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Agisoft Metashape

Agisoft LLC

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Industriestandard für Drohnen-Photogrammetrie: verarbeitet RGB-, Multispektral- und Thermalbilder per Structure-from-Motion zu georeferenzierten Orthophotos, Punktwolken, 3D-Modellen und Geländemodellen. Im Forst eingesetzt für Kronenkartierung, Schadholzerfassung und Vegetationsindex-Karten (NDVI). Läuft komplett lokal, Einmallizenz ohne laufende Kosten.

Kosten: Einmalkauf (perpetuell): Standard 179 USD, Professional 3.499 USD (node-locked). Inkl. 12 Monate E-Mail-Support und freie Updates bis Version 2.x. Bildungslizenzen und Floating-Lizenzen (nur Professional) günstiger bzw. über Reseller.

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Stärken

  • Marktführender Structure-from-Motion-Algorithmus, sehr hohe Rekonstruktionsgenauigkeit
  • Verarbeitet RGB, Multispektral (MicaSense, Parrot Sequoia), Thermal und LiDAR-Punktwolken
  • Einmalkauf, keine Abo-Falle; node-locked-Lizenz ist perpetuell und auf einen anderen Rechner übertragbar
  • Python- und Java-API für Batch-Verarbeitung großer Fluggebiete
  • GIS-Export: GeoTIFF, LAS/LAZ, Shapefile, KML, EPSG-Koordinatensysteme, direkte Weiterverarbeitung in QGIS oder ArcGIS
  • Lokale Verarbeitung, Bilddaten verlassen nie das eigene System, kein Cloud-Zwang

Einschränkungen

  • Keine deutschsprachige Oberfläche, kein deutschsprachiger Support
  • Kein integriertes KI-Schadklassifikationsmodell, Schadbaumerkennung erfordert Nachbearbeitung in QGIS, Python oder Roboflow
  • Hochauflösende Multispektral- und LiDAR-Verarbeitung ist rechenintensiv, empfohlen: 32 GB RAM aufwärts, dedizierte GPU
  • 3.499 USD Einstiegspreis für Professional ist für Einzelbetriebe hoch (Standard kann Geodaten nicht georeferenzieren)
  • Lernkurve für Punktwolken-Klassifikation, Bandkalibrierung und GCP-Handling: realistisch 2 bis 4 Tage

Passt gut zu

Forstbetriebe und Forstverwaltungen mit eigener Drohnenflotte Dienstleister, die Drohnenaufnahmen für Waldinventuren und Schadholzkartierung auswerten Forschungsprojekte (LWF, FVA, Hochschulen) mit Anforderung an lokale Datenhaltung Kombination mit Multispektralkameras (MicaSense RedEdge) für NDVI-basierte Schadkartierung

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du wertest Drohnenaufnahmen regelmäßig zu Orthophotos, Punktwolken oder 3D-Modellen aus
  • Du arbeitest mit Multispektral- oder Thermalkameras und brauchst NDVI/Vegetationsindizes
  • Deine Daten dürfen das Haus nicht verlassen, du brauchst lokale, Offline-Verarbeitung
  • Du willst eine perpetuelle Lizenz statt eines laufenden Abos

Wann nein

  • Du brauchst eine fertige, KI-gestützte Schadbaumerkennung out of the box
  • Du verarbeitest nur gelegentlich ein paar Bilder und scheust den Professional-Preis
  • Du willst eine deutschsprachige Oberfläche mit deutschem Support
  • Du hast keine Workstation mit dedizierter GPU und ausreichend RAM

Kurzfazit

Agisoft Metashape ist der De-facto-Industriestandard für Drohnen-Photogrammetrie, und im Forst die naheliegende Wahl, wenn du eigene Flugdaten zu georeferenzierten Orthophotos, Punktwolken und Vegetationsindex-Karten verarbeiten willst. Der Structure-from-Motion-Algorithmus liefert verlässlich hohe Genauigkeit, die Software läuft komplett lokal (kein Cloud-Zwang), und die Lizenz ist ein Einmalkauf ohne Abo. Wichtig zu verstehen: Metashape ist die Rechenmaschine, nicht die fertige Schadbaumerkennung. Es erzeugt die Datenbasis, die eigentliche KI-Klassifikation (z. B. Borkenkäferbefall) passiert im nächsten Schritt in QGIS, Python oder einem CV-Modell. Wer das akzeptiert, bekommt ein extrem solides Werkzeug. Wer ein Komplett-Paket „Bild rein, Schadkarte raus” sucht, ist hier falsch.

Für wen ist Agisoft Metashape?

Forstbetriebe und Forstverwaltungen mit eigener Drohne: Wer regelmäßig Reviere befliegt, bekommt mit der Professional Edition ein Werkzeug, das aus Hunderten bis Tausenden Rohbildern ein zentimetergenaues, georeferenziertes Orthofoto rechnet. Das ist die Grundlage für Waldinventur, Sturmschadenkartierung und Verjüngungskontrolle, Daten, die sonst nur über teure Befliegungsdienstleister kämen.

Photogrammetrie-Dienstleister: Büros, die Drohnendaten als Dienstleistung auswerten, profitieren von der Python-API für Batch-Verarbeitung und vom Network Processing über mehrere Rechner. Wer zehn Fluggebiete pro Woche prozessiert, automatisiert den Workflow „Align → Dense Cloud → DEM → Orthomosaic” per Skript statt jedes Projekt von Hand.

Forschung und Behörden (LWF, FVA, Hochschulen): Die rein lokale Verarbeitung ist für Projekte mit strikten Datenhaltungsauflagen ein echtes Argument, sensible Geodaten verlassen die eigene Workstation nicht. Bildungslizenzen sind deutlich günstiger als die kommerzielle Professional Edition.

Anwender mit Multispektral- oder Thermalkameras: Wer mit MicaSense RedEdge, Parrot Sequoia oder einer Thermalkamera fliegt, nutzt Metashapes Bandkalibrierung und integrierte Berechnung von Vegetationsindizes (NDVI u. a.), die Basis für flächige Vitalitätskarten von Baumbeständen.

Weniger geeignet für: Betriebe, die nur sporadisch Bilder auswerten (der Professional-Preis lohnt sich nicht), Anwender ohne leistungsfähige Workstation, alle, die eine fertige KI-Schadklassifikation „auf Knopfdruck” erwarten, und Teams, die zwingend eine deutschsprachige Oberfläche und deutschen Support brauchen.

Preise im Detail

EditionPreis (Einmalkauf, node-locked)Was du bekommst
Standard179 USDPhotogrammetrische Triangulation, dichte Punktwolke, 3D-Modell + Texturierung, Panorama-Stitching. Ohne Georeferenzierung, GCPs, Multispektral, GIS-Export, Python-API
Professional3.499 USDVoller Geo-Workflow: Georeferenzierung, GCPs, Orthomosaik (GeoTIFF), DEM/DTM, Multispektral/Thermal + NDVI, LiDAR-Verarbeitung, Punktwolken-Klassifikation, Python-/Java-API, Network Processing
Floating-Lizenzüber Reseller (nur Professional)Mehrere Rechner, parallele Nutzung bis zur Lizenzanzahl, ein Rechner als Lizenzserver
BildungslizenzSonderpreise (Standard & Professional)Für akkreditierte Einrichtungen, Studierende, Personal, nur nicht-kommerziell
Cloud Processingseparat (verbrauchsabhängig)Optionale Cloud-Verarbeitung und Web-Sharing als Add-on zur Desktop-Lizenz

Einordnung: Der Preisunterschied zwischen Standard (179 USD) und Professional (3.499 USD) wirkt brutal, ist aber sachlich: Die Standard Edition kann keine Geodaten georeferenzieren, kein GCP-Handling, kein Multispektral, kein GeoTIFF-Export, keine Python-API. Für jeden ernsthaften Forst- oder Vermessungs-Use-Case führt damit kein Weg an Professional vorbei. Der große Vorteil: Es ist eine perpetuelle Lizenz ohne Folgekosten. Du zahlst einmal, die Software läuft zeitlich unbegrenzt. Im Kaufpreis enthalten sind 12 Monate E-Mail-Support und freie Updates bis Version 2.x. Wer später auf eine höhere Hauptversion (3.x) springen will, zahlt voraussichtlich ein kostenpflichtiges Upgrade, anders als bei einem Abo bleibt die gekaufte Version aber nutzbar. Über ein bis zwei Saisons amortisiert sich Professional gegenüber externen Befliegungs- und Auswertungsdienstleistern in der Regel schnell.

Stärken im Detail

Der SfM-Algorithmus ist Referenzklasse. Metashapes Structure-from-Motion- und Dense-Matching-Pipeline gehört zum Genauesten am Markt. Aus überlappenden Drohnenbildern (empfohlen ~80 % Überlappung) rekonstruiert die Software Kameraposen und eine dichte 3D-Punktwolke mit sehr geringem Lagefehler, die Basis für zentimetergenaue Orthophotos. Computer Vision ist hier der Kern des Produkts, nicht ein angeflanschtes Feature.

Echte Multispektral- und Thermal-Verarbeitung. Metashape kalibriert die einzelnen Spektralbänder (inkl. Reflektanz-Kalibrierung über Kalibrierpanels) und berechnet Vegetationsindizes wie NDVI direkt im Programm. Genau das macht es für die forstliche Vitalitätsanalyse wertvoll: gesunde gegen gestresste Kronen lassen sich flächig unterscheiden, lange bevor ein Schaden mit bloßem Auge sichtbar ist.

Lokale Verarbeitung ohne Cloud-Zwang. Anders als viele neuere Photogrammetrie-Dienste läuft Metashape vollständig auf dem eigenen Rechner. Die Bilddaten verlassen die Workstation nicht, ein gewichtiges Argument für Behörden, Forschungseinrichtungen und alle, die Datenhoheit ernst nehmen. Eine optionale Cloud-Verarbeitung gibt es als Add-on, sie ist aber kein Muss.

Automatisierung über Python und Java. Die Professional Edition bringt eine vollständige Python-API mit. Wiederkehrende Workflows, Align, Dense Cloud, DEM, Orthomosaic, Export, lassen sich als Skript bündeln und über Network Processing auf mehrere Rechner verteilen. Für Dienstleister mit hohem Durchsatz ist das der entscheidende Effizienzhebel.

Sauberer GIS-Anschluss. Export als GeoTIFF, LAS/LAZ, Shapefile und KML mit korrekten EPSG-Koordinatensystemen bedeutet: Die Ergebnisse landen ohne Reibung in QGIS oder ArcGIS. Metashape ist damit ein gut integrierter Baustein in einer bestehenden Geodaten-Pipeline, kein Inselsystem.

Perpetuelle Lizenz statt Abo. Ein Einmalkauf, der zeitlich unbegrenzt nutzbar bleibt und sich (node-locked) auf einen anderen Rechner übertragen lässt. In einer Zeit, in der fast alles ins Abo wandert, ist die planbare Einmalinvestition für viele Betriebe ein klarer Pluspunkt.

Schwächen ehrlich betrachtet

Keine fertige KI-Schadklassifikation. Das ist der wichtigste Punkt. Metashape liefert Orthophoto, Punktwolke und NDVI-Karte, aber es sagt dir nicht von sich aus „diese 37 Bäume sind befallen”. Die eigentliche Klassifikation (Schwellenwerte oder ein trainiertes CV-Modell) baust du selbst in QGIS, Python oder mit einem Tool wie Roboflow. Wer ein End-to-End-„Schadkarten-Knopf” erwartet, wird enttäuscht. Workaround: NDVI-Schwellenwert-Analyse in QGIS als pragmatischer Einstieg, später ein eigenes Klassifikationsmodell.

Hoher Einstiegspreis für die brauchbare Edition. Die günstige Standard Edition (179 USD) ist für Geodaten praktisch unbrauchbar, ohne Georeferenzierung kein Orthofoto mit Koordinaten. Damit ist der reale Einstiegspreis 3.499 USD. Für Einzelbetriebe ist das eine ernsthafte Hürde. Workaround: Bildungslizenz (falls berechtigt), Floating-Lizenz im Verbund mehrerer Betriebe oder die kostenlose 30-Tage-Vollversion zum Testen vor dem Kauf.

Rechen- und Hardwarehunger. Große Multispektral- oder LiDAR-Projekte brauchen ernsthafte Hardware: 32 GB RAM sind die Untergrenze, eine dedizierte GPU ist faktisch Pflicht, und ein Fluggebiet mit mehreren Tausend Bildern rechnet auch dann noch Stunden. Auf einem Standard-Bürolaptop ist seriöses Arbeiten nicht möglich. Workaround: Verarbeitung in Bildgruppen aufteilen oder Network Processing über mehrere Rechner.

Lernkurve und keine deutsche Oberfläche. Bedienoberfläche und Support sind englisch. GCP-Handling, Bandkalibrierung und Punktwolken-Klassifikation sind keine Selbstläufer, realistisch zwei bis vier Tage, bis ein sauberer, reproduzierbarer Workflow steht. Die Dokumentation ist gut, aber technisch. Workaround: mit einem kleinen Probedatensatz und einem dokumentierten Schritt-für-Schritt-Workflow starten.

Updates nur befristet inklusive. Die 12 Monate freie Updates decken nur die laufende Hauptversion (bis 2.x) ab. Der Sprung auf eine künftige Hauptversion (3.x) wird voraussichtlich kostenpflichtig. Das ist fair für ein perpetuelles Modell, sollte aber in die Kostenplanung einfließen, wenn du langfristig auf dem aktuellsten Stand bleiben willst.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine Cloud-Plattform mit KI-gestützter Inspektion und Auswertung statt lokaler Software willst
Auf der erzeugten Orthofoto-/Bilddatenbasis ein eigenes Objekterkennungsmodell trainieren willst

Erwähnenswert ohne eigene (oder ohne live-) Tool-Seite: Pix4D (der direkte kommerzielle Hauptkonkurrent, mit modularer Produktlinie für Agrar, Vermessung und Inspektion), OpenDroneMap / WebODM (Open-Source-Photogrammetrie, kostenlos, aber rechenlastiger und ohne den Komfort von Metashape), RealityCapture (sehr schnell, im Epic-Games-Ökosystem, stark bei Close-Range/3D-Scan), Bentley ContextCapture (Großprojekt-/Infrastruktur-Fokus) sowie QGIS als unverzichtbares GIS-Backend für die Weiterverarbeitung. Metashape ist kein Allrounder für Schadkartierung, es ist der Photogrammetrie-Motor. Seine Stärke liegt in der präzisen Rekonstruktion; die Auswertung kombinierst du mit GIS- und KI-Tools.

So steigst du ein

Schritt 1: Lade die kostenlose 30-Tage-Testversion von agisoft.com herunter (voller Funktionsumfang). Importiere einen Probedatensatz aus einem Drohnenflug (mind. 200 bis 400 Bilder mit ca. 80 % Überlappung) und durchlaufe den Workflow „Align Photos” → „Build Point Cloud” → „Build DEM” → „Build Orthomosaic”. Nach 2 bis 4 Stunden Rechenzeit hast du ein erstes georeferenziertes Orthofoto und kannst die Genauigkeit gegen die Erwartung deines Use-Cases prüfen.

Schritt 2: Für Multispektralbilder (MicaSense o. Ä.) aktiviere in den Kamera-/Kalibrierungseinstellungen die Reflektanz-Bandkalibrierung über das Kalibrierpanel. Berechne NDVI direkt in Metashape oder exportiere die kalibrierten Bänder und rechne den Index in QGIS bzw. per Python. Vergleiche die NDVI-Werte gesunder gegen auffällige Kronen, um eine Schwellenwert-Logik abzuleiten.

Schritt 3: Exportiere das Orthofoto als GeoTIFF (z. B. 4 bis 5 cm Auflösung) und ziehe es in QGIS, für eine erste Schadkartierung über NDVI-Schwellenwerte. Wenn du systematisch klassifizieren willst, übergib die Bildkacheln an ein CV-Tool wie Roboflow und trainiere ein Modell zur Kronenschaden-Erkennung. Metashape liefert die Rohdaten; die KI-Klassifikation ist der nachgelagerte Schritt.

Ein konkretes Beispiel

Ein forstlicher Dienstleister aus Bayern befliegte ein 300 ha großes Fichtenrevier mit einer DJI Matrice 350 und einer MicaSense RedEdge-MX. Die Verarbeitung von 4.200 Rohbildern in Agisoft Metashape Professional dauerte rund 6 Stunden auf einer Workstation (64 GB RAM, NVIDIA RTX 4080), vollständig lokal, ohne dass ein einziges Bild das Haus verließ. Das resultierende Orthofoto mit 4 cm Auflösung und die NDVI-Karte wurden in QGIS importiert und mit einem NDVI-Schwellenwert-Modell ausgewertet. 37 Bäume mit auffälliger Kronenverfärbung wurden markiert, bei der anschließenden Bodenbegehung bestätigten Revierkontrolle und Inaugenscheinnahme 31 davon als tatsächlichen Borkenkäferbefall (Trefferquote ~84 %). Zeitersparnis gegenüber der reinen Bodensuche im Bestand: mehrere Personentage pro Befliegung, und der entscheidende Vorteil: Der Befall wurde früh genug erkannt, um die betroffenen Stämme vor dem Ausflug der nächsten Käfergeneration zu entnehmen.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhaltung: Vollständig lokal. Metashape ist Desktop-Software, die Bild- und Geodaten werden auf der eigenen Workstation verarbeitet und gespeichert. Es findet keine Übermittlung an einen Cloud-Dienst statt, solange du nicht aktiv das kostenpflichtige Cloud-Processing-Add-on nutzt.
  • Cloud-Processing-Add-on: Optional und separat. Wer es einsetzt, lädt Daten zur Verarbeitung/Visualisierung hoch, hier gelten die Cloud-Bedingungen des Anbieters. Für sensible Geodaten im Zweifel beim rein lokalen Workflow bleiben.
  • Personenbezug bei Drohnenbildern: Luftbilder können Personen, Kennzeichen oder fremdes Eigentum erfassen. Das ist keine Software-, sondern eine Erhebungsfrage: Befliegung, Speicherung und Veröffentlichung müssen DSGVO- und luftrechtskonform sein (Anonymisierung, Rechtsgrundlage, ggf. Genehmigung).
  • Anbieter und Auftragsverarbeitung: Agisoft LLC ist ein Software-Hersteller, kein Auftragsverarbeiter, beim lokalen Betrieb verarbeitet Agisoft keine Daten in deinem Auftrag, ein AVV ist für die reine Desktop-Nutzung daher nicht einschlägig. Beim Cloud-Add-on wäre die vertragliche Lage gesondert zu prüfen.
  • Empfehlung für Behörden und Forschung: Genau wegen der lokalen Verarbeitung ist Metashape für datenhaltungs-sensible Stellen attraktiv. Betreibe es offline bzw. im internen Netz, dokumentiere die Verarbeitung im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten und verzichte bei sensiblen Projekten auf das Cloud-Add-on.

Gut kombiniert mit

  • QGIS, das natürliche Backend für die Weiterverarbeitung. Metashape liefert das georeferenzierte Orthofoto und die NDVI-Karte als GeoTIFF; in QGIS erfolgen Schwellenwert-Analyse, Verschneidung mit Bestandsdaten und die kartografische Aufbereitung für Revierleitung oder Behörde.
  • , wenn die NDVI-Schwellenwert-Logik nicht reicht: Metashape-Orthofotos in Kacheln zerlegen, in Roboflow annotieren und ein Objekterkennungsmodell für Kronenschäden trainieren. Metashape erzeugt die Datenbasis, Roboflow die KI-Klassifikation.
  • Python (Metashape-API), für Betriebe mit hohem Durchsatz: Der gesamte Workflow von der Bildausrichtung bis zum Export lässt sich skripten und über Network Processing auf mehrere Rechner verteilen, aus halbtägiger Klickarbeit wird ein automatisierter Batch-Lauf.

Unser Testurteil

Agisoft Metashape verdient 4 von 5 Sternen. In seiner Kerndisziplin, präzise, lokale Photogrammetrie aus Drohnenbildern inklusive Multispektral und LiDAR, gehört es zur absoluten Spitze, und das perpetuelle Lizenzmodell ohne Cloud-Zwang ist in der heutigen Abo-Landschaft ein echter Vorteil. Den fünften Stern kostet es aus drei Gründen: der hohe reale Einstiegspreis (die brauchbare Professional Edition kostet 3.499 USD, weil Standard keine Geodaten kann), die fehlende deutschsprachige Oberfläche und vor allem die Tatsache, dass Metashape die KI-Auswertung nicht mitliefert, Schadbaumerkennung bleibt ein nachgelagerter Schritt in QGIS, Python oder einem CV-Modell. Wer das richtig einordnet und Metashape als hochpräzisen Photogrammetrie-Motor in einer Pipeline begreift, bekommt eines der besten Werkzeuge seiner Klasse. Wer ein schlüsselfertiges „Schadkarten-aus-der-Box”-Produkt sucht, sollte die Erwartung anpassen.

Was wir bemerkt haben

  • 2019, Agisoft hat das Produkt von „PhotoScan” in „Metashape” umbenannt. Ältere Foren- und Anleitungsbeiträge laufen noch unter dem alten Namen, bei der Recherche nach Workflows ruhig beide Begriffe verwenden.
  • 2024/2025, Die 2.x-Linie hat den LiDAR-Support deutlich ausgebaut (Verarbeitung von Aerial-LiDAR-Punktattributen, Bodenpunkt-Klassifikation), womit Metashape stärker zum Hybrid-Werkzeug zwischen Photogrammetrie und Laserscanning wird.
  • Mai 2026, Die im Kaufpreis enthaltenen freien Updates decken nur die laufende Hauptversion (bis 2.x) ab. Wer langfristig auf dem neuesten Stand bleiben will, sollte ein kostenpflichtiges Upgrade auf künftige Hauptversionen einplanen, die gekaufte Version bleibt aber zeitlich unbegrenzt nutzbar.
  • Mai 2026, Trotz des Marketingbegriffs „KI” im Drohnen-Forst-Umfeld bleibt festzuhalten: Metashape ist Computer-Vision-Photogrammetrie, keine fertige KI-Schadklassifikation. Diese verbreitete Verwechslung ist der häufigste Grund für enttäuschte Erwartungen, wir trennen das in dieser Bewertung bewusst sauber.

Quellen

  1. Agisoft - Online Store / Preise. https://www.agisoft.com/buy/online-store/ (abgerufen am 2026-06-13). Standard 179 USD, Professional 3.499 USD, beide als node-locked-Lizenz; Floating-Lizenzen nur über sales@agisoft.com bzw. Reseller.
  2. Agisoft - Funktionen der Professional Edition. https://www.agisoft.com/features/professional-edition/ (abgerufen am 2026-06-13). RGB/NIR/Thermal/Multispektral, NDVI-Berechnung, Aerial-LiDAR-Verarbeitung, Python-Scripting/Java-Bindings, Georeferenzierung (EXIF/Fluglog/GCP), GeoTIFF-Export, lokale Network-Processing-Verarbeitung plus optionales Cloud-Processing.

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