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govdigital

govdigital eG

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govdigital ist eine Genossenschaft öffentlich-rechtlicher IT-Dienstleister in Deutschland. Sie bietet souveräne Cloud-Infrastruktur, KI-Dienste und gemeinsame digitale Lösungen ausschließlich für die öffentliche Verwaltung, mit Datenverarbeitung in deutschen Rechenzentren und ohne Abhängigkeit von US-Hyperscalern.

Kosten: Nutzungsbasiert über Rahmenverträge; Beschaffung über Mitgliedsorganisationen oder öffentliche Ausschreibung

Stärken

  • Datenhosting ausschließlich in deutschen Rechenzentren, kein Risiko durch US Cloud Act
  • 31 Mitgliedsorganisationen bilden ein breites öffentlich-rechtliches Netzwerk
  • Aufbau eines gemeinsamen KI-Ökosystems für Verwaltungs-KI (gd.KI-Werkstatt)
  • Beschaffung über bestehende Rahmenverträge der Mitgliedsorganisationen möglich
  • Speziell auf Behördenanforderungen und BSI-Grundschutz ausgerichtet

Einschränkungen

  • Ausschließlich für öffentliche Einrichtungen und deren IT-Dienstleister zugänglich
  • KI-Angebote noch im Aufbau, kein produktionsreifes Vollsortiment
  • Beschaffung über Ausschreibung oder Rahmenvertrag, kein Self-Service wie bei kommerziellen Anbietern
  • Wenig Preistransparenz nach außen, Konditionen nur für Mitglieder und Behörden einsehbar

Passt gut zu

Bundesbehörden und Landesverwaltungen mit sensiblen Hoheitsdaten IT-Dienstleister der öffentlichen Hand (Dataport, ekom21, AKDB u.a.) Kommunalverwaltungen mit BSI-Grundschutz-Anforderungen Öffentliche Einrichtungen, die digitale Souveränität gegenüber US-Cloud-Anbietern anstreben

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du arbeitest in einer Bundesbehörde, Landesbehörde oder Kommunalverwaltung
  • Deine Behörde verarbeitet sensible Hoheitsdaten und braucht garantierte deutsche Datenhaltung
  • Du willst KI-Dienste einführen, die BSI-Grundschutz-konform betrieben werden
  • Dein IT-Dienstleister ist bereits Mitglied der govdigital-Genossenschaft

Wann nein

  • Du arbeitest in der Privatwirtschaft, govdigital ist ausschließlich für öffentliche Einrichtungen
  • Du suchst sofort einsetzbare, produktionsreife KI-Dienste ohne Vorlaufzeit
  • Du brauchst einen einzelnen SaaS-Dienst, nicht Cloud-Infrastruktur
  • Deine Organisation hat keinen govdigital-Mitgliedspartner als IT-Dienstleister

Kurzfazit

govdigital ist kein kommerzielles Cloud-Produkt, es ist eine Infrastruktur-Genossenschaft der öffentlichen Hand, die digitale Souveränität für deutsche Behörden ermöglicht. Wer als Verwaltung AWS, Azure oder Google Cloud wegen US Cloud Act-Risiken nicht einsetzen darf, findet hier eine rechtskonforme Alternative mit deutschen Rechenzentren und öffentlich-rechtlichem Betrieb. Die Stärke ist die Unabhängigkeit von US-Anbietern; die Schwäche ist, dass der KI-Bereich noch im Aufbau ist und der Zugang auf öffentliche Einrichtungen beschränkt bleibt. Für die Privatwirtschaft ist govdigital schlicht nicht zugänglich.

Für wen ist govdigital?

Bundesbehörden und Landesverwaltungen: Behörden, die Hoheitsdaten verarbeiten und datenschutzrechtlich an strenge Vorgaben gebunden sind, erhalten mit govdigital eine souveräne Cloud-Infrastruktur. Kein US-amerikanischer Hyperscaler, kein Risiko durch extraterritoriale US-Gesetze wie den Cloud Act.

IT-Dienstleister der öffentlichen Hand: Mitgliedsorganisationen wie Dataport (Norddeutschland), ekom21 (Hessen), AKDB (Bayern) oder die Komm.ONE (Baden-Württemberg) nutzen govdigital als gemeinsame Infrastruktur und bieten Behörden Dienste über ihre eigenen Servicekataloge an. Zugang erfolgt damit oft indirekt über diese IT-Dienstleister.

Kommunalverwaltungen mit Datenschutzanforderungen: Kommunen, die KI für die Bearbeitung von Bürgeranträgen, automatische Dokumentenverarbeitung oder verwaltungsinterne Prozesse einsetzen wollen, können über govdigital auf BSI-Grundschutz-konforme Infrastruktur zugreifen.

IT-Verantwortliche in Behörden: Für CIOs und IT-Abteilungsleiter in der Verwaltung, die eine strategische Cloud-Partnerschaft suchen, ist govdigital ein zentrales Instrument der Deutschen Verwaltungscloud (DVS-Strategie).

Weniger geeignet für: Die gesamte Privatwirtschaft, govdigital ist strukturell auf öffentlich-rechtliche Einrichtungen beschränkt. Auch Organisationen, die sofort produktionsreife KI-Dienste von der Stange brauchen, werden mit govdigital aktuell noch nicht vollständig bedient.

Preise im Detail

BeschaffungswegKonditionenDetails
Rahmenvertrag (Mitglieder)NutzungsbasiertÜber Mitgliedsorganisationen (z. B. Dataport, ekom21) buchbar; Konditionen intern
Öffentliche AusschreibungNach VergaberechtBehörden ohne Mitgliedspartner nutzen reguläre Ausschreibungspflicht
Direkte MitgliedschaftGenossenschaftsanteilIT-Dienstleister der öffentlichen Hand können Mitglied der Genossenschaft werden

Einordnung: govdigital veröffentlicht keine Listenpreise, das entspricht dem Selbstverständnis als Genossenschaft und nicht als kommerzieller Anbieter. Beschaffung erfolgt grundsätzlich über bestehende Rahmenverträge der Mitgliedsorganisationen oder über formale Ausschreibungsverfahren. Wer prüfen will, ob seine Behörde Zugang hat, sollte zunächst beim eigenen IT-Dienstleister anfragen.

Stärken im Detail

Vollständige digitale Souveränität durch deutsche Rechenzentren. Das Kernversprechen von govdigital ist, dass alle Daten in deutschen Rechenzentren der Mitgliedsorganisationen verbleiben. US-amerikanische Gesetze wie der Cloud Act, der US-Behörden potenziell Zugriff auf Daten in US-Clouds ermöglicht, selbst wenn diese in Europa stehen, greifen hier nicht. Für Behörden mit besonders schutzbedürftigen Hoheitsdaten ist das kein abstraktes Argument, sondern eine rechtliche Notwendigkeit.

Öffentlich-rechtliches Netzwerk von 31 Mitgliedsorganisationen. govdigital vereint 31 IT-Dienstleister der öffentlichen Hand in einer Genossenschaft. Das bedeutet: Die Infrastruktur wird von Organisationen betrieben, die selbst dem öffentlichen Recht unterliegen und keine renditeorientierten Aktionärsinteressen bedienen. Diese Struktur schafft langfristige Verlässlichkeit, die kommerzielle Cloud-Anbieter nicht garantieren können.

gd.KI-Werkstatt als gemeinsames KI-Ökosystem. govdigital entwickelt unter dem Label “gd.KI-Werkstatt” gemeinsam mit Mitgliedsorganisationen und Behörden KI-Anwendungen für Verwaltungsprozesse. Im ersten Hackathon (September 2024) entstanden bereits erste Prototypen. Das Ziel: wiederverwendbare KI-Lösungen für Verwaltungsaufgaben, die mehrfach genutzt werden statt von jeder Behörde neu entwickelt zu werden.

BSI-Grundschutz-konforme Betriebsumgebung. Die Mitgliedsorganisationen betreiben ihre Rechenzentren nach deutschen IT-Sicherheitsstandards. Für Behörden, die BSI-Grundschutz nachweisen müssen, ist das eine wesentliche Voraussetzung für den Einsatz von Cloud-Diensten und KI-Anwendungen.

Schwächen ehrlich betrachtet

KI-Portfolio noch nicht produktionsreif. Der KI-Bereich von govdigital befindet sich 2026 noch im Aufbau. Die gd.KI-Werkstatt hat erste Pilotprojekte und Hackathons durchgeführt, aber ein umfassendes, sofort einsetzbares KI-Portfolio vergleichbar mit Azure AI oder AWS Bedrock gibt es noch nicht. Behörden mit dringendem KI-Bedarf müssen prüfen, ob verfügbare Angebote ihrer Mitgliedsorganisationen ausreichen.

Zugang ausschließlich für öffentliche Einrichtungen. Das ist systembedingt und kein Fehler, aber für alle, die govdigital als Option für privatwirtschaftliche Unternehmen suchen: govdigital ist keine Option. Die Genossenschaft ist auf öffentlich-rechtliche IT-Dienstleister beschränkt.

Kein Self-Service, Beschaffung dauert. Anders als kommerzielle Cloud-Anbieter bietet govdigital keinen einfachen Online-Bestellprozess. Beschaffung läuft über Rahmenverträge mit Mitgliedsorganisationen oder formale Ausschreibungsverfahren, das entspricht dem Verwaltungsalltag, bedeutet aber auch längere Vorlaufzeiten.

Wenig externe Kommunikation. govdigital kommuniziert primär innerhalb des Netzwerks. Preise, konkrete Leistungsbeschreibungen und technische Spezifikationen sind von außen kaum einsehbar. Das macht eine Vorabrecherche für Behörden, die noch keinen Kontakt zum Netzwerk haben, schwierig.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Sofort einsetzbare KI für Behörden ohne lange Beschaffung brauchstMicrosoft 365 Copilot (mit EU-Datenhaltungsvereinbarung)
Eine offene KI-Lösung ohne Vendor Lock-in bevorzugstWhisper oder andere Open-Source-Modelle On-Premise
Als Schule oder Bildungseinrichtung eine öffentliche Plattform suchstHPI Schulcloud
DSGVO-konforme Übersetzungen für Verwaltungsdokumente brauchstDeepL

govdigital ist einzigartig in seinem Segment: Es gibt keine direkte privatwirtschaftliche Alternative für eine vollständig öffentlich-rechtliche, souveräne Cloud-Infrastruktur in Deutschland.

So steigst du ein

Schritt 1: Prüfe, ob dein IT-Dienstleister Mitglied der govdigital-Genossenschaft ist. Dataport, ekom21, AKDB, Komm.ONE, ITEBO und weitere regionale Dienstleister der öffentlichen Hand sind Mitglieder. Der Einstieg erfolgt typischerweise über den eigenen IT-Dienstleister, nicht direkt über govdigital selbst.

Schritt 2: Kläre mit deinem IT-Dienstleister, welche govdigital-Dienste in deinem Servicekatalog verfügbar sind. Für Cloud-Infrastruktur und erste KI-Piloten können Rahmenverträge bestehende Ausschreibungsverfahren deutlich verkürzen.

Schritt 3: Nimm Kontakt mit der gd.KI-Werkstatt auf, wenn deine Behörde KI-Lösungen entwickeln oder testen will. govdigital koordiniert gemeinsame Entwicklungsprojekte, bei denen mehrere Behörden Lösungen teilen statt jede für sich zu entwickeln.

Ein konkretes Beispiel

Eine Landesbehörde in Niedersachsen plant die Einführung eines KI-gestützten Dokumentenverarbeitungssystems für Förderanträge. Die Dokumente enthalten sensible personenbezogene Daten und unterliegen dem BSI-Grundschutz-Katalog. US-Cloud-Anbieter scheiden aus: Das Risiko einer Anforderung durch US-Behörden unter dem Cloud Act sowie fehlende Zertifizierungen nach BSI-Standards machen einen Einsatz rechtlich problematisch. Über den bestehenden Rahmenvertrag mit Dataport, einem govdigital-Mitglied, kann die Behörde eine vollständig souveräne KI-Instanz in deutschen Rechenzentren betreiben. Der Ausschreibungsaufwand für individuelle Cloud-Infrastruktur entfällt, weil Dataport govdigital-Infrastruktur bereits in seinem Servicekatalog führt.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Ausschließlich in deutschen Rechenzentren der Mitgliedsorganisationen, keine Daten in US-Clouds
  • Rechtsgrundlage: Öffentlich-rechtliche Genossenschaft; kein Zugriff durch US Cloud Act
  • Datenschutzbeauftragter: GKDS Gesellschaft für kommunalen Datenschutz mbH (München)
  • BSI-Compliance: Betrieb nach deutschen IT-Sicherheitsstandards (BSI-Grundschutz); Mitgliedsorganisationen sind zertifiziert oder zertifizierungspflichtig
  • AVV: Auftragsverarbeitungsverträge werden über die Mitgliedsorganisationen abgeschlossen
  • Empfehlung: Für Behörden mit besonders schutzwürdigen Daten (Berufsgeheimnis, Sicherheitseinstufung) ist govdigital-Infrastruktur die datenschutzrechtlich sicherste Option im deutschen Markt. Datenschutz-Folgenabschätzung trotzdem empfohlen für KI-Systeme, die personenbezogene Daten verarbeiten.

Gut kombiniert mit

  • Whisper, Open-Source-Spracherkennungsmodell, das On-Premise auf govdigital-Infrastruktur betrieben werden kann, ohne Daten an externe Dienste zu übermitteln
  • HPI Schulcloud, beide Lösungen stammen aus dem öffentlich-rechtlichen Digitalökosystem Deutschlands und können komplementär eingesetzt werden
  • DeepL, DSGVO-konforme Übersetzungslösung, die ebenfalls EU-Datenhaltung anbietet und gut zur govdigital-Datenschutzphilosophie passt

Unser Testurteil

govdigital verdient 3 von 5 Sternen, nicht weil die Lösung schlecht ist, sondern weil sie bewusst kein marktübliches Produkt ist. Als Infrastruktur-Genossenschaft der öffentlichen Hand erfüllt govdigital seinen Zweck sehr gut: digitale Souveränität für deutsche Behörden, Datenhosting ohne US-Abhängigkeit, ein wachsendes Netzwerk für gemeinsame KI-Entwicklung. Die drei Sterne spiegeln die engen Zugangsbeschränkungen (nur öffentliche Hand), die noch laufende KI-Reife und die für Außenstehende geringe Transparenz wider. Wer in einer deutschen Behörde für Cloud-Strategie verantwortlich ist, führt govdigital zu Unrecht nicht in der Shortlist.

Was wir bemerkt haben

  • September 2024, Erster govdigital-KI-Hackathon fand statt. Mitgliedsorganisationen und Behörden entwickelten gemeinsam erste KI-Prototypen für Verwaltungsanwendungen. Die gd.KI-Werkstatt gewinnt damit konkrete Gestalt, bleibt aber noch im Aufbaumodus, produktionsreife, sofort einsetzbare KI-Dienste stehen noch nicht flächendeckend zur Verfügung.
  • Keine wesentlichen organisatorischen oder strategischen Änderungen bekannt; govdigital wächst als Genossenschaft kontinuierlich, ohne spektakuläre Einzelereignisse nach außen zu kommunizieren.

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