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Carbonfact

Carbonfact (Kanso, Inc.)

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Carbon-Accounting- und LCA-Plattform mit klarem Fokus auf Mode, Schuhe und Textilien. Über 150.000 fashion-spezifische Emissionsfaktoren und KI-gestütztes Lückenfüllen machen sie zur ersten Wahl für Apparel-Brands, alle anderen Branchen sollten woanders hinschauen.

Kosten: Kein öffentliches Pricing, jede Lizenz per Custom Quote über Sales. Kein Free Trial. Nicht vom Anbieter bestätigte Marktschätzungen: kleinere Modemarken ab grob 200 €/Monat, Mid-Market und Konzerne 2.000 €/Monat aufwärts.

Kategorien

Stärken

  • Branchenführend für Apparel und Footwear: 150.000+ textil-spezifische Emissionsfaktoren
  • KI-gestütztes Gap-Filling rechnet aus Teildaten der Lieferanten verlässliche Emissionsbilanzen hoch
  • Compliance-Exporte für CSRD, SBTi, GHG Protocol, CDP, French Eco-Score und Digital Product Passports
  • EU-Hosting und unbegrenzte User in jedem Plan inklusive
  • Referenzkundschaft mit Strahlkraft: On, Ganni, Allbirds, Marc O'Polo, Carhartt, The North Face, Burton

Einschränkungen

  • Strikt auf Mode/Textil zugeschnitten, für Kosmetik, Lebensmittel oder Industrie kaum sinnvoll
  • Kein deutscher Support, Plattform und Customer Success laufen auf Englisch und Französisch
  • Kein öffentliches Pricing, jede Anfrage läuft über Sales und Demo
  • Kein Free Trial; Einstieg nur mit Vertragsbindung
  • Junges Scale-up (Team deutlich unter 100 Mitarbeitende), kleiner als Plan A oder Persefoni

Passt gut zu

Modemarken und Schuhhersteller mit komplexer globaler Lieferkette Apparel-Unternehmen mit CSRD-Pflicht ab 2025/2026 Brands, die Digital Product Passports vorbereiten müssen (EU ESPR ab 2027) Sustainability-Teams mit Bedarf an Produkt-LCAs in industriellem Maßstab (10.000+ SKUs)

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du bist Mode-, Schuh- oder Textilhersteller und brauchst belastbare Scope-1-3-Bilanzen
  • Du musst CSRD- oder SBTi-konform reporten und hast keine Datenwissenschaftler im Team
  • Du willst Produkt-LCAs für tausende SKUs erstellen statt einzeln in SimaPro zu rechnen
  • Du bereitest dich auf den EU Digital Product Passport vor

Wann nein

  • Du bist nicht in der Mode-, Schuh- oder Textilbranche
  • Dein Team braucht zwingend deutschsprachigen Support und deutschsprachige UI
  • Du willst transparentes Self-Service-Pricing ohne Sales-Gespräch
  • Du brauchst eine generische Carbon-Accounting-Lösung für gemischte Branchen

Kurzfazit

Carbonfact ist die spezialisierteste Carbon-Accounting-Plattform für die Modeindustrie, die du derzeit kaufen kannst. Die Pariser Firma hat ihre Datenbank mit über 150.000 textil-spezifischen Emissionsfaktoren aufgebaut und bedient damit Marken wie On, Ganni, Allbirds, Marc O’Polo und Carhartt. Wer Apparel- oder Footwear-Bilanzen rechnet, bekommt hier eine Tiefe, die generische Tools nicht liefern. Wer in einer anderen Branche unterwegs ist, sollte zu Plan A, Tanso oder Persefoni greifen, Carbonfact ist nicht für dich gebaut.

Für wen ist Carbonfact?

Sustainability-Leads in der Modeindustrie: Wenn du bei einer mittelständischen oder großen Apparel-Brand für die Klimabilanz verantwortlich bist, wirst du Carbonfact ernsthaft prüfen müssen. Die Tiefe an textilspezifischen Daten, von Materialmischungen über Färbeprozesse bis zur Logistik, ist im Markt einzigartig.

Compliance-Verantwortliche mit CSRD-Pflicht: Modemarken ab 250 Mitarbeitenden oder 50 Mio. Euro Umsatz fallen seit 2025/2026 unter die EU-Berichtspflicht. Carbonfact liefert Audit-fähige Exporte für CSRD, GRI und SBTi auf Knopfdruck.

Produktentwickler mit Eco-Design-Auftrag: Wer schon im Design über CO2-Footprints entscheiden muss, bekommt mit Carbonfact Werkzeuge, um Material- oder Lieferantenwechsel direkt in Emissionsdifferenz zu übersetzen.

Brands vor dem Digital Product Passport: Die EU verpflichtet ab 2027 (ESPR) Apparel-Brands zu DPPs mit Lifecycle-Daten. Carbonfact ist eines der wenigen Tools, das DPPs direkt aus den LCA-Berechnungen publizieren kann.

Weniger geeignet für: Kosmetik (siehe Ecochain), Lebensmittel- oder Industrieunternehmen (siehe Tanso), und kleine Brands ohne Sustainability-Team, Carbonfact ist kein Self-Service-Tool für Solopreneure.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Custom QuoteAuf AnfrageCarbon Accounting + Product LCAs als Kernmodule, Onboarding, unbegrenzte User, Customer Success
Add-on ReportingAuf AnfrageCSRD-, SBTi-, CDP-, GHG-Protocol-Templates, Audit-Trail, Eco-Score
Add-on DecarbonizationAuf AnfrageReduktionsszenarien, Eco-Design-Vergleiche, Roadmap-Modellierung
Add-on Expert ServicesAuf AnfrageScience-Support, strategische Beratung, methodische Reviews

Einordnung: Carbonfact veröffentlicht keine Listenpreise, jede Lizenz wird individuell verhandelt. Konkrete Zahlen nennt der Anbieter weder auf der Pricing-Seite noch öffentlich. Die im Markt kursierenden Spannen, kleinere Modemarken ab grob 200 € pro Monat, mittelständische und Konzern-Lizenzen schnell bei 2.000 € pro Monat aufwärts, sind unbestätigte Schätzungen und keine Anbieterangabe, nimm sie nur als grobe Hausnummer. Die Preisbildung hängt erfahrungsgemäß an drei Faktoren: Anzahl der Produkte, Komplexität deiner IT-Anbindung und Tiefe der Lieferkette. Free Trial gibt es nicht, wer testen will, bekommt eine Demo plus Pilot-Vertrag. Das ist im Enterprise-ESG-Markt branchenüblich, schreckt aber kleinere Brands ab.

Stärken im Detail

Tiefe Mode-Datenbank statt generische Faktoren. Während Tools wie Plan A oder Persefoni auf branchenübergreifende Datenbanken (Ecoinvent, Sphera) zurückgreifen, hat Carbonfact eine eigene Datenbank mit über 150.000 fashion-spezifischen Faktoren aufgebaut. Das macht sich bei Materialien wie recyceltem Polyester, Bio-Baumwolle aus Indien oder Lederalternativen sofort bemerkbar, wo andere mit einem groben Durchschnittswert rechnen, hat Carbonfact die granularen Zahlen.

KI-gestütztes Gap-Filling löst das größte Praxisproblem. Lieferanten liefern selten vollständige Daten. Carbonfacts Modelle, laut Anbieter auf umfangreichen Primärdaten trainiert, rechnen aus Teildaten, etwa “Stoff aus Bangladesch, ohne genaue Mühle”, plausible Emissionswerte hoch. Dazu kommt ein AI Copilot als Bedienschicht über den Rohdaten und KI-gestütztes Daten-Mapping. Das spart Wochen an Hinterhertelefonieren bei Zulieferern und macht Bilanzen für tausende SKUs überhaupt erst praktikabel. Für die optionalen KI-Funktionen setzt Carbonfact laut Sub-Prozessorliste Anthropic und OpenAI ein.

Compliance-Templates für die wichtigsten Frameworks. CSRD-konforme ESRS-E1-Berichte, SBTi-Validation-Sheets, CDP-Klimafragebogen, French Eco-Score, GHG Protocol, alles direkt exportierbar. Mehr als 20 Report-Templates, die regelmäßig gepflegt werden. Das spart einer Sustainability-Abteilung etwa eine Vollzeitstelle, die sonst nur Daten in Templates kopieren würde.

Digital Product Passport als Frühindikator. Die EU verpflichtet ab 2027 (ESPR) Apparel-Brands zu Digital Product Passports mit Lifecycle-Daten. Carbonfact publiziert DPPs direkt aus den LCA-Berechnungen, Brands, die jetzt onboarden, sind 2027 vorbereitet, während andere noch Tools evaluieren.

EU-Hosting, dokumentiert und belastbar. Die Datenschutzerklärung sagt es wörtlich: personenbezogene Daten werden “within the European Union (data hosted in Frankfurt, Germany)” gespeichert und verarbeitet, nicht als Opt-in, sondern als Standard. Die Security-Seite bestätigt: Kernkomponenten laufen auf Google Cloud in der EU-Region Frankfurt, das Frontend über Vercel, abgesichert über Cloudflare, tägliche Backups bleiben innerhalb der EU. Dazu SOC 2 Type II und AVV nach DSGVO. Für Modemarken mit Hauptsitz in Deutschland oder Frankreich ist das ein echter Vorteil gegenüber US-Anbietern wie Persefoni. Einschränkung: Betreiber ist zwar die französische Kanso SAS, im Seitenfuß steht aber als Rechteinhaber die US-Firma Kanso, Inc. Ein CLOUD-Act-Bezug über die US-Mutter lässt sich trotz dokumentiertem EU-Hosting daher nicht völlig ausschließen. Das genaue Verhältnis der beiden Gesellschaften legt der Anbieter nicht offen.

Schwächen ehrlich betrachtet

Kein deutscher Support, keine deutsche UI. Carbonfact ist französisch und englisch, Customer Success, Demos und Dokumentation laufen entsprechend. Für ein Sustainability-Team in einem deutschen Konzern, das eng mit Einkauf und Produktion arbeitet, kann das in der täglichen Kommunikation reiben. Tanso aus München bietet hier den klaren Heimvorteil.

Strikt auf Mode beschränkt. Wer einen Konzern mit Mode-Sparte UND Heimtextilien UND Möbeln betreut, kann Carbonfact nur für die Mode-Sparte nutzen. Die anderen Bereiche brauchen ein zweites Tool. Das ist die Kehrseite der Spezialisierung, sie ist eng.

Kein transparentes Pricing. Jede Anfrage läuft über Sales. Das macht Vergleichseinkäufe mühsam und schreckt kleinere Brands ab, die einfach mal mit 99 €/Monat starten wollen. Im Vergleich zu Tanso oder Plan A, die immerhin grobe Einstiegspreise nennen, ist die Black Box hier am schwärzesten.

Vergleichsweise kleine Firma. Carbonfact wurde 2021 in Paris gegründet und ist mit einem Team von deutlich unter 100 Mitarbeitenden ein junges Scale-up. Persefoni und Plan A sind größer, mit entsprechend mehr Engineering-Kapazität für Roadmap-Features. Ein Übernahme- oder Pivot-Risiko ist nicht null, wer langfristig auf Carbonfact setzt, sollte einen Exportplan in der Schublade haben.

Lock-in durch eigene Methodik. Die Stärke der Plattform, die proprietäre Faktoren-Datenbank, ist gleichzeitig der Lock-in. Ein späterer Wechsel zu Plan A oder Persefoni bedeutet, dass Bilanzen mit anderen Datenbanken neu gerechnet werden müssen und Vergleichbarkeit über die Jahre leidet.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine generische Carbon-Accounting-Plattform für Industrie und Mittelstand brauchstTanso (München, deutscher Support)
Kosmetik- oder Beauty-Branche bedienstEcochain
Eine US-amerikanische Enterprise-Plattform mit globalem Footprint suchstPersefoni
Self-Service ohne Sales-Gespräch willstTanso bietet schnellere Einstiege

In der gleichen Liga, aber bei uns noch ohne eigene Reviewseite, bewegen sich Plan A (Berlin, breiter aufgestellt für Industrie und Mittelstand), Sweep (französischer Wettbewerber, ähnliche Größe) und normative.io (Stockholm, mit starkem Compliance-Fokus). Wer Mode bilanziert, sollte trotzdem Carbonfact mit auf die Shortlist nehmen, die Datenbank-Tiefe ist im Markt selten.

So steigst du ein

Schritt 1: Demo anfragen und Datenlandschaft vorbereiten. Die Sales-Demo läuft auf Englisch und dauert etwa 45 Minuten. Komm vorbereitet: Wie viele SKUs, welche Hauptmaterialien, welches PLM/ERP (etwa Centric, PTC FlexPLM, SAP). Je präziser die Antworten, desto realistischer das Angebot.

Schritt 2: Pilotphase mit einer Produktlinie starten. Statt sofort die ganze Kollektion zu modellieren: Eine repräsentative Linie wählen (zum Beispiel “Herren Outerwear Winter”) und dort die Datenpipeline aufbauen. So lernst du, wie viel Aufwand das Lieferanten-Onboarding wirklich kostet.

Schritt 3: Compliance-Output als Anker setzen. Definiere von Anfang an, welcher Report (CSRD-ESRS-E1, SBTi-FLAG, CDP) am Jahresende rauskommen soll. Carbonfact-Setup von hinten nach vorn zu denken, vom Report zur Datenbasis, vermeidet, dass du am Ende Daten erhebst, die für deinen Compliance-Use-Case irrelevant sind.

Ein konkretes Beispiel

Eine deutsche Outdoor-Modemarke aus Bayern mit etwa 350 Mitarbeitenden, 12.000 SKUs pro Saison und Produktion in Vietnam, Portugal und der Türkei steht vor der ersten CSRD-Berichterstattung 2026. Bisher wurden Stichproben-LCAs in SimaPro gerechnet, was pro Produkt einen Tag Aufwand bedeutete und in Summe nicht skalierte. Mit Carbonfact wird die PLM-Anbindung in vier Wochen aufgesetzt, das KI-Gap-Filling rechnet aus den vorhandenen Stoff- und Lieferantendaten Emissionsbilanzen für die gesamte Kollektion. Der CSRD-Report ist im Februar 2026 fertig, manuell hätten zwei Vollzeitkräfte daran sechs Monate gearbeitet. Lizenzkosten in diesem Rechenbeispiel: geschätzt rund 1.800 € pro Monat (der Anbieter nennt keine öffentlichen Preise). Die Sustainability-Leitung kann sich endlich auf Reduktionsmaßnahmen konzentrieren statt auf Reporting.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Die Datenschutzerklärung sagt wörtlich, personenbezogene Daten würden “within the European Union (data hosted in Frankfurt, Germany)” gespeichert und verarbeitet, als Standard, nicht als optionale Region. Die Security-Seite bestätigt: Kernkomponenten auf Google Cloud Platform in der EU-Region Frankfurt, das Frontend über Vercel, die Absicherung über Cloudflare. Tägliche Backups bleiben innerhalb der EU, Aufbewahrung bis zu einem Jahr. Wir behalten das EU-Badge deshalb, weil der Anbieter die EU-Residenz selbst dokumentiert.
  • Rechtsträger und CLOUD Act: Betreiber und datenschutzrechtlich Verantwortlicher ist die französische Kanso SAS. Im Seitenfuß von Security- und Datenschutzseite steht als Rechteinhaber jedoch die US-Firma Kanso, Inc.; das Verhältnis der beiden Gesellschaften legt der Anbieter nicht offen. Das EU-Hosting ist dokumentiert, durch die US-Mutter besteht theoretisch aber ein CLOUD-Act-Bezug. Wer streng US-frei hosten muss, sollte das im Vertrag ausdrücklich adressieren.
  • Sub-Prozessoren: Die veröffentlichte Liste umfasst Auth0, Cloudflare, Couchdrop, GitHub, Google Cloud, HubSpot, Jimo, PostHog, Postmark, Sentry und Vercel; für die optionalen KI-Funktionen kommen Anthropic und OpenAI hinzu. Ein Teil davon sitzt außerhalb der EU; solche Transfers sind laut Datenschutzerklärung über EU-Standardvertragsklauseln (SCC) abgesichert. Salesforce steht entgegen älterer Angaben nicht in der Sub-Prozessorliste.
  • Datennutzung: Lieferanten- und Produktdaten werden für die Bilanzierung des Kunden verwendet. Die optionalen KI-Sub-Prozessoren (Anthropic, OpenAI) greifen nur, wenn du die KI-Funktionen nutzt.
  • Auftragsverarbeitung: AVV nach DSGVO standardmäßig im Enterprise-Vertrag enthalten.
  • Zertifizierungen: SOC 2 Type II als führendes Sicherheits-Framework; für die genutzte Google-Cloud- und Hosting-Infrastruktur werden ISO 27001 und ISO 22301:2019 genannt. Die LCA-Methodik ist zusätzlich durch PwC nach ISO 14040/44 peer-reviewt.
  • Account-Löschung: Datenexport und vollständige Löschung auf Anfrage über Customer Success.
  • Empfehlung für Unternehmen: Lieferanten-Stammdaten sind in der Regel keine personenbezogenen Daten, daher DSGVO-Risiko niedrig. Wer Lieferanten-Kontakte mit hochlädt, sollte mit dem Datenschutzbeauftragten klären, ob ein Data Processing Agreement nötig ist. Für streng US-frei-Anforderungen die US-Mutter und die außereuropäischen Sub-Prozessoren im Vertrag klären.

Gut kombiniert mit

  • Tanso, wenn dein Konzern Mode UND andere Sparten hat: Carbonfact für die Apparel-Linie, Tanso für die Konzernbilanz und Industriesparten
  • Notion AI, Sustainability-Wiki im Team mit allen Methodik-Entscheidungen, Lieferantenkommentaren und Audit-Vorbereitung
  • Perplexity, laufendes Monitoring von ESG-Regulatorik und Wettbewerber-Sustainability-Reports mit Quellenangaben

Unser Testurteil

Carbonfact verdient 3 von 5 Sternen. In seiner Nische, Carbon Accounting für Apparel und Footwear, ist es das beste Tool am Markt, mit der tiefsten Datenbank und glaubwürdigster Referenzkundschaft. Den vierten Stern verliert es durch das Fehlen von deutschem Support, das intransparente Pricing und die enge Branchenfokussierung. Wer in der Mode arbeitet und CSRD oder DPP vor sich hat: klare Empfehlung für die Shortlist. Wer nicht in der Mode ist: einfach weitergehen, Tanso oder Persefoni passen besser.

Was wir bemerkt haben

  • Juli 2026: Hosting- und Rechtsträger-Angaben direkt gegen die Anbieterdokumentation (Datenschutz- und Security-Seite) geprüft. Bestätigt: EU-Residenz als Standard (“data hosted in Frankfurt, Germany”), Kernkomponenten auf Google Cloud in Frankfurt, tägliche EU-Backups, SOC 2 Type II. Präzisiert: Betreiber ist Kanso SAS (Frankreich), Rechteinhaber laut Seitenfuß Kanso, Inc. (USA), das Verhältnis der beiden Gesellschaften legt der Anbieter nicht offen, daher theoretischer CLOUD-Act-Bezug trotz dokumentiertem EU-Hosting. Korrigiert: Der früher genannte Baustein Salesforce steht nicht in der Sub-Prozessorliste; ergänzt wurden die optionalen KI-Sub-Prozessoren Anthropic und OpenAI. Die zuvor kolportierte Angabe “Delaware C-Corp” ist nicht durch die Anbieterquellen belegt und wurde entfernt. Das EU-Badge bleibt, weil der Anbieter die EU-Residenz selbst dokumentiert.
  • 2024, Carbonfact hat das Modul für Digital Product Passports veröffentlicht, deutlich vor der EU-ESPR-Verpflichtung 2027. Brands wie On und Allbirds haben damit die ersten Pilot-DPPs publiziert. Kundenbasis wächst auf über 300 Marken und Lieferanten.
  • 2024, Series-A-Finanzierungsrunde über 15 Mio. Dollar (Lead: Alven, mit Headline und Y Combinator). Carbonfact positioniert sich klarer als End-to-End-Plattform (Bilanz, LCA, Reporting, DPP) statt als reines Carbon-Accounting-Tool.
  • 2025/2026, Mit der CSRD-Welle für mittlere Unternehmen verschärft sich der Wettbewerb mit Plan A und Sweep. Carbonfact bleibt aber durch die Mode-Spezialisierung gut differenziert.
  • Mai 2026, Pricing weiterhin ohne öffentliche Liste. Die Sales-First-Strategie schreckt kleinere Brands ab und treibt sie zu generischen Self-Service-Tools wie Tanso.

Quellen

  1. Carbonfact – Produkthomepage. https://www.carbonfact.com/ (abgerufen am 2026-07-23). 300+ Marken und Lieferanten, 150.000+ Emissionsfaktoren, Produktmodule (Carbon Accounting, Product Impact/LCA, Reporting, Data Management, Decarbonization, Digital Product Passport, French Eco-Score, SBTi, AI Copilot, Integrations), KI-Funktionen (AI Copilot, AI-assisted data mapping, ML-Gap-Filling), Referenzlogos (On, Marc O'Polo, GANNI, A.P.C., Carhartt, The North Face, Burton, Allbirds u.a.), Peer-Review durch PwC.
  2. Carbonfact – Pricing. https://www.carbonfact.com/pricing (abgerufen am 2026-06-13). Kein öffentliches Pricing, Custom Quote, Add-on-Struktur (Reporting, Decarbonization, Expert Services), unbegrenzte User in allen Plänen.
  3. TechCrunch – Carbonfact Series A. https://techcrunch.com/2024/04/29/carbonfact-is-a-carbon-management-platform-designed-specifically-for-the-fashion-industry (abgerufen am 2026-06-13). Series-A-Finanzierung über 15 Mio. Dollar (April 2024), Lead-Investor Alven, weitere Investoren Headline und Y Combinator; Firma in Paris gegründet.
  4. Carbonfact – Plattformübersicht. https://www.carbonfact.com/carbon-management-platform (abgerufen am 2026-06-13). LCA-Methodik durch PwC nach ISO 14040/44 peer-reviewt.
  5. Carbonfact / Kanso – Datenschutzerklärung. https://www.carbonfact.com/privacy-policy (abgerufen am 2026-07-23). Betreiber ist Kanso SAS; Zitat: 'Your Personal Data is stored and processed within the European Union (data hosted in Frankfurt, Germany)'; Sub-Prozessoren außerhalb EU/EWR über EU-Standardvertragsklauseln (SCC) abgesichert; Footer nennt © 2026 Kanso, Inc..
  6. Carbonfact – Security / Sub-Prozessoren. https://www.carbonfact.com/security (abgerufen am 2026-07-23). Kernkomponenten auf Google Cloud Platform (EU, Region Frankfurt), Frontend über Vercel, Schutz über Cloudflare, tägliche EU-Backups mit Aufbewahrung bis zu einem Jahr; SOC 2 Type II, ISO 27001 und ISO 22301:2019 (GCP/Hoster); Sub-Prozessorliste (Auth0, Cloudflare, Couchdrop, GitHub, GCP, HubSpot, Jimo, PostHog, Postmark, Sentry, Vercel), optionale KI-Sub-Prozessoren Anthropic und OpenAI; kein Salesforce.

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