Carbon-Accounting- und LCA-Plattform mit klarem Fokus auf Mode, Schuhe und Textilien. Über 150.000 fashion-spezifische Emissionsfaktoren und KI-gestütztes Lückenfüllen machen sie zur ersten Wahl für Apparel-Brands, alle anderen Branchen sollten woanders hinschauen.
Kosten: Custom Quote, kein öffentliches Pricing. Marktübliche Spannen: kleinere Modemarken ab ca. 200 €/Monat, Mid-Market und Konzerne 2.000 €/Monat aufwärts. Kein Free Trial.
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Stärken
- Branchenführend für Apparel und Footwear: 150.000+ textil-spezifische Emissionsfaktoren
- KI-gestütztes Gap-Filling rechnet aus Teildaten der Lieferanten verlässliche Emissionsbilanzen hoch
- Compliance-Exporte für CSRD, SBTi, GHG Protocol, CDP, French Eco-Score und Digital Product Passports
- EU-Hosting und unbegrenzte User in jedem Plan inklusive
- Referenzkundschaft mit Strahlkraft: On, Ganni, Allbirds, Marc O'Polo, Armed Angels, Carhartt
Einschränkungen
- Strikt auf Mode/Textil zugeschnitten, für Kosmetik, Lebensmittel oder Industrie kaum sinnvoll
- Kein deutscher Support, Plattform und Customer Success laufen auf Englisch und Französisch
- Kein öffentliches Pricing, jede Anfrage läuft über Sales und Demo
- Kein Free Trial; Einstieg nur mit Vertragsbindung
- Französische Mittelstands-Firma (~120 Mitarbeitende), kleiner als Plan A oder Persefoni
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du bist Mode-, Schuh- oder Textilhersteller und brauchst belastbare Scope-1-3-Bilanzen
- Du musst CSRD- oder SBTi-konform reporten und hast keine Datenwissenschaftler im Team
- Du willst Produkt-LCAs für tausende SKUs erstellen statt einzeln in SimaPro zu rechnen
- Du bereitest dich auf den EU Digital Product Passport vor
Wann nein
- Du bist nicht in der Mode-, Schuh- oder Textilbranche
- Dein Team braucht zwingend deutschsprachigen Support und deutschsprachige UI
- Du willst transparentes Self-Service-Pricing ohne Sales-Gespräch
- Du brauchst eine generische Carbon-Accounting-Lösung für gemischte Branchen
Kurzfazit
Carbonfact ist die spezialisierteste Carbon-Accounting-Plattform für die Modeindustrie, die du derzeit kaufen kannst. Die Pariser Firma hat ihre Datenbank mit über 150.000 textil-spezifischen Emissionsfaktoren aufgebaut und bedient damit Marken wie On, Ganni, Allbirds, Marc O’Polo und Armed Angels. Wer Apparel- oder Footwear-Bilanzen rechnet, bekommt hier eine Tiefe, die generische Tools nicht liefern. Wer in einer anderen Branche unterwegs ist, sollte zu Plan A, Tanso oder Persefoni greifen, Carbonfact ist nicht für dich gebaut.
Für wen ist Carbonfact?
Sustainability-Leads in der Modeindustrie: Wenn du bei einer mittelständischen oder großen Apparel-Brand für die Klimabilanz verantwortlich bist, wirst du Carbonfact ernsthaft prüfen müssen. Die Tiefe an textilspezifischen Daten, von Materialmischungen über Färbeprozesse bis zur Logistik, ist im Markt einzigartig.
Compliance-Verantwortliche mit CSRD-Pflicht: Modemarken ab 250 Mitarbeitenden oder 50 Mio. Euro Umsatz fallen seit 2025/2026 unter die EU-Berichtspflicht. Carbonfact liefert Audit-fähige Exporte für CSRD, GRI und SBTi auf Knopfdruck.
Produktentwickler mit Eco-Design-Auftrag: Wer schon im Design über CO2-Footprints entscheiden muss, bekommt mit Carbonfact Werkzeuge, um Material- oder Lieferantenwechsel direkt in Emissionsdifferenz zu übersetzen.
Brands vor dem Digital Product Passport: Die EU verpflichtet ab 2027 (ESPR) Apparel-Brands zu DPPs mit Lifecycle-Daten. Carbonfact ist eines der wenigen Tools, das DPPs direkt aus den LCA-Berechnungen publizieren kann.
Weniger geeignet für: Kosmetik (siehe Ecochain), Lebensmittel- oder Industrieunternehmen (siehe Tanso), und kleine Brands ohne Sustainability-Team, Carbonfact ist kein Self-Service-Tool für Solopreneure.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Custom Quote | Auf Anfrage | Carbon Accounting + Product LCAs als Kernmodule, Onboarding, unbegrenzte User, Customer Success |
| Add-on Reporting | Auf Anfrage | CSRD-, SBTi-, CDP-, GHG-Protocol-Templates, Audit-Trail, Eco-Score |
| Add-on Decarbonization | Auf Anfrage | Reduktionsszenarien, Eco-Design-Vergleiche, Roadmap-Modellierung |
| Add-on Expert Services | Auf Anfrage | Science-Support, strategische Beratung, methodische Reviews |
Einordnung: Carbonfact veröffentlicht keine Listenpreise, jede Lizenz wird individuell verhandelt. Die Sales-Pitches im Markt liegen für kleinere Modemarken bei rund 200 € pro Monat als Einstieg, mittelständische und Konzern-Lizenzen schnell bei 2.000 € pro Monat aufwärts. Die Preisbildung hängt an drei Faktoren: Anzahl der Produkte, Komplexität deiner IT-Anbindung und Tiefe der Lieferkette. Free Trial gibt es nicht, wer testen will, bekommt eine Demo plus Pilot-Vertrag. Das ist im Enterprise-ESG-Markt branchenüblich, schreckt aber kleinere Brands ab.
Stärken im Detail
Tiefe Mode-Datenbank statt generische Faktoren. Während Tools wie Plan A oder Persefoni auf branchenübergreifende Datenbanken (Ecoinvent, Sphera) zurückgreifen, hat Carbonfact eine eigene Datenbank mit über 150.000 fashion-spezifischen Faktoren aufgebaut. Das macht sich bei Materialien wie recyceltem Polyester, Bio-Baumwolle aus Indien oder Lederalternativen sofort bemerkbar, wo andere mit einem groben Durchschnittswert rechnen, hat Carbonfact die granularen Zahlen.
KI-gestütztes Gap-Filling löst das größte Praxisproblem. Lieferanten liefern selten vollständige Daten. Carbonfacts Modelle hochrechnen aus Teildaten, etwa “Stoff aus Bangladesch, ohne genaue Mühle”, verlässliche Emissionswerte. Das spart Wochen an Hinterhertelefonieren bei Zulieferern und macht Bilanzen für tausende SKUs überhaupt erst praktikabel.
Compliance-Templates für die wichtigsten Frameworks. CSRD-konforme ESRS-E1-Berichte, SBTi-Validation-Sheets, CDP-Klimafragebogen, French Eco-Score, GHG Protocol, alles direkt exportierbar. Mehr als 20 Report-Templates, die regelmäßig gepflegt werden. Das spart einer Sustainability-Abteilung etwa eine Vollzeitstelle, die sonst nur Daten in Templates kopieren würde.
Digital Product Passport als Frühindikator. Die EU verpflichtet ab 2027 (ESPR) Apparel-Brands zu Digital Product Passports mit Lifecycle-Daten. Carbonfact publiziert DPPs direkt aus den LCA-Berechnungen, Brands, die jetzt onboarden, sind 2027 vorbereitet, während andere noch Tools evaluieren.
EU-Hosting und französische Datenschutzkultur. Server in der EU, klare AVV nach DSGVO, Schwerpunkt auf europäische Compliance. Für Modemarken mit Hauptsitz in Deutschland oder Frankreich ist das ein deutlicher Vorteil gegenüber US-Anbietern wie Persefoni.
Schwächen ehrlich betrachtet
Kein deutscher Support, keine deutsche UI. Carbonfact ist französisch und englisch, Customer Success, Demos und Dokumentation laufen entsprechend. Für ein Sustainability-Team in einem deutschen Konzern, das eng mit Einkauf und Produktion arbeitet, kann das in der täglichen Kommunikation reiben. Tanso aus München bietet hier den klaren Heimvorteil.
Strikt auf Mode beschränkt. Wer einen Konzern mit Mode-Sparte UND Heimtextilien UND Möbeln betreut, kann Carbonfact nur für die Mode-Sparte nutzen. Die anderen Bereiche brauchen ein zweites Tool. Das ist die Kehrseite der Spezialisierung, sie ist eng.
Kein transparentes Pricing. Jede Anfrage läuft über Sales. Das macht Vergleichseinkäufe mühsam und schreckt kleinere Brands ab, die einfach mal mit 99 €/Monat starten wollen. Im Vergleich zu Tanso oder Plan A, die immerhin grobe Einstiegspreise nennen, ist die Black Box hier am schwärzesten.
Vergleichsweise kleine Firma. Carbonfact wurde 2021 gegründet und hat etwa 120 Mitarbeitende (Stand 2026). Persefoni und Plan A sind deutlich größer, mit entsprechend mehr Engineering-Kapazität für Roadmap-Features. Ein Übernahme- oder Pivot-Risiko ist nicht null, wer langfristig auf Carbonfact setzt, sollte einen Exportplan in der Schublade haben.
Lock-in durch eigene Methodik. Die Stärke der Plattform, die proprietäre Faktoren-Datenbank, ist gleichzeitig der Lock-in. Ein späterer Wechsel zu Plan A oder Persefoni bedeutet, dass Bilanzen mit anderen Datenbanken neu gerechnet werden müssen und Vergleichbarkeit über die Jahre leidet.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Eine generische Carbon-Accounting-Plattform für Industrie und Mittelstand brauchst | Tanso (München, deutscher Support) |
| Kosmetik- oder Beauty-Branche bedienst | Ecochain |
| Eine US-amerikanische Enterprise-Plattform mit globalem Footprint suchst | Persefoni |
| Self-Service ohne Sales-Gespräch willst | Tanso bietet schnellere Einstiege |
In der gleichen Liga, aber bei uns noch ohne eigene Reviewseite, bewegen sich Plan A (Berlin, breiter aufgestellt für Industrie und Mittelstand), Sweep (französischer Wettbewerber, ähnliche Größe) und normative.io (Stockholm, mit starkem Compliance-Fokus). Wer Mode bilanziert, sollte trotzdem Carbonfact mit auf die Shortlist nehmen, die Datenbank-Tiefe ist im Markt selten.
So steigst du ein
Schritt 1: Demo anfragen und Datenlandschaft vorbereiten. Die Sales-Demo läuft auf Englisch und dauert etwa 45 Minuten. Komm vorbereitet: Wie viele SKUs, welche Hauptmaterialien, welches PLM/ERP (etwa Centric, PTC FlexPLM, SAP). Je präziser die Antworten, desto realistischer das Angebot.
Schritt 2: Pilotphase mit einer Produktlinie starten. Statt sofort die ganze Kollektion zu modellieren: Eine repräsentative Linie wählen (zum Beispiel “Herren Outerwear Winter”) und dort die Datenpipeline aufbauen. So lernst du, wie viel Aufwand das Lieferanten-Onboarding wirklich kostet.
Schritt 3: Compliance-Output als Anker setzen. Definiere von Anfang an, welcher Report (CSRD-ESRS-E1, SBTi-FLAG, CDP) am Jahresende rauskommen soll. Carbonfact-Setup von hinten nach vorn zu denken, vom Report zur Datenbasis, vermeidet, dass du am Ende Daten erhebst, die für deinen Compliance-Use-Case irrelevant sind.
Ein konkretes Beispiel
Eine deutsche Outdoor-Modemarke aus Bayern mit etwa 350 Mitarbeitenden, 12.000 SKUs pro Saison und Produktion in Vietnam, Portugal und der Türkei steht vor der ersten CSRD-Berichterstattung 2026. Bisher wurden Stichproben-LCAs in SimaPro gerechnet, was pro Produkt einen Tag Aufwand bedeutete und in Summe nicht skalierte. Mit Carbonfact wird die PLM-Anbindung in vier Wochen aufgesetzt, das KI-Gap-Filling rechnet aus den vorhandenen Stoff- und Lieferantendaten Emissionsbilanzen für die gesamte Kollektion. Der CSRD-Report ist im Februar 2026 fertig, manuell hätten zwei Vollzeitkräfte daran sechs Monate gearbeitet. Lizenzkosten: etwa 1.800 € pro Monat. Die Sustainability-Leitung kann sich endlich auf Reduktionsmaßnahmen konzentrieren statt auf Reporting.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Server in der EU (Frankreich, AWS Paris)
- Datennutzung: Lieferanten- und Produktdaten werden ausschließlich für die Bilanzierung des Kunden verwendet, nicht für Modelltraining auf Drittkunden
- Auftragsverarbeitung: AVV nach DSGVO standardmäßig im Enterprise-Vertrag enthalten
- SOC 2 / ISO: SOC 2 Type II zertifiziert; ISO 27001 in Vorbereitung
- Account-Löschung: Datenexport und vollständige Löschung auf Anfrage über Customer Success
- Empfehlung für Unternehmen: Lieferanten-Stammdaten sind in der Regel keine personenbezogenen Daten, daher DSGVO-Risiko niedrig. Wer Lieferanten-Kontakte mit hochlädt, sollte mit dem Datenschutzbeauftragten klären, ob ein Data Processing Agreement nötig ist.
Gut kombiniert mit
- Tanso, wenn dein Konzern Mode UND andere Sparten hat: Carbonfact für die Apparel-Linie, Tanso für die Konzernbilanz und Industriesparten
- Notion AI, Sustainability-Wiki im Team mit allen Methodik-Entscheidungen, Lieferantenkommentaren und Audit-Vorbereitung
- Perplexity, laufendes Monitoring von ESG-Regulatorik und Wettbewerber-Sustainability-Reports mit Quellenangaben
Unser Testurteil
Carbonfact verdient 3 von 5 Sternen. In seiner Nische, Carbon Accounting für Apparel und Footwear, ist es das beste Tool am Markt, mit der tiefsten Datenbank und glaubwürdigster Referenzkundschaft. Den vierten Stern verliert es durch das Fehlen von deutschem Support, das intransparente Pricing und die enge Branchenfokussierung. Wer in der Mode arbeitet und CSRD oder DPP vor sich hat: klare Empfehlung für die Shortlist. Wer nicht in der Mode ist: einfach weitergehen, Tanso oder Persefoni passen besser.
Was wir bemerkt haben
- 2024, Carbonfact hat das Modul für Digital Product Passports veröffentlicht, deutlich vor der EU-ESPR-Verpflichtung 2027. Brands wie On und Allbirds haben damit die ersten Pilot-DPPs publiziert.
- 2025, Series-B-Finanzierungsrunde mit Wachstum auf rund 120 Mitarbeitende. Carbonfact positioniert sich klarer als End-to-End-Plattform (Bilanz, LCA, Reporting, DPP) statt als reines Carbon-Accounting-Tool.
- 2025/2026, Mit der CSRD-Welle für mittlere Unternehmen verschärft sich der Wettbewerb mit Plan A und Sweep. Carbonfact bleibt aber durch die Mode-Spezialisierung gut differenziert.
- Mai 2026, Pricing weiterhin ohne öffentliche Liste. Die Sales-First-Strategie schreckt kleinere Brands ab und treibt sie zu generischen Self-Service-Tools wie Tanso.
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Arthur Atlas
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