Copernicus Data Space Ecosystem
ESA / EU-Kommission, betrieben von einem Konsortium um T-Systems & CloudFerro
Offizieller Zugang zu den Copernicus-Satellitendaten der EU, Sentinel-2 (optisch, 10–60 m Auflösung), Sentinel-1 (Radar), Sentinel-3 (Ozean/Land), Sentinel-5P (Atmosphäre). Seit 2023 die zentrale Plattform (Nachfolger des alten Open Access Hub). Kostenloser, EU-gehosteter Basiszugang für Vegetation, Bodenfeuchte, Waldzustand und NDVI-Analysen. Ideal für Forstbetriebe, Agrarbetriebe und Umweltmonitoring.
Kosten: Basisnutzung kostenlos: Sentinel-1/2/3/5P, 10.000 Processing Units & 12 TB Transfer pro Monat, EO Browser ohne Limit. Kommerzielle Erweiterung über Sentinel Hub (seit 2023 zu Planet gehörig) als kostenpflichtiges Abo; Preise nach Verbrauch auf Anfrage.
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Stärken
- Sentinel-2-Aufnahmen alle 5 Tage über Deutschland, 10 m Bodenauflösung kostenlos
- NDVI, EVI und weitere Vegetationsindizes über die Browser-Oberfläche EO Browser direkt berechenbar
- Vollständig EU-gehostet, keine US-Datenübertragung, datenschutzrechtlich unkritisch
- Großzügiges Gratis-Kontingent: 10.000 Processing Units und 12 TB Transfer pro Monat
- Sentinel Hub, openEO und S3/STAC-APIs für automatisierte Pipelines und GIS-Integration
- Offene Copernicus-Lizenz, Nutzung auch für kommerzielle Zwecke ausdrücklich erlaubt
Einschränkungen
- Developer-Setup nötig für automatisierte Pipelines (Python-API, openEO, QGIS-Plugin)
- Wolkenbedeckung in Mitteleuropa reduziert die optische Aufnahmequalität, oft 2–3 Wochen ohne klares Bild
- Free-Kontingent (Processing Units) bei großen Flächen oder häufigen Abrufen schnell erschöpft
- Kein deutschsprachiger Support, Dokumentation und Community-Forum nur auf Englisch
- 10 m Auflösung für Einzelbäume zu grob, Baumebene erfordert Luftbild (50 cm) oder Drohne
- Kommerzieller Sentinel-Hub-Pfad seit 2023 bei Planet (USA), Pricing intransparenter geworden
Passt gut zu
Kurzfazit
Das Copernicus Data Space Ecosystem (CDSE) ist der offizielle, kostenlose und EU-gehostete Zugang zu den Sentinel-Satellitendaten der Europäischen Union, und damit die wichtigste Datenquelle, wenn du Vegetation, Wälder, Felder oder Gewässer aus dem All beobachten willst. Seit 2023 hat es den alten Copernicus Open Access Hub abgelöst und bietet deutlich mehr: einen grafischen EO Browser für Klick-Auswertungen, Sentinel-Hub-, openEO- und S3-APIs für Automatisierung, dazu JupyterLab in der Cloud. Für Forst- und Agrarbetriebe ist die Kombination aus 10-Meter-Auflösung, 5-Tage-Wiederholrate und null Lizenzkosten konkurrenzlos. Der Haken: Wer mehr will als Klicken im Browser, braucht Entwickler-Know-how (Python, GIS), die Wolkendecke über Mitteleuropa trübt regelmäßig die optischen Bilder, und deutschsprachigen Support gibt es nicht. Für Datenversorgung exzellent, für „Plug-and-Play” ungeeignet.
Für wen ist das Copernicus Data Space Ecosystem?
Forstbetriebe und Waldbesitzer: Das stärkste Argument. Du überwachst ganze Reviere auf Trockenstress, Borkenkäfer-Verdacht oder Sturmschäden, ohne einen einzigen Euro für Daten zu zahlen. NDVI-Zeitreihen zeigen Vitalitätsveränderungen über Wochen und Jahre, für 800 oder 8.000 Hektar gleichermaßen.
Landwirtschaftsbetriebe und Lohnunternehmer: Teilflächenspezifisches Management, Ernteprognosen, Bewässerungssteuerung. Wer kein teures Precision-Farming-Abo will, bekommt mit Sentinel-2-NDVI eine kostenlose Basis für Applikationskarten und Bestandsmonitoring.
Kommunen und Stadtplanung: Stadtgrün-Monitoring, Hitzeinseln, Versiegelungsanalysen, Klimafolgenanpassung. Die langen, kostenlosen Zeitreihen seit 2015 (Sentinel-2) erlauben echte Vorher-Nachher-Vergleiche über ein Jahrzehnt.
Umweltgutachter und Ingenieurbüros: Waldschadenserfassung nach Dürre oder Sturm, Renaturierungs-Monitoring, Gewässeranalysen. Sentinel-Daten sind gerichtsfest dokumentierbar, da Aufnahmedatum und Prozessierungsstand nachvollziehbar sind.
GIS- und Geodaten-Entwickler: Wer Pipelines baut, findet hier mit openEO, Sentinel Hub und S3/STAC eine vollständige, EU-gehostete Infrastruktur, ohne Datenübertragung in die USA.
Weniger geeignet für: Anwender ohne jeden Technik-Hintergrund, die eine fertige App mit Knopfdruck-Ergebnis erwarten (dann ist ein spezialisierter Forst- oder Agrar-Dienst die bessere Wahl). Ebenso ungeeignet für Aufgaben, die Einzelbaum-Auflösung verlangen, 10 Meter pro Pixel sind dafür zu grob.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| EO Browser (Web) | 0 € | Grafische Oberfläche, NDVI/EVI/Falschfarben, Zeitvergleich, Export, ohne harte Limits für interaktive Nutzung |
| Free-Account (APIs) | 0 € | 10.000 Processing Units/Monat, 10.000 Sentinel-Hub-Requests/Monat (max. 300/Minute), 12 TB Transfer (rollendes 30-Tage-Fenster), 100 gleichzeitige Sessions, JupyterLab, openEO, S3/STAC/OData |
| Sentinel Hub (kommerziell) | Abo, Preis auf Anfrage | Höhere Processing-Unit-Kontingente, Batch-Processing großer Flächen, kommerzieller SLA, seit 2023 über Planet vermarktet |
| Copernicus Contributing Missions | teils kostenpflichtig | Sehr hochauflösende kommerzielle Aufnahmen (z. B. VHR_IMAGE_2024) ergänzend zu den freien Sentinel-Daten |
Einordnung: Für die allermeisten Forst- und Agrarbetriebe ist der kostenlose Account ausreichend, 10.000 Processing Units und 12 TB Transfer pro Monat decken regelmäßiges Monitoring von einigen tausend Hektar locker ab. Geld kostet es erst, wenn du sehr große Flächen täglich batchverarbeitest oder einen kommerziellen Service-Level brauchst; dann führt der Weg über das Sentinel-Hub-Abo, das seit der Übernahme durch Planet (2023) nicht mehr mit klaren Listenpreisen beworben wird, du musst ein Angebot anfragen. Wer das vermeiden will, bleibt bei den freien APIs und optimiert den Verbrauch (kleinere Kacheln, gröbere Auflösung, weniger häufige Abrufe). Die teuren VHR-Aufnahmen der Contributing Missions brauchst du nur, wenn die 10-Meter-Sentinel-Auflösung nicht reicht.
Stärken im Detail
Kostenlose Daten in Profi-Qualität. Sentinel-2 liefert über Deutschland alle fünf Tage eine optische Aufnahme mit 10 m Auflösung in den wichtigsten Bändern, kostenlos, unter offener Lizenz, auch kommerziell nutzbar. Das ist eine Datengrundlage, für die man vor zehn Jahren fünfstellige Beträge gezahlt hätte. Ergänzt wird sie durch Sentinel-1 (Radar, wetterunabhängig), Sentinel-3 (Ozean/Land) und Sentinel-5P (Atmosphäre/Luftqualität).
EU-Hosting ohne US-Datenfluss. Die gesamte Plattform läuft auf europäischer Cloud-Infrastruktur (betrieben von einem Konsortium um T-Systems mit CloudFerro als Hosting-Partner). Es gibt keine Übertragung in die USA, was die DSGVO-Bewertung trivial macht, Satellitendaten sind ohnehin selten personenbezogen, aber für Behörden und kritische Infrastruktur ist EU-Hoheit ein echtes Plus.
Der EO Browser senkt die Einstiegshürde drastisch. Du musst nicht programmieren können, um loszulegen: Polygon einzeichnen, Sentinel-2 wählen, NDVI-Modus aktivieren, fertig. Für vierteljährliche Vegetationschecks oder eine schnelle Schadenseinschätzung reicht der Browser vollständig aus, ohne eine Zeile Code.
Vollständige API-Familie für Automatisierung. Wer regelmäßig frische Werte braucht, hat die Wahl: Sentinel Hub (Process- und Batch-API) für schnelle On-the-fly-Auswertungen, openEO für standardisierte, anbieterunabhängige Workflows, S3/STAC/OData für direkten Datenzugriff. Dazu cloud-basierte JupyterLab-Umgebungen, in denen die Daten direkt neben dem Rechenknoten liegen, kein Download nötig.
Großzügiges Gratis-Kontingent. 10.000 Processing Units und 12 TB Transfer pro Monat sind für ein kostenloses Angebot bemerkenswert üppig. Damit lassen sich reale Monitoring-Aufgaben, nicht nur Spielereien, produktiv betreiben, bevor überhaupt ein kommerzielles Abo nötig wird.
Wetterunabhängige Radar-Option. Sentinel-1 sieht durch Wolken hindurch. Genau dann, wenn die optischen Sentinel-2-Bilder wochenlang vom mitteleuropäischen Grauschleier verdeckt sind, liefert Radar weiterhin verwertbare Daten, etwa für Bodenfeuchte oder Hochwasser-Ausdehnung.
Schwächen ehrlich betrachtet
Ohne Entwickler-Know-how stößt du schnell an Grenzen. Der EO Browser ist einsteigerfreundlich, aber sobald du Automatisierung, Zeitreihen-Auswertung oder Integration in eigene Systeme willst, brauchst du Python, GIS-Kenntnisse und Verständnis für APIs. Das ist kein Tool, das ein Forstwirt ohne IT-Unterstützung in einen automatisierten Risikomonitor verwandelt, dafür braucht es einen Entwickler oder ein Dienstleister-Setup.
Wolken sind das Dauerproblem. Über Deutschland ist der Himmel oft bedeckt. In nassen Phasen, gerade im Winterhalbjahr, können zwei bis drei Wochen ohne ein einziges brauchbares optisches Bild vergehen. Du kannst auf Sentinel-1-Radar ausweichen, aber dessen Auswertung ist deutlich anspruchsvoller als ein simpler NDVI.
Das Free-Kontingent ist endlich. 10.000 Processing Units klingen viel, sind bei großen Flächen oder hochfrequenten Abrufen aber schnell aufgebraucht. Wer ganze Bundesländer täglich prozessieren will, landet zwangsläufig im kostenpflichtigen Bereich, und dort ist das Pricing seit der Planet-Übernahme intransparent geworden (Angebot statt Listenpreis).
Kein deutschsprachiger Support. Dokumentation, Forum und Hilfe sind ausschließlich auf Englisch. Für ein offizielles EU-Programm überraschend, in der Praxis aber Standard. Wer mit englischer Fachdokumentation fremdelt, hat einen spürbar steileren Einstieg.
Auflösung reicht nicht bis zum Einzelbaum. 10 Meter pro Pixel bedeuten: Ein einzelner Baum ist nicht erkennbar, nur Bestände und Flächen. Für Einzelbaum-Inventur, Befallsherde im Frühstadium oder Schadholzkartierung auf Baumebene brauchst du Luftbilder (50 cm) oder Drohnen, Sentinel ist die Flächen-, nicht die Detailebene.
Häufige technische Änderungen. Die Plattform wird aktiv weiterentwickelt, was auch heißt: API-Pfade ändern sich (zuletzt im März 2026), Bucket-Namen werden umbenannt, Legacy-Schnittstellen wie die OpenSearch-Catalogue-API werden abgekündigt. Wer produktive Pipelines betreibt, muss Änderungen mitverfolgen und gelegentlich nachpflegen.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Forst- und Vegetationsdaten ohne eigenes Setup als fertigen Dienst willst | Spezialisierter Forst-/Agrar-SaaS (z. B. OpenForests, klsmartfor, keine eigene Tool-Seite) |
| Lückenlose, wolkenfreie Aufnahmen mit täglicher Frequenz brauchst | Planet (PlanetScope, kommerziell, ca. 3 m, kostenpflichtig) |
| Sehr hohe Auflösung (< 1 m) für Einzelbaum-Detail brauchst | Kommerzielle VHR-Anbieter (Maxar, Airbus) oder eigene Drohne |
| Eine fertige NDVI-App fürs Smartphone willst | Sentinel-Hub-Apps oder Drittanbieter-Apps auf Copernicus-Basis |
Eigene, verifizierte Tool-Seiten für direkte Satellitendaten-Wettbewerber führen wir derzeit nicht, die genannten Alternativen sind daher bewusst unverlinkt. Wichtig zur Einordnung: Das CDSE ist kein Wettbewerber zu fertigen Forst- oder Agrar-Apps, sondern deren Datenquelle. Die meisten kommerziellen Monitoring-Dienste greifen im Hintergrund genau auf diese Sentinel-Daten zu, du kannst sie also entweder selbst (kostenlos, mit Entwickleraufwand) oder über einen Dienstleister (bequem, kostenpflichtig) nutzen. Wer regelmäßig wolkenfreie Bilder oder Sub-Meter-Auflösung braucht, kommt um kommerzielle Anbieter wie Planet, Maxar oder Airbus nicht herum.
So steigst du ein
Schritt 1: Registriere dich kostenlos auf dataspace.copernicus.eu. Das Konto gibt dir Zugang zum EO Browser (grafische Oberfläche) und zu allen APIs. Für erste Tests reicht der EO Browser vollständig, kein Code nötig.
Schritt 2: Öffne den EO Browser, zeichne deine Flächen als Polygon ein, wähle Sentinel-2 L2A als Datenquelle und stelle als Zeitraum die letzten 30 Tage ein. Wechsle auf den NDVI-Darstellungsmodus. Du siehst sofort, welche Parzellen unter Trockenstress stehen (NDVI unter 0,3 = kritisch, unter 0,5 = auffällig). Mit dem Zeitvergleich legst du zwei Aufnahmen nebeneinander und erkennst Veränderungen auf einen Blick.
Schritt 3: Für automatisierte Abfragen (z. B. wöchentlich frische NDVI-Werte in deinen Risikomonitor einspeisen) richtest du einen API-Key ein und nutzt die Python-Bibliothek sentinelhub-py oder den openeo-Client. QGIS-Nutzer installieren das Sentinel-Hub-QGIS-Plugin und greifen ohne Code direkt auf die Daten zu. Achte beim Verbrauch auf das Processing-Unit-Kontingent, kleinere Kacheln und gröbere Auflösung sparen Budget.
Ein konkretes Beispiel
Ein Forstbetrieb mit 800 Hektar in der Lausitz nutzt das kostenlose Copernicus-Konto, um wöchentlich NDVI-Werte für alle Parzellen abzurufen. Bei Werten unter 0,4 in einer Kiefern-Parzelle gilt das als Trockenstress-Signal, das in den betriebseigenen Waldbrandrisiko-Monitor als Risikoerhöhungsfaktor einfließt. Die Sentinel-2-Aufnahmen kommen alle fünf Tage (bei wolkenfreiem Wetter); in Phasen langer Bewölkung, häufig im Winter, wird auf Sentinel-1-Radardaten ausgewichen, die wetterunabhängig sind. Eingerichtet hat das Ganze ein freiberuflicher GIS-Entwickler in zweieinhalb Tagen: API-Key, openeo-Skript, automatischer Export in das vorhandene Risiko-Dashboard. Laufende Datenkosten: null Euro im Basisplan für diese Flächengröße. Was ein kommerzieller Monitoring-Dienst pro Jahr im vierstelligen Bereich gekostet hätte, läuft nun für den einmaligen Einrichtungsaufwand plus gelegentliche Wartung.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Vollständig in der EU. Die Plattform wird von einem europäischen Konsortium (Leitung T-Systems, Hosting über CloudFerro) auf EU-Cloud-Infrastruktur betrieben. Keine Datenübertragung in die USA.
- Personenbezug: Satellitendaten mit 10 m Auflösung sind in aller Regel nicht personenbezogen, einzelne Personen oder Kennzeichen sind nicht erkennbar. Die DSGVO-Relevanz ist damit für den Normalfall gering.
- Eigene Daten: Beim API- und JupyterLab-Zugriff verarbeitest du primär öffentliche Satellitendaten. Wer eigene Polygone (z. B. Flurstücksgrenzen) hochlädt, sollte prüfen, ob darin mittelbar personenbezogene Informationen stecken (etwa Eigentümerzuordnung).
- Account & Lizenz: Die Registrierung verlangt Name und E-Mail. Die Copernicus-Daten unterliegen einer offenen Lizenz, die auch die kommerzielle Nutzung erlaubt.
- Kommerzieller Sentinel-Hub-Pfad: Seit 2023 gehört Sentinel Hub zu Planet (USA). Wer das kostenpflichtige Sentinel-Hub-Abo nutzt, sollte den Anbieter-Vertrag und mögliche Datenflüsse gesondert prüfen, der freie CDSE-Zugang bleibt davon unberührt EU-gehostet.
- Empfehlung für Unternehmen: Für reines Satellitendaten-Monitoring datenschutzrechtlich unkritisch. Wer eigene betriebliche Geodaten einbindet, dokumentiert das in seinem Verarbeitungsverzeichnis.
Gut kombiniert mit
- QGIS, die führende Open-Source-GIS-Software. Über das Sentinel-Hub-Plugin holst du dir die Copernicus-Daten direkt in QGIS, überlagerst sie mit eigenen Flurstücks- oder Bestandskarten und erstellst druckfertige Auswertungskarten. Das klassische Front-End für die Copernicus-Daten.
- Python (sentinelhub-py / openeo), für alles, was automatisiert laufen soll: NDVI-Zeitreihen, Schwellenwert-Alarme, regelmäßige Exporte. Die Cloud-JupyterLab-Umgebung des CDSE liefert die Rechenumgebung gleich mit, sodass keine großen Downloads nötig sind.
- ChatGPT, als Hilfe beim Schreiben und Debuggen der Auswertungsskripte. Wer kein Vollzeit-Entwickler ist, kann sich
sentinelhub-py- oderopeneo-Snippets erklären und anpassen lassen, das senkt die Einstiegshürde in die API-Nutzung spürbar.
Unser Testurteil
Das Copernicus Data Space Ecosystem verdient 4 von 5 Sternen. Als kostenlose, EU-gehostete Datenquelle für Erdbeobachtung ist es konkurrenzlos: 10-Meter-Auflösung, 5-Tage-Wiederholrate, offene Lizenz, großzügiges Gratis-Kontingent und eine vollständige API-Familie, das gibt es sonst nirgends zum Nulltarif. Für Forst-, Agrar- und Umweltanwendungen in der EU ist es schlicht die richtige Basis. Den fünften Stern kostet die hohe Einstiegshürde jenseits des EO Browsers (ohne Python und GIS bleibt vieles verschlossen), der fehlende deutschsprachige Support, die wolkenbedingten Datenlücken über Mitteleuropa und die seit der Planet-Übernahme intransparenter gewordene kommerzielle Preisgestaltung. Wer Daten braucht und Technik mitbringt, bekommt hier ein Spitzenprodukt; wer eine fertige Lösung erwartet, ist mit einem spezialisierten Dienst besser bedient.
Was wir bemerkt haben
- 2023, Das Copernicus Data Space Ecosystem hat den alten Copernicus Open Access Hub (oft „SciHub” genannt) abgelöst. Wer noch alte Skripte gegen den Open Access Hub betreibt, muss auf die neuen APIs (Sentinel Hub, openEO, S3/STAC) umstellen, der alte Zugang wurde abgeschaltet.
- 2023, Sinergise / Sentinel Hub wurde von Planet Labs (USA) übernommen. Die Sentinel-Hub-Preisseite leitet inzwischen auf planet.com weiter; klare Listenpreise für die kommerziellen Abos werden öffentlich nicht mehr beworben. Der kostenlose CDSE-Zugang ist davon nicht betroffen.
- Januar 2026, Landsat-8- und Landsat-9-Daten (Collection 2, Level-1) wurden ins CDSE integriert. Damit lassen sich erstmals auch US-amerikanische Erdbeobachtungsdaten direkt neben den Sentinel-Missionen über dieselbe Plattform nutzen.
- März 2026, Änderungen an den Sentinel-Hub-API-Pfaden. Produktive Pipelines mussten teilweise angepasst werden, ein Beispiel dafür, dass die Plattform aktiv weiterentwickelt wird und gelegentliche Wartung erfordert.
- April 2026, Sentinel-1D wurde operativ und seine Daten ab dem 17.04.2026 geöffnet. Das stärkt die Radar-Abdeckung (wetterunabhängige Aufnahmen) und sichert die Kontinuität der Sentinel-1-Konstellation langfristig ab.
- Mai 2026, Das großzügige Gratis-Kontingent (10.000 Processing Units, 12 TB Transfer pro Monat) ist unverändert verfügbar. Anders als bei vielen kommerziellen KI- und Daten-Diensten wurde der kostenlose Zugang bislang nicht beschnitten, als EU-Programm folgt das CDSE keiner Monetarisierungslogik.
Quellen
- Copernicus Data Space Ecosystem – Quotas (Dokumentation). https://documentation.dataspace.copernicus.eu/Quotas.html (abgerufen am 2026-06-13). Free-Account: 10.000 Processing Units/Monat (openEO), 10.000 Sentinel-Hub-Requests/Monat, 12 TB Transfer (rollendes 30-Tage-Fenster), 100 gleichzeitige Sessions.
- Copernicus Data Space Ecosystem – Über die Plattform. https://dataspace.copernicus.eu/about (abgerufen am 2026-06-13). Betrieb durch europäisches Konsortium (T-Systems, CloudFerro, Sinergise, VITO, DLR u. a.), EU-Cloud-Infrastruktur, kostenloser Open-Access-Zugang.
- Copernicus Data Space Ecosystem – Sentinel-Daten. https://dataspace.copernicus.eu/explore-data/data-collections/sentinel-data (abgerufen am 2026-06-13). Verfügbare Missionen Sentinel-1 (Radar), Sentinel-2 (optisch), Sentinel-3 (Ozean/Land), Sentinel-5P (Atmosphäre).
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