Kistler maXYmos / Piezo-Prozesskontrolle
Kistler Group
Kistler ist der Marktführer für piezoelektrische Kraftmessung in Umform- und Fügeprozessen. Das maXYmos-System erfasst Kraft-Weg-Kurven je Hub, bewertet sie inline gegen Toleranzfenster und exportiert Zeitreihendaten für nachgelagerte ML-Verschleißmodelle. Einsatz unter anderem bei KRAMSKI (Pforzheim) für sicherheitskritische Stanzteile in der Automobilindustrie.
Kosten: Piezo-Kraftsensor (z. B. 9313AA1) ab ca. 500–1.500 EUR pro Sensor; maXYmos-Auswerteeinheit (BL/TL) ab ca. 3.000–8.000 EUR je Kanal; vollständige Linienlösung mit Integration: 15.000–80.000 EUR je Presse
Stärken
- Piezoelektrische Sensoren mit hoher Steifigkeit — kein Messfehler durch Sensorverformung in der Krafthauptreihe
- maXYmos TL bewertet Kraft-Weg-Kurven in Echtzeit je Hub und kann direkt Ausschuss ausschleusen
- OPC-UA-Schnittstelle für einfache Integration in MES, Edge-Systeme und ML-Pipelines
- Miniaturisierte Sensoren (9313AA1: Ø 10 mm) direkt im Stanzwerkzeug montierbar
- Bewährter Einsatz in Automotive, Medizintechnik und Elektronikfertigung
Einschränkungen
- Kein eigenes ML/KI-Modul — Datenexport für ML-Analyse erfordert externe Plattform
- Kein Self-Service: Beschaffung und Integration laufen über Kistler-Vertrieb und Systemintegratoren
- Hohe Initialkosten für vollständige Linienintegration mit mehreren Pressen
- Piezo-Sensoren driften bei Temperaturwechseln — Kalibrierungsprotokoll notwendig
Passt gut zu
So steigst du ein
Schritt 1: Identifiziere die kritischsten Pressen in deiner Linie — dort, wo ein Werkzeugbruch die teuerste Folge hat (Rüstzeit, Teileverlust, Kundentaktbruch). Für diese Pressen beantrage eine Kistler-Anwendungsberatung: Kistler bewertet kostenlos, welche Sensorgröße und welches maXYmos-Modell passt.
Schritt 2: Montage der Piezo-Kraftsensoren (typisch: Kraftmessscheiben in der Krafthauptreihe oder miniaturisierte Sensoren direkt im Werkzeuggehäuse). Verbindung zur maXYmos-Auswerteeinheit. Kistler liefert Montagespezifikation und Erstinbetriebnahme-Support. Erste Kraft-Weg-Kurven und statistische Toleranzfenster werden kalibriert.
Schritt 3: Rohdaten per OPC-UA oder CSV-Export in deine Analyseplattform (Azure ML, Siemens Insights Hub, Python-Stack) leiten. Hier beginnt die ML-Modellentwicklung auf Basis der erfassten Hubdaten.
Ein konkretes Beispiel
KRAMSKI GmbH (Pforzheim), Tier-1-Stanzspezialist mit ca. 3 Milliarden Teilen pro Jahr, integrierte den miniaturisierten Kistler-Sensor 9313AA1 direkt ins Stanzwerkzeug für einen sicherheitskritischen HV-Stecker (Hirschmann Automotive). Das maXYmos-TL-System bewertet jede Kraft-Weg-Kurve inline bei 300 Teilen/Minute und schleust Schlechtteile automatisch aus. Ergebnis: 100%-Qualitätskontrolle ohne Stichprobenprüfung, vollständige Rückverfolgbarkeit je Bauteil und unmittelbare Deviatierkennung bei Werkzeugverschleiß oder Materialschwankung. (Quelle: Kistler Referenzbericht KRAMSKI, 2024)
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Empfohlen in 1 Use Cases
Automotive
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