Bonner Tech-Firma, die unterirdische Netzdokumentation digitalisiert: Mit einem mobilen 3D-Scanner werden offene Glasfaser-Gräben aufgenommen, die KI extrahiert anschließend Trassenverlauf, Muffen und Marker und liefert standardkonforme GIS- oder CAD-Daten.
Kosten: Enterprise-Preise auf Anfrage, kein öffentliches Pricing, Verkauf direkt über Sales-Team
Kategorien
Stärken
- End-to-End-Lösung speziell für FTTH-Bau: vom Scan im Graben bis zur as-built-Dokumentation
- KI-gestützte Auswertung extrahiert Trassengeometrie, Muffen und Marker automatisch
- Daten werden in Deutschland gehostet, passt zu DSGVO und kommunalen Vergaben
- Bereits über 20.000 km unterirdischer Netze in 3D dokumentiert (Stand 2026)
- API-Anbindung an gängige GIS-/CAD-Systeme der Netzbetreiber
Einschränkungen
- Sehr enger Anwendungsfokus, außerhalb von Tiefbau und Glasfaser nicht nutzbar
- Keine Self-Service-Anmeldung, kein Testzugang ohne Sales-Gespräch
- Investition erst sinnvoll bei laufendem Bauvolumen, nicht für einmalige Projekte
- Hardware (3D-Scanner) und Schulung müssen mit eingeplant werden
- Preise nicht öffentlich, Vergleich mit anderen Anbietern braucht Angebotsprozess
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du baust regelmäßig Glasfaser oder andere unterirdische Leitungen und brauchst rechtssichere as-built-Dokumentation
- Du willst die Vermessung im offenen Graben automatisieren statt nachträglich aus Fotos zu rekonstruieren
- Du musst Daten in Standardformaten (GIS, CAD, ZTV-konform) an Netzbetreiber oder Kommunen übergeben
- Dein Team verzettelt sich heute noch mit Maßband, Skizzenheft und Foto-Apps
Wann nein
- Du baust nur gelegentlich oder einzelne Anschlüsse, die Investition rechnet sich erst bei Volumen
- Du suchst eine Allround-Baustellen-App für Hochbau, Innenausbau oder Sanierung
- Du brauchst eine reine Software ohne zusätzliche Hardware-Komponente
- Dein Bauumfeld ist überwiegend oberirdisch (Mobilfunkmasten, Freileitungen)
Kurzfazit
DeepUp ist eine der wenigen deutschen KI-Lösungen, die ein konkretes, schmerzhaftes Branchenproblem lösen: die fehlerhafte oder nachträglich rekonstruierte Dokumentation von Glasfaser- und anderen Untergrundleitungen. Der Workflow aus mobilem 3D-Scanner, Cloud-Portal und KI-gestützter Auswertung ersetzt das klassische Maßband-und-Foto-Verfahren am Bautag und liefert direkt GIS- oder CAD-fähige Datensätze. Wer regelmäßig FTTH-Strecken baut und Netzbetreibern oder Kommunen as-built-Daten schuldet, spart hier echtes Geld und vermeidet Nachvermessungen. Wer nur einmal pro Jahr einen Graben aufmacht, ist hier falsch.
Für wen ist DeepUp?
FTTH-Netzbetreiber: Wer eigene Glasfasernetze plant und betreibt, bekommt mit DeepUp eine zentrale Quelle der Wahrheit über das physische Netz, inklusive Lage von Muffen, Verzweigern und Markerballs. Das vereinfacht spätere Wartung, Entstörung und Erweiterung erheblich.
Generalunternehmen im Glasfaserausbau: Wenn dein Geschäftsmodell darin besteht, im Auftrag von Netzbetreibern Strecken zu bauen, ist die as-built-Dokumentation oft Vertragsbestandteil. DeepUp standardisiert diesen Schritt und beschleunigt die Abnahme, und damit die Rechnungsstellung.
Tiefbau-Subunternehmer: Wer in fremden Aufträgen Gräben zieht und Leerrohre verlegt, kann mit dem Scan-Workflow nachweisbar saubere Daten an Auftraggeber übergeben, was Streitfälle bei späteren Schäden minimiert.
Kommunale Stadtwerke und Versorger: Strom, Wasser, Wärme, Glasfaser, überall dort, wo eigene Leitungen unterirdisch verlegt werden, hilft eine maschinell gestützte 3D-Dokumentation, das Leitungskataster aktuell zu halten und Kabelschäden bei späteren Bauarbeiten zu vermeiden.
Weniger geeignet für: Einzelhandwerker mit Gelegenheitsbaustellen, Hochbau- und Innenausbau-Firmen (dafür sind PlanRadar oder Capmo passender), Mobilfunk-Planer (dafür gibt es Cellular Expert oder Atoll), und Bauherren, die nur eine Foto-Doku brauchen.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Pilot / Testphase | Auf Anfrage | Begleitete Pilotphase mit ausgewählten Baustellen, Hardware-Stellung, Erstauswertung |
| Standard / Enterprise | Auf Anfrage | Vollzugang zur Plattform, mehrere Scanner-Geräte, KI-Auswertung, GIS/CAD-Export, API-Anbindung, Support |
| Hardware (3D-Scanner) | Auf Anfrage | In der Regel als Miet-/Leasingmodell Teil des Vertrages |
Einordnung: DeepUp veröffentlicht keine Preise, der Vertrieb läuft ausschließlich direkt. Aus Branchenkenntnis: Die Investition rechnet sich erst, wenn du regelmäßig im fünf- bis sechsstelligen Strecken-Meter-Bereich pro Jahr baust und die Doku-Anforderungen deiner Auftraggeber heute manuelle Nachbereitung erfordern. Für eine ehrliche Wirtschaftlichkeitsrechnung solltest du die Stunden für nachträgliche Aufmaß-Erstellung, Korrekturschleifen und abgelehnte Abnahmen über das Jahr summieren, erst dagegen lässt sich der DeepUp-Vertrag fair einordnen.
Stärken im Detail
Echte End-to-End-Abdeckung im Tiefbau-Workflow. Während viele Tools nur einen Teilschritt abbilden, entweder Vermessung, Dokumentation oder GIS, deckt DeepUp die gesamte Kette vom Scan im offenen Graben bis zur Datenübergabe ab. Das eliminiert Medienbrüche, die in der Praxis oft die größte Fehlerquelle sind: Skizze auf Papier, Foto im Handy, Notiz in WhatsApp, Übertragung am Abend ins CAD, überall geht etwas verloren.
KI extrahiert Trassengeometrie automatisch aus 3D-Scans. Der eigentliche Mehrwert steckt in der Auswertung: Aus dem Punktwolken-Scan erkennt das System automatisch den Verlauf der Leerrohre, die Lage der Muffen, eingebrachte Marker und kann sie georeferenziert in das Zielsystem überführen. Was früher mehrere Stunden Nachbearbeitung in CAD bedeutete, läuft im Hintergrund.
Daten in Deutschland gehostet. DeepUp ist eine deutsche GmbH mit Sitz in Bonn. Das Hosting in Deutschland ist für kommunale Auftraggeber, Stadtwerke und Netzbetreiber unter KRITIS-Anforderungen ein echtes Argument, viele Vergabestellen schließen US-Cloud-Lösungen bei kritischer Infrastruktur explizit aus.
Belastbare Marktreferenz. Mit nach eigenen Angaben über 90 Mitarbeitenden, 500+ aktiv nutzenden Bau- und Engineering-Teams und über 20.000 dokumentierten Streckenkilometern (Stand 2026) ist DeepUp keine Garagen-Idee mehr, sondern ein etabliertes Werkzeug der deutschen Glasfaserbau-Branche. Das senkt das Risiko, auf eine Lösung zu setzen, die in zwei Jahren wieder vom Markt ist.
Schwächen ehrlich betrachtet
Sehr enger Anwendungsfokus. Wer DeepUp einkauft, kauft ein Spezialwerkzeug für unterirdische Leitungsdokumentation, nicht mehr und nicht weniger. Für Hochbau, Sanierung, Innenausbau oder reine Mobilfunkprojekte taugt das System nicht. Das ist im Ansatz auch korrekt, Spezialisierung schlägt Eierlegende-Wollmilchsau, bedeutet aber, dass die Lizenz nur in einem klar abgegrenzten Geschäftsbereich Wert stiftet.
Kein Self-Service, kein Testzugang. Wer mal “schnell ausprobieren” will, hat Pech: Es gibt weder ein Free-Trial noch eine öffentlich zugängliche Demo-Umgebung. Jeder Einstieg läuft über Vertrieb, Pilotphase und Vertragsverhandlung. Das ist branchenüblich, kostet aber Wochen, bevor du einen ehrlichen Eindruck der Software-Qualität bekommst.
Hardware-Komponente erhöht Eintrittsschwelle. Anders als reine Software-Tools brauchst du den 3D-Scanner physisch im Graben, also Geräte, geschulte Anwender, Logistik. Kleinere Bauunternehmen müssen Mitarbeitende explizit dafür freistellen und schulen. Bei drei aktiven Baustellen parallel reicht ein Gerät schnell nicht aus.
Preise nicht transparent. Ohne öffentliches Pricing kannst du keine Bauchentscheidung treffen, ob das Tool in dein Budget passt. Vergleiche mit Wettbewerbern bedeuten parallele Sales-Prozesse, das frisst interne Zeit. Für sehr kleine Anbieter eine echte Hürde.
Abhängigkeit von der KI-Auswertungsqualität. Wie gut die automatische Extraktion von Muffen und Trassen funktioniert, hängt von Scan-Qualität, Lichtverhältnissen, Verschmutzung und Geometrie des Grabens ab. In der Praxis bedeutet das: Manche Scans brauchen weiterhin manuelle Korrektur. Wie hoch dieser Anteil ist, kommuniziert DeepUp nicht öffentlich, du erfährst es erst in der Pilotphase.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Mobilfunk-Funknetze planen und optimieren willst | Atoll oder Cellular Expert |
| Bauprojekte allgemein dokumentieren willst (Hochbau, Innenausbau) | PlanRadar oder Capmo |
| Stromnetz-Planung und -Betrieb digitalisieren willst | Gridbit |
| Baustellensicherheit per Computer Vision überwachen willst | viAct |
DeepUp hat im deutschen Markt für FTTH-Dokumentation keinen direkten 1:1-Wettbewerber mit identischer Hardware-plus-KI-Kombi. International gibt es Firmen wie Render Networks oder vGIS, die ähnliche Probleme angehen, in Deutschland aber kaum Präsenz haben. Wer sich gegen DeepUp entscheidet, landet meist nicht bei einem Konkurrenten, sondern bei einer Eigenkombination aus Vermessungs-Dienstleister, Foto-Apps und nachgelagerter CAD-Bearbeitung, also dem Status quo, den DeepUp ersetzen will.
So steigst du ein
Schritt 1: Sammle vor dem Erstgespräch belastbare Zahlen aus deinem aktuellen Doku-Prozess: Wie viele Strecken-Kilometer baust du pro Jahr? Wie viele Stunden gehen pro Kilometer aktuell in Aufmaß und Nachbereitung? Wie oft wurden Abnahmen wegen unzureichender Dokumentation verzögert? Ohne diese Basis ist die ROI-Diskussion mit dem DeepUp-Vertrieb wertlos, und du fällst ins typische Demo-Loch (“sieht beeindruckend aus, aber rechnet sich das?”).
Schritt 2: Fordere eine Pilotphase auf einer klar abgegrenzten Strecke an, idealerweise mit definierter Projektgröße (z.B. 5 km Hauptkabel, 50 Hausanschlüsse). Lass die Auswertung am Ende mit deiner heutigen Dokumentation gegenchecken, Abweichungen sind dein wichtigster Erkenntnisgewinn. Plane für die Pilotphase mindestens vier Wochen ein, damit du auch unterschiedliche Bedingungen (Wetter, Bodenarten) abdeckst.
Schritt 3: Plane parallel die organisatorische Einbettung: Wer trägt den Scanner, wer prüft die Auswertung, wer übergibt die Daten an den Auftraggeber? Ohne klare Rollen wird die beste Software zur Karteileiche. Erfahrungsgemäß scheitert die Einführung selten an der Technik, sondern an der Frage, wer im Bautrupp zusätzlich für die Dokumentation verantwortlich ist.
Ein konkretes Beispiel
Ein mittelständisches Tiefbauunternehmen aus dem Rheinland baut für einen regionalen Netzbetreiber jährlich rund 80 km Glasfaser-Hauptkabel und 1.200 Hausanschlüsse. Vor DeepUp hat ein dreiköpfiges Vermessungsteam die Strecken zwei Tage pro Woche nachvermessen, Skizzen wurden im Büro digitalisiert, etwa jede zehnte Abnahme wurde wegen unstimmiger Doku zurückgewiesen, mit zwei bis drei Wochen Zahlungsverzögerung pro Fall. Mit DeepUp scannt der Bautrupp den offenen Graben direkt nach Verlegung der Leerrohre, die KI-Auswertung erzeugt am Folgetag den GIS-Datensatz, der direkt ins System des Netzbetreibers übergeben wird. Die Vermessungsteams werden für komplexere Aufgaben eingesetzt, die Abnahme-Quote im ersten Anlauf steigt deutlich, die Zahlungseingänge werden planbarer. Die Lizenzkosten amortisieren sich nach Aussage des Geschäftsführers im ersten Jahr allein über die schnellere Rechnungsstellung.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Server in Deutschland, wichtig für KRITIS-relevante Auftraggeber und kommunale Vergaben.
- Datenkategorien: Primär technische Geodaten (3D-Scans, Trassenverläufe, Muffen-Positionen). Personenbezogene Daten in der Regel nur in geringem Umfang (Bediener-Accounts, Auftragsdaten).
- Auftragsverarbeitung: AVV nach Art. 28 DSGVO sollte als Standard im Enterprise-Vertrag geregelt werden, explizit anfragen und prüfen lassen.
- Empfehlung für Unternehmen: Vor Pilotstart kläre intern, ob die Scan-Daten als “kritische Infrastrukturdaten” im Sinne deiner Sicherheitsrichtlinien gelten. Je nach Auftraggeber (z.B. Bundesnetzagentur-relevante Strecken) gelten zusätzliche Anforderungen an Verschlüsselung und Zugriffskontrolle.
- Datenrückgabe und Export: Vertraglich zusichern lassen, dass eigene Daten jederzeit in offenen Standardformaten (z.B. GeoPackage, DWG, IFC) exportierbar sind, wichtig für den Fall eines Anbieterwechsels.
Gut kombiniert mit
- PlanRadar, für allgemeine Bautagebücher, Mängelmanagement und Fotodokumentation oberhalb der Erde, ergänzend zur unterirdischen DeepUp-Dokumentation
- Autodesk BIM 360, wenn die Glasfaser-Daten in größere BIM-Workflows mit Architekten und Generalplanern einfließen sollen
- Gridbit, bei Versorgern, die parallel Stromnetz-Daten managen und beide Welten zusammenführen wollen
Unser Testurteil
DeepUp bekommt 4 von 5 Sternen. Die Lösung adressiert ein konkretes, teures Problem im deutschen Glasfaser- und Tiefbaumarkt mit einer durchdachten End-to-End-Lösung, Hardware, Software, KI-Auswertung und API-Anbindung kommen aus einer Hand, die Daten bleiben in Deutschland. Den fünften Stern verliert das Tool durch die fehlende Preistransparenz, den hohen Einstiegsaufwand (Pilot, Hardware, Schulung) und den engen Einsatzbereich, der die Lösung für Gelegenheitsanwender unwirtschaftlich macht. Wer sein Geld mit unterirdischer Infrastruktur verdient, sollte sich DeepUp ernsthaft ansehen. Alle anderen sind hier falsch.
Was wir bemerkt haben
- Mai 2026, DeepUp hat seine Webpräsenz auf die Domain
deepup.aiumgezogen, nutzt aber weiterhin die deutsche.de-Adresse für Vertriebskontakte. Die Marke ist jetzt international ausgerichtet, der operative Fokus bleibt deutschsprachig. - 2025/2026, Eigenangabe: über 20.000 dokumentierte Streckenkilometer und 500+ aktive Bau-/Engineering-Teams. Das deutet auf einen klaren Marktdurchbruch im deutschen FTTH-Bau hin, vor zwei Jahren war DeepUp noch ein Insider-Tipp, heute ein etabliertes Standardwerkzeug bei mehreren großen Netzbetreibern.
- Hinweis zur Branche, Das Glasfaserausbau-Tempo in Deutschland hängt politisch und finanziell stark an Förderprogrammen. Sollte sich das Bauvolumen ab 2027 spürbar verlangsamen, wird sich auch die Investitionslogik für DeepUp-Lizenzen verschieben, der Preis-Hebel liegt aktuell stark beim Volumen.
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Arthur Atlas
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Hinweis: Diese Angaben können veraltet oder fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel immer direkt auf der Website des Anbieters.
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