project44 ist eine Enterprise-Plattform für Lieferkettentransparenz. Die Lösung aggregiert Echtzeit-Standortdaten aus dem globalen Transportnetzwerk — Frachtschiffe, LKW, Bahn — und liefert prognostizierte Ankunftszeiten (ETAs) sowie Ausnahmenmanagement. Gedacht für große Verlader und Logistikdienstleister mit komplexen internationalen Supply Chains.
Kosten: Enterprise-Preise auf Anfrage; keine öffentliche Preisliste; Jahresverträge, volumenbasierte Lizenzierung; Pilotprojekte auf Anfrage möglich
Stärken
- Globale Carrier-Abdeckung: Anbindung von Tausenden Spediteuren, Reedereien und Railcarriern weltweit
- Multimodal: Tracking für Seefracht (Ocean), Luftfracht, LKW und Bahn in einer Plattform
- KI-gestützte ETA-Prognosen basierend auf historischen und Echtzeit-Daten
- Starke API-First-Architektur: Integration in SAP, Oracle, Salesforce und gängige TMS-Systeme
- Ausnahmenmanagement: Automatische Alerts bei Verspätungen, Umwegen oder Carrier-Ausfällen
Einschränkungen
- Enterprise-Only: Keine Preistransparenz, kein Self-Service-Einstieg — Vertriebszyklus mehrere Monate
- Implementierungsaufwand erheblich: API-Integration, Carrier-Onboarding und User-Training dauern Wochen bis Monate
- Primär US-amerikanische Datenhaltung — DSGVO-AVV vorhanden, aber EU-Hosting nicht standardmäßig
- Support und Oberfläche auf Englisch — kein deutschsprachiger Support
- Für KMU kaum geeignet: Mindestverpflichtungen und Komplexität erst ab größerem Volumen sinnvoll
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du verantwortest Supply-Chain-Visibility in einem mittelgroßen bis großen Unternehmen mit komplexen Transportnetzwerken
- Du willst Echtzeit-Tracking für alle Transportmodi (See, Luft, Bahn, LKW) in einer Plattform
- ETAs und Ausnahmemanagement sollen automatisiert und nicht mehr manuell über E-Mail koordiniert werden
- Du integrierst Logistikdaten in bestehende ERP- oder TMS-Systeme per API
Wann nein
- Du bist ein KMU mit einfachem, regionalem Transportnetzwerk — die Plattformkomplexität und -kosten übersteigen den Nutzen
- Du suchst eine fertige Plug-and-play-Lösung ohne API-Anbindung und Implementierungsprojekt
- Datenhaltung in der EU ist eine harte Anforderung — project44 hostet primär in den USA
- Kein dediziertes IT-Team für Integration und Betrieb vorhanden
Kurzfazit
project44 ist die marktführende Plattform für globale Supply-Chain-Visibility bei Großunternehmen. Wer hunderte oder tausende Sendungen gleichzeitig über Schiff, LKW und Bahn bewegt und dabei den Überblick behalten will, bekommt hier die umfangreichste Carrier-Abdeckung und die ausgereiftesten ETA-Prognosen auf dem Markt. Das Problem: Die Plattform ist ausschließlich für Enterprise-Kunden mit IT-Ressourcen und langem Atem im Einführungsprojekt konzipiert. KMU sind falsch hier.
Für wen ist project44?
Große Industrieunternehmen mit globalen Lieferketten Automobilhersteller, Elektronikunternehmen oder Konsumgüterproduzenten mit internationalen Transportnetzwerken — für diese Zielgruppe ist project44 gebaut. Wenn täglich hunderte Containerbewegungen, dutzende Carrier-Partner und mehrere Kontinente koordiniert werden müssen, ist eine zentrale Visibility-Plattform der einzig skalierbare Ansatz.
Logistikdienstleister (3PL/4PL) Speditionen und Kontraktlogistiker, die ihren Kunden Echtzeit-Tracking als Mehrwertleistung anbieten wollen, nutzen project44 als Datenrückhalt. Die API-Architektur erlaubt es, project44-Daten in eigene Kundenportale einzubinden.
Supply Chain Manager und Transport Operations Für operative Teams, die täglich mit Ausnahmen (Verspätungen, Carrier-Ausfälle, Zollhalte) umgehen, ist das automatisierte Ausnahmenmanagement ein echter Zeitgewinn. Statt manuellem E-Mail-Ping-Pong mit Spediteuren gibt es strukturierte Alerts und Aktionspunkte.
IT-Teams mit ERP/TMS-Integrationsbedarf project44 ist API-First: SAP TM, Oracle TMS, Salesforce und andere Systeme lassen sich per API anbinden. Für IT-Abteilungen, die eine saubere Architektur für Logistikdaten aufbauen wollen, ist das ein Argument.
Weniger geeignet für: Mittelständische Unternehmen mit regionalen Transportnetzen, die ein einfaches Track-and-Trace-Tool suchen. Und alle, die schnell und günstig einsteigen wollen — project44 ist kein SaaS-Tool für den Soforteinsatz.
Preise im Detail
| Komponente | Details |
|---|---|
| Einstiegspreis | Nicht öffentlich — ausschließlich auf Anfrage |
| Lizenzmodell | Jahresverträge, volumenbasierte Abrechnung (Sendungsanzahl, Transportmodi) |
| Implementierungskosten | Zusätzlich — Integration, Carrier-Onboarding, Training |
| Pilotprojekte | Auf Anfrage möglich — begrenzte Scope, zeitlich befristet |
Einordnung: project44 publiziert keine Preise, und das ist kein Versehen. Die Preisgestaltung ist vollständig vertragsbasiert und hängt von Sendungsvolumen, Transportmodi, Anzahl der angebundenen Carrier und Integrationstiefe ab. Marktbeobachter schätzen Jahresverträge im Bereich von 100.000–500.000+ USD für mittelgroße Implementierungen. Wer seriös evaluiert, braucht ein vollständiges Pitch-Gespräch mit dem Vertrieb — und sollte dabei explizit nach einem Pilotprojekt mit begrenztem Scope fragen.
Stärken im Detail
Größte Carrier-Abdeckung auf dem Markt. project44 ist mit Tausenden Spediteuren, allen großen Reedereien (Maersk, MSC, CMA CGM, Hapag-Lloyd) und Railcarriern direkt integriert. Das bedeutet: echte Positionsdaten, keine händische Statusmeldung per E-Mail. Die Abdeckungstiefe ist ein wesentlicher Differenziator gegenüber kleineren Wettbewerbern.
KI-gestützte ETA-Prognosen. “Wann kommt der Container an?” ist die meistgestellte Frage in der Logistik. project44 beantwortet sie mit statistischen Modellen auf Basis von Millionen historischen Sendungen und aktuellen Echtzeit-Signalen (Hafenstaus, Wetterdaten, Carrier-Pünktlichkeitshistorie). Die prognostizierten ETAs sind präziser als reine Carrier-Aussagen.
Ausnahmenmanagement automatisiert operative Routinearbeit. Statt manuelles Monitoring erzeugt die Plattform automatische Alerts: “Sendung XY ist 2 Tage in Verzug, erwartete Auswirkung auf Produktionsplanung ab [Datum].” Das ermöglicht proaktives Eingreifen statt reaktiver Feuerwehr.
API-First für Systemintegration. Die REST-API von project44 ist gut dokumentiert und erlaubt tiefe Integration in ERP-Systeme (SAP S/4HANA, Oracle EBS), TMS-Lösungen und Supply-Chain-Analytics-Plattformen. Unternehmen, die Logistikdaten in bestehende Systeme einbinden wollen, finden hier eine technisch solide Basis.
Schwächen ehrlich betrachtet
Einführungsprojekt dauert Monate, nicht Wochen. Der Vertriebszyklus bis zur Vertragsunterschrift dauert typischerweise 3–6 Monate. Die technische Implementierung mit API-Integration, Carrier-Onboarding und User-Training nochmal 2–4 Monate. Wer schnell produktiv werden will, ist falsch.
Keine EU-Datenhaltung standardmäßig. Die Server von project44 stehen primär in den USA. Ein DSGVO-konformer Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ist erhältlich, aber die Daten verlassen standardmäßig die EU. Für Unternehmen mit harten Datenlokalisierungsanforderungen (Finanzsektor, Behörden) ist das ein Ausschlusskriterium oder erfordert explizite vertragliche Regelungen.
Kein deutschsprachiger Support. Support und Plattform-Dokumentation sind auf Englisch. Für deutsche Unternehmen, die auf deutschsprachigen Support angewiesen sind, ist das eine reale Einschränkung.
Preis-Leistung für KMU nicht gerechtfertigt. Die Plattformkomplexität und die Implementierungskosten sind erst ab einem Sendungsvolumen und einer Organisationsgröße sinnvoll, die für die meisten mittelständischen Unternehmen nicht erreichbar ist. Für kleinere Unternehmen gibt es kostengünstigere und einfachere Alternativen.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | Dann nimm… |
|---|---|
| KMU mit einfachem Track-and-Trace-Bedarf bist | Samsara oder spezialisierte TMS mit Tracking-Modul |
| Nur LKW-Flottentracking brauchst | Samsara oder Webfleet — günstiger und einfacher |
| EU-Datenhaltung zwingend brauchst | Transporeon, project44-Konkurrenten mit EU-Hosting (p.e. Shippeo aus Frankreich) |
| Primär Seefrachttracking suchst | CargoSphere, Windward oder direkte Reederei-APIs |
So steigst du ein
Schritt 1: Definiere den Scope bevor du project44 kontaktierst: Welche Transportmodi sollen abgedeckt werden? Wie viele Sendungen pro Jahr? Welche Carrier-Partner sind kritisch? Welche Systeme sollen integriert werden (SAP, Oracle, anderes TMS)? Mit diesem Scope steigt die Qualität des Vertriebsgesprächs erheblich.
Schritt 2: Demo-Termin anfragen und explizit nach einem Proof of Concept (PoC) oder Pilotprojekt fragen. Viele Enterprise-Anbieter machen zunächst einen zeitlich begrenzten Pilot mit 2–3 Carriern und 50–100 Sendungen — damit lässt sich die ETA-Qualität und die Integrationsaufwand vor dem Vollvertrag realistisch einschätzen.
Schritt 3: Parallele Evaluation von 1–2 Wettbewerbern (FourKites, Shippeo, Transporeon) durchführen. Die Carrier-Abdeckung, ETA-Genauigkeit und Integrationskosten unterscheiden sich — und Verhandlungspositionen verbessern sich erheblich, wenn der Anbieter weiß, dass du Alternativen evaluierst.
Ein konkretes Beispiel
Ein Haushaltsgerätehersteller aus Stuttgart mit Produktionsstandorten in Polen und Tschechien und Absatzmärkten in Westeuropa und Nordamerika hat täglich 200–300 aktive Sendungen. Vor project44: Tägliche Status-E-Mails an 8 verschiedene Spediteure, manuelle Excel-Tabelle für ETA-Tracking, Überraschungsverspätungen mit Auswirkungen auf die Produktionsplanung. Nach der project44-Implementierung (6 Monate Projekt): Automatisches Tracking aller Sendungen in Echtzeit, ETA-Prognosen mit 85% Genauigkeit ±2 Stunden, automatische Alerts wenn kritische Sendungen in Verzug geraten. Das Supply-Chain-Operations-Team spart täglich ca. 3 Stunden manueller Statuspflege. Bei 2 Mitarbeitern im Transport-Operations entspricht das 6 Stunden/Tag — rund 1.500 Arbeitsstunden pro Jahr.
DSGVO & Datenschutz
project44 ist ein US-amerikanisches Unternehmen (Chicago, IL). Die Daten werden primär auf Servern in den USA verarbeitet und gespeichert. project44 bietet einen AVV nach DSGVO Art. 28 an und ist dem EU-US Data Privacy Framework beigetreten, was bestimmte Datentransfers rechtlich absichert. Die in der Plattform verarbeiteten Daten umfassen Sendungs- und Frachtdaten, Carrier-Informationen und Positionsdaten — in der Regel keine personenbezogenen Daten im engeren Sinne, aber betriebswirtschaftlich sensible Lieferkettendaten. Für Unternehmen in regulierten Branchen oder mit harten EU-Datenlokalisierungsanforderungen empfiehlt sich eine explizite juristische Prüfung des Vertrags. Alternativen mit europäischem Hosting: Shippeo (Frankreich) oder Transporeon (Deutschland/Österreich).
Gut kombiniert mit
- Samsara — für die “letzte Meile”: project44 deckt Langstrecken- und multimodale Sichtbarkeit ab, Samsara liefert präzises LKW-Tracking mit IoT-Sensoren für die letzte Lieferstufe
- FourKites — der direkteste Wettbewerber, oft parallel evaluiert; in manchen Regionen oder Transportmodi kann FourKites besser abschneiden — eine ehrliche Vergleichsevaluation ist sinnvoll
- SAP — project44 lässt sich tief in SAP TM und SAP S/4HANA integrieren; die Kombination aus SAP-Prozessführung und project44-Visibility ist ein häufig gewähltes Enterprise-Setup
Unser Testurteil
3 von 5 Sternen — Marktführer in seiner Klasse, aber ausschließlich für Enterprise mit IT-Ressourcen.
project44 löst ein reales Problem — globale Lieferkettentransparenz in Echtzeit — und löst es besser als die meisten Alternativen. Carrier-Abdeckung, ETA-Genauigkeit und API-Architektur sind im Enterprise-Bereich führend. Die drei Sterne spiegeln die Realität wider, dass diese Lösung für die Mehrheit der Unternehmen schlicht nicht zugänglich ist: zu teuer, zu komplex, zu lange Einführungszeit, kein EU-Hosting. Wer die Anforderungen hat und das Budget, sollte evaluieren. Alle anderen schauen sich zuerst einfachere Alternativen an.
Was wir bemerkt haben
- 2026 — project44 hat LunaPath.ai übernommen, um KI-Agenten für die automatisierte Orchestrierung von Supply-Chain-Entscheidungen einzuführen. Das Unternehmen investiert stark in autonome KI-Workflows, die nicht nur Visibility liefern, sondern auch eigenständig auf Ausnahmen reagieren sollen.
- 2025/2026 — project44 hat nach Jahren hoher Verluste positiven Cashflow erreicht. Das ist für eine Enterprise-SaaS-Plattform dieser Größe ein wichtiges Stabilitätssignal — besonders relevant für Unternehmen, die Mehrjahresverträge eingehen wollen.
- 2021 — Übernahme von Convey für 255 Mio. USD zur Erweiterung der Last-Mile-Sichtbarkeit. Das ist relevant, weil project44 seitdem auch Endkunden-Delivery-Tracking abdeckt, was früher nicht zum Kernprodukt gehörte.
Diesen Inhalt teilen:
Empfohlen in 1 Use Cases
Verkehr & Logistik
Redaktionell bewertet · Preise und Funktionen können sich ändern.
Stimmt etwas nicht?
Preise geändert, Feature veraltet oder etwas fehlt? Wir freuen uns über Hinweise und Ergänzungen.
Weitere Tools
ABB Genix
ABB
ABB Genix (früher ABB Ability Genix) ist eine industrielle IoT- und KI-Plattform für Prozessautomatisierung, Asset Performance Management und vorausschauende Wartung. Die Plattform integriert OT-, IT- und Engineering-Daten in einem kognitiven Datensee und bietet vorgefertigte Analysen für Branchen wie Chemie, Energie, Metall, Zement und Öl & Gas.
Mehr erfahrenAirtable
Airtable, Inc.
Airtable verbindet Tabellenkalkulation mit Datenbank-Logik und visuellen Projektansichten. Teams nutzen es für strukturierte Daten, die mehr können müssen als Excel — mit Automationen, Formularen, Galerie- und Kanban-Ansichten. Besonders beliebt als flexibles Operations-Tool in Marketing-, Produkt- und Content-Teams.
Mehr erfahrenAkeneo Product Cloud
Akeneo
Akeneo ist eine führende Product Information Management (PIM)-Plattform, die Produktdaten zentralisiert, anreichert und an alle Vertriebskanäle verteilt. Mit KI-Funktionen für automatische Beschreibungsgenerierung und Daten-Mapping ist Akeneo besonders für E-Commerce-Unternehmen mit großen, mehrsprachigen Produktkatalogen relevant.
Mehr erfahren