VITRONIC Machine Vision
VITRONIC GmbH
VITRONIC ist ein Wiesbadener Spezialist für industrielle Bildverarbeitungssysteme — bekannt für Schweißnahtinspektion (VIRO WSI/WSM), Kennzeichenerfassung (LECTOR) und Paketsortierung. In der EV-Batterieproduktion etabliert: 100 %-Schweißnahtkontrolle von Batteriemodulen und -gehäusen in Echtzeit, 0 % Schlupf, bis 800 mm/s Abtastgeschwindigkeit.
Kosten: Projektbasierte Systempreise; Einstiegssysteme VIRO WSM ab ca. 50.000–120.000 EUR, vollständige VIRO WSI Inline-Inspektionsstationen 150.000–400.000+ EUR je nach Prüfaufgabe und Integration. Wartungsvertrag typisch 8–12 % des Systemwerts pro Jahr.
Stärken
- Spezialisierung auf Schweißnahtinspektion: VIRO WSI erkennt Poren, Spritzer, Nahtunregelmäßigkeiten und Geometrieabweichungen inline
- Laser-Triangulations-Sensor mit 3D-Bildverarbeitung — zuverlässige Fehlererkennung auch bei komplexen Nahtgeometrien
- Weldloop-Datensoftware verknüpft Inspektionsdaten mit Schweißroboter-Prozessdaten für Ursachenanalyse
- Nachrüstbar an bestehenden Schweißstationen — kein eigener Roboter oder Messraum nötig
- Deutscher Hersteller, Hauptsitz Wiesbaden — DSGVO-konform, deutschsprachiger Support und Engineering
Einschränkungen
- Hohe Einstiegskosten — für Kleinserien oder KMU mit weniger als ~1 Mio. Schweißnähten pro Jahr nicht wirtschaftlich
- Lange Integrationszeiten: Kalibrierung und Parameteroptimierung in der Produktionsumgebung dauern 4–12 Wochen
- Keine Listenpreise — Preisfindung ausschließlich über projektspezifisches Angebot
- Für Batteriezellenschweißnähte (µm-Auflösung) braucht es die Hochauflösungsoptionen des VIRO WSI — Standard-Konfigurationen arbeiten im mm-Bereich
Passt gut zu
Kurzfazit
VITRONIC ist kein Allround-Vision-Anbieter, sondern ein Spezialist — und in seiner Kerndisziplin Schweißnahtinspektion einer der technisch ausgereiftesten Anbieter auf dem deutschen Markt. Das VIRO-WSI-System prüft Schweißnähte inline mit Laser-Triangulation und 3D-Bildverarbeitung: Poren, Spritzer, Nahtgeometrie-Abweichungen, fehlende Lagen — alles, bevor das Bauteil die Station verlässt. Besonders relevant geworden ist VITRONIC in der EV-Batterieproduktion, wo Schweißfehler an Zellverbindern und Batteriegehäusen Sicherheitsrisiken erzeugen, die erst im Feld sichtbar werden.
Für wen ist VITRONIC?
EV-Batteriehersteller und Modulproduzenten: Schweißnähte an Zelltabs, Modulverbindern und Batteriegehäusen sind sicherheitskritisch. VITRONIC WSI prüft diese Nähte inline ohne Taktzeit-Verlust — 100 % der Nähte, nicht nur Stichproben.
Automotive Tier-1 und Tier-2 mit Lasergeschweißten Strukturbauteilen: Längsträger, Türrahmen, Radaufhängungen — überall dort, wo fehlerhafte Schweißnähte erst unter Belastung versagen, gibt das VIRO WSI die objektive Qualitätsbestätigung, die manuelle Sichtprüfung nicht leisten kann.
Fertigungsleiter mit Qualitätsdaten-Ambitionen: Die Weldloop-Software verknüpft Inspektionsergebnisse mit Prozessparametern des Schweißroboters. Das macht es möglich, Korrelationen zwischen Nahtfehlern und Prozessdrift zu erkennen — bevor die Fehlerrate steigt, nicht danach.
Weniger geeignet für: Betriebe mit Losgrößen unter 10.000 Schweißnähten pro Tag, Unternehmen ohne eigene Integrationskapazität (das System muss in die SPS-Steuerung eingebunden werden) und alle, die eine fertige Plug-and-Play-Lösung erwarten.
Preise im Detail
VITRONIC veröffentlicht keine Listenpreise. Die Systemkomplexität variiert stark je nach Bauteil, Nahtgeometrie und Prüfumfang. Orientierungsrahmen aus Marktwissen:
| Systemtyp | Investitionsrahmen | Was enthalten ist |
|---|---|---|
| VIRO WSM (Prozessüberwachung Laser-Schweißen) | 50.000–120.000 EUR | Sensor direkt in der Schweißstation, Echtzeitüberwachung Energie/Leistung |
| VIRO WSI (Nahtinspektion nach dem Schweißen) | 150.000–250.000 EUR | Laserscanner + 3D-Bildverarbeitung + Auswertesoftware, einfache Linienintegration |
| VIRO WSI Komplex (Batteriemodul / komplexe Geometrien) | 250.000–400.000+ EUR | Mehrkopf-Aufbau, Roboter-Koordination, Weldloop-Integration, MES-Anbindung |
| Jährliche Wartung | 8–12 % des Systemwerts | Updates, Kalibrierung, Reaktionszeit-SLA |
So steigst du ein
Schritt 1: Kontaktiere VITRONIC über vitronic.com/de-de für eine Anwendungsanalyse. Bring Bauteilzeichnungen, eine Beschreibung der Nahtgeometrie und deinen Fehlerkatalog (Bilder von typischen Fehlern helfen enorm). VITRONIC macht häufig einen kostenlosen Machbarkeitstest mit Muster-Bauteilen im eigenen Labor in Wiesbaden.
Schritt 2: Definiere die Qualitätskriterien exakt — welche Fehlerklassen sind sicherheitskritisch (sofortiger Ausschluss), welche reduzieren nur Lebensdauer (Toleranzband), welche sind kosmetisch? Diese Klassifizierung bestimmt die Systemkonfiguration und die späteren False-Reject- und False-Accept-Raten.
Schritt 3: Plane die Linienintegration parallel zur Systembeschaffung. Kläre SPS-Schnittstellen, Datenbankanbindung für Prüfergebnisse und Auswerfer-Mechanismus für fehlerhafte Teile frühzeitig — das ist erfahrungsgemäß der zeitkritische Pfad, nicht die Sensorinstallation.
Ein konkretes Beispiel
Ein europäischer Tier-1-Automobilzulieferer integriert VIRO WSI in seine Laserschweißlinie für Batteriemodulverbinder. Bisherige Kontrolle: Stichprobenprüfung eines von zwanzig Modulen durch Qualitätsprüfer. Ergebnis: ca. 0,3 % der ausgelieferten Module enthalten Nähte mit Porenbildung. Nach VITRONIC-Installation prüft das System alle 3.200 Module pro Schicht inline. Fehlerhaft-Rate beim Ausgang sinkt auf 0,01 %. Gleichzeitig identifiziert Weldloop eine Korrelation zwischen Nahtporös-Fehlern und einer bestimmten Fokus-Drift-Charakteristik des Lasers nach ca. 800 Betriebsstunden — die Wartungsintervalle werden daraufhin angepasst. ROI-Break-even nach ca. 20 Monaten durch eingesparte Nacharbeit und vermiedene Feldreklamationen.
DSGVO & Datenschutz
- Hersteller: VITRONIC GmbH, Wiesbaden — deutsches Unternehmen, vollständig deutschem und EU-Recht unterstehend
- Datenverarbeitung: Vollständig lokal auf der Steuerungseinheit der Anlage. Kein automatischer Cloud-Transfer von Produktionsdaten.
- Fernwartung: Via VPN nach expliziter Freigabe. Protokollierung empfohlen, AVV mit VITRONIC für Fernzugriff abschließen.
- DSGVO-Risiko: Gering — reine Bauteilinspektion, keine personenbezogenen Daten im Standardbetrieb. Relevant wird der Datenschutz bei MES-Integration und wenn Produktionsdaten als vertraulich klassifiziert sind (Patentschutz).
- Empfehlung: Bei Cloud-Konnektivität (z. B. für Remote-Monitoring) explizit Datenflusskonfiguration mit VITRONIC spezifizieren.
Gut kombiniert mit
- Cognex — In Zeilen mit gemischten Prüfaufgaben übernimmt Cognex die allgemeine Bauteilkontrolle (Barcode, Maße, Oberfläche), VITRONIC die spezialisierte Schweißnahtinspektion — best-of-breed statt Einheitslösung
- Keyence — Keyence-Sensoren für Maßprüfung und Positionierung ergänzen die VITRONIC Schweißnahtinspektion; besonders sinnvoll, wenn die Nahtposition selbst Teil der Qualitätsanforderung ist
- ISRA VISION — Wenn zusätzlich zur Schweißnahtinspektion eine Oberflächeninspektion für beschichtete Bauteile oder Glas-Komponenten nötig ist, deckt ISRA VISION diese Spezialdisziplin ab
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