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Katana MRP

Katana Technologies OÜ

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Cloud-ERP für kleine und mittlere Fertigungsunternehmen. Abdeckt Auftragsmanagement, Stücklisten, Lagerverwaltung und, über Add-ons, Chargen- und Seriennummernverfolgung sowie Qualitätsprüfungen. Stärker als klassische KMU-Warenwirtschaft, deutlich schlanker als Enterprise-MES-Lösungen.

Kosten: Core ab ca. 299 USD/Monat; Traceability-Add-on 249 USD/Monat zusätzlich; Manufacturing-Add-on 199 USD/Monat, kombiniert für vollständige Chargenrückverfolgung ca. 700–1.000 USD/Monat

Kategorien

Stärken

  • Schnelle Einrichtung (Tage statt Monate), kein dediziertes Implementierungsprojekt nötig
  • Chargen- und Seriennummernverfolgung vom Wareneingang bis zur Kundenlieferung
  • Offene API-Schnittstellen zu Shopify, WooCommerce, QuickBooks und gängigen ERPs
  • EU-Datenhosting (SOC 2 zertifiziert)
  • Für Fertigungsunternehmen mit 5–100 Mitarbeitern dimensioniert

Einschränkungen

  • Traceability-Funktionen sind ein kostenpflichtiges Add-on, Grundpreis täuscht über Gesamtkosten hinweg
  • Kein deutschsprachiger Support oder deutschsprachige Benutzeroberfläche
  • Keine tiefe MES-Shopfloor-Integration für Maschinendaten und Prozessparameter
  • Preise wurden 2024 mehrfach erhöht und Add-ons aus dem Basispaket ausgegliedert, Langzeitstabilität der Preisstruktur unklar
  • Für Prozessfertigung (Schmelze, Gießerei) weniger geeignet als für diskrete Fertigung

Passt gut zu

Metallverarbeitende KMU, die Chargenrückverfolgung für Kundenzertifikate und Reklamationsfälle benötigen Lohnfertiger und Zulieferer, die Liefernachweise mit Chargen- und Materialzertifikatnummern dokumentieren Unternehmen, die von Excel-basierter Chargenverwaltung auf ein System umsteigen wollen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Dein KMU-Fertigungsbetrieb braucht Chargen- und Seriennummernverfolgung ohne Enterprise-ERP
  • Du integrierst mit Shopify, WooCommerce oder QuickBooks und brauchst eine Fertigungsbrücke
  • Schnelle Implementierung (Tage, nicht Monate) ist wichtiger als tiefer Funktionsumfang
  • EU-Datenhosting und SOC-2-Zertifizierung sind für dich wichtige Anforderungen

Wann nein

  • Du betreibst Prozessfertigung (Gießerei, Schmelze, Beschichtung) statt diskreter Fertigung
  • Du brauchst deutschsprachige Oberfläche und deutschen Support
  • Shopfloor-Integration mit Maschinenanbindung und Prozessparametern ist eine Anforderung
  • Die Preisstruktur mit mehreren Add-ons ergibt keine akzeptable TCO für dein Budget

Kurzfazit

Katana MRP ist die pragmatischste Cloud-ERP-Lösung für kleine und mittlere Fertigungsunternehmen, die Chargen- und Seriennummernverfolgung brauchen, aber kein Enterprise-ERP finanzieren wollen. Die Einrichtung dauert Tage statt Monate, die Integration mit Shopify und QuickBooks funktioniert out-of-the-box, und EU-Datenhosting ist Standard. Schwächen: Englischsprachige Plattform, Add-on-Struktur verteuert den echten Funktionsumfang gegenüber dem Einstiegspreis erheblich, und die Preiserhöhungen 2024 haben das Vertrauen in die Preisstabilität beschädigt. Für diskrete Fertigung in der Größenklasse 5–100 Mitarbeiter ist Katana ein vernünftiger Kompromiss, für Prozessfertiger oder Betriebe mit Maschinenintegrationsbedarf nicht der richtige Weg.

Für wen ist Katana MRP?

Metallverarbeitende KMU mit Chargennachweispflicht: Lohnfertiger und Zulieferer der Automobil- oder Maschinenbauindustrie müssen bei Reklamationen nachweisen, aus welcher Rohmaterialcharge ein gefertigtes Teil stammt. Katana bildet diese Vorwärts- und Rückwärtsverfolgung ab, und ersetzt damit Excel-Tabellen oder papierbasierte Dokumentation.

E-Commerce-Händler mit eigener Produktion: Shops auf Shopify oder WooCommerce, die eigene Produkte fertigen oder konfigurieren, brauchen eine Brücke zwischen Shop-System und Produktion. Katana schließt diese Lücke: Bestellungen aus dem Shop erzeugen automatisch Fertigungsaufträge, Lagerbestände werden synchronisiert.

Lebensmittel- und Kosmetikproduzenten im KMU-Bereich: Chargenrückverfolgung ist in der Lebensmittel- und Kosmetikbranche regulatorisch Pflicht (EU-Lebensmittelrecht, ISO-22000-Anforderungen). Katana bietet mit dem Traceability-Add-on eine schlanke Lösung für Betriebe, die kein vollwertiges Qualitätsmanagementsystem benötigen.

Auftragsfertigungsbetriebe (Make-to-Order): Wer individuell nach Kundenauftrag produziert, braucht eine Auftragsverwaltung, die Stücklisten, Materialeinsatz und Lieferung verknüpft. Katana ist für diesen Use-Case gut ausgelegt, besser als generische ERP-Systeme, die für Lagerfertigung optimiert sind.

Weniger geeignet für: Prozessfertigungsbetriebe (Gießerei, Galvanik, Schmelze), Betriebe mit mehr als 200 Mitarbeitenden, Teams, die ausschließlich auf Deutsch kommunizieren wollen, und Produktionen, die Maschinenanbindung und Shopfloor-Dashboards brauchen.

Preise im Detail

PlanPreis/MonatWas du bekommst
Coreab 299 USDStücklisten, Fertigungsaufträge, Lager, Shop-Integration
+ Traceability-Add-on+249 USDChargen- und Seriennummernverfolgung, Rückrufdokumentation
+ Manufacturing-Add-on+199 USDErweiterte Shopfloor-Funktionen, Ressourcenplanung
Komplett (Core + beide Add-ons)ca. 700–1.000 USDVolle Chargenrückverfolgung inkl. Qualitätsprüfungen
EnterpriseAuf AnfrageIndividuelle Volumina, dedizierter Support

Einordnung: Der Einstiegspreis von 299 USD wirkt günstig, aber wer Chargenrückverfolgung braucht (und das ist bei vielen Fertigungsbetrieben ein harter Compliance-Bedarf), kommt nicht ohne das Traceability-Add-on aus: 548 USD/Monat. Mit Manufacturing-Add-on ist man bei 700–1.000 USD, das ist für KMU ein ernsthafter monatlicher Betrag. Erschwerend: Katana hat 2024 mehrfach Preiserhöhungen vorgenommen und Add-ons aus dem Basispaket ausgegliedert, was das Budget nachträglich gesprengt hat. Bei Vertragsabschluss explizit nach Preisgarantien fragen.

Stärken im Detail

Schnelle Implementierung ohne Großprojekt. Das größte Problem vieler KMU-ERP-Einführungen ist die Implementierungszeit: 6–18 Monate für SAP-Projekte sind keine Seltenheit. Katana ist anders ausgelegt, die erste Stückliste ist in Stunden angelegt, erste Fertigungsaufträge in Tagen einsatzbereit. Keine Berater, kein Customizing-Projekt, kein Kick-off-Meeting. Das ist für Betriebe, die schnell handeln müssen, ein echter Vorteil.

Chargen- und Seriennummernverfolgung als Kernfunktion. Die Vorwärts- und Rückwärtsverfolgung vom Rohmateriallieferanten über den Fertigungsprozess bis zum Endkunden ist das zentrale Verkaufsargument. Im Reklamationsfall identifiziert Katana in Minuten, welche anderen Produkte aus derselben Rohstoffcharge gefertigt wurden, eine Aufgabe, die ohne System Tage dauert.

E-Commerce-Integrationen out-of-the-box. Shopify, WooCommerce, Etsy, Bestellungen aus diesen Systemen werden automatisch als Fertigungsaufträge in Katana übernommen, Lagerbestände werden bidirektional synchronisiert. Für hybride Hersteller-Händler (produzieren und verkaufen direkt) ist das die natürlichste ERP-Anbindung im Markt.

EU-Datenhosting und SOC-2. Katana Technologies ist ein estnisches Unternehmen (Tallinn), das Daten in EU-Rechenzentren mit SOC-2-Zertifizierung hostet. Für Fertigungsbetriebe, die ERP-Daten (Kundendaten, Materialspezifikationen, Fertigungsparameter) nicht in US-Clouds ablegen wollen, ist das ein wichtiges Merkmal.

Dimensionierung für 5–100 Mitarbeiter. Katana ist nicht überdimensioniert. Die Benutzeroberfläche ist für Fertigungsunternehmen gebaut, die keinen ERP-Systemadministrator haben, ein Sachbearbeiter, der SAP nicht kennt, kann Katana nach einer Einarbeitungszeit von Tagen produktiv nutzen.

Schwächen ehrlich betrachtet

Preisstruktur mit Add-ons verdeckt echte Kosten. Der Einstieg bei 299 USD/Monat klingt verlockend, aber ohne Traceability-Add-on (249 USD/Monat) ist Chargenrückverfolgung nicht vorhanden. Wer Katana wegen der Chargenverfolgung evaluiert, zahlt de facto ab 548 USD. Das ist nicht unehrlich, aber missverständlich positioniert.

Preiserhöhungen 2024 haben Vertrauen beschädigt. Katana hat 2023–2024 Preiserhöhungen vorgenommen und Funktionen aus dem Basispaket in Add-ons ausgelagert. Das hat bestehende Kunden überrascht und ist in Community-Foren dokumentiert. Wer jetzt kauft, sollte explizit nach Preisgarantien und Migrationspfaden fragen.

Kein deutschsprachiger Support oder Interface. Die Plattform ist vollständig englischsprachig, Benutzeroberfläche, Dokumentation und Kundensupport. Für Fertigungsbetriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz, in denen Bedienpersonal oft kein Englisch beherrscht, ist das eine strukturelle Hürde.

Keine tiefe Shopfloor-Integration. Maschinenanbindung, OPC-UA-Schnittstellen, Prozessparameter-Erfassung, Shopfloor-Dashboards, das ist nicht der Kern von Katana. Für Betriebe, die ihren Fertigungsprozess digital auf Maschinenebene steuern wollen, reicht Katana nicht aus. Hier wären Systeme wie Asprova, Siemens Opcenter oder Koerber MES die richtigere Wahl.

Für Prozessfertigung ungeeignet. Katana ist für diskrete Fertigung (Metallteile, Elektronik, Holzprodukte) ausgelegt, Stücklisten, Chargen, Seriennummern. Prozessfertigung (Schmelze, Galvanik, Lackierung, kontinuierliche Produktion) hat andere Datenstrukturen, die Katana nicht abbildet.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Ein vollständiges deutschsprachiges ERP für die Fertigung suchstGUS ERP
Shopfloor-Integration und MES-Funktionen brauchstKoerber MES
Ein Cloud-MES für diskrete Fertigung mit Maschinendaten willstAveva MES
Optimierte Produktionsplanung für Auftragsfertiger suchstAsprova

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Fishbowl Manufacturing (US-zentriert, gut für QuickBooks-Integration), Odoo Manufacturing (Open-Source-Option mit breitem Modul-Set), MRPeasy (direkter Katana-Konkurrent aus Estland, ähnlich positioniert). Im KMU-Fertigungsmarkt ist der Abstand zwischen Katana und den Enterprise-Lösungen real, für Betriebe in der Zwischenklasse bleibt die Wahl begrenzt.

So steigst du ein

Schritt 1: Katanamrp.com aufrufen und 14-tägige kostenlose Testversion starten. Legt im ersten Schritt ein einfaches Produkt mit einer Stückliste an, und weise dem Rohstoff eine Chargennummer zu. So testet ihr die Kernfunktion vor dem Kauf.

Schritt 2: Nach dem Kauf des Core-Plans das Traceability-Add-on freischalten. Alle zukünftigen Wareneingänge werden ab jetzt mit Chargennummer und Lieferantenzertifikat erfasst. Für bestehende Lagerbestände entweder rückwirkend Chargen anlegen oder mit einem Stichtag den Neustart setzen.

Schritt 3: Fertigungsaufträge mit Chargen verknüpfen: Welche Rohmaterialcharge wurde verarbeitet? In welche Endprodukte ist sie eingeflossen? Das System erzeugt automatisch eine vollständige Vorwärts- und Rückwärtsverfolgung.

Ein konkretes Beispiel

Ein mittelständischer Metallverarbeiter mit 35 Mitarbeitern und ca. 80 laufenden Aufträgen pro Monat nutzt Katana MRP, um Stahlchargen vom Wareneingang durch den Zuschnitt und die Weiterverarbeitung bis zur Auslieferung zu verfolgen. Bei einer Reklamation eines Automobilzulieferers identifiziert der Qualitätsleiter innerhalb von 15 Minuten alle weiteren Teile derselben Rohmaterialcharge, statt wie zuvor 2 Tage manuell in Excel-Tabellen zu suchen. Monatliche Gesamtkosten inkl. Traceability-Add-on: ca. 650 USD.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: EU (Katana Technologies OÜ ist ein estnisches Unternehmen; Daten werden in EU-Rechenzentren verarbeitet).
  • SOC 2 zertifiziert: Das bedeutet, dass Sicherheits- und Verfügbarkeitskontrollen durch einen unabhängigen Auditor geprüft wurden. Für B2B-Fertigungsbetriebe ein relevantes Qualitätssignal.
  • Personenbezogene Daten: ERP-Daten enthalten Kunden- und Lieferantendaten. Ein AVV mit Katana ist für DSGVO-konforme Nutzung erforderlich, auf Anfrage verfügbar.
  • Datentrennung: Kundendaten werden mandantensepariert. Keine Weitergabe von Produktions- oder Kundendaten an Dritte.
  • Empfehlung: AVV anfordern, bevor Kundenpersonaldaten oder personenbezogene Lieferantendaten systematisch erfasst werden. EU-Hosting ist vorhanden, das erleichtert die DSGVO-Compliance erheblich gegenüber US-only-Alternativen.

Gut kombiniert mit

  • GUS ERP, für Betriebe, die neben Fertigungssteuerung auch tiefer in Finanzbuchhaltung und Controlling einsteigen wollen. GUS bietet als deutschsprachige Lösung eine Ergänzung, wenn Katana funktional an Grenzen stößt.
  • Shopify, direkte Out-of-the-box-Integration. Wer im D2C-Bereich produziert und verkauft, kann Katana als Produktionsrücken und Shopify als Verkaufsfront nutzen, ohne Datenpflege zwischen den Systemen.
  • QuickBooks, für die Finanzbuchhaltung. Katana synchronisiert Fertigungskosten und Lagerbestände mit QuickBooks, was eine vollständige Buchführung ohne doppelte Dateneingabe ermöglicht.

Unser Testurteil

Katana MRP verdient 3 von 5 Sternen. Die Schnelligkeit der Einrichtung, die Chargenrückverfolgung und die E-Commerce-Integrationen sind echte Stärken für den beschriebenen KMU-Fertigungsmarkt. Aber die Preisstruktur mit ihrer Add-on-Multiplizierung, die Preiserhöhungen 2024, das fehlende Deutsch-Interface und die begrenzte Shopfloor-Tiefe sind keine marginalen Punkte, sie entscheiden darüber, ob Katana für einen konkreten Betrieb wirklich die richtige Wahl ist. Für diskrete Fertigung im 5–100-Mitarbeiter-Segment, mit E-Commerce-Integration und ohne Maschinenanbindungsbedarf, ist Katana ein vernünftiger Kompromiss. Für alle anderen ist der Markt breiter.

Was wir bemerkt haben

  • 2023–2024, Katana hat mehrfach Preiserhöhungen durchgeführt und Funktionen aus dem Basispaket in kostenpflichtige Add-ons ausgelagert. Das hat Bestandskunden überrascht und ist in Community-Foren (Reddit, G2) gut dokumentiert. Wer Katana evaluiert, sollte explizit nach Preisgarantie-Klauseln fragen.
  • 2024, Das Traceability-Add-on wurde als separates Paket ausgegliedert, es war vorher in höheren Basisplänen enthalten. Das ist der konkrete Auslöser der Community-Beschwerden.
  • 2025, Katana hat die API-Dokumentation verbessert und mehr Konnektoren zu gängigen Plattformen hinzugefügt. Das macht die Integration für Betriebe mit bestehenden Tech-Stacks einfacher.
  • Mai 2026, Kein deutschsprachiges Interface in Planung. Das schränkt die Adoption im DACH-Raum strukturell ein, ein Umstand, den Wettbewerber wie GUS ERP oder Proalpha nutzen.

Quellen

  1. Katana MRP – Preisseite. https://katanamrp.com/pricing/ (abgerufen am 2026-06-20). Core-Plan ab 299 USD/Monat (nutzungsbasiert nach Auftragsvolumen und Standorten); Traceability-Add-on 249 USD/Monat, Manufacturing-Management-Add-on 199 USD/Monat, Warehouse-Management-Add-on 149 USD/Monat; kostenloser Free-Plan mit bis zu 30 SKUs verfügbar..
  2. Katana MRP – SOC-2-Zertifizierung (Blog). https://katanamrp.com/blog/price-lists/ (abgerufen am 2026-06-20). SOC-2-Badge im Seitenfooter bestätigt die SOC-2-Konformität von Katana MRP..

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