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DELMIA Ortems

Dassault Systèmes

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Advanced Planning and Scheduling (APS) von Dassault Systèmes. Constraint-basierte Feinplanung und Fertigungssequenzierung für Batch-Fertigung, Prozessindustrie und diskrete Fertigung. Integriert mit DELMIA Apriso (MES) und der 3DEXPERIENCE-Plattform, KI-Komponente liefert Entscheidungsunterstützung, der Kern bleibt jedoch klassische Operations Research.

Kosten: Enterprise-Lizenzierung, Preise auf Anfrage. Typisch 80.000–250.000 € Lizenz im ersten Jahr plus 150.000–800.000 € Implementierung (je nach Werksanzahl und Integrationstiefe)

Kategorien

Stärken

  • Constraint-basierte Optimierung mit Finite-Capacity-Scheduling auf Sekundenebene
  • Native Integration in 3DEXPERIENCE und DELMIA-Apriso-MES, durchgängige Datenkette
  • Was-wäre-wenn-Szenarien für Produktionsplaner ohne Code
  • Starke Branchenkompetenz in Pharma, Chemie, Lebensmittel und Automotive-Zulieferern
  • EU-Hosting über 3DEXPERIENCE Cloud (Dassault-Rechenzentren in Frankreich)
  • Multi-Site-Planung: zentrale Optimierung über mehrere Werke hinweg

Einschränkungen

  • AI-Marketing ist breiter als die tatsächliche KI-Tiefe, Kernalgorithmen sind klassisches Constraint Programming
  • Sehr hohe Einstiegskosten, unter 250.000 € Gesamtprojekt praktisch nicht realistisch
  • Implementierungsdauer typisch 9–18 Monate bis zum produktiven Pilotwerk
  • Bedienoberfläche wirkt im Vergleich zu modernen SaaS-APS spürbar älter
  • Customizing erfordert Dassault- oder Partner-Berater, Inhouse-Know-how rar
  • Geringe Wahlfreiheit bei MES und PLM, sobald man im Dassault-Ökosystem ist

Passt gut zu

Mittelständische bis große Fertigungsbetriebe mit komplexen Rüst- und Reihenfolgerestriktionen Pharma- und Chemiebetriebe mit Chargen- und GMP-Anforderungen Automotive-Zulieferer mit getakteten Linien und Sequenzierung Bestehende Dassault-Kunden (CATIA, ENOVIA, DELMIA Apriso)

Kurzfazit

DELMIA Ortems ist eine der etablierten APS-Lösungen im europäischen Markt und für Dassault-Bestandskunden mit komplexer Fertigung der natürliche Pfad. Die Stärke liegt in constraint-basierter Feinplanung über mehrere Werke hinweg, insbesondere dort, wo Rüstzeiten, Chargengrößen und Reihenfolgerestriktionen die Produktionskosten dominieren. Wer hingegen einen leichtgewichtigen, schnell einzuführenden Planer sucht oder kein Dassault-Ökosystem im Haus hat, ist mit Siemens Opcenter APS, Asprova oder PlanetTogether oft pragmatischer bedient. Die KI-Komponente ist real, aber überwiegend Marketing-Vokabel für klassische Operations-Research-Algorithmen mit ergänzender Entscheidungsunterstützung.

Für wen ist DELMIA Ortems?

Pharma- und Chemiebetriebe mit Batch-Fertigung: Ortems kennt Chargen, Rüstzeiten, Reinigungszyklen, GMP-Constraints und Kampagnenplanung von Hause aus. Die Modellierung paralleler Reaktoren mit kompatiblen Vorprodukten gehört zu den Disziplinen, in denen Ortems gegen jüngere SaaS-Wettbewerber konsistent gewinnt. Wer Validierungsprozesse mitdenken muss, profitiert vom Reifegrad der Lösung.

Automotive-Zulieferer mit Sequenzierung: Just-in-Sequence-Anforderungen großer OEMs verlangen Sekunden-genaue Liefersequenzen. Ortems sequenziert mehrstufige Linien mit Rüstmatrix und Wechselkosten zuverlässig, eine Stärke, die im Constraint-Programming-Kern verankert ist und nicht in irgendeinem neuen KI-Layer.

Multi-Site-Konzerne mit Dassault-Ökosystem: Wer bereits CATIA, ENOVIA oder DELMIA Apriso einsetzt, bekommt mit Ortems eine durchgängige Datenkette von der Konstruktion über die Fertigung bis zur Planung. Stammdaten müssen nicht doppelt gepflegt werden, Änderungen am Produkt fließen in den Planungsstand ein.

Lebensmittel- und Konsumgüterhersteller mit kurzen Haltbarkeiten: First-in-first-out-Logik, Verfallsdaten, Lagerbestände nach Charge, Ortems modelliert die typischen Constraints der Lebensmittelindustrie sauber. Mehrere große europäische Molkereien und Brauereien setzen die Lösung ein.

Weniger geeignet für: Kleine Werkstätten und Werke unter ca. 50 Mitarbeitenden (Aufwand und Kosten unverhältnismäßig, hier ist Katana MRP realistischer), reine Auftragsfertiger mit überschaubaren Restriktionen (ERP-eigene Planungsmodule reichen oft), Unternehmen ohne IT-Ressourcen für eine 12-monatige Einführung und alle, die ein cloud-natives APS mit kurzer Time-to-Value brauchen.

Preise im Detail

KomponentePreisWas du bekommst
Lizenz (named user)5.000–15.000 € pro Planer-Sitz/JahrVollzugriff auf Planungs- und Scheduling-Module, Szenarioanalyse
Lizenz (concurrent)ca. 25.000 € pro gleichzeitigem Nutzer/JahrGeteilte Lizenzen für mehrere Planer im Wechselbetrieb
3DEXPERIENCE Cloud-Aufpreis10–25 % AufpreisHosting bei Dassault in EU-Rechenzentren, automatische Updates
Implementierung150.000–800.000 € einmaligAnforderungsworkshop, Modellierung, Schnittstellen, Schulung, Go-Live-Begleitung
Wartung18–22 % der Lizenz/JahrSupport, Updates, neue Releases
Beratertage1.200–1.800 €/TagDassault- oder zertifizierter Partnerberater für Anpassungen

Einordnung: Dassault veröffentlicht keine Listenpreise, die obigen Spannen stammen aus Branchenbeobachtung und Implementierungspartnern. Realistisches Einstiegsbudget für ein einzelnes Werk: 300.000–500.000 € im ersten Jahr (Lizenz + Implementierung + Wartung). Multi-Site-Rollouts liegen schnell bei 800.000 € bis weit über eine Million. Diese Preislage stellt Ortems in die gleiche Liga wie SAP IBP und Siemens Opcenter APS, und damit klar oberhalb von SaaS-Wettbewerbern wie PlanetTogether, die für mittelständische Werke oft mit einem Bruchteil auskommen. Wer keine Dassault-Investitionen hat, sollte den Business Case sehr genau rechnen.

Stärken im Detail

Constraint Programming auf Industrieniveau. Ortems löst Planungsprobleme mit Tausenden parallel laufenden Restriktionen, Rüstmatrizen, Werkzeugverfügbarkeiten, Personalqualifikationen, Energielimits, Reinigungszyklen, in Sekundenbruchteilen. Der Solver-Kern stammt aus der akademischen Operations-Research-Tradition und ist über 20 Jahre in produktiven Industrieumgebungen gehärtet. Das ist nicht spektakulär, aber verlässlich.

Echte Multi-Site-Optimierung. Wo viele APS einzelne Werke planen und Querschnitte mühsam per Reporting zusammenführen, kann Ortems eine konzernweite Planung über mehrere Standorte rechnen. Eine Charge, die in München teurer wäre als in Lyon, wird automatisch vorgeschlagen, vorausgesetzt, Logistikkosten, Lieferzeiten und Werksqualifikationen sind sauber modelliert. Für international fertigende Konzerne ist das ein echter Hebel.

Was-wäre-wenn-Szenarien für die Werksleitung. Planer können Szenarien parallel rechnen lassen (z. B. „Was passiert, wenn Linie 3 zwei Wochen ausfällt?”) und die Ergebnisse direkt vergleichen. Die Auswertung ist visuell und ohne Programmierung bedienbar, das ist eine der Stellen, an denen Ortems gegenüber rein algorithmischen Tools für Werksleiter spürbar zugänglicher wirkt.

EU-Datenhosting via 3DEXPERIENCE Cloud. Wer Ortems über die Dassault-Cloud bezieht, bekommt Hosting in französischen Rechenzentren, DSGVO-konform mit AVV. Das ist ein deutlicher Vorteil gegenüber US-basierten APS-Wettbewerbern und einer der Gründe, warum europäische Industriekonzerne Dassault oft den Vorzug geben.

Tiefe Integration in DELMIA-Suite. Ortems liest Stammdaten aus DELMIA Apriso (MES), Auftragsdaten aus ENOVIA (PLM) und liefert Fertigungspläne zurück in Apriso für die Ausführung. Diese durchgängige Datenkette spart die typischen Schnittstellenprobleme mehrerer Best-of-Breed-Tools, vorausgesetzt, der Kunde ist bereit, sich auf das Dassault-Ökosystem einzulassen.

Branchen-Templates und Methoden-Know-how. Dassault und seine Partner bringen für Pharma, Chemie, Lebensmittel und Automotive vorkonfigurierte Modelle mit, die typische Constraints abdecken. Das verkürzt den Implementierungszeitraum gegenüber einer Greenfield-Modellierung und reduziert das Risiko, dass die Lösung am Branchenstandard vorbeigeplant wird.

Schwächen ehrlich betrachtet

„KI-Driven Decision Support” ist zu großen Teilen Marketing. Dassault wirbt mit „Industrial AI” und „AI-driven decision support”. In der Praxis ist der Kern von Ortems klassisches Constraint Programming mit Heuristiken, eine seriöse Disziplin, aber kein Deep Learning. Echte ML-Komponenten (Demand Forecasting, Anomalie-Erkennung in Produktionsdaten) sind in Randbereichen vorhanden, aber nicht der Differenziator. Wer eine moderne KI-Plattform erwartet, wird enttäuscht.

Implementierungsdauer 9–18 Monate. Eine realistische Einführung dauert vom Anforderungsworkshop bis zum produktiven Pilotwerk meist neun bis achtzehn Monate, Multi-Site-Rollouts entsprechend länger. Wer schnelle Erfolge braucht, ist mit cloud-nativen APS wie PlanetTogether (Time-to-Value oft unter sechs Monaten) besser aufgehoben.

UI wirkt sichtbar älter. Die Bedienoberfläche zeigt die langjährige Produkthistorie. Gantt-Diagramme, Plan-Editoren und Konfigurationsmasken sind funktional, aber kein Vorbild für modernes UX-Design. Junge Planer, die mit SaaS-Werkzeugen sozialisiert sind, brauchen Eingewöhnung, und das wirkt sich auf Akzeptanz im Werksalltag aus.

Lock-in ins Dassault-Ökosystem. Sobald Ortems mit DELMIA Apriso, ENOVIA und 3DEXPERIENCE verschaltet ist, wird ein späterer Wechsel schwer. Lizenzkonditionen, Schnittstellen-Architektur und Berater-Verfügbarkeit verstärken die Bindung. Wer bewusst auf Best-of-Breed setzt, sollte das vor der Vertragsunterschrift bedenken.

Geringes Inhouse-Know-how am Markt. Ortems-zertifizierte Berater sind rar und werden von Dassault-Partnern dominiert. Tagessätze von 1.500 € und mehr sind üblich. Wer Anpassungen plant, kalkuliert dauerhaft mit externer Unterstützung, eine vollständige Inhouse-Autonomie ist praktisch nicht erreichbar.

Modulare Lizenzierung wirkt undurchsichtig. Ortems besteht aus mehreren Komponenten (Production Scheduler, Manufacturing Planner, Synchronized Resource Planner). Welche Module für welche Anforderungen gebraucht werden und wie sich die Lizenzen kombinieren lassen, ist ohne Dassault-Berater schwer zu durchschauen, und schafft Verhandlungsasymmetrie zugunsten des Anbieters.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine vergleichbare APS-Klasse außerhalb von Dassault willstSiemens Opcenter APS
Integriertes Supply-Chain-Planning im SAP-Stack brauchstSAP IBP
Eine japanische, agile APS für diskrete Fertigung suchstAsprova
Eine cloud-native APS mit schneller Einführung willstPlanetTogether
Eine leichte MRP-Lösung für KMU brauchstKatana MRP

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Quintiq, ironischerweise ebenfalls von Dassault Systèmes (Akquisition 2014). Quintiq positioniert sich stärker auf Supply-Chain-Optimierung und sehr großvolumige Planung (Bahn, Logistik, Personal). Innerhalb des Dassault-Portfolios sind Ortems und Quintiq nicht direkte Konkurrenten, sondern adressieren unterschiedliche Optimierungsklassen, Ortems für Fertigungssequenz, Quintiq für strategische Großmodelle. Wer eine echte Make-or-Buy-Entscheidung treffen muss, sollte beide Lösungen in einem Workshop gegeneinander betrachten. Ortems ist kein Allrounder, es ist Spezialwerkzeug für Werke mit komplexen Restriktionen. Wer das nicht hat, kauft zu groß ein.

So steigst du ein

Schritt 1: Anforderungsworkshop und Reifegradanalyse. Vor jedem Lizenzgespräch eine ehrliche Standortbestimmung: Wie komplex sind deine Rüst- und Reihenfolgerestriktionen wirklich? Wie viele Werke, wie viele Produkte, wie viele Constraints? Wenn dein bestehendes ERP-Planungsmodul oder eine einfache Plantafel ausreicht, ist Ortems Overkill. Dassault und Partner bieten kostenfreie Initialworkshops, gehst du dort hin, halte trotzdem ein Gegenangebot von Siemens Opcenter APS und Asprova bereit.

Schritt 2: Pilotwerk und Datenstrategie. Ein klassischer Implementierungspfad startet mit einem Pilotwerk, typischerweise das mit der höchsten Komplexität, weil dort der Business Case am klarsten wird. Wichtigste Vorarbeit ist Stammdatenqualität: Rüstmatrizen, Werkzeuglisten, Personalqualifikationen müssen sauber und aktuell sein. Erfahrungswert: Mindestens drei Monate Datenaufbereitung vor dem eigentlichen Implementierungsstart einplanen, sonst optimiert Ortems auf schmutzigen Daten.

Schritt 3: Schrittweiser Rollout und Change Management. Nach erfolgreichem Pilot werden weitere Werke schrittweise angebunden. Erfolgsentscheidend ist nicht die Software, sondern die Akzeptanz der Werksleitungen und Planer, Ortems verändert Entscheidungswege, die teils über Jahrzehnte gewachsen sind. Erfahrene Dassault-Partner empfehlen, mindestens 20 Prozent des Implementierungsbudgets in Schulung und Change Management zu stecken. Wer das spart, scheitert nach Go-Live an der Nutzungsquote.

Schritt 4 (optional): 3DEXPERIENCE-Cloud erwägen. Wer keine eigene IT-Plattform betreiben will und EU-Hosting braucht, sollte die Cloud-Variante prüfen. Dassault hostet in französischen Rechenzentren mit AVV. Der Aufpreis von 10–25 Prozent ist häufig durch eingesparte interne Betriebskosten und schnellere Updates gerechtfertigt.

Ein konkretes Beispiel

Ein mittelständischer Spezialchemie-Hersteller aus Baden-Württemberg (sechs Werke europaweit, 1.200 Mitarbeitende, 800 SKUs in Batch-Produktion) führt DELMIA Ortems über zwölf Monate ein, nachdem die Produktionsleitung mit Excel-basierter Werksplanung an Grenzen stieß. Pilotwerk: das deutsche Hauptwerk mit den komplexesten Rüst- und Reinigungsmatrizen. Nach Go-Live übernimmt Ortems die Sequenzierung der drei Reaktorlinien, Rüstzeiten sinken durch optimierte Kampagnenbildung um 18 Prozent, Liefertreue steigt von 86 auf 94 Prozent. Zwei weitere Werke folgen in den nächsten neun Monaten, anschließend Multi-Site-Optimierung über alle europäischen Standorte: Chargen werden dem Werk mit den geringsten Rüst- und Logistikkosten zugewiesen. Gesamtinvestition Jahr eins: rund 620.000 € (Lizenz für 8 Planer, 3DEXPERIENCE Cloud, Implementierung durch Dassault-Partner, interne Stammdatenprojekte). Amortisation laut interner Rechnung nach 26 Monaten, getrieben primär durch Lagerbestandsreduktion (12 Prozent) und Energieeinsparung in den Reaktorzyklen.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: EU (3DEXPERIENCE Cloud in französischen Rechenzentren). On-Premise-Installation weiterhin möglich, dann liegt das Hosting beim Kunden selbst.
  • Datenverantwortlicher: Dassault Systèmes SE, Vélizy-Villacoublay, Frankreich. Europäisches Stammhaus, kein US-Konzernhintergrund.
  • Datennutzung: Produktionsdaten werden ausschließlich für den Betrieb der Lösung verwendet. Standardmäßig kein Training fremder Modelle, kein Datenabfluss zu Drittparteien.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Standardmäßig verfügbar für 3DEXPERIENCE-Cloud-Kunden. Bei On-Premise nicht relevant, Kunde betreibt selbst.
  • Datenklassen: Produktions-, Stamm-, Auftrags- und Ressourcendaten. Personenbezogene Daten nur bei Personalqualifikationen, diese sind im AVV-Scope erfasst.
  • Empfehlung für Unternehmen: Cloud-Variante deckt gängige DSGVO-Anforderungen. Bei besonderen Schutzbedarfen (kritische Infrastruktur, Verteidigungsindustrie) ist On-Premise die saubere Option und gleichzeitig Dassaults Standardpfad für Großkunden.

Gut kombiniert mit

  • DELMIA, die übergeordnete Manufacturing-Suite, in der Ortems die Planung übernimmt und DELMIA Apriso (MES) die Ausführung. Stammdaten und Auftragsdaten fließen in beide Richtungen ohne Schnittstellenaufwand.
  • 3DEXPERIENCE, die Dassault-Plattform für Datenhaltung, Collaboration und Cloud-Hosting. Ortems läuft als integriertes Modul, gemeinsame Stammdaten mit ENOVIA (PLM) und CATIA (Konstruktion) ohne ETL.
  • SAP S/4HANA, typischer ERP-Partner. Ortems übernimmt die Feinplanung, S/4HANA liefert Auftrags-, Stamm- und Finanzdaten. Standardschnittstellen sind vorhanden, in der Praxis lohnt sich ein erfahrener Integrationspartner.

Unser Testurteil

DELMIA Ortems verdient 3 von 5 Sternen. Die Lösung ist technisch ausgereift, branchentief verankert und für komplexe Fertigungsumgebungen eine ernste Wahl, insbesondere für bestehende Dassault-Kunden, Pharma, Chemie und Automotive-Zulieferer. Stark sind die constraint-basierte Optimierung, die Multi-Site-Fähigkeit und das EU-Hosting via 3DEXPERIENCE. Sterne kosten: Die hohe Einstiegshürde, die lange Implementierungsdauer, das überzogene KI-Marketing für Algorithmen, die im Kern klassisches Operations Research sind, das spürbar gealterte UI, der hohe Beratungsbedarf und die geringe Auswahl an Inhouse-Know-how. Wer kein Dassault-Ökosystem im Haus hat, sollte realistisch Siemens Opcenter APS, Asprova oder bei mittelständischer Komplexität PlanetTogether gegen Ortems stellen, und nicht ungeprüft den Pfad zu Dassault gehen, nur weil CATIA bereits installiert ist. Für die richtige Zielgruppe ist Ortems solide. Für alle anderen überdimensioniert.

Was wir bemerkt haben

  • 2013, Dassault Systèmes übernimmt das französische Unternehmen Ortems und integriert die APS-Suite unter dem DELMIA-Dach. Die Marke „Ortems” wurde anschließend unter dem DELMIA-Banner geführt, wer auf älterer Literatur zum „Ortems APS” stößt, liest im Kern denselben Produktkern.
  • 2014, Dassault übernimmt zusätzlich Quintiq. Seitdem führt Dassault zwei APS/Supply-Chain-Marken parallel, was bis heute zu Verwirrung in Auswahlprojekten führt. Ortems bleibt das Fertigungs-APS, Quintiq adressiert großvolumige Supply-Chain- und Personalplanung.
  • 2020–2023, Schrittweise Integration in die 3DEXPERIENCE-Plattform. Cloud-Hosting wurde zur Standardempfehlung, on-premise bleibt verfügbar, aber Neu-Implementierungen werden zunehmend in die Cloud gelenkt.
  • 2024–2025, Dassault platziert „Industrial AI” verstärkt als Querschnittsthema über das gesamte DELMIA-Portfolio. In Ortems selbst sind die KI-Erweiterungen jedoch eher punktuell (Demand-Forecast-Module, Anomalie-Hinweise), der Kern bleibt klassisches Constraint Programming. Wer das versteht, kauft realistischer ein.
  • Mai 2026, Dassault veröffentlicht weiterhin keine Listenpreise für Ortems. Die im Markt zirkulierenden Spannen stammen aus Implementierungspartnern und Branchenanalysen, nicht aus offiziellen Datenblättern. Verhandlungsvorteil liegt klar beim Anbieter, Mehrangebote von Siemens Opcenter APS oder SAP IBP sind im Beschaffungsprozess deshalb fast Pflicht.

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Arthur Atlas

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