dBildungscloud (HPI Schul-Cloud)
Dataport AöR / Hasso-Plattner-Institut
Die dBildungscloud (ehemals HPI Schul-Cloud) ist eine datenschutzkonforme digitale Lernplattform für Schulen in Niedersachsen, Brandenburg und Thüringen. Sie bietet Kursverwaltung, Aufgaben, kollaborative Dokumentenbearbeitung mit Collabora Office, BigBlueButton-Videokonferenzen und ein integriertes Whiteboard — alles auf deutschen Dataport-Servern, kostenlos und DSGVO-konform.
Kosten: Kostenlos für Schulen in Niedersachsen, Brandenburg und Thüringen; Finanzierung durch die jeweiligen Bundesländer über Dataport
Stärken
- Vollständig DSGVO-konform, Server ausschließlich in Deutschland betrieben von Dataport AöR
- Open Source auf GitHub — keine Abhängigkeit von US-Cloud-Anbietern wie Google oder Microsoft
- Kostenlos für alle Schulen in den drei Partnerländern, ohne versteckte Kosten
- Integriertes BigBlueButton für Videokonferenzen und Collabora Office für kollaborative Dokumentenbearbeitung
- Aktive Weiterentwicklung mit neuen Features wie tldraw-Whiteboard und Räume-Funktion
Einschränkungen
- Nur für Schulen in Niedersachsen, Brandenburg und Thüringen verfügbar — andere Bundesländer ausgeschlossen
- Funktionsumfang hinter kommerziellen LMS wie itslearning oder Microsoft 365 Education
- Weiterentwicklung durch behördliche Abstimmungsprozesse langsamer als bei kommerziellen Anbietern
- Keine KI-Funktionen integriert — für KI-gestütztes Lernen sind ergänzende Tools nötig
- Benutzeroberfläche weniger poliert als kommerzielle Alternativen
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Deine Schule liegt in Niedersachsen, Brandenburg oder Thüringen und du suchst eine kostenlose DSGVO-konforme Lernplattform
- Du willst Unterricht digital unterstützen, ohne Schülerdaten zu US-Anbietern zu schicken
- Dein Schulträger oder Datenschutzbeauftragter hat strenge Vorgaben zur Datenhaltung
- Du suchst eine Open-Source-Alternative zu Google Classroom oder Microsoft Teams for Education
Wann nein
- Deine Schule liegt außerhalb von Niedersachsen, Brandenburg oder Thüringen
- Du brauchst KI-gestützte Unterrichtsvorbereitung oder adaptive Lernfunktionen
- Deine Schule nutzt bereits ein LMS und möchte keine Parallelstruktur aufbauen
- Du brauchst umfangreiche Integrationen mit anderen Schulsoftware-Systemen
Kurzfazit
Die dBildungscloud (früher HPI Schul-Cloud) ist Deutschlands bekannteste datenschutzkonforme Schulplattform — und gleichzeitig eine Lösung mit harter geografischer Zugangsbeschränkung. Wer in Niedersachsen, Brandenburg oder Thüringen unterrichtet, bekommt eine solide, kostenlose Alternative zu Google Classroom und Microsoft Teams for Education, bei der alle Daten auf deutschen Dataport-Servern liegen. Wer anderswo unterrichtet, schaut in die Röhre. Für die drei Partnerländer ist die dBildungscloud das beste verfügbare Angebot — für alles andere fehlt schlicht die Zugangsmöglichkeit.
Für wen ist dBildungscloud (HPI Schul-Cloud)?
Lehrkräfte in Niedersachsen, Brandenburg und Thüringen: Die wichtigste Zielgruppe. Wer in einem der drei Partnerländer unterrichtet, erhält kostenlosen Zugang zu einer vollständigen Lernplattform mit Kursverwaltung, Aufgaben, Videokonferenzen und Whiteboard. Kein Grund, auf Google oder Microsoft auszuweichen.
Schulträger und Datenschutzbeauftragte: Wer für den schulischen Datenschutz verantwortlich ist, profitiert von einer Lösung, die von Haus aus DSGVO-konform ist. Keine Auftragsverarbeitungsverträge mit US-Unternehmen, keine Datenübermittlung in Drittstaaten — das vereinfacht die rechtliche Situation erheblich.
IT-Verantwortliche an Schulen: Die Plattform ist Open Source und auf GitHub verfügbar. Wer tiefer einsteigen will, kann den Quellcode prüfen und kennt genau, was unter der Haube passiert. Das ist bei kommerziellen Alternativen wie Google Classroom oder Microsoft Teams for Education nicht möglich.
Schulen mit Hybrid- und Fernunterricht: Dank der integrierten BigBlueButton-Videokonferenzlösung und der zentralen Materialverwaltung lässt sich die dBildungscloud nahtlos für Präsenz- und Fernunterricht nutzen, ohne zusätzliche Tools einzukaufen.
Weniger geeignet für: Schulen außerhalb der drei Partnerländer (kein Zugang), Lehrkräfte, die KI-gestützte Unterrichtsvorbereitung suchen, und Schulen, die bereits eine gut funktionierende LMS-Lösung betreiben und keine Parallelstruktur aufbauen wollen.
Preise im Detail
| Zugangsart | Kosten | Wer hat Zugang |
|---|---|---|
| Niedersächsische Bildungscloud | Kostenlos | Alle Schulen in Niedersachsen |
| Schul-Cloud Brandenburg | Kostenlos | Alle Schulen in Brandenburg |
| Thüringer Schulcloud | Kostenlos | Alle Schulen in Thüringen |
| Andere Bundesländer | Kein Angebot | Kein Zugang möglich |
Einordnung: Es gibt keine Preisstufen und keine kostenpflichtigen Upgrades — die dBildungscloud ist vollständig kostenlos für Schulen in den drei Partnerländern, finanziert durch die jeweiligen Bundesländer über Dataport. Dieser Ansatz hat einen klaren Vorteil: Keine Budgetdiskussionen, keine versteckten Kosten. Der Nachteil ist die strikte geografische Beschränkung, die keine Flexibilität lässt.
Stärken im Detail
Datenschutz ohne Kompromisse ist der Kernvorteil. Alle Daten werden ausschließlich auf Servern von Dataport AöR in Deutschland gespeichert. Dataport ist ein öffentlich-rechtliches Unternehmen, das von mehreren norddeutschen Bundesländern getragen wird. Das bedeutet: Kein Transfer in die USA, keine Datennutzung durch US-amerikanische Konzerne. Datenschutzbeauftragte an Schulen können die Plattform mit gutem Gewissen freigeben, ohne langwierige Risikoabwägungen.
Open Source schafft Transparenz und Unabhängigkeit. Der gesamte Quellcode ist auf GitHub verfügbar (hpi-schul-cloud). Das ist bei kommerziellen Alternativen wie Google Classroom oder Microsoft Teams for Education nicht der Fall. Schulen und Träger können den Code prüfen, Sicherheitslücken melden und prinzipiell eigene Instanzen betreiben. Diese Unabhängigkeit ist ein langfristiger strategischer Vorteil gegenüber proprietären US-Lösungen.
Vollständig integriertes Werkzeugset für den Schulalltag. Die Plattform enthält alles, was für den täglichen Unterricht nötig ist: Kursverwaltung, Lerninhalte (Themen und Aufgaben kombiniert), Feedback an Schüler:innen, BigBlueButton-Videokonferenzen und Collabora Office für kollaborative Dokumentenbearbeitung im Browser. Seit März 2024 ist außerdem tldraw als modernes Whiteboard-Tool integriert, das kollaboratives Arbeiten in Echtzeit ermöglicht.
Aktive Weiterentwicklung trotz öffentlichem Träger. Mit Release 33.30.0 im April 2026 und über 256 Releases in der Projekthistorie zeigt die dBildungscloud eine kontinuierliche Entwicklung. Das Team holt regelmäßig Nutzerfeedback ein und kommuniziert Änderungen transparent über den Blog. Für eine behördlich getragene Plattform ist das bemerkenswert — und ein Zeichen, dass die Finanzierung der Länder langfristig gesichert ist.
Schwächen ehrlich betrachtet
Die geografische Beschränkung ist der größte Nachteil überhaupt. Schulen in Bayern, NRW, Baden-Württemberg, Hamburg oder anderen Bundesländern können die Plattform schlicht nicht nutzen. Das betrifft die große Mehrheit der deutschen Schulen. Hier bleibt die dBildungscloud eine Insellösung für drei Bundesländer, selbst wenn sie technisch überzeugend ist. Wer außerhalb liegt, findet keine Möglichkeit, Zugang zu erhalten.
Kein KI-gestütztes Lernen integriert. Während kommerzielle Anbieter wie Google (Gemini in Workspace) und Microsoft (Copilot in Teams) KI-Funktionen in ihre Bildungsplattformen einbauen, fehlt dieses Feature bei der dBildungscloud völlig. Für Lehrkräfte, die KI-Tools für Unterrichtsvorbereitung, adaptives Lernen oder automatisiertes Feedback nutzen wollen, sind zusätzliche externe Tools nötig.
Benutzeroberfläche und UX hinken hinterher. Die Oberfläche ist funktional, aber nicht so durchpoliert wie Microsoft Teams oder Google Classroom. Die Lernkurve ist moderat, aber spürbar. Für Lehrkräfte, die gewohnt sind mit modernen Consumer-Apps zu arbeiten, kann die Bedienbarkeit anfangs ungewohnt wirken. Das Team arbeitet kontinuierlich an Verbesserungen (Vue 3-Migration 2024), aber der Abstand zu kommerziellen Produkten bleibt.
Abstimmungsprozesse bremsen die Weiterentwicklung. Als öffentlich-rechtlich betriebene Plattform muss die dBildungscloud Entwicklungsentscheidungen mit Behörden und Bildungsministerien abstimmen. Das führt dazu, dass neue Features langsamer kommen als bei kommerziellen Anbietern. Workaround: Das Team kommuniziert über den Blog transparent, was in welchem Release kommt — das hilft bei der längerfristigen Unterrichtsplanung.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Ein LMS mit mehr Features und besserem Support willst | itslearning |
| Eine Self-Hosted Open-Source-LMS-Lösung für jede Schule suchst | Moodle |
| KI-gestützte Unterrichtsvorbereitung brauchst | MagicSchool AI |
| Einen KI-Tutor für Schüler:innen einsetzen willst | Khanmigo |
Die dBildungscloud ist keine Allzwecklösung — sie ist gezielt für Schulen in den drei Partnerländern gebaut, die eine datenschutzkonforme und kostenlose Plattform suchen. Wer mehr Funktionsumfang oder geografische Flexibilität braucht, findet in Moodle oder itslearning bessere Optionen.
So steigst du ein
Schritt 1: Prüfe, ob deine Schule in Niedersachsen, Brandenburg oder Thüringen liegt. Ist das der Fall, wende dich an deine Schulleitung oder den Schulträger — die Einrichtung erfolgt zentral durch Dataport auf Anweisung des Landes. Einzelne Lehrkräfte können die Plattform nicht selbst anlegen, sondern benötigen einen schulweiten Account.
Schritt 2: Nach der Einrichtung erhältst du Zugangsdaten für deine landesspezifische Instanz. Lege einen Kurs an, lade deine Materialien hoch und richte die Aufgabenverwaltung ein. Nutze die integrierte Collabora-Office-Integration, damit Schüler:innen Dokumente direkt im Browser bearbeiten können, ohne eigene Software installieren zu müssen.
Schritt 3: Aktiviere BigBlueButton für Videokonferenzen — nützlich für Hybridunterricht oder Vertretungsstunden. Das Tool ist direkt in die Plattform integriert und benötigt keine separate Registrierung. Für kreative Unterrichtsphasen lohnt sich ein Blick auf das tldraw-Whiteboard, das kollaboratives Arbeiten in Echtzeit ermöglicht und intuitiver zu bedienen ist als klassische Whiteboards.
Ein konkretes Beispiel
Eine Gesamtschule in Hannover mit 850 Schülerinnen und Schülern hat 2022 die Niedersächsische Bildungscloud als zentrale digitale Lernumgebung eingeführt. Lehrkräfte stellen Unterrichtsmaterialien als PDFs und Collabora-Dokumente bereit, Schüler:innen geben Aufgaben digital ab, Lehrende kommentieren und geben Noten zurück — alles in der Plattform, ohne externe Dienste. Der Wechsel von Google Classroom auf die dBildungscloud hat die Situation für den Datenschutzbeauftragten erheblich entspannt: Keine US-Datenübermittlung mehr, ein klarer Auftragsverarbeitungsvertrag mit Dataport. Die Einführung dauerte etwa ein Schulhalbjahr, bis alle Lehrkräfte sicher mit der Plattform arbeiteten.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Ausschließlich Deutschland — Rechenzentren von Dataport AöR (Hamburg und weitere norddeutsche Standorte)
- Betreiber: Dataport AöR, ein öffentlich-rechtliches IT-Dienstleistungsunternehmen mehrerer norddeutscher Bundesländer — kein privatwirtschaftlicher US-Konzern
- Auftragsverarbeitung: AVV mit Dataport wird durch den Schulträger bzw. das Bundesland geschlossen — Schulen sind nicht selbst verantwortlich für den Abschluss
- Datennutzung: Keine Verwendung von Schul- oder Schülerdaten für Werbung oder kommerzielle Zwecke; keine Weitergabe an Dritte
- Open Source: Quellcode auf GitHub öffentlich einsehbar — volle Transparenz über Datenverarbeitung möglich
- Empfehlung: Die dBildungscloud ist eine der wenigen Schulplattformen, die DSGVO-Compliance nicht als Marketingversprechen, sondern als technische und organisatorische Grundlage implementiert. Für Schulen in den drei Partnerländern gibt es beim Datenschutz keinen besseren Ausgangspunkt.
Gut kombiniert mit
- MagicSchool AI — die dBildungscloud übernimmt die Unterrichtsstruktur und Aufgabenverwaltung; MagicSchool AI hilft Lehrkräften bei der Vorbereitung von Inhalten, Differenzierungsaufgaben und Unterrichtsplänen, ohne dass Schülerdaten die Plattform verlassen müssen
- Moodle — für Schulen, die neben der dBildungscloud ein vollständiges LMS mit Quizsystem, Lernpfaden und tiefen Bewertungsfunktionen benötigen; Moodle kann als Ergänzung für spezifische Unterrichtsszenarien eingesetzt werden
- govdigital — beide Lösungen teilen die Philosophie souveräner, öffentlich-rechtlicher Digitalinfrastruktur für Deutschland; govdigital bietet ergänzend Cloud-Dienste speziell für öffentliche Einrichtungen
Unser Testurteil
Die dBildungscloud verdient 3 von 5 Sternen. Sie löst ein reales Problem hervorragend: Schulen in den drei Partnerländern erhalten eine kostenlose, DSGVO-konforme Lernplattform, die keine Kompromisse beim Datenschutz macht. Der vierte Stern fehlt, weil die geografische Beschränkung auf drei Bundesländer die Plattform für die Mehrheit der deutschen Schulen irrelevant macht — und weil der Funktionsumfang und die UX-Qualität hinter kommerziellen Alternativen zurückbleiben. Für die spezifische Zielgruppe ist sie jedoch die erste Wahl, und das verdient drei solide Sterne.
Was wir bemerkt haben
- 2020–2021 — Während der COVID-19-Pandemie öffnete das BMBF die HPI Schul-Cloud für alle allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in Deutschland, die kein vergleichbares Landesangebot hatten. Nach dem Ende der Pandemie wurde der offene Zugang wieder auf die drei Partnerländer zurückgeführt.
- 2021 — Umbenennung von “HPI Schul-Cloud” zu “dBildungscloud” und Übergabe des Betriebs an Dataport AöR. Das HPI (Hasso-Plattner-Institut) in Potsdam hatte die ursprüngliche Plattform entwickelt; Dataport übernahm den Regelbetrieb und die Weiterentwicklung.
- März 2024 — Einführung des tldraw-Whiteboards als neues kollaboratives Tool. Das Spalten-Board wurde in “Bereich” umbenannt und funktional erweitert.
- April 2024 — Migration des Frontends auf Vue 3 abgeschlossen. Das hat die Performance und Wartbarkeit der Plattform verbessert, war für Endnutzer:innen aber kaum sichtbar.
- Januar 2025 — Ankündigung der neuen “Räume”-Funktion, die Kursmaterialien besser organisierbar machen soll und die Vision eines zentralen Arbeitsplatzes für den Unterricht verfolgt.
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itslearning ist ein europäisches LMS (Learning Management System) für Schulen und Hochschulen, das 1999 in Norwegen gegründet wurde und in Skandinavien sowie Deutschland breit eingesetzt wird. In Deutschland wird die Plattform über Dataport als dBildungscloud für mehrere Bundesländer bereitgestellt und erfüllt strenge DSGVO-Anforderungen mit EU-Datenhosting.
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