Zum Inhalt springen
Freemium Low-Code 🇺🇸 US-Server Geprüft: Mai 2026

AfterShip

AfterShip Limited (Hongkong)

4/5
Tool öffnen

AfterShip ist die meistgenutzte Post-Purchase-Plattform für E-Commerce-Marken weltweit. Aggregiert Tracking-Daten von über 1.200 Carriern, baut gebrandete Tracking-Seiten, verschickt proaktive Status-Notifications und prognostiziert Lieferzeiten via AI EDD (Estimated Delivery Date) — laut Anbieter mit bis zu 95 Prozent Genauigkeit, trainiert auf 4,4 Milliarden historischen Sendungen. Wird von Marken wie Gymshark, e.l.f. Beauty, Whoop und Toms eingesetzt. Seit 2025 erweitert um Apple-Wallet-Order-Tracking, das eigenständige Modul AfterShip Intelligence und einen AI-Email-Parser.

Kosten: Essentials ab 29 USD/Monat (jährlich, 6.000 Sendungen/Jahr, 0,08 USD pro Extra-Sendung). Premium ab 59 USD/Monat (jährlich, inkl. AI EDD, eigener Domain, vollem Analytics-Suite, 0,12 USD pro Extra-Sendung). Enterprise auf Anfrage (CSM, SSO, Multi-Org). Team-Plan ab 10 USD/Mitglied/Monat (jährlich). Kostenloser Start über die Shopify-App und ein 7-Tage-Test der Team-Funktionen möglich.

Stärken

  • Carrier-Abdeckung von über 1.200 Spediteuren und Paketdiensten weltweit — DHL, DPD, Hermes, UPS, FedEx, GLS, USPS inklusive
  • AI EDD: KI-Prognose der Lieferzeit auf Basis von 4,4 Milliarden historischen Sendungen, bis zu 95 Prozent Genauigkeit (Anbieterangabe)
  • Branded Tracking Pages reduzieren WISMO-Anfragen und halten Traffic auf der eigenen Domain statt auf Carrier-Seiten
  • Shopify-Native-Integration mit Ein-Klick-Setup, dazu Konnektoren für Salesforce Commerce Cloud, Magento 2, BigCommerce und WooCommerce
  • Proaktive Notifications per E-Mail, SMS und WhatsApp bei jedem Sendungs-Milestone
  • Vollständige Post-Purchase-Suite: Returns, Warranty, Protection, Shipping, Reviews — alles aus einer Hand
  • ISO 27001 zertifiziert, GDPR-konform, AVV verfügbar

Einschränkungen

  • AI EDD erst ab Premium-Plan (59 USD/Monat aufwärts) — Essentials liefert nur klassisches Tracking ohne KI-Prognose
  • Datenhosting in den USA — kein EU-Datenzentrum, Drittlandsübermittlung muss bei jeder DSGVO-Folgenabschätzung geregelt werden
  • Keine deutschsprachige Benutzeroberfläche und kein deutschsprachiger Support — Onboarding und Help-Center komplett auf Englisch
  • Prognose-Qualität skaliert mit Datenvolumen: Sehr kleine Shops unter 200 Sendungen/Monat sehen kaum Verbesserung gegenüber statischen Lieferversprechen
  • Module wie SMS, AI EDD oder Returns werden separat lizenziert — die monatlichen Gesamtkosten steigen schnell, wenn mehrere Bausteine genutzt werden
  • Optimiert für Shopify-zentrierte Setups — wer Shopware, JTL oder ein klassisches ERP fährt, hat in der DACH-Region oft mit Sendcloud die natürlicherere Integration

Passt gut zu

E-Commerce-Shops mit Shopify, Salesforce Commerce Cloud, Magento oder WooCommerce als Shopsystem Marken, die WISMO-Anfragen (Where Is My Order) im Support reduzieren wollen Shops mit internationaler Carrier-Vielfalt, die ein einheitliches Tracking-Erlebnis brauchen Markenführer, die Post-Purchase als zusätzlichen Marketing-Touchpoint nutzen wollen (Up-Sell, Reviews, Referral)

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du verkaufst international und brauchst ein einheitliches Tracking über mehrere Carrier (DHL, UPS, FedEx, lokale Anbieter)
  • Dein Support wird von Lieferstatus-Anfragen geflutet und du willst proaktiv kommunizieren, bevor Kunden fragen
  • Du willst Lieferzeitversprechen auf Produkt- und Checkout-Seiten zeigen (AI EDD), um die Conversion zu steigern
  • Du betreibst einen Shopify- oder SFCC-Shop und brauchst eine bewährte, integrationsstarke Post-Purchase-Plattform

Wann nein

  • Du brauchst zwingend EU-Hosting für DSGVO-sensible Branchen oder Berufsgeheimnis (Apotheke, Medizinprodukte, Finanz-Versand)
  • Dein Team arbeitet ausschließlich auf Deutsch und kann kein englischsprachiges Tool tragen — Sendcloud ist dann die naheliegende Wahl
  • Du versendest weniger als 200 Pakete/Monat — der ROI der AI-EDD-Prognose ist hier kaum messbar, der Free-Tracker einer Standard-Shopify-App reicht
  • Du suchst eine reine Versandsoftware mit Etikettendruck und Carrier-Verträgen — AfterShip macht das nicht; dafür ist Sendcloud oder Shipcloud zuständig

Kurzfazit

AfterShip ist die meistgenutzte Post-Purchase-Plattform der Welt — und genau das ist der Hauptgrund, sie einzusetzen. Wer einen Shopify-Shop betreibt und WISMO-Anfragen senken will, kommt an AfterShip kaum vorbei: gebrandete Tracking-Seiten, proaktive Notifications und das KI-Modul AI EDD liefern in dieser Kombination kein anderer Anbieter so durchgängig. Schwächen sind aus deutscher Sicht klar: kein EU-Hosting, keine deutsche UI, kein deutscher Support — und Module wie AI EDD oder SMS werden separat lizenziert, was die Kosten schnell hochtreibt. Für rein deutschsprachige DACH-Shops mit Shopware oder JTL ist Sendcloud oft die bessere Wahl. Für international ausgerichtete Marken auf Shopify oder SFCC ist AfterShip der De-facto-Standard.

Für wen ist AfterShip?

Direct-to-Consumer-Marken auf Shopify: Klassischer Kern-Use-Case. Shopify-Apps für AfterShip Tracking, Returns und AI EDD installieren sich in wenigen Klicks, das Dashboard funktioniert ab Tag eins. Marken wie Gymshark, Whoop oder e.l.f. Beauty haben damit ihre Post-Purchase-Experience standardisiert.

International versendende Shops: Wer in 30 oder 40 Länder verschickt, hat in jedem Markt einen anderen Carrier — DHL in Deutschland, La Poste in Frankreich, USPS in den USA, Australia Post in Down Under. AfterShip vereinheitlicht das in einer Tracking-Oberfläche und einer gebrandeten Status-Seite. Allein dafür lohnt sich der Einsatz oft.

Customer-Service-Teams mit hohem WISMO-Volumen: Wo 15-20 Prozent aller Support-Tickets “Wo ist meine Bestellung?” sind, lassen sich durch proaktive E-Mail- und SMS-Benachrichtigungen typischerweise 30-50 Prozent dieser Anfragen vermeiden. Die Tracking-Seite wird zur Self-Service-Lösung.

Marketingteams, die Post-Purchase als Channel sehen: Die Tracking-Seite hat eine Öffnungsrate, von der jede E-Mail-Kampagne träumen würde — Kunden warten auf das Paket und öffnen die Seite mehrfach. AfterShip lässt dort Product Recommendations, Referral-Links oder Reviews-Aufforderungen einbinden. Das macht aus einer reinen Status-Anzeige einen aktiven Marketing-Touchpoint.

Enterprise-Retailer mit Carrier-Performance-Reporting: Im Enterprise-Plan werden Carrier-Performance-Daten aggregiert: Welcher Spediteur liefert in welchen Regionen pünktlich? Wo häufen sich Verspätungen? Für Einkaufsverhandlungen mit Carrier-Partnern ist das harte Datengrundlage.

Weniger geeignet für: Apotheken, Medizinprodukte-Versand oder andere Branchen mit strenger DSGVO-Anforderung an Versanddaten (US-Hosting ist hier kritisch), reine DACH-Shops mit Shopware/JTL und ohne Englischkenntnisse im Operations-Team (für die ist Sendcloud passender), sowie Kleinstshops unter 200 Sendungen/Monat — hier rechtfertigt das Volumen weder den Premium-Plan noch die KI-Prognose.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Essentialsab 29 USD/Monat (jährlich)6.000 Sendungen/Jahr, gebrandete Tracking-Seite, automatische Carrier-Erkennung, E-Mail- und SMS-Notifications, Standard-Dashboard. Extra: 0,08 USD pro Sendung
Premiumab 59 USD/Monat (jährlich)Alles aus Essentials + AI EDD, vollständig anpassbare Tracking-Seite mit eigener Domain, AI Product Recommendations, vollwertige Analytics-Suite, API & Webhooks. Extra: 0,12 USD pro Sendung
EnterpriseAuf AnfrageAlles aus Premium + dedizierter CSM, Enterprise-SLAs, SSO, Custom-Integrationen, Multi-Org-Management, AVV
Team-Add-onab 10 USD/Mitglied/Monat (jährlich)Team-Verwaltung über alle AfterShip-Produkte hinweg, Rollen & Rechte, 2FA, Google/Shopify/BigCommerce SSO

Einordnung: Die hier gezeigten Preise gelten für 6.000 Sendungen/Jahr. AfterShip rechnet auf Basis eines Volumensliders — wer mehr versendet, zahlt entsprechend mehr Grundgebühr. Der Essentials-Plan ist für Marken, die nur sauberes Tracking und gebrandete Seiten wollen, der richtige Einstieg. Sobald du AI EDD, Custom-Domain oder ernsthafte Analytics brauchst, führt kein Weg an Premium vorbei — und das ist eine echte Kostensteigerung. SMS-Versand, Returns und Warranty werden zusätzlich abgerechnet; ein voll ausgebautes Post-Purchase-Setup mit AfterShip kostet bei mittleren Shops typischerweise zwischen 200 und 800 USD/Monat. Enterprise lohnt sich erst, wenn SSO, Multi-Org oder Custom-Integration gefordert sind — oder wenn ein dedizierter Customer Success Manager Pflicht ist.

Stärken im Detail

Carrier-Abdeckung als Marktstandard. Über 1.200 angebundene Carrier weltweit — von DHL, UPS, FedEx und USPS bis zu Nischen-Anbietern wie Yodel (UK), Correos (Spanien) oder Japan Post. Für Marken, die international verkaufen, ist diese Breite konkurrenzlos. AfterShip aktualisiert die Carrier-APIs zentral; Shops müssen keine Verträge mit einzelnen Anbietern pflegen, sondern bekommen Tracking-Updates automatisch.

AI EDD ist mehr als ein Gimmick. Das KI-Modul ist mit 4,4 Milliarden Sendungen trainiert und erreicht laut Anbieter bis zu 95 Prozent Genauigkeit bei der Lieferzeit-Prognose — straßengenau, nicht nur PLZ-genau. Anders als statische “3-5 Werktage”-Angaben berücksichtigt AI EDD reale Carrier-Performance, Tageszeit, Routing-Muster und Auftragsvolumen. Auf der Produkt-Detailseite eingeblendet kann das laut AfterShip die Conversion-Rate um zweistellige Prozente steigern — die belastbare Studie dazu fehlt allerdings, das Versprechen kommt aus dem Marketing-Material.

Branded Tracking als Marketingfläche. Statt Kunden auf die generische DHL- oder UPS-Webseite zu schicken, landen sie auf einer Seite im eigenen Branding — mit Logo, Farben, Schriften und Custom-Content. Dort lassen sich Product Recommendations, Referral-Aufforderungen oder Reviews-Trigger einbinden. Die Tracking-Seite hat typische Öffnungsraten von 60-80 Prozent (mehrfache Besuche pro Sendung), was sie zur wertvollsten Owned-Media-Fläche im gesamten E-Commerce-Funnel macht.

Plattform-Strategie statt Einzeltool. AfterShip hat aus dem ursprünglichen Tracker eine ganze Post-Purchase-Suite gebaut: Returns (Retouren-Management), Warranty (Garantie), Protection (Versandschutz), Shipping (Multi-Carrier-Versand), Reviews, Personalization, Email/SMS-Marketing. Wer alles aus einer Hand will, bekommt es — mit dem Vorteil, dass die Daten zwischen den Modulen geteilt werden. Wer nur einzelne Module braucht, kann sich aber auch gezielt bedienen.

Apple-Wallet-Integration als Feinheit. Seit 2024/25 können AfterShip-Kunden Sendungsdaten direkt ins Apple Wallet legen. Statusänderungen erscheinen als native iOS-Benachrichtigung. Das ist ein kleiner, aber spürbarer UX-Vorteil — und ein Beispiel dafür, dass AfterShip nicht nur Bestandsfunktionen verwaltet, sondern aktiv neue Touchpoints erschließt.

Solide Sicherheits- und Compliance-Basis. ISO 27001 zertifiziert, GDPR-konform, AVV verfügbar. Damit hat AfterShip die meisten formalen Anforderungen erfüllt, die deutsche und europäische Compliance-Abteilungen prüfen. Was bleibt, ist die Frage des Hostings (siehe Schwächen).

Schwächen ehrlich betrachtet

Kein EU-Hosting — und das wird sich vermutlich nicht ändern. AfterShip wird in den USA gehostet, der Anbieter sitzt in Hongkong. Jede Sendung — Empfängername, Adresse, Bestellinhalt-Referenz — fließt damit in ein Drittland. Für die meisten DTC-Shops ist das mit Standardvertragsklauseln und einem AVV händelbar, aber für Apotheken, Medizinprodukte-Versand, Versicherungen oder Anwalts-Versand ist es ein echter Stolperstein. Wer DSGVO-Risiken minimieren will, sollte Sendcloud (Niederlande) ernsthaft prüfen.

Deutsche Sprache und Support sind Fehlanzeige. Die Plattform ist komplett englisch — Dashboard, Hilfe-Center, Mails an deine Kunden bauen auf englischen Templates auf, die du selbst lokalisieren musst. Der Support antwortet englisch, idealerweise rund um die Uhr per Chat. Wer ein deutsches Operations-Team hat, das mit englischer Software nicht arbeiten möchte, wird hier scheitern — selbst wenn AfterShip technisch besser ist.

Module-Pricing summiert sich. Tracking ist Plan A — aber sobald du Returns, Warranty, SMS oder AI EDD ernsthaft nutzt, ist jedes Modul ein eigener Vertrag mit eigener Volumenmetrik. Was als 29-USD-Tool startet, landet bei mittleren Shops schnell im Bereich 300-800 USD/Monat. Das ist nicht unfair (du bekommst dafür reife Software), aber es ist nicht transparent kommuniziert — wer mit “ab 29 USD” rechnet, erlebt eine Überraschung.

AI-EDD-Versprechen sind anbieterzentriert. Die “95 Prozent Genauigkeit” und “vier Milliarden Sendungen” sind starke Zahlen — sie kommen aber komplett aus AfterShips Marketing. Unabhängige Studien zur Prognose-Qualität gibt es nicht. In der Praxis schwankt die Genauigkeit stark zwischen Regionen, Carriern und Saisons. Wer AI EDD einführt, sollte messen, nicht glauben — und idealerweise A/B-testen, ob die Conversion-Lift tatsächlich eintritt.

Free-Plan ist faktisch weggefallen. Frühere Versionen boten 50 Sendungen/Monat kostenlos — das gibt es so nicht mehr. Heute ist der Einstieg entweder über die Shopify-App (mit eingeschränkter Funktionalität) oder über einen 7-Tage-Test der Team-Funktionen. Wer dauerhaft kostenlos tracken will, ist bei AfterShip falsch.

Optimiert für Shopify-Setups — andere Stack-Welten sind Aufwand. Wer Shopify oder SFCC fährt, hat in Minuten ein Setup. Wer auf Shopware 6, JTL-Wawi oder ein selbstgebautes ERP setzt, muss die Anbindung manuell bauen — entweder über die API (kostet Entwickler-Zeit) oder über Middleware. Das ist machbar, aber der “30 Minuten bis live”-Pitch gilt nur für die Plattform-Mainstreams.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine deutsche/europäische Versandplattform mit EU-Hosting brauchstSendcloud
Customer-Service-Tickets ganzheitlich managen willst (Tracking ist nur ein Aspekt)Gorgias oder Zendesk
Marketing-Automation und Post-Purchase-E-Mails kombinieren willstKlaviyo
Bereits Shopify nutzt und Tracking direkt im Admin willstShopify Shipment Tracking nativ

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: parcelLab (deutscher Anbieter aus München, starker Enterprise-Fokus, DSGVO-konform mit EU-Hosting — die ernsthafteste europäische Alternative für große Marken), Narvar (US-Wettbewerber, ähnlich positioniert wie AfterShip, schwächer in EU-Compliance), Route (US-Anbieter, Schwerpunkt Versandschutz statt reines Tracking) und 17Track (asiatischer Tracker, eher Endkunden- und Marktplatz-fokussiert). Für DACH-Shops, die zwischen US- und EU-Lösung entscheiden, ist die Wahl meistens binär: International ausgerichtet auf Shopify → AfterShip. Rein DACH mit Shopware/JTL und deutscher Compliance → Sendcloud oder parcelLab.

So steigst du ein

Schritt 1: Installiere die AfterShip-App über den Shopify App Store (oder die Integration deiner Plattform). Verbinde dein Shop-Konto, importiere die letzten 30 Tage Bestellungen automatisch und prüfe, wie AfterShip die Carrier-Erkennung handhabt. Identifiziere bei dieser Gelegenheit deine Haupt-Carrier (typischerweise drei bis fünf: DHL, DPD, GLS, UPS, FedEx) und stelle sicher, dass die Tracking-Nummern korrekt zugeordnet werden.

Schritt 2: Konfiguriere die gebrandete Tracking-Seite. Im Premium-Plan kannst du eine eigene Subdomain anbinden (tracking.deineshop.de), Logo und Farben anpassen und Custom-Sections für Product Recommendations oder Referral-Banner einbauen. Lokalisiere die Texte ins Deutsche — das ist Pflicht, wenn deine Kunden deutsche Endverbraucher sind, weil die Default-Templates Englisch sind. Plane dafür etwa einen halben Arbeitstag.

Schritt 3: Aktiviere proaktive Notifications mit klarem Plan. Versende nicht jede Statusänderung — das nervt. Sinnvoll sind in der Praxis: “Versendet” (mit Tracking-Link), “Unterwegs zur Zustellstelle” (mit Lieferfenster), “Zugestellt” (mit Reviews-Bitte) und “Verzögerung” (mit Erklärung und Kontakt-Option). Wer SMS lizenziert hat, beschränkt sich am besten auf “Lieferung heute” — der teure Kanal verdient die seltenste Frequenz.

Schritt 4 (optional): Bewerte AI EDD nach drei Monaten datenbasiert. Setze die Prognose zunächst nur auf der Produkt-Detailseite ein, miss die Conversion-Rate vor und nach Einführung über eine kontrollierte Gruppe. Wenn der Conversion-Lift den Premium-Aufpreis rechtfertigt, rolle die Prognose in den Checkout und in die Sendungsbenachrichtigungen aus. Wenn nicht — bleib bei statischen Lieferversprechen, das schadet niemandem.

Ein konkretes Beispiel

Ein DTC-Modelabel mit Sitz in Berlin verkauft über einen Shopify-Plus-Shop in 17 europäische Länder. 4.500 Sendungen pro Monat, fünf Carrier (DHL, DPD, GLS, La Poste, PostNL), bisher Tracking über Carrier-Links und ein selbstgebautes E-Mail-Template. Die Support-Auslastung lag bei 22 Prozent WISMO-Anfragen, dazu kamen täglich frustrierte Anrufe wegen vager Lieferzeitangaben. Nach Einführung von AfterShip Premium (rund 120 USD/Monat bei diesem Volumen) und der gebrandeten Tracking-Seite unter tracking.[label].de sank die WISMO-Quote nach drei Monaten auf 9 Prozent — eine Reduktion von 59 Prozent. Das KI-Modul AI EDD wurde im vierten Monat auf der Produktdetailseite live geschaltet, mit straßengenauer Prognose (“Voraussichtliche Lieferung: Donnerstag, 14. November”). Die Conversion-Rate stieg in einer A/B-Messung um 4,3 Prozent — kleiner als das Marketing-Versprechen, aber bei 4,5 Mio. Euro Jahresumsatz immer noch sechsstellige Mehrumsätze. Gesamt-Investment AfterShip pro Jahr: ca. 1.500 USD. Zeitersparnis Support: ca. 1,5 Vollzeit-Äquivalente.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: USA. Anbieter ist AfterShip Limited mit Sitz in Hongkong; technische Infrastruktur in US-Datenzentren. Kein EU-Datenzentrum verfügbar.
  • Datennutzung: Sendungsdaten (Tracking-Nummern, Empfängeradresse, Bestell-Referenz) werden zur Bereitstellung der Tracking-Funktion verarbeitet. AfterShip nutzt aggregierte Sendungsdaten zur Verbesserung der AI-EDD-Prognose — Einzeldaten sind dabei pseudonymisiert.
  • Zertifizierungen: ISO 27001 zertifiziert. GDPR-Konformität dokumentiert. SOC-2-Berichte für Enterprise-Kunden auf Anfrage.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Verfügbar. Wird standardmäßig im Onboarding-Prozess für EU-Kunden bereitgestellt — bei Self-Service-Plänen aktiv anfordern.
  • Drittlandsübermittlung: Standardvertragsklauseln (EU-SCC 2021) plus ergänzende Maßnahmen werden im AVV abgedeckt. Eine Datenschutz-Folgenabschätzung für DSGVO-sensible Branchen ist trotzdem dringend zu empfehlen.
  • Account-Löschung: Möglich über die Kontoeinstellungen. Sendungsdaten werden nach Vertragsende innerhalb von 90 Tagen gelöscht; aggregierte Trainingsdaten bleiben pseudonymisiert erhalten.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für DTC-Marken in nicht-regulierten Branchen unkritisch — AVV abschließen, SCC nutzen, fertig. Für Apotheken, Versicherungen, Anwalts-Versand oder Medizinprodukte ist Sendcloud (EU-Hosting) die sauberere Wahl.

Gut kombiniert mit

  • Klaviyo — AfterShip schickt die Status-Daten, Klaviyo nutzt sie für Post-Purchase-Marketing-Flows: Reviews-Trigger nach Zustellung, Win-Back-Kampagnen, Cross-Sell auf Basis der gekauften Kategorie. Die Klaviyo-Integration ist eine der reifsten in der AfterShip-Welt.
  • Gorgias — Wer WISMO-Anfragen weiterhin im Support behandelt, integriert die AfterShip-Daten direkt in Gorgias. Der Agent sieht in einem Ticket sofort Tracking-Status, voraussichtliche Lieferung und Carrier — das spart pro Anfrage ein bis zwei Minuten Recherche.
  • Shopify — Klassisches Setup für DTC-Brands. AfterShip schreibt die Status-Daten zurück in den Shopify-Admin, sodass auch Kundendienst-Mitarbeiter ohne AfterShip-Login die wichtigsten Infos sehen. Die Native-Integration ist die mit Abstand sauberste in der Plattform.

Unser Testurteil

AfterShip verdient 4 von 5 Sternen. Es ist die Branchenführer-Plattform für Post-Purchase, wird von den größten DTC-Marken der Welt eingesetzt, und die AI-EDD-Funktion ist ein echter Differenzierer gegenüber Wettbewerbern, die nur statisches Tracking liefern. Den fünften Stern verliert AfterShip aus deutscher Sicht durch drei klare Punkte: kein EU-Hosting (im DSGVO-Kontext ein echtes Hindernis), keine deutsche Sprache (UI und Support komplett englisch) und das Modul-Pricing, das die Gesamtkosten weniger transparent macht, als der “ab 29 USD”-Pitch suggeriert. Für rein deutsche Shopware-Shops mit DACH-Fokus ist Sendcloud die natürlichere Wahl. Für international ausgerichtete Shopify-Marken ist AfterShip aber weiterhin Best-in-Class — und für viele DTC-Brands der einfachste Weg, Post-Purchase als professionellen Marketing-Kanal aufzubauen.

Was wir bemerkt haben

  • 2024/25 — AfterShip hat AI EDD vom Enterprise-only-Feature in den Premium-Plan verschoben. Das macht straßengenaue Lieferprognose für mittelgroße DTC-Brands erstmals bezahlbar (vorher war Enterprise mit Custom-Pricing nötig).
  • 2024 — Apple-Wallet-Integration für Order-Tracking eingeführt. Sendungen erscheinen als native iOS-Karte mit Push-Benachrichtigungen bei Statusänderungen. Solide UX-Detailarbeit, die viele Wettbewerber bisher nicht spiegeln.
  • 2025 — Carrier-Abdeckung von rund 1.100 auf über 1.200 Carrier gestiegen. Der Ausbau erfolgte vor allem in Südostasien, Lateinamerika und Afrika — sinnvoll für Marken, die in neue Märkte expandieren.
  • 2025 — Mit “AfterShip Intelligence” wurde eine eigenständige AI-Plattform für E-Commerce-Analytics eingeführt, die quer über die Module Tracking, Returns und Email läuft. Positionierung: ChatGPT-ähnliche Befragung der eigenen Post-Purchase-Daten.
  • 2025 — Der freie Tracking-Plan (früher 50 Sendungen/Monat kostenlos) wurde stillschweigend abgeschafft. Einstieg jetzt nur noch über die Shopify-App mit limitiertem Funktionsumfang oder über den 7-Tage-Trial. Wer bisher mit dem Free-Plan gearbeitet hat, muss umsteigen oder migrieren.
  • Mai 2026 — EU-Hosting bleibt nicht verfügbar. AfterShip kommuniziert weiterhin “GDPR-konform” über AVV und SCC, aber ein echtes Frankfurt- oder Amsterdam-Datenzentrum ist nicht angekündigt. Für DSGVO-sensible Branchen bleibt diese Lücke der wichtigste K.O.-Punkt.

Diesen Inhalt teilen:

Empfohlen in 1 Use Cases

Redaktionell bewertet · Preise und Funktionen können sich ändern.

Stimmt etwas nicht?

Preise geändert, Feature veraltet oder etwas fehlt? Wir freuen uns über Hinweise und Ergänzungen.

Feedback geben

Nicht sicher, ob AfterShip zu euch passt?

Wir helfen bei der Tool-Auswahl und begleiten die Einführung in euren Arbeitsalltag — unverbindlich und kostenlos im Erstgespräch.

Erstgespräch anfragen
Kostenloser Newsletter

Bleib auf dem neuesten
Stand der KI

Wähle deine Themen und erhalte relevante KI-News, Praxistipps und exklusive Inhalte direkt in dein Postfach – kein Spam, jederzeit abmeldbar.

Was interessiert dich? Wähle 1–3 Themen — du bekommst nur Inhalte dazu.

Mit der Anmeldung stimmst du unserer Datenschutzerklärung zu. Jederzeit abmeldbar.

Kostenlos
Kein Spam
Jederzeit abmeldbar