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PlanetTogether

PlanetTogether, Inc.

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Advanced Planning & Scheduling (APS) für Fertigungsunternehmen mit Fokus auf realistische Produktionspläne, Capable-to-Promise und ERP-Anbindung. Seit über 20 Jahren am Markt, integriert sich tief in SAP, Microsoft Dynamics, Oracle, NetSuite, Infor, Epicor und QAD. Günstigere und schneller einführbare Alternative zu den großen Plattformen, mit Trade-offs bei Tiefe der Optimierung und Marktpräsenz im DACH-Raum.

Kosten: Keine öffentlichen Listenpreise. Marktbeobachtung: Lizenz typisch 20.000–60.000 €/Jahr je nach Modul, Implementierung 30.000–150.000 € einmalig. Deutlich günstiger als AspenTech oder SAP IBP.

Kategorien

Stärken

  • Schnellere Einführung als AspenTech oder SAP IBP, 3 bis 6 Monate sind realistisch
  • Breite ERP-Anbindung: SAP S/4HANA & ECC6, Microsoft Dynamics AX/NAV, Oracle ERP/NetSuite/EBS, Infor SyteLine/M3, Epicor Kinetic, QAD
  • Visueller Drag-&-Drop-Schedule, den Planer ohne IT-Hilfe anpassen können
  • What-If-Szenarien und Capable-to-Promise direkt im Schedule
  • Funktioniert sowohl On-Premise (APS V11/V12 Installer) als auch in der Cloud
  • Etablierte Branchenfokus: Chemie, Food, Pharma, Aerospace, Metallverarbeitung

Einschränkungen

  • Kein deutschsprachiger Support, Dokumentation, Hotline und Partnernetz sind englisch
  • Datenhaltung in den USA, keine native EU-Region für Cloud-Deployment
  • ERP-Integrationen listen oft ältere Versionen (Dynamics AX/NAV statt 365 F&O/BC), Modernisierung läuft, aber langsamer als bei Wettbewerbern
  • Optimierungs-Algorithmen weniger ausgereift als bei AspenTech für komplexe Prozessindustrie
  • Kleines Partnernetzwerk im DACH-Raum, Implementierungspartner muss man suchen
  • Keine öffentliche Preisliste, Vergleich mit Wettbewerbern erfordert Aufwand

Passt gut zu

Diskrete und Batch-Fertiger im Mittelstand Unternehmen, die ihr bestehendes ERP behalten und APS nachrüsten wollen Schnelle Proof-of-Concepts an einzelnen Linien oder Werken Budgets unterhalb der SAP-IBP- oder AspenTech-Liga

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du brauchst APS, dein ERP soll aber nicht ausgetauscht werden
  • Du planst ein Pilotprojekt an einer Linie oder einem Standort
  • Dein Budget liegt deutlich unter dem für SAP IBP oder AspenTech üblichen Rahmen
  • Deine Planer arbeiten heute schon viel mit visuellen Schedules (Excel-Gantt, Tafel)

Wann nein

  • Du arbeitest in einem stark deutschsprachigen Umfeld mit hoher Support-Erwartung
  • Du brauchst eine native EU-Datenhaltung ohne Umweg über lokale Installation
  • Du planst ein Konzern-Rollout über 10+ Werke und brauchst maximale Plattformbreite
  • Deine Prozessindustrie verlangt extrem komplexe Optimierungsmodelle (Reaktorketten, Mehrproduktanlagen mit Rezepturkopplung)

Kurzfazit

PlanetTogether ist ein pragmatisches APS-System für den Mittelstand: schneller einführbar, günstiger und visuell zugänglicher als die großen Plattformen von SAP, Siemens oder AspenTech, dafür weniger tief in Optimierung und Konzern-Skalierung. Stärke ist die breite ERP-Anbindung, wer bei SAP S/4HANA, Microsoft Dynamics, Oracle oder Infor bleiben will und nur die Feinplanung professionalisieren möchte, findet hier eine bewährte Lösung. Schwächen sind das fehlende EU-Hosting, der englischsprachige Support und das schmale Partnernetz im DACH-Raum. Für die meisten deutschen Mittelständler ist PlanetTogether dann interessant, wenn Siemens Opcenter APS zu groß und Excel zu klein geworden ist.

Für wen ist PlanetTogether?

Mittelständische Fertiger mit gewachsenem ERP: Wer SAP ECC, Microsoft Dynamics NAV/AX oder Infor seit Jahren produktiv betreibt und keinen ERP-Wechsel will, bekommt mit PlanetTogether ein APS, das sich an das bestehende System andockt, statt umgekehrt. Die Integration ist auf “Daten saugen, Plan zurückschreiben” ausgelegt und kommt mit den meisten ERP-Modulen für Produktion, Einkauf und Auftragsabwicklung klar.

Batch- und Prozessfertiger mit überschaubarer Komplexität: Chemie- und Pharma-Mittelständler, Lebensmittel-Hersteller oder Spezialitätenfertiger profitieren von der Batch-Logik. Reinigungszeiten, Rezeptursequenzen und Chargenbindung lassen sich abbilden, solange die Komplexität nicht in den Bereich von AspenTech (gekoppelte Reaktorketten, thermodynamische Modelle) hineingeht.

Produktionsplaner, die heute mit Excel-Gantts arbeiten: Die visuelle Drag-&-Drop-Oberfläche ist nah genug an dem, was viele Planer aus Excel oder von der Stecktafel kennen, sodass der Sprung gelingt. Anders als bei “schwarzen Box”-Optimierern bleibt der Plan editierbar, der Planer behält die Kontrolle.

Pilot-Projekte vor Konzern-Rollouts: Wer in einem Konzern grundsätzlich APS einführen will, aber vor dem dreistelligen Millionen-Investment in SAP IBP zurückschreckt, kann PlanetTogether als Pilot-Werkzeug an einem Standort testen, und damit harte Zahlen für die spätere Plattform-Entscheidung sammeln.

Weniger geeignet für: Konzerne mit 20+ Werken und der Notwendigkeit zentraler Supply-Chain-Steuerung (SAP IBP oder SAP Digital Manufacturing Cloud sind dann näher dran), hochkomplexe Prozessindustrie (AspenTech Aspen Plant Scheduler ist die Referenz), oder Unternehmen mit harten DSGVO-Anforderungen, die keine US-Cloud akzeptieren.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Einstieg (geschätzt)ca. 20.000–35.000 € Lizenz/JahrBasis-APS-Modul, ein Werk, eine Schedule-Engine, Standard-ERP-Konnektor
Erweitert (geschätzt)ca. 35.000–60.000 € Lizenz/JahrMehrere Werke, What-If, Capable-to-Promise, Material- und Kapazitätssicht
EnterpriseAuf AnfrageMehrwerke-Lizenz, Premium-Support, Hosting-Optionen, Integrations-Paket
Implementierung (einmalig)ca. 30.000–150.000 €Datenanbindung, Modellierung, Schulung; abhängig vom ERP und der Anlagenkomplexität

Einordnung: PlanetTogether veröffentlicht keine offiziellen Preise, die Marktbeobachtung zeigt aber konsistent, dass die Lizenzkosten deutlich unter SAP IBP (sechsstellig pro Jahr) und AspenTech (oft sechs- bis siebenstellig im Gesamtprojekt) liegen. Für einen Mittelständler mit einem Werk und überschaubarer Komplexität ist eine Gesamtinvestition im niedrigen sechsstelligen Bereich im ersten Jahr realistisch, danach Lizenz und Wartung im fünfstelligen Bereich. Wer ein konkretes Angebot will, kommt um den Vertriebskontakt nicht herum, das gilt allerdings für die meisten APS-Anbieter, transparent gepreiste Konkurrenz gibt es in dieser Klasse kaum.

Stärken im Detail

Breite und seriöse ERP-Anbindung. Die Integrationsliste umfasst SAP S/4HANA und ECC6, Microsoft Dynamics AX und NAV, Oracle ERP/NetSuite/EBS, Infor SyteLine und M3, Epicor Kinetic sowie QAD. Für jeden dieser Stacks gibt es einen produktiv im Einsatz befindlichen Konnektor, kein bloßes “geht prinzipiell”. Wer auf einem dieser ERPs steht, spart in der Einführung Wochen, weil das Mapping nicht von Null entstehen muss.

Visueller Plan statt Black-Box-Optimierung. Der Schedule lässt sich per Drag & Drop verändern, und PlanetTogether zeigt sofort die Auswirkungen, Engpässe, Lieferterminverschiebungen, Materialdeckungslücken. Anders als bei MILP-getriebenen Werkzeugen, die einen “fertigen Plan” auswerfen, bleibt der Planer im Driver-Seat. Das senkt die Akzeptanzschwelle erheblich, gerade wenn ein Team bisher mit Excel- oder Tafel-Planung gearbeitet hat.

Schnellere Einführung als bei den Großen. Drei bis sechs Monate sind für ein erstes Werk realistisch, sofern das ERP sauber aufgestellt ist und die Stamm­daten (Arbeitsplätze, Rezepturen, Schichtmodelle) gepflegt sind. Vergleichbare Projekte mit SAP IBP oder AspenTech laufen oft 12 bis 18 Monate. Für KMU ist das ein entscheidender Faktor, APS-Projekte scheitern selten an der Software, sondern an der Projektmüdigkeit der Beteiligten nach Monat zwölf.

On-Premise und Cloud parallel verfügbar. Im Gegensatz zu reinen Cloud-Anbietern lässt sich PlanetTogether weiterhin im eigenen Rechenzentrum betreiben (APS V11/V12 Installer werden weiter gepflegt). Für deutsche Mittelständler mit Bedenken gegen US-Cloud-Hosting ist das ein praktischer Ausweg, auch wenn der Betrieb dann komplett in eigener Verantwortung liegt.

Capable-to-Promise direkt im Schedule. Vertrieb kann gegen den aktuellen Plan einen verlässlichen Liefertermin ermitteln, statt nur gegen statische Kapazitätsregeln. Das ist die Funktion, die bei den meisten Mittelständlern den größten unmittelbaren Nutzen stiftet, weil sie messbar Termintreue verbessert, ohne dass das ERP selbst angefasst werden muss.

Etabliertes Industrieprofil. Über 20 Jahre Marktpräsenz, Fortune-500-Kunden in den Branchen Chemie, Food & Beverage, Aerospace, Pharma, High-Tech, Metall- und Industriemaschinenbau. Wer einen Anbieter mit Ausfallsicherheit sucht, also keinen jungen Cloud-APS-Newcomer, ist hier richtig.

Schwächen ehrlich betrachtet

Kein deutschsprachiger Support. Hotline, Dokumentation, Online-Hilfe und Schulungen sind englisch. Für IT- und Planungsteams ist das in der Regel kein Problem, im Werksumfeld (Meister, Vorarbeiter) kann es zur Hürde werden, wenn UI-Texte und Schulungsmaterial nicht lokalisiert sind. Eine deutsche Tochter mit eigener Beratung gibt es nicht, Implementierungspartner im DACH-Raum sind rar, oft sind US-Berater im Spiel.

Datenhaltung in den USA, keine native EU-Region. Wer das Cloud-Deployment wählt, sendet Auftrags-, Stammdaten- und Kapazitätsdaten an US-Infrastruktur. Eine eigene Frankfurt- oder Dublin-Region wie bei SAP, Siemens oder den großen Hyperscalern existiert nicht. Wer DSGVO-strikt arbeitet, kommt um On-Premise oder eine selbst betriebene Cloud-Instanz nicht herum, und verliert damit einen Teil der “Cloud-Annehmlichkeit”.

ERP-Versionsliste hängt nach. Microsoft Dynamics 365 (F&O, Business Central) ist in den offiziellen Integrationslisten weniger prominent als die Vorgänger AX und NAV. Das ist ein Hinweis darauf, dass Modernisierungen zwar laufen, aber langsamer als bei Wettbewerbern, deren Cloud-First-Strategie konsequenter ist. Wer auf D365 F&O wechselt, sollte den Integrationsweg im Vertriebsgespräch konkret prüfen.

Optimierungs-Tiefe in Prozessindustrie begrenzt. Für klassische Batch-Fertigung, Reinigung zwischen Chargen, Rezeptursequenzen, Allergen-Trennung, reicht das System problemlos. Wer aber thermodynamisch gekoppelte Reaktoren, kontinuierliche Anlagen mit komplexen Energiebilanzen oder Mehrprodukt-Reaktor-Kaskaden plant, stößt schneller an Grenzen als bei AspenTech Aspen Plant Scheduler, das genau dafür entwickelt wurde.

Schmales Partnernetz im DACH-Raum. Während für SAP IBP oder Siemens Opcenter Dutzende deutsche Beratungshäuser bereitstehen, ist die PlanetTogether-Partnerszene in Europa überschaubar. Implementierungsprojekte hängen oft an wenigen Einzelpersonen mit Produkt-Know-how, wer nach Ausschreibung sucht, findet selten drei vergleichbare Anbieter. Das erhöht das Projektrisiko.

Keine öffentliche Preisliste. Auch im B2B-Software-Umfeld inzwischen üblich, bleibt PlanetTogether bei “Talk to Sales”. Wer Marktvergleiche aufstellen will, muss in jedem Fall Angebote einholen und kann Aufwand für Budget-Indikationen nicht selbst kalkulieren. Das ist gerade für Mittelständler unbequem, die schnell entscheiden wollen.

KI-Marketing schlägt KI-Substanz. Wie viele etablierte APS-Anbieter spricht PlanetTogether von “AI-driven planning”, der Kern bleibt aber klassische constraint-based Optimierung und heuristisches Scheduling. Echte ML-Komponenten (z. B. lernende Vorhersage von Rüstzeiten aus Historiendaten) sind eher Feature-Add-ons als das Herzstück. Das ist im APS-Markt branchenüblich, sollte aber bei Erwartungsmanagement berücksichtigt werden.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
In einem SAP-Konzern arbeitest und Plattform-Konsistenz brauchstSAP IBP oder SAP Digital Manufacturing Cloud
Eine deutsche/europäische Plattform mit DACH-Beratungsnetz willstSiemens Opcenter APS
Komplexe Prozessindustrie (Reaktoren, gekoppelte Anlagen) planstAspenTech Aspen Plant Scheduler
Vor allem in der diskreten Hochmix-Fertigung optimieren willstAsprova

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Optessa (Reihenfolgeplanung in der Automobilfertigung), SchedulePro von Adexa und Ortec sowie Demand Solutions und John Galt für die ergänzende Demand-Planning-Seite. PlanetTogether bleibt der pragmatische Mittelweg, kein Plattform-Schwergewicht wie SAP oder Siemens, kein hochspezialisierter Prozessindustrie-Stack wie AspenTech, aber breiter und ausgereifter als die meisten Newcomer.

So steigst du ein

Schritt 1: Stammdaten und ERP-Reife prüfen. Bevor du PlanetTogether überhaupt kontaktierst, prüfe selbst: Sind Arbeitspläne im ERP gepflegt? Stimmen Schichtmodelle, Maschinenkapazitäten und Rüstmatrizen? Sind Stücklisten und Rezepturen vollständig? Jedes APS-Projekt steht und fällt mit der Datenbasis. Wer mit “60-Prozent-Stammdaten” startet, bekommt einen 60-Prozent-Plan, die Software ist nicht das Problem.

Schritt 2: Proof-of-Concept an einer Linie. Lass PlanetTogether einen 4–6-wöchigen PoC an deinem kritischsten Engpass aufsetzen, meist eine Linie mit hoher Auslastung, vielen Aufträgen oder schwieriger Rüstmatrix. Lege vorher messbare Ziele fest: Termintreue +X Prozentpunkte, Rüstzeit −Y Prozent, Durchsatz +Z Prozent. Diese Zahlen sind später die Basis jeder Roll-Out-Entscheidung. Achte darauf, dass der PoC mit echten Daten läuft, nicht mit einer hübschen Demo-Datei.

Schritt 3: Implementierungspartner sorgfältig wählen. Im DACH-Raum ist die Auswahl überschaubar, frage konkret nach Referenzen in deiner Branche und sprich mit zwei bis drei Bestandskunden. PlanetTogether direkt kann ebenfalls implementieren, aber die Zeitverschiebung und der Sprach-Overhead machen den Alltag mühsam. Plane für die Einführung 3–6 Monate ein und reserviere die Hälfte der Zeit für Modell­tuning nach dem Go-live, der echte Lerneffekt entsteht erst, wenn die Planer mit echten Aufträgen arbeiten.

Ein konkretes Beispiel

Ein mittelständischer Spezialitäten-Lebensmittelhersteller aus Niedersachsen mit drei Produktionslinien und Microsoft Dynamics NAV als ERP entscheidet sich gegen SAP-Migration und für PlanetTogether als APS-Schicht. Der PoC läuft 5 Wochen auf der Linie mit dem höchsten Auftragsdruck (Allergenwechsel, kurze Mindesthaltbarkeit, viele kleine Chargen). Nach dem Go-live ersetzt der visuelle Schedule die bisherige Excel-Planung von zwei Planern. Über sechs Monate gemessen: Termintreue steigt von 78 % auf 91 %, Rüstzeit-Anteil sinkt um 18 %, Eilaufträge werden 30 % schneller eingeplant. Die Investition (rund 110.000 € im ersten Jahr inklusive Implementierung) amortisiert sich nach knapp 14 Monaten allein über reduzierte Nacharbeit und weniger Express-Logistik. Der englischsprachige Support war anfangs eine Hürde, gelöst über einen deutschen Implementierungspartner, der als Single Point of Contact agiert.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhaltung Cloud: USA, keine native EU-Region für die Cloud-Variante. Anbieter ist PlanetTogether, Inc.
  • Datenhaltung On-Premise: Vollständig in eigener Verantwortung. APS V11/V12 lassen sich in der eigenen Infrastruktur (auch on-prem in der EU) betreiben, der bevorzugte Pfad für DSGVO-sensible Anwendungen.
  • Datenarten: Produktions- und Stammdaten (Aufträge, Stücklisten, Kapazitäten, Schichtpläne, ggf. Personalstammdaten zur Schichtzuordnung). Keine Endkundendaten, aber unter Umständen personenbezogene Mitarbeiterdaten, diese sollten anonymisiert übertragen werden.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für Cloud-Kunden auf Anfrage verfügbar. Bei On-Premise ist klassischerweise kein AVV nötig, weil keine Auftragsverarbeitung im Sinne des DSGVO stattfindet.
  • Empfehlung für Unternehmen: DSGVO-strikte Branchen (Lebensmittel, Pharma, Automotive-Zulieferer mit Konzernvorgaben) sollten die On-Premise-Variante prüfen oder die Cloud-Instanz selbst in einer EU-Region eines Hyperscalers betreiben (technisch möglich, aber Eigenbetrieb). Vor jeder Einführung Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, Standard für alle US-gehosteten Industrie-Cloud-Tools.

Gut kombiniert mit

  • SAP S/4HANA, als ERP-Basis: PlanetTogether saugt Aufträge, Stamm­daten und Kapazitäten aus S/4HANA, plant fein und schreibt Termine zurück. Saubere Aufgabentrennung zwischen Geschäftsprozess (ERP) und Feinplanung (APS).
  • Siemens Opcenter APS, nicht parallel, sondern als Vergleichs-Setup im DACH-Auswahlprozess. Wer PlanetTogether evaluiert, sollte mindestens ein Angebot von Opcenter daneben legen, die Plattformen sind preislich und funktional ähnlich gelagert.
  • AspenTech Aspen Plant Scheduler, als Upgrade-Pfad: Wenn PlanetTogether an Grenzen kommt (komplexe Prozessindustrie, Konzern-Rollout), ist AspenTech die nächste Stufe. Migration ist möglich, weil Daten- und Planungsmodelle vergleichbar strukturiert sind.

Unser Testurteil

PlanetTogether verdient 3 von 5 Sternen. Es ist ein solides, pragmatisches APS für den Mittelstand mit einer der breitesten ERP-Anbindungs-Listen am Markt und einer Einführungsgeschwindigkeit, die SAP IBP und AspenTech in ihrer Liga nicht mithalten können. Die Schwächen sind aber substanziell und nicht zu kaschieren: fehlendes EU-Hosting, englischsprachiger Support, schmales DACH-Partnernetz und Optimierungs-Tiefe, die in komplexer Prozessindustrie an Grenzen kommt. Für deutsche Mittelständler ist die Lösung oft die zweite oder dritte Wahl hinter Siemens Opcenter, zu Recht, weil “deutscher Anbieter mit deutschem Partnernetz” im Werksumfeld einen messbaren Vorteil hat. Wer aber ein US-affines Konzern­umfeld hat, mit Microsoft Dynamics oder NetSuite arbeitet oder ein Pilotprojekt unter 200.000 € sucht, findet bei PlanetTogether eine ehrlich erwachsene und seit 20 Jahren bewährte Lösung. Der vierte Stern fehlt vor allem an der DACH-Marktnähe, der fünfte an der Optimierungs-Tiefe und der Cloud-Region.

Was wir bemerkt haben

  • Mai 2026, PlanetTogether listet weiterhin Microsoft Dynamics AX und NAV als Hauptintegration für den Microsoft-Stack, während der Markt längst auf Dynamics 365 (F&O, Business Central) migriert. Modernisierung läuft sichtbar, aber merklich langsamer als bei Plattform-Wettbewerbern, ein Hinweis auf begrenzte Engineering-Kapazität gegenüber SAP- oder Microsoft-Bordmitteln.
  • 2025, Die “AI-driven planning”-Vermarktung hat zugenommen, der substanzielle Funktionsumfang bleibt aber klassische constraint-based Optimierung. Echte ML-Features (Rüstzeit-Prediction, Demand-Forecast) werden in Whitepapern erwähnt, sind in Standard-Implementierungen aber selten der Kern des Mehrwerts.
  • 2024–2026, On-Premise bleibt als gleichwertige Option erhalten (APS V11 und V12 Installer werden weiter gepflegt). Das ist ein klarer Vorteil gegenüber Wettbewerbern, die Bestandskunden zunehmend zur Cloud drängen, und für DSGVO-sensible deutsche Mittelständler ein wichtiges Argument.
  • 2023–2026, Im DACH-Raum bleibt das Partnernetzwerk klein. Ausschreibungen erhalten oft nur ein bis zwei vergleichbare Angebote, was den Wettbewerbsdruck reduziert und die Verhandlungsmacht des Kunden begrenzt. Wer ein Angebot einholt, sollte einen zweiten APS-Anbieter (typischerweise Siemens Opcenter APS) explizit gegenpitchen, um valide Preisdaten zu bekommen.

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