Adobe Firefly
Adobe
Adobes generatives KI-Modell für Bild, Vektor, Audio und Video — trainiert ausschließlich auf Adobe Stock, lizenzierten Inhalten und Public Domain. Tief in Photoshop, Illustrator und Express integriert. Wichtig: Die viel beworbene rechtliche Absicherung gilt nur für Enterprise-Verträge mit Cap, nicht für individuelle Creative-Cloud-Nutzer.
Kosten: Kostenlos (25 Credits/Monat), Standard 9,99 USD/Monat (2.000 Credits), Pro 19,99 USD/Monat (4.000 Credits), Pro Plus 49,99 USD/Monat (10.000 Credits), Premium 199,99 USD/Monat (50.000 Credits). Firefly-Credits sind in Creative-Cloud-Plänen enthalten.
Stärken
- Trainingsdaten transparent: Adobe Stock, lizenzierte Inhalte und Public Domain — keine ungeklärten Künstlerklagen
- Tiefe Integration in Photoshop (Generative Fill/Expand), Illustrator (Generative Shape Fill) und Premiere Pro
- Content Credentials nach C2PA-Standard automatisch in jedem Output — Herkunftsnachweis ohne Zusatzaufwand
- Web-App firefly.adobe.com mit kostenlosen 25 Credits pro Monat — niedrige Einstiegshürde
- Multimedia-Plattform: Bild, Vektor, Video, Audio und Audioübersetzung in einer Oberfläche
Einschränkungen
- Vertragliche IP-Indemnifikation ist Enterprise-only (Cap meist 10.000 USD pro Output) — Creative-Cloud-Einzelabos haben keinen Indemnity-Anspruch
- Fotorealistische und künstlerische Bildqualität liegt hinter Midjourney und neueren Modellen
- Credits-Modell wird bei Video- und Premium-Modellen schnell teuer
- Datenhaltung auf US-Servern — kein dediziertes EU-Hosting für Firefly-Standardpläne
- Voller Wert entfaltet sich erst im Adobe-Ökosystem — als Standalone weniger überzeugend
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du nutzt bereits Photoshop, Illustrator oder Premiere Pro im Alltag
- Dein Unternehmen hat einen Creative-Cloud-Enterprise-Vertrag mit IP-Indemnity-Klausel
- Du retuschierst Produktfotos und willst Generative Fill ohne Tool-Wechsel nutzen
- Du brauchst dokumentierte Trainingsdaten-Provenienz (z.B. für Compliance-Reviews bei Großkunden)
Wann nein
- Du bist Solo-Freelancer und brauchst belastbare rechtliche Absicherung — Indemnity ist Enterprise-only
- Du willst künstlerisch oder fotorealistisch herausragende Bilder (Midjourney ist überlegen)
- Dein Unternehmen verlangt EU-Datenhosting (nur über separate Enterprise-Verträge möglich)
- Du arbeitest nicht im Adobe-Ökosystem und willst kein Creative-Cloud-Abo
Kurzfazit
Adobe Firefly ist technisch eine ernsthafte Plattform: trainiert auf Adobe Stock, lizenzierten Inhalten und Public Domain, mit tiefer Integration in Photoshop, Illustrator und Premiere Pro. Wer in der Creative Cloud arbeitet, bekommt mit Generative Fill ein produktionsreifes Werkzeug. Aber das viel beworbene Argument der „rechtlichen Absicherung” ist im Kleingedruckten enger, als Adobe es kommuniziert: Eine vertragliche IP-Indemnifikation gibt es nur für Enterprise-Kunden — und dort meist mit einem Cap von 10.000 USD pro Output. Solo-Freelancer und kleine Studios mit normalem Creative-Cloud-Abo können Firefly-Bilder zwar kommerziell nutzen, haben aber keinen vertraglichen Schadensersatz, falls eine Klage kommt. Das macht Firefly zu einer guten Wahl für Konzerne, aber nicht zur idealen Wahl für selbstständige Kreative, die genau diese Absicherung suchen.
Für wen ist Adobe Firefly?
Designer und Kreativagenturen mit Adobe-Stack: Wer Photoshop, Illustrator oder Premiere Pro täglich nutzt, bekommt mit Firefly KI-Unterstützung ohne Tool-Wechsel. Generative Fill, Generative Expand, Vektorgenerierung und seit 2025 auch Video-Funktionen liegen direkt in den vertrauten Interfaces. Der Workflow-Bruch entfällt — und das ist im Tagesgeschäft mehr wert als jede Featureliste suggeriert.
Marketing-Abteilungen großer Unternehmen mit Enterprise-Vertrag: Genau hier wird das Indemnity-Argument relevant. Ein Konzern mit Creative Cloud for Enterprise und entsprechender Indemnity-Klausel hat bei einer hypothetischen Urheberrechtsklage tatsächlich Adobes Rückendeckung — bis zur vertraglichen Grenze. Für Compliance-Teams in regulierten Branchen ist das ein belastbares Argument.
Produktfoto-Teams im E-Commerce: Hintergrundwechsel, saisonale Varianten, Freisteller, Composing — Generative Fill macht in Photoshop aus einem Produktfoto-Setup ein Dutzend Varianten in Minuten. Für Online-Shops mit hoher Bildtaktung ist das ein realer Effizienzgewinn, unabhängig von Indemnity-Fragen.
Content-Teams mit Multimedia-Bedarf: Wer Bild, Vektor, Audio und Video in einem Workflow braucht, findet bei Firefly eine wachsende Plattform. Audioübersetzung, Soundeffekte, Text-zu-Video und Bildbearbeitung laufen über dieselbe Oberfläche — das reduziert den Tool-Wildwuchs.
Weniger geeignet für: Solo-Freelancer und kleine Studios, die belastbare rechtliche Absicherung als Hauptargument brauchen — die ist im normalen Creative-Cloud-Abo nicht enthalten. Auch nichts für Nutzer ohne Adobe-Ökosystem (zu eng integriert), für künstlerisch anspruchsvolle Hochglanz-Bildästhetik (Midjourney ist klar besser) und für Unternehmen, die zwingend EU-Hosting brauchen.
Preise im Detail
| Plan | Preis (USD/Monat) | Generative Credits | Was du bekommst |
|---|---|---|---|
| Free | 0 | 25/Monat | Firefly Web & Mobile, Basisfunktionen Text-zu-Bild, sehr begrenzte Premium-Features |
| Standard | 9,99 | 2.000/Monat | Adobe Express Premium, Photoshop (Web & Mobile), alle Standard-Generierung |
| Pro | 19,99 | 4.000/Monat | Zugriff auf Drittanbieter-Modelle (u.a. Google), bis zu 40 Videos (5 Sek.), 13 Min. Audio-/Videoübersetzung |
| Pro Plus | 49,99 | 10.000/Monat | Bis zu 100 Videos, 33 Min. Übersetzung, 1.000 Soundeffekte, erweiterter Modellzugriff |
| Premium | 199,99 | 50.000/Monat | Praktisch unbegrenzter Videozugriff, 5.000 Soundeffekte, 166 Min. Übersetzung |
| Creative Cloud All Apps | 69,99 | 1.000/Monat (eingebettet) | Photoshop, Illustrator, Premiere Pro etc. inklusive Firefly-Credits |
| Enterprise | Auf Anfrage | Verhandelt | Vertragliche IP-Indemnifikation (mit Cap), AVV, Admin Console, höhere Credit-Pools |
Einordnung: Die kostenlosen 25 Credits pro Monat reichen zum Ausprobieren, mehr nicht. Wer ohnehin Creative Cloud All Apps abonniert, bekommt 1.000 Firefly-Credits inklusive — das deckt die meisten Designer-Workflows ab und macht ein zusätzliches Firefly-Abo überflüssig. Standalone-Standard für 9,99 USD lohnt sich nur, wenn du Firefly ohne Photoshop/Illustrator nutzen willst und mehr Credits brauchst. Pro und Pro Plus richten sich an Teams mit Video-Bedarf. Premium ist eine Produktionsagentur-Stufe. Wichtig: Keine dieser Stufen — auch nicht Premium für 200 USD/Monat — beinhaltet die vertragliche IP-Indemnifikation. Diese gibt es ausschließlich über separat verhandelte Creative Cloud for Enterprise-Verträge.
Stärken im Detail
Transparente Trainingsdaten als ernsthaftes Argument. Adobe trainiert Firefly ausschließlich auf Adobe Stock (für das Beitragende lizenzieren konnten), explizit lizenzierten Inhalten und Public-Domain-Material. Anders als Midjourney oder Stable Diffusion gibt es keine offene Frage, woher die Trainingsbilder stammen. Das ist die Grundlage dafür, dass Adobe überhaupt eine Indemnity-Klausel anbieten kann — nicht weil Firefly „magisch sicher” wäre, sondern weil Adobe die Trainingsdaten kennt und einschätzen kann.
Generative Fill in Photoshop ist produktionsreif. Bereich markieren, kurze Beschreibung tippen, Photoshop füllt nahtlos aus — drei Varianten zur Auswahl. Hintergrundwechsel, Objektentfernung, Himmelserweiterung, neue Elemente: Aufgaben, die früher stundenlange manuelle Retusche kosteten, sind in Minuten erledigt. Für Produktfoto-Teams ist das ein transformativer Effizienzgewinn — und der wichtigste Grund, warum viele Studios ohnehin schon mit Firefly arbeiten, ohne über Indemnity-Klauseln nachzudenken.
Content Credentials nach C2PA-Standard. Jeder Firefly-Output trägt automatisch Metadaten, die KI-Herkunft und Bearbeitungsschritte dokumentieren. Diese Coalition-for-Content-Provenance-and-Authenticity-Standards werden von Plattformen (LinkedIn, TikTok), News-Organisationen und Behörden zunehmend ausgelesen — wer KI-Bilder kommerziell einsetzt, profitiert von der Transparenz. Das ist kein Marketing-Gag, sondern wird mittelfristig regulatorisch relevant.
Multimedia-Plattform statt reiner Bildgenerator. Während Midjourney und DALL-E reine Bildgeneratoren sind, deckt Firefly inzwischen Bild (Image 3), Vektor, Design, Video (Beta), Strukturreferenz und Stilreferenz ab. Im Pro-Plan kommen Drittanbieter-Modelle (u.a. von Google) dazu — Adobe öffnet die Plattform bewusst. Für Teams, die Bild, Audio und Video koordinieren, reduziert das den Tool-Stack erheblich.
Web-App ohne Creative-Cloud-Pflicht. firefly.adobe.com lässt sich kostenlos mit Adobe-Account nutzen (25 Credits/Monat). Auch ohne Photoshop-Abo kann man die Modelle ausprobieren — ein deutlich niedrigerer Einstieg als bei Midjourney (das Discord-Account und Pflichtabo verlangt) oder dem ChatGPT-Bildgenerator (der Plus-Abo voraussetzt).
Schwächen ehrlich betrachtet
Indemnity ist Enterprise-only — und das ist der wichtigste Punkt dieser Seite. Adobe wirbt prominent mit der Aussage, Firefly-Outputs seien „kommerziell sicher”. Das stimmt im Sinne der Nutzungsrechte: Du darfst die Bilder kommerziell verwenden. Aber die vertragliche IP-Indemnifikation — also Adobes Zusage, dich bei einer Urheberrechtsklage rechtlich zu verteidigen und finanziell zu entschädigen — gilt nur für Kunden mit Creative Cloud for Enterprise oder Adobe Express/Firefly Site License. Übliche Cap-Höhe: 10.000 USD pro Output. Für eine globale Werbekampagne mit Millionenbudget ist das auch im Enterprise-Fall nicht annähernd ausreichend. Für Solo-Freelancer und Creative-Cloud-Einzelabonnenten gibt es keine vertragliche Indemnity. Wer auf dieser Sicherheit aufbaut, sollte das vertraglich verifizieren — und im Zweifel auf Firefly als Hauptargument verzichten.
Bildästhetik liegt hinter den Spitzen-Modellen. Im direkten A/B-Vergleich mit Midjourney v7, Flux Pro oder den neuesten ChatGPT-Bildmodellen wirken Firefly-Outputs oft technisch korrekt, aber visuell weniger raffiniert. Stimmungsbilder, fotorealistische Porträts, künstlerische Kompositionen — hier ist Firefly „brauchbar”, selten „beeindruckend”. Für Werbevisuals, die per se polieren wollen, ist das ein Nachteil.
Credits-Modell skaliert teuer. Ein einzelnes 5-Sekunden-Video kostet zweistellige Credits, hochauflösende Bildvarianten ebenfalls. Wer intensiv Video produziert, verbrennt das 4.000-Credit-Budget des Pro-Plans schnell. Zwischen Pro Plus (10.000 Credits) und Premium (50.000 Credits) klafft eine 150-USD-Lücke — wer dazwischen liegt, zahlt entweder zu viel oder kauft Add-on-Credits einzeln nach.
Kein dediziertes EU-Hosting für Firefly-Pläne. Adobe verarbeitet Firefly-Anfragen auf US-Infrastruktur. Ein DPA (Data Processing Agreement) ist verfügbar, aber EU-Region-Hosting im engeren Sinne nicht. Für streng DSGVO-orientierte Branchen (Anwälte mit Mandanten-Visualisierungen, Healthcare-Marketing) ist das ein Hindernis — wenn auch nicht so gravierend wie bei generativen Textmodellen, weil bei Bildgenerierung selten personenbezogene Daten verarbeitet werden.
Voller Wert nur im Adobe-Ökosystem. Wer Firefly als Standalone-Tool nutzt, zahlt für Funktionen, die ihren Hebel erst in Photoshop/Illustrator entfalten. Generative Fill auf der Web-App ist ok — Generative Fill in Photoshop, mit allen Auswahltools, Layer-Stacks und Composing-Möglichkeiten, ist eine andere Liga. Ohne Adobe-Stack landet man in einer Featureliste, die andere Tools günstiger oder besser abdecken.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Künstlerisch und ästhetisch herausragende Bilder willst | Midjourney |
| Bilder direkt in deinem ChatGPT-Workflow brauchst | DALL-E 3 |
| Maximale Kontrolle und Self-Hosting willst | Stable Diffusion |
| Bilder direkt für Social-Media-Layouts aufbereiten willst | Canva |
Firefly ist die richtige Wahl, wenn Adobe-Integration und transparente Trainingsdaten Priorität haben — und idealerweise ein Enterprise-Vertrag für die Indemnity-Klausel vorliegt. Für reine Bildästhetik gibt es bessere Tools. Für Solo-Freelancer mit Compliance-Sorgen ist Firefly nicht die magische Antwort, als die es oft beworben wird — eine ehrliche Alternative ist, mit beliebigen Tools zu arbeiten und Bildrechte über klassische Wege (Stockfotografie, Eigenproduktion) abzusichern.
So steigst du ein
Schritt 1: Mit der Web-App ohne Risiko ausprobieren. Öffne firefly.adobe.com mit kostenlosem Adobe-Account. Du bekommst 25 Generative Credits pro Monat — genug für 25 Bildgenerierungen oder ein paar Vektor-Tests. Probiere Text-zu-Bild mit konkreten Beschreibungen („Aufsicht-Foto eines Holztisches mit Kaffeetasse, weiches Tageslicht, minimalistisch”) und nutze die Style-Picker statt Stilbeschreibungen — das liefert oft konsistentere Ergebnisse.
Schritt 2: Generative Fill in Photoshop testen. Wenn du Creative Cloud nutzt, lade ein realistisches Produktfoto und probiere drei Aufgaben: Hintergrund austauschen, Objekt entfernen, Bildfläche erweitern. Erst hier zeigt Firefly seinen eigentlichen Wert — die Web-App ist demgegenüber das schwächere Werkzeug. Wenn dieser Schritt überzeugt, lohnt sich Creative Cloud meist schon allein wegen der Retusche-Effizienz.
Schritt 3: Indemnity-Frage konkret klären, bevor du sie als Marketingargument nutzt. Wenn deine Firma oder dein Kunde „rechtlich sichere KI-Bilder” verlangt, kontaktiere Adobe Enterprise Sales und lass dir schriftlich bestätigen, ob euer Vertrag die Firefly-IP-Indemnifikation enthält und welche Cap-Höhe gilt. Bis das schriftlich vorliegt, behaupte gegenüber Kunden lieber „Firefly ist auf lizenzierten Daten trainiert” (Fakt) statt „Adobe steht für jede Klage gerade” (außerhalb Enterprise nicht zutreffend).
Ein konkretes Beispiel
Eine Hamburger Werbeagentur (12 Mitarbeitende) produziert für einen Möbel-Onlineshop monatlich 60-80 Produktbilder in saisonalen Varianten. Das Setup: Es gibt ein hochwertiges Studio-Foto pro Produkt, daraus werden mit Photoshop Generative Fill Sommer-, Herbst-, Winter- und Sale-Versionen abgeleitet — Hintergrund austauschen, Lichtstimmung anpassen, Dekoelemente einfügen. Was früher pro Variante zwei Stunden Retusche kostete, dauert mit Generative Fill rund 20 Minuten. Effekt: Etwa 60 Stunden pro Monat freigeschaufelt, die das Team für strategischere Arbeit nutzt. Wichtig: Die Agentur hat ein Standard-Creative-Cloud-Abo, keinen Enterprise-Vertrag. Für die Bildlieferung an den Kunden kommuniziert sie ehrlich „Firefly ist auf lizenzierten Daten trainiert”, nicht „rechtlich von Adobe abgesichert”. Der Kunde akzeptiert das, weil das Restrisiko gegenüber klassischer Stockfotografie nicht höher ist.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: USA (Adobe-Cloud-Infrastruktur, primär AWS) — kein dediziertes EU-Region-Hosting für Firefly-Pläne
- Datennutzung für Training: Adobe nutzt Firefly-Eingaben standardmäßig nicht für Modelltraining. Eine Opt-out-Option für „Content Analysis” (allgemeine Telemetrie) ist in den Kontoeinstellungen verfügbar
- Content Credentials: C2PA-konforme Herkunftsmetadaten in jedem generierten Asset — eingebettet, manipulationssicher, von Plattformen auslesbar
- Auftragsverarbeitung (AVV/DPA): Für Business- und Enterprise-Konten verfügbar. Standard-Einzelabos haben keinen separaten AVV
- IP-Indemnifikation: Vertraglich nur für Creative Cloud for Enterprise und Express/Firefly Site License. Standard-Cap pro Output meist 10.000 USD. Für Standard-Einzelabos kein Indemnity-Anspruch
- Account-Löschung: Möglich über Adobe-Kontoeinstellungen, generierte Assets verbleiben in Adobes Cloud bis zur expliziten Löschung
- Empfehlung für Unternehmen: Wenn Indemnifikation gewünscht ist, ausschließlich über Enterprise-Vertrag beziehen und Cap-Höhe schriftlich klären. Für DSGVO-sensible Inhalte (Mitarbeiterfotos, Kundengesichter) keine personenbezogenen Daten in Prompts oder Referenzbilder einsetzen — auch wenn Firefly nicht trainiert wird, wandern die Daten über US-Server
Gut kombiniert mit
- Midjourney — Midjourney für Konzept-, Mood- und Inspirationsbilder mit künstlerischer Tiefe, Firefly für die kommerzielle Endproduktion und Photoshop-Retusche. Viele Studios nutzen genau diese Zweiteilung: kreative Ideenfindung extern, finale Asset-Produktion in Adobe.
- Canva — Firefly-Outputs als hochwertige Assets in Canva-Layouts einbinden: als Hintergründe, Banner oder Illustrationselemente für Social-Media-Posts. Canva übernimmt die Format-Anpassung und Massenproduktion, Firefly die hochwertigen Einzel-Visuals.
- ChatGPT — ChatGPT formuliert detaillierte Bild-Prompts auf Basis eines Briefings (Stilrichtung, Farbpalette, Bildaufbau), die in Firefly präzise umgesetzt werden. Spart Iterationszyklen und liefert konsistentere Bildserien.
Unser Testurteil
Adobe Firefly verdient 4 von 5 Sternen. Die Plattform ist technisch solide, die Adobe-Integration ist marktführend, die Trainingsdaten-Transparenz ist ein echtes Differenzierungsmerkmal — und Generative Fill in Photoshop ist ein Werkzeug, das in vielen Studios den Alltag spürbar verändert hat. Den fünften Stern verhindert die ehrliche Lücke zwischen Marketing und Realität bei der IP-Indemnifikation: Wer „rechtlich sicher” als zentrales Argument hört und sich nicht im Detail mit Cap-Höhen und Enterprise-Vertragsbedingungen befasst, könnte sich in einer Sicherheit wiegen, die er gar nicht hat. Hinzu kommen die ästhetische Lücke zu Midjourney, das teure Credits-Modell und das fehlende EU-Hosting. Für Creative-Cloud-Teams bleibt Firefly trotzdem ein klares Upgrade ihres Werkzeugkastens — für Solo-Freelancer ohne Adobe-Stack ist es selten die richtige Wahl.
Was wir bemerkt haben
- Mai 2025 — Adobe hat Firefly Image Model 3 veröffentlicht, mit deutlich besserer Prompt-Treue und höherer Bildqualität als die Vorgänger. Gleichzeitig wurden Strukturreferenz und Stilreferenz als Funktionen ergänzt — Firefly nähert sich damit dem Funktionsumfang spezialisierter Image-Tools an, bleibt ästhetisch aber hinter Midjourney.
- 2025 — Adobe öffnete die Plattform für Drittanbieter-Modelle: Im Pro-Plan und höher sind inzwischen Modelle von Google, Black Forest Labs (Flux), Runway und anderen direkt in der Firefly-Oberfläche nutzbar. Das bricht mit der ursprünglichen „nur Adobe-Modelle”-Strategie und macht Firefly faktisch zur Aggregator-Plattform.
- 2024 — Adobe schaffte das ursprüngliche kostenlose Modell mit großzügigen Credits ab. Die Free-Stufe wurde auf 25 Credits/Monat reduziert — genug zum Testen, nicht für regelmäßige Nutzung. Wer vorher kostenlos arbeitete, musste auf einen kostenpflichtigen Plan wechseln oder Creative Cloud abonnieren.
- 2024 — Eine differenzierte Berichterstattung in der Branche stellte klar: Adobes IP-Indemnifikation ist Enterprise-only, mit einem üblichen Cap von rund 10.000 USD pro Output. Diese wichtige Einschränkung wurde in Adobes Marketing zuvor selten prominent kommuniziert. Wer auf der Indemnity-Zusage aufbaut, sollte den Vertrag prüfen — vor allem als Solo-Freelancer mit Creative-Cloud-Einzelabo, der diese Absicherung nicht hat.
- 2023 — Adobe versuchte die Übernahme von Figma für 20 Milliarden USD, scheiterte aber Ende 2023 an europäischen und britischen Wettbewerbsbehörden. Kein direkter Effekt auf Firefly, aber ein Indikator für Adobes Expansionsambitionen — und für die Aufmerksamkeit, die Regulierer der Marktmacht im Kreativ-Tooling-Bereich inzwischen schenken.
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