IBM Maximo Application Suite
IBM
IBMs Enterprise-Asset-Management-Suite, der etablierte Standard bei Versorgungsunternehmen, KRITIS-Betreibern und Industrie. Die Maximo Application Suite (MAS) verbindet klassisches Instandhaltungsmanagement (EAM) mit Asset Performance Management (APM), Reliability-Centered Maintenance und KI-Funktionen für Predictive Maintenance, Bildinspektion (Drohnen, Kameras) und MRO-Inventaroptimierung. SaaS auf AWS oder Azure, alternativ on-premise. AppPoints-Lizenzmodell mit drei SaaS-Editionen: Essentials, Standard, Premium.
Kosten: AppPoints-Credit-System; SaaS Essentials ab ca. 3.679 EUR/Monat (bis 25 Nutzer, 1 Umgebung, 100 Work Orders/h); Standard und Premium auf Anfrage; Client-Managed (on-prem/private cloud) ab fünfstelligen Jahresbeträgen; Gesamtprojektbudgets bei Energieversorgern oft sechs- bis siebenstellig
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Stärken
- Marktführer im Enterprise Asset Management (EAM), De-facto-Standard bei großen Versorgern und Industrie
- Drei klar gestaffelte SaaS-Editionen (Essentials, Standard, Premium) seit 2024 deutlich übersichtlicher als alte Modul-Lizenzierung
- AppPoints-Lizenz: Funktionen und Nutzer flexibel skalierbar ohne neue Verträge
- KI-Module integriert: Asset Health, Predictive Maintenance, Computer-Vision-Inspektion via Drohnen/Kameras
- Tiefe Konnektivität zu SCADA, IoT, Historian-Systemen (AVEVA PI, OSIsoft)
- On-Premise-Deployment für KRITIS-Compliance möglich; Cloud-Deployment auf AWS oder IBM Cloud (EU-Regionen)
- Deutschsprachiger Support über IBM und das große Partner-Netzwerk verfügbar
- Branchen-Templates für Energie, Manufacturing, Oil & Gas, Verkehr, Behörden
Einschränkungen
- Hohe Implementierungskomplexität, Projekte dauern typisch 6-18 Monate
- Hoher TCO: Lizenzen plus Consulting macht Maximo für Betreiber unter 200 Mitarbeitenden meist unwirtschaftlich
- Migration von Maximo Classic auf MAS ist aufwendig und kostet eigene Projektphase
- Kein Self-Service-Einstieg, zwingend IBM-Partner oder erfahrener Systemintegrator nötig
- Predictive-Maintenance-Module brauchen historische Daten und ML-Erfahrung, keine Plug-and-Play-Lösung
- UX ist solide, aber funktional, nicht auf dem Niveau moderner SaaS-Tools für Endanwender
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du verwaltest hunderte bis tausende Assets mit komplexen Wartungsregimen
- Du brauchst KRITIS-konforme Nachweise zu Anlagenverfügbarkeit und Wartungsfristen
- Du willst von zeitgesteuerter auf zustandsbasierte Wartung wechseln (CBM/Predictive)
- Du hast Budget und Bereitschaft für ein 6-18-Monats-Implementierungsprojekt
Wann nein
- Du bist unter 50 Mitarbeitende, Maximo ist überdimensioniert und unwirtschaftlich
- Du brauchst eine simple Wartungsplanung, eine CMMS-Cloud-Lösung reicht
- Du hast kein IT-Budget für externes Consulting, Implementierung ohne Partner ist nicht realistisch
- Du willst eine moderne, App-artige UX für deine Endanwender ohne Schulung
Kurzfazit
IBM Maximo Application Suite (MAS) ist der Branchenstandard für Enterprise Asset Management in kapitalintensiven Industrien, Energie, Wasser, Gas, Manufacturing, Oil & Gas, Verkehr, Verteidigung. Mit der MAS-Konsolidierung (seit 2021) und den drei SaaS-Editionen Essentials, Standard, Premium (seit 2024) ist das Lizenzmodell deutlich klarer geworden, über das AppPoints-Credit-System kannst du Module und Nutzer flexibel ergänzen. KI-Funktionen für Predictive Maintenance, Bildinspektion (Drohnen, Kameras) und MRO-Inventaroptimierung sind direkt integriert. Schwächen: hohe Komplexität, langer Implementierungszyklus (6-18 Monate), für Betreiber unter 200 Mitarbeitenden in der Regel zu teuer. Wer aber im Energienetzbetrieb, in Großindustrie oder KRITIS arbeitet, kommt an Maximo selten vorbei, und mit MAS ist die Plattform technisch wieder konkurrenzfähig zu modernen APM-Tools.
Für wen ist IBM Maximo?
Gas- und Stromnetzbetreiber: Wer hunderte Kilometer Leitungsnetz, tausende Regelanlagen, Trafostationen und Schaltanlagen verwaltet, braucht ein zentrales EAM-System. Maximo deckt DVGW-G-495-Prüffristen, BNetzA-Monitoringberichte und die typischen Wartungsregimes nativ ab, das ist in dieser Tiefe selten in anderen Tools verfügbar.
Industrie und Manufacturing: Anlagenintensive Produktion (Brauereien, Lebensmittel, Chemie, Pharma) profitiert von Reliability-Centered Maintenance und Condition-Based Maintenance. Spendrups Bryggeri ist ein Referenz-Case auf der IBM-Website, von zeitgesteuerter auf zustandsbasierte Wartung umgestellt, mit messbarer Reduktion der Stillstandszeit.
Oil & Gas, Raffinerien: Sehr komplexe Anlagenparks, hohe regulatorische Anforderungen, lange Asset-Lebenszyklen. Maximo ist hier seit Jahrzehnten gesetzt, die Branchen-Templates und das Partner-Ökosystem für SAP-PM-Migrationen sind ausgereift.
KRITIS-Betreiber: Wer unter BSI-IT-SiG, NIS2 oder Sektor-spezifische Regulierung fällt, braucht nachweisbare Wartungsprozesse, Auditierbarkeit und SCADA-Integration. Maximo bietet das out-of-the-box, mit der Option, on-premise zu betreiben.
Öffentliche Verwaltung und Verteidigung: Liegenschaftsverwaltung, Fuhrparks, technische Infrastruktur, Behörden setzen Maximo häufig für komplexe Asset-Portfolios ein. Über die Real-Estate-Module lassen sich auch Flächenmanagement und Mietverwaltung abdecken.
Datacenter- und Renewables-Betreiber: Seit MAS hat IBM dedizierte Asset-Klassen für Renewables (Solar, Wind, Storage) und Data Centers, die Performance-Analyse von PV- und Windparks integriert über Sensor- und Wetterdaten ist ein wachsendes Anwendungsfeld.
Weniger geeignet für: Kleine Betriebe (<50 Mitarbeitende, die Komplexität rechtfertigt den Aufwand nicht), Unternehmen ohne IT-Budget für Implementierungspartner, Teams, die eine moderne Mobile-First-UX ohne Schulung erwarten, und Greenfield-Projekte mit knappem Zeitplan, die Implementierung dauert.
Preise im Detail
| Edition | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Essentials (SaaS) | ab ca. 3.679 EUR/Monat | Bis 25 Nutzer, 1 Produktions-Umgebung, 100 Work Orders/h, 1.000 Health Scores/h, Entry-Level EAM + Asset Health, optional KI-Service, Mobile EAM, Computer-Vision-Inspektion (Add-on) |
| Standard (SaaS) | Auf Anfrage | Vollständiges MAS: EAM + APM + RCM + Real Estate & Facilities + Inventory Optimization in einer Suite |
| Premium (SaaS) | Auf Anfrage | Hochkonfigurierbar, spezifische Wartungs-, DR- und Datenarchiv-Anforderungen, maximale operative Flexibilität |
| Client-Managed (on-prem / private cloud) | Auf Anfrage, fünfstelliger Jahresbetrag aufwärts | Volle Kontrolle, eigene Hardware, AppPoints-Lizenz |
| AWS Marketplace | Pay-as-you-go über AWS-Konto | ”Buy now on AWS”, schnellerer Einkauf, AWS-Credits anrechenbar |
Einordnung: Die Essentials-Edition ist seit 2024 der niedrigste Einstieg, mit ca. 3.679 EUR/Monat für bis zu 25 Nutzer wird Maximo erstmals auch für Mittelständler greifbar. Davor war der Einstieg eher ab niedrigem fünfstelligem Monatsbeitrag. Für die meisten KRITIS-Betreiber und Industriebetriebe ist Standard der Sweetspot, die volle Suite ohne individuelle Kalkulation. Premium lohnt nur bei sehr großen, komplexen Deployments mit speziellen DR-, Datenarchiv- oder Multi-Region-Anforderungen. Wichtig: Die reinen Lizenzkosten sind nur ein Teil der Rechnung. Implementierungskosten via IBM-Partner liegen typisch bei 1,5 bis 5x der Jahreslizenz, das muss von Anfang an im Business Case stehen. Wer 100.000 EUR/Jahr Lizenz zahlt, plant 200.000-500.000 EUR Setup-Aufwand ein.
Stärken im Detail
Marktführerschaft im EAM-Segment. Maximo gilt seit Jahrzehnten als Goldstandard für komplexes Asset Management, Gartner stuft IBM regelmäßig als Leader im Magic Quadrant for Enterprise Asset Management ein. Das bedeutet konkret: bewährte Branchen-Templates, riesiges Partner-Ökosystem, große Community an Spezialisten, und sehr gute Integrationen zu SAP, Oracle, Microsoft Dynamics und proprietären SCADA-Systemen.
MAS-Konsolidierung räumt mit Alt-Komplexität auf. Vor 2021 war Maximo eine Sammlung separater Produkte (Maximo Asset Management, Maximo Health, Maximo Predict, Maximo Monitor, Maximo Visual Inspection, Maximo Assist) mit eigener Lizenzierung. Die Maximo Application Suite hat das zu einer Plattform mit AppPoints-Lizenz zusammengefasst. Wer heute startet, kommt mit weniger Vertragskomplexität davon als vor 2021.
Drei klare SaaS-Editionen seit 2024. Essentials, Standard, Premium, das ist ein vertrauter Aufbau, der die Einkaufsentscheidung deutlich beschleunigt. Insbesondere die Essentials-Edition mit transparentem Einstiegspreis senkt die Hürde für Mittelständler erheblich.
KI-Integration ist substantiell, kein Marketing-Sticker. Asset Health Scores, Predictive Maintenance (Anomalie-Erkennung auf Sensorzeitreihen), Visual Inspection (Defekterkennung in Bildern von Drohnen, Kameras, mobilen Geräten), Inventory Optimization (AI-gestützte MRO-Bestandsführung), alle KI-Module sind Teil der MAS-Plattform und nicht separat zu lizenzieren. IBM nutzt eine Mischung aus eigenen ML-Modellen und watsonx-basierten Foundation Models.
SCADA- und Historian-Integration ist branchenführend. Maximo bindet AVEVA PI, OSIsoft, GE Proficy, Siemens-Systeme und proprietäre Historians über bewährte Konnektoren ein. Das ist in Brownfield-Umgebungen mit jahrzehntealter Anlagenautomatisierung ein klarer Vorteil, viele neuere APM-Tools haben hier deutlich weniger Tiefe.
On-Premise-Option für KRITIS. Wer aus regulatorischen Gründen nicht in die Cloud darf (z. B. BSI-IT-SiG, kritische Verteidigungsanlagen), kann Maximo on-premise oder in einer privaten OpenShift-Umgebung betreiben. Die SaaS-Version läuft auf AWS oder IBM Cloud, letztere mit EU-Regionen verfügbar.
Deutschsprachiger Support und großes Partner-Netzwerk. IBM hat starke deutsche Präsenz. Implementierungspartner wie Sytrol, BPS, Cognizant, DXC, Capgemini, T-Systems und viele Branchen-Spezialisten decken den DACH-Markt ab, das ist im Vergleich zu vielen US-amerikanischen APM-Anbietern ein echter Vorteil.
Schwächen ehrlich betrachtet
Implementierungsdauer ist real lang. 6-18 Monate bis zum Produktivbetrieb ist die typische Spanne für ein neues Maximo-Projekt. Asset-Inventur, Stammdatenmigration, Workflow-Anpassung, Schulung, Integration mit ERP und SCADA, jeder Schritt braucht Zeit. Wer „in drei Monaten produktiv” braucht, ist mit Maximo systematisch überfordert.
TCO ist hoch. Lizenz + Implementierung + Wartung + Schulung + Customizing. Für Betriebe unter 200 Mitarbeitenden lohnt sich der Aufwand selten, günstigere CMMS-Lösungen (Fiix, Limble, MaintainX) decken Basisbedarfe oft ausreichend ab. Maximo macht den Unterschied erst bei großen, komplexen Anlagenparks.
Migration von Maximo Classic auf MAS ist eigenes Projekt. Wer noch auf Maximo 7.6 läuft (viele Bestandskunden), steht vor einer Migration mit Datenkonvertierung, Workflow-Anpassung und teilweise Re-Training. Das ist ein eigenes 6-12-Monats-Projekt, das parallel zum laufenden Betrieb stemmen muss.
Predictive Maintenance verlangt Daten und Erfahrung. Die KI-Module sind eingebaut, aber keine Plug-and-Play-Lösung. Für sinnvolle Modelle brauchst du historische Sensordaten (mindestens 6-12 Monate), saubere Failure-Labels, und einen Data Scientist oder Reliability Engineer, der die Modelle interpretiert. Wer das unterschätzt, bekommt ein „KI ist nicht produktiv”-Erlebnis.
UX ist funktional, nicht modern. Maximo bedient sich konservativer Enterprise-Ästhetik. Für Techniker im Außendienst (Mobile EAM) ist die UX akzeptabel, aber kein Wow-Erlebnis. Wer Endanwender mit App-artiger UX gewinnen will, ist mit moderneren Mobile-First-Tools (z. B. Limble, MaintainX) besser bedient, die haben aber wiederum weniger Tiefe im Enterprise-Bereich.
AppPoints-Modell ist flexibel, aber initial intransparent. Das Credit-System erlaubt flexibles Skalieren, macht aber die Erstkalkulation für Einkäufer schwierig, wie viele AppPoints brauche ich für X Nutzer und Y Module? Hier ist IBM-Partner-Beratung praktisch Pflicht.
Lock-in über Customizing. Sobald du Maximo intensiv anpasst (Workflows, Berichte, Schnittstellen, eigene Felder), wird ein Wechsel zu einem anderen EAM-System ein Großprojekt. Das ist branchenüblich, aber Realität.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Eine SAP-zentrische ERP-Welt hast | |
| KMU-tauglich, modern, schnell einzuführen | Limble oder MaintainX (kein Tool-Page; cloudbasiert, < 6 Wochen Setup) |
| Spezielle Renewables-/PV-Analyse brauchst | |
| Open-Source-EAM-Basis bevorzugst | CMMS-Open-Source-Lösungen wie Maintenance Portal (eingeschränkt skalierbar) |
| Eine Cloud-native APM-Plattform für KRITIS willst |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: GE Digital Asset Performance Management (APM) (starker Wettbewerber, insbesondere im Energiesektor), Hexagon EAM (ehemals Infor EAM, fokussiert auf Manufacturing), Bentley AssetWise (Infrastruktur, Verkehr), Asset Suite (von Wonderware / AVEVA), eMaint und Maintenance Connection (KMU-tauglich). IBM Maximo bleibt im Enterprise-Segment der Default, sobald du in den Mittelstand oder Cloud-native Segmente schaust, gibt es spezialisierte Alternativen mit niedrigerer Einstiegshürde.
So steigst du ein
Schritt 1: Asset-Inventur und Use-Case-Definition. Bevor du IBM oder einen Partner ansprichst, kläre intern: Welche Anlagenklassen sollen ins System? Welche Wartungsprozesse stehen heute auf Excel/PDF? Welche Compliance-Anforderungen (BNetzA, BSI, DVGW) musst du abdecken? Welche Integrationen sind zwingend (SAP PM, SCADA, GIS)? Eine saubere Inventur und Priorisierung beschleunigt das spätere Setup erheblich.
Schritt 2: IBM-Partner für Fit-Gap-Analyse beauftragen. Maximo wird in der Regel nicht direkt von IBM, sondern über zertifizierte Partner implementiert. Wähle einen Partner mit Branchenerfahrung (Energie, Manufacturing, Pharma, je nach Use Case) und beauftrage eine Fit-Gap-Analyse: Was kann Maximo Standard, was muss customized werden, welche Schnittstellen sind kritisch? Das ist die Grundlage für den Implementierungsplan.
Schritt 3: Pilotbereich starten, nicht alles auf einmal. Wähle einen klar abgegrenzten Bereich (z. B. „Hausdruckregelanlagen Stadtteil West” oder „Produktionslinie 3”), implementiere dort den vollen Workflow (Asset-Stammdaten, Wartungsaufträge, Mobile EAM, Reporting) und gewinne 6 Monate Betriebserfahrung. Erst dann ausrollen. Predictive-Maintenance-Module kommen in einer zweiten Phase, sobald genug Sensordaten vorliegen.
Schritt 4: SCADA- und ERP-Integration konsolidieren. Maximo sollte das führende System für Instandhaltung sein, SAP für Finanzen, das SCADA für Echtzeit-Steuerung. Klare Trennung der Verantwortlichkeiten verhindert Doppelpflege und Synchronisationsprobleme. Konnektoren werden vom Implementierungspartner gebaut und getestet.
Ein konkretes Beispiel
Ein regionaler Gasnetzbetreiber aus NRW (310 Mitarbeitende, 800 km Leitungsnetz, 4.200 Regelanlagen, KRITIS-Pflicht) verwaltete Wartungsaufträge bisher in Excel und einer alten Access-Datenbank. Mit IBM Maximo Application Suite (Standard SaaS auf AWS, Region eu-central-1 Frankfurt) werden alle Regelanlagen als Assets erfasst, DVGW-G-495-Prüffristen automatisch terminiert, Außendiensttechniker bestätigen Wartungen mobil via Maximo Mobile. Ein Predictive-Maintenance-Modell (Asset Health) wertet Sensorzeitreihen aus AVEVA PI aus und warnt vor erhöhter Ausfallwahrscheinlichkeit einzelner Regler. Visual Inspection analysiert Drohnenaufnahmen von Stationen quartalsweise auf Korrosion und Vegetationsbewuchs. Ergebnis nach 12 Monaten Produktivbetrieb: Rate überfälliger Prüfungen von 8 % auf unter 1 % gesunken, Wartungsstatistik für BNetzA-Monitoringbericht wird automatisch generiert (vorher 4 Personentage manuell), Identifikation von 12 vorausschaubaren Defekten durch Asset-Health-Scores. Implementierungsprojekt: 11 Monate, externer Partner-Aufwand ca. 480.000 €, jährliche Lizenz Standard SaaS ca. 180.000 €. Amortisation primär über vermiedene Bußgelder und reduzierte Notfalleinsätze.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting SaaS: AWS-Regionen (eu-central-1 Frankfurt für DACH-Kunden) oder IBM Cloud (EU-Regionen verfügbar). Region wird bei Vertragsabschluss vereinbart.
- Datenhosting Client-Managed: Eigenes Rechenzentrum oder Private OpenShift-Cluster, keine Datenübermittlung an IBM.
- Datennutzung: IBM nutzt Kundendaten nicht für eigene Produktentwicklung oder Modelltraining. Predictive-Maintenance-Modelle werden auf Kundendaten innerhalb des Kunden-Tenants trainiert, nicht modellübergreifend.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Standardmäßig im IBM-Servicevertrag enthalten, plus Standard Contractual Clauses für Drittländer-Übermittlungen (falls SaaS-Support aus US-Regionen).
- Audit-Logs und Compliance-Reports: ISO 27001, SOC 2 Type II, BSI C5 für SaaS verfügbar. Audit-Trail in Maximo ist nativ, wichtig für KRITIS-Nachweise.
- Empfehlung für Unternehmen: Für KRITIS-Betreiber ist Client-Managed-Deployment in eigenem Rechenzentrum der konservativste Pfad, SaaS in IBM Cloud EU der pragmatische Mittelweg, SaaS auf AWS Frankfurt der kostengünstigste. Datenschutz-Folgenabschätzung und Pen-Test der Integrationen sind Standardpflichten.
Gut kombiniert mit
, die De-facto-Kombination im Energie- und Industriesektor: AVEVA PI sammelt Sensorzeitreihen aus SCADA und Anlagen, Maximo nutzt diese Daten für Asset-Health-Scoring, Predictive Maintenance und Reporting. Die Integration ist seit Jahren erprobt. , als alternative Zeitreihendatenbank für Sensordaten, wenn keine etablierte PI-Welt vorhandeb ist. InfluxDB ist günstiger und moderner; Maximo bindet sich über REST-API an. , für Edge-nahe Vorverarbeitung von Sensordaten, Predictive Maintenance an der Maschine, Filterung großer Datenströme vor der Übergabe an Maximo. Eine sinnvolle Architektur für Industrial-IoT-Setups.
Unser Testurteil
IBM Maximo Application Suite verdient 3 von 5 Sternen. Inhaltlich und technisch ist Maximo im Enterprise-Asset-Management nach wie vor Spitzenklasse, Branchen-Templates, KI-Integration, On-Premise-Option, deutschsprachiger Support und ein großes Partner-Netzwerk sind harte Vorteile gegenüber Wettbewerbern. Die MAS-Konsolidierung und die drei SaaS-Editionen seit 2024 haben das Lizenzmodell deutlich modernisiert. Den vierten und fünften Stern verliert es durch die strukturelle Hürde: Implementierungsdauer von 6-18 Monaten, hoher TCO inklusive Consulting, Komplexität der UX und die Tatsache, dass Maximo für Betriebe unter 200 Mitarbeitenden meist überdimensioniert ist. Für die Zielgruppe (große Versorger, Industrie, KRITIS) ist Maximo die richtige Wahl und seinen Preis wert. Für kleinere Mittelständler sind moderne Cloud-CMMS-Lösungen oft die pragmatischere Antwort.
Was wir bemerkt haben
- 2024, IBM hat die drei klaren SaaS-Editionen Essentials, Standard, Premium eingeführt. Damit wird der Einstieg für Mittelständler erstmals greifbar, die Essentials-Edition bei ca. 3.679 EUR/Monat für bis zu 25 Nutzer ist eine Einstiegshürde, die vor 2024 kaum existierte.
- 2024, AWS Marketplace-Verfügbarkeit (“Buy now on AWS”): Maximo lässt sich direkt über das AWS-Konto buchen, mit anrechenbaren AWS-Credits. Das vereinfacht den Einkauf für Unternehmen, die ohnehin auf AWS sind, und ist ein deutliches Zeichen, dass IBM die SaaS-Verfügbarkeit ernst nimmt.
- 2023-2024, Integration mit watsonx.ai: Foundation Models (sowohl IBM-eigene Granite-Modelle als auch externe wie Llama) werden für Predictive Maintenance, Inspection und Inventaroptimierung genutzt. Das ist ein qualitativer Sprung gegenüber den älteren klassischen ML-Modellen in Maximo Predict.
- 2021, IBM hat die separaten Maximo-Produkte (Asset Management, Health, Predict, Monitor, Visual Inspection, Assist) zur Maximo Application Suite (MAS) konsolidiert. Lizenzmodell auf AppPoints-Credits umgestellt. Das war der wichtigste strategische Schritt der letzten Dekade, viele Bestandskunden migrieren bis heute schrittweise von Maximo Classic 7.6 auf MAS.
- 2022-2024, IBM hat das Partner-Ökosystem in DACH gezielt ausgebaut. Heute gibt es eine wachsende Zahl spezialisierter Maximo-Beratungshäuser, was die Implementierungsrisiken senkt, vor 2020 war die Beraterauswahl deutlich enger.
- Mai 2026, Maximo Classic 7.6 wird weiter unterstützt, aber der strategische Fokus liegt klar auf MAS. Neue Funktionen (KI, Cloud-native Features, neue Branchen-Templates) gibt es ausschließlich in MAS. Bestandskunden auf 7.6 sollten ihre Migration spätestens 2026/2027 planen.
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