Spezialisiertes Process-Mining-Tool von den Co-Autoren des IEEE Process Mining Manifests. Disco liest Event Logs in CSV- und XES-Format, entdeckt automatisch Prozessmodelle und visualisiert Abweichungen, Schleifen und Bottlenecks interaktiv. Besonders geschätzt für schnelle explorative Analysen ohne Datenbankanbindung — ideal für erste Machbarkeits-Prüfungen.
Kosten: Perpetual-Lizenz auf Anfrage; kostenlose akademische Lizenz für Hochschulen und Forschung; keine öffentliche Preisgestaltung
Stärken
- Sehr schneller Einstieg — CSV-Upload genügt, kein ERP-Konnektor nötig
- Interaktive Filterung: nach Variante, Ressource, Zeitraum oder Performance-Schwellwert
- Akademische Lizenz kostenlos für Hochschulen und Forschende
- Gegründet von den Forschern rund um Prof. Wil van der Aalst — methodisch solide
- Plattformunabhängig: läuft lokal auf Windows, Mac und Linux
Einschränkungen
- Keine öffentliche Preisgestaltung — Angebot nur auf Anfrage
- Keine native ERP-Anbindung — Event Log muss manuell exportiert und bereinigt werden
- Kein deutschsprachiges Interface
- Kein Echtzeit-Monitoring — reine Batch-Analyse statischer Logs
- Keine Cloud-Collaboration-Funktion — Ergebnisse nicht direkt im Team teilbar
Passt gut zu
So steigst du ein
Schritt 1: Disco von fluxicon.com herunterladen (kostenlose 30-Tage-Trial für kommerzielle Nutzung oder akademische Lizenz beantragen). Die Installation läuft lokal — keine Cloud-Verbindung erforderlich.
Schritt 2: Event Log als CSV exportieren: Du brauchst mindestens drei Spalten — Case ID (z.B. Bestell- oder Ticketnummer), Activity (Prozessschritt) und Timestamp. Optional: Ressourcen-Spalte (wer hat den Schritt ausgeführt).
Schritt 3: CSV in Disco laden, Spalten zuordnen und auf “Start Mining” klicken. In Sekunden entsteht ein interaktives Prozessmodell. Die Filterleiste rechts erlaubt es, auf Abweichungen, Schleifen und langsame Varianten zu zoomen — die wahrscheinlichsten Kandidaten für versteckte Workarounds.
Ein konkretes Beispiel
Ein Einkaufsleiter eines Maschinenbauunternehmens exportiert die Bestellhistorie der letzten 18 Monate aus dem ERP als CSV (ca. 12.000 Zeilen). In Disco zeigt sich nach 20 Minuten Analyse: 27% aller Bestellungen über 5.000 Euro laufen eine nicht dokumentierte Schleife — sie gehen nach der Freigabe ein zweites Mal in die Budgetprüfung zurück. Ursache ist ein inoffizieller E-Mail-Prozess, bei dem die Buchhaltung Rückfragen per Mail stellt statt im ERP-System. Das Unternehmen war der Meinung, der Prozess laufe gerade — bis der Event Log das Gegenteil zeigte.
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