Greenly ist eine französische Carbon-Accounting-Plattform mit über 3.500 Unternehmenskunden weltweit. Die Software berechnet CO2-Emissionen nach GHG Protocol (Scope 1–3), unterstützt CSRD-, ESRS- und GRI-konforme Berichte und exportiert in 15+ Nachhaltigkeits-Frameworks. Der KI-Assistent EcoPilot beantwortet Klimafragen und beschleunigt Auswahl passender Emissionsfaktoren — kein deutschsprachiger Support, aber EU-Hosting und solide DSGVO-Position.
Kosten: Drei Pläne: GHG Report Compliance (Einstieg, ab ca. 3.800 USD/Jahr), Climate Action Ready (Mittel, ca. 8.000 USD/Jahr), Net Zero Contributor (Premium, auf Anfrage). Alle Preise auf Anfrage, demo-pflichtig. Add-ons für API, SSO, Custom-Dashboards extra.
Stärken
- Scope 1–3-Berechnung nach GHG Protocol mit automatisierten Datenimporten (SAP, Microsoft, Oracle)
- EcoPilot-KI für Emissionsfaktor-Matching und Klimafragen-Beantwortung
- Einmaliger Daten-Export in 15+ Frameworks (CSRD, ESRS, GRI, CDP, SBTi, EcoVadis, CBAM, TCFD)
- Über 3.500 Kundenbetriebe — breite Erfahrung mit verschiedenen Unternehmenstypen
- EU-Datenhosting; französischer Anbieter mit DSGVO-Konformität ab Werk
- LCA-Modul für produktbezogene Carbon Footprints und Digital Product Passports
- Audit-ready Controls mit Datenpunkt-Nachweispfaden
Einschränkungen
- Kein deutschsprachiger Support — Onboarding und Helpdesk auf Englisch/Französisch
- Kein Self-Service-Start — Demo-Pflicht für alle Pläne
- Preise nicht öffentlich — Sales-Verhandlung notwendig, Budgetplanung erschwert
- Preise typischerweise in USD/GBP — für DACH-Kunden Währungsrisiko
- EcoPilot ist Assistent, nicht Auditor — fachliche Validierung der Emissionsfaktoren bleibt Pflicht
- Für Scope-3-Kategorien wie Besucher- oder Lieferantenanreise sind Survey-Module zusätzlich nötig
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du bist CSRD-pflichtig und brauchst ein zentrales System für Scope 1–3
- Du musst regelmäßig mehrere Frameworks bedienen (GRI, CDP, EcoVadis, CSRD)
- Du willst LCA und Carbon Accounting in einer Plattform halten
- Du hast internationale Standorte und brauchst einheitliches Reporting
Wann nein
- Du brauchst zwingend deutschsprachigen Support und Vertragsverhandlung in Deutsch
- Du willst eine reine Klimaschutz-Kompensationslösung (dafür ist Atmosfair besser)
- Du brauchst spezialisierte ESG-Investor-Ratings (dafür sind Sustainalytics oder MSCI ESG die richtigen Tools)
- Dein Budget liegt unter 4.000 EUR/Jahr für Nachhaltigkeits-Software
Kurzfazit
Greenly ist eine solide Carbon-Accounting-Plattform mit klarem CSRD-Fokus — französischer Anbieter, EU-Hosting, über 3.500 Kunden weltweit. Wer Scope 1–3 nach GHG Protocol in einem System verwalten und gleichzeitig CSRD-, GRI- und CDP-Reports bedienen will, bekommt eine professionelle Lösung mit automatischen Datenimporten (SAP, Microsoft, Oracle) und dem KI-Assistenten EcoPilot. Die fehlende deutschsprachige Unterstützung, die intransparente Preisgestaltung (Demo-Pflicht, USD-Abrechnung) und die mittelmäßige Verankerung in der DACH-Mittelstand-Szene kosten allerdings Sterne. Für Unternehmen, die international ohnehin auf Englisch arbeiten, ist Greenly eine gute Wahl — für klassische deutsche Mittelständler mit ersten Berührungspunkten zu CSRD oft zu schwergewichtig.
Für wen ist Greenly?
CSRD-pflichtige Mittelständler und Konzerne: Greenly ist auf europäische Berichtspflichten ausgerichtet. Wer für das Geschäftsjahr 2025 oder 2026 erstmals einen CSRD-konformen Nachhaltigkeitsbericht erstellen muss, bekommt mit Greenly eine Plattform, die Scope 1–3, ESRS-Datenpunkte und Audit-Trails in einem System verbindet.
Internationale Konzerntöchter: Unternehmen mit Standorten in Deutschland, Frankreich, UK und USA, die einen einheitlichen Carbon-Standard fahren wollen, profitieren von Greenlys Multi-Country-Setup. Die Berechnungsmethodik ist überall konsistent, lokale Emissionsfaktoren werden automatisch verwendet.
ESG-Teams in B2B-Industrieunternehmen: Wer Lieferanten-Engagement aufbauen und Scope-3-Kategorie-1 (Eingekaufte Waren und Dienstleistungen) systematisch bewerten will, findet bei Greenly Survey-Module für Lieferanten-Self-Assessments. Das ist die mühsamste Disziplin im Carbon Accounting — Tooling macht hier den Unterschied zwischen Schätzung und belastbarer Zahl.
Produktteams mit LCA-Bedarf: Das LCA-Modul (Life Cycle Analysis) erstellt produktbezogene Carbon Footprints und unterstützt die Generierung von Digital Product Passports (DPP), wie sie ab 2027 schrittweise EU-weit Pflicht werden. Wer schon jetzt Produktdaten strukturiert ablegen will, baut sich damit eine Compliance-Grundlage für die nächsten Jahre.
Finanzdienstleister mit PCAF-Reporting: Banken und Investoren, die finanzierte Emissionen (Scope 3 Kategorie 15) nach PCAF berechnen müssen, finden in Greenly entsprechende Module — eine deutsche Lücke, die nur wenige Anbieter sauber schließen.
Weniger geeignet für: Kleinunternehmen mit erstem CO2-Fußabdruck (Atmosfair ist günstiger und auf Kompensation fokussiert), reine Investoren-ESG-Bewertungen (Sustainalytics oder MSCI ESG sind die etablierten Ratings), reine Apparel/Textil-Branche (dafür ist Carbonfact spezialisiert) und Organisationen, die zwingend deutschsprachigen Vertrieb und Support brauchen.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| GHG Report Compliance | ab ca. 3.800 USD/Jahr | Scope 1 & 2 physisch, Scope 3 finanzbasiert, Standard-Kickoff, GHG-konformer Report |
| Climate Action Ready | ca. 8.000 USD/Jahr | Plus Advanced Action Plans, Szenario-Simulation, dediziertes Kickoff (1 h), Trajektorie-Builder |
| Net Zero Contributor | Auf Anfrage | Plus physikalische Scope-3-Analyse, Action-Plan-Workshops, Quantifizierungs-Tool, dedizierter PM |
| Add-ons | Auf Anfrage | API-Integration, SSO, zusätzliche Entitäten/Module, Custom Dashboards, Expert Consulting |
Einordnung: Die Preise sind weder öffentlich noch in Euro standardisiert — wer Budget plant, muss zwingend eine Demo absolvieren und mit dem Sales-Team verhandeln. Der GHG-Compliance-Einstieg ist mit rund 3.800 USD/Jahr für KMU mit CSRD-Pflicht überschaubar, sobald aber Scope 3 physikalisch (also tatsächlich produkt- und mengenbasiert statt nur Ausgaben-basiert) berechnet werden soll, landet man schnell im fünfstelligen Bereich. Im Vergleich zu deutschen Spezialanbietern wie Climatepartner oder Atmosfair ist Greenly tendenziell teurer, dafür funktional breiter aufgestellt. Wer LCA, ESG-Management und finanzierte Emissionen in einem Tool will, zahlt diesen Aufpreis bewusst. Wer nur einen CO2-Fußabdruck für die Webseite braucht, ist hier überdimensioniert beraten.
Stärken im Detail
EcoPilot beschleunigt das mühsame Detail. Carbon Accounting ist zu 80 % Datenarbeit: Welcher Emissionsfaktor passt zu dieser SAP-Kostenstelle? Welche Aktivitätseinheit gilt für gebrauchte Bürostühle? EcoPilot — Greenlys KI-Assistent — schlägt passende Emissionsfaktoren vor, beantwortet Methodikfragen und erleichtert die Klassifizierung von Buchungssätzen. Das ist kein Ersatz für Carbon-Accounting-Wissen, aber ein echter Produktivitätshebel für die Detailarbeit.
Multi-Framework-Export aus einem Datensatz. Wer einmal die Aktivitätsdaten konsolidiert hat, kann denselben Datensatz für CSRD, ESRS, GRI, CDP, SBTi, EcoVadis, CBAM und TCFD/IFRS S2 nutzen. Das ist der eigentliche Wertkern: Statt jedes Framework separat zu bedienen, wird der Bericht je nach Adressat anders gefiltert und formatiert. Spart bei Unternehmen mit mehreren Reporting-Pflichten signifikant Doppelarbeit.
Integrationen ab Werk. SAP, Microsoft Dynamics und Oracle werden über Konnektoren direkt angebunden — Buchungsdaten fließen automatisch ein, ohne dass jemand monatlich CSV-Files manuell exportiert. Für Unternehmen mit gewachsenen ERP-Landschaften ist das der Unterschied zwischen “läuft” und “wird nach drei Monaten aufgegeben”. Lieferanten-Engagement-Module ergänzen die Datenerfassung dort, wo ERP-Daten nicht ausreichen.
LCA und Digital Product Passport. Das LCA-Modul berechnet produktbezogene Carbon Footprints — Voraussetzung für die kommende EU-DPP-Pflicht (ab 2027 schrittweise). Unternehmen, die jetzt schon Produktdaten strukturiert ablegen, haben einen Compliance-Vorsprung. Greenly ist hier zwar nicht so tief spezialisiert wie reine LCA-Tools (Sphera, ecoinvent-basierte Lösungen), aber für die meisten Industrieprodukte ausreichend.
EU-Hosting und DSGVO-Konformität. Als französisches Unternehmen hostet Greenly in der EU — ein klarer Vorteil gegenüber US-basierten Wettbewerbern wie Watershed oder Persefoni. AVV ist verfügbar, die Standardvertragsklauseln entfallen für EU-zu-EU-Übertragungen komplett. Für DSGVO-sensible Branchen ein echter Pluspunkt.
Audit-ready Controls. Jeder Datenpunkt bekommt einen Nachweispfad — Quelle, Berechnungsmethode, Emissionsfaktor, Aktualisierungsdatum. Das ist Pflicht, sobald ein Wirtschaftsprüfer den Nachhaltigkeitsbericht im Rahmen der CSRD-Limited-Assurance prüft. Wer ohne diese Audit-Trails arbeitet, baut sich für den ersten CSRD-Audit eine böse Überraschung.
Schwächen ehrlich betrachtet
Kein deutschsprachiger Support — und das ist ein echtes Hindernis. Onboarding-Sessions, Help-Center, Account-Manager: alles Englisch oder Französisch. Für CSRD-Compliance, die in Deutschland Wirtschaftsprüfer mit deutschem Berufsstandsverständnis prüfen, ist die Sprachlücke spürbar. Methodische Rückfragen (“Wie buchen wir Dienstwagen-Sachbezug nach deutschem Steuerrecht?”) landen oft in englischsprachigen Antworten, die nicht 1:1 auf den DACH-Kontext passen.
Intransparente Preisgestaltung. Drei Plan-Namen, aber keine öffentlichen Preise. Selbst die Spannweite (3.800–8.000 USD plus Add-ons) ist in Forenbeiträgen und Branchenberichten zusammenzutragen, nicht offen kommuniziert. Für eine Budgetplanung in deutschen Mittelständlern, wo Geschäftsführung und Controlling vorab Zahlen sehen wollen, ist das ein Reibungsverlust — und ein Grund, warum deutsche Wettbewerber mit klaren Preisseiten oft den ersten Vergleich gewinnen.
EcoPilot ist Assistent, nicht Auditor. Die KI-Vorschläge zu Emissionsfaktoren sind hilfreich, aber sie ersetzen keine fachliche Validierung. Wer dem System blind vertraut, baut sich Methodikfehler in den Bericht ein — und die fallen im ersten Wirtschaftsprüfer-Audit auf. EcoPilot beschleunigt die Routinearbeit, ersetzt aber kein Carbon-Accounting-Verständnis im Team.
Scope 3 bleibt mühsam. Auch mit Greenly ist Scope 3 Kategorie 1 (Eingekaufte Waren und Dienstleistungen) eine Datenerfassungs-Schlacht. Survey-Module für Lieferanten existieren, aber die Rücklaufquoten sind notorisch niedrig (oft unter 25 %), und ohne strukturierte Lieferantendaten landet man bei Branchen-Durchschnittsfaktoren — die für eine ernsthafte Wesentlichkeitsanalyse zu grob sein können.
Weniger DACH-Mittelstand-Etablierung. Greenly hat in Frankreich und UK eine starke Marktposition, aber in Deutschland ist die Konkurrenz dichter: ClimatePartner, Plan A, Tanso und andere DACH-spezialisierte Anbieter haben oft den engeren Draht zu deutschen Mittelständlern, Wirtschaftsprüfern und Branchenverbänden. Wer einen DACH-fokussierten Anbieter sucht, sollte mindestens diese vergleichen.
Kein PCAF-Schwerpunkt für reine Banken-Use-Cases. Zwar gibt es Module für finanzierte Emissionen, aber Persefoni ist hier deutlich tiefer spezialisiert und im US-Markt für FIs der De-facto-Standard. Wer rein in der Finanzbranche arbeitet, sollte Persefoni mit Greenly vergleichen.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Reine CO2-Kompensation und Klimaschutz-Projekte willst | Atmosfair |
| Apparel- oder Textil-LCA brauchst | Carbonfact |
| Finanzdienstleister bist und PCAF-Standard im Fokus hast | Persefoni |
| US-zentrische Datenstrategie und Watershed-Ökosystem nutzt | Watershed |
| ESG-Investor-Rating und externe Sichtbarkeit brauchst | Sustainalytics |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: ClimatePartner (deutscher Marktführer für CO2-Kompensation und SME-Carbon-Accounting, deutschsprachiger Support), Plan A (Berlin-basierter Anbieter mit klarem DACH-Fokus und CSRD-Schwerpunkt), Tanso (Münchner CSRD-Spezialist für Industrie), Sphera (LCA-Marktführer für tiefere Produkt-Footprints), Sweep (französischer Wettbewerber zu Greenly mit ähnlichem Funktionsumfang) und Emitwise (UK-basiert, Schwerpunkt Scope 3). Greenly ist eine gute internationale Wahl — wer aber rein im DACH-Raum arbeitet und auf deutschsprachige Beratung wert legt, sollte mindestens Plan A und Tanso mit evaluieren.
So steigst du ein
Schritt 1: Demo anfragen auf greenly.earth und vorab klären: Welche Berichtspflicht (CSRD, GRI, CDP) ist dringend? Welche Scope-3-Kategorien sind wesentlich (Wesentlichkeitsanalyse)? Welche ERP-Systeme sind im Einsatz? Mit diesen Informationen kommt die Sales-Konversation schneller zum passenden Plan-Vorschlag.
Schritt 2: Pilot mit Scope 1 und 2 starten. Diese Daten sind meist bereits vorhanden (Energierechnungen, Fuhrpark, Dienstreisen) und schnell zu importieren. Innerhalb von 4–6 Wochen sollte ein erster validierter Scope 1+2-Bericht stehen. Das ist die Vertrauensbasis für die anspruchsvollere Scope-3-Phase.
Schritt 3: Scope 3 schrittweise aufbauen — beginnend mit den wesentlichen Kategorien laut Wesentlichkeitsanalyse. Bei Industrieunternehmen ist das meist Kategorie 1 (Eingekaufte Waren), Kategorie 4 (Transport upstream) und Kategorie 6/7 (Dienstreisen, Pendeln). EcoPilot beim Emissionsfaktor-Matching nutzen, aber jede Buchung gegen die eigenen Daten validieren. Survey-Module für Lieferanten sind die mühsamste Disziplin — Rücklauf realistisch unter 30 % planen.
Schritt 4: Audit-Trail-Disziplin etablieren. Jeder Datenpunkt braucht eine dokumentierte Quelle, eine Berechnungslogik und einen Verantwortlichen. Greenly liefert das Tooling, aber die Prozessdisziplin muss vom Team kommen. Vor dem ersten CSRD-Limited-Assurance-Audit eine Probelauf-Prüfung mit der eigenen Internen Revision oder einem WP-Pre-Audit durchführen.
Ein konkretes Beispiel
Ein mittelständischer Industriezulieferer aus Stuttgart (480 Mitarbeitende, 78 Mio. EUR Umsatz, drei Standorte in DE, FR und CZ) ist seit Geschäftsjahr 2025 CSRD-pflichtig (Welle 2). Die Nachhaltigkeitsbeauftragte führt Greenly im Plan “Climate Action Ready” ein. Scope 1 und 2 sind nach 8 Wochen durch — Energiedaten kommen aus dem Energiemanagement-System (ISO 50001), Fuhrpark aus dem Fleet-Manager. EcoPilot schlägt für 80 % der SAP-Kostenstellen passende Emissionsfaktoren vor, die das Team validiert. Scope 3 wird über 6 Monate aufgebaut: Lieferanten-Survey an die 35 größten Zulieferer (Rücklauf 22 %), Dienstreisen aus dem Reiseportal-Export, Pendeln aus einer Mitarbeiterumfrage. Der CSRD-Bericht für das Geschäftsjahr 2025 wird im April 2026 final, die Wirtschaftsprüfer-Limited-Assurance läuft im Juni 2026. Gesamtkosten Jahr 1: ca. 9.500 USD Lizenz plus rund 20 Personentage internes Aufwand — deutlich weniger als ein Beratungsmandat zum gleichen Ergebnis. Im Jahr 2 sinkt der interne Aufwand auf rund 8 Personentage, weil Datenflüsse stehen.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: EU (französische Server). Anbieter ist Greenly SAS mit Hauptsitz in Paris — keine US-Datenübertragung im Standard-Setup.
- Datennutzung: Greenly verarbeitet Kundendaten ausschließlich zur Vertragserfüllung. EcoPilot-KI verwendet Eingaben nicht für Modelltraining — Kundendaten bleiben im Kundenkonto isoliert.
- AVV: Standardmäßig verfügbar, Standardvertragsklauseln entfallen für EU-zu-EU-Übertragungen.
- Lieferanten-Surveys: Wenn Lieferanten personenbezogene Daten in Surveys eintragen, ist das eine Drittparteienverarbeitung — Greenly bietet entsprechende Verarbeitungsverzeichnis-Bausteine, die Auftraggeber bleibt aber verantwortlich.
- Account-Löschung: Möglich nach Vertragsende mit dokumentierter Datenherausgabe (Export der eigenen Daten als CSV/JSON).
- Empfehlung für Unternehmen: Vor Einführung Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, weil Carbon-Accounting indirekt personenbezogene Daten enthält (Pendelumfragen, Dienstreisen-Daten einzelner Mitarbeitender). Mit AVV und Standardvertragsklauseln ist Greenly für die meisten Unternehmen DSGVO-konform einsetzbar.
Gut kombiniert mit
- Atmosfair — wer nicht nur misst, sondern auch kompensiert: Greenly liefert die Berechnungsgrundlage, Atmosfair die zertifizierten Klimaschutzprojekte. Klassische Kombination aus Buchhaltung und Maßnahme.
- Sustainalytics — wer für Investoren und Banken sichtbar sein muss: Greenly bedient die Berichtspflicht, Sustainalytics liefert das externe ESG-Rating. Beide Datenquellen ergänzen sich für eine vollständige ESG-Kommunikation.
- MSCI ESG — für börsennotierte Unternehmen mit Index-Relevanz: Greenly liefert die belastbaren Rohdaten, die MSCI für sein Rating konsolidiert. Wer beide Perspektiven kennt, kann die ESG-Story aktiv steuern.
Unser Testurteil
Greenly verdient 3 von 5 Sternen. Die Plattform ist funktional breit aufgestellt, mit EcoPilot-KI, Multi-Framework-Export, LCA-Modul und EU-Hosting ein seriöser Anbieter. Für internationale Konzerntöchter und englischsprachige ESG-Teams ist Greenly eine sehr gute Wahl. Den vierten Stern kosten der fehlende deutschsprachige Support, die intransparente USD-Preisgestaltung, die schwächere DACH-Mittelstand-Etablierung gegenüber Plan A oder Tanso und die Tatsache, dass EcoPilot zwar nützlich, aber kein wirklicher Auditor-Ersatz ist. Wer im DACH-Raum arbeitet und auf deutschsprachige Beratung Wert legt, sollte vor der Entscheidung mindestens zwei deutsche Wettbewerber gegenstellen. Für Multi-Country-Setups oder Frankreich-zentrierte Geschäfte bleibt Greenly eine der stärksten Optionen am Markt.
Was wir bemerkt haben
- 2025 — Greenly hat EcoPilot als KI-Assistent in die Plattform integriert. Beantwortet Klimafragen, schlägt Emissionsfaktoren vor und reduziert nach Anbieterangaben die Reporting-Zeit um bis zu 80 %. In der Praxis ist die Zeitersparnis kleiner, aber spürbar.
- 2025 — LCA-Modul deutlich ausgebaut, mit Schwerpunkt auf Digital Product Passport (DPP). Hintergrund: Die EU-DPP-Pflicht greift ab 2027 schrittweise für mehrere Produktkategorien. Greenly positioniert sich früh in diesem Markt.
- 2024 — Kundenzahl auf über 3.500 gestiegen (zuvor rund 2.000). Wachstum kommt vor allem aus UK und Frankreich, im DACH-Raum bleibt die Position gegenüber lokalen Anbietern wie Plan A oder Tanso ausbaufähig.
- Mai 2026 — Plan-Namen und Pricing-Seite leicht überarbeitet. Drei klare Tiers (GHG Report Compliance, Climate Action Ready, Net Zero Contributor), aber weiterhin ohne öffentliche Preise. Demo-Pflicht bleibt.
- 2024–2026 — Die früher öffentlich kommunizierte USD-Preisstaffel (ab ca. 3.800 USD/Jahr) wird inzwischen vollständig hinter dem Demo-Gatekeeper geführt. Wer Budgetplanung braucht, muss zwingend Sales kontaktieren — ein Trend, der in der Branche zunimmt, aber für deutsche Mittelständler reibend bleibt.
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