WealthArc
WealthArc AG
Cloud-native Portfolio-Management-Plattform für unabhängige Vermögensverwalter, Family Offices und Banken aus Zürich. Konsolidiert täglich Portfoliodaten aus über 160 Depotbanken, prüft Drift gegen Zielallokation und liefert MiFID II-konforme Berichte. Seit April 2026 mit AI Agent, der Custodian-Statements und Private-Markets-Dokumente in strukturierte Investmentdaten überführt. Hosting in der EU via Microsoft Azure und Swisscom.
Kosten: Basisgebühr plus Aufschlag pro Portfolio; keine öffentlichen Preise, individuelle Angebote auf Anfrage. 30-Tage-Trial verfügbar.
Kategorien
Stärken
- AI Agent (seit April 2026) wandelt unstrukturierte Custodian-Statements und Private-Markets-Reports in strukturierte Investmentdaten um
- Tägliche automatische Datenaggregation aus 160+ Depotbanken via proprietäre Custodian-APIs
- Portfolio-Drift-Erkennung mit konfigurierbaren Schwellenwerten und automatischen Alerts
- MiFID II-konforme Reporting-Module inklusive Eignungsprüfung und Kostenausweis
- AuM-basiertes Preismodell mit unbegrenzten Nutzerlizenzen, skaliert ohne Mehrkosten
- Europäisches Hosting (Microsoft Azure EU + Swisscom) und ISO 27001:2022-Zertifizierung
Einschränkungen
- Keine öffentlich kommunizierten Preise, individuelle Angebote nötig
- Kein deutschsprachiges Support-Team; Sprachen: Englisch, Französisch
- Onboarding dauert 8-16 Wochen je nach Anzahl der Depotbankanbindungen
- Funktionsumfang für kleinere Häuser (< 80 Mandate) oft oversized
- Custodian-Anbindungen in DACH-Region weniger vollständig als in der Schweiz
- AI-Funktionen sind jung (Launch April 2026), Praxiserfahrung am Markt noch begrenzt
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du verwaltest Mandate bei mehreren Depotbanken und konsolidierst bisher manuell in Excel
- Du brauchst MiFID II-Reports automatisiert mit Eignungsprüfung und Kostenausweis
- Du willst Private-Markets-Statements und Capital-Account-Reports in strukturierte Daten überführen
- Du bist auf EU-Hosting und nachweisbare Compliance-Zertifizierungen angewiesen
Wann nein
- Du betreust weniger als 80 Mandate, der Funktionsumfang ist überdimensioniert
- Du brauchst deutschsprachigen Telefon-Support an einer DACH-Hotline
- Du arbeitest hauptsächlich mit deutschen Sparkassen-Depotbanken, DACH-Anbindungen sind dünner als CH
- Du willst Listenpreise vergleichen, WealthArc gibt keine öffentlichen Preise heraus
Kurzfazit
WealthArc ist eine der ernstzunehmenden europäischen Wealth-Management-Plattformen, schweizerisch, cloud-native, mit echter Multi-Custody-Datenkonsolidierung über 160+ Depotbanken hinweg. Mit dem im April 2026 veröffentlichten AI Agent macht das Zürcher Haus den Sprung vom reinen Portfolio-Management-System zur AI-gestützten Datenplattform: Custodian-Statements, Private-Markets-Reports und semi-strukturierte Dokumente werden automatisch in strukturierte Investmentdaten überführt, mit Human-in-the-Loop-Validierung. Stärken: Datenqualität, MiFID II-Reporting, EU-Hosting und ISO 27001:2022. Schwächen: keine öffentlichen Preise, kein deutscher Support, DACH-Custodian-Coverage schwächer als in der Schweiz. Für unabhängige Vermögensverwalter und Family Offices mit Multi-Custody-Setup eine der besten Optionen am Markt, für kleine Häuser oder reine Sparkassen-Setups oft überdimensioniert.
Für wen ist WealthArc?
Unabhängige Vermögensverwalter (EAMs): Wer als unabhängiger Asset Manager Mandate bei drei, fünf oder zehn verschiedenen Depotbanken betreut, kämpft täglich mit Excel-Exporten, manuellen Reconciliations und uneinheitlichen Reporting-Formaten. WealthArc löst exakt dieses Problem: tägliche automatische Datenaggregation, ein zentrales Dashboard, MiFID II-Reports auf Knopfdruck. Der Sweetspot liegt bei 100–2.000 Mandaten.
Single und Multi Family Offices: Family Offices mit Anteilen in Private Equity, Private Debt oder anderen alternativen Anlageklassen profitieren besonders vom neuen AI Agent, der Capital-Account-Statements und Performance-Reports automatisch in strukturierte Daten überführt. Das spart genau die Arbeitsstunden, die heute manuell für die Konsolidierung über liquide und illiquide Assets hinweg verbrannt werden.
Private Banken und Bankensegmente: Für mittelgroße Banken mit Private-Banking-Sparte ist WealthArc eine Alternative zur Eigenentwicklung oder zu schwergewichtigen Plattformen wie Avaloq oder Temenos. Die Integration läuft über REST-APIs, die Compliance-Module sind MiFID II-konform out-of-the-box, das Hosting ist nach Schweizer und EU-Maßstäben aufgestellt.
Investor Services und Reporting-Dienstleister: Wer als Service-Provider für mehrere Mandanten Performance-Reporting und Compliance-Dokumentation erbringt, kann mit WealthArc mehrere Kundenmandate parallel verwalten, und vom unbegrenzten User-Lizenz-Modell profitieren.
Weniger geeignet für: Sparkassen und Volksbanken mit großem Mandatsvolumen (dafür ist aixigo tiefer in der DACH-Bankensystemwelt verankert), kleine Vermögensverwalter mit unter 80 Mandaten (Aufwand und Kosten lohnen sich nicht), und Häuser, die deutschsprachigen First-Level-Support an einer lokalen Hotline benötigen.
Preise im Detail
| Modell | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| 30-Tage-Trial | kostenlos | Sandbox mit Musterdaten, eingeschränktes Onboarding, kein Custodian-Live-Feed |
| Basis-Lizenz | individuell, ab ca. mittlerer 5-stelliger Jahresbetrag (laut Markteinschätzung) | Basisgebühr inkl. Hosting, Support, unbegrenzte User-Lizenzen |
| Portfolio-Add-Ons | Aufschlag pro zusätzlichem Portfolio über dem Basis-Kontingent | Skaliert linear mit Mandatszahl |
| Module (optional) | individuell | AI Agent, erweiterte Compliance-Module, zusätzliche Custodian-Anbindungen, API-Integrationen |
| Enterprise / White-Label | auf Anfrage | Eigene Branding, SSO/SCIM, erweiterte SLAs, individuelle Custodian-Anbindungen |
Einordnung: WealthArc kommuniziert keine Listenpreise, typisch für die Wealth-Tech-Branche. Die offizielle Kommunikation spricht von „Basisgebühr plus Aufschlag pro Portfolio”. In der Praxis bedeutet das: Du brauchst einen Sales-Termin, eine Demo und ein Mandatsvolumen, das groß genug ist, um die Investition zu rechtfertigen. Markteinschätzungen liegen für mittelgroße EAMs typischerweise im mittleren bis hohen fünfstelligen Jahresbereich, für größere Häuser entsprechend höher. Das Modell mit unbegrenzten User-Lizenzen ist dabei ein klarer Vorteil gegenüber Wettbewerbern, die Pro-Seat abrechnen, sobald du mehr als zehn Anwender hast, dreht sich die Wirtschaftlichkeit deutlich zugunsten WealthArc. Wer Preise vergleichen will, sollte mindestens zwei bis drei Wettbewerber (z. B. aixigo, Etops, Performetrics) parallel anfragen.
Stärken im Detail
AI Agent als datengetriebener Sprung. Im April 2026 hat WealthArc einen AI Agent veröffentlicht, der Custodian-Statements, Private-Markets-Reports, Capital-Account-Statements und Performance-Reports automatisch in strukturierte, AI-ready Investmentdaten überführt. Anders als reine OCR-Lösungen interpretiert das System den finanziellen Kontext, erkennt Inkonsistenzen und stellt diese zur menschlichen Prüfung. Das ist genau der Engpass, den CEO Artur Kluz öffentlich benennt: „Die eigentliche Barriere für AI-Adoption im Wealth Management sind nicht die Modelle, sondern die Umwandlung fragmentierter Finanzdaten in zuverlässige, strukturierte Daten.”
Tägliche Datenaggregation aus 160+ Depotbanken. WealthArc unterhält eigene Custodian-APIs zu über 160 europäischen und internationalen Depotbanken, von UBS, Credit Suisse (heute UBS) und Pictet über Julius Bär bis zu kleineren Spezialhäusern. Die Daten werden täglich automatisch geladen, normalisiert und konsolidiert. Manuelle Excel-Exporte entfallen, Reconciliation-Aufwand sinkt drastisch.
Drift-Erkennung mit konfigurierbaren Alerts. Jedes Mandat lässt sich mit Zielallokation und Schwellenwerten ausstatten. Sobald eine Position die definierte Abweichung übersteigt, erscheint das Mandat im „Action Required”-Dashboard. Das ersetzt das wöchentliche Excel-Durchgehen aller Portfolios und macht aus reaktivem Mandatsmanagement proaktives Risiko-Monitoring.
MiFID II-Reporting out-of-the-box. Eignungsbestätigung, jährlicher Kostenausweis, Ex-ante- und Ex-post-Kostentransparenz, Anlagezielprüfung, alles eingebaut. Für unabhängige Vermögensverwalter mit § 32 KWG-Lizenz (Deutschland) oder FINMA-Aufsicht (Schweiz) ist das die Compliance-Arbeit, die ohne Plattform Monate manueller Arbeit pro Jahr kostet.
EU-Hosting und ISO 27001:2022. Hosting läuft auf Microsoft Azure (europäische Regionen) und bei Swisscom. WealthArc kommuniziert ISO 27001:2022-Zertifizierung, die aktuelle Fassung der Norm, als Grundlage einer „Secure Data Foundation for AI-Driven Wealth Management”. Für regulierte Vermögensverwalter, die ihre Aufsicht über Datenflüsse und Cloud-Sicherheit nachweisen müssen, ist das ein belastbares Fundament.
Unbegrenzte User-Lizenzen. Das Pricing-Modell entkoppelt User-Zahl von Kosten, relevant für Häuser, in denen viele Mitarbeitende parallel auf Mandatsinformationen zugreifen müssen (Berater, Compliance, Buchhaltung, Reporting). Bei Pro-Seat-Wettbewerbern wäre das schnell ein vierstelliger Monatsposten.
Schwächen ehrlich betrachtet
Keine öffentlichen Preise. „Simple, transparent pricing” steht groß auf der Website, konkrete Zahlen findest du dort nicht. Du musst durch einen Sales-Funnel laufen, bevor du weißt, ob WealthArc in dein Budget passt. Für kleinere Häuser ist das eine Hürde, weil bereits die Pre-Sales-Phase Zeit kostet, ohne dass Sicherheit über die Wirtschaftlichkeit entsteht.
Kein deutschsprachiger Support. WealthArc ist ein Schweizer Unternehmen mit französischsprachigem und englischsprachigem Team, Support, Onboarding und Dokumentation laufen auf Englisch, teilweise Französisch. Wer auf deutschsprachige First-Level-Hotline angewiesen ist (z. B. weil Compliance-Officer oder Buchhaltung nicht Englisch arbeiten), wird hier nicht glücklich.
Onboarding dauert 8–16 Wochen. Pro Depotbank-Anbindung muss ein Datenmapping erstellt, getestet und produktiv geschaltet werden. Bei drei Depotbanken sind das typischerweise zwei bis drei Monate, bei zehn Depotbanken eher vier Monate. Das ist branchenüblich, aber wer auf eine Plug-and-Play-Lösung hofft, wird enttäuscht.
DACH-Custodian-Coverage schwächer als CH. Die Custodian-Liste ist stark schweizerisch geprägt. Wer hauptsächlich mit DZ-Bank, Sparkassen-Verbund, Commerzbank oder kleineren deutschen Depotbanken arbeitet, sollte vor Vertragsabschluss explizit die Verfügbarkeit der eigenen Depotbanken prüfen. Fehlende Custodians werden zwar auf Anfrage angebunden, kosten aber Implementierungsbudget und Zeit.
AI Agent ist jung. Der AI Agent ist erst seit April 2026 produktiv. Die Funktionalität ist beeindruckend, aber Praxiserfahrungen über mehrere Quartale fehlen noch. Wer früh einsteigt, profitiert von der Innovation, sollte aber bewusst sein, dass Edge-Cases erst in der Marktbreite sichtbar werden. Human-in-the-Loop-Validierung bleibt vorerst Pflicht.
Überdimensioniert für kleine Häuser. Für Vermögensverwalter mit 30–50 Mandaten ist der Funktionsumfang ein Overkill. Excel mit ein paar gut gemachten Makros oder eine schlankere Lösung wie Performetrics genügt oft. WealthArc lohnt sich, wenn Multi-Custody und MiFID II-Reporting die Hauptkostentreiber sind, nicht für reines Single-Custody-Setup.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Eine MiFID II-Lösung für Banken und Sparkassen mit DACH-Fokus suchst | aixigo |
| Marktdaten, News und Trading-Workflow brauchst (nicht reines PMS) | Bloomberg Terminal |
| KI-gestützte Finanzanalyse und Wettbewerbsbeobachtung willst | AlphaSense |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Avaloq und Temenos (klassische Banking-Cores mit Wealth-Modul, für sehr große Institute), Etops (Schweizer Wettbewerber, ähnliches Modell wie WealthArc), Performetrics und Addepar (US-fokussiert, große Family Offices), InvestCloud (US-Plattform mit europäischer Präsenz). WealthArc positioniert sich klar zwischen schlanken Spezialisten und schwergewichtigen Banking-Cores, und ist für die meisten unabhängigen Vermögensverwalter und Family Offices der sinnvollere Einstiegspunkt als ein zweistelliger Millionen-Avaloq-Rollout.
So steigst du ein
Schritt 1: Custodian-Mapping vorab klären. Bevor du eine Demo anfragst, liste deine aktuellen Depotbanken sauber auf. Frage WealthArc explizit, welche davon bereits angebunden sind und welche neu integriert werden müssten. Das beeinflusst Projektdauer und Implementierungsbudget direkt. Eine Sandbox-Demo mit Musterdaten kannst du parallel anfordern.
Schritt 2: Drift-Schwellenwerte und Zielallokationen je Mandatstyp definieren. Bevor das System produktiv geht, brauchst du eine Mandats-Typologie: Risikoprofil, Zielallokation, Toleranzkorridore (z. B. ±5 Prozentpunkte pro Asset-Klasse), Re-Balancing-Logik. WealthArc übernimmt die technische Umsetzung, die fachliche Definition bleibt deine Aufgabe, und ist der Hebel, mit dem du aus dem Tool tatsächlich Mehrwert ziehst.
Schritt 3: AI Agent für unstrukturierte Dokumente aktivieren. Wenn du Mandate mit Private-Markets-Anteil, Capital-Account-Statements oder externen Performance-Reports betreust, ist der AI Agent der Bereich mit dem größten Zeitsparpotenzial. Setze einen Human-in-the-Loop-Workflow auf: AI extrahiert, ein Mitarbeitender validiert, das System lernt. Wichtig: Erst mit zehn bis zwanzig Dokumenten testen, bevor du den Workflow vollständig auf AI umstellst.
Schritt 4: MiFID II-Reporting-Templates auf eigenes Haus zuschneiden. Die Reports kommen out-of-the-box, müssen aber an dein Branding und deine Kundenkommunikation angepasst werden. Investiere ein bis zwei Tage in saubere Template-Anpassung, das spart später pro Mandat Minuten und macht die Reports kundenseitig glaubwürdiger.
Ein konkretes Beispiel
Eine unabhängige Vermögensverwaltung in Hamburg betreut 280 Mandate bei drei deutschen Depotbanken und einer Schweizer Privatbank. Bisher: tägliche Excel-Exports aus vier Custodian-Portalen, manuelle Konsolidierung, wöchentliche Drift-Prüfung durch die Senior-Beraterin (ca. 6 Stunden), MiFID II-Jahresberichte im November/Dezember mit drei Wochen Mehrarbeit für die gesamte Abteilung. Nach 12 Wochen Onboarding mit WealthArc: Alle vier Depotbanken sind angebunden, Daten laufen täglich automatisch ein. Drift-Prüfung erfolgt automatisch, die Beraterin sieht nur noch die 8–12 Mandate, die tatsächlich eine Aktion brauchen (statt alle 280 manuell durchzuklicken). MiFID II-Jahresreports werden in drei Tagen statt drei Wochen erstellt. Der neue AI Agent verarbeitet seit Mai 2026 zusätzlich Private-Equity-Capital-Account-Statements von zwei Mandaten mit alternativem Anteil, Daten, die bisher manuell in eine separate Excel-Datei übertragen wurden. Zeitersparnis pro Jahr: rund 350 Beraterstunden (entspricht etwa einer halben Vollzeitstelle in der Operations-Abteilung). Lizenzkosten: nach Markteinschätzung mittlerer fünfstelliger Bereich pro Jahr, amortisiert sich rechnerisch im ersten Jahr.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Microsoft Azure in europäischen Regionen und Swisscom (Schweiz). Kein US-Hosting für Produktivdaten. Anbieter ist die WealthArc AG, Seefeldstrasse 35, CH-8008 Zürich.
- Zertifizierungen: ISO 27001:2022 zertifiziert (aktuellste Fassung der Norm). Schweizer Anbieter unterliegen dem Schweizer Datenschutzgesetz (revDSG) und können DSGVO-Auftragsverarbeitung anbieten.
- Datennutzung: Kundendaten werden nicht für Modelltraining genutzt. Der AI Agent arbeitet mit einem Human-in-the-Loop-Modell, extrahierte Daten werden von Anwendern bestätigt, bevor sie persistiert werden.
- Custodian-Daten: Werden täglich über proprietäre Custodian-APIs geladen. Zugriff ist Read-only, WealthArc löst keine Transaktionen aus, sondern liest nur den Bestand.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für Geschäftskunden Standard. Auch ein DSGVO-Anhang ist verfügbar. Für Schweizer Kunden gilt zusätzlich der Schweizer Datenschutz-Anhang.
- Account-Löschung und Datenportabilität: Auf Vertragsende-Basis. Datenexport via API und Custodian-Standardformate ist möglich.
- Empfehlung für Unternehmen: Vor Einsatz die Custodian-Datenflüsse, AVV und Sub-Auftragnehmer (Microsoft, Swisscom) prüfen lassen, bei BaFin-aufsichtspflichtigen Häusern ist eine Cloud-Strategie nach BAIT- und MaRisk-Maßstäben zu dokumentieren.
Gut kombiniert mit
- aixigo, Wer gleichzeitig Mandate in einer großen Bank und in einer unabhängigen Vermögensverwaltungs-Sparte betreut, kann WealthArc für den unabhängigen Teil und aixigo für die Banking-Plattform einsetzen. Die Datenstandards (FIDLEG, MiFID II) sind identisch.
- AlphaSense, Während WealthArc das Portfolio konsolidiert, liefert AlphaSense KI-gestützte Marktanalyse, Earnings-Call-Auswertungen und Branchenresearch. Beide Tools zusammen decken Mandat (WealthArc) und Anlageumfeld (AlphaSense) ab.
- Microsoft 365 Copilot, Reports und Dashboards aus WealthArc fließen typischerweise in Excel und PowerPoint. Microsoft 365 Copilot beschleunigt die Aufbereitung für Mandantengespräche, etwa „Erkläre die Drift in Mandat XY und schlage drei Handlungsoptionen vor”.
Unser Testurteil
WealthArc verdient 4 von 5 Sternen. Die Plattform deckt das Kerngeschäft einer modernen Vermögensverwaltung ab, Multi-Custody-Konsolidierung, Drift-Monitoring, MiFID II-Reporting, mit überdurchschnittlicher Datenqualität, EU-Hosting und einer klaren Schweizer Compliance-Tradition. Der AI Agent ist eine echte Weiterentwicklung, die WealthArc von „cloud-basiertem PMS” zu „AI-gestützter Datenplattform” hebt, das ist eine fundamentale Repositionierung, die in der Branche ihresgleichen sucht. Den fünften Stern verliert das Tool aufgrund mehrerer Punkte: keine öffentliche Preisliste, fehlender deutschsprachiger Support, langes Onboarding, schwächere DACH-Custodian-Coverage als in der Schweiz, und der jung-veröffentlichte AI Agent mit noch begrenzter Praxiserfahrung. Für unabhängige Vermögensverwalter und Family Offices mit Multi-Custody-Setup und Mandatsvolumen ab 100 Mandaten ist WealthArc trotzdem eine der besten Optionen am europäischen Markt, und durch den AI Agent eine der wenigen Plattformen, die ernsthaft auf datengetriebene Wealth-Management-Workflows zusteuern.
Was wir bemerkt haben
- April 2026, WealthArc hat einen AI Agent veröffentlicht, der Custodian-Statements und Private-Markets-Reports automatisch in strukturierte Investmentdaten überführt. CEO Artur Kluz positioniert das öffentlich als Schritt zu einer „Next-Generation Global Data Feeds Infrastructure” mit 1.000+ geplanten Datenfeeds, die strategische Ausrichtung verschiebt sich erkennbar von PMS zu AI-fähiger Datenplattform.
- 2025/2026, WealthArc hat die ISO 27001:2022-Zertifizierung erhalten (aktuellste Fassung der Norm) und kommuniziert dies explizit als „Secure Data Foundation for AI-Driven Wealth Management”. Das ist mehr als ein Compliance-Zertifikat, es ist ein Verkaufsargument gegenüber regulierten Vermögensverwaltern, die ihre Cloud-Strategie nachweisen müssen.
- Q1 2026, Mehrere Plattform-Updates: Bulk-Notes für Transaktionen, neue Custodian-Anbindungen an EDR und EFG für elektronische Dokumente, CoinGecko-Integration für Krypto-Bewertung (Pilot), Migration auf Azure Functions V4. Die Crypto-Integration ist bemerkenswert, bislang war WealthArc rein auf klassische Anlageklassen fokussiert.
- 2024, Die Übernahme von aixigo durch Amundi Technology hat den Wettbewerbsdruck auf WealthArc spürbar erhöht: Mit Amundi steht plötzlich ein milliardenschwerer Konzern hinter dem deutschen Wettbewerber. WealthArc bleibt bislang unabhängig, was als Schweizer Anbieter mit eigener Datenphilosophie ein Differenzierungsmerkmal sein kann.
- Allgemein, WealthArc kommuniziert weiterhin keine öffentlichen Preise. „Simple, transparent pricing” auf der Website meint Modellklarheit (Basisgebühr + Portfolio-Aufschlag), nicht Preistransparenz. Wer Preise vergleichen will, kommt am Sales-Gespräch nicht vorbei, eine Lücke, die sich in den letzten Jahren nicht verändert hat.
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