PTV Visum
PTV Group
PTV Visum ist die meistgenutzte Software für multimodale Verkehrsmodellierung und Nachfrageprognose. Über 2.500 Städte weltweit, darunter Hamburg, München und Berlin, nutzen PTV-Lösungen für Netzwerkmodellierung, Verkehrsfluss-Simulation und die Bewertung von Infrastrukturmaßnahmen. Karlsruher Unternehmen, seit Jahrzehnten Marktstandard in deutschsprachigen Verkehrsplanungsämtern. Mit Model2Go und integrierter Nachfrageprognose zunehmend datengetrieben.
Kosten: Jahreslizenzen auf Anfrage; typisch 5.000–20.000 €/Jahr für kommunale Behörden, Academia- und Studentenlizenzen kostenfrei oder stark vergünstigt; kostenlose Testversion verfügbar
Kategorien
Stärken
- De-facto-Standard in deutschen Straßenverkehrsämtern und Mobilitätsreferaten
- Integriert ÖPNV, Pkw, Fahrrad und Fußgänger in einem Modell
- Starke Nachfragemodellierung mit Activity-Based-Ansätzen und Szenarioanalysen
- Kompatibel mit Open Data (GTFS, OSM, amtliche Zähldaten)
- Deutschsprachiger Support, Schulungen und Zertifizierungen
- Modelliert moderne Mobilitätsformen: autonome Fahrzeuge, Car-Sharing, Ride-Pooling, E-Bus-Flotten
Einschränkungen
- Lizenzkosten für kleine Kommunen ohne bestehendes Verkehrsmodell erheblich
- Steile Lernkurve, erfordert fachliche Verkehrsplanungskenntnisse
- Kein Echtzeit-Betrieb, für Simulation und Planung, nicht für adaptive Steuerung
- Ergebnisse hängen stark von der Qualität des Eingabemodells ab
- Klassische Desktop-Software, keine native Cloud-Kollaboration
- KI-Komponenten (Demand-ML, autonome Verkehre) sind eingebettet, nicht das Kernversprechen
Passt gut zu
Kurzfazit
PTV Visum ist seit Jahrzehnten die erste Wahl für strategische Verkehrsplanung im deutschsprachigen Raum. Wer ein multimodales Modell einer Stadt aufbaut, simuliert oder Maßnahmen vor dem Baubeginn bewertet, kommt am Karlsruher Marktführer praktisch nicht vorbei. Die Software ist sehr mächtig, hat aber eine steile Lernkurve und ist als Spezialwerkzeug für Verkehrsplaner gedacht, nicht für Nicht-Fachleute. Predictive-Analytics-Komponenten (Demand-Modeling, KI-gestützte Nachfrageschätzung, autonome Verkehre) sind eingebettet, aber Visum bleibt im Kern eine klassische Modellierungs- und Simulationsplattform, kein generatives KI-Tool.
Für wen ist PTV Visum?
Kommunale Verkehrsplaner: Die zentrale Zielgruppe. Mobilitätsreferate von Mittel- und Großstädten betreiben mit Visum ihr persistentes Verkehrsmodell und nutzen es für Bauleitplanung, ÖPNV-Liniennetze, Radstrategien und Verkehrsentwicklungspläne. Ohne eigenes Verkehrsmodell sind belastbare Aussagen zur Wirkung von Maßnahmen kaum möglich.
Ingenieurbüros für Verkehr und Mobilität: Externe Planungsbüros, die Kommunen oder Bundesländer beraten, brauchen Visum als Branchenstandard. Modelle werden zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer ausgetauscht, wer mit anderer Software arbeitet, hat regelmäßig Konvertierungsprobleme.
Verkehrsverbünde und Aufgabenträger: Wer ÖPNV-Konzepte plant, Liniennetze, Taktstrukturen, neue Tram-/S-Bahn-Trassen, nutzt Visum für die Nachfrage-Modellierung und für die Bewertung möglicher Fahrgastverlagerungen.
Forschung und Lehre: Hochschulen mit Studiengängen in Bauingenieurwesen, Stadt- und Raumplanung oder Verkehrswissenschaft setzen Visum in Lehre und Forschungsprojekten ein. PTV bietet vergünstigte oder kostenlose Academia-Lizenzen.
Ministerien und Landesbehörden: Bundes- und Landesverkehrsministerien sowie Straßenbauverwaltungen nutzen Visum für Bundesverkehrswegeplan-Analysen, Lärmminderungspläne und Luftreinhaltestrategien.
Weniger geeignet für: Mikroskopische Knotenpunkt-Simulationen (dafür gibt es das Schwesterprodukt PTV Vissim), agentenbasierte Mobilitätssimulation für Spezialfragen (dafür eher AnyLogic oder Open-Source-Tools wie MATSim), Echtzeit-Verkehrssteuerung (Visum ist Offline-Planung, nicht operative Steuerung), und alle, die ein cloudbasiertes, kollaboratives Planungs-Web-Tool erwarten.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Free Trial | 0 € | Befristete Testlizenz mit Beispielmodellen, gut zum Kennenlernen |
| Academia-Lizenz | Kostenlos oder vergünstigt | Für anerkannte Hochschulen, Lehre und studentische Abschlussarbeiten |
| Standard-Lizenz | Auf Anfrage, typisch 5.000–10.000 €/Jahr | Vollumfänglicher Funktionsumfang für eine Arbeitsstation |
| Mehrplatz/Behörden-Lizenz | Auf Anfrage, typisch 10.000–20.000 €/Jahr | Mehrere parallele Nutzer, oft Bundle mit PTV Vissim und PTV Lines |
| Enterprise/Verbund | Individuell | Großverkehrsverbünde, Bundesländer, integrierte PTV-Suite inkl. Visum, Vissim, Model2Go |
Einordnung: PTV gibt Preise grundsätzlich nicht öffentlich an, jeder Vertrag wird individuell verhandelt und hängt von Module-Auswahl, Nutzerzahl und Wartungspaket ab. Für eine mittelgroße Kommune (50.000–200.000 Einwohner) liegt der Einstieg realistisch bei rund 8.000–15.000 € pro Jahr inkl. Wartung. Das ist viel, aber im Verhältnis zu den Folgekosten einer Fehlplanung (eine schlecht dimensionierte Trasse kostet zweistellige Millionen) ein vergleichsweise geringer Posten. Hochschulen sollten direkt die Academia-Konditionen anfragen, die sind oft sehr großzügig. Wer nur gelegentlich plant, kann mit der Free Trial oder über externe Ingenieurbüros arbeiten, statt eine eigene Lizenz zu halten.
Stärken im Detail
Marktstandard mit Netzwerkeffekt. PTV ist in deutschen Verkehrsämtern so etabliert, dass Modelle zwischen Behörde, Ingenieurbüro und Planer-Team einfach ausgetauscht werden. Wer mit Konkurrenzprodukten arbeitet, stößt regelmäßig auf Konvertierungs- und Kompatibilitätsprobleme. Der Marktstandard hat damit nicht nur Bequemlichkeitsvorteile, sondern senkt auch Reibungsverluste in Projekten mit mehreren Beteiligten erheblich.
Multimodale Modellierung in einem Werkzeug. Visum kombiniert Pkw, ÖPNV, Fahrrad und Fußgänger in einem konsistenten Netzwerkmodell. Das ist die Voraussetzung für die wirklich interessanten Analysen: Welche Modal-Verschiebung bewirkt eine neue Tram-Linie? Wie verändert ein Radschnellweg den Pkw-Anteil? Wie wirken sich Park & Ride und Sharing-Angebote auf die Hauptachsen aus? Solche Fragen lassen sich ohne integriertes Modell schlicht nicht beantworten.
Nachfrageprognose mit zunehmender Datenintegration. PTVs Demand-Modellierung kombiniert klassische Vier-Stufen-Verfahren mit Activity-Based-Ansätzen und nutzt zunehmend auch Mobilfunkdaten, Floating Car Data und Sensorik. Das ist nicht “KI” im Sinne von GPT, aber Predictive Analytics auf solidem Fundament, und für Verkehrsfragen die richtige Methodik.
Moderne Mobilitätsformen abbildbar. Visum kann autonome Fahrzeuge, Car-Sharing-Flotten, Ride-Pooling-Anbieter und E-Bus-Linien modellieren. Wer für die Mobilitätswende plant, braucht genau das, klassische Verkehrsmodelle der 1990er, die nur Pkw und Bus kannten, reichen nicht mehr. PTV hat sein Modellverständnis sukzessive erweitert.
Komplementäre Produkte und Workflow-Integration. Über PTV Vissim (mikroskopische Simulation einzelner Knotenpunkte), PTV Lines (operatives ÖPNV-Planungstool) und PTV Model2Go (schnelle Modellerstellung aus OSM-Daten) hat PTV ein zusammenhängendes Werkzeug-Ökosystem. Das bedeutet konkret: Eine in Visum modellierte Hauptverkehrsachse kann an einer kritischen Kreuzung in Vissim im Detail untersucht werden, ohne Daten neu eingeben zu müssen.
Deutscher Hersteller mit deutschsprachigem Support. PTV Group sitzt in Karlsruhe. Schulungen, Dokumentation und Support sind auf Deutsch verfügbar. Für Behörden, die in Vergabe und Wartungsvertrag explizit deutschsprachigen Service verlangen, ist das ein harter Vorteil, der bei US-Wettbewerbern oft fehlt.
Schwächen ehrlich betrachtet
Lernkurve abschreckend steil. Visum ist kein Tool, das man “mal eben” lernt. Wer kein verkehrsplanerisches Vorwissen mitbringt, ist auch nach einer Wochenschulung noch lange Lehrling. In der Praxis arbeiten in Verkehrsämtern oft nur ein bis zwei Personen mit der Software, der Rest des Teams ist auf deren Verfügbarkeit angewiesen. Das ist organisatorisch ein Risiko.
Modellqualität schlägt Tool-Qualität. Selbst die beste Software liefert nur Müll, wenn das Eingabemodell schlecht ist. Verkehrsmodelle leben von hochwertigen Zähldaten, korrekten Netzwerk-Topologien und plausiblen Verhaltensannahmen. Wer in einem schwachen Modell schöne Szenarien rechnet, produziert wissenschaftlich aussehende Fehlplanungen. PTV kann das Werkzeug stellen, die Modellpflege bleibt menschliche Arbeit.
Klassische Desktop-Software, keine echte Cloud-Kollaboration. Visum läuft als Windows-Anwendung auf einem Arbeitsplatz. Mehrere Personen können nicht gleichzeitig am gleichen Modell arbeiten. In Zeiten, in denen Microsoft 365, Figma und Notion zeigen, wie zeitgemäße Kollaboration funktioniert, wirkt das angestaubt. PTV hat zwar Cloud-Initiativen, aber die Hauptarbeit findet weiter Desktop-zentrisch statt.
KI-Komponenten eingebettet, aber kein KI-Tool im engeren Sinn. Wer “KI für Verkehrsplanung” sucht, sollte realistisch sein: Visum nutzt statistische und ML-Methoden in der Nachfrageprognose, ist aber kein generatives KI-Tool. Es schreibt keine Berichte, beantwortet keine natursprachlichen Fragen, schlägt keine Maßnahmen vor. Wer das erwartet, wird enttäuscht, Visum ist Modellierungssoftware, kein KI-Assistent.
Preise intransparent. PTV gibt grundsätzlich keine Preise heraus, alles läuft über Vertrieb und individuelle Angebote. Für eine kleine Kommune oder ein Forschungsinstitut bedeutet das: Erst Vertriebsgespräch, dann Angebot, dann Vergleichbarkeit. Für budgetorientiertes Planen ist das unbequem, im Behördenkontext aber tolerierbar.
Echtzeit kann es nicht. Visum simuliert ex ante, Was-wäre-wenn-Szenarien für die strategische Planung. Wer Echtzeit-Verkehrssteuerung, dynamisches Verkehrsmanagement oder On-the-fly-Reaktionen braucht, ist mit Visum am falschen Werkzeug. Dafür gibt es separate Lösungen (PTV Optima, Drittprodukte, intelligente Verkehrsleittechnik).
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Mikroskopische Simulation einzelner Knotenpunkte machst | PTV Vissim (Schwesterprodukt) |
| Agentenbasierte oder breitere System-Simulation brauchst | AnyLogic |
| Offene/forschungsorientierte Mobilitätssimulation willst | MATSim (Open-Source, kostenlos) |
| Vorrangig ÖPNV-Betriebsplanung machst | PTV Lines oder Hacon HAFAS |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Aimsun (von Siemens, vergleichbares Marktsegment, in Deutschland weniger verbreitet), Cube von Bentley (US-zentrierter Markt), VISSIM-Konkurrent SUMO (Open-Source, vom DLR maßgeblich entwickelt, wissenschaftlich beliebt, in Behörden selten Standard). Im deutschsprachigen Behördenkontext gibt es zu PTV Visum keinen echten Ersatz, das ist Stärke und Schwäche zugleich. Wer auf den Marktstandard setzt, kauft sich Anschlussfähigkeit, akzeptiert aber auch die Konditionen des Marktführers.
So steigst du ein
Schritt 1: Free Trial herunterladen und mit Beispielmodellen experimentieren. PTV liefert vorbereitete Demo-Modelle mit, an denen du die typischen Workflows (Netzwerk, Nachfrage, Szenarien) ohne Kostenrisiko durchspielst. Wer das ernsthaft testet, braucht dafür realistisch ein bis zwei Wochen Eingewöhnung, Visum ist kein Tool für die Mittagspause.
Schritt 2: Anfrage beim PTV Vertrieb mit konkreter Anforderung. Kommunale Behörden, Hochschulen und Ingenieurbüros bekommen oft Sonderkonditionen. Wichtig: Definiere im Vorfeld, ob du nur Visum brauchst oder das Bundle mit Vissim und Lines, die Bündelung lohnt sich preislich oft, ist aber nur sinnvoll, wenn du beides nutzt.
Schritt 3: Schulung beim ersten ernsthaften Modellaufbau buchen. PTV bietet mehrtägige Trainings, typisch 1.500–3.000 € pro Teilnehmer. Das ist kein Luxus, sondern Pflichtinvestition. Wer ohne Schulung loslegt, baut Modelle, die fachlich nicht haltbar sind. Alternativ: Erstmodell zusammen mit einem erfahrenen Ingenieurbüro aufbauen lassen und parallel das eigene Team einlernen.
Schritt 4: Open Data und amtliche Daten integrieren. GTFS-Feeds des lokalen Verkehrsverbunds, OpenStreetMap als Netzwerkbasis, amtliche Zähldaten der Straßenbauverwaltung, das sind die Datenquellen, aus denen ein Erstmodell wächst. PTV Model2Go beschleunigt diesen Schritt erheblich.
Ein konkretes Beispiel
Das Mobilitätsreferat einer Stadt mit 200.000 Einwohnern in Süddeutschland bewertet eine neue Radschnellroute, die parallel zu einer stark belasteten Hauptverkehrsstraße verlaufen soll. PTV Visum simuliert drei Szenarien (Status Quo ohne Route, Radschnellroute mit Velostreifen, vollständig separierte Trasse mit baulicher Trennung). Eingangsdaten: bestehendes Verkehrsmodell der Stadt (seit 2018 in Visum gepflegt), aktuelle Zähldaten von 14 Querschnitten, Sharing-Daten der lokalen Anbieter. Ergebnis nach zwei Wochen Modellarbeit: Die separierte Trasse reduziert den Pkw-Anteil auf der Parallelstraße um 8 % gegenüber dem Status Quo, führt aber zu spürbarer Mehrbelastung auf zwei Querverbindungen, die Wohngebiete erschließen. Die Planung wird angepasst, zwei zusätzliche Knotenpunkte werden in den Maßnahmenkatalog aufgenommen, bevor der erste Euro in Asphalt fließt. Zeit-Investition für die Simulation: ca. 60 Personenstunden. Vermiedene Folgekosten: Eine später nötige Nachbesserung an den Querverbindungen hätte einen niedrigen siebenstelligen Bereich gekostet.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: PTV Visum läuft klassisch lokal auf der Behörden- oder Büro-Workstation. Daten verbleiben grundsätzlich beim Anwender, nichts wird in die Cloud übertragen, DSGVO-relevant ist die Software damit primär dort, wo personenbezogene Mobilfunk- oder Floating-Car-Daten verarbeitet werden, was im Modell selbst aber aggregiert geschieht.
- Datenquellen: Mobilfunkdaten von Anbietern wie Telefónica oder Vodafone werden in der Regel anonymisiert und aggregiert geliefert. Trotzdem gilt: Beim Bezug solcher Daten sind die DSGVO-Anforderungen separat mit dem Datenlieferanten zu klären.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für PTV Visum als lokal installierte Software typischerweise nicht erforderlich. Bei PTV-Cloud-Services und Hosted Solutions wird ein AVV bereitgestellt.
- Anbieter: PTV Planung Transport Verkehr GmbH, Karlsruhe, deutsches Unternehmen, deutscher Gerichtsstand, deutsches Datenschutzrecht.
- Empfehlung für Behörden: Lokale Installation ist der DSGVO-sauberste Weg. Bei Integration von Drittdaten (Mobilfunk, FCD) den Lieferanten-AVV prüfen. Akademische und kommunale Nutzung ist datenschutzrechtlich unkritisch, solange keine personenbezogenen Bewegungsdaten verarbeitet werden.
Gut kombiniert mit
- PTV Vissim, Schwesterprodukt für mikroskopische Knotenpunkt-Simulation. Visum modelliert die ganze Stadt, Vissim untersucht den einzelnen Knoten im Detail. Daten lassen sich nahtlos übergeben.
- AnyLogic, Für agentenbasierte Mobilitätssimulation oder Systemanalysen, die über klassische Verkehrsmodelle hinausgehen (z. B. Carsharing-Wirtschaftlichkeit, Ride-Pooling-Optimierung).
- QGIS/ArcGIS, Räumliche Analyse von Modell-Ergebnissen, Verschneidung mit Bevölkerungs-, Sozialraum- oder Umweltdaten. Visum exportiert Shapefiles und Geo-Layer direkt in GIS-Workflows.
Unser Testurteil
PTV Visum verdient 4 von 5 Sternen. Als Marktstandard in der deutschsprachigen Verkehrsplanung ist es alternativlos, multimodal stark, datenintegrationsfähig, mit dem nötigen Werkzeug-Ökosystem rundum (Vissim, Lines, Model2Go). Den fünften Stern kostet die steile Lernkurve, die intransparente Preisgestaltung, die fehlende echte Cloud-Kollaboration und die Tatsache, dass die KI-Komponenten zwar vorhanden, aber nicht das Versprechen des Produkts sind. Wer ein klassisches, sehr professionelles Modellierungs-Werkzeug sucht, ist genau richtig. Wer “KI für Verkehrsplanung” erwartet, sollte erwartungsmanagementmäßig nachjustieren, Visum ist Predictive Analytics auf solidem Fundament, kein generativer Verkehrs-Copilot. Für die meisten Verkehrsplanungs-Aufgaben in Deutschland ist es die richtige Wahl.
Was wir bemerkt haben
- 2024–2025, PTV hat die Integration moderner Mobilitätsformen (autonome Fahrzeuge, Sharing-Flotten, Ride-Pooling) deutlich ausgebaut. Wer heute ein Verkehrsmodell aufbaut, kann diese Formen nativ abbilden, früher waren das Sonderlösungen oder Eigenbauten.
- 2025, PTV Model2Go als beschleunigte Erstmodell-Erstellung aus OSM- und Open-Data-Quellen wird zunehmend Standard. Was früher Wochen kostete (initialer Netzwerkaufbau), ist heute in Tagen möglich. Das senkt die Einstiegshürde für kleinere Kommunen spürbar.
- 2025–2026, Die Verbindung zwischen Visum und Drittdaten-Anbietern (Mobilfunk, FCD-Provider) wurde verbessert. Verkehrsmodelle werden dadurch realistischer, allerdings auch teurer in Wartung und Datenbezug.
- Mai 2026, Eine echte cloudbasierte Visum-Variante mit Mehrnutzer-Kollaboration ist weiter nicht in Sicht. PTV bleibt im Kern Desktop-Software. Für moderne, verteilt arbeitende Planungsteams bleibt das ein Reibungspunkt.
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