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Bezahlt Low-Code ⚠️ Hybrid Zuletzt geprüft: 30. Juli 2026

OrderGrid

OrderGrid Inc.

4/5

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.

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OrderGrid ist eine kanadische KI-gestützte Inventory- und Order-Management-Plattform für Food-Retail und Lebensmitteldistribution. ML-basierte Bedarfsprognose, automatisierte Nachschubvorschläge und Multi-Channel-Orderorchestrierung sollen Verderb reduzieren und Margen schützen. Ein vertikaler Spezialist mit SOC-2- und ISO-27001-Zertifizierung, EU-Datenregionen sind auf Anfrage verfügbar, ein dedizierter deutschsprachiger Vertrieb fehlt jedoch.

Kosten: Keine öffentlichen Listenpreise, Vertrieb über Kontaktanfrage. Marktbeobachtungen sehen vertikalisierte Inventory-Plattformen für Food-Retail typisch im Bereich von einigen Tausend USD pro Standort und Monat, abhängig von Filialzahl, Module und Integrationsbedarf.

Kategorien

Stärken

  • ML-gestützte Bedarfsprognose speziell auf verderbliche Ware ausgerichtet
  • Automatisierte Replenishment-Vorschläge an Filiale, Dark Store und Lager
  • Natural-Language-Abfragen für operative Insights ohne BI-Vorkenntnisse
  • SOC-2-Typ-2- und ISO-27001-Zertifizierung, solide Sicherheits-Baseline
  • EU-Datenregionen (AWS, Azure, Google Cloud) verfügbar, dokumentierte Subprozessorliste und Standardvertragsklauseln
  • Multi-Channel-Orchestrierung (Filiale, Dark Store, Online) auf einer Plattform

Einschränkungen

  • Kein garantierter EU-only-Datenstandort, EU-Region ist verfügbar, muss aber vertraglich fixiert werden
  • Kein öffentlich erkennbares deutschsprachiges Support- oder Vertriebsangebot
  • Keine öffentlichen Preise, jede Anfrage wird individuell verhandelt
  • Sehr enger Vertikalfokus auf Food-Retail/Distribution, kein horizontaler Procurement-Ersatz
  • Kein dedizierter DACH-Vertrieb, öffentliche Referenzen vor allem aus UK und Frankreich

Passt gut zu

Lebensmitteleinzelhandel mit Filialnetz Dark Stores und Quick-Commerce-Betreiber Lebensmitteldistribution und Großhandel

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du betreibst Food-Retail oder Dark Stores mit hoher Verderbquote und brauchst ML-Forecasting
  • Du willst Replenishment für mehrere Filialen automatisieren statt zentral planen
  • Du suchst eine vertikalisierte Lösung statt eines generischen ERP-Add-ons
  • Du kannst die verfügbare EU-Datenregion und den Auftragsverarbeitungs-Nachtrag vertraglich fixieren

Wann nein

  • Du brauchst eine deutschsprachige Plattform mit lokalem, deutschsprachigem Support
  • Dein Einkauf ist horizontal (IT, Dienstleistungen, Indirektmaterial), dann sind Coupa oder SAP Ariba richtiger
  • Du brauchst zwingend einen Vertragspartner mit deutschem oder EU-Rechtssitz statt eines kanadischen Anbieters
  • Du erwartest schnellen Self-Service-Einstieg per Kreditkarte, OrderGrid ist Sales-led

Kurzfazit

OrderGrid ist eine vertikalisierte Inventory- und Order-Management-Plattform speziell für Food-Retail und Lebensmitteldistribution, kein horizontaler Procurement-Allrounder wie Coupa oder SAP Ariba. Die Plattform setzt echte KI ein: ML-basierte Bedarfsprognose, automatisiertes Replenishment und natürlichsprachliche Abfragen. Betreiber ist die kanadische OrderGrid Inc. (Ontario), nicht ein US-amerikanischer und nicht ein deutscher Anbieter. Sicherheitsseitig sind SOC 2 Typ 2 und ISO 27001 ausgewiesen, EU-Datenregionen und ein dokumentierter Auftragsverarbeitungs-Rahmen sind vorhanden. Für deutsche Käufer bleiben drei Reibungspunkte: kein öffentlich erkennbarer deutschsprachiger Support, keine öffentlichen Preise und kein dedizierter DACH-Vertrag. Vier Sterne, solides Produkt mit sauberer Sicherheits- und Datenschutz-Dokumentation, aber ohne deutsches Vertriebs- und Support-Standbein.

Für wen ist OrderGrid?

Food-Retail-Ketten mit Filialnetz: Wer Frischware in 20+ Filialen managt, kennt das Grundproblem: Zu viel bestellt heißt Verderb, zu wenig bestellt heißt Out-of-Stock. OrderGrids ML-Forecasting nutzt historische Verkaufsdaten, Saisonalität und Promotion-Effekte, um pro Filiale und Artikel eine bessere Schätzung zu liefern als manuelle Disposition oder klassische Min/Max-Regeln.

Dark-Store- und Quick-Commerce-Betreiber: Mikro-Lager mit kurzem Sortimentszyklus und Bestellpeaks zur Mittagszeit haben andere Anforderungen als ein klassischer Supermarkt. OrderGrid bringt Multi-Channel-Orchestrierung mit, die Filialbestand, Online-Bestellungen und Lagerentnahmen in einer Sicht zusammenführt.

Lebensmitteldistribution und Großhandel: Wer als Distributor zwischen Hersteller und Einzelhandel sitzt, jongliert mit Lieferantenbestellungen, Kundenaufträgen und Lagerplanung gleichzeitig. OrderGrids Orchestrierungsschicht soll diese drei Ebenen synchronisieren.

Operations-Teams ohne BI-Spezialisten: Die natürlichsprachlichen Abfragen („Welche Artikel hatten letzte Woche die höchste Schwund-Quote?”) senken die Hürde, datengestützte Entscheidungen im Tagesgeschäft zu treffen.

Weniger geeignet für: Unternehmen außerhalb von Food-Retail (Industrie, Pharma, Maschinenbau), KMU mit einer Filiale oder geringem Sortiment, deutsche Mittelständler, die einen deutschsprachigen Anbieter mit lokalem Support und Vertragssitz erwarten, sowie Einkaufsabteilungen, die einen horizontalen Source-to-Pay-Prozess digitalisieren wollen.

Preise im Detail

KomponentePreisBemerkung
Plattform-LizenzAuf AnfrageSales-led, kein öffentliches Pricing, individuelle Angebote
ImplementierungAuf AnfrageAbhängig von Filialzahl, ERP-Integration und Sortimentsbreite
Module (Planning, Orchestration, Execution)Auf AnfrageDie drei Layer können einzeln oder kombiniert lizenziert werden

Einordnung: OrderGrid veröffentlicht keine Preise, typisch für B2B-Vertical-SaaS in dieser Kategorie. Marktbeobachtungen aus vergleichbaren Inventory-Plattformen für Food-Retail (RELEX, Symphony AI Retail, Blue Yonder Demand) deuten auf Lizenzkosten im Bereich einiger Tausend USD pro Filiale und Monat plus Implementierungsbudget im sechsstelligen Bereich für Roll-outs ab 20 Standorten. Diese Spanne ist eine Marktschätzung, keine Angabe von OrderGrid. Wer ernsthaft evaluiert, sollte mindestens drei Anbieter im Vergleich anfragen, die Preisspanne ist groß, und ohne Wettbewerbsdruck verhandelt es sich schlecht.

Stärken im Detail

Echtes ML-Forecasting, kein Marketing-Label. OrderGrid setzt nach eigenen Angaben Machine-Learning-Modelle für Bedarfsprognosen ein, die mit jeder Saison und jedem Promotion-Zyklus dazulernen. Das ist qualitativ etwas anderes als die Excel-basierten Mittelwert-Prognosen vieler Bestandskunden. Für Sortimente mit 5.000 bis 20.000 Artikeln pro Filiale ist manuelle Disposition ohnehin nicht mehr leistbar, Forecasting-Automatisierung ist hier kein Luxus, sondern Notwendigkeit.

Vertikaler Fokus statt horizontaler Allgemeinplatz. Während Coupa oder SAP Ariba versuchen, jede Beschaffung in jeder Branche abzudecken, konzentriert sich OrderGrid auf Food-Retail und Distribution. Das hat Vorteile: branchen-spezifische Felder (Verfallsdatum, Mindesthaltbarkeit, Kühlkette), Workflows (Frischwarenbestellung mit Liefertag-Logik) und KPIs (Schwund, Verderb, Stock-out-Rate) sind eingebaut, nicht nachgepflegt.

Natural-Language-Layer für Operations. Die Möglichkeit, Fragen wie „Welche Filiale hatte letzte Woche die höchste Out-of-Stock-Rate bei Backwaren?” direkt zu stellen, senkt die Hürde für datengestützte Entscheidungen erheblich. Das ist die gleiche Mechanik, die Coupa Navi oder SAP Joule in größere Procurement-Suiten bringt, bei OrderGrid ohne den Konzern-Overhead. Als KI-Dienstleister für diese Funktion ist in der Subprozessorliste Anthropic gelistet.

SOC 2 Typ 2 und ISO 27001 als Sicherheits-Baseline. Beide Zertifizierungen sind nicht spektakulär, aber für ein Produkt dieser Größe ein wichtiges Signal: unabhängig auditierte Sicherheits- und Verfügbarkeitskontrollen. Für IT-Einkäufe in regulierten Umgebungen ist das oft ein Mindeststandard.

Dokumentierte EU-Datenoptionen und Subprozessor-Transparenz. Anders als bei vielen nordamerikanischen Vertical-SaaS-Anbietern liegt bei OrderGrid eine öffentliche Subprozessorliste vor (Stand April 2026), die AWS, Microsoft Azure und Google Cloud jeweils mit EU-Regionen ausweist. Die Datenschutzerklärung nennt DSGVO-Konformität, EU- und UK-Standardvertragsklauseln und verweist auf einen Auftragsverarbeitungs-Nachtrag. Für deutsche Käufer heißt das: Die Bausteine für einen DSGVO-konformen Einsatz sind vorhanden, sie müssen im Vertrag aktiv gezogen und die EU-Region festgeschrieben werden.

Schwächen ehrlich betrachtet

Kein garantierter EU-only-Standort ab Werk (Stand Juli 2026). OrderGrid Inc. betreibt seine Plattform multiregional: Die Subprozessorliste weist AWS, Azure und Google Cloud in den Regionen Kanada, USA und EU aus. Eine EU-Datenregion ist also verfügbar, aber nicht der garantierte Default. Wer als deutscher Käufer EU-Datenhaltung braucht, muss sie im Vertrag festschreiben und die Subprozessor-Regionen prüfen. Das ist machbar, aber kein Automatismus, den man überspringen darf.

Kein verifiziertes deutschsprachiges Angebot. Weder Vertriebskontakt noch Support oder Dokumentation in deutscher Sprache sind öffentlich erkennbar. Wer mit OrderGrid arbeitet, plant einen englischsprachigen Sales- und Implementierungsprozess. Für IT-Teams ist das oft kein Problem, für Filialleitungen oder Disponenten ohne Englisch-Routine schon.

Sales-led-Pricing erschwert die Erstevaluation. Ohne öffentliche Preise lässt sich der Business Case nicht im stillen Kämmerlein vorbereiten, du musst dich registrieren, Discovery-Calls führen und auf ein individuelles Angebot warten, bevor du überhaupt rechnen kannst. Das ist branchenüblich, kostet aber Wochen, die ein Kreditkarten-SaaS in einer Stunde abfrühstückt.

Vertikalfokus schließt Anwendungsfälle aus. OrderGrid ist Food-Retail. Wer Pharma, Mode-Retail, Industriegüter oder Indirektmaterial einkauft, findet in horizontalen Plattformen (Coupa, SAP Ariba, Jaggaer) deutlich passendere Funktionen. Versuche, OrderGrid zweckzuentfremden, enden meist mit halben Workflows und manueller Nacharbeit.

Europäische, aber keine sichtbaren DACH-Referenzen. Auf der Website erscheinen europäische Ketten wie Carrefour und Auchan (Frankreich) sowie Morrisons, ASDA und Deliveroo (UK). Explizit deutsche oder DACH-Kunden sind öffentlich nicht ausgewiesen. Das heißt nicht, dass es keine gibt, aber wer eine deutsche Referenz für die interne Argumentation braucht, findet sie im öffentlichen Material nicht.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Bedarfsprognose und Replenishment für Lebensmittelhandel mit europäischen Referenzen brauchstRELEX Solutions
Den horizontalen Source-to-Pay-Prozess für viele Warengruppen digitalisieren willstCoupa
Dein ERP SAP S/4HANA ist und du tiefe native Integration brauchstSAP Ariba
Lieferketten-Risiken (Streiks, Naturereignisse, Bonität) strategisch überwachen willstResilinc
Produktionsplanung und Werks-Disposition statt Filial-Replenishment im Fokus stehenSAP Digital Manufacturing

OrderGrid ist die richtige Wahl, wenn dein Geschäft genau im Schnittpunkt von Food-Retail, ML-Forecasting und Multi-Channel-Orchestrierung liegt. Sobald einer dieser drei Vektoren wegfällt, gibt es passendere Alternativen, entweder vertikalisierter (RELEX im EU-Raum) oder horizontaler (Coupa/SAP Ariba für allgemeine Beschaffung).

So steigst du ein

Schritt 1: Vor dem Erstkontakt eine interne Daten-Inventur machen: Wie viele Filialen, wie viele Artikel, welcher Verderb-Anteil pro Warengruppe, welches ERP/Kassensystem? Diese Zahlen brauchst du im Discovery-Call ohnehin und sie helfen dir, im Voraus zu beurteilen, ob OrderGrid für deine Größenordnung sinnvoll ist. Unter zehn Filialen rechnet sich vertikalisiertes ML-Forecasting selten.

Schritt 2: Demo anfragen mit konkretem Use-Case: „Zeigt uns, wie das Forecasting für Frische-Backware in einer Filialgruppe aussieht, mit Wochentag-Effekten, Promotion-Handling und Aktionsware.” Generische Demos sind wenig aussagekräftig; je näher das Demo-Setup an deinen realen Daten ist, desto belastbarer die Bewertung. Frag explizit nach der EU-Datenregion, dem Auftragsverarbeitungs-Nachtrag und der aktuellen Subprozessorliste.

Schritt 3: Pilotprojekt mit 3 bis 5 Filialen und einer Warengruppe (z.B. Frischfleisch oder Backwaren) statt Big-Bang-Roll-out. Messbare Ziele: Out-of-Stock-Rate, Schwundquote, Bestellabweichung. Nach 8 bis 12 Wochen entscheidest du auf Datenbasis, ob die Plattform den versprochenen Mehrwert liefert. Erst dann Skalierung auf alle Filialen, sonst ziehst du eine teure Fehlentscheidung quer durchs ganze Filialnetz.

Ein konkretes Beispiel

Ein deutscher Lebensmitteleinzelhändler mit 35 Filialen in Bayern erwägt OrderGrid für die Frische-Sortimente. Im Pilot mit fünf Filialen und der Warengruppe Backware liefert die ML-Prognose nach acht Wochen eine um 18 % geringere Schwundquote gegenüber der bisherigen manuellen Disposition. Die Out-of-Stock-Rate sinkt um 12 %. Hochgerechnet auf alle 35 Filialen wären das Einsparungen im niedrigen siebenstelligen Bereich pro Jahr. Der Haken: Im Datenschutz-Review fällt auf, dass die EU-Datenregion zwar verfügbar, aber vertraglich zu fixieren ist, dass kein deutschsprachiger Support für die Filialleitungen existiert und dass es keinen deutschen Vertragspartner gibt. Das Unternehmen holt parallel ein Angebot von RELEX ein und entscheidet auf Basis von Preis, Sprache und Vertragssitz, ob der kanadische Spezialist oder der europäische Wettbewerber besser passt.

DSGVO & Datenschutz

  • Betreiber: OrderGrid Inc., Sitz in Scarborough, Ontario, Kanada (laut Datenschutzerklärung). Kanada verfügt für dem PIPEDA unterliegende Unternehmen über einen EU-Angemessenheitsbeschluss, was die Drittland-Bewertung gegenüber reinen US-Anbietern erleichtert.
  • Datenhosting: multiregional. Die Subprozessorliste (Stand April 2026) weist AWS, Microsoft Azure und Google Cloud jeweils mit EU-Regionen aus. Eine EU-Datenregion ist verfügbar, aber kein garantierter Default, sie muss vertraglich festgeschrieben werden.
  • Auftragsverarbeitung: Die Datenschutzerklärung verweist auf einen Data Processing Addendum und nennt EU- sowie UK-Standardvertragsklauseln für Übermittlungen aus dem EWR. Den konkreten AVV vor Vertragsabschluss anfordern und die Subprozessor-Regionen prüfen.
  • Zertifizierungen: SOC 2 Typ 2 und ISO 27001 (von OrderGrid ausgewiesen).
  • KI-Subprozessor: Anthropic ist in der Subprozessorliste als KI-Dienstleister genannt, relevant für die natürlichsprachlichen Abfragen.
  • Personenbezug: Solange nur aggregierte Bestand- und Verkaufsdaten fließen, ist die Bewertung überschaubar. Sobald Loyalty- oder Kundennummern einfließen, gehört die Verarbeitung sauber in den AVV.
  • Empfehlung für deutsche Käufer: Datenschutz-Folgenabschätzung vor Pilot-Start, EU-Datenregion, Standardvertragsklauseln und Subprozessorliste im Vertrag fixieren. Die Dokumentation dafür ist vorhanden, das aktive Ziehen dieser Optionen bleibt Aufgabe des Käufers.

Gut kombiniert mit

  • SAP S/4HANA, OrderGrid liefert Forecasting und Replenishment-Vorschläge, S/4HANA übernimmt Wareneingangsbuchung, Finanzbuchhaltung und Reporting. Sauberer Datenfluss zwischen Operations- und ERP-Schicht spart Doppelpflege.
  • RELEX Solutions, wenn OrderGrid für die operative Filial-Disposition nicht reicht, ist RELEX die etabliertere Alternative mit europäischem Footprint und tieferer Demand-Planning-Suite. Beide gleichzeitig zu nutzen ergibt selten Sinn, eher als Vergleichsmaßstab im Auswahlprozess.
  • Resilinc, OrderGrid optimiert Bestand und Bestellung, Resilinc überwacht Lieferanten-Risiken (Streiks, Insolvenz, Naturereignisse). Wer auf Frischware-Importe angewiesen ist, profitiert von beiden Ebenen, operative Effizienz plus strategische Lieferketten-Sicherheit.

Unser Fazit

OrderGrid verdient vier von fünf Sternen. Das Produkt ist technisch ernstzunehmen, die ML-Forecasting-Funktionen sind echt, und die Sicherheits- und Datenschutz-Dokumentation ist für einen Anbieter dieser Größe überdurchschnittlich: SOC 2 Typ 2, ISO 27001, öffentliche Subprozessorliste mit EU-Regionen, DSGVO-Standardvertragsklauseln und ein verfügbarer Auftragsverarbeitungs-Nachtrag. Betreiber ist die kanadische OrderGrid Inc., nicht, wie manchmal kolportiert, ein reiner US-Anbieter oder eine deutsche GmbH. Den fünften Stern kosten die für deutsche Käufer verbleibenden Reibungspunkte: kein öffentlich erkennbarer deutschsprachiger Support, keine öffentlichen Preise, kein dedizierter DACH-Vertrag und eine EU-Datenregion, die man vertraglich aktiv ziehen muss. Wer in Deutschland eine Alternative mit etabliertem DACH-Vertrieb sucht, sollte parallel RELEX Solutions evaluieren, gleicher Anwendungsfall, europäischer Anbieter. OrderGrid ist aber, anders als frühere Einschätzungen nahelegten, für DSGVO-Kontexte grundsätzlich einsetzbar.

Was wir geprüft haben

Diese Seite trägt eine Bewertung unter der Bestnote, deshalb haben wir jede bewertungsrelevante Aussage gegen öffentliche Primärquellen abgeglichen (Stand 30. Juli 2026):

  • Firmensitz und Rechtsträger: Die Datenschutzerklärung nennt OrderGrid Inc. mit Sitz in Scarborough, Ontario, Kanada. Die frühere Einordnung als US-Anbieter war falsch und wurde korrigiert.
  • Datenhosting und EU-Option: Die öffentliche Subprozessorliste (Stand April 2026) weist AWS, Microsoft Azure und Google Cloud jeweils mit EU-Regionen aus. Eine EU-Datenregion ist damit verfügbar. Die frühere Aussage „keine EU-Hosting-Option” haben wir entfernt.
  • AVV und Standardvertragsklauseln: Die Datenschutzerklärung verweist auf einen Data Processing Addendum und nennt EU- und UK-Standardvertragsklauseln. Die frühere Aussage, ein AVV sei „öffentlich nicht erkennbar”, war nicht haltbar.
  • Zertifizierungen: SOC 2 Typ 2 und ISO 27001 sowie FSMA-204-Rückverfolgbarkeit sind auf den OrderGrid-Seiten als Eigenangabe ausgewiesen.
  • Deutschsprachiger Support: Auf den öffentlichen Seiten fanden wir keine deutschsprachige Version und keinen deutschsprachigen Support- oder Vertriebskanal. Diese Aussage bleibt als geprüfte Lücke bestehen.
  • Öffentliche Preise: Es gibt keine öffentlichen Listenpreise, der Vertrieb läuft Sales-led. Bestätigt.
  • Referenzkunden: Öffentlich sichtbar sind vor allem europäische (Carrefour, Auchan, Morrisons, ASDA, Deliveroo) und nordamerikanische Kunden. Dedizierte DACH-Referenzen sind nicht ausgewiesen.
  • KI-Substanz: Bedarfsprognose, Replenishment und natürlichsprachliche Abfragen sind als KI-Funktionen ausgewiesen, Anthropic ist als KI-Subprozessor gelistet. Die Einordnung als echtes ML-Produkt ist damit belegt.

Wo eine Aussage nur über den Anbieter selbst belegt ist (Zertifizierungen, Kundenlogos), kennzeichnen wir das als Eigenangabe. Wir haben keine eigene Hands-on-Prüfung des Produkts durchgeführt, die Bewertung stützt sich auf öffentlich zugängliche Quellen.

Was wir bemerkt haben

  • Juli 2026, Faktenkorrektur: OrderGrid ist ein kanadischer Anbieter (OrderGrid Inc., Scarborough, Ontario), nicht ein US-Anbieter und nicht eine deutsche GmbH. Frühere Fassungen dieser Seite hatten den Firmensitz falsch als USA bzw. Deutschland angegeben.
  • Juli 2026, Faktenkorrektur: Entgegen einer früheren Fassung bietet OrderGrid EU-Datenregionen (AWS, Azure, Google Cloud), eine öffentliche Subprozessorliste (Stand April 2026), DSGVO-Standardvertragsklauseln und einen Auftragsverarbeitungs-Nachtrag. Die Behauptung, es gebe keine EU-Hosting-Option und keinen erkennbaren AVV, war nicht haltbar und wurde entfernt.
  • 2026, Auszeichnung als „Top Retail Expert 2026” durch Rethink Retail, SOC 2 Typ 2 und ISO 27001 werden auf der Website kommuniziert. Hinweise auf ein aktives, weiterentwickeltes Produkt.
  • Beobachtung, Pricing-Transparenz fehlt weiterhin. Im B2B-Inventory-Segment üblich, für die Erstevaluation aber ein Reibungspunkt, wer schnell eine grobe Größenordnung braucht, muss den Sales-Funnel durchlaufen.

Quellen

  1. OrderGrid – Produktwebsite. https://www.ordergrid.com/ (abgerufen am 2026-07-30). OrderGrid positioniert sich als KI-gestützte Inventory- und Order-Management-Plattform für Food-Retail mit den Säulen Planning (KI-Bedarfsprognose), Orchestration (Multi-Channel) und Execution; als Kundenlogos erscheinen u. a. Kraft Heinz, Carrefour, Auchan, Wonder, JackBe und Deliveroo; ausgewiesen ist die Auszeichnung Rethink Retail Top Retail Expert 2026; es gibt keine öffentlichen Preise und keine deutschsprachige Version der Website..
  2. OrderGrid – Food Distributors. https://www.ordergrid.com/industries/food-distributors (abgerufen am 2026-07-30). OrderGrid gibt SOC 2 Typ II und ISO 27001 an, bewirbt eine FSMA-204-konforme Rückverfolgbarkeit und beschreibt sich als in 9 Ländern auf 3 Kontinenten im Einsatz; ein konkreter Serverstandort wird auf dieser Seite nicht genannt..
  3. OrderGrid – Datenschutzerklärung. https://www.ordergrid.com/privacy-policy (abgerufen am 2026-07-30). Betreibergesellschaft ist OrderGrid Inc. mit Sitz in Scarborough, Ontario, Kanada; die Erklärung nennt DSGVO-Konformität, EU- und UK-Standardvertragsklauseln für Übermittlungen aus dem EWR und verweist auf einen Data Processing Addendum sowie eine Subprozessorliste..
  4. OrderGrid – Subprozessorliste. https://www.ordergrid.com/legal/sub-processors (abgerufen am 2026-07-30). Die Subprozessorliste (Stand 15. April 2026) führt AWS (Regionen Kanada, USA, EU), Microsoft Azure (Kanada, USA, EU/Irland) und Google Cloud (USA, EU) als Hosting-Anbieter sowie Anthropic als KI-Subprozessor auf; eine EU-Datenregion ist damit verfügbar..

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