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Architektur & Bauwesen maengelerfassungbaustelledokumentation

KI-Mängelerfassung per Smartphone

Mängel per Smartphone erfassen, im Grundriss verorten und Fristen automatisch nachverfolgen. Was die KI in diesen Apps 2026 wirklich kann und was sie nicht kann.

⚡ Auf einen Blick
Problem
Manuelle Mängelerfassung auf Baustellen kostet Bauleiter:innen Stunden täglich und erzeugt inkonsistente Dokumentation, die im Streitfall nicht standhält.
KI-Lösung
Eine Baudoku-App verortet Mängel im Grundriss, protokolliert Zeitstempel und Nutzer und verfolgt Fristen. Die KI darin nimmt Sprache auf, durchsucht Dokumente und formuliert Texte, sie beurteilt keine Bauleistung.
Typischer Nutzen
Weniger Abendarbeit im Büro, lückenlose und nachvollziehbare Dokumentation, weniger Streit bei der Abnahme. Belastbare Einsparzahlen aus unabhängigen Studien gibt es zu diesem Thema nicht.
Setup-Zeit
Pilotbetrieb in 1–3 Wochen möglich
Kosteneinschätzung
0 € Einrichtung, 26–129 €/Nutzer/Monat laufend
ChatGPT Bildanalyse (kein Setup, Experiment)Baudoku-App mit Preis je Nutzer (PlanRadar, 26–129 €/Nutzer/Monat)Baudoku-App mit Preis nach Bauvolumen (Capmo, auf Anfrage)
Worum geht's?

Es ist Donnerstag, 17:45 Uhr.

Timo ist Bauleiter für ein Wohnungsbauprojekt mit 28 Einheiten. Er steht im vierten Obergeschoss, erschöpft. In seinen Taschen: ein zerlesenes Klemmbrett, 14 Fotos auf dem Handy, drei Sprachnotizen und ein Zettel, auf dem er notiert hat: „2. OG, Nordflur, Riss an Wand, oder war das 3. OG?”

Heute Abend muss er den Wochenmängelbericht fertig haben. Der Architekt erwartet ihn bis Freitag 9 Uhr. Timo öffnet Excel, sortiert Fotos nach Datum, versucht, seine Zettelnotizen in Zeilen zu übersetzen. Zwei Stunden Büroarbeit nach einem langen Baustellentag.

Nächsten Monat ist Schlussabnahme. Der Bauherr hat einen Anwalt mitgebracht, der penibel auf Dokumentation besteht. Für drei Mängel kann Timo nicht lückenlos belegen, wann sie gemeldet wurden und wem.

Der Anwalt weiß das. Timo auch.

Für Unternehmen

Nicht nur lesen, umsetzen.

Wir setzen Anwendungsfälle wie diesen mit euch um oder trainieren euer Team darauf. Das Erstgespräch kostet nichts.

Erstgespräch anfragen

Das echte Ausmaß des Problems

Baustellen produzieren Mängel, das ist kein Versagen, das ist Baustellenrealität. Entscheidend ist nicht, ob Mängel entstehen, sondern wie sie erfasst, zugeordnet und beseitigt werden. In einem typischen Wohnungsbauvorhaben mit 40 Einheiten entstehen während der Bauphase mehrere Hundert dokumentationspflichtige Mängel und Abweichungen.

Zum Dokumentationsanteil an der Arbeitszeit gibt es hier keine belastbare Zahl. Wir haben keine unabhängige Erhebung gefunden, die gemessen hätte, wie viel Prozent ihrer Woche deutsche Bauleiter:innen mit Aufschreiben, Fotografieren, Übertragen und Berichten verbringen. Was kursiert, sind Anbieterzahlen. Diese Seite nennt deshalb keinen Prozentwert. Führe zwei Wochen lang Strichliste, wie viele Stunden pro Woche nach Feierabend für Dokumentation draufgehen. Das ist die einzige Zahl, die für dein Büro gilt.

Das Problem ist nicht nur die Zeit. Es ist die Inkonsistenz: Was ein erfahrener Bauleiter als Mangel beschreibt, formuliert seine Kollegin anders. Fotos ohne Beschriftung verlieren den Kontext. Mängel, die keinem Verantwortlichen klar zugeordnet sind, verschwinden im Nachtragsstreit.

Und dann ist da das Abnahme-Risiko. Zwei Regelungen sind hier wichtig, und sie werden oft verwechselt. Bei der Abnahme muss sich der Auftraggeber Mängel, die er kennt, ausdrücklich vorbehalten, sonst verliert er wegen dieser Mängel Ansprüche (§ 12 VOB/B, § 640 Abs. 3 BGB). Für später auftretende Mängel gilt § 13 VOB/B, Mängelansprüche: Der Auftragnehmer muss sie auf schriftliche Aufforderung während der Verjährungsfrist beseitigen, für Bauwerke nach VOB/B regelmäßig vier Jahre ab Abnahme. Eine Pflicht zur unverzüglichen Rüge wie im Handelskauf kennt die VOB/B nicht. Beides setzt aber voraus, dass du belegen kannst, welcher Mangel wann festgestellt und wem er mitgeteilt wurde. Digitale Software speichert Zeitstempel und Nutzerkennung automatisch mit, und genau das ist der Punkt, an dem ein Zettel verliert.

Mit vs. ohne KI, ein ehrlicher Vergleich

KennzahlZettel, Foto, ExcelBaudoku-App mit KI-Funktionen
Mangel erfassenNotiz, Foto, abends im Büro in eine Zeile übersetzenDirekt vor Ort im Ticket, Foto am Plan verortet
MangelbeschreibungGetippt, im Regen mit HandschuhenEingesprochen, KI strukturiert daraus einen Mangeltext (Capmo)
VerantwortungszuordnungErinnerung und TelefonPflichtfeld im Ticket, mit Frist
WochenmängelberichtVon Hand aus Fotos und Notizen zusammengestelltExport aus dem vorhandenen Ticketbestand
Beweislage im StreitFoto mit EXIF-Datum, Zettel ohneZeitstempel und Nutzerkennung je Statusänderung
Mangel aus dem Foto automatisch erkennenNeinAuch nein, siehe unten

Die Zeilen beschreiben Funktionen, die die Anbieter auf ihren eigenen Seiten ausweisen. Zahlen zur Zeitersparnis stehen bewusst nicht in dieser Tabelle: Wir haben dazu keine unabhängige Messung gefunden, und Anbieterzahlen zählen wir nicht als Beleg.

Einschätzung auf einen Blick

Zeitersparnis, hoch (4/5) Der Hebel sitzt an einer klar benennbaren Stelle: Der Abend im Büro, an dem Fotos, Notizen und Sprachmemos in eine Tabelle übersetzt werden, entfällt weitgehend, weil der Mangel schon beim Erfassen strukturiert ist. Wie viele Stunden das sind, misst du selbst, eine unabhängige Zahl dazu gibt es nicht. Nicht die höchste Zeitersparnis im Zweig, die Massenermittlung spart mehr Stunden absolut, aber der Effekt tritt hier jede Woche auf.

Kosteneinsparung, niedrig (2/5) Die Tool-Kosten sind überschaubar, aber sie sind kein Nebenposten: Bei PlanRadar zahlt ein Team pro Nutzer, Starter 89 und Pro 129 Euro im Monat je Nutzer. Die direkte Kosteneinsparung ist schwer zu isolieren, die größten finanziellen Vorteile entstehen über vermiedene Nachtragsstreitigkeiten, und die lassen sich selten einer einzelnen App zuschreiben. In Branchen mit wenigen Großprojekten pro Jahr kann ein einziger vermiedener Streitfall die Tool-Jahreskosten übersteigen.

Schnelle Umsetzung, sehr hoch (5/5) Das ist der einstiegsfreundlichste Use Case in diesem Zweig. Kein IT-Setup, keine Integration, keine Datenmigration. App auf das Smartphone laden, Pläne hochladen, loslegen. In ein bis drei Wochen ist ein Team pilotfähig. Dieser Vorteil ist deutlich gegenüber LV-Erstellung, BIM-Analyse oder Terminplanung.

ROI-Sicherheit, mittel (3/5) Die Zeitersparnis ist messbar, der finanzielle ROI weniger. Wer noch nie wegen lückenhafter Dokumentation im Streit war, wird den Versicherungswert schwerer einschätzen. Wer es schon einmal erlebt hat, versteht die Rechnung sofort.

Skalierbarkeit, hoch (4/5) Mehr Projekte, mehr Bauleiter:innen, mehr Mängel, der Tool-Aufwand skaliert sehr flach. Einmal eingerichtete Projektstruktur und Mängelkategorien werden für alle weiteren Projekte wiederverwendet.

Richtwerte, stark abhängig von Projektanzahl, Teamgröße und Nachunternehmer-Akzeptanz.

Was das System konkret macht

Hier muss eine Erwartung zuerst weg, sonst stimmt der Rest der Seite nicht. Keine der gängigen Baudoku-Apps erkennt einen Baumangel selbstständig auf einem Foto. Du lädst kein Bild hoch und bekommst eine fertige, korrekt kategorisierte Mängelliste zurück. PlanRadar schreibt das für seinen KI-Assistenten ausdrücklich selbst: „Es funktioniert nur mit textbasierten Dateien. Es kann keine Bilder oder Fotos analysieren.” Wo Anbieter von Bilderkennung sprechen, etwa Baukraft oder geoCapture, ordnet sie Aufnahmen ein und erkennt Gewerke oder Tätigkeiten, sie beurteilt keine Bauleistung. Details dazu stehen im Vergleich der Baudokumentations-Apps.

Was die Apps tatsächlich tun, ist trotzdem der Hebel, um den es hier geht. Du fotografierst den Mangel und legst direkt am Grundriss ein Ticket an. Statt zu tippen, sprichst du die Beschreibung ein: Capmo wandelt das mit seinem KI-Diktiergerät in einen strukturierten Mangelpunkt um, mit Textverbesserung und Übersetzung. Kategorie, Gewerk und verantwortlicher Nachunternehmer sind Felder, die du auswählst, nicht Vorschläge, die ein Modell errät. Der Unterschied zum alten Ablauf ist nicht, dass die KI den Mangel erkennt. Er ist, dass der Mangel die Baustelle strukturiert verlässt und nicht als Foto plus Erinnerung.

Danach arbeitet klassische Software, keine KI: Das Ticket hängt am Plan der Etage, Bauleitung, Architekt und Bauherr sehen den Stand im Web-Portal, der Nachunternehmer bekommt Foto, Beschreibung und Frist zugestellt. Bei der Abnahme gibt das System alle offenen Punkte nach Gewerk sortiert aus, mit Status gemeldet, in Bearbeitung, beseitigt, abgenommen. Jede Statusänderung trägt Zeitstempel und Nutzerkennung. Das ist der Teil, der im Streit zählt, und er hat mit KI nichts zu tun.

Die zweite echte KI-Funktion sitzt hinter der Erfassung: Dokumente durchsuchen und zusammenfassen. PlanRadars Assistent findet Tickets nach Thema, erzeugt Filter und fasst Dokumente zusammen, Capmo prüft Nachträge gegen Verträge, Mails und Baudokumentation. Das hilft dem Bauleiter, der wissen will, was zu einem bestimmten Bauteil schon einmal gemeldet wurde, nicht dem, der ein Foto klassifiziert haben will.

DSGVO-Hinweis: Wenn Baustellen-Fotos Personen zeigen, die mehr als „Beiwerk” sind, also erkennbar im Fokus stehen, greift das DSGVO-Einwilligungserfordernis. Für reine Mangel-Dokumentationsfotos, auf denen Personen zufällig im Hintergrund sind, ist die Rechtslage großzügiger. Kläre mit deinem Datenschutzbeauftragten, wie dein Team fotografieren soll.

Konkrete Werkzeuge, was wann passt

PlanRadar ist der bekannteste Anbieter für Bau- und Immobiliendokumentation im deutschsprachigen Raum. Grundrissverankerung, Ticketformulare mit Fristen, Nachunternehmer-Kommunikation und Offline-Betrieb auf der Baustelle sind gut durchdacht. Die Preise sind je Nutzer und Monat gestaffelt: Basic 26 Euro, allerdings begrenzt auf genau einen Nutzer und zehn digitale Pläne, Starter 89 Euro und Pro 129 Euro, jeweils bis zehn Nutzer, Enterprise auf Anfrage (geprüft am 18.09.2026). Für ein Team ist Basic damit keine Option, der realistische Einstieg liegt bei 89 Euro je Nutzer und Monat. Subunternehmer und Beobachter sind in allen Paketen ohne Aufpreis dabei, 30 Tage Test, bei Jahreszahlung über 10 Prozent Rabatt.

Capmo ist eine eigenständige Münchner Software, Capmo GmbH, kein Teil von Autodesk. Sie hat als einzige der hier genannten Apps eine KI-Funktion, die direkt an der Mängelerfassung ansetzt: das KI-Diktiergerät, mit dem du Mängel frei einsprichst und strukturierte Mangelpunkte zurückbekommst. Capmo veröffentlicht keine Listenpreise, der Preis richtet sich nach dem Bau- oder Honorarvolumen der abgewickelten Projekte, ausdrücklich nicht nach der Nutzerzahl. Einstiegspakete liegen laut Anbieter in der Regel im mittleren vierstelligen Bereich, 14 Tage Test. Für Büros mit vielen Beteiligten pro Projekt kann das günstiger sein als ein Preis je Nutzer.

Procore und Buildertrend sind internationale Plattformen mit umfassenden Bau-Management-Funktionen inklusive Mängelerfassung. Beide nennen keine Listenpreise. Sinnvoll, wenn du eine Gesamtplattform für Projektmanagement suchst, nicht nur die Mängelerfassung. Zum Serverstandort siehe den nächsten Abschnitt, bei Procore ist er ein echtes Ausschlusskriterium.

ChatGPT mit Bildanalyse ist der einzige Weg, ein Mängelfoto überhaupt von einem Modell beurteilen zu lassen. Foto hochladen, fragen „Was ist das für ein Mangel, wie würde man ihn klassifizieren?” Das ist kein Produktivsystem, es fehlt Grundrissverankerung, Projektstruktur und Nachunternehmer-Integration, und die Einschätzung ist ein Entwurf, den du fachlich prüfst. Aber es beantwortet für zehn Minuten Aufwand die Frage, ob die Bildbeurteilung für dein Gewerk überhaupt taugt, und diese Funktion bekommst du in keiner Baudoku-App dazu.

Wann welcher Ansatz:

  • Schwerpunkt DACH, Mängelerfassung als Hauptbedürfnis, kalkulierbarer Preis je Nutzer → PlanRadar
  • Viele Beteiligte je Projekt, Spracherfassung von Mängeln gewünscht → Capmo
  • Gesamte Baumanagement-Plattform gesucht, Serverstandort unkritisch → Procore
  • Nur wissen, was ein Modell aus einem Mängelfoto herausliest → ChatGPT mit Foto-Test

Preise, kostenlose Varianten, Offline-Fähigkeit und die tatsächlichen KI-Funktionen der gängigen Apps stehen nebeneinander in unserem Vergleich der Baudokumentations-Apps.

Datenschutz und Datenhaltung

Mängel-Fotos zeigen Baumaterialien und Konstruktionen, meist keine personenbezogenen Daten. Aber: Wenn erkennbare Personen auf Fotos erscheinen, gilt das Recht am eigenen Bild. Mitarbeitende auf Fotos zu zeigen, die dann in einem Cloud-System landen, erfordert Einwilligung, auch bei internen Systemen.

PlanRadar verarbeitet die KI-Funktionen nach eigenen Angaben über Amazon Bedrock in der AWS-Region eu-central-1 in Frankfurt, weder AWS noch ein Modellanbieter nutzt Ein- oder Ausgaben zum Training, und die KI-Funktionen lassen sich auf Kontoebene abschalten. Capmo nennt für seine KI-Verarbeitung OpenAI-Modelle auf Microsoft Azure in Europa.

Bei Procore ist der Serverstandort ein Ausschlusskriterium, kein Detail. Procore Technologies sitzt in Kalifornien und dokumentiert keine dedizierte EU- oder Deutschland-Region, einen EU-Hosting-Pfad bietet der Anbieter nicht an. Für öffentliche Auftraggeber und die von ihnen beauftragten Unternehmen scheidet das in vielen Vergabeverfahren aus. Wer EU-Datenhaltung braucht, landet bei PlanRadar oder Capmo. Kläre bei öffentlichen Bauprojekten oder Projekten mit sensiblen Eigentumsinformationen vorab, ob ein Cloud-System überhaupt zulässig ist.

Was es kostet, realistisch gerechnet

Spezialisiertes Tool (PlanRadar):

  • Lizenz: 89 Euro (Starter) oder 129 Euro (Pro) je Nutzer und Monat, bis zehn Nutzer je Paket
  • Beispiel: 8 Bauleiter:innen im Starter-Paket = 712 Euro im Monat, rund 8.500 Euro im Jahr
  • Bei Jahreszahlung über 10 Prozent Rabatt, Subunternehmer und Beobachter kosten nichts extra
  • Einrichtung: 1 Tag Schulung, Plan-Upload ca. 2 Stunden pro Projekt

Das ist der Punkt, an dem die meisten Kalkulationen kippen: 89 Euro ist kein Paketpreis für das Team, sondern der Preis für eine Person. Wer mit 100 Euro im Monat fürs ganze Büro rechnet, verrechnet sich um den Faktor acht.

Die Rechnung, andersherum aufgezogen. Weil es keine belegte Einsparquote gibt, rechne nicht mit einer Ersparnis, sondern mit dem Break-even. Setz deinen eigenen Stundensatz an, kalkulatorisch inklusive Lohnnebenkosten, sagen wir 45 Euro. Eine Starter-Lizenz zu 89 Euro im Monat ist bezahlt, sobald sie dieser Person rund zwei Stunden im Monat spart. Bei Pro sind es knapp drei Stunden. Die Frage an dein Team lautet also nicht „spart das 30 Prozent”, sondern: Gehen pro Bauleiter:in im Monat mehr als zwei Stunden für das Übertragen von Fotos und Notizen drauf? Wenn abends regelmäßig Berichte getippt werden, ist das eine niedrige Hürde. Wenn nicht, lass es.

Dazu kommen vermiedene Streitkosten durch belastbare Dokumentation. Eine Zahl dafür nennen wir nicht, weil wir keine gefunden haben, die auf einer Erhebung beruht. Wer schon einmal einen Nachtrag mangels Nachweis verloren hat, kennt die eigene Zahl ohnehin besser als jede Statistik.

Klingt das nach eurem Alltag? Ob sich dieser Use Case bei euch rechnet, klären wir im Erstgespräch: 30 Minuten, kostenlos.

Erstgespräch anfragen

Drei typische Einstiegsfehler

1. Nachunternehmer nicht von Anfang an einbinden. Das System macht nur Sinn, wenn Mängelmeldungen auch ankommen und Fristen nachverfolgt werden. Wenn Subunternehmer keine App-Benachrichtigung erhalten oder diese ignorieren, läuft der Workflow weiter per Telefon, und du hast doppelte Arbeit. Binde die wichtigsten Subunternehmer von der ersten Woche an ein, auch wenn manche zögern.

2. Planqualität unterschätzen. Die Grundrissverankerung funktioniert nur mit aktuellen, vollständigen Plänen. Wer mit veralteten oder unvollständigen Plänen startet, verankert Mängel an falschen Positionen. Aktualisiere Pläne im System, bevor ein neues Projekt beginnt.

3. Kein einheitliches Kategoriensystem definieren. Wenn jede Bauleiter:in eigene Mangel-Kategorien nutzt, ist der Bericht am Ende ein Durcheinander. Definiere vor dem Launch ein gemeinsames Kategorieset, 15 bis 25 Kategorien sind ausreichend für die meisten Bauprojekte.

Was mit der Einführung wirklich passiert, und was nicht

Der häufigste Einwand in der ersten Woche: „Die Bauleiter sind auf der Baustelle, die werden keine App bedienen.” In der Praxis ist das der Einwand, der am häufigsten widerlegt wird. Bauleiter:innen haben alle ein Smartphone dabei und fotografieren Mängel ohnehin, nur dann in WhatsApp-Gruppen oder im Kameraroll ohne Struktur.

Eine App, in der das Foto direkt am richtigen Plan und am richtigen Ticket hängt, kostet im Alltag weniger Zeit als der alte Workflow. Die Hürde ist die erste Woche.

Was hilft: Starte mit zwei oder drei Personen, die offen für neue Tools sind. Lass sie das System auf einem laufenden Projekt einsetzen und nach zwei Wochen berichten. Ihre Erfahrungen überzeugen das restliche Team, nicht die Beschreibung des Systems durch einen Entscheider.

Die zweite Hürde: Bauleiter:innen, die ihren Zettel-Block seit Jahren nutzen und damit nicht schlecht gefahren sind. Der Ansatz: nicht das System erklären, sondern den Abnahme-Bericht zeigen. Ein vollständiger, sortierter, fotoverknüpfter Mängelbericht in 20 Minuten zu generieren, das ist das überzeugendste Argument.

Realistischer Zeitplan mit Risikohinweisen

PhaseDauerWas passiertTypisches Risiko
Tool-Test auf PilotprojektWoche 1–3Ein laufendes Projekt mit App testen, Pläne hochladen, parallel zur alten MethodePilotprojekt zu klein, kein echter Stresstest der Lösung
Team-EinarbeitungWoche 3–5Alle Bauleiter:innen schulen, Workflow und Kategorien definierenJede Person nutzt andere Kategorien, keine einheitliche Klassifizierung
Nachunternehmer einbindenWoche 5–7Wichtigste Subunternehmer als Empfänger einrichten, Workflow testenNachunternehmer nehmen App nicht an, Kommunikation läuft weiter per Telefon
VollbetriebAb Woche 8Alle laufenden Projekte migrieren, altes System abschaltenAltes und neues System parallel, doppelte Arbeit

Häufige Einwände, und was dahintersteckt

„Wir haben das immer mit Excel gemacht, das funktioniert auch.” Excel funktioniert bis zu einem bestimmten Volumen. Was Excel nicht kann: Fotos georeferenziert im Grundriss verankern, automatisch Fristen berechnen, Nachunternehmer notifizieren, bei der Abnahme einen rechtssicheren Gesamtbericht ausgeben. Ab drei bis vier parallelen Projekten mit je 100+ Mängeln wird Excel zum Vollzeit-Chaos-Management. Das ist der Punkt, an dem sich eine spezialisierte Lösung schnell amortisiert.

„Unsere Nachunternehmer werden die App nie nutzen.” Das stimmt für einen Teil, und der wichtigste Hebel dagegen ist der Preis: Bei PlanRadar sind eingeladene Subunternehmer und Beobachter in allen Paketen ohne Aufpreis enthalten, sie kosten dich also nichts. Ihre Rechte sind bewusst schmal, Status ändern, Bilder an bestehende Tickets hängen, kommentieren, einzelne Tickets exportieren. Genau das reicht aber für den Ablauf, um den es hier geht. Lass dir vor dem Vertrag trotzdem schriftlich bestätigen, auf welchem Weg Mängel bei deinen Nachunternehmern ankommen, per Mail, per Link oder nur in der App, denn davon hängt ab, ob der zögerliche Trockenbauer mitmacht oder nicht.

Woran du merkst, dass das zu dir passt

  • Deine Bauleiter:innen übertragen Dokumentation regelmäßig nach Feierabend, Fotos sortieren, Notizen in Zeilen übersetzen, Berichte schreiben
  • Ihr habt mehrere parallele Projekte mit jeweils Dutzenden von Mängeln gleichzeitig
  • Abnahmen verlaufen regelmäßig unruhig, weil Mängelprotokolle lückenhaft sind
  • Nachunternehmer-Kommunikation läuft per WhatsApp oder Telefon, ohne Nachweis, ohne Frist

Wer es (noch) nicht tun sollte: Ein Bauunternehmen mit einem einzigen laufenden Projekt pro Halbjahr und weniger als drei Bauleiter:innen hat wahrscheinlich nicht genug Volumen, um den Einführungsaufwand zu rechtfertigen. Auch für sehr kleine Betriebe mit einem klaren überschaubaren Mängelvolumen ist eine gute Excel-Vorlage oft die bessere Lösung.

Das kannst du heute noch tun

Lade PlanRadar als kostenlose Testversion herunter, 30 Tage, ohne Kreditkarte. Nimm dein aktuellstes Projekt und erfasse an einem Vormittag zehn Mängel damit. Dann vergleiche den generierten Bericht mit deiner bisherigen Methode.

Und weil diese Seite die Bildbeurteilung durch die Apps ausdrücklich verneint: Prüf sie selbst. Schicke ein Mängelfoto an ChatGPT und nutze diesen Prompt. Was dabei herauskommt, ist ein Entwurf, der fachlich zu prüfen ist, aber du siehst in zehn Minuten, wie weit ein Modell bei deinem Gewerk kommt:

Prompt: Mängelfoto zu strukturiertem Eintrag
Du bist ein erfahrener Bauleiter auf einem Wohnungsbauprojekt. Analysiere dieses Baustellenfoto und erstelle daraus einen strukturierten Mängeleintrag: 1. Mangelkategorie (z.B. "Putz / Trockenbau", "Boden / Estrich", "Fenster / Türen", "Installation / Technik") 2. Kurzbeschreibung des Mangels (max. 2 Sätze, sachlich) 3. Vorgeschlagene Priorität: Kritisch / Mittel / Gering 4. Empfohlenes Gewerk für Nachbesserung 5. Nachbesserungsfrist (typisch in Werktagen für diesen Mangeltyp) [FOTO HIER EINFÜGEN] Projektdetails (optional): [ETAGE / BEREICH / GEWERK]
Funktioniert mit ChatGPT
Beispiel-Ausgabe

Mitarbeiter:in

[Foto: Risse im frisch gestrichenen Innenputz, Y-förmig, ca. 30 cm lang] Erdgeschoss, Flur, Rohbauabschluss

KI-Assistent

**Mängeleintrag:** **Kategorie:** Putz / Innenputz **Beschreibung:** Y-förmige Risse im frisch aufgetragenen Innenputz, Länge ca. 30 cm, im Flurbereich EG. Mögliche Ursachen: zu schnelles Austrocknen des Putzes oder Schwindrisse durch unzureichende Untergrundvorbereitung. **Priorität:** Mittel (strukturell unbedenklich, aber optisch nicht abnahmefähig; vor Malerarbeiten zu beheben) **Gewerk für Nachbesserung:** Putz- und Stuckarbeiten / Trockenbauer (je nach Untergrundtyp) **Empfohlene Nachbesserungsfrist:** 5 Werktage (vor Beginn Malerarbeiten) **Hinweis:** Bitte parallel prüfen, ob Schwindrisse auch in angrenzenden Räumen vorhanden, systematisches Problem möglich.

Quellen & Methodik

  • PlanRadar, Preise und Pakete: Basic 26 €, Starter 89 €, Pro 129 €, jeweils „Monatlicher Preis per Nutzer”, Basic auf einen Nutzer und zehn Pläne begrenzt, Starter und Pro bis zehn Nutzer, Enterprise auf Anfrage, 30 Tage Test, über 10 Prozent Rabatt bei Jahreszahlung (planradar.com/de/preise, abgerufen am 18.09.2026).
  • PlanRadar, was der KI-Assistent kann: „Es funktioniert nur mit textbasierten Dateien. Es kann keine Bilder oder Fotos analysieren.” Zeichnungs-PDFs werden nur für die Textextraktion unterstützt (help.planradar.com, abgerufen am 18.09.2026).
  • PlanRadar, KI-Datenverarbeitung: Amazon Bedrock in der AWS-Region eu-central-1 (Frankfurt), keine Trainingsnutzung, KI auf Kontoebene abschaltbar (help.planradar.com, abgerufen am 17.09.2026).
  • Capmo, Anbieter und KI-Funktion: Capmo GmbH, Ridlerstraße 39, 80339 München, eigenständiges Unternehmen ohne genannten Mutterkonzern; KI-Diktiergerät für Mängel, Preisgestaltung nach Bau- und Honorarvolumen statt nach Nutzerzahl (capmo.com/de, abgerufen am 18.09.2026).
  • Procore, Serverstandort: Procore Technologies, Inc., Carpinteria, Kalifornien. Eine dedizierte EU- oder Deutschland-Region ist nicht dokumentiert, einen EU-Hosting-Pfad bietet Procore nicht an, siehe unser Profil unter /tools/procore/.
  • Was keine dieser Apps kann: Marktprüfung von acht Baudokumentations-Apps gegen die Anbieterseiten, Stand 17.09.2026, siehe Vergleich der Baudokumentations-Apps.
  • VOB/B: § 12 Abnahme und § 13 Mängelansprüche, Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, Teil B, aktuell gültige Fassung; § 640 Abs. 3 BGB zum Vorbehalt bekannter Mängel bei der Abnahme. Eine Rügepflicht wie § 377 HGB enthält die VOB/B nicht.
  • DSGVO Baustellen-Fotos: Recht am eigenen Bild und Einwilligungserfordernis bei erkennbaren Personen, Art. 6 DSGVO. Für den konkreten Fall gilt die Einschätzung deines Datenschutzbeauftragten, nicht diese Seite.
  • Nicht belegbar und deshalb nicht auf dieser Seite: ein Prozentwert für den Dokumentationsanteil an der Arbeitszeit von Bauleiter:innen, eine Einsparquote durch Baudoku-Apps und eine Durchschnittssumme für verlorene Nachtragsstreitigkeiten. Wir haben zu keinem der drei Punkte eine unabhängige Erhebung gefunden. Anbieterzahlen und Whitepaper von Herstellern zählen wir nicht als Beleg.
  • Stundensatz in der Break-even-Rechnung: kalkulatorischer Ansatz inklusive Lohnnebenkosten, keine Erhebung. Setz deinen eigenen Wert ein.

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Frieda Funke

Konzeptentwicklerin

Ich frage nicht, was KI kann. Ich frage, was du in deinem Alltag damit anfängst. Erst wenn ich eine ehrliche Antwort habe, entsteht daraus ein konkreter Use Case. Fehlt ein Anwendungsfall, der zu dir passt? Schreib mir kurz.

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