SaaS-Intelligence-Plattform, die sich 2025/26 zur AI-Portfolio-Governance-Plattform repositioniert hat. Productiv misst nicht nur Logins, sondern welche Features und welche KI-Funktionen in welchen Abteilungen tatsächlich genutzt werden, und liefert mit dem AI Compliance Agent eine agentische Komponente, die AI-Richtlinien automatisch durchsetzt. Stark bei Shadow-AI-Detection, SaaS-Konsolidierung und Lizenz-Optimierung; schwächer bei Provisionierung und EU-Datenhosting.
Kosten: Custom Pricing, keine öffentliche Preisstruktur; Enterprise-Fokus, typischerweise ab 500+ Mitarbeitenden; in der Praxis im fünf- bis sechsstelligen USD-Bereich pro Jahr
Kategorien
Stärken
- Tiefere Feature-Level-Analyse als reine Login-Tracker, misst echte Engagement-Daten
- AI-Detection findet versteckte KI-Funktionen in bestehenden SaaS-Tools (Shadow AI)
- AI Compliance Agent setzt AI-Richtlinien automatisch durch
- Department- und Persona-spezifische Auswertungen für gezielte Konsolidierung
- Setup in 24–48 Stunden bis erste Visibility, schnellster Time-to-Value in der Klasse
- Jährliche Marktstudie 'State of SaaS' liefert Branchen-Benchmarks
- Integration mit Okta, Azure AD, Google Workspace, Expense- und Contract-Tools
Einschränkungen
- Pricing intransparent, Custom-Quote zwingend, kein Self-Service-Einstieg
- US-Hosting; AVV verfügbar, aber keine EU-Datenresidenz
- Fokus auf Discovery und Governance, weniger auf Automatisierung von Onboarding/Offboarding
- Setup-Aufwand für tiefes Feature-Level-Tracking höher als bei reinen Discovery-Tools
- Keine deutsche Oberfläche, kein deutschsprachiger Support
- Enterprise-Fokus, für KMU mit weniger als 500 Mitarbeitenden überdimensioniert
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du musst Shadow IT und Shadow AI in deinem Unternehmen identifizieren und steuern
- Du willst SaaS-Lizenzen konsolidieren und brauchst Feature-Level-Nutzungsdaten
- Du suchst eine agentische Lösung für automatische AI-Policy-Durchsetzung
- Du arbeitest in einem Unternehmen ab 500 Mitarbeitenden mit zweistelliger Anzahl SaaS-Tools
Wann nein
- Du brauchst eine DSGVO-konforme EU-Hosting-Lösung
- Du suchst Self-Service-Provisioning oder klassisches Identity & Access Management
- Du bist KMU mit weniger als 500 Mitarbeitenden, Aufwand-Nutzen passt nicht
- Du brauchst eine deutsche Oberfläche oder deutschsprachigen Support
Kurzfazit
Productiv hat sich 2025/26 vom soliden SaaS-Intelligence-Tool zur AI-Portfolio-Governance-Plattform weiterentwickelt, und besetzt damit eine Nische, die in den letzten 18 Monaten von „nice-to-have” zu „CIO-Priorität” geworden ist. Während klassische SaaS-Management-Tools wie Zylo oder Torii primär Lizenz-Optimierung machen, geht Productiv tiefer: Feature-Level-Nutzung, automatische Erkennung versteckter KI-Funktionen in bestehenden SaaS-Tools (Shadow AI), und ein AI Compliance Agent, der Richtlinien autonom durchsetzt. Die 24–48-Stunden-Time-to-Visibility ist im Markt unschlagbar. Schwächen: US-Hosting, intransparente Custom-Pricing-Modelle, klare Enterprise-Ausrichtung. Für deutsche Großunternehmen mit ernsthafter Shadow-AI-Sorge ist Productiv 2026 eine der relevantesten Optionen, aber nur mit sauber abgeschlossenem AVV und DSGVO-Folgenabschätzung.
Für wen ist Productiv?
Enterprise-IT in Großunternehmen: Wer einen Stack mit 100+ SaaS-Tools managt und sich nicht mehr sicher ist, welche Tools überhaupt genutzt werden, welche Lizenzen ungenutzt bezahlt werden und welche „Schatten-Tools” außerhalb der IT-Beschaffung im Einsatz sind, bekommt mit Productiv eine konsolidierte Sicht. Setup in 24–48 Stunden ist im Enterprise-Kontext bemerkenswert.
CIO-Office und IT-Governance: Die wichtigste neue Frage 2025/26 lautet: „Welche KI-Funktionen sind in unserem Software-Stack aktiv, und werden dabei Unternehmensdaten zum Modelltraining verwendet?” Productiv beantwortet das durch automatische AI-Detection, auch dort, wo KI als Feature in bestehenden Tools (Salesforce Einstein, Microsoft Copilot, Notion AI, Slack AI) eingebettet ist.
AI-Governance- und Compliance-Verantwortliche: Wer AI-Richtlinien definiert hat („Keine Eingabe personenbezogener Daten in öffentliche KI-Modelle”, „Training auf Unternehmensdaten muss explizit freigegeben sein”), braucht ein Werkzeug, das diese Richtlinien durchsetzt. Der AI Compliance Agent von Productiv ist genau dafür gebaut, er erkennt Verstöße, markiert Tools, eskaliert an verantwortliche Personen.
Finance- und Procurement-Teams: Wer SaaS-Konsolidierung und Vertragsverhandlung verantwortet, profitiert von Feature-Level-Daten. Statt zu argumentieren „Wir nutzen X-Tool zu 60 %”, lässt sich mit Productiv präzise sagen: „Wir nutzen 3 von 12 Features dieses Tools, 35 % der Lizenzen sind in Wahrheit inaktiv, der ROI dieses Vertrags ist negativ.”
Multi-SaaS-Konsolidierungs-Projekte: Wenn ein Unternehmen drei parallele Collaboration-Tools (Slack, Teams, Google Chat) oder drei parallele Project-Management-Tools (Asana, Jira, Monday) im Einsatz hat, ist die Konsolidierungsentscheidung politisch, Productiv liefert die datenbasierten Grundlagen, die solche Entscheidungen aus dem Bauchgefühl in den Faktenbereich heben.
Weniger geeignet für: KMU unter 500 Mitarbeitenden (Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt nicht), Unternehmen mit weniger als 30 SaaS-Tools (Komplexität rechtfertigt keine spezialisierte Plattform), Anwender mit harter EU-Hosting-Anforderung (Productiv hostet in den USA), und alle, die ein Self-Service-Tool ohne Sales-Cycle erwarten.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Custom Pricing | Nur auf Anfrage | Vollumfängliche Plattform, AI Detection, Compliance Agent, alle Integrationen |
| Implementierung | Inklusive oder separat (verhandelbar) | SSO-Anbindung, HRIS-Integration, Finance-System-Anbindung, Top-SaaS-Konnektoren |
| Marktdaten-Erweiterung | Optional | Benchmarking gegen Branchen-Standards aus „State of SaaS”-Report |
Einordnung: Productiv veröffentlicht keine öffentliche Preisliste. Aus dem Enterprise-Sales-Kontext lässt sich grob einordnen: Für ein Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitenden bewegen sich Verträge typischerweise im fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen USD-Bereich pro Jahr, abhängig von Mitarbeiterzahl, Anzahl integrierter SaaS-Tools und gewünschter Tiefe der Compliance-Funktionen. Vergleichbar mit Zylo oder Torii, aber durch die AI-Governance-Komponente positioniert Productiv sich oberhalb klassischer SaaS-Management-Tools. Wer ernsthaft prüfen will, sollte Productiv parallel mit Zylo und Torii zur Demo einladen, die Differenzierung wird im konkreten Use Case sichtbar, nicht im Marketing-Material. Bei mehrjährigen Verträgen sind 10–15 % Rabatt verhandelbar; sehr große Enterprise-Deals (10.000+ Mitarbeitende) bewegen sich teilweise im siebenstelligen Bereich.
Stärken im Detail
Feature-Level statt nur Login-Level. Die meisten SaaS-Management-Tools messen Logins, wie oft sich jemand in einem Tool anmeldet. Productiv geht tiefer und misst, welche Features tatsächlich verwendet werden. Konkret heißt das: Du erkennst, dass von 800 Salesforce-Lizenzen 750 zwar regelmäßig aktiv sind, aber nur 320 davon tatsächlich Opportunity-Funktionen nutzen, der Rest verwendet Salesforce als Kontakt-Adressbuch. Diese Tiefe verändert Konsolidierungsentscheidungen substanziell.
Shadow AI Detection als strategischer USP. Productiv erkennt nicht nur dedizierte KI-Tools (ChatGPT, Claude, Perplexity), sondern auch KI-Funktionen, die in bestehenden SaaS-Tools eingebettet sind, Salesforce Einstein, Microsoft Copilot, Notion AI, Slack AI, Zoom AI Companion. Das ist 2026 ein entscheidender Aspekt: Die meisten Mitarbeitenden nutzen KI längst, ohne dass die IT davon weiß, weil sie nicht in dedizierten KI-Tools, sondern in bestehenden Anwendungen stattfindet.
AI Compliance Agent als agentische Komponente. Productiv hat 2025 einen Compliance-Agenten veröffentlicht, der AI-Richtlinien automatisch durchsetzt. Beispiel: „Tools, die Unternehmensdaten zum Training verwenden, brauchen explizite Freigabe der Datenschutzabteilung.” Der Agent erkennt Tools, prüft Vertragsklauseln, eskaliert an verantwortliche Personen und dokumentiert den Genehmigungsprozess. Das ist Governance-Workflow ohne manuelle Tickets.
24–48 Stunden Time-to-Visibility. Andere SaaS-Management-Tools brauchen Wochen für die initiale Datenerfassung. Productiv setzt auf SSO-basierte Discovery (Okta, Azure AD, Google) und Finance-System-Anbindung, innerhalb von zwei Tagen siehst du, welche Tools im Einsatz sind, welche bezahlt werden und welche Schatten-Tools existieren. Für CIOs, die unter Druck stehen, ein Quick-Win-Tool.
Department- und Persona-spezifische Auswertungen. Statt „70 % der Mitarbeitenden nutzen Tool X” liefert Productiv granulare Sichten: „90 % der Vertriebsmitarbeitenden, 30 % der Engineering-Teams, 5 % der Finance-Mitarbeitenden”. Das macht Konsolidierungsentscheidungen politisch belastbarer, Stakeholder sehen sich in den Daten wieder.
Marktstudie und Benchmarks. Productiv veröffentlicht jährlich den „State of SaaS”-Report mit anonymisierten Branchen-Benchmarks. Wer im Productiv-Customer-Base ist, kann eigene Daten gegen vergleichbare Unternehmen einordnen, „Wir haben 287 SaaS-Tools, der Branchen-Schnitt liegt bei 210” ist ein Argument, das in Board-Präsentationen ankommt.
Integrationen für die Top-50-SaaS-Tools. Salesforce, Slack, Microsoft 365, Google Workspace, Zoom, Notion, Atlassian, ServiceNow, HubSpot, die typischen Enterprise-SaaS-Tools sind direkt angebunden. Für Feature-Level-Daten ist das essenziell, weil die Verbindung über API laufen muss, nicht nur über Login-Detection.
Schwächen ehrlich betrachtet
US-Hosting ohne EU-Region. Productiv betreibt seine Infrastruktur in den USA. Für deutsche Großunternehmen ist die DSGVO-Bewertung kein triviales Thema, weil Productiv Metadaten über Mitarbeiter-Tool-Nutzung verarbeitet, und das fällt grundsätzlich unter personenbezogene Daten. AVV ist verfügbar, aber CLOUD Act und transatlantische Datenübermittlung bleiben Themen, die mit Datenschutzbeauftragten geklärt werden müssen.
Custom Pricing ohne Self-Service-Einstieg. Es gibt keine Testversion, keine Self-Service-Anmeldung, keine öffentlichen Preise. Wer Productiv evaluieren will, muss in den Enterprise-Sales-Cycle einsteigen, und das kostet Zeit (typisch 4–8 Wochen von Erstkontakt bis Vertragsabschluss). Für Buying Committees mit knapper Roadmap ein realer Faktor.
Schwächer bei klassischer Provisionierung. Productiv ist ein Discovery- und Governance-Tool, kein klassisches IGA (Identity Governance & Administration). Wenn du Onboarding/Offboarding automatisieren willst (User wird ausstellt → automatisch in allen Tools deaktiviert), brauchst du ein eigenes Provisioning-Tool (BetterCloud, Torii, Workato). Productiv liefert die Daten, nicht die Workflows.
Setup-Komplexität bei Feature-Level-Tracking. Die 24–48 Stunden gelten für SSO-basierte Discovery, das zeigt dir, welche Tools im Einsatz sind. Für tiefes Feature-Level-Tracking (also welche Features in welchen Tools genutzt werden) braucht es API-Integrationen mit den Top-SaaS-Tools, und das ist ein deutlich aufwändigeres Setup. Realistische Time-to-Full-Value: 4–8 Wochen.
Keine deutschsprachige Lokalisierung. Englische Oberfläche, englischer Support, US-Mitarbeitende im Customer Success. Für Engineering- und IT-Teams selten ein Problem, aber für die Kommunikation mit Finance-, HR- und Compliance-Stakeholdern in deutschen Großunternehmen ein Adoption-Hindernis. Reports müssen manuell übersetzt werden.
Enterprise-Fokus schneidet KMU ab. Productiv ist explizit auf Großunternehmen positioniert. Wer in einem 200-Personen-Unternehmen sitzt und 30 SaaS-Tools managt, bekommt zwar prinzipiell Zugriff auf die Plattform, aber Vertragsmindestbeträge und Implementierungsaufwand stehen oft in keinem Verhältnis zum Nutzen. KMU sind mit leichteren Tools (Torii, Cledara, Spendflo) besser bedient.
Marktveränderung zu AI-Governance ist relativ frisch. Productiv hat sich 2024/25 strategisch neu positioniert. Das Marketing ist überzeugend, aber das Produkt-Reifegrad in der AI-Governance-Komponente unterscheidet sich von der klassischen SaaS-Management-Komponente. Der AI Compliance Agent ist neu, wie produktiv er in einem konkreten Compliance-Setting wirkt, muss im POC validiert werden.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Klassisches SaaS-Management mit Lizenz-Optimierung suchst | Zylo oder Torii (gleicher Markt, andere Schwerpunkte) |
| Eine günstigere KMU-Lösung brauchst | Cledara oder Spendflo |
| User-Provisioning und Offboarding automatisieren willst | BetterCloud oder Workato |
| Identity & Access Management als Hauptproblem hast | Microsoft 365 Copilot mit Entra ID oder Okta |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: BetterCloud (User-Lifecycle-Fokus), Sastrify (europäischer Anbieter, EU-Hosting, KMU-tauglich), Trelica (Pricing fair, gutes Reporting), und SAS-Management-Module von ServiceNow oder Atlassian (für Unternehmen, die ohnehin in deren Ökosystemen leben). Productiv besetzt 2026 die spezifische Nische „AI Portfolio Governance”, wer reine SaaS-Konsolidierung sucht, hat günstigere und ausgereiftere Optionen; wer ernsthaft Shadow-AI-Steuerung und Policy-Enforcement braucht, findet bei Productiv aktuell das umfassendste Angebot.
So steigst du ein
Schritt 1: Kontakt unter productiv.com aufnehmen. Demo wird über den Vertrieb terminiert, es gibt keinen Self-Service-Einstieg. Bringe in den Demo-Termin konkrete Use Cases mit: „Wir wollen unsere 250 SaaS-Tools auf 180 konsolidieren”, „Wir müssen Shadow AI im Unternehmen erfassen”, „Wir brauchen AI-Compliance-Monitoring für DSGVO”. Je präziser dein Use Case, desto präziser die Demo.
Schritt 2: Initiale Integrationen einrichten, SSO (Okta, Azure AD, Google), Finance-System (NetSuite, SAP, Workday) und HRIS (Workday, BambooHR, SuccessFactors). Diese drei Integrationen liefern die Grunddaten für Discovery: Welche Tools sind im SSO konfiguriert? Welche Tools tauchen in den Rechnungen auf? Welche Mitarbeitenden sind aktiv?
Schritt 3: Engagement-Daten und Feature-Level-Tracking konfigurieren, API-Anbindung an die Top-10-SaaS-Tools deines Stacks (Salesforce, Slack, Microsoft 365, Google Workspace, Zoom, etc.). Hier braucht es 4–6 Wochen, bis Productiv aussagekräftige Nutzungsmuster zeigt. Erste belastbare Konsolidierungs-Vorschläge sind typischerweise nach 8–12 Wochen verfügbar.
Schritt 4: AI-Detection und Compliance Agent aktivieren. Definiere AI-Richtlinien („Welche Tools dürfen Unternehmensdaten verwenden?”, „Welche Tools brauchen Datenschutz-Freigabe?”) und lass den Compliance Agent diese Richtlinien gegen den realen Stack abgleichen. Die ersten Findings sind oft unbequem, das ist gewollt: Genau dafür ist das Tool da.
Ein konkretes Beispiel
Ein deutscher DAX-30-Konzern (24.000 Mitarbeitende, Sitz Frankfurt) hat 2025 einen SaaS-Konsolidierungs-Auftrag gestartet, Ausgangslage: 412 identifizierte SaaS-Tools, jährlicher Spend ca. 38 Mio. EUR, dazu vermutete Schatten-Tools und ein wachsender Wildwuchs bei KI-Anwendungen. Vor Productiv lief das Reporting über Excel und manuelle Vertrags-Reviews, neue KI-Tools wurden ad-hoc auf Abteilungs-Budget eingeführt. Productiv wurde nach einem Beauty Contest mit Zylo und Torii ausgewählt, entscheidend war die AI-Detection-Komponente. Innerhalb von 6 Wochen lag eine konsolidierte Sicht vor: 78 Tools mit unter 10 % Nutzungsquote (Lizenzen kündigbar), 23 Tools mit funktionaler Überlappung (Konsolidierungs-Potenzial), und, überraschend, 41 KI-Funktionen in bestehenden Tools, die zuvor nicht in der KI-Governance erfasst waren (u. a. Salesforce Einstein, Notion AI, HubSpot AI, Zoom AI Companion). Der AI Compliance Agent identifizierte 14 dieser Funktionen als policy-relevant (Verwendung von Unternehmensdaten zum Training). Erste Konsolidierungsrunde nach 4 Monaten: 4,2 Mio. EUR/Jahr eingesparte Lizenzkosten bei Productiv-Vertragskosten im niedrigen sechsstelligen Bereich. Die AI-Governance-Komponente war weniger direkt monetär bezifferbar, aber für die Beauftragten von Datenschutz und Informationssicherheit der entscheidende Hebel, sie konnten zum ersten Mal sauber dokumentieren, welche KI-Funktionen im Konzern aktiv waren und welche policy-konform genutzt wurden.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Infrastruktur auf AWS (laut Trust Center). Anbieter ist Productiv, Inc. (Palo Alto, USA). Eine dedizierte EU-Datenresidenz weist Productiv im Trust Center nicht aus, der Anbieter ist als US-Unternehmen entsprechend zu bewerten.
- Datenfluss: Productiv verarbeitet Metadaten über SaaS-Nutzung pro Mitarbeitendem (Tool-Nutzung, Login-Frequenz, Feature-Verwendung). Workload-Inhalte und Geschäftsdaten werden nicht übertragen, aber die Metadaten allein sind personenbezogen.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Ein Data Processing Agreement ist laut Trust Center verfügbar, Productiv unterhält zudem DPAs mit seinen Sub-Prozessoren. Sollte vor Vertragsabschluss von Datenschutz und Informationssicherheit geprüft werden.
- Zertifizierungen: SOC 2 Type 2 (laut Trust Center). Eine Subprocessor-Liste ist im Legal-Bereich des Trust Centers einsehbar.
- CLOUD Act: Productiv ist US-Unternehmen, US-Behörden können theoretisch auf Daten zugreifen. Für stark regulierte Branchen (Banking, Versicherung, Behörden) ist das ein Bewertungs-Thema.
- Aufbewahrung: Konfigurierbar, Standard 24 Monate. Löschung auf Anfrage möglich.
- Authentifizierung: SAML SSO, SCIM, MFA, Enterprise-Standard.
- Empfehlung für deutsche Unternehmen: Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, AVV verhandeln, Standardvertragsklauseln prüfen, Betriebsrat einbinden (Productiv erfasst Verhaltensdaten von Mitarbeitenden, mitbestimmungsrelevant). Für Branchen mit harter EU-Hosting-Pflicht (Behörden, kritische Infrastruktur) sind europäische Alternativen wie Sastrify die saubere Option.
Gut kombiniert mit
- Microsoft 365 Copilot, Productiv erkennt Copilot-Nutzung als Teil der AI-Detection. Beide gemeinsam liefern eine Sicht darauf, wie KI in der Microsoft-Welt im Unternehmen wirklich verwendet wird, und wo Policy-Reviews nötig sind.
- Slack, Productiv-Erkenntnisse landen typischerweise in Slack-Channels für IT- und Procurement-Stakeholder. Compliance-Findings können automatisch in passende Channels eskaliert werden, statt im E-Mail-Postfach zu versanden.
- Vantage, wenn neben SaaS auch Cloud-Spend konsolidiert werden soll, ergänzen sich Productiv (SaaS) und Vantage (Cloud) sinnvoll. Beide nutzen ähnliche Stakeholder-Workflows (Anomalien, Slack-Alerts, Konsolidierungs-Reports), abgedeckt werden komplementäre Spend-Kategorien.
Unser Testurteil
Productiv verdient 4 von 5 Sternen. Die strategische Repositionierung zur AI-Portfolio-Governance-Plattform ist 2025/26 gut getroffen, Shadow AI ist für CIOs ein realer Schmerzpunkt, und Productiv liefert hier mehr als die meisten Wettbewerber. Feature-Level-Tracking, AI Detection und der Compliance Agent sind ernstzunehmende Differenzierungs-Merkmale. Den fünften Stern verliert Productiv durch das US-Hosting (relevant für DACH-Compliance), die intransparente Custom-Pricing-Struktur, die enge Enterprise-Ausrichtung (KMU ausgesperrt) und die Tatsache, dass die AI-Governance-Funktionen noch nicht den gleichen Reifegrad haben wie die klassische SaaS-Management-Komponente. Für deutsche Großunternehmen mit ernsthafter Shadow-AI-Problematik ist Productiv 2026 eine der relevantesten Optionen, aber nur mit sauber abgeschlossener DSGVO-Bewertung und in Kombination mit Provisionierungs-Tools, die Productiv nicht abdeckt.
Was wir bemerkt haben
- 2025, Productiv hat sich strategisch neu positioniert: vom SaaS-Intelligence-Tool zur „AI Portfolio Governance Platform”. Die Tagline „Illuminate AI across your ecosystem” zieht sich konsequent durch das Marketing. Das ist mehr als Kosmetik, Shadow AI ist real und drückt CIO-Schmerzpunkte, die klassische SaaS-Manager schlechter adressieren.
- 2025, Veröffentlichung des AI Compliance Agent. Eine der ersten produktiv eingesetzten agentischen Komponenten im SaaS-Governance-Bereich. Wie reif der Agent im konkreten Compliance-Kontext ist, muss im POC mit eigenen Richtlinien validiert werden, die Marketing-Versprechen sind ambitioniert.
- 2024–2026, Setup-Zeit für initiale Visibility wurde auf 24–48 Stunden reduziert. Das ist im SaaS-Management-Segment ein deutlicher Wettbewerbsvorteil und macht POCs deutlich realistischer, schnelle Ergebnisse statt Wochen-langer Implementierungs-Phasen.
- 2024–2026, Die jährliche „State of SaaS”-Studie ist ein etablierter Branchen-Benchmark geworden, Productiv-Kunden bekommen Vergleichsdaten, die in Board-Präsentationen ankommen. Solche Eigenstudien sind im B2B-Marketing schwer zu unterschätzen, weil sie Sichtbarkeit jenseits direkter Sales-Pipelines erzeugen.
- Mai 2026, Keine eigene EU-Region für Productiv angekündigt. Für DACH-Großunternehmen mit harter EU-Hosting-Anforderung bleibt das die zentrale Hürde, gleichzeitig ist die Adoption in europäischen Konzernen weiterhin stark, was zeigt, dass viele Compliance-Bewertungen pragmatisch ausgehen.
- Juni 2026, Quellen-Check gegen Startseite, Platform-Seite und Trust Center: Die AI-Governance-Positionierung, der AI Compliance Agent, die Shadow-AI-Detection und die 24–48-Stunden-Visibility sind offiziell bestätigt. Die Infrastruktur läuft auf AWS, ein DPA und SOC 2 Type 2 sind dokumentiert, eine dedizierte EU-Datenresidenz wird weiterhin nicht ausgewiesen. Preise bleiben durchgehend „nur auf Anfrage”, die früheren Größenordnungen in diesem Text sind Branchen-Einordnungen, keine offiziellen Listenpreise.
Quellen
- Productiv – Startseite. https://productiv.com (abgerufen am 2026-06-14). Positionierung als AI-Governance-Plattform, Tagline 'Illuminate AI across your ecosystem', AI Visibility, AI Compliance Agent, Shadow-AI-Detection, Full visibility within 24-48 hours.
- Productiv – Platform. https://productiv.com/platform/ (abgerufen am 2026-06-14). AI Portfolio Governance, Vereinheitlichung von SSO-, Expense- und Contract-Daten, automatische Erkennung von KI-Features, AI Compliance Agent zur automatischen Policy-Durchsetzung, Integrationen mit Okta, Azure AD, Google.
- Productiv – Trust Center. https://trust.productiv.com (abgerufen am 2026-06-14). Infrastruktur auf AWS, Data Processing Agreement (AVV) verfügbar, SOC 2 Type 2, Subprocessor-Liste, MFA und SSO; keine explizite EU-Datenresidenz angegeben.
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