Shippeo ist eine europäische Real-Time-Transport-Visibility-Plattform (RTTV) aus Paris mit Fokus auf KI-gestützte ETA-Prognosen für alle Transportmodi. Über 228.000 angebundene Carrier, mehr als 1.100 TMS-/Telematik-Integrationen, verarbeitete Daten aus über 200 Parametern pro Sendung. Gartner Magic Quadrant Leader 2025, seit Übernahme von Logward (2024) zusätzlich um agentenbasierte KI-Funktionen (Shippeo AI) erweitert. EU-Datenhaltung ist der zentrale Differenziator gegenüber US-Wettbewerbern wie project44 oder FourKites.
Kosten: Enterprise-Preise auf Anfrage; keine öffentliche Preisliste; Jahresverträge, volumenbasiert; Implementierungs- und Carrier-Onboarding-Gebühren zusätzlich. Einstieg typisch ab mittlerer Unternehmensgröße mit mehreren hundert täglichen Sendungen.
Stärken
- EU-Hosting in Frankreich — klarer Vorteil für DSGVO-sensible europäische Verlader
- SLA auf ETA-Genauigkeit: 90 % für Ocean-Prognosen bis 30 Tage, 80 % bis 12 h vor Lieferung
- Gartner Magic Quadrant Leader 2025 für Real-Time Transportation Visibility
- Multimodal: LKW (FTL/LTL), Bahn, See-, Luftfracht und Last-Mile in einer Plattform
- Über 228.000 angebundene Carrier inkl. regionaler europäischer Spediteure
- Shippeo AI mit agentischen Funktionen (Data Cleaning, Exception Handling) seit Logward-Übernahme 2024
- eCMR und ePOD nativ integriert — Reduktion manueller Papierprozesse
Einschränkungen
- Enterprise-Only: Kein Self-Service-Einstieg, kein öffentliches Pricing, Vertriebszyklus mehrere Monate
- Implementierung aufwändig: Carrier-Onboarding bis zu 30 Tage pro Spediteur
- Kein deutschsprachiger Support — Sprachen Englisch und Französisch
- Für KMU mit kleinem regionalem Transportnetz wirtschaftlich nicht sinnvoll
- ETA-Genauigkeit hängt stark von Carrier-Datenqualität ab — schlechte Datenlieferanten begrenzen den Wert
- Konkurrenz durch Transporeon (Trimble) hat in DACH oft Heimvorteil bei Branchen-Integrationen
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du brauchst RTTV mit klarer EU-Datenhaltung statt US-Cloud
- Du koordinierst Sendungen über mehrere Transportmodi (LKW, See, Bahn)
- Dein Volumen rechtfertigt einen Enterprise-Vertrag (mehrere hundert Sendungen täglich)
- Du willst eine SLA-gestützte ETA-Genauigkeit statt Best-Effort-Tracking
Wann nein
- Du suchst ein günstiges Tracking-Tool für unter 50 Sendungen pro Tag
- Dein Carrier-Mix ist primär regional und nicht in Shippeos Netzwerk
- Du brauchst eine E-Commerce-Last-Mile-Lösung mit Kundenkommunikation
- Dein Team verlangt deutschsprachigen Vertragspartner und Support
Kurzfazit
Shippeo ist der europäische Gegenentwurf zu den US-RTTV-Riesen project44 und FourKites: gleiches technisches Niveau, aber Datenhaltung in Frankreich und ein Produkt, das auf europäische Carrier-Strukturen zugeschnitten ist. Die KI-gestützten ETA-Prognosen sind nachweislich präzise (90 % SLA-Quote für Ocean-ETAs bis 30 Tage vor Ankunft) und werden seit der Übernahme von Logward Ende 2024 zunehmend agentisch — Shippeo AI übernimmt Datenbereinigung, Anomalie-Erkennung und proaktive Eskalation. Für mittelgroße bis große Verlader in der DACH-Region, die DSGVO-konforme Visibility brauchen, ist Shippeo eine der ersten Optionen. Der Einstieg bleibt teuer und langwierig.
Für wen ist Shippeo?
Verlader mit kritischen JIT-Lieferketten: Automotive-Zulieferer, Chemie- und Pharmaunternehmen, die wissen müssen, ob ein Container die Bandlinie verpasst. Die SLA-gestützten ETAs erlauben proaktive Disposition statt reaktiven Krisenmodus. Wer Standzeiten oder Produktionsausfälle vermeiden muss, bekommt mit Shippeo eine Plattform, die zwei bis vier Tage vor Lieferung verlässliche Aussagen liefert.
Supply Chain Manager in europäischen Konzernen: Wer multimodal denkt (LKW, See, Bahn, Luft) und alle Modi in einem Dashboard sehen will, findet bei Shippeo eine der wenigen Plattformen, die das wirklich abdeckt. Carrefour Belgium, Renault Group, Coca-Cola HBC oder Yara nutzen Shippeo genau aus diesem Grund.
Compliance-getriebene Branchen: Pharma, Lebensmittel, Chemie — überall, wo dokumentationspflichtige Sendungen mit Temperaturlogs, Zollabwicklung und Audit-Trails laufen, hilft die EU-Datenhaltung in Paris bei der Risikobewertung. Wer aktuell mit US-Anbietern arbeitet und unter zunehmendem DSGVO-Druck steht, kommt um eine Shippeo-Evaluierung kaum herum.
3PL- und Speditionsbetriebe: Logistikdienstleister, die ihren eigenen Kunden Visibility anbieten wollen, ohne selbst eine Plattform zu bauen, nutzen Shippeo als White-Label-Schicht. Das Carrier-Netzwerk ist groß genug, um die meisten Spediteure ohne zusätzliches Onboarding zu treffen.
Weniger geeignet für: Kleine Unternehmen mit unter 50 täglichen Sendungen (Pricing rechnet sich nicht), reine E-Commerce-Versender mit B2C-Endkundenkommunikation (dafür gibt es spezialisierte Last-Mile-Tools), Unternehmen mit reinem Regional-Carrier-Mix außerhalb der etablierten Shippeo-Netzwerke und Organisationen, die zwingend deutschsprachigen Vertragspartner brauchen.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Pilot | Auf Anfrage | 6–8 Wochen, 2–3 Carrier, eingeschränkter Use Case zur Validierung |
| Standard Enterprise | Auf Anfrage, Jahresvertrag | Volle RTTV-Plattform, alle Transportmodi, Standard-SLA, Basis-Integrationen |
| Premium Enterprise | Auf Anfrage | Zusätzlich Shippeo AI Agenten, Carbon Visibility, eCMR/ePOD, dediziertes Onboarding-Team |
| Implementation | Einmalige Gebühr | Carrier-Onboarding, TMS-/ERP-Integration, Custom-Felder |
Einordnung: Shippeo veröffentlicht keine Listenpreise — typisch für Enterprise-RTTV-Anbieter, aber für KMU eine echte Einstiegshürde. In Anwender-Berichten kursieren Größenordnungen von 50.000 bis mehreren Hunderttausend Euro pro Jahr je nach Sendungsvolumen, Modi-Mix und Integrationstiefe. Der Implementierungsaufwand (Carrier-Onboarding bis zu 30 Tage pro Spediteur) ist nicht zu unterschätzen — drei bis sechs Monate Time-to-Value sind realistisch. Wer einen Quick Win sucht, ist hier falsch. Wer eine strategische Investition für die nächsten fünf Jahre macht, bekommt eine der ausgereiftesten Plattformen am Markt.
Stärken im Detail
EU-Hosting als Differenziator. Shippeo hostet vollständig in der EU (Frankreich). Für DSGVO-sensible Branchen ist das nicht „nice to have”, sondern oft Voraussetzung — gerade seit dem Schrems-II-Urteil und der unklaren Lage rund um den EU-US Data Privacy Framework. project44 und FourKites bieten zwar EU-Regions, sind aber als US-Unternehmen weiterhin dem CLOUD Act unterworfen. Wer das ernst nimmt, hat in Europa wenige echte Alternativen — Shippeo und Transporeon (jetzt unter Trimble) sind die beiden seriösen Optionen.
SLA auf ETA-Genauigkeit — ungewöhnlich für RTTV. Die meisten Visibility-Anbieter geben Genauigkeit als Marketing-Versprechen an. Shippeo war einer der ersten, der SLAs vertraglich zusichert: 90 % Ocean-ETA-Genauigkeit bis 30 Tage vor Ankunft, 80 % bis 12 Stunden vor Lieferung. Im Transparenzbericht 2024 wurde dokumentiert, dass die ETA-Genauigkeit 48 Stunden vor Lieferung um 32 % verbessert wurde — ein konkretes Versprechen, das Beschaffungsabteilungen vertraglich einklagen können.
Carrier-Netzwerk auf europäischer Tiefe. Über 228.000 angebundene Spediteure und 1.100 TMS-/Telematiksysteme — das ist nicht nur eine Zahl, sondern bedeutet in der Praxis, dass die meisten europäischen Carrier ohne separates Onboarding bereits dabei sind. Bei US-Wettbewerbern fehlt oft die Tiefe bei regionalen Spediteuren in Polen, Italien oder den Benelux-Ländern.
Multimodale Plattform statt Insellösungen. Eine UI, ein API-Endpunkt, ein Datenmodell für LKW (FTL/LTL), Seefracht, Schiene, Luftfracht und Last-Mile. Viele Wettbewerber sind in einem Modus stark und in anderen schwach. Wer einen Pharma-Container per Seefracht nach Hamburg schickt, ihn auf den LKW umlädt und in den Verteilzentren tracking braucht, bekommt das hier durchgängig.
Shippeo AI seit Logward-Übernahme. Die Akquisition von Logward (Hamburg) Ende 2024 hat Shippeo um agentische Funktionen ergänzt: Daten werden automatisch bereinigt, Ausnahmen ohne manuelles Eingreifen eskaliert, Insights proaktiv erzeugt. Aus einem reinen Tracking-Tool wird damit ein Co-Pilot für Disponenten — der Trend, in den auch project44 und FourKites investieren.
Gartner Magic Quadrant Leader 2025. Externe Bestätigung der Marktposition. In einem konsolidierenden Markt, in dem viele Visibility-Anbieter Mühe haben, profitabel zu werden, ist die Leader-Position ein wichtiges Signal für Beschaffungsentscheider, die nicht jedes Jahr Anbieter wechseln wollen.
Schwächen ehrlich betrachtet
Enterprise-Only-Vertrieb mit langen Zyklen. Wer eine Demo will, durchläuft mehrere Discovery-Calls, ein Scoping-Workshop, einen Pilot — bis zur Vertragsunterschrift vergehen typischerweise drei bis sechs Monate. Für agile Unternehmen, die schnell testen wollen, ist das frustrierend. Es gibt keinen Self-Service-Login, kein 30-Tage-Trial, kein API-Sandbox-Zugang ohne Vertriebskontakt.
Implementierungsaufwand höher als kommuniziert. Carrier-Onboarding dauert bis zu 30 Tage pro Spediteur, und „dauert” heißt: Shippeo verbindet sich mit dem Carrier-TMS, validiert Datenqualität und stabilisiert die Feed. Wer 20 Carrier hat, plant realistisch ein halbes Jahr, bis das System produktiv ist. Die internen Ressourcen (IT, Logistik, Procurement) werden dabei systematisch unterschätzt.
Kein deutschsprachiger Support oder deutsche Vertragsstruktur. Shippeo SAS ist französisch, Verträge laufen unter französischem oder englischem Recht. Support ist Englisch oder Französisch. Für viele DACH-Unternehmen mit deutschsprachiger Logistikabteilung ist das ein operatives Hindernis. Transporeon hat hier strukturellen Heimvorteil — deutscher Sitz (Ulm), deutscher Support, deutsche Vertragspartner.
ETA-Qualität korreliert mit Carrier-Datenqualität. Die viel beworbenen 90 % Genauigkeit gelten unter optimalen Bedingungen. Wenn der Carrier seine Telematikdaten nur einmal pro Stunde sendet, kann auch Shippeo daraus keine Minutengenauigkeit zaubern. Wer ein heterogenes Carrier-Portfolio mit vielen kleinen Spediteuren hat, sollte realistische Erwartungen kalibrieren.
Konsolidierungsdruck im RTTV-Markt. project44 und FourKites haben in den letzten Jahren mehrere Wettbewerber übernommen. Shippeo hat sich bisher als unabhängiger europäischer Player gehalten und 2024 selbst Logward integriert, aber strategische Übernahmen sind im Markt jederzeit möglich. Wer einen Fünfjahresvertrag unterschreibt, sollte die Abhängigkeit kennen.
Keine echte E-Commerce-Last-Mile-Funktion. Shippeo trackt Last-Mile-Sendungen technisch, aber Kundenkommunikation (Trackingseite, SMS-Notifications, Liefer-Reschedule) ist nicht das Kernprodukt. Wer B2C-Versand betreibt und seinen Endkunden ein Erlebnis bieten will, kombiniert besser mit spezialisierten Tools wie Parcel Perform oder paqato.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Stärksten DACH-Heimvorteil und deutschsprachigen Support brauchst | Transporeon |
| Globales Carrier-Netzwerk auf US-Skala willst | project44 oder FourKites |
| Supply-Chain-Planung statt Visibility willst | SAP IBP oder RELEX |
| ESG-/Nachhaltigkeitsreporting für Logistik brauchst | Osapiens |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Sixfold (vom österreichischen Startup zur Transporeon-Tochter geworden), Tive (US-Anbieter mit Schwerpunkt auf IoT-Sensoren), Wakeo (französischer Wettbewerber mit kleinerem Footprint) und Logward selbst (vor Übernahme als Pure-Play-RTTV-Anbieter aus Hamburg bekannt). Im europäischen Markt sind realistisch nur Shippeo und Transporeon ernsthafte Vollanbieter — alle anderen sind entweder US-basiert oder zu klein für Konzern-Implementierungen.
So steigst du ein
Schritt 1: Definiere vor dem Erstkontakt deinen Scope. Welche Transportmodi (LKW, Seefracht, Bahn, Luft)? Wie viele Carrier-Partner und welche TMS-/ERP-Systeme sollen integriert werden? Shippeo evaluiert Kunden anhand von Sendungsvolumen und Netzwerkkomplexität — eine klare Ausgangssituation kürzt den Vertriebsprozess um Wochen. Ein internes Pre-Scoping mit IT, Logistik und Procurement spart später Reibung.
Schritt 2: Demo anfragen und explizit nach einem Pilot mit messbaren KPIs fragen. Ein typischer Pilot läuft mit zwei bis drei Carriern über sechs bis acht Wochen und sollte konkrete Erfolgskriterien definieren (ETA-Genauigkeit X %, Reduktion manueller Status-Abfragen um Y Stunden/Woche, Erkennung von N Ausnahmen). Ohne KPIs wird der Pilot zur Demo, nicht zum Entscheidungsinstrument.
Schritt 3: Carrier-Onboarding-Roadmap planen. Shippeo verpflichtet sich, 90 % der Carrier innerhalb von 30 Tagen nach formalem Verbindungsantrag anzubinden — aber die internen Vorarbeiten (Carrier-Liste, Datenformat-Klärung, Ansprechpartner) liegen bei dir. Priorisiere die zehn umsatzkritischsten Carrier für die erste Welle, die restlichen können sukzessive folgen.
Schritt 4: Nach drei Monaten Realbetrieb das Shippeo-AI-Modul evaluieren. Erst wenn die Datenbasis stabil ist und genug historische Sendungen vorliegen, entfalten die agentenbasierten Funktionen ihren Wert. Ein zu früher Aktivierungs-Versuch erzeugt Frustration.
Ein konkretes Beispiel
Ein deutsches Chemieunternehmen mit Produktionsstandorten in NRW koordiniert täglich 80 bis 120 LKW-Sendungen und wöchentlich 15 bis 20 Seefracht-Container. Bisher liefen Tracking und Status-Abfragen über E-Mail und Telefon bei den jeweiligen Carriern — drei Disponenten verbrachten geschätzt 60 % ihrer Arbeitszeit mit reaktiver Statusarbeit. Nach einem sechsmonatigen Shippeo-Rollout liegt die Seefracht-ETA-Genauigkeit für 48-Stunden-Fenster bei über 85 %, kritische Rohstoff-Lieferungen werden automatisch eskaliert, das Planungsteam spart pro Disponent rund zwei Stunden täglich. Entscheidender Auslöser für die Wahl gegen einen US-Wettbewerber war der CLOUD-Act-Risikodialog mit der Konzernrechtsabteilung. Jahreskosten: Mitterer sechsstelliger Bereich (Software + Implementation + internes Ressourcen-Commitment). Die Amortisation erfolgt über reduzierte Standzeiten, weniger Produktionsausfälle und freigesetzte Disponenten-Kapazität für strategische Themen.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: EU (Frankreich). Anbieter ist Shippeo SAS, Paris.
- Datennutzung: Sendungsdaten werden zur Service-Erbringung verarbeitet und zur Modellverbesserung verwendet — Konfiguration und Opt-Out im Enterprise-Vertrag verhandelbar.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Standardmäßig im Enterprise-Vertrag enthalten. Standardvertragsklauseln, ISO 27001-Zertifizierung und SOC 2 Type II verfügbar.
- CLOUD-Act-Risiko: Als französisches Unternehmen nicht dem US-CLOUD Act unterworfen — wesentlicher Vorteil gegenüber project44 und FourKites.
- Datenlöschung: Nach Vertragsende mit definierter Aufbewahrungsfrist (typischerweise 90 Tage) — vertraglich präzise zu regeln.
- Empfehlung für Unternehmen: Bei Verarbeitung personenbezogener Daten (z. B. Fahrer-Identifikatoren, Kundendaten auf Lieferscheinen) AVV und Datenschutzfolgenabschätzung prüfen. Die Rechtslage ist hier deutlich entspannter als bei US-Anbietern, eine Prüfung bleibt aber Pflicht.
Gut kombiniert mit
- SAP IBP — strategische Supply-Chain-Planung in SAP, taktische Ausführungs-Visibility bei Shippeo. Beide Tools tauschen über Standard-Schnittstellen Stammdaten und Sendungs-Events aus.
- Osapiens — ESG-Reporting (CSRD, LkSG) benötigt Lieferketten-Daten. Shippeos Carbon-Visibility-Modul liefert tonnenkilometer-genaue Emissionsdaten, die Osapiens für regulatorische Berichte aggregiert.
- Transporeon — manche Unternehmen nutzen Transporeon für Frachtausschreibung und Shippeo für die Ausführungs-Visibility. Die beiden Plattformen konkurrieren, lassen sich aber auch komplementär einsetzen.
Unser Testurteil
Shippeo verdient 4 von 5 Sternen. Im europäischen RTTV-Markt ist es eine der zwei ernsthaften Optionen — die andere ist Transporeon, die seit der Trimble-Übernahme in DACH ihren Heimvorteil ausspielt. Shippeo punktet mit echter EU-Datenhaltung (CLOUD-Act-frei), SLA-gestützten ETA-Garantien, einem der größten europäischen Carrier-Netzwerke und der seriösen AI-Roadmap nach der Logward-Übernahme. Den fünften Stern kostet das Tool durch den schwerfälligen Enterprise-Vertrieb, die hohen Implementierungskosten, die Sprachbarriere (kein deutscher Support, keine deutschen Verträge) und die starke Abhängigkeit von Carrier-Datenqualität. Wer ein mittelgroßes oder großes europäisches Verlader-Unternehmen mit kritischen Lieferketten und DSGVO-Anforderungen ist, sollte Shippeo zwingend evaluieren — in der finalen Auswahl gegen Transporeon entscheidet meist die Carrier-Abdeckung und die strategische Cloud-Präferenz.
Was wir bemerkt haben
- Q4 2024 — Shippeo hat den Hamburger Wettbewerber Logward übernommen. Die Akquisition stärkt das Produkt um agentische KI-Funktionen (Shippeo AI) und verdoppelt den deutschen Marktzugang. Logward war als unabhängiger Anbieter besonders im Mittelstand sichtbar — die Übernahme hat einen wichtigen Wettbewerber konsolidiert.
- 2025 — Aufnahme als Leader in den Gartner Magic Quadrant for Real-Time Transportation Visibility Platforms. Im Quadranten direkt mit project44 und FourKites, was Shippeo als ernsthaften globalen Spieler einordnet — bislang wurden europäische Anbieter dort selten ganz oben platziert.
- 2024 — Transparenzbericht veröffentlicht mit konkreten ETA-Genauigkeitsverbesserungen: 32 % bessere Prognosen 48 Stunden vor Lieferung. Diese Form der öffentlichen Selbstmessung ist im RTTV-Markt unüblich und hat den Druck auf Wettbewerber erhöht, vergleichbare Zahlen zu liefern.
- Mai 2026 — Pricing bleibt vollständig intransparent, kein Self-Service-Einstieg. Wer als KMU Visibility evaluieren will, hat keinen einfachen Weg, das Produkt zu testen — eine Lücke, die Shippeo bewusst offen lässt, aber für agile Unternehmen ein Reibungspunkt bleibt.
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