Zi-Kodierhilfe
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi)
Die Zi-Kodierhilfe des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung ist die offizielle, kostenlose Nachschlagehilfe für ICD-10-GM-Kodierung in deutschen Arztpraxen. Sie bietet Volltext-Suche im kompletten ICD-10-GM-Katalog inklusive Kodierhinweisen und wird jährlich aktualisiert.
Kosten: Vollständig kostenlos — Web-App (kodierhilfe.de) sowie Apps für Android und iOS
Stärken
- Vollständig kostenlos — kein Account, kein Abo, sofort nutzbar
- Offizieller ICD-10-GM-Datenstand, jährlich von Zi aktualisiert (zuletzt für 2025)
- Web-App und native Apps für Android und iOS — auf jedem Gerät sofort verfügbar
- Zusatzkennzeichen-Hinweise: markiert wann G/V/A/Z-Kennzeichen erforderlich sind
- Praxiserprobt: flächendeckend in deutschen Arztpraxen und bei Kassenärztlichen Vereinigungen im Einsatz
Einschränkungen
- Kein automatisches Vorschlagen von Codes aus Freitext — reine Suche, keine KI-Kodierung
- Keine PVS-Integration — Ergebnis muss manuell ins System übertragen werden
- Keine Prüfung auf Plausibilität zwischen Diagnose und abgerechneten Leistungen
- Kein Hinweis auf häufige Fehlerkombinationen oder praxistypische Kodierfallen
Passt gut zu
Kurzfazit
Die Zi-Kodierhilfe ist das digitale Standardnachschlagewerk für ICD-10-GM in deutschen Arztpraxen — kostenlos, offiziell, jährlich aktualisiert. Sie ist kein KI-System, das Codes automatisch aus Freitext generiert, sondern eine verlässliche Suchoberfläche für den ICD-10-GM-Katalog. Für die strukturierte Nachschlagearbeit der MFA und für die Prüfung von Zusatzkennzeichen gibt es kaum einen besseren Ausgangspunkt — und es kostet nichts.
Für wen ist die Zi-Kodierhilfe?
MFAs im Kodieralltag: Wer täglich Diagnosen ins PVS einträgt und ab und zu nachschlagen muss, ob „Z87.1” oder „Z87.01” korrekt ist, findet hier schnelle Antworten — ohne ins Handbuch schauen zu müssen oder auf die langsame PVS-eigene Suche angewiesen zu sein.
Praxisinhaber für Abrechnungsreview: Einmal im Quartal die häufigsten Diagnosen gegen die Kodierhilfe prüfen: Sind alle Zusatzkennzeichen korrekt gesetzt? Gibt es veraltete Codes? Das dauert 30 Minuten und kann Rückforderungen verhindern.
MFA-Auszubildende und neues Personal: Die Zi-Kodierhilfe ist als Lernmittel für die korrekte ICD-Dokumentation im täglichen Betrieb gut geeignet — ergänzt durch die Erfahrung erfahrener Kolleginnen.
Preise im Detail
| Nutzungsweg | Kosten | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Web-App (kodierhilfe.de) | Kostenlos | Vollständige ICD-10-GM-Suche im Browser |
| Android-App | Kostenlos | Gleicher Funktionsumfang, offline nutzbar |
| iOS-App | Kostenlos | Gleicher Funktionsumfang, offline nutzbar |
Einordnung: Es gibt keinen Grund, für eine reine ICD-10-GM-Suchfunktion Geld auszugeben. Die Zi-Kodierhilfe deckt diesen Bedarf vollständig ab. Wer darüber hinaus automatische Kodiervorschläge aus Freitext oder PVS-Integration benötigt, braucht ein KI-gestütztes System wie den TURBOMED DokuAssistenten.
Stärken im Detail
Offizieller Datenstand, jährlich aktualisiert. Jedes Jahr ändert sich der ICD-10-GM-Katalog — Codes kommen dazu, andere fallen weg, Zusatzkennzeichen-Anforderungen ändern sich. Die Zi-Kodierhilfe spiegelt den aktuellen Datenstand zuverlässig wider. Der Stand für 2025 war im Januar 2026 bereits verfügbar.
Volltext-Suche und Kodierhinweise. Man kann nicht nur nach Code-Nummern suchen, sondern nach Freitextbegriffen wie “Herzinsuffizienz chronisch” und bekommt alle passenden Codes mit Erläuterungen. Für jeden Code zeigt die Hilfe, ob und welche Zusatzkennzeichen erforderlich sind.
Keine Registrierung, kein Abo. Die App ist direkt nutzbar — kein Account, kein Passwort, keine DSGVO-Einwilligung für den Benutzer. Das senkt die Hemmschwelle für den täglichen Einsatz erheblich.
Schwächen ehrlich betrachtet
Keine KI-Kodierung aus Freitext. Die Zi-Kodierhilfe ist eine Datenbank, keine KI. Wer möchte, dass das System aus „Patient klagt über Schmerzen im rechten Knie nach Sturz” automatisch den richtigen ICD-Code vorschlägt, braucht ein anderes Tool. Die Zi-Kodierhilfe hilft nur, wenn man bereits weiß, welche Diagnose gemeint ist.
Keine PVS-Integration. Der gefundene Code muss manuell ins PVS übertragen werden. Ein kleiner, aber im Praxisalltag spürbarer Medienbruch.
Keine Plausibilitätsprüfung. Die Kodierhilfe prüft nicht, ob der eingetragene Code zu den abgerechneten EBM-Ziffern passt. Das ist eine Hauptquelle für KV-Rückfragen, die die Zi-Kodierhilfe allein nicht löst.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| KI-Kodiervorschläge direkt im PVS willst | CGM TURBOMED DokuAssistent |
| Klinisches Hintergrundwissen zur Diagnose brauchst | AMBOSS |
| Allgemeines medizinisches Sprachdiktat brauchst | Dragon Medical One |
So steigst du ein
Schritt 1: Öffne kodierhilfe.de im Browser oder lade die App aus dem App Store. Keine Registrierung nötig.
Schritt 2: Gib einen Diagnosebegriff in die Suche ein. Wähle den passenden Code aus der Trefferliste und prüfe die angezeigten Zusatzkennzeichen-Hinweise (G=gesichert, V=Verdacht, A=ausgeschlossen, Z=Zustand nach).
Schritt 3: Übertrag den Code manuell ins PVS. Nutze die App als ergänzende Referenz, wenn PVS-interne Suchfunktionen nicht ausreichen oder keine aktuellen Hinweise anzeigen.
Ein konkretes Beispiel
Eine Hausarztpraxis in Dortmund mit zwei Ärztinnen und vier MFAs nutzt die Zi-Kodierhilfe als Standard-Tab im Browser. Wenn die MFA bei einem Herzinsuffizienz-Patienten unsicher ist, ob I50.1 (Linksherzinsuffizienz) oder I50.0 (Kongestive Herzinsuffizienz) korrekt ist, schaut sie in der Kodierhilfe nach — statt den Arzt zu unterbrechen oder ins Handbuch zu schauen. Das Ergebnis: weniger Unterbrechungen, weniger Kodier-Rückfragen bei der Quartalsabrechnung.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Zi ist eine gemeinnützige Einrichtung der Kassenärztlichen Vereinigungen — Serverstandort Deutschland
- Datenschutz: Die Web-App überträgt keine Patientendaten — Suchanfragen sind anonym
- Keine Patientendaten erforderlich: Die Kodierhilfe arbeitet ausschließlich mit dem abstrakten Diagnosebegriff — keine Verbindung zum Patientendatensatz
- Empfehlung: Datenschutztechnisch bedenkenlos — da keinerlei Patientendaten eingegeben werden, gibt es keine DSGVO-Relevanz für die Praxis
Gut kombiniert mit
- CGM TURBOMED — Zi-Kodierhilfe für manuelle Nachschlagearbeit, TURBOMED DokuAssistent für automatische KI-Kodiervorschläge direkt im Workflow
- AMBOSS — Bei unklaren Diagnosen erst AMBOSS für die Einordnung, dann Zi-Kodierhilfe für den genauen Code
- Dragon Medical One — Diktat mit Dragon, Kodierprüfung über Zi-Kodierhilfe
Unser Testurteil
Vier von fünf Sternen — ohne wenn und aber für den Anwendungsfall “kostenlose ICD-10-GM-Suchfunktion”. Die Zi-Kodierhilfe ist die verlässlichste, aktuellste und einfachste Referenzquelle für den deutschen ICD-10-GM-Standard. Den fünften Stern kostet das Fehlen echter KI-Unterstützung (kein Freitext-zu-Code) und die fehlende PVS-Integration. Als Basistool für jede Arztpraxis ist sie unverzichtbar — als Ersatz für KI-gestützte Kodierunterstützung taugt sie nicht.
Was wir bemerkt haben
- Januar 2026 — Zi hat die Kodierhilfe mit dem ICD-10-GM-Datenstand 2026 aktualisiert. Die Jahresaktualisierung erscheint regelmäßig zu Jahresbeginn.
- Januar 2025 — Kodierhilfe für 2025 veröffentlicht; laut KBV-Pressemitteilung erstmals mit erweiterter Wissensbasis für häufig kodierte Diagnosen in der ambulanten Versorgung.
- Laufend — Die Zi-Kodierhilfe existiert seit mehreren Jahren und ist ein stabiles, unverändertes Angebot. Keine bekannten Pläne für KI-Erweiterung oder PVS-Integration.
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