HBK eDrive (ehemals DISCOM)
HBK – Hottinger Brüel & Kjær
HBK eDrive ist ein vollständiges End-of-Line-Prüfsystem für E-Motoren, E-Antriebe, Getriebe und EDUs (Electronic Drive Units). Das System, hervorgegangen aus dem DISCOM-Portfolio nach Akquisition durch HBK, kombiniert Körperschall-Sensorik, Hochgeschwindigkeits-Datenerfassung und regelbasierte sowie KI-gestützte Klassifikation für 100-%-Qualitätskontrolle in der Serienfertigung.
Kosten: Komplettlösung (Sensorik, Frontend, PC-Rack, Software). Keine öffentlichen Listenpreise — Angebote auf Anfrage, typisch projektbasiert ab 30.000–80.000 € je nach Linienumfang.
Stärken
- Komplettlösung aus einer Hand: Sensorik, Datenerfassung und Auswertesoftware aufeinander abgestimmt
- Speziell für E-Mobility-Prüfaufgaben entwickelt: E-Motoren, E-Drives, EDUs, Getriebe
- Erprobt in Hochvolumen-Automobilfertigung bei namhaften OEMs und Tier-1-Zulieferern
- Kombiniert FFT-basierte regelbasierte Prüfung mit datengetriebenem ML für hybride Klassifikation
- Volle Rückverfolgbarkeit: Alle Messdaten und Entscheidungen werden prüfungssicher archiviert
Einschränkungen
- Hohe Einstiegsinvestition — geeignet ab mittlerer bis hoher Serienvolumina
- Erfordert Integrationsprojekt mit qualifiziertem Techniker- oder Systemintegratoren-Team
- KI-Modelle müssen für jeden Motortyp separat trainiert werden — erheblicher Initialaufwand
- Keine Self-Service-Komponente; vollständig projektbasierter Vertriebsprozess
Passt gut zu
So steigst du ein
Schritt 1: Nimm Kontakt mit HBK über die Produktseite auf und schildere deinen Prüfauftrag: Motortyp, Prüfvolumen, Taktzeit, bestehende Prüfstandsinfrastruktur. HBK erstellt ein Lastenheft-Angebot mit empfohlener Sensorkonfiguration.
Schritt 2: HBK definiert gemeinsam mit deinem Qualitätsteam die Pass/Fail-Kriterien auf Basis von Referenzmessungen an Good-Parts und bekannten Fehlerteilen. Diese Referenzdaten sind die Grundlage für die regelbasierte und KI-gestützte Klassifikation.
Schritt 3: Das System wird in die Produktionslinie integriert — Sensormontage, Datenerfassungs-Frontend (ROTAS oder eDrive-Modul), PC-Rack und Softwareanbindung ans MES. Abnahme erfolgt mit definierten Testteilen (IOK/NIO). Nach Anlauf sammelt das System kontinuierlich Daten für die iterative Modellverbesserung.
Ein konkretes Beispiel
Ein Tier-1-Zulieferer für E-Antriebssysteme nutzt HBK eDrive zur 100-%-Prüfung aller E-Motoren vor dem Verbau. Das System analysiert Körperschallsignale an vier Messpunkten bei definierten Drehzahl-Ramps und klassifiziert innerhalb der Taktzeit (<15 Sekunden) als IO oder NIO. Lagerfehler, Wicklungsdefekte und Montagefehler werden erkannt, bevor Motoren in die Achsbaugruppe eingebaut werden. Rückrufkosten durch nicht entdeckte NVH-Defekte sind seit Einführung nicht mehr aufgetreten.
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