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PPWR Check

pacoon Sustainability Concepts GmbH

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PPWR Check prüft, ob ein Verpackungsportfolio die Anforderungen der EU-Verpackungsverordnung (PPWR, EU 2025/40) erfüllt. Hersteller und Händler laden ihre Verpackungsliste hoch, das Tool bildet sie auf vier Verpackungskategorien ab und identifiziert pro Szenario die einschlägigen Pflichten, von Recyclingfähigkeit bis Rezyklatanteil. Betrieben wird das Werkzeug von der Münchner Nachhaltigkeitsberatung pacoon. Ein KI-gestütztes Q&A-Modul ist angekündigt, der Kern bleibt aber heute ein regelbasiertes Compliance-Tool.

Kosten: Basic 5.000 €/Jahr, Medium 7.500 €/Jahr, Large 10.000 €/Jahr, Unlimited 12.500 €/Jahr, ab Jahr 2 jeweils rund 28 % Rabatt (Basic 3.600 €, Unlimited 9.000 €). Zwei kostenlose Testszenarien nach Registrierung.

Kategorien

Stärken

  • Bildet die PPWR vollständig auf vier Verpackungskategorien ab, 98 % der Praxisfälle abgedeckt
  • Kein Verpackungsrecht-Studium nötig, relevante Szenarien werden je SKU automatisch erkannt
  • Excel- und CSV-Upload für Massenimport ganzer Portfolios
  • Unbegrenzte Nutzer im Paket, bis zu 2 Admins, mehrsprachig (8 Sprachen inkl. Deutsch)
  • Pacoon ist seit Jahren in der EU-Verpackungsregulatorik aktiv, fachliche Tiefe ist vorhanden
  • EU-Hosting durch deutschen Anbieter, DSGVO-tauglicher als US-SaaS

Einschränkungen

  • Kein direkter ERP- oder PIM-Anschluss, Daten müssen manuell oder per Excel kommen
  • Bewertet Konformität, optimiert aber keine Verpackungsdesigns selbst
  • Kein Ersatz für Materialprüfung, Recyclingfähigkeits-Tests oder juristische Prüfung im Einzelfall
  • KI-Funktionen sind „Coming Soon“, heute primär regelbasierter Szenario-Generator
  • Kein dauerhafter Free-Plan, nur 2 Testszenarien nach Registrierung
  • Einstiegspreis (5.000 €/Jahr) ist für Kleinstbetriebe mit unter 20 SKUs überdimensioniert

Passt gut zu

Lebensmittelhersteller mit 50–500 Verpackungstypen Kosmetik- und Konsumgüterhersteller mit EU-weitem Vertrieb Compliance-Verantwortliche ohne eigenes Verpackungsrecht-Team Händler und Importeure, die bis August 2026 ihre PPWR-Konformitätserklärung vorbereiten müssen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du hast 30+ Verpackungs-SKUs und musst bis 2026/2030 PPWR-konform werden
  • Du brauchst dokumentierte Szenario-Bewertungen statt freier juristischer Recherche
  • Du willst die Compliance-Lücken im Portfolio strukturiert sichtbar machen
  • Du bewertest internationale Verpackungslinien und brauchst eine mehrsprachige Oberfläche

Wann nein

  • Du hast nur eine Handvoll Verpackungen, eine externe Beratung ist günstiger
  • Du suchst Designoptimierung oder Materialempfehlungen, das Tool prüft, schlägt aber kaum vor
  • Du brauchst eine echte LCA- oder Ökobilanzanalyse
  • Du willst eine vollautomatische ERP-Anbindung, die fehlt aktuell

Kurzfazit

PPWR Check ist ein Werkzeug für genau eine Aufgabe: ein Verpackungsportfolio gegen die EU-Verpackungsverordnung (EU 2025/40, PPWR) zu prüfen. Wer ab August 2026 eine Konformitätserklärung vorlegen muss, bekommt hier eine strukturierte Szenario-Abbildung statt eines 100-seitigen Verordnungstextes. Das Tool stammt von pacoon, einer Münchner Nachhaltigkeitsberatung mit jahrelanger Erfahrung in EU-Verpackungsregulatorik, fachliche Tiefe ist vorhanden. Die KI-Anteile sind allerdings (Stand Mai 2026) Roadmap, nicht Produkt: Das mehrsprachige Q&A-Modul ist als „Coming Soon” markiert, der Kern bleibt eine regelbasierte Szenario-Engine. Für mittelständische Hersteller mit 50–500 Verpackungstypen ist das Preis-Leistungs-Verhältnis solide; für kleine Sortimente und für Unternehmen, die ohnehin externe Verpackungsberatung kaufen, ist es schwerer zu rechtfertigen.

Für wen ist PPWR Check?

Lebensmittel- und Getränkehersteller: Eine der vier Verpackungskategorien des Tools ist speziell „Beverages packaging”, sinnvoll, weil PPWR hier mit Mehrwegquoten, Pfandsystemen und Rezyklatanteilen besonders strikt ist. Wer ein Sortiment aus Glas-, PET-, Karton- und Folienverpackungen führt, bekommt strukturiert je SKU die relevanten Pflichten ausgewiesen.

Kosmetik- und Drogerieartikelhersteller: Vielfalt an Primärverpackungen (Tube, Tiegel, Flasche), Sekundärverpackungen (Faltschachtel) und Versandverpackungen, die PPWR betrifft alle drei Ebenen. Das Tool bildet diese Tiefe je SKU ab, was im Excel-Tabellen-Workflow schnell unübersichtlich wird.

Compliance- und Nachhaltigkeitsabteilungen in Konsumgüterbetrieben: Wer im Mittelstand für Verpackungsrecht zuständig ist, hat meist kein eigenes Anwaltsteam. PPWR Check ersetzt die Rechtsabteilung nicht, dokumentiert aber strukturiert, welche Anforderungen je Verpackung greifen, und schafft damit eine prüfbare Grundlage für den Audit oder die Konformitätserklärung.

Importeure und Handelsketten: Wer Verpackungen aus Drittländern in den EU-Markt bringt, ist nach PPWR oft selbst in der Pflicht. Die mehrsprachige Oberfläche (Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Arabisch, Chinesisch) hilft, Lieferanten in die Datenerfassung einzubinden.

Weniger geeignet für: Kleinstbetriebe mit unter 20 SKUs (eine einmalige Beratung ist günstiger als 5.000 €/Jahr), Verpackungsdesign-Agenturen (das Tool prüft, optimiert aber nicht), Unternehmen, die bereits eine etablierte Verpackungsrecht-Abteilung mit eigenen Tools haben, und alle, die eine vollumfängliche Ökobilanz statt Compliance-Check suchen.

Preise im Detail

PlanPreis Jahr 1Preis ab Jahr 2Was du bekommst
Testzugang0 €-2 Szenarien zur Probe nach Registrierung, ohne Kreditkarte
Basic5.000 €/Jahr3.600 €/JahrBis 50 Szenarien, unbegrenzte Nutzer, bis 2 Admins, Excel/CSV-Upload, Onboarding-Tutorial
Medium7.500 €/Jahr5.400 €/JahrBis 150 Szenarien, sonst wie Basic
Large10.000 €/Jahr7.200 €/JahrBis 500 Szenarien, sonst wie Basic (vom Anbieter als Standardempfehlung markiert)
Unlimited12.500 €/Jahr9.000 €/JahrUnbegrenzte Szenarien, sonst wie Basic

Einordnung: Der Sprung vom Testzugang (2 Szenarien) zum Basic-Paket (50 Szenarien, 5.000 €) ist hart, eine Zwischenstufe für Kleinstbetriebe mit zehn oder zwanzig SKUs fehlt. Wer im Mittelstand sitzt und 80–150 SKUs hat, fährt mit Medium in der Regel am besten; das Large-Paket ist erst sinnvoll, wenn das Sortiment in Richtung 300+ geht. Beachtenswert: Der Preis im zweiten Jahr fällt deutlich (rund −28 %), weil die initiale Einrichtung und die Szenario-Mapping-Arbeit dann erledigt sind. In-App-Käufe für Zusatzleistungen kommen on top und sollten in der Budgetplanung mitgedacht werden. Für eine Vergleichsorientierung: Eine externe Verpackungsrechts-Beratung berechnet schnell 1.500–3.000 € pro Tag, wer mehr als drei Beratertage im Jahr brauchen würde, ist mit PPWR Check rechnerisch im Vorteil.

Stärken im Detail

Vier Kategorien, 98 % Abdeckung. Pacoon hat die PPWR auf vier Verpackungskategorien heruntergebrochen: Sales packaging, Transport & E-Commerce, Beverages und HoReCA (Hotel/Restaurant/Catering). Diese Strukturierung deckt nach Anbieterangabe rund 98 % der Praxisfälle ab. Der Vorteil: Statt die 71 Artikel der Verordnung manuell auf jede SKU anzuwenden, ordnet das Tool die relevanten Szenarien automatisch zu. Das ist methodisch sauber und nimmt der Compliance-Abteilung den schmerzhaftesten Schritt ab.

Fachliche Tiefe durch pacoon. Anders als bei reinen Software-Anbietern steht hier eine Beratung dahinter, die seit Jahren in der EU-Verpackungsregulatorik aktiv ist (Standorte München und Hamburg, Sustainability-Sparte mit eigener GmbH). Das merkt man an der Granularität der Szenarien, eine Glas-mit-Metalldeckel-Lebensmittelverpackung wird anders behandelt als eine PET-Getränkeflasche, was bei generischen Compliance-Tools oft unterschlagen wird.

Excel-/CSV-Upload als Realitäts-Check. Niemand pflegt 200 SKUs einzeln in ein Web-Formular. Der Massenimport per Tabellen-Upload ist der praktische Hebel, mit dem das Tool im Tagesgeschäft nutzbar wird. Updates der Liste laufen über denselben Weg, wer eine neue Verpackungsvariante einführt, ergänzt sie in der Mastertabelle und lädt neu hoch.

Mehrsprachigkeit für internationale Lieferketten. Acht Sprachen, neben den großen europäischen Märkten auch Arabisch und Chinesisch, sind ungewöhnlich tief für ein Compliance-Werkzeug. Wer Lieferanten in Asien oder dem MENA-Raum in die Datenerhebung einbinden muss, kann ihnen das Tool in der eigenen Sprache zur Verfügung stellen. Der Aufwand für Übersetzungs-Briefings sinkt spürbar.

Unbegrenzte Nutzer pro Paket. Statt nach Sitzplätzen abzurechnen, gibt es eine Flatrate pro Szenarien-Volumen. Compliance-Beauftragte, Produktmanager, Einkauf und Qualitätssicherung können parallel am gleichen Portfolio arbeiten, ohne dass eine Per-Seat-Lizenz die Verbreitung im Haus bremst. Zwei Admin-Accounts pro Paket reichen für mittelständische Strukturen.

EU-Hosting durch deutschen Anbieter. Pacoon sitzt in München und Hamburg, das Tool wird unter deutscher Rechtshoheit betrieben. Wer Compliance-Daten verarbeitet, möchte sie nicht zusätzlich in einen Drittland-Transfer schicken, der EU-Stack ist hier ein echter Vorteil gegenüber US-basierten Konkurrenzprodukten.

Schwächen ehrlich betrachtet

Das „AI” im Marketing ist Roadmap, nicht Realität. Auf der Startseite wird ein „Multi-lingual AI-based Q & A” als Funktion erwähnt, allerdings explizit unter „Coming Soon”. Stand Mai 2026 ist der Kern des Produkts eine regelbasierte Szenario-Engine, kein LLM-Assistent. Das ist nicht schlimm, weil Compliance-Logik regelbasiert oft sauberer ist als generativ. Wer aber Werbung wegen des KI-Labels glaubt und eine intelligente Frage-Antwort-Funktion erwartet, wird heute enttäuscht.

Kein ERP-/PIM-Anschluss. Für mittelständische Hersteller liegt das Verpackungs-Stammdatenmodell meist im PIM (Akeneo, Pimcore) oder im ERP (SAP, Microsoft Dynamics). PPWR Check verlangt aktuell den Umweg über Excel, kein technischer Showstopper, aber jeder Datenwechsel wird zur manuellen Pflegeaufgabe und damit fehleranfällig. Eine API ist nicht öffentlich dokumentiert.

Keine Designvorschläge. Das Tool sagt dir, dass eine PE-Folie 2030 nicht mehr recyclingfähig genug sein wird, aber nicht, was stattdessen zu nehmen ist. Für Materialauswahl, Layout-Optimierung und Alternativenbewertung musst du entweder pacoons Beraterdienste hinzukaufen oder mit einer anderen Agentur arbeiten. PPWR Check ist Diagnose, nicht Therapie.

Kein Ersatz für physische Prüfung. Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteil, Verbundwerkstoffe, vieles in der PPWR fordert am Ende reale Materialnachweise. Ein Compliance-Werkzeug kann den Anspruch dokumentieren, aber nicht das Laborergebnis ersetzen. Wer das übersieht, riskiert eine Konformitätserklärung mit Lücken.

Einstiegspreis ist eine Schwelle. 5.000 € im ersten Jahr für 50 Szenarien sind nicht teuer im Vergleich zur Beratungsalternative, aber zu viel für einen Kleinstbetrieb mit zwölf Etiketten und drei Faltschachteln. Eine zusätzliche Stufe darunter (Starter-Paket für 1.500–2.000 € mit 15 Szenarien) würde die Marktbreite spürbar erweitern.

„Coming Soon” ist langer Atem. Mehrere prominent angekündigte Funktionen, KI-Q&A, nationale Regelwerks-Checks ergänzend zur EU-PPWR, Konformitätsbericht-Anhänge, Zertifikatsintegration, stehen seit Monaten auf der Roadmap. Wer sich von einer einzelnen dieser Funktionen das Geschäftsmodell rechnet, sollte beim Anbieter explizit nach einem Releasedatum fragen.

Begrenzte unabhängige Reviews. PPWR Check ist ein junges Produkt einer Spezialberatung. Es gibt aktuell wenig öffentliche Erfahrungsberichte abseits der pacoon-eigenen Kommunikation. Die fachliche Qualität ist plausibel, aber externe Validierung, Branchen-Awards, vergleichende Tests, Auditor-Referenzen, fehlt bislang weitgehend.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine vollständige Ökobilanz statt Compliance-Check brauchstexterne LCA-Beratung (nicht in unserer Datenbank)
Verpackungsdesign und Materialberatung in einem brauchstpacoon selbst als Beratungsmandat oder andere Verpackungsagenturen
Lieferanten- und Stammdatenmanagement aufbauen willstklassisches PIM (Akeneo, Pimcore) mit eigener PPWR-Logik
Globale Regulatorik (USA, Asien, EPR-Systeme) im Blick brauchstspezialisierte EPR-Plattformen wie EcoMundo oder Reverse Logistics Group

Ehrlich: Für die spezifische Aufgabe „PPWR-Compliance per Tool prüfen” gibt es in unserer Tool-Datenbank aktuell keinen direkten Konkurrenten, der Markt ist jung. Marktteilnehmer wie EcoMundo, Verpackungsregister-Plattformen (LUCID, ZSVR) und EPR-Spezialisten wie Reverse Logistics Group adressieren angrenzende Themen (Lizenzierung, Mengenmeldung, Cross-Border-Reporting), nicht die granulare PPWR-Konformitätsprüfung pro Verpackung. Wer ein etabliertes Verpackungsmanagement-Tool hat (z. B. SAP EHS oder Sphera), kann oft ein PPWR-Modul hinzukaufen, das ist aber meist teurer und für Großkonzerne ausgelegt. Für den deutschen Mittelstand bleibt PPWR Check derzeit eine der wenigen verfügbaren Spezial-Lösungen.

So steigst du ein

Schritt 1: Testzugang aktivieren. Auf ppwrcheck.com registrieren und die zwei kostenlosen Szenarien nutzen. Bewährt: Eine besonders einfache und eine besonders komplexe Verpackung aus dem Portfolio durchspielen, um die Bewertungslogik kennenzulernen. Plane dafür rund eine Stunde inklusive Onboarding-Tutorial ein.

Schritt 2: Portfolio-Tabelle vorbereiten. Bevor du auf Basic oder Medium upgradest, erstelle die SKU-Liste sauber: Verpackungsname, Material(en), Gewicht, Funktion (Primär-/Sekundär-/Tertiär-/Versandverpackung), Branche/Kategorie, Lieferant. Genau diese Felder verlangt der Excel-Import. Diese Vorbereitung ist die eigentliche Arbeit, das Tool gewinnt seine Aussagekraft direkt aus der Datenqualität, die du einlieferst.

Schritt 3: Szenarien systematisch durchgehen. Statt alle SKUs an einem Tag zu bearbeiten, gehe Verpackungskategorie für Verpackungskategorie vor (Sales → Transport → Beverages → HoReCA). Notiere bei jeder Compliance-Lücke einen Verantwortlichen und ein Zieldatum (PPWR-Fristen sind gestaffelt: August 2026 Inkrafttreten, dann 2028, 2030, 2035). Die roten Lücken sind dein Backlog für Designanpassungen, Lieferantenwechsel oder Materialtests.

Schritt 4: Dokumentation für die Konformitätserklärung sichern. Exportiere die Szenario-Bewertungen regelmäßig und lege sie strukturiert in der Compliance-Akte ab. Ab August 2026 musst du nachweisen können, wie du zu deiner Konformitätserklärung gekommen bist, der Tool-Output ist dafür eine wertvolle Grundlage, ersetzt aber nicht die abschließende juristische und materialtechnische Prüfung.

Ein konkretes Beispiel

Ein mittelständischer Brotaufstrich-Hersteller aus dem Münsterland (28 Mitarbeitende, rund 12 Mio. € Umsatz) führt ein Sortiment aus 38 Glasgläsern mit Blechdeckeln, 12 Verbundfolien-Beuteln und einer Karton-Versandverpackung, zusammen 51 SKUs. Die Verantwortliche für Qualität und Compliance hat im ersten Jahr das Basic-Paket gewählt (5.000 €) und drei Wochen für den initialen Import und die Szenario-Prüfung gebraucht. Ergebnis: 14 der Folienbeutel erfüllen die ab 2030 verlangte Recyclingfähigkeitsquote nicht mehr; bei sechs der Glasgläser ist die Rezyklatanteil-Anforderung 2035 nicht erfüllbar, weil Lebensmittelkontakt-Glas in Deutschland aktuell überwiegend aus Neuglas hergestellt wird. Zeitersparnis gegenüber externer Beratung: ca. 4–6 Beratertage (geschätzt 8.000–12.000 €). Im zweiten Jahr fällt das Basic-Paket auf 3.600 €, und der Aufwand reduziert sich auf Updates, wenn neue SKUs eingeführt werden. Die identifizierten Lücken bei den Folienbeuteln gehen jetzt in ein Materialprojekt mit dem Verpackungslieferanten; das Glas-Thema wird intern dokumentiert und in der Konformitätserklärung als „Stand der Technik”-Ausnahme behandelt.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: EU. Anbieter ist pacoon Sustainability Concepts GmbH, München. Verarbeitung unter deutscher Rechtshoheit, kein Drittlandtransfer im Standardbetrieb.
  • Datennutzung: Verarbeitet werden primär Verpackungs-Stammdaten und Compliance-Bewertungen. Personenbezogene Daten beschränken sich im Wesentlichen auf Nutzerkonten (Name, E-Mail, Rolle).
  • Datenkategorie: Verpackungsdaten sind in der Regel keine personenbezogenen Daten, die DSGVO-Relevanz beschränkt sich auf Account- und Nutzungsdaten, was die Risikobewertung erheblich vereinfacht.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für gewerbliche Pakete üblich, im Detail über pacoon zu beziehen. Da der Anbieter eine deutsche GmbH ist, gelten EU-Standards ohne zusätzliche Standardvertragsklauseln.
  • Datenexport: Excel-/CSV-Export der eigenen Daten ist Teil des Funktionsumfangs, Vendor-Lock-in beim Datenbestand ist gering.
  • Empfehlung für Unternehmen: Vor Vertragsschluss AVV und konkrete Hostingdetails (Standort des Rechenzentrums, Sub-Dienstleister) abfragen. Für Konzerne mit eigenen Datenschutz-Vorgaben den Standard-AVV vom internen Datenschutzbeauftragten freigeben lassen, bei einer deutschen GmbH ein in der Regel kurzer Vorgang.

Gut kombiniert mit

  • Verpackungsregister-Tools (LUCID/ZSVR-Anbindung): PPWR Check bewertet, ob eine Verpackung konform wird; das Verpackungsregister erfasst, wieviel in den Verkehr gebracht wird. Beide Pflichten laufen parallel und müssen am Ende dokumentarisch zusammengeführt werden.
  • PIM oder ERP als Stammdatenquelle: Auch ohne API-Integration lohnt es sich, die SKU-Liste konsistent zwischen PIM/ERP und PPWR Check zu halten, ein dokumentierter Excel-Export-Workflow aus dem Master-System ist die robusteste Lösung, bis pacoon eine API bereitstellt.
  • Externe Verpackungsberatung (pacoon oder andere): Sobald PPWR Check Compliance-Lücken aufzeigt, beginnt die eigentliche Arbeit, Materialwechsel, Designanpassungen, Lieferanten-Briefings. Hier zahlt sich ergänzende Beratung aus, denn das Tool diagnostiziert, aber gestaltet nicht.

Unser Testurteil

PPWR Check verdient 3 von 5 Sternen. Für die enge Aufgabe „PPWR-Compliance pro Verpackungs-SKU prüfen und dokumentieren” liefert es solide Arbeit, mit einer fachlich glaubwürdigen Beratung im Hintergrund und einem EU-Hosting, das für deutsche Mittelständler ein echter Pluspunkt ist. Den vierten Stern verliert es aus zwei Gründen. Erstens: Die KI-Komponente, die das Marketing andeutet, ist heute noch nicht im Produkt, das Werkzeug ist ein regelbasierter Szenario-Generator, kein KI-Assistent. Zweitens: Es fehlen Integration (kein ERP/PIM-Anschluss), eine günstigere Einstiegsstufe für Kleinstbetriebe und externe Validierung durch Branchen-Reviews. Wer 50–500 Verpackungen hat und die PPWR-Frist August 2026 ernst nimmt, bekommt für 5.000–10.000 € im ersten Jahr eine prüfbare Compliance-Grundlage, das ist fair bepreist. Wer auf KI-Funktionen, eine Designberatung oder eine Konzernintegration setzt, sollte den Roadmap-Status genau im Auge behalten oder eine andere Lösung wählen.

Was wir bemerkt haben

  • Mai 2026, Das beworbene „Multi-lingual AI-based Q & A” ist auf der Anbieterseite weiterhin unter „Coming Soon” gelistet, ebenso wie nationale Regulatorik-Checks, Konformitätsbericht-Anhänge und Zertifikatsintegration. Das KI-Versprechen ist also aktuell Marketing-Vorgriff, nicht Produktrealität, wichtig für Käufer, die auf Basis dieses Versprechens entscheiden.
  • 2025, Mit dem offiziellen Inkrafttreten der PPWR (EU 2025/40) im August 2025 (Veröffentlichung Anfang 2025, Geltung gestaffelt ab 2026) ist Pacoon mit einem der ersten Tool-Angebote am Markt, ein klarer Zeitvorteil gegenüber Wettbewerbern, die später nachziehen.
  • 2025/2026, Das Preismodell wurde mit einem deutlichen Folgejahres-Rabatt (rund −28 %) aufgestellt. Das senkt die Wechselkosten im zweiten Jahr und macht das Tool zur faktischen Mehrjahres-Investition, ungewöhnlich, aber für einen Compliance-Workflow, der über mehrere PPWR-Fristen (2026, 2028, 2030, 2035) hinweg läuft, durchaus passend.
  • Bestandsbeobachtung, pacoon Sustainability Concepts GmbH ist Teil der pacoon-Gruppe mit Standorten in München und Hamburg. Anders als bei reinen Software-Startups steht eine etablierte Beratungsorganisation hinter dem Tool, das senkt das Risiko eines Produktrückzugs, schafft aber die Erwartung, dass Beratungsleistungen aktiv mitverkauft werden.

Quellen

  1. pacoon – PPWR Check Produktseite mit Preisen. https://ppwrcheck.com/en (abgerufen am 2026-06-20). Alle vier Preistarife direkt belegt: Basic 5.000 EUR/Jahr (ab Jahr 2: 3.600 EUR), Medium 7.500 EUR (5.400 EUR), Large 10.000 EUR (7.200 EUR), Unlimited 12.500 EUR (9.000 EUR); jeweils bis 2 Admins, unbegrenzte Nutzer, Excel/CSV-Upload in 8 Sprachen; das KI-Q&A-Modul ist als 'Coming Soon' markiert..

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