ONIXEDIT
ONIXÉDIT INC. (Québec, Kanada)
Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.
Tool öffnenONIXEDIT ist Spezialsoftware für Erstellung, Validierung und Auslieferung von ONIX-for-Books-Metadaten. Sie unterstützt ONIX 2.1, 3.0 und 3.1, prüft in Echtzeit gegen die EDItEUR-Best-Practice und liefert per FTP an Handelspartner aus, verbreitet bei kleineren Verlagen ohne eigenes Titelmanagement.
Kosten: Alle Preise in kanadischen Dollar. ONIXEDIT Cloud als Abo nach Titelzahl gestaffelt: 15,25 CAD/Monat für 25 Titel bis 130,00 CAD/Monat für 2.000 Titel, monatlich kündbar. ONIXEDIT Pro 475 CAD Einmallizenz inklusive einem Jahr Updates, Support und 300 MB Medienspeicher. Converter 350 CAD als Zusatzlizenz zu Pro. Server ab 2.500 CAD auf Angebot. Bookstore (Shopify-App) und Splitter kostenlos. Kostenlose Testversion von Pro zum Download.
Stärken
- ONIX 2.1, 3.0 und 3.1 mit Echtzeit-Validierung nach EDItEUR-Best-Practice (BNC, BISG, BIC, APA, BTLF)
- Automatischer FTP-Versand an Handelspartner wie Amazon, Ingram und Baker & Taylor
- Einmallizenz statt Abo bei der Desktop-Version Pro, inklusive einem Jahr Updates und Support
- Cloud-Variante mit öffentlich ausgewiesenen Preisen ab 15,25 CAD/Monat, monatlich kündbar
- Batch-Bearbeitung, Suchen-und-Ersetzen über ONIX-Tags und Excel-/CSV-Import über den Converter
Einschränkungen
- Keine KI-Assistenz, Feldinhalte werden manuell oder per Import gepflegt
- Ausschließlich englischsprachige Oberfläche und Dokumentation, kein deutscher Support
- Anbieter in Kanada, kein EU-Hosting und kein dokumentierter DSGVO-Pfad für Cloud und Server
- Sehr kleiner Anbieter: keine vollständige Anbieterkennzeichnung auf der Website, Abrechnung in Kanada teils regional eingeschränkt
- Deckt nur ONIX-Metadaten und -Auslieferung ab, nicht Lizenzen, Honorare oder Produktion
Passt gut zu
Einordnung: ONIXEDIT ist kein KI-Werkzeug. Die Software erstellt, validiert und liefert ONIX-for-Books-Metadaten aus und arbeitet dabei rein regel- und schemabasiert, ohne Sprachmodell, ohne maschinelles Lernen. Wir führen die Seite, weil ONIX-Pflege ein realer Arbeitsschritt in Verlagen ist, an dem KI-gestützte Anreicherung ansetzt: Wer Klappentexte, Kategorien oder Übersetzungen automatisiert erzeugen will, kombiniert ein klassisches ONIX-Werkzeug wie ONIXEDIT mit einem Sprachmodell wie ChatGPT oder Claude und spielt das Ergebnis kontrolliert zurück.
Kurzfazit
ONIXEDIT macht eine unglamouröse Sache zuverlässig: Es bringt Buchmetadaten in valides ONIX und schickt sie an die Handelspartner. Für kleine und mittlere Verlage, die kein Titelmanagementsystem haben und trotzdem an Amazon, Ingram oder einen Distributor liefern müssen, ist das genau die Lücke, die sonst mit Excel und Hoffnung gefüllt wird. Die Echtzeit-Validierung gegen die EDItEUR-Best-Practice ist der stärkste Teil, weil sie Fehler findet, bevor der Handelspartner sie zurückweist. Dagegen stehen drei harte Einschränkungen für deutsche Verlage: englische Oberfläche ohne deutschen Support, ein kanadischer Anbieter ohne EU-Hosting und ohne dokumentierten DSGVO-Pfad, und ein Funktionsumfang, der bei ONIX aufhört. Lizenzen, Honorare und Produktion musst du woanders abbilden.
Unser Fazit
ONIXEDIT bekommt 3 von 5 Sternen. In seiner Kernaufgabe ist das Werkzeug solide: ONIX 2.1, 3.0 und 3.1, Validierung gegen mehrere nationale Best-Practice-Profile, Batch-Bearbeitung, Excel-Import über den Converter, automatischer FTP-Versand. Die Preisgestaltung ist fair und seit Kurzem auch für die Cloud-Variante transparent, und eine Einmallizenz für die Desktop-Version ist in einem Markt voller Abos angenehm. Sterne kosten zwei Dinge. Erstens die Anbieterlage: ONIXÉDIT INC. sitzt in Québec, verzichtet auf der Website auf eine vollständige Anbieterkennzeichnung, und Cloud- wie Server-Variante haben keinen dokumentierten Datenschutzpfad für europäische Kunden. Für einen deutschen Verlag ist das ein Beschaffungsrisiko, das man kennen muss, auch wenn Buchmetadaten selten personenbezogen sind. Zweitens der Zuschnitt: ONIXEDIT ist ein Metadatenwerkzeug, kein Verlagssystem. Wer glaubt, damit auch Rechte, Auflagen und Abrechnung zu erschlagen, kauft am Bedarf vorbei. Für den engen Zweck, ONIX sauber zu erzeugen und auszuliefern, sind drei Sterne kein schlechtes Zeugnis, sondern ein ehrliches.
Stärken im Detail
Die Validierung ist das Verkaufsargument. ONIX-Fehler fallen sonst erst auf, wenn der Handelspartner die Lieferung ablehnt, und dann fehlt der Titel im Katalog, während im Verlag niemand weiß, warum. ONIXEDIT prüft in Echtzeit gegen die Best-Practice-Profile mehrerer Märkte, darunter BNC, BISG, BIC, APA und BTLF, und markiert Pflichtfeldlücken und Strukturfehler vor dem Export. Das verkürzt die Schleife von Tagen auf Sekunden.
Drei ONIX-Versionen parallel. 2.1, 3.0 und 3.1 werden unterstützt. Das klingt technisch, ist aber der praktische Kern: Die Backlist vieler Verlage liegt noch in 2.1, während neue Handelspartner 3.0 oder 3.1 verlangen. Ein Werkzeug, das beide Welten kennt und konvertieren kann, ist in genau dieser Übergangssituation mehr wert als ein modernes System, das nur die Zukunft spricht.
Auslieferung ist eingebaut, nicht nachgelagert. Der automatische FTP-Versand an Handelspartner wie Amazon, Ingram und Baker & Taylor spart den Schritt, der in kleinen Verlagen erfahrungsgemäß am ehesten liegen bleibt. Zusammen mit dem Scheduler lässt sich der Export terminieren, statt ihn manuell anzustoßen, wenn jemand daran denkt.
Einmallizenz statt Dauerabo. ONIXEDIT Pro kostet 475 CAD einmalig und enthält ein Jahr Updates, Support und 300 MB Medienspeicher. Danach läuft die Software weiter, nur ohne neue Versionen. Für einen Verlag, dessen ONIX-Anforderungen sich alle paar Jahre ändern, ist das die günstigere Rechnung als ein Abo, das auch in ruhigen Jahren läuft. Die Cloud-Variante ist die Alternative für Teams, die gemeinsam arbeiten wollen.
Transparente Cloud-Staffel. Sieben Stufen von 25 bis 2.000 Titeln, 15,25 bis 130,00 CAD im Monat, monatlich kündbar, alle mit demselben Funktionsumfang. Du zahlst also für Volumen, nicht für Funktionen, was Preisvergleiche ehrlich macht und den Einstieg für einen Kleinverlag mit 25 Titeln sehr niedrig hält.
Schwächen ehrlich betrachtet
Kein Deutsch, nirgends. Oberfläche, Handbuch und Support sind ausschließlich englisch. Für die Person, die ONIX pflegt, ist das meist verkraftbar, weil ONIX selbst ohnehin ein englisches Vokabular ist. Unangenehm wird es beim Einlernen von Aushilfen und in der Fehlersuche, wenn eine Validierungsmeldung interpretiert werden muss. Wer im Team wechselnde Hände an den Metadaten hat, sollte eine eigene deutsche Kurzanleitung für die wiederkehrenden Fälle schreiben.
Der Anbieter ist sehr klein und wenig greifbar. Hinter dem Produkt steht ONIXÉDIT INC. aus Québec. Eine vollständige Anbieterkennzeichnung im Sinne eines Impressums, also ladungsfähige Anschrift, Handelsregisternummer, Vertretungsberechtigte, findet sich auf der Website nicht. Die Cloud- und Pro-Angebote sind für Rechnungsadressen in British Columbia, Saskatchewan und Manitoba gar nicht erst verfügbar, was auf steuerliche Registrierungsgrenzen hindeutet und ein gutes Bild von der Unternehmensgröße gibt. Das Produkt wird erkennbar seit vielen Jahren gepflegt, aber die Klumpenrisiken eines Kleinstanbieters gehören in die Beschaffungsentscheidung.
Kein dokumentierter DSGVO-Pfad. Für die Desktop-Version Pro ist das kein Thema, die Daten bleiben lokal. Bei Cloud und Server liegen deine Titeldaten dagegen beim Anbieter, und wir haben weder eine Angabe zum Serverstandort noch ein AVV-Muster noch eine Aussage zu Standardvertragsklauseln gefunden. Buchmetadaten sind selten personenbezogen, Autorendaten sind es aber sehr wohl, inklusive Biografien und teils Kontaktinformationen. Workaround: Wenn du DSGVO-Klarheit brauchst, nimm Pro und halte die Daten im Haus, oder frag vor Vertragsschluss schriftlich nach Hosting und Auftragsverarbeitung.
Nur ONIX, sonst nichts. Rechte und Lizenzen, Honorarabrechnung, Auflagenplanung, Produktionssteuerung, Lagerbestand, all das findet hier nicht statt. ONIXEDIT ist ein Zulieferer für einen einzelnen Prozessschritt. Wer ein Verlagssystem sucht, sucht etwas anderes. Wer eines hat, das schlechtes ONIX ausspuckt, kann ONIXEDIT als Korrekturschicht dahinterhängen, das ist ein durchaus verbreitetes Muster.
Keinerlei Assistenz beim Anreichern. Genau die Felder, die für Auffindbarkeit entscheidend sind, also Klappentext, Thema-Codes, Zielgruppenbeschreibung, Keywords, füllt niemand für dich. ONIXEDIT prüft, ob ein Feld belegt ist, nicht ob der Inhalt taugt. Bei einer Backlist-Migration mit dreistelliger Titelzahl ist das der eigentliche Aufwand, und dort lohnt es sich, ein Sprachmodell für die Rohentwürfe einzusetzen und die Ergebnisse redaktionell zu prüfen, bevor sie in ONIX wandern.
Preise im Detail
| Produkt | Preis (CAD) | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Cloud, 25 Titel | 15,25 / Monat | Webbasiert, Mehrbenutzer, Echtzeit-Validierung, Import/Export, Medienspeicher |
| Cloud, 100 Titel | 23,95 / Monat | Identischer Funktionsumfang, nur höheres Titelkontingent |
| Cloud, 500 Titel | 47,50 / Monat | Für Verlage mit gewachsener Backlist |
| Cloud, 2.000 Titel | 130,00 / Monat | Höchste ausgewiesene Stufe, monatlich kündbar |
| Pro (Desktop, Windows) | 475 einmalig | Anlegen, Validieren, Batch-Bearbeitung, Export; ein Jahr Updates und Support, 300 MB Medienspeicher |
| Converter | 350 einmalig | Automatisierte Umwandlung zwischen Excel/CSV und ONIX, setzt Pro voraus |
| Server | ab 2.500, Angebot | Selbst gehostete NoSQL-Datenbank, REST-API, Workflow-Werkzeuge für große Bestände |
| Bookstore (Shopify) | kostenlos | App, die ONIX-3-Metadaten in einen Shopify-Shop synchronisiert |
| Splitter | kostenlos | Windows-Werkzeug zum Teilen und Zusammenführen großer ONIX-Dateien |
Einordnung: Alle Beträge sind kanadische Dollar, der Eurobetrag hängt vom Tageskurs ab, plane also einen Wechselkurspuffer ein. Die entscheidende Frage ist Desktop oder Cloud, und sie hängt nicht am Preis, sondern an der Arbeitsweise. Pro rechnet sich schnell, wenn eine Person die Metadaten pflegt und die Daten im Haus bleiben sollen: 475 CAD einmalig sind nach gut anderthalb Jahren günstiger als die 23,95-CAD-Cloudstufe, die auf knapp 290 CAD im Jahr kommt. Cloud lohnt sich, sobald zwei oder mehr Personen gleichzeitig arbeiten oder Lektorat und Vertrieb an denselben Datensätzen hängen. Der Converter ist keine Spielerei, sondern für die meisten Verlage Pflicht, weil Titeldaten praktisch immer aus Excel kommen, rechne also realistisch mit 825 CAD für das Desktop-Paket. Für einen einmaligen Migrationsauftrag ist die Kombination aus Pro plus Converter trotzdem deutlich günstiger als jede Dienstleisterlösung.
DSGVO & Datenschutz
- Anbieter: ONIXÉDIT INC. mit Sitz in Québec, Kanada. Kein EU-Vertragspartner, keine EU-Niederlassung.
- Drittlandsstatus: Kanada verfügt über einen Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission, allerdings nur für Organisationen, die dem kanadischen PIPEDA unterliegen. Ob das für diesen Anbieter zutrifft, ist nicht dokumentiert, damit ist die Rechtsgrundlage für einen Transfer im Zweifel selbst zu prüfen.
- Desktop (Pro, Converter, Splitter): Die Daten bleiben auf deinem Rechner. Datenschutzrechtlich ist das der unkomplizierteste Weg, es findet keine Übermittlung an den Anbieter statt.
- Cloud und Server: Kein öffentlich dokumentierter Serverstandort, kein AVV-Muster, keine Angaben zu Standardvertragsklauseln oder Löschfristen gefunden. Wer die Cloud nutzen will, muss diese Punkte selbst abfragen.
- Welche Daten betroffen sind: Buchmetadaten selbst sind meist unkritisch. Personenbezug entsteht über Autorendaten: Namen, Biografien, teils Kontaktdaten und Bildrechte. Diese Felder sind Teil des ONIX-Standards und wandern damit in jedes System, das ONIX hält.
- Medienspeicher: Cover und weitere Assets werden beim Anbieter gespeichert, Pro enthält 300 MB für ein Jahr. Auch das ist eine Übermittlung, wenn du sie nutzt.
- Empfehlung für deutsche Verlage: Nimm die Desktop-Variante, wenn du Datenschutzfragen kurz halten willst. Für Cloud oder Server hol vor Vertragsschluss schriftlich Auskunft über Hosting und Auftragsverarbeitung ein, und dokumentiere das Ergebnis, statt es später im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten nachzureichen.
So steigst du ein
Schritt 1: Lade die kostenlose Testversion von ONIXEDIT Pro herunter und probiere die drei Kernschritte an echten Daten aus: einen Titel anlegen, validieren, exportieren. Die genauen Grenzen der Testversion nennt der Anbieter erst nach der Registrierung, für eine Machbarkeitsprüfung reicht sie aber. Nimm bewusst einen Titel, der bisher beim Handelspartner Probleme gemacht hat, dann siehst du sofort, ob die Validierung den Fehler findet.
Schritt 2: Zieh deine vorhandenen Titeldaten über den Import-Assistenten ein, aus Excel, CSV oder deinem bestehenden System. ONIXEDIT mappt die Spalten auf die ONIX-Felder. Wichtig: Mach das Mapping einmal sorgfältig und speichere es als Vorlage, statt es bei jedem Import neu zu klicken, das ist der Punkt, an dem die spätere Zeitersparnis entsteht.
Schritt 3: Ergänze die inhaltlichen Felder, also Klappentexte, Thema-Codes und territoriale Rechte, und lass den Validator vor jedem Export laufen. Für größere Bestände lohnt es sich, den FTP-Versand über den Scheduler zu automatisieren, statt manuell zu liefern. Prüfe beim ersten automatischen Lauf, ob der Handelspartner die Datei tatsächlich annimmt, bevor du dich darauf verlässt.
Ein konkretes Beispiel
Das folgende Szenario ist illustrativ, es zeigt einen typischen Ablauf, keinen dokumentierten Kundenfall. Ein Sachbuchverlag mit 150 Backlist-Titeln wechselt den Distributor. Die vorhandenen Exportdaten liegen als ONIX 2.1 vor, der neue Partner verlangt ONIX 3.0, und beim Testlauf fallen 40 Titel durch, weil SalesRights-Territorien und Thema-Codes fehlen. Mit ONIXEDIT Pro plus Converter werden die Datensätze in einem Durchgang auf 3.0 migriert, die fehlenden Pflichtfelder im Batch-Modus ergänzt und vor dem Versand validiert. Zwei Personen brauchen dafür rund drei Tage, davon entfällt der größere Teil nicht auf die Technik, sondern auf inhaltliche Entscheidungen: Welche Territorien gelten je Titel, welche Thema-Codes passen. Für die reinen Textfelder, die dabei ohnehin überarbeitet werden müssen, lassen sich Rohentwürfe von einem Sprachmodell erzeugen und redaktionell prüfen. Dieselbe Migration in einem generischen XML-Editor durchzuziehen dauert erfahrungsgemäß ein Vielfaches, bei erheblich höherem Fehlerrisiko.
Was wir bemerkt haben
- Juli 2026, die ONIXEDIT Cloud hat jetzt öffentliche Preise. Wir hatten sie zuvor als „auf Anfrage” geführt. Inzwischen ist eine Staffel mit sieben Stufen ausgewiesen, von 15,25 CAD für 25 Titel bis 130,00 CAD für 2.000 Titel im Monat, monatlich kündbar und mit identischem Funktionsumfang in allen Stufen.
- Juli 2026, Währung geklärt. Wir hatten notiert, dass der Anbieter US- und kanadische Dollar nicht eindeutig auszeichnet. Auf der Kaufseite und in der Cloud-Staffel steht explizit CAD, damit sind alle Preise kanadische Dollar. Das macht das Werkzeug für europäische Käufer etwas günstiger, als eine Dollarangabe zunächst vermuten lässt.
- Juli 2026, ebenfalls korrigiert: Die Shopify-App Bookstore ist kostenlos, nicht „auf Anfrage”. Sie synchronisiert ONIX-3-Metadaten direkt in einen Shopify-Shop und ist für Verlage mit eigenem Direktvertrieb der günstigste Einstieg in die Produktpalette.
- Juli 2026, ONIX 3.1 wird inzwischen ebenfalls unterstützt, nicht nur 2.1 und 3.0. Für Verlage, deren Handelspartner auf die neuere Fassung umstellen, ist das der relevanteste technische Punkt.
- Juli 2026, Anbieterprofil geschärft. Hinter dem Produkt steht ONIXÉDIT INC. aus Québec. Auffällig: Cloud und Pro sind für Rechnungsadressen in British Columbia, Saskatchewan und Manitoba nicht verfügbar, offenbar wegen steuerlicher Registrierungsgrenzen. Ein Anbieter, der drei Provinzen im eigenen Land nicht beliefert, ist sehr klein, das gehört bei einer Beschaffungsentscheidung auf den Tisch.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Deutschsprachige E-Book- und Hörbuch-Distribution samt Metadatenlieferung willst | Bookwire |
| Wissenschaftliche Publikationen mit DOI statt Buchhandelsmetadaten registrierst | Crossref |
| Aus einem Manuskript direkt EPUB und druckfertiges PDF erzeugen willst | Pressbooks |
| InDesign-basierte Publikationsproduktion regelbasiert automatisieren willst | Typefi |
| Ein Redaktionssystem für Multichannel-Publishing im Verlag brauchst | WoodWing Studio |
Zur Einordnung: Nur Bookwire ist ein teilweiser Ersatz, und auch das nur, weil dort die Metadatenlieferung Teil des Distributionsvertrags ist. Wer die Metadaten selbst in der Hand behalten will, kommt an einem ONIX-Werkzeug nicht vorbei. Die weiteren Wettbewerber in diesem engen Feld heißen Firebrand Title Management, Bowker und die ONIX-Module der großen Verlagssysteme von knk und Klopotek. Preise veröffentlicht keiner von ihnen, alle vier richten sich erkennbar an größere Häuser. Genau in dieser Lücke, zwischen Excel und Verlagssystem, sitzt ONIXEDIT.
Gut kombiniert mit
- Bookwire, für die Auslieferung im deutschsprachigen Markt. ONIXEDIT erzeugt und validiert die Metadaten, Bookwire bringt Titel in die Shops und liefert die Absatzauswertung zurück. Sauber getrennte Zuständigkeiten, und du behältst die Hoheit über deine Datensätze.
- ChatGPT oder Claude, für die inhaltliche Anreicherung. Klappentextvarianten, Kategorievorschläge, Keyword-Listen und Übersetzungen entstehen dort in Minuten statt Stunden. Wichtig ist die Reihenfolge: erst redaktionell prüfen, dann in ONIX übernehmen, nicht umgekehrt.
- Typefi, wenn neben den Metadaten auch die Satzproduktion automatisiert werden soll. Beide Werkzeuge arbeiten regelbasiert auf strukturierten Inhalten, und ein Verlag, der einmal auf saubere Strukturen umgestellt hat, kann beide Ketten aus derselben Quelle bedienen.
Für wen ist ONIXEDIT?
Kleine und mittlere Verlage ohne Verlagssystem: Die Kernzielgruppe. Bei 20 bis 300 Titeln lohnt sich kein knk oder Klopotek, aber Excel reicht für ONIX nicht. Genau dieser Bereich ist ONIXEDIT.
Verlage vor einem Distributorwechsel: Der stärkste Einzelfall. Ein neuer Handelspartner mit anderen ONIX-Anforderungen macht aus einer gepflegten Backlist über Nacht ein Problem. Pro plus Converter als einmalige Anschaffung ist hier fast immer günstiger als externe Dienstleistung.
Self-Publisher mit wachsendem Katalog: Ab etwa zwanzig Titeln beginnt manuelle ONIX-Pflege zu kippen. Die Cloud-Einstiegsstufe für 25 Titel ist niedrigschwellig genug, um das ohne größere Investition abzufangen.
Verlage mit eigenem Shopify-Shop: Die kostenlose Bookstore-App synchronisiert ONIX-3-Daten direkt in den Shop. Wer ohnehin ONIX pflegt, bekommt den Direktvertrieb damit ohne doppelte Datenpflege.
Weniger geeignet für: Verlage, die ein durchgängiges System für Rechte, Honorare und Produktion suchen, ONIXEDIT deckt davon nichts ab. Häuser mit strengen Datenschutzvorgaben, die eine Cloud nur mit dokumentiertem EU-Hosting und AVV einsetzen dürfen. Und Teams ohne belastbares Englisch, denn Oberfläche, Handbuch und Support gibt es nur in dieser Sprache.
Quellen
- ONIXEDIT – Produkte und Preisübersicht. https://onixedit.com (abgerufen am 2026-07-25). Produktpalette Cloud (Abo ab 15,25/Monat), Pro (475 Einmallizenz), Server (ab 2.500, individuelles Angebot), Converter (350, Zusatzlizenz zu Pro), Bookstore (kostenlose Shopify-App) und Splitter (kostenloses Windows-Werkzeug zum Teilen und Zusammenführen großer ONIX-Dateien); Unterstützung von ONIX 2.1, 3.0 und 3.1; keine KI- oder ML-Funktionen genannt..
- ONIXEDIT Cloud – Preisstaffel. https://onixedit.com/en-us/products/onixedit-cloud (abgerufen am 2026-07-25). Sieben Abostufen in kanadischen Dollar, monatlich kündbar: 25 Titel 15,25 CAD, 50 Titel 19,50 CAD, 100 Titel 23,95 CAD, 200 Titel 28,95 CAD, 500 Titel 47,50 CAD, 1.000 Titel 69,50 CAD, 2.000 Titel 130,00 CAD je Monat; alle Stufen mit identischem Funktionsumfang (Mehrbenutzer-Zusammenarbeit, Echtzeit-Validierung, Import/Export, Medienspeicher); nicht verfügbar für Rechnungsadressen in British Columbia, Saskatchewan und Manitoba..
- ONIXEDIT Pro – Kaufseite. https://onixedit.com/en-us/products/onixedit/buy (abgerufen am 2026-07-25). ONIXEDIT Pro für Windows kostet 475 CAD pro Lizenz und enthält ein Jahr kostenfreie Updates und Support sowie 300 MB Medienspeicher für ein Jahr; ONIXEDIT Converter als Zusatzlizenz 350 CAD; kostenlose Testversion vor dem Kauf herunterladbar..
- EDItEUR – ONIX for Books. https://www.editeur.org/8/ONIX/ (abgerufen am 2026-07-18). ONIX for Books ist der internationale Metadatenstandard des Buchhandels, gepflegt von EDItEUR und einem International Steering Committee; ONIX 3.0/3.1 ist die aktuelle Version, ONIX 2.1 gilt als Previous Release..
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Hinweis: Diese Angaben können veraltet oder fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel immer direkt auf der Website des Anbieters.
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