Zum Inhalt springen
Bezahlt Ohne Setup ⚠️ Hybrid Zuletzt geprüft: 18. Juli 2026

Pressbooks

Pressbooks (Book Oven Inc.)

3/5
Tool öffnen

Pressbooks ist eine webbasierte Publishing-Plattform, die aus einem strukturierten Manuskript automatisch EPUB, druckfertiges PDF, XML, XHTML und Common Cartridge erzeugt. Besonders stark im Bereich Open Educational Resources (OER) und akademische Verlage; über 20 vorgefertigte Buchthemes. Tausende Autoren und Hunderte Institutionen nutzen die Plattform. KI-Funktionen sind nicht der Schwerpunkt, Pressbooks ist primär ein Workflow- und Konvertierungs-Tool.

Kosten: Free Trial: kostenlos für 7 Tage. Single Author: 12 USD/Monat oder 120 USD/Jahr (Einzelautor). Collaboration: 40 USD/Monat oder 400 USD/Jahr (Teams, H5P-Interaktivität). Enterprise Institutional Network: ab 5.999 USD/Jahr (1 Institution, bis 10 Bücher). Shared Network: ab 15.999 USD/Jahr (2+ Institutionen, bis 45 Bücher).

Kategorien

Stärken

  • Web-Plattform auf WordPress-Basis, kein Software-Download, überall nutzbar
  • Simultaner Export in EPUB, druckfertiges PDF, XML, XHTML und Common Cartridge aus einer Quelle (Single-Source Publishing)
  • Starke Unterstützung für akademische Inhalte und Open-Access-Publishing
  • Über 20 professionelle Buchthemes inklusive
  • Kollaborativer Workflow mit unbegrenzten Mitarbeitenden im Collaboration-Plan
  • Pressbooks Directory als Katalog frei lizenzierter Bücher zum Adaptieren
  • Barrierefreiheit als Standard: WCAG-2.2-konforme Exporte ab dem Single-Author-Plan

Einschränkungen

  • Abo-Modell statt einmaliger Zahlung, laufende Kosten
  • Firmensitz Kanada, Infrastruktur auf Amazon AWS ohne dedizierte EU-Region; DSGVO-Transfer aus dem EWR nur über Standardvertragsklauseln
  • Sehr komplexe Layouts (Bilderbücher, Kataloge, Kunstbände) nicht geeignet
  • Eigenes CSS und damit individuelles Theming erst im Collaboration-Plan
  • Tabellenunterstützung für Print-PDF begrenzt, komplexe Tabellen müssen oft als Bild eingebunden werden
  • Keine KI-Funktionen (Stand Juli 2026), wer KI-gestütztes Schreiben oder Lektorat will, braucht zusätzliche Tools
  • Kein deutschsprachiger Support, UI primär englisch

Passt gut zu

Akademische Verlage und Bildungseinrichtungen mit OER-Fokus Kleine Verlage, die mehrere Formate gleichzeitig aus einer Quelle brauchen Fachverlage mit standardisierten Buchserien und einheitlichem Design Universitäts-Bibliotheken, die Lehrbücher für Studierende kostenlos verfügbar machen wollen

Kurzfazit

Pressbooks ist eine etablierte Publishing-Plattform, vor allem für Universitätsverlage, OER-Initiativen (Open Educational Resources) und kleine Fachverlage. Was es besonders macht: Single-Source-Publishing, du pflegst dein Manuskript einmal in einer WordPress-basierten Oberfläche, exportierst per Klick in EPUB, druckfertiges PDF, XML, XHTML und Common Cartridge (DOCX gibt es als Import, nicht als Export). Das spart gegenüber traditionellen Workflows (InDesign-Satz + separate EPUB-Konvertierung) erheblich Zeit. KI-Funktionen sind allerdings nicht der Schwerpunkt, wer ein modernes, KI-gestütztes Schreib- oder Lektoratstool sucht, wird hier kaum fündig. Pressbooks ist ein Workflow-Werkzeug, kein Schreibwerkzeug.

Für wen ist Pressbooks?

Universitätsverlage und Lehrbuch-Programme: Die Hauptzielgruppe. Lehrbücher werden direkt in der Plattform gepflegt, Korrekturen sind sofort live, Studierende können sie kostenlos online lesen und parallel als EPUB oder druckfertiges PDF herunterladen. Genutzt wird die Plattform laut Anbieter von Hunderten Bildungseinrichtungen, Universitäten, Bibliotheken und Konsortien.

OER-Initiativen (Open Educational Resources): Wer offene Bildungsressourcen veröffentlichen will, findet im Pressbooks Directory eine etablierte Distributions-Plattform mit einem wachsenden Katalog frei lizenzierter Bücher. Inhalte aus dem Directory können adaptiert, übersetzt oder zu eigenen Sammlungen kombiniert werden, das ist der Kern der OER-Philosophie.

Kleine und mittlere Fachverlage: Wenn dein Programm aus standardisierten Buchserien besteht (Lehrbücher, Sachbücher, technische Dokumentationen), kannst du ein einheitliches Theme einmal einrichten und für alle Titel verwenden. Der Single-Source-Export spart die parallel laufenden Satz- und EPUB-Konvertierungsprozesse.

Akademische Autoren und Forschungsinstitute: Wer Monografien, Tagungsbände oder Forschungsberichte veröffentlichen will, ohne dafür einen großen Verlag zu beauftragen, bekommt mit dem Self-Publisher-Plan eine professionelle Output-Pipeline.

Weniger geeignet für: Belletristik-Autoren (die brauchen mehr literarische Schreib-Features, wie sie Scrivener bietet), Bildband- oder Kunstbuch-Verlage (das Layout-System ist zu starr für komplexe Gestaltung), Verlage mit Marketing-Fokus (Pressbooks kann gut produzieren, aber Vertrieb und Marketing musst du selbst organisieren), und Autoren, die KI-Schreibassistenz, automatisches Lektorat oder generative Funktionen erwarten.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Free TrialKostenlos, 7 TageVoller Funktionsumfang zum Testen, 100 MB Medienspeicher, 1 Buch
Single Author12 USD/Monat oder 120 USD/JahrEinzelautor, 250 MB Speicher, alle Exportformate ohne Wasserzeichen, WCAG-2.2-Export, öffentliche Web-Version, Directory-Listing, Analytics-Dashboard
Collaboration40 USD/Monat oder 400 USD/JahrUnbegrenzte Mitarbeitende, 1 GB Speicher, interaktive H5P-Aktivitäten (Quizze), eigenes CSS, Download-Links auf der Buch-Startseite
Institutional Network (Enterprise)ab 5.999 USD/Jahr (1 Institution, bis 10 Bücher)Eigene gebrandete Instanz, unbegrenzte Autoren-Seats, bis 3 Network-Manager, SSO, LTI/LMS-Integration, eigene Domain, Onboarding und Premium-Support
Shared Network (Enterprise)ab 15.999 USD/Jahr (2+ Institutionen, bis 45 Bücher)Gemeinsame Instanz für Verbünde und Konsortien, bis 5 Network-Manager, Verwaltung mehrerer Mitgliedsinstitutionen
Pressbooks DirectoryKostenlosKatalog frei lizenzierter Bücher zum Adaptieren

Einordnung: Der Single-Author-Plan ist für Einzelautoren günstig, 120 USD/Jahr sind weniger als die Kosten einer einzelnen externen EPUB-Konvertierung. Für kleine Verlage mit mehreren parallelen Projekten ist die Collaboration-Version meist gerechtfertigt, weil sie interaktive H5P-Elemente, eigenes CSS und Multi-Author-Workflows freischaltet. Enterprise lohnt sich erst, wenn du als Institution dauerhaft mehrere Bücher parallel pflegen willst (Universitätsverlag, Bibliothek, OER-Programm). Anders als früher ist das Enterprise-Pricing inzwischen öffentlich ausgewiesen: Der Einstieg (Institutional Network) beginnt bei 5.999 USD/Jahr für eine Institution mit bis zu zehn Büchern, größere Kontingente und Konsortial-Netzwerke (Shared Network ab 15.999 USD/Jahr) werden als flexible Pakete kalkuliert. Sweetspot für KMU: Collaboration-Plan, sobald du mehr als drei aktive Bücher gleichzeitig pflegst.

Stärken im Detail

Single-Source-Publishing als Effizienz-Hebel. Traditionelles Buchproduzieren bedeutet: Manuskript in Word, Satz in InDesign, EPUB-Konvertierung in Sigil oder via externem Dienstleister, jede Korrektur muss in mindestens zwei Systemen nachgezogen werden. Pressbooks bricht das auf, eine Quelle, alle Formate. Bei einem 200-Seiten-Lehrbuch spart das pro Korrekturschleife schnell einen halben Arbeitstag und vermeidet die typischen Konsistenz-Fehler zwischen Formaten.

WordPress-Basis macht die Lernkurve kurz. Die Bedienoberfläche ist im Wesentlichen ein WordPress-Backend mit angepassten Buch-Themes. Wer schon einmal einen WordPress-Blog betreut hat, ist innerhalb von Minuten produktiv. Das ist im Vergleich zu InDesign oder Adobe FrameMaker ein massiver Vorteil, niemand muss eine professionelle Satz-Software lernen.

Stark in der akademischen Welt verankert. Mit Tausenden Autoren und Hunderten Institutionen ist Pressbooks im OER- und Universitätsverlag-Markt fest etabliert. Das schafft ein Ökosystem, Themes, Best Practices, Anbindung an LMS-Systeme (Learning Management Systems) über die IMS-zertifizierte LTI-Schnittstelle, Erfahrungsberichte und Webinare.

Pressbooks Directory als Wissensallmende. Ein wachsender Katalog frei lizenzierter Bücher steht zum Adaptieren bereit. Ein Lehrbuch zu einem Standardfach (Statistik, Einführung Psychologie, Allgemeine BWL) muss nicht von Null geschrieben werden, du kannst eine bestehende OER-Quelle übernehmen, an deinen Lehrplan anpassen und veröffentlichen. Das ist der Kern der OER-Philosophie und im akademischen Kontext ein realer Produktivitätshebel.

Barrierefreiheit als Standard. Ab dem Single-Author-Plan produziert Pressbooks WCAG-2.2-konforme EPUB- und PDF-Exporte, dazu alt-Texte für Bilder, semantische Strukturierung und Lesefluss-optimierte Themes. Für Bildungseinrichtungen, die WCAG-Konformität nachweisen müssen, ist das ein wichtiger Differentiator gegenüber proprietären Verlags-Tools, die a11y oft nachträglich behandeln.

Interaktive Elemente in der Collaboration-Stufe. H5P-Quizze und -Aktivitäten, eingebettete Videos und Audio sowie Social Annotation via Hypothes.is lassen sich direkt einbinden. Das macht Pressbooks für moderne Lehrbücher attraktiv, die nicht nur Text, sondern auch Lernkontrollen und multimediale Erklärungen enthalten. Wichtig: Die H5P-Interaktivität ist dem Collaboration-Plan vorbehalten.

Schwächen ehrlich betrachtet

Keine ernstzunehmenden KI-Funktionen. Pressbooks hat 2026 kein integriertes KI-Lektorat, keine KI-gestützte Übersetzung, keine generativen Inhaltsfunktionen, keinen Schreibassistenten. Wer mit KI-Unterstützung produzieren will, muss parallel ein Tool wie ChatGPT oder Claude nutzen und Inhalte manuell rüber kopieren. Im Vergleich zu modernen Schreibplattformen (Scrivener mit ChatGPT-Plugin, Coda, Notion mit AI) wirkt Pressbooks an dieser Stelle aus der Zeit gefallen.

Kein EU-Hosting. Betreiber ist Book Oven Inc. mit Sitz in Quebec (Kanada), die Infrastruktur läuft laut Datenschutzerklärung auf Amazon AWS. Eine öffentlich ausgewiesene EU-Region existiert nicht, die konkrete AWS-Region wird nicht genannt. Transfers aus dem Europäischen Wirtschaftsraum werden über Standardvertragsklauseln (SCC) abgesichert. Für deutsche und europäische Verlage ist das DSGVO-seitig zu prüfen, gerade wenn personenbezogene Autorendaten verarbeitet werden. Für reine OER-Publikationen ohne sensible Daten ist das tolerierbar, für Verlagshäuser mit professioneller Autorenbetreuung eher kritisch.

Sehr komplexe Layouts sind nicht möglich. Pressbooks ist ein Text-zuerst-Tool. Bilderbücher mit ganzseitigen Illustrationen, Kunstkataloge mit präziser Bildplatzierung, technische Dokumentationen mit komplexen Tabellen und Diagrammen, all das ist mit InDesign deutlich besser zu lösen. Wer in dieser Liga produziert, sollte gar nicht erst Pressbooks in Erwägung ziehen.

Tabellen-Handling im Print-PDF mangelhaft. Komplexe Tabellen (viele Spalten, Zellenverbund, Formatierungen) rendern im Print-PDF oft unsauber. Viele Anwender behelfen sich damit, Tabellen als Screenshots oder Vektorgrafiken einzubinden, was die Wartbarkeit erschwert. Für textlastige Bücher kein Problem, für datenlastige Sachbücher ein Workflow-Bruch.

Themes-Anpassung nur mit CSS-Kenntnissen. Die 20+ mitgelieferten Themes decken den Standard-Bedarf ab. Wer ein individuelles Layout will (etwa für ein Verlagsbranding), braucht entweder ein eigenes Custom-Theme oder externe CSS-Hilfe. Das ist ein Bruch im sonst sehr zugänglichen Workflow, UI für Themes-Editing ohne Code gibt es nicht.

Englisches UI und kein deutschsprachiger Support. Die Plattform ist primär englisch. Deutsche Inhalte produzieren ist problemlos, aber die Bedienoberfläche, Dokumentation und Support sind auf Englisch. Für deutsche Verlagsmitarbeitende mit eingeschränkten Englischkenntnissen eine Hürde.

Abomodell ohne One-Time-Kauf. Wer ein Buch einmal produzieren und dann nicht mehr ändern will, zahlt trotzdem laufend für den Zugriff. Alternative: nach der Veröffentlichung das Abo pausieren, dann bleiben die exportierten Dateien aber die letzte Version, weitere Änderungen wären eine Neuabo-Entscheidung.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
KI-gestütztes Schreiben mit Verlags-Workflow brauchstBookwire oder eine Kombination aus ChatGPT und InDesign
Bücher mit komplexem Layout produzieren willstAdobe InDesign (nicht in unserer Datenbank, Industrie-Standard für anspruchsvollen Satz)
Eine deutschsprachige Verlagsplattform brauchstBookwire
KI-gestützt belletristisch schreiben willstAnyword oder Claude

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Leanpub (für technische Bücher und Lean Publishing mit Markdown-Workflow), Reedsy Book Editor (kostenlos, einfacher, ohne institutionelle Funktionen), Vellum (Mac-only, sehr beliebt bei Self-Publishing-Autoren in den USA), Atticus (plattformübergreifend, modernes UI) und Manuscripts.io (akademisch). Pressbooks ist die naheliegende Wahl, wenn du im OER- oder Universitätsverlag-Kontext arbeitest, außerhalb davon gibt es oft passendere, modernere oder günstigere Alternativen.

So steigst du ein

Schritt 1: Auf pressbooks.com ein Konto anlegen und den 7-tägigen Test starten. Lege ein neues Buchprojekt an und importiere ein bestehendes Manuskript via DOCX-Upload, oder beginne direkt mit der Online-Eingabe. Wähle ein Buchtheme, das zu deiner Zielgruppe passt: akademische Themes sind nüchterner, “Trade Books”-Themes literarischer.

Schritt 2: Strukturiere das Buch sauber: Titelei, Inhaltsverzeichnis, Kapitel, Anhang. Pflege die Metadaten (Autor, ISBN, Lizenz, Beschreibung) im Backend, diese Daten landen in jedem Export. Wer mehrere Autoren hat, kann sie als Mitwirkende einladen und mit Rollen versehen (Editor, Autor, Lektor).

Schritt 3: Exportiere und prüfe alle Formate parallel. EPUB 3 für E-Book-Distributoren (Amazon KDP, Apple Books, Tolino), Print-PDF für Print-on-Demand-Druckereien (BoD, IngramSpark), HTML für Web-Publikation. Bei der ersten Iteration jedes Format genau prüfen, kleine Anpassungen am Theme können große Wirkung haben.

Schritt 4 (optional): Wenn du im OER-Kontext arbeitest, das Buch im Pressbooks Directory mit Creative-Commons-Lizenz veröffentlichen. Damit wird dein Werk auffindbar, kann von anderen adaptiert werden und du leistest einen Beitrag zur OER-Allmende. Universitäre Lizenzen bekommen zusätzlich eine eigene Subdomain (z. B. open.universitaet.de) für ihre Bücher.

Ein konkretes Beispiel

Ein Universitätsverlag in Deutschland mit 30 Lehrbüchern pro Jahr nutzt ein Pressbooks Enterprise Network für sämtliche Programme. Ein Lektor pflegt die Inhalte direkt in der Weboberfläche, Korrekturen sind sofort online, kein Hin und Her zwischen Autor, Satz, Korrektur. Anstatt separate InDesign-Satz- und EPUB-Konvertierungsprozesse zu pflegen, kommt aus einer Quelle alles gleichzeitig: druckfertiges PDF für BoD, EPUB für die Bibliotheks-Distribution, XHTML-Version auf der Verlagsseite. Kosteneinsparung gegenüber externem Satz: grob geschätzt 300 bis 800 € pro Titel je nach Seitenumfang. Bei 30 Titeln pro Jahr summiert sich das auf etwa 9.000 bis 24.000 € jährliche Ersparnis. Dem steht die Lizenz gegenüber: Das Institutional Network beginnt bei 5.999 USD/Jahr für bis zu zehn Bücher, für ein Programm mit 30 Titeln kalkuliert Pressbooks ein größeres, individuell zugeschnittenes Paket. Der reine Kostenvergleich rechnet sich damit meist; der eigentliche Hebel ist aber die Geschwindigkeit (Korrekturschleifen verkürzen sich um Wochen) und die Konsistenz zwischen Formaten.

DSGVO & Datenschutz

  • Betreiber und Sitz: Book Oven Inc. (d.b.a. Pressbooks), eingetragen in der Provinz Quebec, Kanada.
  • Infrastruktur: Amazon AWS. Eine öffentlich ausgewiesene EU-Region gibt es nicht, die konkrete AWS-Region wird in der Datenschutzerklärung (Stand Juni 2025) nicht genannt.
  • Datentransfer: Übermittlungen aus dem Europäischen Wirtschaftsraum und dem UK werden laut Datenschutzerklärung über Standardvertragsklauseln (SCC) abgesichert. Sub-Dienstleister müssen GDPR-konform sein oder SCCs abgeschlossen haben.
  • Sub-Dienstleister: unter anderem Amazon AWS (Infrastruktur) und HubSpot (E-Mail-Kommunikation und Newsletter).
  • Datennutzung: Autoreninhalte und Manuskripte bleiben Eigentum der Nutzer. Pressbooks verarbeitet sie zur Bereitstellung des Dienstes.
  • Empfehlung für deutsche Verlage: Bei personenbezogenen Autoren- oder Käuferdaten die SCC-Absicherung und einen AVV prüfen. Für reine OER-Publikationen mit Creative-Commons-Lizenz und ohne sensible Daten ist die DSGVO-Hürde niedriger.
  • Self-Hosting: Pressbooks ist quelloffen (Code auf GitHub verfügbar) und lässt sich als WordPress-basierte Software auf eigenen EU-Servern selbst betreiben. Das ist technisch anspruchsvoll, aber DSGVO-seitig die sauberste Lösung.

Gut kombiniert mit

  • ChatGPT oder Claude, für die KI-Funktionen, die Pressbooks selbst nicht bietet: Lektorat, Übersetzung in andere Sprachen, Zusammenfassungen, Indexerstellung. Inhalte werden im KI-Tool entworfen/überarbeitet und manuell in Pressbooks übertragen.
  • Bookwire, für die Verlags-Distribution. Pressbooks produziert die Dateien, BookWire bringt sie zu Plattformen wie Amazon KDP, Tolino, Apple Books, Google Play Books in einem Stapel.
  • hypothes.is, für Social Annotation in der Lehre. Pressbooks integriert hypothes.is nativ, sodass Studierende direkt im Lehrbuch annotieren, diskutieren und Notizen teilen können. Eine eigene Tool-Seite haben wir dafür noch nicht, der Dienst ist ein etablierter Open-Source-Annotations-Layer für das Web.

Unser Testurteil

Pressbooks verdient 3 von 5 Sternen. Für seinen Kernzweck, Single-Source-Publishing für akademische und OER-Inhalte, ist es eines der besten Werkzeuge am Markt. Universitätsverlage, Bildungseinrichtungen und kleine Fachverlage bekommen einen ausgereiften Workflow zu fairen Preisen, mit aktiver Community und stabilem Funktionsumfang. Sterne verliert Pressbooks für die fehlenden KI-Funktionen (in einer Datenbank wie unserer ist das ein relevanter Punkt, die meisten modernen Schreib- und Publishing-Tools haben KI inzwischen integriert), das fehlende EU-Hosting (Kanada/AWS ohne dedizierte EU-Region), das schwache Tabellen-Handling im Print-PDF, die fehlende deutschsprachige Lokalisierung und die starre Theme-Architektur. Für OER und Universitäten: klare Empfehlung. Für moderne, KI-gestützte Buchproduktion: zu wenig zeitgemäß.

Was wir bemerkt haben

  • Juli 2026: Das Enterprise-Pricing ist inzwischen öffentlich ausgewiesen (früher nur auf Anfrage): Institutional Network ab 5.999 USD/Jahr (1 Institution, bis 10 Bücher), Shared Network ab 15.999 USD/Jahr (2+ Institutionen, bis 45 Bücher). Der Self-Publisher-Bereich heißt jetzt klar Single Author (12 USD/Monat bzw. 120 USD/Jahr) und Collaboration (40 USD/Monat bzw. 400 USD/Jahr).
  • Juli 2026: Weiterhin keine integrierten KI-Funktionen (kein Schreibassistent, kein Lektorat, keine automatische Übersetzung). Weder auf den Preis- noch auf den Produktseiten taucht KI auf. Im Vergleich zu Wettbewerbern, die KI 2025/26 als Standardfeature ausgerollt haben, fällt Pressbooks hier zurück. Wer KI-gestützt produzieren will, muss Pressbooks mit externen Tools kombinieren.
  • 2025: Pressbooks weist Barrierefreiheit inzwischen als WCAG-2.2-Konformität aus (Exporte ohne Wasserzeichen ab dem Single-Author-Plan). Im Bildungssektor mit gesetzlichen Accessibility-Anforderungen ist das ein konkretes Differenzierungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern.
  • Korrektur: Frühere Fassungen dieser Seite nannten US-Hosting. Tatsächlich sitzt der Betreiber Book Oven Inc. in Quebec (Kanada) und nutzt Amazon AWS; die konkrete Region wird nicht öffentlich ausgewiesen, Transfers aus dem EWR laufen über Standardvertragsklauseln.
  • Open-Source-Variante: Die quelloffene Version von Pressbooks ist auf GitHub verfügbar und kann auf eigenen EU-Servern gehostet werden. Das ist die DSGVO-sauberste Option, verlangt aber WordPress-Hosting-Erfahrung. Praktisch nur sinnvoll für Institutionen mit eigener IT-Abteilung.

Quellen

  1. Pressbooks – Self-Publisher Plans & Pricing. https://pressbooks.com/self-publisher-plans/ (abgerufen am 2026-07-18). Free Trial 7 Tage (100 MB), Single Author 12 USD/Monat bzw. 120 USD/Jahr (250 MB), Collaboration 40 USD/Monat bzw. 400 USD/Jahr (1 GB); 20+ Themes, Hypothes.is, WCAG 2.2, H5P nur im Collaboration-Plan, Export EPUB/PDF/XML/XHTML/Common Cartridge, Word nur als Import.
  2. Pressbooks – Enterprise Networks Plans and Pricing. https://pressbooks.com/enterprise-plans/ (abgerufen am 2026-07-18). Institutional Network ab 5.999 USD/Jahr (1 Institution, bis 10 Bücher), Shared Network ab 15.999 USD/Jahr (2+ Institutionen, bis 45 Bücher); SSO, LTI/LMS-Integration, Custom Branding, eigene Domain, Onboarding.
  3. Pressbooks – Privacy Policy (Stand Juni 2025). https://pressbooks.com/privacy-policy/ (abgerufen am 2026-07-18). Betreiber Book Oven Inc. mit Sitz in Quebec/Kanada, Infrastruktur Amazon AWS, E-Mail via HubSpot, Transfers aus dem EWR/UK über Standardvertragsklauseln.

Diesen Inhalt teilen:

Empfohlen in 1 Use Cases

Empfohlen für diese Branchen

Arthur Atlas

KI-Analyst

So entsteht diese Bewertung

Diese Seite bewerten wir redaktionell, mit kräftiger Unterstützung von Arthur Atlas, unserem KI-Analysten. Er prüft Bewertungen nach und markiert veraltete Angaben, sobald sich der Markt dreht. Unsere Angaben stammen überwiegend aus öffentlich zugänglichen Quellen wie Anbieter-Website, Doku und Preislisten. Preise und Funktionen können sich ändern.

Hinweis: Diese Angaben können veraltet oder fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel immer direkt auf der Website des Anbieters.

Preise geändert, Feature veraltet oder etwas fehlt?

Wir freuen uns über Hinweise und Ergänzungen.

Feedback geben

Du arbeitest bei Pressbooks (Book Oven Inc.)?

Gib uns einen Testzugang, dann schauen wir tiefer rein und ergänzen die Bewertung aus erster Hand.

Testzugang anbieten

Nicht sicher, ob Pressbooks zu euch passt?

Wir helfen bei der Tool-Auswahl und begleiten die Einführung in euren Arbeitsalltag, unverbindlich und kostenlos im Erstgespräch.

Erstgespräch anfragen

KI-Tools und Trends

KI-Wochenbriefing: jeden Freitag KI-News, Praxistipps und Tools

Kostenlos abonnieren, jederzeit abmeldbar, kein Spam.

Kostenloser Newsletter

Bleib auf dem neuesten
Stand der KI

Wähle deine Themen und erhalte relevante KI-News, Praxistipps und exklusive Inhalte direkt in dein Postfach – kein Spam, jederzeit abmeldbar.

Was interessiert dich? Wähle 1 bis 4 Themen, du bekommst nur Inhalte dazu.

Mit der Anmeldung stimmst du unserer Datenschutzerklärung zu. Jederzeit abmeldbar.

Kostenlos
Kein Spam
Jederzeit abmeldbar