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Bezahlt Low-Code 🇺🇸 US-Server Zuletzt geprüft: Juni 2026

Vendr

Vendr, Inc. (seit Juni 2026 Teil von Vertice)

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SaaS-Procurement-Plattform mit KI-gestützten Pricing- und Negotiation-Agents. Der Datensatz aus über 130.000 ausgewerteten Verhandlungen und 4.500+ Anbietern liefert Benchmarks für Vertragsverhandlungen, drei KI-Agents übernehmen Pricing-Analyse, Outreach und Contract Review. Im Juni 2026 wurde Vendr von Vertice übernommen und in dessen Procurement-Plattform integriert, der kombinierte Datensatz umfasst laut Anbieter 75+ Mrd. USD Spend über 32.000 Anbieter.

Kosten: Seit der Übernahme durch Vertice (Juni 2026) veröffentlicht der Anbieter keine Listenpreise mehr, Konditionen ausschließlich auf Anfrage über Sales-Demo. Die frühere Vendr-Eigenpreisstruktur (Base-Plattform ab ca. 12.000 USD/Jahr plus Negotiation-Credit-Modell) ist nach der Integration nicht mehr öffentlich bestätigt.

Stärken

  • Sehr großer Pricing-Datensatz: 130.000+ ausgewertete Verhandlungen, 4.500+ Anbieter (Vendr-Bestand)
  • Pricing Intelligence Agent mit Echtzeit-Benchmarks auf Basis realer Deal-Daten
  • Negotiation Agent übernimmt Outreach und Gegenangebote von der Erstansprache bis zum Abschluss
  • Erfolgsquote von 87 % laut Anbieter über alle abgeschlossenen Verhandlungen
  • Contract Review Agent erkennt Renewal-Fallen und überteuerte Klauseln
  • Hohe Stärke bei Enterprise-Verträgen (Salesforce, Workday, AWS, Microsoft, Atlassian)

Einschränkungen

  • Übernahme durch Vertice (Juni 2026) bringt Unsicherheit für Produkt, Marke und Preisstruktur
  • Keine öffentlichen Listenpreise mehr, Konditionen nur über Sales-Demo, lohnt sich erst ab signifikantem SaaS-Spend
  • US-Hosting, US-zentriertes Verhandlungsnetzwerk, wenig EU-Vendor-Coverage
  • Kein deutschsprachiger Support, deutsche Anbieter im Datensatz unterrepräsentiert
  • Erfolg hängt davon ab, dass dein Tool im Datensatz vertreten ist, Nischen-SaaS bringt wenig
  • KI-Agents arbeiten primär auf Englisch, deutschsprachige Vertragspartner uneinheitlich abgedeckt

Passt gut zu

Mittelgroße bis große Unternehmen mit hohem SaaS-Spend Procurement-Teams, die externe Verhandlungsexpertise zukaufen wollen Organisationen vor Renewal-Verhandlungen mit Top-SaaS-Vendoren Tech-Unternehmen, die viel US-zentrierte Enterprise-Software einsetzen

Kurzfazit

Vendr ist die ernsthafteste Adresse für datenbasiertes SaaS-Procurement im Markt. Wo andere Tools nur Software-Inventare verwalten oder generische Verhandlungstipps liefern, kombiniert Vendr einen außergewöhnlich großen Pricing-Datensatz (über 130.000 ausgewertete Verhandlungen, 4.500+ Anbieter) mit echten Verhandlungs-Buyern und KI-Agents, die Outreach, Gegenangebote und Vertrags-Review übernehmen. Wichtig: Anfang Juni 2026 wurde Vendr von Vertice übernommen und in dessen Procurement-Plattform integriert. Die vendr.com-Preisseite leitet bereits auf vertice.one weiter, Listenpreise werden seitdem nicht mehr veröffentlicht. Das Modell funktioniert weiterhin, aber nur in einer bestimmten Marktnische: US-zentriert, ab nennenswertem Software-Budget, primär für Enterprise-SaaS. Wer in Deutschland mittelständische Software mit deutschen Anbietern verhandelt, holt sich Vendr nicht; wer Salesforce, Workday oder Microsoft auf 200K+ USD-Niveau verhandelt, sollte sich das Angebot ansehen, jetzt unter dem Dach von Vertice.

Für wen ist Vendr?

Procurement-Teams in tech-lastigen Unternehmen: Wenn deine IT- oder Procurement-Abteilung jährlich 1 Mio. USD+ in SaaS investiert und mehrfach im Jahr mit den großen US-SaaS-Anbietern verhandelt, ist Vendr der direkteste Hebel. Pricing-Benchmarks ersetzen das “Bauchgefühl”, ob ein Angebot fair ist, durch belastbare Datenpunkte aus tausenden vergleichbaren Deals.

Finance- und CFO-Office: Wer Software-Kosten in das Forecasting einbeziehen muss, bekommt mit Vendrs Contract-Review-Funktion klare Aussagen zu Renewal-Fallen, automatischen Preiserhöhungen und überteuerten Add-on-Klauseln. Das ist besonders vor Quartals- und Jahresabschlüssen wertvoll.

Skalierende Tech-Unternehmen (Series B+): Schnell wachsende SaaS-Käufer, die in 12 Monaten von 50 auf 200 Mitarbeitende skalieren, verhandeln plötzlich Verträge mit 5- bis 10-facher Lizenzanzahl. Vendr liefert hier Benchmarks, die der eigene Procurement-Mitarbeiter bei dieser Volumengröße zum ersten Mal aufruft.

Organisationen vor großen Renewal-Verhandlungen: Wer in den nächsten 90 Tagen einen Salesforce-, Workday-, Microsoft- oder Atlassian-Renewal vor sich hat und das Verhandlungsmandat extern delegieren will, bekommt mit der autonomen Verhandlungsvariante einen Vendr-Buyer, der den Prozess von Outreach bis Abschluss übernimmt.

Weniger geeignet für: KMU mit überschaubarem SaaS-Budget (unter 250K USD/Jahr, der Base-Preis amortisiert sich nicht), rein deutsche oder DACH-zentrierte Software-Stacks (Datensatz ist US-lastig), Käufer von Nischen- oder Branchen-SaaS (Vendr-Daten konzentrieren sich auf Mainstream-Tools), und Unternehmen mit strikten DSGVO-Anforderungen, die Verhandlungs-Metadaten nicht in einem US-System sehen dürfen.

Preise im Detail

Mit der Übernahme durch Vertice (Juni 2026) hat sich die Preislage geändert: Weder Vendr noch Vertice veröffentlichen aktuell Listenpreise. Die folgende Tabelle dokumentiert die zuletzt bekannte Vendr-Eigenpreisstruktur (vor der Integration). Diese Angaben sind historisch und nicht mehr öffentlich bestätigt, sie dienen nur als grobe Orientierung für die Größenordnung.

Plan (Stand vor Vertice-Übernahme)Preis (historisch)Was es umfasste
Free Trial0 USDPricing-Benchmarks erkunden, Verträge hochladen, Beispiel-Verhandlungen ansehen, zeitlich begrenzt
Base Plattformab ca. 12.000 USD/JahrUnbegrenzte Benchmarks, Negotiation Credits, Contract Price Review, SSO, Org Management
Advisory Add-onCredit-basiert nach Spend-VolumenVendr-Experten beraten, Verhandlung führst du selbst
Autonome Verhandlung (Add-on)Credit-basiert nach Spend-VolumenVendr-Buyer übernimmt End-to-End-Verhandlung inkl. KI-Outreach und Gegenangeboten

Einordnung: Verlass dich nicht auf diese historischen Zahlen, hol dir ein aktuelles Angebot. Die Vertice-Preisseite (Weiterleitungsziel von vendr.com/pricing) nennt keine Beträge und führt Verhandlungsunterstützung als Kernbestandteil des Pakets statt als kostenpflichtiges Add-on, das kann die Kalkulation gegenüber dem alten Vendr-Modell verschieben. Unverändert gilt: Das Modell rechnet sich erst ab nennenswertem verhandeltem Spend, grob ab dem niedrigen sechsstelligen USD-Bereich pro Jahr. Bei einer realistischen Ersparnis von 10 bis 20 % auf große SaaS-Verträge stehen die Kosten dann in einem vernünftigen Verhältnis, darunter nicht. Lass dir im Sales-Gespräch konkret durchrechnen, welcher Anteil deines Jahres-Spend tatsächlich über die Plattform verhandelt würde, das ist die einzig belastbare Grundlage.

Stärken im Detail

Der Datensatz ist das eigentliche Produkt. Vendr beziffert seinen Bestand mit 130.000+ ausgewerteten Verhandlungen und 4.500+ Anbietern, kaum ein anderer Marktteilnehmer kommt öffentlich auf diese Größenordnung. Für jeden gängigen B2B-SaaS-Anbieter (Salesforce, Workday, Microsoft, AWS, Atlassian, HubSpot, ServiceNow, Snowflake) liegen Hunderte bis Tausende vergleichbare Deal-Datenpunkte vor. Mit der Vertice-Integration wächst dieser Pool nochmals deutlich: Der kombinierte Datensatz umfasst laut Übernahme-Ankündigung 75+ Mrd. USD Spend, 2 Mio.+ Preispunkte und 250.000 Verträge über 32.000 Anbieter. Das ist die Basis, auf der Benchmarks erst statistisch tragfähig werden.

Pricing Intelligence Agent als Echtzeit-Berater. Vendr hat seine Plattform um KI-Agents erweitert. Der Pricing Intelligence Agent zeigt zu jedem Angebot in Echtzeit, ob es im Branchenvergleich teuer, fair oder günstig ist, typische Darstellung: “Dein Angebot: 185 USD/Sitz | Fair Price: 142 USD/Sitz | Verhandlungsspielraum: 23 %”. Das ist keine generische LLM-Antwort, sondern eine Auswertung auf dem realen Deal-Datensatz.

Negotiation Agent übernimmt Outreach. Die zweite KI-Komponente ist der Negotiation Agent, der E-Mail-Kommunikation mit den Vendoren führt, Gegenangebote draftet und Verhandlungsrunden von der Erstansprache bis zum Vertragsabschluss vorbereitet. Menschliche Vendr-Buyer bleiben im Loop, aber Routinearbeit (Datenabgleich, Standardklauseln, Rückfragen) übernimmt der Agent, das senkt die Stundenzahl pro Deal erheblich.

Contract Review Agent findet teure Klauseln. Du lädst bestehende SaaS-Verträge hoch, und der Contract Review Agent identifiziert systematisch problematische Klauseln: automatische Preiserhöhungen, harte Renewal-Fristen, überzogene True-Up-Klauseln, schwer kündbare Multi-Year-Commits. Das ist besonders vor Renewals wertvoll und liefert ein anderes Bild als die rein interne Sicht, weil Vendr weiß, welche Klauseln Anbieter typischerweise streichen, wenn man ernsthaft verhandelt.

Erfolgsquote als Vertrauenshebel. Vendr nennt eine 87 % Success Rate über alle abgeschlossenen Verhandlungen, also Deals, bei denen ein nachweisbarer Preisvorteil gegenüber dem Erstangebot erreicht wurde. Diese Quote ist hoch, weil Vendr unrentable Deals von vornherein nicht annimmt; dennoch ist sie ein belastbarer Anker für die ROI-Argumentation gegenüber dem eigenen Management.

Stärke bei Enterprise-Vendoren. Vendr verhandelt überdurchschnittlich oft mit den Top-30-Enterprise-SaaS-Anbietern. Das hat zwei Effekte: Erstens kennen Vendrs Buyer die Verhandlungsmuster dieser Vendoren, zweitens haben die Vendoren ihrerseits ein Bewusstsein dafür, dass “Vendr im Deal” ein anderer Sparringspartner ist als ein interner Procurement-Newbie. Das verschiebt die Verhandlungsdynamik schon vor dem ersten Termin.

Schwächen ehrlich betrachtet

Unsicherheit durch die Vertice-Übernahme. Die jüngste und gewichtigste Schwäche ist die organisatorische: Anfang Juni 2026 wurde Vendr von Vertice übernommen und in dessen Plattform integriert. Für Bestandskunden und Interessenten heißt das, dass Produktroadmap, Markenführung und Preisstruktur in Bewegung sind. Ob die Marke “Vendr” mittelfristig eigenständig bleibt oder vollständig in Vertice aufgeht, ist offen. Wer jetzt einsteigt, sollte vertraglich klären, welches Produkt unter welchem Namen geliefert wird.

Keine öffentlichen Preise mehr. Schon vor der Übernahme arbeitete Vendr mit einem intransparenten, volumenabhängigen Credit-Modell. Seit der Integration nennt weder vendr.com noch vertice.one Listenpreise, die Preisseite leitet auf Vertice weiter und verweist nur auf eine Sales-Demo. Budgetplanung ohne vorheriges Angebotsgespräch ist damit praktisch unmöglich, ein klares Sitz- oder Modul-Pricing wäre planbarer.

US-Lastigkeit im Datensatz. Der Großteil der 130.000 Verhandlungen stammt aus US-Deals, oft mit US-Vertriebs-Organisationen. Bei rein deutschen oder europäischen SaaS-Anbietern (z. B. DATEV-Cloud-Tools, Personio, Tricentis, IFS) ist die Datenlage deutlich dünner, und die Verhandlungspraxis funktioniert kulturell anders, als Vendr-Buyer es gewohnt sind. Wer einen deutschen SaaS-Stack verhandelt, bekommt nur partielle Hebel.

KI-Agents sind primär englischsprachig optimiert. Der Pricing Intelligence Agent und der Negotiation Agent arbeiten auf einem englischsprachigen Datensatz und kommunizieren ihrerseits in Englisch mit den Vendoren. Wer mit deutschsprachigen Vertriebsteams (z. B. Microsoft Deutschland) verhandelt, kann die Vendr-Buyer einsetzen, die Korrespondenz läuft dann aber häufig in Englisch und über internationale Account-Teams. Für rein deutschsprachige Vertragsanbahnungen ist das unbequem.

Kein deutschsprachiger Support, keine EU-Präsenz. Vendr ist in Boston ansässig. Es gibt keinen deutschsprachigen Account-Manager, keine EU-Niederlassung, kein EU-Hosting. Für Procurement-Verantwortliche, die mit deutscher Geschäftsleitung über Vendr-Empfehlungen sprechen müssen, ist das ein Reibungspunkt, Übersetzungen und Zeitzonen kosten Tempo.

Daten-Cliff bei Nischen-SaaS. Bei Mainstream-Tools (Salesforce, Slack, Atlassian) liegen Tausende Datenpunkte vor, bei Branchen-SaaS, Speziallösungen oder regional starken Anbietern oft nur eine Handvoll. Das bedeutet: Wo Vendr glänzt, ist es exzellent, wo der Datensatz dünn wird, fällt der Vorteil gegenüber einem fähigen internen Procurement-Manager schnell weg.

Verhandlungsdaten in einem US-System. Vendr sieht qua Funktion deine Vertragsbedingungen, Preisbänder und Verhandlungsspielräume. Das sind sensible Informationen, die in einem US-Cloud-System verarbeitet werden. Für DSGVO-strenge Branchen (Banken, Versicherungen, öffentliche Hand) ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung Pflicht, und ein Enterprise-AVV ist nicht standardmäßig im Grundpaket enthalten.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Den gesamten SaaS-Bestand inventarisieren und Schatten-IT finden willstZluri
Eine DACH-fokussierte, DSGVO-nähere Procurement-Plattform brauchstSastrify
License-Optimierung und Nutzungs-Analytics in den Vordergrund stellstProductiv oder Torii
Vor allem Cloud-Kosten (AWS, Azure, GCP) optimieren willstVantage

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Tropic (direkter Vendr-Wettbewerber mit ähnlichem Datennetzwerk-Modell), Zip (Procurement-Workflow-Plattform, mit der Vendr seit 2025 eine Integration unterhält) und Ramp (kombiniert Finance-Karten und Procurement-Funktionen, ergänzt Vendr eher, als es zu ersetzen). Wer im DACH-Raum primär deutsche oder europäische Software verhandelt, sollte Sastrify zuerst evaluieren, der Vendr-Vorsprung im Datensatz wird hier durch die regionale Passung relativiert.

So steigst du ein

Schritt 1: Bestehende SaaS-Verträge inventarisieren, mindestens die zehn größten Posten nach Jahresvolumen. Das ist die Grundlage, auf der Vendr überhaupt Mehrwert berechnen kann. Wer nicht weiß, welche Tools wie viel kosten, sollte vor Vendr erst ein Discovery-Tool wie Zluri einsetzen oder eine klassische Spend-Analyse fahren.

Schritt 2: Demo anfragen und gezielt Benchmarks abrufen. Da es nach der Vertice-Übernahme keine Self-Service-Trial mit Listenpreis mehr gibt, läuft der Einstieg über ein Sales-Gespräch. Für die fünf größten Verträge prüfen, ob substanzielle Datenpunkte vorliegen, bei Salesforce, Workday, Microsoft, AWS, Atlassian ist die Antwort meist Ja, bei Branchen-SaaS oft Nein. Diese Realitätsprüfung entscheidet, ob sich das Angebot für dein Tool-Portfolio überhaupt rechnet.

Schritt 3: Konditionen und Spend-Volumen klären. Im Sales-Gespräch prüft der Anbieter, ob dein verhandelbarer Jahres-Spend ein Vertragsverhältnis rechtfertigt, typischerweise ab dem niedrigen sechsstelligen USD-Bereich. Lass dir konkret durchrechnen, welcher Anteil deines Spend über die Plattform verhandelt würde und ob du beratende (Advisory) oder autonome (Buyer übernimmt) Verhandlung willst. Kläre dabei explizit, welches Produkt unter Vendr- bzw. Vertice-Marke du erhältst. Das ist die einzig belastbare Kalkulationsgrundlage.

Schritt 4 (nach Abschluss): Mit einem mittelgroßen Renewal beginnen, nicht mit dem größten Vertrag. Das gibt dem internen Team Zeit, die Zusammenarbeit mit dem Buyer kennenzulernen, ohne dass beim wichtigsten Anbieter direkt das Risiko liegt. Nach zwei bis drei abgeschlossenen Renewals lässt sich realistisch beurteilen, ob die Plattform die Investition trägt.

Ein konkretes Beispiel

Ein Frankfurter Software-Unternehmen mit 280 Mitarbeitenden hat einen jährlichen SaaS-Spend von rund 2,1 Mio. USD und steht vor dem Salesforce-Renewal über 480.000 USD. Das Procurement-Team ist mit zwei Personen besetzt und kann den Vertrag nicht mit der Tiefe verhandeln, die der Volumen verdient. Vendr-Benchmark zeigt: Vergleichbare Salesforce-Verträge mit ähnlicher Edition-Mischung liegen 18 % unter dem aktuellen Angebot. Über die autonome Verhandlungsvariante übernimmt ein Vendr-Buyer die Renewal-Gespräche und nutzt Datenpunkte aus über 1.200 ähnlichen Salesforce-Deals als Verhandlungshebel. Der Negotiation Agent draftet die Counter-Offer-E-Mails, der Buyer steuert die strategischen Entscheidungspunkte. Endergebnis nach sechs Wochen: 87.000 USD Ersparnis. Abzüglich der anteiligen Plattform-Kosten netto rund 65.000 USD Reduktion. Interner Zeitaufwand: vier Stunden Briefing statt der üblichen sechs Wochen Verhandlungsmarathon. Im selben Vertragsjahr werden Workday und Atlassian-Renewals nachgezogen, der ROI gegenüber den Plattform-Kosten ist nach dem ersten Deal erreicht. (Beispielrechnung zur Illustration der Größenordnung, keine garantierte Ersparnis.)

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: USA. Anbieter ist Vendr, Inc. (US-Ostküste), seit Juni 2026 Teil von Vertice. Keine EU-Region verfügbar.
  • Daten in Verarbeitung: Vertragsdokumente, Preisangaben, Vendor-Kommunikation, Spend-Daten. Diese werden auf US-Servern gespeichert und auch für die Aggregation in den Pricing-Datensatz genutzt (anonymisiert/aggregiert).
  • Datenweitergabe: Aggregierte Pricing-Datenpunkte fließen in den Benchmark-Pool. Vendr betont, dass keine identifizierenden Informationen weitergegeben werden, der Mechanismus ist aber kein klassisches Datenverarbeitungsmodell, sondern ein Netzwerk-Effekt-Geschäftsmodell.
  • Account-Löschung: Möglich nach Vertragsende. Aggregierte, anonymisierte Datenpunkte bleiben Teil des Benchmark-Pools.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Auf Anfrage für Enterprise-Kunden verfügbar. Nicht standardmäßig Teil des Grundpakets, vor Vertragsabschluss explizit anfordern und prüfen lassen, gerade wegen der laufenden Vertice-Integration auch die Vertragspartei klären.
  • Empfehlung für deutsche Unternehmen: Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, insbesondere wenn die hochzuladenden Verträge personenbezogene Daten enthalten (Mitarbeiternamen in SaaS-Lizenzlisten). Für regulierte Branchen (Banken, Versicherungen, öffentliche Hand) ist Vendr ohne erweiterten AVV-Pfad und SCC-Konstruktion kaum sauber einsetzbar, hier sollten DACH-Alternativen wie Sastrify erst geprüft werden.

Gut kombiniert mit

  • Zluri, Zluri liefert das vollständige SaaS-Inventar inklusive Schatten-IT und Nutzungsmetriken, Vendr verhandelt die identifizierten Großposten. Klassisches Tandem aus Discovery und Negotiation.
  • Productiv, Productiv liefert detaillierte Nutzungsdaten pro Lizenz und Feature, Vendr nutzt diese als Verhandlungshebel (“Wir nutzen nur 60 % der Sitze”). Discovery- und Negotiation-Schicht greifen direkt ineinander.
  • DocuSign, Nach abgeschlossener Verhandlung läuft die Vertrags-Signatur über DocuSign oder vergleichbare eSignature-Tools. Vendr selbst ist kein CLM, sondern endet beim verhandelten Term Sheet.

Unser Testurteil

Vendr verdient 4 von 5 Sternen. Der Datensatz ist branchenführend, die Kombination aus KI-Agents und menschlichen Buyern ist das überzeugendste Setup im SaaS-Procurement, und für die richtige Zielgruppe (Tech-Unternehmen mit hohem, US-zentriertem SaaS-Spend) ist der ROI gut belegbar. Den fünften Stern verliert Vendr durch die hohe Einstiegsschwelle, die strukturelle US-Lastigkeit (Datensatz, Hosting, Sprache, Support), die mangelnde Preistransparenz und die Tatsache, dass deutschsprachige Mittelständler mit europäischem SaaS-Stack hier oft am Produkt vorbei zielen. Hinzu kommt seit Juni 2026 die Unsicherheit durch die Vertice-Übernahme: Produkt und Marke sind in Bewegung. Wir halten die 4 Sterne, beobachten die Integration aber aufmerksam, sie könnte das Angebot stärken (größerer Datensatz, breitere Plattform) oder verwässern. Für die richtige Zielgruppe bleibt das Angebot exzellent, die Frage ist, ob du zu dieser Zielgruppe gehörst.

Was wir bemerkt haben

  • Juni 2026, Vendr wurde von Vertice übernommen (“Vendr is joining Vertice”, angekündigt am 1. Juni 2026). Vendrs Procurement-Intelligence-Datensatz wird mit Vertices KI-Procurement-Plattform zusammengeführt. Die vendr.com-Preisseite leitet bereits auf vertice.one weiter. Der kombinierte Datensatz wird mit 75+ Mrd. USD Spend, 2 Mio.+ Preispunkten und 250.000 Verträgen über 32.000 Anbieter beziffert. Für Bestandskunden ändern sich Roadmap, Markenführung und Preisstruktur, die genaue Ausgestaltung war zum Refresh-Zeitpunkt noch offen.
  • Juni 2026, Korrektur einer früheren Angabe: Wir hatten den Datensatz mit “15+ Mrd. USD verifiziertem Spend” beziffert. Die Vendr-Startseite weist für den eigenen Negotiation-Datensatz einen deutlich niedrigeren Wert aus (rund 1,45 Mrd. USD verhandelter Spend bei 130.000+ Verhandlungen und 4.500+ Anbietern). Die hohen Mrd.-USD-Zahlen gehören erst zum kombinierten Vertice-plus-Vendr-Pool (75+ Mrd. USD). Die alte Angabe wurde entsprechend bereinigt.
  • 2024/25, Vendr hat den strategischen Schwenk von “Buyer-Service mit Software” zu “KI-Agent-Plattform mit Buyern im Loop” vollzogen. Pricing Intelligence Agent, Negotiation Agent und Contract Review Agent sind die kommunizierten Kernfeatures, ein klarer Versuch, sich als KI-Produkt zu positionieren. Das stützt die Einordnung als KI-Kernprodukt (aiRelevance: kern).
  • 2025, Partnerschaft mit Zip angekündigt: Vendr-Pricing-Intelligence wird in Zips Procurement-Workflow-Agents integriert. Für Bestandskunden beider Plattformen ein Mehrwert, und für Vendr ein Hebel, die eigene Reichweite zu vergrößern, ohne selbst den breiten Procurement-Workflow zu bauen.
  • 2025, Brex bietet Geschäftskunden zeitweise kostenlosen Zugang zu “Vendr Premium Procurement” als Teil des Brex-Pakets. Ein Distributionsmodell, das Top-of-Funnel-Volumen liefert und die Einstiegsschwelle für Brex-Kunden effektiv umgeht.
  • Juni 2026, Eine deutsche oder EU-Region für Hosting bleibt nicht in Sicht. Der Fokus liegt klar auf dem nordamerikanischen Markt; deutsche Mittelständler werden vom Produkt zwar nicht ausgeschlossen, bekommen aber weder lokalisierte Buyer noch EU-Datenverarbeitung. Wer DACH-zentriert verhandelt, fährt mit Sastrify besser.

Quellen

  1. Vendr – Vendr is joining Vertice. https://www.vendr.com/blog/vendr-is-joining-vertice (abgerufen am 2026-06-14). Übernahme/Zusammenschluss Vendr und Vertice am 1. Juni 2026, kombinierter Datensatz 75+ Mrd. USD Spend, 2 Mio.+ Preispunkte, 250.000 Verträge über 32.000 Anbieter.
  2. Vendr – Startseite. https://www.vendr.com (abgerufen am 2026-06-14). 130.000+ ausgewertete Verhandlungen, 4.500+ Anbieter, 87 % Erfolgsquote, drei KI-Agents (Pricing Intelligence, Negotiation, Contract Review).
  3. Vertice – Pricing (Weiterleitungsziel von vendr.com/pricing). https://www.vertice.one/pricing (abgerufen am 2026-06-14). vendr.com/pricing leitet auf vertice.one weiter, keine öffentlichen Listenpreise, Verhandlungsunterstützung als Kernbestandteil statt Add-on, Benchmark-Daten über 32.000 Anbieter.

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