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Airtable

Airtable, Inc.

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Airtable verbindet Tabellenkalkulation mit Datenbank-Logik und visuellen Projektansichten. Teams nutzen es für strukturierte Daten, die mehr können müssen als Excel — mit Automationen, Formularen, Galerie- und Kanban-Ansichten. Besonders beliebt als flexibles Operations-Tool in Marketing-, Produkt- und Content-Teams.

Kosten: Kostenlos (begrenzte Datensätze/Base); Team 20 USD/Nutzer/Monat; Business 45 USD/Nutzer/Monat; Enterprise Scale auf Anfrage

Stärken

  • Flexibel kombinierbare Ansichten: Grid, Kanban, Kalender, Galerie, Gantt und Formulare
  • Leistungsstarke Automationen und API-Integrationen ohne Programmierkenntnisse erforderlich
  • Relationale Datenstruktur — Verlinkung von Datensätzen zwischen verschiedenen Bases
  • Umfangreiche Template-Bibliothek für schnellen Start in gängigen Use Cases
  • API-Zugang und native Integrationen mit Slack, Google Workspace, Zapier, Make.com

Einschränkungen

  • Keine deutschsprachige Oberfläche oder lokalisierter Support
  • Daten auf US-Servern — DSGVO-Konformität erfordert DPA und sorgfältige Datenhygiene
  • Kostenfreier Plan stark eingeschränkt in Datensatzanzahl und Automationsläufen
  • Für komplexes Projektmanagement mit Zeitplänen und Abhängigkeiten sind Asana oder Jira besser
  • Bei vielen Nutzern und großem Datenvolumen wird der Business-Tier schnell kostspielig

Passt gut zu

Marketing-, Produkt- und Ops-Teams mit strukturierten, aber flexiblen Datenanforderungen Content-Planung, Projekttracking und operative Datenbanken Teams, die Excel durch eine kollaborative Datenbankplattform ersetzen wollen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du brauchst eine flexible Datenbank, die mehr kann als Excel — mit Ansichten, Formularen und Automationen
  • Dein Team verwaltet strukturierte operative Daten: Content-Planung, CRM, Projektstatus
  • Du willst Automationen und Integrationen ohne Programmierkenntnisse aufbauen
  • Du kombinierst relationale Daten aus verschiedenen Bereichen in einem zentralen System

Wann nein

  • Du brauchst eine vollständige Projektmanagement-Lösung mit Zeitplänen, Abhängigkeiten und Gantt-Charts als Kernfunktion
  • Dein Unternehmen hat strikte Anforderungen an EU-Datenhosting
  • Du arbeitest mit komplexen Finanzberechnungen — Excel oder spezialisierte Tools sind besser
  • Du brauchst eine deutschsprachige Oberfläche oder deutschen Support

Kurzfazit

Airtable ist das beste Tool, wenn du Excel durch eine echte Datenbank ersetzen willst — ohne eine IT-Abteilung dafür zu brauchen. Die Mischung aus tabellarischer Ansicht, relationalen Verknüpfungen und automatisierten Workflows deckt Anwendungsfälle ab, für die Unternehmen früher entweder teure Individualsoftware oder komplizierte Excel-Makros brauchten. Der freie Plan ist schnell zu eng, und die US-Datenhaltung ist für DSGVO-sensible Umgebungen ein echter Engpass. Für operative Datenbanken in Marketing, Produkt und Redaktion ist Airtable aber schwer zu schlagen.

Für wen ist Airtable?

Marketing- und Content-Teams: Redaktionsplanung, Asset-Management, Kampagnen-Tracking — Airtable ist in Marketing-Teams praktisch zum Standard geworden. Die Galerie-Ansicht macht Bildarchive übersichtlich, der Kalender zeigt den Publishingplan auf einen Blick, und Status-Automationen benachrichtigen das Team automatisch beim Übergang zwischen Produktionsstufen.

Produkt- und Entwicklungs-Teams: Feature-Requests, Bug-Tracking, Roadmap-Planung. Airtable wird häufig als leichtgewichtiges Produktmanagement-Tool eingesetzt, wenn Jira zu schwer und Trello zu simpel ist. Die Möglichkeit, Kundenfeedback direkt über Formulare einzusammeln und mit dem Roadmap-Board zu verknüpfen, ist besonders wertvoll.

Operations-Teams in schnell wachsenden Unternehmen: HR-Prozesse, Vendor-Management, Event-Planung — überall dort, wo strukturierte Daten gebraucht werden, die mehr als eine einfache Liste sind. Airtable kann mit dem Unternehmen wachsen: Neue Felder, Ansichten und Automationen lassen sich jederzeit ohne Entwicklungsaufwand hinzufügen.

Agenturen und Freelancer: Kundenprojekte, Angebotsverfolgung, Deliverables-Management. Airtable ermöglicht es, Kunden über freigegebene Ansichten oder Formulare in den Prozess einzubinden, ohne ihnen vollen Datenbankzugang zu geben.

Weniger geeignet für: Teams, die ein vollwertiges Projektmanagement-Tool mit Gantt-Charts und Aufgabenabhängigkeiten brauchen (Asana oder Jira sind hier stärker), Unternehmen mit strikten EU-Datenhosting-Anforderungen, und alle, die komplexe Berechnungen oder Finanzmodelle benötigen.

Preise im Detail

PlanPreisDatensätzeAutomationenBesonderheiten
Free0 €Begrenzt pro BaseBegrenztAlle Ansichten, grundlegende Automationen
Team20 USD/Nutzer/MonatErhöhtes Limit25.000/MonatErweiterte Felder, Gantt, Zeitlinie
Business45 USD/Nutzer/MonatGroßes Limit100.000/MonatAdmin-Funktionen, Sync, Premium-Integrationen
Enterprise ScaleAuf AnfrageIndividuellIndividuellSSO, erweiterte Sicherheit, SLA, DPA

Einordnung: Der Free-Plan reicht für kleine Experimente und persönliche Datenbanken. Für den tatsächlichen Team-Einsatz ist mindestens Team nötig — 20 USD pro Nutzer monatlich klingen moderat, summieren sich bei einem fünfköpfigen Team aber schnell auf 100 USD monatlich. Business lohnt sich, sobald du erweiterte Admin-Funktionen, Premium-Integrationen oder höhere Automations-Limits brauchst. DSGVO-konforme Unternehmenseinbindung mit DPA gibt es erst im Enterprise-Tier.

Stärken im Detail

Maximale Flexibilität durch kombinierbare Ansichten. Ein Datensatz in Airtable kann gleichzeitig als Tabelle (Grid), Kanban-Board, Kalender, Galerie oder Gantt-Chart betrachtet werden — ohne die Daten zu duplizieren. Das ist fundamental anders als Excel: Die Daten liegen einmal vor, die Ansicht passt sich dem Zweck an. Das Redaktionsteam sieht den Kalender, der Manager sieht den Kanban-Status, die Geschäftsführung sieht das Dashboard.

Automationen ersetzen manuelle Routinearbeit. Die integrierte Automation-Engine verarbeitet Trigger und Aktionen ohne Programmierung: Wenn ein Feld einen bestimmten Wert annimmt, sende eine Slack-Nachricht, erstelle einen Kalendereintrag oder aktualisiere einen anderen Datensatz. Für komplexere Multi-Step-Szenarien lässt sich Make.com oder Zapier einfach anschließen.

Relationale Datenbankstruktur ohne Datenbank-Kenntnisse. Über “Linked Record”-Felder lassen sich Datensätze aus verschiedenen Bases miteinander verknüpfen — ein Konzept aus relationalen Datenbanken, das Airtable auf eine unkomplizierte Art und Weise zugänglich macht. Kunden-Base und Projekt-Base können so verknüpft werden, dass du bei jedem Kunden alle zugehörigen Projekte siehst.

Template-Bibliothek für schnellen Start. Airtable bietet hunderte vorgefertigter Templates für Content-Planung, CRM, Personalwesen, Eventmanagement und viele andere Bereiche an. Die meisten sind so konfiguriert, dass du sie sofort produktiv nutzen kannst — das spart Stunden der initialen Setup-Arbeit.

Schwächen ehrlich betrachtet

Der Free-Plan ist für echte Arbeit zu eingeschränkt. Die Datensatz-Limits und die begrenzte Zahl an Automationsläufen im kostenlosen Plan stoßen bei jedem ernsthaften Anwendungsfall schnell an ihre Grenzen. Wer Airtable für ein Team nutzen will, landet sehr schnell beim Team-Plan — und zahlt pro Nutzer. Das macht Airtable teurer als es auf den ersten Blick erscheint.

Kein EU-Datenhosting — DSGVO erfordert sorgfältige Prüfung. Airtable speichert Daten auf US-Servern. Für Unternehmen, die personenbezogene Daten (Kundenkontakte, Mitarbeiterdaten) in Airtable verwalten, ist das eine echte Compliance-Frage. Ein Data Processing Agreement gibt es erst im Enterprise-Tier. Workaround: Keine personenbezogenen Daten in Airtable speichern, sondern nur anonymisierte oder betriebliche Informationen.

Komplexes Projektmanagement geht besser woanders. Abhängigkeiten zwischen Aufgaben, kritische Pfade, Ressourcenplanung — für echtes Projektmanagement ist Airtable zu simpel. Die Gantt-Ansicht gibt es, aber echte Projektverfolgung mit Meilensteinen und Abhängigkeiten ist eher ein Nebenmerkmal als eine Kernstärke. Hier sind Asana, Monday.com oder Jira besser aufgestellt.

Lernkurve bei relationalen Verknüpfungen. Die Stärke “relationale Datenstruktur” ist gleichzeitig ein Stolperstein: Wer noch nie mit relationalen Datenbanken gearbeitet hat, braucht etwas Zeit, um zu verstehen, wie Linked Records, Lookup-Felder und Rollup-Felder zusammenspielen. Die Oberfläche ist intuitiv — das Konzept dahinter aber nicht trivial.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Echtes Projektmanagement mit Zeitplänen und Abhängigkeiten brauchstAsana
Ein einfacheres und günstigeres Kanban-Tool suchstTrello
Eine All-in-One-Lösung mit Notizen, Datenbanken und Docs willstNotion
EU-Datenhosting und DSGVO-konforme Datenbanken brauchstNotion mit EU-Hosting oder eine selbst gehostete Lösung

Airtable findet seine Nische als flexible operative Datenbank — zwischen dem Chaos von Excel und der Komplexität einer echten Datenbanklösung. Wer genau das braucht, wird schwer eine bessere Alternative finden.

So steigst du ein

Schritt 1: Erstelle einen kostenlosen Account auf airtable.com und wähle ein Template, das deinem Anwendungsfall nahekommt — “Content Calendar”, “Project Tracker” oder “CRM” sind gute Einstiegspunkte. Kopiere das Template und befülle es mit deinen Daten, statt von Null zu starten.

Schritt 2: Aktiviere eine erste Automation: Gehe in den Bereich “Automations” und erstelle eine einfache Regel — “Wenn Status = ‘Abgeschlossen’, sende Benachrichtigung an Verantwortlichen”. Diese erste Automation macht den Unterschied zu Excel sofort erlebbar, ohne Programmierkenntnisse zu erfordern.

Schritt 3: Verknüpfe zwei Bases miteinander. Zum Beispiel: eine Kundendatenbank und eine Projektbase. Füge in der Projektbase ein “Linked Record”-Feld für Kunden hinzu — ab diesem Moment siehst du bei jedem Kunden alle Projekte und umgekehrt. Das ist der Moment, an dem Airtable seine volle relationale Stärke zeigt.

Ein konkretes Beispiel

Ein Münchner Marketingteam eines mittelständischen E-Commerce-Unternehmens verwaltet seine gesamte Content-Produktion in Airtable: Blog-Artikel, Social-Media-Posts und Newsletter liegen in einer Base mit Feldern für Status, Verantwortlichen, Veröffentlichungsdatum, Kanal und Content-Typ. Sobald ein Artikel auf “Review bereit” gesetzt wird, verschickt eine Automation automatisch eine Slack-Benachrichtigung an den Lektor. Eine Galerie-Ansicht zeigt alle geplanten Beiträge visuell als Redaktionskalender. Was früher drei verschiedene Excel-Listen und tägliche Statusmeetings erforderte, läuft jetzt vollständig in Airtable — das Team spart schätzungsweise zwei Stunden Koordinationsaufwand pro Woche.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: US-Server (Airtable, Inc. mit Hauptsitz in San Francisco); kein EU-Hosting verfügbar
  • Datenübertragung: Airtable nutzt Standardvertragsklauseln (SCCs) für Datenübertragungen in die USA
  • AVV / DPA: Nur im Enterprise Scale-Tier verfügbar; für kleinere Pläne kein formaler Auftragsverarbeitungsvertrag
  • Datenlöschung: Kontolöschung und Datenlöschung über die Kontoeinstellungen möglich
  • DSGVO-Vertreter: Airtable hat nach Art. 27 DSGVO EU- und UK-Vertreter benannt
  • Empfehlung: Keine personenbezogenen Daten von Kunden oder Mitarbeitern im Free- oder Team-Plan speichern. Für DSGVO-konforme Nutzung mit DPA ist Enterprise notwendig — oder eine Alternative mit EU-Hosting prüfen.

Gut kombiniert mit

  • Make.com — Airtable-Daten als Trigger für komplexe Multi-Step-Automationen nutzen: Neue Zeile in Airtable löst eine Kette von Aktionen in anderen Tools aus — ohne Programmierkenntnisse
  • Asana — Airtable als relationale Datenbankschicht für strukturierte Stammdaten, Asana für das operative Aufgabentracking mit Zeitplänen und Teamzuweisung
  • ChatGPT — Airtable-Einträge über Make.com an ChatGPT weitergeben und KI-generierte Entwürfe automatisch zurück in die Base schreiben lassen: skalierte Content-Produktion mit menschlicher Qualitätskontrolle

Unser Testurteil

Airtable verdient 4 von 5 Sternen. Als flexible operative Datenbank — zwischen der Einfachheit von Tabellen und der Komplexität echter Datenbanksoftware — ist es für Marketing-, Produkt- und Content-Teams kaum zu schlagen. Die Kombination aus visuellen Ansichten, Automationen und relationalen Verknüpfungen ist in dieser Zugänglichkeit einzigartig. Den fünften Stern verliert es durch das fehlende EU-Datenhosting, die teuren höheren Pläne und die im DSGVO-Kontext eingeschränkte Nutzbarkeit für personenbezogene Daten. Wer diese Einschränkungen kennt und berücksichtigt, bekommt ein außerordentlich vielseitiges Tool.

Was wir bemerkt haben

  • 2023 — Airtable hat seine Preise deutlich angehoben: Der Team-Plan stieg von 10 USD auf 20 USD pro Nutzer/Monat — eine Verdoppelung. Gleichzeitig wurde der Free-Plan eingeschränkt: Das Limit für Datensätze pro Base wurde von 1.200 auf 1.000 gesenkt. Viele Nutzer reagierten mit Unmut in den Community-Foren; einige wechselten zu Notion oder anderen Alternativen.
  • 2023 — Airtable entließ rund 27 Prozent seiner Belegschaft (ca. 237 Stellen) im Rahmen einer Restrukturierung. Das Unternehmen war zuvor auf eine Bewertung von 11 Milliarden USD gestiegen und musste sich an veränderte Marktbedingungen anpassen. Das Produkt ist weiterhin vollständig funktionsfähig und wird aktiv weiterentwickelt.

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