funktionsumfang, aber jeweils anderem Schwerpunkt (Recruitee: schöneres UI, SmartRecruiters: Enterprise, Indeed: Reichweiten-King). Für DACH-Mittelstand bleibt JOIN durch den ehrlichen Free-Tier und das EU-Hosting trotzdem ein guter erster Anlaufpunkt.
So steigst du ein
Schritt 1: Registriere dich kostenlos auf join.com — kein Zahlungsmittel nötig. Lege ein Unternehmensprofil mit Logo, Beschreibung und Webseite an. Das wird automatisch in deinen Anzeigen ausgespielt und entscheidet mit über die Klickrate.
Schritt 2: Klick auf “Stelle ausschreiben” und nutze den KI-Assistenten: Gib Berufsbezeichnung, Abteilung, Standort und drei bis fünf Stichworte zur Position ein. JOIN generiert einen strukturierten Entwurf mit Aufgaben, Anforderungen und Benefits. Plane 15–20 Minuten Nachbearbeitung ein — der Roh-Text ist nutzbar, aber generisch.
Schritt 3: Wähle die Jobbörsen aus (im Free-Plan rund zehn kostenlose Kanäle), prüfe die Vorschau und veröffentliche. Bewerbungen landen automatisch in der integrierten Pipeline. Lade Hiring-Manager:innen als Mitnutzer ein, damit Bewertungen direkt im Tool stattfinden — nicht in E-Mail-Threads.
Ein konkretes Beispiel
Ein mittelständisches Handelsunternehmen aus Münster mit 80 Mitarbeitenden nutzt JOIN seit zwei Jahren kostenlos für 2–3 Einstellungen pro Jahr. Die Office-Managerin, die das Recruiting nebenbei verantwortet, spart pro Anzeige etwa 45 Minuten beim Erstellen der Rohstruktur — der KI-Assistent liefert einen sauberen ersten Wurf, der dann intern auf Tonalität getrimmt wird. Durch das kostenlose Multiposting auf Indeed, XING und drei Branchenboards laufen pro Stelle 30–50 Bewerbungen ein, statt früher zehn bis fünfzehn bei manuell einzeln geschalteten Anzeigen. Für eine besonders schwer zu besetzende Lagerleitungs-Position hat das Unternehmen einmal zusätzlich ein StepStone-Premium-Posting für rund 600 EUR über JOIN gebucht — Bewerbungen kamen direkt in dieselbe Pipeline, ohne Wechsel der Oberfläche.
DSGVO & Datenschutz
- Hosting: Server in der EU (laut JOIN: Frankfurt), Datenverarbeitung nach DSGVO.
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV): Standardmäßig verfügbar, im Self-Service-Bereich abschließbar — wichtig für jeden produktiven Einsatz.
- KI-Assistent: Nutzt im Hintergrund Large Language Models (vermutlich OpenAI). Eingaben können zur Verbesserung des Dienstes genutzt werden — keine sensiblen Bewerberdaten in den Anzeigen-Generator eingeben.
- Bewerberdaten: Verschlüsselt gespeichert, Löschfristen konfigurierbar, Bewerbende können Auskunft und Löschung über JOIN selbst anfragen.
- Empfehlung: Für regelmäßige Nutzung AVV abschließen und in deinen Datenschutzhinweisen für Bewerbende JOIN als Auftragsverarbeiter nennen.
Gut kombiniert mit
Personio: Wenn JOIN das Front-End fürs Recruiting ist, übernimmt Personio die nachgelagerte Personaladministration — Vertrag, Onboarding, Stammdaten. Eingestellte Bewerbende können (mit etwas manuellem Übertragen oder via Zapier) sauber von JOIN nach Personio wandern.
ChatGPT oder Claude: Den JOIN-KI-Assistenten ergänzen mit einem allgemeinen LLM für tiefere Textarbeit — z. B. um Anzeigen auf Gender-neutrale Sprache zu prüfen, mehrere Tonalitäts-Varianten zu testen oder Anzeigentexte für unterschiedliche Zielgruppen anzupassen. Das ist die einfachste Lösung für die Bias-Lücke im JOIN-eigenen Assistenten.
Calendly: Für Erstgespräche direkt aus dem Bewerbungsprozess heraus — einfach den Calendly-Link in die Pipeline-Stage “Erstgespräch geplant” einbauen, Bewerbende buchen selbstständig. Spart das Hin und Her per E-Mail.
Unser Testurteil
⭐⭐⭐ — Solide Drei-Sterne-Wertung. JOIN ist eine ehrliche, gut bedienbare Recruiting-Plattform, die genau das liefert, was sie verspricht: Multiposting, einfaches ATS, ein hilfreicher Anzeigentext-Assistent, EU-Hosting. Für DACH-Mittelständler mit moderatem Recruiting-Volumen ist sie ein glaubwürdiger Pick — der Free-Tier ist real, der Einstieg reibungslos.
Was die vierte Stern kostet: Die KI-Tiefe bleibt hinter dem Marketing zurück. Echtes Matching, Lebenslauf-Screening oder Bias-Checks fehlen. Wer JOIN strikt als Multiposting-Plus-ATS-Tool sieht, ist zufrieden. Wer “KI-Recruiting” wörtlich nimmt, wird enttäuscht. Die zweite Bremse: Premium-Reichweite kostet on-top, und tiefe Reportings oder API-Integrationen sind nicht JOINs Stärke.
Empfehlung: Für KMU mit 5–50 Einstellungen pro Jahr, die heute noch keine Recruiting-Plattform nutzen, ist JOIN fast immer der richtige erste Schritt. Für alles darüber lohnt der Blick auf Personio Recruiting, Workable oder SmartRecruiters.
Was wir bemerkt haben
- Mai 2026 — Frontmatter und Pricing-Tiers gegen aktuell verfügbare Quellen abgeglichen; Free-Tier weiterhin ohne Kreditkarte aktivierbar.
- 2024 — JOIN hat sein KI-Modul stärker beworben, der funktionale Sprung blieb aber überschaubar — weiterhin primär Anzeigentext-Generierung, kein Matching.
- Hinweis: Die Außenkommunikation als “Berliner Recruiting-Plattform” ist üblich, juristisch operiert die Muttergesellschaft als JOIN Solutions AG aus der Schweiz heraus mit Operations-Hub in Berlin — beim AVV genau hinschauen, welche Entität dein Vertragspartner ist.
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