Wissensdatenbank für Beratungen: Projektwissen mit KI finden
Eine KI-Wissensdatenbank findet frühere Projekte, Referenzen und Ansprechpartner in euren Projektunterlagen, mit Fundstelle. Was die Verschwiegenheit gegenüber Kunden erlaubt, welche Lösung Kundenprojekte trennt und was sie kostet.
Mit KI-Agenten recherchiert und geschrieben, verantwortlich: Redaktion KI-Syndikat. Stand 23. Oktober 2026. So arbeiten wir Fehler melden
- Problem
- In einer Beratung steckt das Wissen in abgeschlossenen Projekten, und ein großer Teil davon gehört dem Kunden. Wer ein vergleichbares Projekt oder eine Referenz sucht, öffnet Ordner, fragt im Team und weiß am Ende oft nicht, was er davon verwenden darf.
- KI-Lösung
- Ein KI-Assistent durchsucht Projektsteckbriefe und eigene Methodendokumente, nennt passende Projekte mit Fundstelle und zeigt jeder Person nur, was sie nach ihren Rechten lesen darf. Was der Kunde freigegeben hat, steht im Steckbrief.
- Typischer Nutzen
- Frühere Projekte und Referenzen mit Fundstelle statt aus der Erinnerung. Eine belegte Zahl zur gesparten Recherchezeit gibt es nicht; eure Zeiterfassung zeigt sie, wenn ihr die Suche als eigene Tätigkeit bucht.
- Setup-Zeit
- Erst Rechte und Freigaben je Projekt klären
- Kosteneinschätzung
- Lizenz 0 bis 30 € je Nutzer und Monat, Nutzung teils extra
Kurzfazit
Eine KI-Wissensdatenbank für Beratungen findet in euren Projektunterlagen frühere Projekte, Referenzen und Ansprechpartner und nennt die Fundstelle. Im Consulting gehört aber ein großer Teil dieses Wissens dem Kunden. Für BDU-Mitglieder gilt nach den Berufsgrundsätzen: Ihr sorgt dafür, dass Unbefugte keine Einsicht erhalten, und nennt einen Kunden nur mit seiner ausdrücklichen Einwilligung als Referenz. Microsoft 365 Copilot Business kostet 18,20 Euro netto Aufpreis je Nutzer und Monat im Jahresabo, nuwacom 25 Euro, Open WebUI selbst betrieben 0 Euro Lizenz.
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Was in der Unternehmensberatung anders ist
Wie ein KI-Assistent Fragen aus euren Dokumenten beantwortet, was die gängigen Plattformen kosten und wo er sich irrt, steht auf der allgemeinen Seite Interne Wissensdatenbank mit KI aufbauen. In einer Beratung kommen vier Dinge dazu, die dort keine Rolle spielen.
Ein großer Teil des Projektwissens gehört dem Kunden
Die Berufsgrundsätze des BDU (Stand 01/2023) gelten für alle Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen. Paragraf 3 verpflichtet zur Verschwiegenheit über betriebliche Interna des Auftraggebers. Dort steht auch: „Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse des Auftraggebers dürfen nicht unbefugt verwertet werden.“ Und die Beratung sorgt dafür, dass Unbefugte vor, während und nach dem Auftrag keine Einsicht in interne Unterlagen und vertrauliche Beratungsergebnisse des Auftraggebers erhalten. Im BDU sind nach eigener Angabe rund 600 Unternehmen mit 19.000 Beraterinnen und Beratern organisiert (BDU, 22.10.2026).
Auch ohne Mitgliedschaft kann das Geschäftsgeheimnisgesetz greifen, aber nur für Informationen, die ein Geschäftsgeheimnis im Sinne von § 2 Nr. 1 GeschGehG sind: nicht allgemein bekannt und deshalb von wirtschaftlichem Wert, vom Kunden durch angemessene Geheimhaltungsmaßnahmen geschützt und mit einem berechtigten Interesse an der Geheimhaltung. Ein solches Geheimnis darf nicht nutzen oder offenlegen, wer gegen eine Verpflichtung zur Beschränkung der Nutzung verstößt oder gegen die Verpflichtung, es nicht offenzulegen (§ 4 Abs. 2 Nr. 2 und 3 GeschGehG). Eine solche Verpflichtung ist genau das, was eine Vertraulichkeitsvereinbarung mit dem Kunden regelt.
Ein Berufsgeheimnis wie Anwälte haben Unternehmensberater dagegen nicht: Sie stehen nicht in der Liste der Berufsgeheimnisträger in § 203 Abs. 1 StGB, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater schon (Nr. 3). Organe von Prüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften erfasst Nr. 3a nur „im Bereich der Wirtschaftsprüfung, Buchprüfung oder Hilfeleistung in Steuersachen“. Arbeitet ihr unter dem Dach einer solchen Gesellschaft, klärt deshalb, ob eure Beratungsunterlagen darunter fallen. Wenn ja, muss ein KI-Anbieter als mitwirkende Person zur Geheimhaltung verpflichtet sein (§ 203 Abs. 3 und 4 StGB), und das Berufsrecht verlangt mehr: Nach § 50a WPO und § 62a StBerG braucht der Vertrag mit dem Dienstleister Textform, der Dienstleister wird unter Belehrung über die strafrechtlichen Folgen zur Verschwiegenheit verpflichtet, und bei einer Dienstleistung im Ausland darf er Zugang zu fremden Geheimnissen nur bekommen, wenn deren Schutz dort dem im Inland vergleichbar ist, „es sei denn, dass der Schutz der Geheimnisse dies nicht gebietet“ (jeweils Abs. 4). Das kann auch Copilot betreffen: Microsoft nimmt die Modelle von Anthropic von der EU-Datengrenze aus, und mit flexiblem Routing kann die Verarbeitung zu Spitzenzeiten in den USA, Kanada oder Australien stattfinden (mehr unter Datenschutz). nuwacom nennt die Verschwiegenheitspflichten nach § 203 StGB ausdrücklich für seinen Enterprise-Tarif.
Für die Wissensdatenbank heißt das: Wer im eigenen Haus als befugt gilt, legt der BDU-Text nicht fest. Unsere vorsichtige Lesart: das Projektteam. Deshalb trennt ihr zwei Bestände. Kundenunterlagen bleiben im Projektraum mit den Rechten des Projektteams. In den gemeinsamen Bestand kommt, was euch gehört: Vorgehensmodelle, Vorlagen, anonymisierte Erkenntnisse und ein Steckbrief je Projekt.
Konkurrierende Kunden und Informationsbarrieren
Paragraf 4 der Berufsgrundsätze untersagt, mehrere Auftraggeber in derselben Sache im widerstreitenden Interesse zu beraten. Ausnahmen gelten dort „insbesondere, wenn die Auftraggeber damit einverstanden sind“. Eine Trennwand zwischen Teams schreibt § 4 nicht vor, und Wettbewerber in verschiedenen Sachen zu beraten, verbietet er nicht. Trotzdem kann ein Assistent, der für alle alles durchsucht, Erkenntnisse aus einem Mandat in das Team tragen, das den Wettbewerber berät. Dass ihr das verhindern müsst, ist unsere Lesart der Verschwiegenheit aus § 3 und eurer Verträge mit den Kunden, nicht eine Vorgabe aus § 4. Das Gegenmittel heißt in Microsoft 365 Informationsbarrieren: Sie verhindern zwischen festgelegten Gruppen in SharePoint und OneDrive den Zugriff auf Websites und Inhalte und das Auffinden von Websites, in E-Mails dagegen nicht. Microsoft nennt als Beispiel ausdrücklich Kanzleien, in denen die Daten eines Mandanten für Anwälte anderer Mandate gesperrt bleiben. Welches Abonnement ihr dafür braucht, schreibt Microsoft auf der Einrichtungsseite nicht direkt, sondern verweist auf die Übersicht der Enterprise-Pläne.
Referenzen: Einwilligung nach BDU, Liste nach Vergaberecht
In Vergabeverfahren nach der Vergabeverordnung kann ein öffentlicher Auftraggeber als Nachweis eine Referenzliste verlangen: die wesentlichen Leistungen der letzten höchstens drei Jahre, „mit Angabe des Werts, des Liefer- beziehungsweise Erbringungszeitpunkts sowie des öffentlichen oder privaten Empfängers“ (§ 46 Abs. 3 Nr. 1 VgV). Namentlich nennen dürfen BDU-Mitglieder einen Kunden aber nur, „soweit der Auftraggeber ausdrücklich eingewilligt hat“ (§ 6 der Berufsgrundsätze). Paragraf 6 steht unter der Überschrift „Werbung“; wir lesen ihn so, dass er auch die Referenzliste im Angebot erfasst. Unabhängig davon kann schon der Name des Kunden unter die Verschwiegenheit fallen. Für jede Referenz braucht ihr also vier Angaben: Wert, Zeitraum, Auftraggeber und Einwilligung.
Das ist kein Randthema. In einer Befragung des BDU unter 80 Beraterinnen und Beratern vom 8. bis 26. Juni 2026 nannten 73 Prozent umfangreiche Referenzanforderungen als eine der größten Hürden für kleine und mittlere Beratungen bei öffentlichen Vergaben. Die öffentliche Hand stellt laut dem Fachverband Öffentlicher Sektor im BDU mehr als 10 Prozent des Beratungsvolumens in Deutschland.
Die Branche nutzt KI breit, misst den Nutzen aber selten
In einer Zusatzbefragung zum BDU-Geschäftsklimaindex für das dritte Quartal 2026 setzte nur rund ein Prozent der Befragten keine KI ein, 71 Prozent haben verbindliche Regeln für die interne Nutzung. Ihren Erfolg beurteilt aber mehr als die Hälfte der Beratungen vor allem anhand einzelner Erfahrungen und Rückmeldungen, und nur 31 Prozent sehen einen eher hohen oder sehr hohen Mehrwert. An der Quartalsbefragung nahmen 198 Beraterinnen und Berater teil, eine eigene Teilnehmerzahl für die KI-Fragen nennt der BDU nicht. Wenn ihr Zeit erfasst, habt ihr das Messinstrument schon im Haus: Bucht die Suche nach früheren Projekten und Referenzen zwei Wochen lang auf eine eigene Tätigkeit, dann habt ihr eine Ausgangslage, gegen die ihr den Assistenten messen könnt.
Welche Wissensdatenbank-Lösung zu einer Beratung passt
Entscheidend ist weniger die Suchtechnik als die Frage, ob das Werkzeug eure Rechte je Projekt übernimmt und Kundenräume aus der Suche heraushalten kann. In die Tabelle kam nur, was Microsoft, Glean, nuwacom und Open WebUI auf ihren eigenen Preis- und Hilfeseiten veröffentlichen, gelesen am 22. und 23.10.2026; die Preise haben wir am 23.10.2026 ein zweites Mal geprüft.
| Werkzeug | Preis je Nutzer und Monat (abgerufen am 23.10.2026) | Wie Kundenprojekte getrennt bleiben | Hosting und Haken |
|---|---|---|---|
| Microsoft 365 Copilot , wenn eure Projekträume in SharePoint und Teams liegen | Copilot Business 18,20 € im Jahresabo, 21,84 € im Monatsabo, Aktionspreis 15,60 € im ersten Jahr bei Abschluss vom 1.7. bis 31.12.2026 (nur Jahresabo); Enterprise 26,00 € (27,30 € bei monatlicher Zahlung). Netto, zusätzlich zur Microsoft-365-Lizenz | Zeigt nur, was die Person mindestens ansehen darf. Die eingeschränkte Inhaltsermittlung nimmt einzelne SharePoint-Websites aus Copilot und der organisationsweiten Suche, Informationsbarrieren trennen Gruppen | EU-Datengrenze, ausgenommen die Modelle von Anthropic und Spitzenzeiten mit flexiblem Routing. Die eingeschränkte Inhaltsermittlung ändert keine Rechte und ist laut Microsoft als vorübergehende Kontrolle gedacht |
| Glean , wenn euer Wissen über viele Systeme verteilt ist | Kein Listenpreis, nur über eine Demo | Laut Anbieter sieht jede Person nur, was sie sehen darf | Ohne Preis kein Vergleich vor dem Vertriebsgespräch |
| nuwacom , wenn Hosting in Deutschland verlangt ist | Business 25 € bei jährlicher, 30 € bei monatlicher Abrechnung, eine Angabe zur Mehrwertsteuer fehlt. Enterprise ab 20 Nutzern auf Anfrage | Rollen, Rechte und Modellfreigaben je Team schon im Business-Tarif | Business läuft auf Azure in Europa. Hosting bei STACKIT in Deutschland und die automatische Synchronisierung aus SharePoint, Google Drive und Confluence gibt es nur in Enterprise |
| Open WebUI , wenn Kundenunterlagen das Haus nicht verlassen dürfen | Software 0 €. Server, Betrieb und Sprachmodell zahlt ihr | Zugriff je Wissensbasis, vergeben an Gruppen | Läuft auf eurem Server, mit einem lokalen Modell bleibt alles dort. Das Open-WebUI-Branding entfernen dürft ihr ohne Zusatzlizenz nur bei höchstens 50 Nutzern in 30 Tagen |
Bei Glean fehlt der Preis, weil der Anbieter keinen veröffentlicht: Die frühere Preisseite glean.com/pricing leitet auf die Startseite um. Die Euro-Preise von Microsoft sind laut Preisseite zuzüglich Mehrwertsteuer, der Aktionspreis gilt nur im Jahresabo und nur für bestehende Microsoft-365-Kunden mit einem berechtigten Business-Tarif. Bei Microsoft und nuwacom kann zur Lizenz noch Nutzung dazukommen: Unter jedem Preis auf der Seite zu Copilot Business steht „Nutzungsbasierte Abrechnung für ausgewählte erweiterte KI-Funktionen“, und Microsoft schreibt dazu: „Dadurch können zusätzlich zu den Lizenzgebühren weitere, nutzungsbasierte Kosten entstehen.“ nuwacom bewirbt Business mit „flexible additional usage per user“ und stuft einzelne Nutzer auf Premium für 49 € oder Power für 99 € je Monat hoch (Preise bei jährlicher Abrechnung), weil aufwendige Aufgaben wie längere Dokumente oder Agenten laut Anbieter mehr verbrauchen als einfache Chatfragen. Weitere Plattformen, darunter Langdock mit Hosting in der EU, Notion AI und Confluence mit Rovo, vergleicht die allgemeine Seite mit Preisen vom selben Tag.
Kurz entschieden:
- Eure Projekträume liegen in SharePoint oder Teams, je Projekt mit eigenem Team: Copilot. Vorher Rechte prüfen und Kundenräume, die nicht jeder finden soll, übergangsweise aus der Suche nehmen.
- Kunden verlangen Hosting in Deutschland: nuwacom im Enterprise-Tarif ab 20 Nutzern oder ein selbst betriebenes System.
- Eure Verträge schließen Cloud-Dienste für Kundenunterlagen aus: Open WebUI auf eigenem Server, oder nur euer Methodenwissen in eine Cloud-Lösung.
- Euer Wissen liegt in vielen Systemen, und ihr habt Budget für ein Vertriebsgespräch: Glean anfragen.
Kundenräume in Microsoft 365 aus Copilot heraushalten
Für Beratungen in Microsoft 365 ist die eingeschränkte Inhaltsermittlung der Schalter, der einen Kundenraum aus Copilot nimmt, allerdings nur auf Zeit: Microsoft konzipiert sie als „vorübergehende Governancekontrolle“, die Zeit gibt, Zugriffe zu prüfen, und rät, sie „selektiv“ zu verwenden. Im SharePoint Admin Center wählt die Administration unter Websites die Aktiven Websites, öffnet die Website, aktiviert auf der Registerkarte Einstellungen die Option Inhalt von Microsoft Copilot einschränken und speichert. Danach erscheint die Website nicht mehr in organisationsweiten Suchergebnissen und Copilot-Antworten, und auf der Website selbst fehlen die KI-Einstiegspunkte wie die Copilot-Schaltfläche.
Ihre Grenzen nennt Microsoft selbst: Sie ändert keine Rechte, wer schon Zugriff hat, kann die Inhalte weiter direkt öffnen. Die Suche innerhalb der Website und der Microsoft 365 Feed sind nicht betroffen, und die Inhalte bleiben im Suchindex. Die Funktion gilt nicht für OneDrive. Bei Websites mit mehr als 500.000 Elementen kann es über eine Woche dauern, bis die Einstellung in Suche und Copilot wirkt. Voraussetzung sind eine Copilot-Lizenz und die Erweiterte SharePoint-Verwaltung. Die eigentliche Trennung bleibt deshalb die Berechtigung: Wer nicht im Projektteam ist, sollte den Projektraum gar nicht öffnen können.
Projektwissen aufbauen: was in die Wissensdatenbank gehört
Die Wissensdatenbank beginnt im Projektmanagement: Was beim Projektabschluss nicht festgehalten wird, findet später auch kein Assistent.
1. Zwei Bestände trennen. Rohdaten, Interviewnotizen und Zahlen des Kunden bleiben im Projektraum. Der gemeinsame Bestand bekommt eure Methoden, Vorlagen, anonymisierte Erkenntnisse und die Steckbriefe. Wie ihr Erkenntnisse aus abgeschlossenen Projekten auswertet, beschreibt die Seite zur Lessons-Learned-Auswertung.
2. Zum Projektabschluss einen Steckbrief anlegen. Er enthält Thema, Branche des Kunden, Zeitraum, Auftragswert, Projektleitung und Team, Methoden und den Ablageort. Dazu kommen zwei Felder, die eine Beratung braucht, weil ein Teil des Wissens dem Kunden gehört: „Als Referenz freigegeben: ja oder nein, wann, durch wen“ und „Erkenntnisse anonymisiert wiederverwendbar: ja oder nein“. Wert, Zeitraum und Auftraggeber sind genau die Angaben, die § 46 VgV für eine Referenzliste nennt. Ohne Steckbrief sucht ihr sie für jede Ausschreibung wieder in den Projektordnern zusammen und fragt im Team herum. Den Abschlussbericht selbst kann KI vorbereiten, siehe Projektabschlussbericht automatisch erstellen.
3. Rechte je Projekt setzen, bevor der Assistent startet. Copilot, Glean, nuwacom und Open WebUI richten sich laut Anbieter nach den Rechten, die ihr vergebt. Steht der Raum eines Kunden aus Versehen allen im Haus offen, beantwortet der Assistent die Fragen jedes Teams auch aus den Unterlagen dieses Kunden.
4. Konflikte vorher abbilden. Beratet ihr Wettbewerber in verwandten Fragen, legt die Trennung fest, bevor ein Assistent beide Räume durchsucht. Ob die Mandate kollidieren, entscheidet eine Person, nicht der Assistent.
5. Probelauf mit Steckbriefen ohne Kundengeheimnisse. Nehmt die Steckbriefe eurer letzten Projekte und stellt die Fragen, die bei euch wirklich vorkommen: „Haben wir so etwas schon gemacht?“, „Wer war dabei?“, „Welche Referenzen haben wir zum Thema?“. Gemessen wird gegen die Recherchezeit, die ihr vorher zwei Wochen lang auf eine eigene Tätigkeit gebucht habt.
Referenzliste per Prompt: Anweisung und Beispielergebnis
Steckbriefe, Projekte und Beträge im Beispielergebnis sind von uns erfunden. Eine echte Liste nennt den Auftraggeber mit Namen; im Beispiel steht dort seine Branche.
Mitarbeiter:in
KI-Assistent
Nimmt euer Assistent ein Projekt ohne Einwilligung in die Liste auf, hat er die Anweisung übergangen. Prüft das im Probelauf mit einem Steckbrief, dessen Feld Referenz absichtlich leer ist.
Was der Assistent nicht entscheidet: ob eine Einwilligung noch gilt, ob zwei Mandate kollidieren und ob eine Erkenntnis anonym genug ist, um sie in einem anderen Projekt zu verwenden. Er findet auch nur, was im Steckbrief steht. Und eine Antwort mit Fundstelle könnt ihr nachprüfen, falsch sein kann sie trotzdem: Die Studie dazu und die Fehlerquoten von Systemen mit Quellenangabe stehen auf der allgemeinen Seite.
Klingt das nach eurem Alltag? Ob sich dieser Use Case bei euch rechnet, klären wir im Erstgespräch: 30 Minuten, kostenlos.
Erstgespräch anfragenDSGVO bei Kundenunterlagen: AVV, Verarbeitungsort und Betriebsrat
Projektunterlagen enthalten oft personenbezogene Daten: Interviewnotizen, Stakeholderlisten, in Organisationsprojekten Daten von Beschäftigten des Kunden. Ein Anbieter, bei dem eure Wissensdatenbank läuft, verarbeitet diese Daten in eurem Auftrag. Nach Art. 28 Abs. 1 DSGVO kommt für euch dann nur ein Auftragsverarbeiter infrage, der hinreichende Garantien für ihren Schutz bietet, und mit ihm schließt ihr einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV). Der AVV regelt aber nur euer Verhältnis zum Anbieter. Ob Unterlagen aus einem Kundenprojekt überhaupt in ein weiteres System dürfen, regelt euer Vertrag mit dem Kunden.
- Microsoft 365 Copilot: Mit Prompts, Antworten und den Daten, die Copilot über Microsoft Graph abruft, trainiert Microsoft nach eigener Angabe keine Basismodelle. Für EU-Kunden bleibt der Datenverkehr in der EU-Datengrenze, mit zwei Ausnahmen: Die Modelle von Anthropic nimmt Microsoft derzeit davon aus, und ist flexibles Routing eingeschaltet, kann die Verarbeitung in Zeiten hoher Nachfrage in den USA, Kanada oder Australien stattfinden. Für berechtigte Mandanten, die nach dem 25. März 2026 erstellt wurden, ist es voreingestellt, abschalten lässt es sich im Microsoft 365 Admin Center. Für Unterlagen unter einem Berufsgeheimnis sind das genau die Punkte, die ihr klärt (siehe oben). Was jemand fragt und Copilot antwortet, bleibt als Aktivitätsverlauf gespeichert, und eure Administration kann ihn über die Inhaltssuche oder Microsoft Purview durchsuchen.
- nuwacom: Daten werden laut Anbieter nur in der EU verarbeitet und gespeichert, Kundendaten werden nie zum Training von KI-Modellen genutzt (nuwacom). Eine eigene Instanz gibt es ab 1.000 Nutzern, Betrieb auf eigener Infrastruktur ab 4.000.
- Open WebUI, selbst betrieben: Projektunterlagen und Suchindex bleiben auf dem Server, den ihr betreibt. Hängt daran ein Cloud-Sprachmodell, schickt das System zu jeder Frage die passenden Textstellen an dessen Anbieter; läuft das Modell bei euch, bleibt auch dieser Schritt im Haus.
Soll der Assistent auf die Frage „Wer kennt sich bei uns damit aus?“ Namen nennen, wertet er aus, wer an welchen Projekten gearbeitet hat. Habt ihr einen Betriebsrat, sprecht mit ihm, bevor der Assistent startet. Nach unserer Lesart fällt eine solche Auswertung über Beschäftigte unter § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG: Die Vorschrift gibt dem Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht, wenn technische Einrichtungen eingeführt werden, „die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen“. Was die KI-Verordnung zur KI-Kompetenz der Beschäftigten verlangt, steht auf der allgemeinen Seite.
Wissensdatenbank im Consulting: drei Gründe dagegen
Ihr seid eine Einzelberatung oder ein Team, in dem jede Person jedes Projekt kennt (unter etwa zehn Personen, Annahme der Redaktion, keine Erhebung). Dann beantwortet ihr „Haben wir das schon gemacht?“ über den Tisch, und eine Tabelle mit einer Zeile je Projekt, den Steckbrief-Feldern von oben und der Spalte Einwilligung leistet für Referenzen dasselbe wie ein Assistent.
Es gibt keinen Projektabschluss mit Steckbrief, und niemand hält fest, was der Kunde freigegeben hat. Dann scheitert es am Projektabschluss, und keine Software ändert daran etwas. Ein Assistent findet nur, was dokumentiert ist, und eine fehlende Einwilligung kann er nicht nachholen. Erst den Steckbrief in den Projektabschluss aufnehmen, dann die KI.
Eure Kundenverträge verbieten, Unterlagen außerhalb des Projektteams oder in Cloud-Diensten zu speichern, und für einen eigenen Server fehlt der Betrieb. Dann bleibt für die Wissensdatenbank nur, was euch gehört: Methoden, Vorlagen, anonymisierte Erkenntnisse. Fehlt jemand, der ein selbst betriebenes System einrichtet und pflegt, lasst Kundenwissen vorerst draußen.
Häufige Fragen zur Wissensdatenbank in der Beratung
Welche Wissensdatenbank-Lösung passt zu einer Unternehmensberatung? Die, die dort arbeitet, wo eure Projektunterlagen liegen, und eure Rechte je Projekt übernimmt. Liegen die Projekträume in SharePoint und Teams, ist das Microsoft 365 Copilot Business für 18,20 Euro netto Aufpreis je Nutzer und Monat im Jahresabo, für Kundenräume übergangsweise mit der eingeschränkten Inhaltsermittlung. Verlangen Kunden Hosting in Deutschland, kommt nuwacom im Enterprise-Tarif ab 20 Nutzern in Frage, schließen eure Verträge Cloud-Dienste aus, ein selbst betriebenes Open WebUI. Welches Produkt es wird, zählt weniger als zwei Fähigkeiten: Fundstellen zeigen und Kundenprojekte trennen.
Ist eine KI-Wissensdatenbank mit Kundenunterlagen DSGVO-konform? Erst mit einem AVV und einem geklärten Verarbeitungsort, und die DSGVO ist in der Beratung nicht die einzige Grenze. Mit dem Anbieter schließt ihr einen AVV nach Art. 28 DSGVO und lasst euch zeigen, in welchem Land er die Daten verarbeitet. Dazu kommen die Verschwiegenheit gegenüber dem Kunden aus eurem Vertrag, § 3 der BDU-Berufsgrundsätze für Mitglieder und das Geschäftsgeheimnisgesetz. Kundenunterlagen bleiben deshalb im Projektraum, in den gemeinsamen Bestand kommen Steckbriefe und anonymisierte Erkenntnisse.
Kann eine Wissensdatenbank zeigen, wer bei uns Experte für ein Thema ist? Ja, wenn eure Steckbriefe das Projektteam nennen. Dann beantwortet der Assistent „Wer hat schon einmal ein Projektbüro aufgebaut?“ mit Namen und Fundstelle. Er wertet dafür aus, wer an welchen Projekten gearbeitet hat; gibt es bei euch einen Betriebsrat, redet vor dem Start mit ihm darüber.
Hilft eine Wissensdatenbank bei Referenzen für Ausschreibungen? Ja, wenn jeder Steckbrief Wert, Zeitraum, Auftraggeber und die Einwilligung des Kunden enthält. Wert, Zeitpunkt und Empfänger kann ein öffentlicher Auftraggeber nach § 46 Abs. 3 Nr. 1 VgV in einer Referenzliste der letzten höchstens drei Jahre verlangen. Die Einwilligung steht nicht in der VgV, sondern in § 6 der BDU-Berufsgrundsätze: Namentlich nennen dürfen BDU-Mitglieder einen Kunden nur mit seiner ausdrücklichen Einwilligung. Der Prompt oben baut daraus eine Liste und führt Projekte ohne Einwilligung getrennt auf.
Werden bei nuwacom Kundendaten zum Training von KI-Modellen verwendet? Nein, laut Anbieter nie. Rollen, Rechte und Modellfreigaben je Team gibt es schon im Business-Tarif zu 25 Euro je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung. Audit-Logs nennt nuwacom auf seiner Sicherheitsseite, ohne sie einem Tarif zuzuordnen. Die Einschränkungen: Business läuft auf Azure in Europa; Hosting bei STACKIT in Deutschland und die automatische Synchronisierung aus SharePoint, Google Drive und Confluence gibt es nur im Enterprise-Tarif ab 20 Nutzern, eine eigene Instanz ab 1.000 Nutzern.
Quellen & Methodik
- BDU-Berufsgrundsätze: § 3 Verschwiegenheit mit Verwertungsverbot und Schutz vor Einsicht Unbefugter, § 4 Interessenkollision mit Ausnahmen „insbesondere“ bei Einverständnis der Auftraggeber, § 6 unter der Überschrift „Werbung“ mit Referenzen nur bei ausdrücklicher Einwilligung, gültig für alle Mitgliedsunternehmen, Stand 01/2023 (PDF beim BDU, abgerufen am 22.10.2026).
- BDU-Befragung zu öffentlichen Vergaben: 80 Befragte, 8. bis 26. Juni 2026, 73 Prozent nennen umfangreiche Referenzanforderungen als eine der größten Hürden für kleine und mittlere Beratungen; öffentliche Hand mit mehr als 10 Prozent des Beratungsvolumens; rund 600 Mitgliedsunternehmen mit 19.000 Beraterinnen und Beratern (Pressemitteilung vom 22.10.2026, abgerufen am 22.10.2026).
- BDU-Geschäftsklimaindex Q3/2026 mit KI-Zusatzbefragung: 198 Teilnehmende der Quartalsbefragung, für die KI-Fragen keine eigene Zahl; rund 1 Prozent ohne KI, 71 Prozent mit verbindlichen Regeln, 31 Prozent mit eher hohem oder sehr hohem Mehrwert, mehr als die Hälfte bewertet den Erfolg vor allem anhand einzelner Erfahrungen (Pressemitteilung vom 09.10.2026, abgerufen am 22.10.2026).
- Recht: § 203 StGB (Liste der Berufsgeheimnisträger, Nr. 3a für Organe von Prüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften, mitwirkende Personen), § 4 GeschGehG, § 46 VgV, Art. 28 DSGVO, § 87 BetrVG, alle abgerufen am 22.10.2026; § 2 GeschGehG (Begriff Geschäftsgeheimnis), § 50a WPO und § 62a StBerG (Verträge mit Dienstleistern, Dienstleistungen im Ausland), abgerufen am 23.10.2026.
- Microsoft 365 Copilot, Preise: Microsoft 365 Copilot Business 18,20 Euro im Jahresabo, 21,84 Euro im Monatsabonnement, Aktionspreis 15,60 Euro im ersten Jahr (Angebot vom 1. Juli bis 31. Dezember 2026, nur Jahresabo, nur bestehende Kunden mit berechtigtem Business-Tarif); Microsoft 365 Copilot 26,00 Euro jährlich, 27,30 Euro bei monatlicher Zahlung im Jahresabonnement; zuzüglich Mehrwertsteuer; unter jedem Preis der Hinweis auf nutzungsbasierte Abrechnung für ausgewählte erweiterte KI-Funktionen mit möglichen Kosten zusätzlich zu den Lizenzgebühren (Business, Enterprise, im Browser geladen, abgerufen am 22.10.2026, Monatspreis und Nutzungshinweis am 23.10.2026).
- Microsoft, Rechte und Trennung: Anzeige nur mit Anzeigeberechtigung, kein Training, Aktivitätsverlauf, EU-Datengrenze ohne Anthropic-Modelle (Microsoft Learn, Datenschutz); eingeschränkte Inhaltsermittlung mit Schritten im Admin Center, Grenzen und Voraussetzungen, als „vorübergehende Governancekontrolle“ konzipiert und „selektiv“ zu verwenden, ohne Wirkung auf die Suche im Websitekontext, den Feed und den Suchindex (Microsoft Learn, Seite vom 11.10.2026, erneut abgerufen am 23.10.2026); Informationsbarrieren in Teams, SharePoint und OneDrive, nicht in E-Mail (Übersicht, Einrichtung), alle abgerufen am 22.10.2026; flexibles Routing mit Verarbeitung in den USA, Kanada oder Australien bei hoher Nachfrage, voreingestellt für berechtigte Mandanten, die nach dem 25. März 2026 erstellt wurden (Microsoft Learn, Flex-Routing, abgerufen am 23.10.2026).
- Glean: kein Preis, nur Demo-Anfrage; „Users only see what they’re allowed to see.“ (www.glean.com, abgerufen am 23.10.2026; www.glean.com/pricing leitet auf die Startseite um).
- nuwacom: Business 25 Euro bei jährlicher, 30 Euro bei monatlicher Abrechnung (Umschalter auf der Preisseite im Browser geprüft), „flexible additional usage per user“, Premium 49 Euro und Power 99 Euro je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, Funktionen je Tarif, Hosting, Enterprise ab 20 Nutzern (Preise, Zusatznutzung und Upgrades abgerufen am 23.10.2026); kein Training mit Kundendaten, Rollen- und Rechtemodell, Audit-Logs, Bereitstellungsmodelle ab 1.000, 2.000 und 4.000 Nutzern (Sicherheit), beide abgerufen am 22.10.2026.
- Open WebUI: kostenlos, Branding-Ausnahme bis 50 Nutzer in 30 Tagen (Lizenz); Zugriff je Wissensbasis, Antworten mit Fundstelle (Wissensbasen), beide abgerufen am 22.10.2026.
- Methodik: Grundlage sind die Berufsgrundsätze des BDU, die Gesetzestexte, zwei Pressemitteilungen des BDU und die Seiten von Microsoft, Glean, nuwacom und Open WebUI, gelesen am 22. und 23.10.2026; die Preise haben wir am 23.10.2026 im Browser ein zweites Mal abgelesen. Für die Suche nach früheren Projekten und Referenzen hat die Redaktion keine der vier Lösungen eingesetzt, die Angaben kommen aus den genannten Quellen statt aus einem eigenen Versuch. Gesetze und Berufsgrundsätze zitieren wir wörtlich oder geben sie nah am Text wieder; wo wir sie auf eine Wissensdatenbank anwenden, steht „unsere Lesart“ dabei. Ob eure Verträge mehr verlangen, klärt im Zweifel eine Anwältin oder ein Anwalt.
- Nicht belegbar und deshalb nicht auf dieser Seite: wie viel Zeit Beratungen mit der Suche nach früheren Projekten und Referenzen verbringen, wie viel davon ein Assistent einspart, wie lange Einführung und Pilot dauern, wie oft ein Assistent das passende frühere Projekt findet, was Glean kostet, und Nutzungszahlen zu internen Assistenten großer Beratungen wie Lilli von McKinsey, deren Seite wir am 22.10.2026 nicht abrufen konnten.
Ihr wollt Projektwissen und Referenzen auffindbar machen, ohne eure Verschwiegenheit gegenüber Kunden aufs Spiel zu setzen? Wie Steckbrief, Rechte je Projekt und Werkzeug bei euch zusammenpassen, klären wir mit euch im Erstgespräch: unser Angebot für Unternehmen.