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Elektrotechnik uebersetzungdokumentationce-kennzeichnung

Technische Übersetzungen automatisieren

CE-Dokumentation, Betriebsanleitungen und Datenblätter für EU-Märkte automatisiert übersetzen, mit IEC/VDE-Terminologiedatenbank und Translation Memory für konsistente Fachbegriffe.

Mit KI-Agenten recherchiert und geschrieben, verantwortlich: Redaktion KI-Syndikat. So arbeiten wir Fehler melden

⚡ Auf einen Blick
Problem
Professionelle Fachübersetzungen kosten 0,12–0,20 € pro Wort und dauern Wochen, bei häufigen Produktänderungen bleibt die Dokumentation in Exportsprachen chronisch veraltet.
KI-Lösung
DeepL API mit firmeneigenem Fachglossar und Translation Memory übersetzt technische Dokumente in Minuten statt Wochen, mit Terminologie-Kontrolle für Normbezeichnungen.
Typischer Nutzen
Übersetzungskosten um 50–70 % reduziert, Turnaround von Wochen auf Stunden bis wenige Tage je Sprache, konsistente IEC/VDE-Terminologie über alle Sprachen und Dokumenttypen.
Setup-Zeit
3–6 Wochen bis zum einsatzfähigen Fachglossar; nicht über Nacht
Kosteneinschätzung
5–11 Tage intern, rund 175–225 €/Monat Tools (DeepL Business für 3–4 Nutzer plus API), dazu Post-Editing
DeepL API mit GlossarMT-Post-Editing-WorkflowCAT-Tool mit TM und Termbase
Worum geht's?

Es ist Donnerstag, 15:47 Uhr.

Stefanie Köhler, Exportleiterin bei einem Hersteller von Niederspannungsschaltanlagen in Thüringen, öffnet die E-Mail ihres polnischen Distributors. Drei neue Schutzschalterserien sollen ab nächsten Monat in Polen und Tschechien verkauft werden, die Betriebsanleitungen und Konformitätserklärungen müssen dazu noch in polnischer und tschechischer Sprache vorliegen. Gesetz ist Gesetz: Ohne landessprachliche Dokumentation kein Inverkehrbringen.

Sie öffnet die interne Preisliste beim Übersetzungsbüro. Achtzig Seiten technische Dokumentation, zwei Sprachen: 9.600 Euro, Lieferzeit drei Wochen. Die Dokumentation enthält außerdem Produktnummern, DIN-VDE-Normbezeichnungen und firmeneigene Schaltplanskürzel, die das Büro immer wieder falsch überträgt, oder schlicht stehen lässt.

Drei Wochen. Der Distributor wollte in vier Tagen starten.

Das ist keine Ausnahme. Das ist die Standardsituation für jeden Hersteller, der elektrotechnische Produkte in drei oder mehr EU-Länder exportiert, und dessen Produktportfolio sich öfter ändert als einmal im Jahr.

Für Unternehmen

Nicht nur lesen, umsetzen.

Wir setzen Anwendungsfälle wie diesen mit euch um oder trainieren euer Team darauf. Das Erstgespräch kostet nichts.

Erstgespräch anfragen

Das echte Ausmaß des Problems

Elektrotechnische Hersteller, die in mehrere EU-Märkte exportieren, haben ein strukturelles Übersetzungsproblem. Es ist keine Frage von Sorgfalt oder Budget, es ist eine Frage des Volumens und der Veränderungsgeschwindigkeit.

Eine typische Produktdokumentation für ein elektrotechnisches Gerät umfasst Betriebsanleitung, Kurzanleitung, Datenblatt, CE-Konformitätserklärung, Sicherheitsdatenblatt und ggf. Instandhaltungshandbuch. Das sind schnell 80–200 Seiten pro Produktserie, mit Produktnummern, Schaltplanskennzeichnungen, Normverweisen und firmeneigenen Abkürzungen. Bei einem klassischen Übersetzungsbüro kostet das 0,12–0,20 Euro pro Wort, also 1.200–2.000 Euro für ein 10.000-Wort-Dokument. Für vier Exportsprachen: 5.000–8.000 Euro je Revision.

Und überarbeitet wird häufig. Firmware-Updates, neue Zertifizierungen, veränderte Sicherheitshinweise, überarbeitete Normverweise, jede Änderung erzwingt eine neue Übersetzungsrunde. Deshalb bleiben Exportdokumentationen oft einfach liegen und hinken dem deutschen Original hinterher.

Das ist kein Qualitätsproblem in der Nische, sondern eine Rechnung: Jede Revision kostet noch einmal den vollen Übersetzungspreis, also wird sie aufgeschoben. Wie verbreitet das ist, hat nach unserer Recherche niemand belastbar erhoben. Prüf es selbst: Vergleiche das Revisionsdatum deiner deutschen Anleitung mit dem der polnischen.

Was das konkret bedeutet:

  • Betriebsanleitungen zeigen Sicherheitshinweise für Vorgänger-Firmware, rechtlich ein Problem
  • Konformitätserklärungen verweisen auf bereits überarbeitete Normen
  • Vertriebsunterlagen bewerben Funktionen, die Händler in der Übersetzung nicht wiedererkennen
  • Beim Markteintritt in ein neues EU-Land fehlen fertige Dokumente und verzögern den Launch um Wochen

Die gute Nachricht: Elektrotechnik ist eine der besten Branchen für automatisierte Übersetzung. Das Vokabular ist durch IEC/VDE-Normen international stark standardisiert. Wer einen guten Domänen-Glossar aufbaut, reduziert den manuellen Korrekturbedarf erheblich.

Mit vs. ohne KI, ein ehrlicher Vergleich

KennzahlOhne KIMit KI-Übersetzungsworkflow
Kosten pro 10.000-Wort-Dokument1.200–2.000 € (Übersetzungsbüro)300–800 € (API ein paar Euro, vollständiges Post-Editing zu 0,03–0,08 €/Wort)
Turnaround je Sprache5–15 Werktagewenige Stunden bis zwei Tage, je nach TM-Abdeckung, das Post-Editing ist der Engpass
Konsistenz bei Normbezeichnungenvariiert je Übersetzerdurchgängig, soweit im Glossar hinterlegt
Reaktion auf Produktänderungneue Beauftragung nötigRe-Übersetzung in Minuten
Verfügbarkeit für Märktenachgelagert, oft verzögertparallel zum deutschen Original
Risiko falscher Fachbegriffehoch ohne spezialisierten Übersetzergering mit gepflegtem Glossar

Zur Einordnung: Eine von DeepL beauftragte Total-Economic-Impact-Studie von Forrester (2024) nennt 90 Prozent Zeitersparnis und 50 Prozent weniger Übersetzungsaufwand. Das ist eine Herstellerstudie auf Basis von Kundeninterviews, den Bericht konnten wir unter der früher angegebenen Adresse nicht mehr abrufen. Die Kosten in der Tabelle sind unsere eigene Rechnung mit den Wortpreisen weiter unten.

Die Vergleichsrechnung oben setzt einen funktionierenden Glossar und einen dedizierten Review-Schritt voraus. Wer maschinelle Übersetzung ohne Review einsetzt, hat keine Kostenersparnis, sondern ein Haftungsrisiko.

Einschätzung auf einen Blick

Zeitersparnis, sehr hoch (5/5)
Von zwei Wochen auf Stunden bis wenige Tage je Dokument, das ist einer der größten Zeitgewinne im elektrotechnischen Bereich. Ein Softwareingenieur, der den Übersetzungs-API-Aufruf einmal konfiguriert hat, bekommt jede neue Produktrevision in Minuten als Rohübersetzung für alle Exportmärkte. Der Engpass ist danach das Post-Editing, und das hängt daran, wie viel das Translation Memory schon abdeckt. Das ist kein Prozessoptimierungsprojekt, das ist ein Strukturwechsel.

Kosteneinsparung, hoch (4/5)
50–70 Prozent Kostenreduktion nach vollständigem Glossar-Aufbau sind realistisch und gut messbar, wenn das Post-Editing mitgerechnet wird. Die Einschränkungen: Der Aufbau eines belastbaren Domain-Glossars kostet zwei bis vier Arbeitstage, verteilt über drei bis sechs Wochen Abstimmung, und im ersten Jahr deckt das Translation Memory noch wenig ab, das Post-Editing ist dann am teuersten. Außerdem schrumpft die Ersparnis, wenn euer Übersetzungsbüro schon heute Wiederholungen aus seinem Translation Memory nur anteilig berechnet. Deshalb kein 5.

Schnelle Umsetzung, mittel (3/5)
Technisch einfach, DeepL hat eine gut dokumentierte API und gängige CAT-Tools lassen sich ohne Entwicklerkenntnisse einrichten. Der Engpass ist das Fachglossar: Ohne eine kuratierte IEC/VDE-Terminologiedatenbank produziert das System Übersetzungen mit inkonsistenten Fachbegriffen. Das dauert seine Zeit. Dazu kommt: Der interne Review-Prozess muss aufgebaut und mit Verantwortlichkeiten besetzt werden. Drei bis sechs Wochen bis zum produktiven Piloten sind realistisch.

ROI-Sicherheit, hoch (4/5)
Der Übersetzungsmarkt hat einen klaren Preis pro Wort, den du vorher kennst. Der Vergleich alt/neu ist direkt messbar: Anzahl der übersetzten Wörter × (altes Büropreisblatt − neue API-Kosten). So klar wie bei der Angebotskalkulation oder der EMV-Dokumentation. Die Einschränkung: Der Review-Aufwand muss in die Rechnung einfließen, wer ihn ignoriert, überschätzt die Einsparung.

Skalierbarkeit, mittel (3/5)
Eine neue Exportsprache kostet nach Glossar-Aufbau fast nichts Zusätzliches, das ist echte Skalierung. Die Grenze liegt woanders: Mit wachsendem Produktportfolio wächst auch der Pflegeaufwand für den Terminologiebestand. Neue Produktgenerationen bringen neue Fachbegriffe, und wenn niemand die Termbase aktuell hält, degradiert die Qualität still. Kein kritischer Punkt, aber ein realer Betriebsaufwand, der oft unterschätzt wird.

Richtwerte, stark abhängig von Übersetzungsvolumen, Produktportfoliogröße und vorhandenen Terminologieressourcen.

Was der KI-Übersetzungsworkflow konkret macht

Der technische Ansatz kombiniert zwei Mechanismen: maschinelle Übersetzung (MT) über ein neuronales Sprachmodell wie DeepL und Translation Memory (TM) kombiniert mit einer Terminologiedatenbank (Termbase / Glossar).

Wie es funktioniert:

Jedes eingehende Dokument wird segmentiert, in Sätze oder sinnvolle Einheiten. Das System prüft zunächst, ob ein Segment bereits in der Translation Memory existiert (100-Prozent-Match) oder einem früheren Segment ähnelt (Fuzzy Match). Existierende Übersetzungen werden direkt übernommen oder als Vorschlag angeboten. Neue Segmente gehen an die MT-Engine (z. B. DeepL ), die dabei das firmeneigene Glossar als Pflichtbedingung anwendet: Wörter, die im Glossar definiert sind, werden immer mit dem hinterlegten Pendant übersetzt, egal was das Sprachmodell sonst für passender halten würde.

Das Ergebnis ist ein Erst-Entwurf mit hohem Qualitätsgrad, den ein Fachreviewer nachbearbeitet. Dieser Review entspricht dem sogenannten Post-Editing (geregelt in ISO 18587). Bei gut gepflegtem Glossar und hohem TM-Abdeckungsgrad besteht das Post-Editing aus dem sorgfältigen Lesen der neuen Segmente und dem Korrigieren weniger Ausnahmen, nicht aus dem Neuschreiben ganzer Abschnitte. Überfliegen reicht bei Sicherheitshinweisen nie, siehe unten.

Was das in der Praxis bedeutet:

Eine Betriebsanleitung für einen neuen Leitungsschutzschalter, 40 Seiten, enthält zu 70 Prozent Segmente, die aus früheren Produktgenerationen bekannt sind (Sicherheitshinweise, Montageschritte, normative Verweise). Diese 70 Prozent werden durch das TM sofort befüllt. Die verbleibenden 30 Prozent, bei 40 Seiten rund 3.000 bis 4.000 Wörter, gehen durch DeepL mit Glossar-Kontrolle und dann vollständig ins Post-Editing. Der Reviewer braucht dafür einen Arbeitstag statt zwei Wochen Wartezeit beim Büro.

Warum Elektrotechnik ein gutes Übersetzerfeld für KI ist:

Das IEC/VDE-Normwerk hat eine weltweit standardisierte Terminologie, die im International Electrotechnical Vocabulary (IEV, auch Electropedia) mit rund 20.000 Einträgen definiert ist, in Englisch und Französisch und mit Entsprechungen in weiteren Sprachen, darunter Deutsch. Wer diese Termbase als Seed nutzt, startet mit einem sehr guten Ausgangs-Glossar, anders als etwa in der Gastronomie oder Kreativwirtschaft, wo Fachbegriffe kulturell sehr variabel sind.

Die wichtigste Grenze der Technologie:

Neuronale Übersetzungssysteme können Negationen umkehren. “Das Gerät ist nicht für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen geeignet” könnte als “geeignet” statt “nicht geeignet” landen. Laut Adverbum (Spezialist für technische Dokumentation, 2025) ist das kein hypothetisches Szenario, NMT-Fehler bei Negationen und modalen Verben sind dokumentierte Schwächen. Für Sicherheitshinweise gilt deshalb: kein ungeprüfter Output. ISO 18587 beschreibt die Anforderungen an ein vollständiges Post-Editing (“Full Post-Editing”) durch eine fachkundige Person. Die Norm ist freiwillig, aber genau dieses Niveau brauchen Sicherheitshinweise, nicht ein schnelles Überfliegen.

CE-Pflichtdokumentation: Was ihr rechtlich übersetzen müsst

Wer elektrotechnische Geräte in EU-Länder exportiert, muss Anleitung und Sicherheitsinformationen in der Sprache bereitstellen, die das Zielland festlegt, praktisch fast immer die Landessprache. Das ist keine Empfehlung, sondern Voraussetzung für das Inverkehrbringen.

Was konkret zu übersetzen ist:

Die meisten CE-Rechtsakte (Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU, EMV-Richtlinie 2014/30/EU, Maschinenverordnung EU 2023/1230) schreiben vor, dass Anleitung und Sicherheitsinformationen in einer vom jeweiligen Mitgliedstaat festgelegten Sprache vorliegen, die die Nutzer leicht verstehen. Das umfasst mindestens:

  • Betriebsanleitung (vollständig in Landessprache)
  • EU-Konformitätserklärung (in die vom Zielland vorgeschriebene Sprache übersetzt; nach der Niederspannungsrichtlinie muss sie dem Gerät nicht beiliegen, auf Anfrage aber vorgelegt werden können)
  • Sicherheits- und Warnhinweise auf dem Produkt selbst
  • Kurzanleitungen und beiliegende Hinweisblätter

Die neue Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die ab 20. Januar 2027 die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ersetzt, bleibt bei diesem Prinzip: Die Betriebsanleitung muss in einer für die Nutzer leicht verständlichen Sprache vorliegen, die der Mitgliedstaat festlegt. In Deutschland verlangt das Produktsicherheitsgesetz für Gebrauchsanleitungen Deutsch.

Was das für eure Übersetzungsstrategie bedeutet:

EU-MarktPflichtsprache(n)Besonderheit
FrankreichFranzösischLoi Toubon: Französisch für Gebrauchsanleitung und Produktbeschreibung, zusätzlich für Dokumente, die Arbeitnehmer brauchen
SpanienSpanischRegionale Sprachvorgaben für Verbraucherprodukte (z. B. Katalonien) prüfen
PolenPolnischvollständige Übersetzung
ItalienItalienischvollständige Übersetzung
TschechienTschechischvollständige Übersetzung
NiederlandeNiederländischnicht auf englischsprachige Anleitungen verlassen, auch wenn Englisch im B2B-Alltag verbreitet ist

Welche Sprache genau vorgeschrieben ist, legt jeder Mitgliedstaat selbst fest. Die Tabelle nennt die Amtssprache als Regelfall, prüfe vor dem Markteintritt beim Distributor oder bei der nationalen Marktüberwachung.

Die Haftungsrealität: Nach deutschem Recht kann eine fehlerhafte oder unverständliche Anleitung einen Sachmangel begründen (§ 434 BGB), und ein Instruktionsfehler macht ein Produkt fehlerhaft im Sinne des Produkthaftungsgesetzes. Das ist kein theoretisches Risiko. Für Sicherheitshinweise gilt: Fehlerhafte Übersetzung = potenziell direkte Haftung bei Personenschäden.

Was dieser Workflow nicht kann: Für beglaubigte Übersetzungen mit Dolmetscher-Stempel (z. B. für behördliche Zulassungsverfahren in Drittländern oder gerichtsfeste Dokumente) ist nach wie vor ein zertifizierter Fachübersetzer erforderlich. Das gilt auch für Produktzulassungsunterlagen bei nationalen Marktüberwachungsbehörden in einigen osteuropäischen Ländern.

Translation Memory aufbauen: So legst du dein Fachglossar an

Das Fachglossar ist das wichtigste Qualitätsmerkmal eures Übersetzungsworkflows, und wird am häufigsten vernachlässigt. Wer DeepL einfach auf rohe Dokumente loslässt, bekommt inkonsistente Ergebnisse: Manchmal “Leitungsschutzschalter”, manchmal “Sicherungsautomat”, manchmal “Stromschutzschalter”, obwohl es das gleiche Bauteil ist.

Schritt 1: IEV als Seed nutzen

Das International Electrotechnical Vocabulary (IEV / Electropedia) der IEC enthält rund 20.000 standardisierte Fachbegriffe, in Englisch und Französisch und mit Entsprechungen in weiteren Sprachen, kostenlos online unter electropedia.org. Suche nach euren Kernbegriffen (z. B. “Leitungsschutzschalter”, “Nennstrom”, “Schutzleiter”) und übertrage die Einträge mit ihren Zielsprachen-Entsprechungen in eine Tabelle als Ausgangspunkt für euren Glossar. Das ist kein vollständiges Wörterbuch, aber die normativ korrekten Begriffe als Basis.

Schritt 2: Firmenspezifische Begriffe ergänzen

Das IEV kennt keine Produktnummern, Schaltplanskürzel oder firmeneigenen Bezeichnungen. Diese müssen manuell hinterlegt werden:

  • Alle Produktnamen und -nummern: wie sollen sie in der Zielsprache erscheinen? (Oft: gar nicht übersetzen, Eigenname bleibt)
  • Interne Abkürzungen in Schaltplänen (z. B. “SPS” → Polnisch: “PLC” oder “SCS”?)
  • Normbezeichnungen: DIN VDE 0100 bleibt DIN VDE 0100, nicht übersetzen, nicht anpassen
  • Sicherheitshinweis-Formulierungen: einmal festlegen, wie “WARNUNG, Elektrischer Schlag!” übersetzt wird, und diese Formulierung sperren

Schritt 3: Translation Memory befüllen

Wenn vorhandene professionelle Übersetzungen existieren (auch ältere), sollten diese als erstes in die TM eingepflegt werden. Das ist der schnellste Weg zu hohem TM-Abdeckungsgrad. Auch frühere Übersetzungslieferungen vom Büro können als Ausgangsmaterial genutzt werden, egal ob sie perfekt sind oder nicht, sie werden im Review korrigiert.

Was euch das kostet:

Eine gut aufgebaute Fachterminologie für eine Produktfamilie (Glossar mit 300–600 Einträgen) dauert bei einer technisch versierten Person 2–4 Tage initiale Arbeit plus 1–2 Stunden pro Quartal Pflege. In memoQ oder SDL Trados Studio wird der Glossar direkt in den Übersetzungsprozess eingebunden und beim Post-Editing automatisch geprüft.

Wer eine vollständige Termbase-Verwaltung mit Definitionsfeldern, Kontextbeispielen und Genehmigungsworkflows braucht (typisch bei 10+ Sprachen), schaut sich spezialisierte Terminologieverwaltungssysteme wie MultiTerm (als Ergänzung zu Trados Studio , heute RWS, früher SDL) oder die Terminologiekomponente crossTerm von Across an.

Konkrete Werkzeuge, was wann passt

Der Markt hat sehr unterschiedliche Lösungen für unterschiedliche Unternehmenssituationen. Die Wahl hängt von Übersetzungsvolumen, IT-Kompetenzen und Compliance-Anforderungen ab.

DeepL API mit Glossar, wenn:
Du bereits ein bestehendes CAT-Tool oder einen einfachen Workflow haben willst. DeepL Business (49,99 €/Nutzer/Monat bei Jahreszahlung, inkl. MwSt.) erlaubt unbegrenzte Glossareinträge; die Anbindung an externe Systeme läuft über die DeepL API, ein eigenes Produkt (Growth 29,75 €/Monat inklusive 1 Million Zeichen, jede weitere Million 22 €). Für Unternehmen, die ihren Dokumenten-Workflow über ERP oder PIM steuern und einfach einen Übersetzungs-Endpunkt einbinden wollen: Das ist der niedrigschwelligste Einstieg. DSGVO-konform, EU-Hosting in Köln und Frankfurt.

memoQ (Translator Pro + AGT), wenn:
Du einen vollständigen CAT-Workflow brauchst, mit Translation Memory, Termbase, Qualitätsprüfung und mehreren Reviewern. Die AGT-Funktion (Adaptive Generative Translation) bindet TM und Glossar kontextbezogen in jeden LLM-Aufruf ein, das ist der Unterschied zwischen “KI mit Glossar” und “KI, die den Kontext deiner bisherigen Übersetzungen versteht”. Translator Pro kostet ca. 40 €/Monat, AGT kommt mit 39,99 €/Monat dazu und setzt eine memoQ-TMS-Lizenz (Preis auf Anfrage) voraus, mit Translator Pro allein kommt man nicht heran. EU-Hosting verfügbar (Frankfurt). Erste Wahl für Unternehmen mit internem Übersetzungsteam oder professionellem Übersetzungspartner.

SDL Trados Studio , wenn:
Ihr bereits mit einem Übersetzungsdienstleister zusammenarbeitet, der SDL Trados Studio als Standard nutzt. Das Tool ist Marktführer unter professionellen Übersetzungsbüros, die meisten Agenturen können eure SDLTM-Dateien (Translation Memory) direkt einlesen. Wenn ihr also weiterhin externe Übersetzer einsetzen, aber deren TM-Arbeit in euer System übernehmen wollt, ist Trados Studio die Integrations-Schnittstelle. Freelance-Abos ab 27 £ (Trados Go, browserbasiert) bzw. 38 £ (Trados Freelance mit Desktop) im Monat zzgl. MwSt., damit im Einzelplatz auf dem Niveau der CAT-Konkurrenz, Preise für Unternehmen auf Anfrage. Dafür das Standard-Austauschformat in der Industrie.

ChatGPT oder Claude als Post-Editor, wenn:
Du kein CAT-Tool einrichten, aber gelegentliche Übersetzungen reviewen lassen willst. Beide LLMs sind für Sprachreviews nutzbar: DeepL -Output einspeisen, Prompt “Prüfe die Fachterminologie, korrigiere Negationen und Sicherheitshinweise”, das ist kein professioneller Workflow, aber für kleine Volumen ein pragmatischer Anfang. Datenschutzhinweis: Für CE-Dokumentation mit personenbezogenen Daten (Namen von Verantwortlichen, interne Projektreferenzen) nur über DSGVO-konforme API-Zugänge nutzen.

Zusammenfassung: Wann welcher Ansatz

  • Gelegentliche Übersetzungen, kein CAT-Workflow → DeepL Business mit Glossar
  • Regelmäßige Dokumente, internes Team → memoQ , mit AGT nur zusammen mit einer TMS-Lizenz
  • Zusammenarbeit mit Übersetzungsbüro → SDL Trados Studio als gemeinsame Basis
  • Schneller Review ohne Tool-Setup → Claude oder ChatGPT als Notlösung

Datenschutz und Datenhaltung

Technische Dokumentationen im Elektrotechnikbereich sind in der Regel weniger DSGVO-kritisch als z. B. HR-Unterlagen oder Kundenverträge, eine Betriebsanleitung enthält keine personenbezogenen Daten. Ausnahmen gibt es:

  • Konformitätserklärungen enthalten Unterzeichner-Namen und Firmenadressen
  • Interne Prozessdokumentationen können Mitarbeiternamen oder Zugangsdaten enthalten
  • Kundendokumentationen (projektspezifische Anlagenbeschreibungen) können Kundenreferenzen enthalten

Für diese Fälle gilt: Sobald personenbezogene Daten durch ein Cloud-System verarbeitet werden, greift die DSGVO. Alle genannten Tools bieten DSGVO-konforme Optionen:

  • DeepL Pro (Individual aufwärts): EU-Hosting Köln/Frankfurt, Daten werden nach Übersetzung sofort gelöscht, kein Modelltraining mit Pro-Daten, AVV nach Art. 28 DSGVO verfügbar
  • memoQ Cloud: EU-Hosting Frankfurt, Azure-OpenAI-Backend (kein Training mit Kundendaten), AVV verfügbar
  • Trados Studio : Lokale Installation möglich, Daten verlassen das Unternehmensnetzwerk nicht. Bei den Cloud-Diensten von RWS ist die Region nicht automatisch die EU, vertraglich klären

Praktischer Schritt vor Go-Live: AVV mit dem genutzten Anbieter abschließen, auch wenn die Dokumente technisch wirken. Sobald auch nur eine Konformitätserklärung mit dem Namen des Unterzeichners durch das System läuft, verarbeitet der Anbieter personenbezogene Daten in eurem Auftrag, und dann ist der AVV nach Art. 28 DSGVO Pflicht, egal wie harmlos der Rest wirkt.

Klingt das nach eurem Alltag? Ob sich dieser Use Case bei euch rechnet, klären wir im Erstgespräch: 30 Minuten, kostenlos.

Erstgespräch anfragen

Was es kostet, realistisch gerechnet

Einmalige Einrichtungskosten

  • Fachglossar aufbauen (300–600 Einträge für eine Produktfamilie): 2–4 Tage interne Terminologiearbeit
  • TM aus bestehenden Übersetzungen befüllen: 1–2 Tage (sofern Vorübersetzungen vorhanden)
  • Tool-Setup und Workflow-Konfiguration: 2–5 Tage je nach Ansatz
  • Externe Unterstützung bei Terminologiearbeit: optional, 500–2.000 €

Laufende Kosten (monatlich)

  • DeepL Business: 49,99 €/Nutzer/Monat bei Jahreszahlung (inkl. MwSt.), bei 3–4 Nutzern entsprechend das Drei- bis Vierfache
  • DeepL API Growth für die Systemanbindung: im Jahresabo 23,80 €/Monat mit 12 Millionen Zeichen im Jahr, jede weitere Million 22 €
  • memoQ Translator Pro: ca. 40 €/Monat je Übersetzer
  • Post-Editing: 0,03–0,08 €/Wort (interner Aufwand oder externer Reviewer)
  • Kein Post-Editing: kein seriöser Workflow für technische Dokumentation

Was du dagegenrechnen kannst

Ein Unternehmen, das jährlich 200.000 Wörter Technischer Dokumentation in vier EU-Sprachen übersetzt, zahlt beim externen Büro 120.000–160.000 Euro (0,15 €/Wort × 4 Sprachen × 200.000 Wörter).

Mit KI-Workflow ( DeepL API + Post-Editing):

  • DeepL Business für 3–4 Nutzer: 3–4 × 49,99 € im Monat, also 1.800–2.400 € im Jahr, dazu die API Growth im Jahresabo mit 12 × 23,80 €: 200.000 Quellwörter in vier Sprachen sind rund 5 Millionen Zeichen und passen in die 12 Millionen des Abos
  • Post-Editing: Jedes Wort, das nicht als 100-Prozent-Treffer aus dem Translation Memory kommt, wird vollständig geprüft, bei Sicherheitsdokumentation gibt es kein Stichprobenlesen. Im ersten Jahr, solange das TM wenig abdeckt, sind das rund zwei Drittel der 800.000 Zielwörter, zu 0,05 €/Wort etwa 27.000 €. Bei 70 % TM-Abdeckung wie im Beispiel oben sinkt das auf rund 12.000 €, dazu eine kurze Sichtprüfung der TM-Treffer
  • Gesamtkosten: rund 30.000 € im ersten Jahr, danach rund 15.000 € pro Jahr

Ersparnis: rund 90.000 € im ersten Jahr, danach rund 105.000 € jährlich, gerechnet gegen ein Büro, das jedes Wort voll berechnet. Arbeitet euer Büro bereits mit Translation Memory und berechnet Wiederholungen nur anteilig, ist eure heutige Rechnung niedriger und die Ersparnis bei hoher TM-Abdeckung nur etwa halb so groß. Schau vor der Entscheidung auf die letzte Rechnung, ob dort Wiederholungsrabatte ausgewiesen sind.

Die von DeepL beauftragte Forrester-Studie (2024) nennt für ihre Interviewkunden einen ROI von 345 Prozent bei 90 Prozent reduzierter Übersetzungszeit. Das ist eine Herstellerstudie, keine Bestätigung dieser Rechnung.

Wie du den ROI tatsächlich misst:
Zähle die Wörter, die durch das System übersetzt werden. Vergleiche Kosten alt (Büropreisliste) vs. neu (API + Review-Stunden × interner Stundensatz). Das ist keine Schätzung, das ist eine buchführbare Zahl.

Typische Einstiegsfehler

1. Maschinelle Übersetzung ohne Review in die Produktion geben.
Der Fehler passiert meist bei Zeitdruck: Dokument reinwerfen, DeepL raus, direkt ins PDF. Das funktioniert für interne E-Mails. Für Betriebsanleitungen mit Sicherheitshinweisen nicht. Neuronale Übersetzungssysteme können Negationen umkehren, aus “das Gerät ist nicht für Außenbereich geeignet” wird “das Gerät ist für Außenbereich geeignet”. Das ist kein Bug, sondern eine bekannte Eigenschaft dieser Systeme (ISO 18587 existiert deshalb). Post-Editing ist kein optionaler Schritt, sondern Pflichtbestandteil des Workflows.

2. Kein Domain-Glossar aufbauen und trotzdem Konsistenz erwarten.
”DeepL übersetzt das schon richtig” ist der gefährlichste Glaubenssatz in diesem Workflow. DeepL ist exzellent für allgemeinsprachliche Texte. Bei Fachbegriffen wählt es statistische Wahrscheinlichkeiten, und dieselbe Sache heißt im selben Dokument unterschiedlich. Für Normdokumentationen ist das inakzeptabel. Ein Glossar mit 300–600 Einträgen kostet zwei bis vier Arbeitstage und verhindert Monate an Inkonsistenzproblemen.

3. Das Translation Memory nicht aktuell halten.
Das TM ist das Gedächtnis des Systems. Wenn Produktnamen sich ändern, wenn neue Normen eingeführt werden, wenn Sicherheitshinweise überarbeitet werden, und das TM nicht mitgezogen wird, spuckt das System veraltete Segmente aus, die sich sicher anfühlen und falsch sind. Das ist gefährlicher als eine leere Antwort. Mindestens einmal pro Quartal und bei jeder größeren Produktrevision: TM-Review auf veraltete Segmente prüfen.

4. Den Review-Schritt wegrationalisieren, weil das Glossar “gut genug” ist.
Kein Glossar der Welt deckt alle Kontexte ab. Spezielle Konstruktionen, seltene Normverweise, produktspezifische Sicherheitskontexte, hier liegt das Risiko. Der Review-Aufwand sinkt mit der Zeit, aber er geht nie auf Null bei sicherheitsrelevanter Dokumentation.

Was mit der Einführung wirklich passiert, und was nicht

Die technische Seite ist die kleinste Hürde. Das eigentliche Thema ist die Überzeugungsarbeit intern.

Die häufigsten Widerstände:

“Unsere Kunden bestehen auf zertifizierten Übersetzungen.” Das stimmt manchmal, für behördliche Zulassungsverfahren in bestimmten Märkten tatsächlich. Aber für den normalen Betriebsanleitung-Export in EU-Länder gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Zertifizierung durch einen beeidigten Übersetzer. Hier hilft ein konkretes Gespräch mit dem Distributionspartner im Zielland statt einer generellen Annahme.

“Das klingt nach mehr Aufwand als vorher.” In den ersten vier bis sechs Wochen: ja. Der Glossar-Aufbau ist echter Aufwand. Danach kehrt sich das Verhältnis um, und jede neue Produktversion kostet Stunden statt Wochen.

“Die Qualität reicht doch nicht.” Dieser Einwand ist bei Post-Editing-Workflows mit gepflegtem Glossar oft unbegründet, aber verständlich. Was hilft: Ein Paralleltest. Eine Seite aus der bestehenden Übersetzung neben der MT-Post-Editing-Version legen, beide ohne Kennzeichnung an eine technisch kompetente Person im Zielland schicken. Das Urteil dieser Person entscheidet, nicht unsere Einschätzung.

Was konkret hilft:

  • Mit einem kleineren Dokument (Kurzanleitung, Datenblatt) starten, nicht gleich mit der 200-seitigen Betriebsanleitung
  • Den ersten Glossar-Aufbau mit dem Fachübersetzer machen, der bisher beauftragt wurde, er kennt die Problemstellen
  • Für den ersten Review eine externe Fachperson aus dem Zielland einbinden, nicht für Qualitätskontrolle, sondern für Vertrauen in die neue Methode

Realistischer Zeitplan mit Risikohinweisen

PhaseDauerWas passiertTypisches Risiko
Analyse & Tool-WahlWoche 1Übersetzungsvolumen ermitteln, Zielsprachen priorisieren, Tool evaluierenUnterschätzung des Terminologieaufwands, dann lieber kleineren Scope definieren
Glossar & TM-AufbauWoche 2–4IEV-Seed importieren, firmenspezifische Begriffe ergänzen, Vorübersetzungen ins TM ladenKeine vorhandenen Übersetzungen → längere Bootstrapping-Phase
PilotübersetzungWoche 4–51–2 reale Dokumente übersetzen, Post-Editing durchführen, Qualität evaluierenPost-Editing-Aufwand unterschätzt → Review-Kapazität erhöhen
Workflow-EtablierungWoche 5–8Prozess dokumentieren, Verantwortlichkeiten klären, weiteres Team einarbeitenKeine klare Review-Verantwortung → Engpass beim Go-Live
ProduktivbetriebAb Woche 8Alle neuen Dokumente durch den Workflow, TM wächst automatischTM-Pflege nicht regelmäßig → Qualitätsdegradation nach 12+ Monaten

Häufige Einwände, und was dahintersteckt

“Wir haben doch schon einen Übersetzer, der uns gut kennt.”
Das ist tatsächlich ein Vorteil, und der Übersetzer sollte nicht ersetzt werden, sondern als Review-Instanz eingebunden bleiben. Der Unterschied: Statt 10 Tage Übersetzung + 1 Tag Review arbeitet ihr nun Minuten MT + je nach Umfang Stunden bis zwei Tage Post-Editing. Der Übersetzer bekommt weniger Routinearbeit und mehr Verantwortung für die Qualitätssicherung, was oft als Aufwertung empfunden wird, nicht als Bedrohung.

“Für Exporte nach Frankreich brauchen wir ohnehin zertifizierte Übersetzungen.”
Für Betriebsanleitungen und CE-Dokumentation gibt es in der EU keine generelle Zertifizierungspflicht, die Maschinenverordnung verlangt eine für die Nutzer leicht verständliche Sprache, keine Beglaubigung. Die Loi Toubon verlangt in Frankreich Französisch, auch für Gebrauchsanleitungen, aber keinen beeidigten Übersetzer. Beglaubigte Übersetzungen verlangen nur einzelne Behördenverfahren, etwa Zulassungen in Drittländern.

“Zu teuer, wir übersetzen gerade mal zweimal im Jahr.”
Dann ist dieser Workflow tatsächlich überdimensioniert. Zwei Dokumente im Jahr rechtfertigen keinen Glossar-Aufbau. Aber: Wenn zwei Dokumente im Jahr zu einem ernsthaften Exportgeschäft gehören, stellt sich die Frage, ob die Unternehmensstrategie sich selbst im Weg steht. Oft ist das ein Symptom des Problems, nicht die Lösung.

Woran du merkst, dass das zu dir passt

Du solltest diesen Workflow ernsthaft einrichten, wenn mindestens vier der folgenden Punkte zutreffen:

  • Du exportierst in drei oder mehr EU-Länder und stellst Dokumentation in Landessprachen bereit, oder müsstest es tun
  • Deine Produktserie wird mindestens zweimal jährlich überarbeitet, und jede Revision bedeutet neue Übersetzungsrunden
  • Übersetzungskosten übersteigen 15.000 Euro pro Jahr, dann amortisiert sich der Glossar-Aufbau schnell
  • Deine Exportdokumentation hinkt dem deutschen Original hinterher, Händler beschweren sich über veraltete Unterlagen
  • Du hast technisch versiertes Personal, das einen Terminologiebestand aufbauen und pflegen kann
  • Ihr setzt KI bereits für die Schaltplan-Dokumentation oder für Technische Spezifikationen ein, dann sind Terminologiedatenbank und Dokumentenstruktur oft schon vorhanden

Drei harte Ausschlusskriterien, wann es sich (noch) nicht lohnt:

  1. Weniger als 4–5 relevante Übersetzungsprojekte pro Jahr. Der Glossar-Aufbau kostet 2–4 Tage Arbeit. Wenn du nur zweimal im Jahr übersetzte Dokumente brauchst, amortisiert sich das nicht. In diesem Fall: DeepL Individual-Plan für den gelegentlichen Einsatz, kein systematischer CAT-Workflow.

  2. Kein technisch versierter Reviewer verfügbar. MT-Post-Editing für elektrotechnische Sicherheitsdokumentation erfordert eine Person, die die Fachbegriffe und Normen kennt, kein allgemeiner Sprachkundiger. Wenn diese Person nicht existiert oder keine Zeit hat, entfällt die wichtigste Sicherheitsstufe des Workflows. Das Ergebnis wäre nicht besser als unreviewed MT, und das ist nicht akzeptabel.

  3. Ausschließlich beglaubigte oder besiegelte Übersetzungen erforderlich. Für behördliche Zulassungen in Drittländern, gerichtsfeste Dokumente oder bestimmte öffentliche Ausschreibungen verlangen Behörden einen Übersetzer mit offizieller Qualifikation und Stempel. KI-Übersetzung kann dort nicht eingesetzt werden, unabhängig von der tatsächlichen Qualität.

Das kannst du heute noch tun

Lade drei bis fünf Seiten einer bereits veröffentlichten deutschen Betriebsanleitung in DeepL hoch (kostenloser Plan reicht für den Test). Nimm bewusst ein öffentliches Dokument: Im kostenlosen Plan gelten andere Datenschutzbedingungen als in den bezahlten, unveröffentlichte Unterlagen gehören erst in einen Pro- oder Business-Zugang. Lass eine Sprache übersetzen, die du halbwegs kennst oder für die du einen Muttersprachler fragen kannst.

Markiere dabei alle Stellen, wo:

  • Fachbegriffe inkonsistent oder falsch übersetzt wurden
  • Normbezeichnungen verändert wurden (sie sollten identisch bleiben)
  • Negationen oder Modalverben sich falsch anfühlen

Die Summe dieser Markierungen ist deine initiale Glossar-Agenda. Alles andere hat DeepL wahrscheinlich korrekt, das zeigt dir in 30 Minuten, wie viel Vorarbeit ein seriöser Workflow braucht.

Für den produktiven Einsatz mit Glossar-Kontrolle und Translation Memory:

Post-Editing-Prompt für elektrotechnische Dokumente
Du bist ein Fachreviewer für elektrotechnische Übersetzungen. Ich gebe dir den deutschen Ausgangstext und seine maschinelle Übersetzung ins [ZIELSPRACHE]. Vergleiche beide Satz für Satz. Deine Aufgabe: 1. Prüfe alle Sicherheitshinweise und Warnungen auf korrekte Negationen (z. B. "nicht geeignet für..." muss exakt übersetzt sein) 2. Prüfe alle Normbezeichnungen, IEC, DIN VDE, EN-Normen sollen NICHT übersetzt werden, sie bleiben im Original 3. Prüfe die folgenden firmeneigenen Fachbegriffe auf korrekte Übersetzung gemäß unserem Glossar: [GLOSSAR EINFÜGEN: DE-Begriff = Zielbegriff, z. B. "Leitungsschutzschalter = disjoncteur"] 4. Markiere alle zweifelhaften Stellen mit [PRÜFEN: Grund] 5. Korrigiere direkt, wo du sicher bist, gib die korrigierte Version zurück Wenn du einen Begriff nicht klar beurteilen kannst, schreibe [EXPERTE NÖTIG] statt zu raten. DEUTSCHER AUSGANGSTEXT: [AUSGANGSTEXT HIER EINFÜGEN] MASCHINELLE ÜBERSETZUNG: [ÜBERSETZTEN TEXT HIER EINFÜGEN]
Funktioniert mit ChatGPT, Claude, Gemini
Beispiel-Ausgabe

Mitarbeiter:in

Ausgangstext: 'Das Gerät ist nicht für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen geeignet.' Maschinelle Übersetzung ins Polnische: 'Urządzenie nadaje się do stosowania w strefach zagrożonych wybuchem.'

KI-Assistent

[PRÜFEN: Negation fehlt] Im deutschen Original lautet der Satz: "Das Gerät ist NICHT für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen geeignet." Die MT-Ausgabe hat die Negation "nicht" verloren. Korrigierte Version: "Urządzenie NIE nadaje się do stosowania w strefach zagrożonych wybuchem." Normbezeichnungen im Folgeabschnitt: IEC 60079-0 und EN 60529 korrekt übernommen, keine Änderung nötig. [EXPERTE NÖTIG]: Glossar enthält keinen Eintrag für "Schutzleiter" auf Polnisch, bitte prüfen: "przewód ochronny" (Norm-Begriff nach IEC) oder firmeneigene Bezeichnung?

Quellen & Methodik

  • Forrester Total Economic Impact Study (2024): von DeepL beauftragte Studie auf Basis von Kundeninterviews. Berichtet: 345 % ROI, 90 % Zeitersparnis, 50 % Aufwandsreduktion. Die früher hier genannte Adresse (deepl.com/de/business/resources/forrester-tei-study) lieferte am 18.09.2026 keinen Inhalt mehr, die Zahlen sind deshalb nicht erneut geprüft.
  • oneword GmbH (Fachübersetzungsanbieter): Leistungsseite “Technical translation for electrical engineering and electronics”, ohne Datum, oneword.de/en/technical-translation-electrical-engineering-electronics/ (abgerufen 19.09.2026). Nennt DIN EN IEC/IEEE 82079-1 und ISO 17100 als Anforderungen an übersetzte Anleitungen sowie kundenspezifische Translation Memories und Termbanken. Anbieterseite, kein Erfahrungsbericht.
  • Übersetzungspreise 0,12–0,20 €/Wort: Translators USA Pricing Guide 2026 (translators-usa.com) sowie GTS Translation Services Rate Sheet, Standardpreise für technische Fachübersetzungen in industrieller Dokumentation.
  • ISO 18587: Norm für Post-Editing maschinell erstellter Übersetzungen, legt die Anforderungen an ein vollständiges Post-Editing (“Full Post-Editing”) fest. Freiwillige Norm der International Organization for Standardization.
  • NMT-Negationsfehler: Adverbum (Spezialist für technische Compliance-Dokumentation, 2025): Dokumentierte Fehlerklassen bei Neural Machine Translation in regulierten Bereichen. URL: adverbum.com/de/post/technische-uebersetzung-2026-standards-compliance
  • IEC International Electrotechnical Vocabulary (IEV): ~20.000 elektrotechnische Fachbegriffe in DE/EN/FR, kostenlos unter electropedia.org. Standard-Terminologiebasis für IEC-konforme Übersetzungen.
  • CE-Sprachanforderungen: EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 (gilt ab 20.01.2027); Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU; Kommentar IHK Nürnberg zum Merkblatt EU-Maschinenverordnung. Frankreich: Loi n° 94-665 (Loi Toubon), Art. 2.
  • Aktualisierungsrückstand in Exportsprachen: Früher stand hier eine BDÜ-Erhebung mit 38 Prozent. Sie war nach eigener Angabe nicht öffentlich zugänglich, wir haben die Zahl entfernt.

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