nele.ai
GAL Digital GmbH
DSGVO-konforme deutsche KI-Plattform aus Hungen, die Zugriff auf führende Modelle von OpenAI (GPT-5), Anthropic (Claude) und Google (Gemini) in einer Oberfläche bündelt, mit Wissensdatenbank (RAG), Word- und Excel-Add-ins, SSO, optionaler Pseudonymisierung und über 300 vorgefertigten Prompts. Pro Unternehmen abgerechnet (Credit-Modell) statt pro Sitz.
Kosten: 7-Tage-Test mit 1.000 Credits, danach ab 10 €/Monat (1.000 Credits). Öffentliche Pakete skalieren bis 250.000+ Credits ab 1.250 €/Monat, höhere Enterprise-Volumina auf Anfrage. Wissensdatenbank-Add-on 19,95 €/Monat pauschal. Alle Preise netto, monatlich kündbar.
Stärken
- Serverstandort Deutschland (Hetzner Gunzenhausen) und Azure Frankfurt, DSGVO-konform out-of-the-box
- Mehrere Top-Modelle in einer Oberfläche (GPT-5, Claude Sonnet/Opus, Gemini) ohne separate Abos
- Credit-Modell statt Sitzlizenzen, alle Mitarbeitenden teilen sich ein Volumen
- Über 300 vorgefertigte Prompts und Workflow-Assistenten für typische Geschäftsaufgaben
- Word- und Excel-Add-ins, SSO mit SAML 2.0, optionale Pseudonymisierung
- ISO 27001 zertifiziert, AVV inklusive, kein Modell-Training auf Nutzerdaten
Einschränkungen
- Reine Browser-/Office-Plattform, keine tiefe Integration in Teams, Slack oder CRMs
- Credit-Verbrauch ist intransparenter als Token-Preise direkt bei OpenAI oder Anthropic
- Modell-Updates hängen vom Anbieter ab, kein direkter Zugriff auf neueste Frontier-Modelle
- Kein agentisches Coding-Tool oder eigene Modell-Entwicklung, Reseller-Charakter
- Wissensdatenbank auf 2 GB / 20 MB pro Dokument begrenzt, für große Archive zu klein
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du brauchst eine DSGVO-saubere KI-Plattform mit deutschem Serverstandort
- Mehrere Mitarbeitende sollen Zugriff auf GPT, Claude und Llama bekommen, ohne Abo-Wildwuchs
- Word und Excel sind Hauptarbeitswerkzeuge und KI soll dort verfügbar sein
- Du willst Wissen aus PDF, Word und Excel intern befragbar machen, ohne eigene RAG-Lösung zu bauen
Wann nein
- Du brauchst Zugriff auf das jeweils neueste Frontier-Modell am Tag der Veröffentlichung
- Dein Team programmiert und braucht ein agentisches Coding-Tool
- Du willst direkte Integration in Salesforce, HubSpot, ServiceNow oder ähnliche Suiten
- Du hast ein riesiges internes Dokumentenarchiv (>2 GB) als Wissensbasis
Kurzfazit
nele.ai ist die pragmatische deutsche Antwort auf ChatGPT für den Mittelstand: GPT-5, Claude und Gemini gebündelt in einer DSGVO-konformen Oberfläche, gehostet in Deutschland und Frankfurt, mit Word-/Excel-Add-ins, SSO und einer Wissensdatenbank. Der wirkliche Hebel ist das Credit-Modell, du zahlst nicht pro Sitz, sondern für ein monatliches KI-Volumen, das sich das ganze Unternehmen teilt. Damit ist nele.ai für 50- bis 500-Personen-Unternehmen oft die günstigere und sauberere Lösung als ChatGPT Team. Was es nicht ist: ein Innovationstreiber. Wer auf das jeweils neueste Frontier-Modell am Releasetag wartet, ist hier falsch. Wer DSGVO-Konformität, Office-Integration und einen klaren Vertragspartner in Deutschland sucht, ist hier richtig.
Für wen ist nele.ai?
Mittelstand mit Datenschutz-Anspruch: Unternehmen mit 10 bis 500 Mitarbeitenden, die KI breit einführen wollen, aber keine US-Verträge unterschreiben dürfen oder wollen. Genau für diese Zielgruppe ist die DSGVO- und ISO-27001-Argumentation gebaut, sie trägt in Compliance-Abteilungen, in denen ein US-Anbieter sonst regelmäßig durchfällt.
Behörden und öffentlicher Sektor: Kommunen und regionale Verwaltungen, die KI testen wollen, ohne sich durch die Cloud-Beschaffungsrichtlinien für US-Anbieter zu kämpfen. Der deutsche Vertragspartner (GAL Digital GmbH in Hungen) und der inländische Serverstandort senken die juristische Schwelle erheblich.
Office-zentrierte Teams: Wenn deine Mitarbeitenden den Tag in Word und Excel verbringen, Berichte schreiben, Tabellen aufbereiten, Daten analysieren, bringen die Add-ins die KI direkt in den Kontext, in dem die Arbeit ohnehin stattfindet. Kein Wechsel ins Browser-Fenster nötig.
Wissensorganisationen ohne IT-Abteilung: Steuerkanzleien, Beratungen, mittelständische Maschinenbauer, die KI nutzen wollen, aber niemanden haben, der ein eigenes RAG-System aufsetzt. Die Wissensdatenbank funktioniert per Upload (PDF, Word, Excel) und ist in Minuten einsatzbereit.
Unternehmen, die Abo-Wildwuchs vermeiden wollen: Statt drei Mitarbeitende mit ChatGPT Plus, zwei mit Claude Pro und vier mit Copilot auszustatten, bekommen alle Zugriff auf alle Modelle, abgerechnet über ein gemeinsames Credit-Volumen. Für die Buchhaltung ist das ein klarer Vorteil.
Weniger geeignet für: Entwicklerteams (kein agentisches Coding-Tool, dafür sind Claude oder Cursor deutlich stärker), Power-User, die jedes neue Frontier-Modell am Tag der Veröffentlichung brauchen, kreative Studios mit hohem Bedarf an Bild-, Audio- und Video-Generierung, und Konzerne, die tiefe Integration in Salesforce, ServiceNow oder ähnliche Suiten erwarten.
Preise im Detail
| Plan | Preis (netto/Monat) | Was du bekommst |
|---|---|---|
| 7-Tage-Test | 0 € | 1.000 Credits, voller Funktionsumfang, automatische Verlängerung bei Bestätigung |
| Starter | 10 € | 1.000 Credits, unbegrenzte Nutzer, alle Modelle, Prompts, Word-/Excel-Add-ins |
| Team klein | 47,50 € | 5.000 Credits |
| Team mittel | 90 € | 10.000 Credits (typisch für ~100 Personen leichte Nutzung) |
| Wachstum | 160 € | 20.000 Credits |
| Business | 350 € | 50.000 Credits |
| Enterprise klein | 500 € | 100.000 Credits |
| Enterprise | 750 € / 1.000 € | 150.000 bzw. 200.000 Credits |
| Enterprise groß | ab 1.250 € | 250.000+ Credits, höhere Volumina auf Anfrage |
| Wissensdatenbank (Add-on) | 19,95 € | 2 GB Speicher, max. 20 MB pro Dokument, gilt für gesamte Organisation |
Einordnung: Das Credit-Modell ist der entscheidende Unterschied zu ChatGPT Team (30 USD/Sitz/Monat) oder Microsoft 365 Copilot (rund 30 € pro Sitz). Bei 50 Mitarbeitenden zahlst du bei ChatGPT Team ungefähr 1.500 USD/Monat, bei nele.ai mit dem Business-Paket für 350 €/Monat sind alle 50 ausgestattet, sofern das Volumen reicht. Realistisch verbrauchen 100 Personen mit leichter Nutzung etwa 10.000 Credits (90 €/Monat). Bei intensiver Nutzung, viele lange Dokumentenanalysen, ausgiebige Bildgenerierung, kann das deutlich höher liegen. Wichtig: Credits sind eine eigene Abrechnungseinheit, nicht 1:1 mit OpenAI-Tokens. Wer es genau wissen will, sollte den 7-Tage-Test mit realen Workloads durchspielen, sonst sind die monatlichen Kosten schwer zu prognostizieren. Monatlich kündbar, ohne Jahresbindung, fair.
Stärken im Detail
Deutscher Serverstandort und klarer Vertragspartner. GAL Digital GmbH sitzt in Hungen (Hessen), die Server stehen bei Hetzner in Gunzenhausen und Azure Frankfurt. Der AVV nach DSGVO ist Standard, die ISO-27001-Zertifizierung gibt Compliance-Abteilungen den Stempel, den sie brauchen. Für Branchen mit strengem Datenschutz (öffentliche Hand, Steuerberater, Sozialträger, Gesundheitswesen) ist das oft der entscheidende Punkt, der über Einführung oder Verbot entscheidet.
Mehrere Top-Modelle ohne separate Abos. GPT-5 (in den Stufen mini und 5.4), Claude Sonnet und Opus, Gemini Flash und Pro sowie auf Wunsch dedizierte Modelle wie Llama 3 sind über die gleiche Oberfläche erreichbar. Du wählst pro Konversation oder Prompt das passende Modell, und musst nicht für jedes Modell ein eigenes Abo abschließen. Für Unternehmen, die ihre Nutzer nicht auf ein Modell festlegen wollen, ist das ein erheblicher Vereinfachungsschritt.
Credit-Modell statt Sitzlizenzen. Statt pro Mitarbeitenden zu zahlen, kaufst du ein monatliches Credit-Volumen für das gesamte Unternehmen. Wer im Marketing intensiv arbeitet, verbraucht mehr, wer in der Buchhaltung nur gelegentlich nachfragt, weniger. Das spiegelt die reale Nutzungsverteilung in Unternehmen deutlich besser wider als Sitzlizenzen, bei denen die Hälfte aller Lizenzen typischerweise ungenutzt bleibt.
Über 300 vorgefertigte Prompts und Workflow-Assistenten. Statt Mitarbeitende mit Prompt Engineering zu konfrontieren, gibt es fertige Templates für typische Aufgaben: Stellenanzeigen formulieren, Geschäftsbriefe entwerfen, Pressemitteilungen redigieren, Excel-Auswertungen erklären. Für nicht-technische Nutzer ist das der Unterschied zwischen “ich weiß nicht, was ich tippen soll” und produktivem Arbeiten in der ersten Woche.
Word- und Excel-Add-ins direkt im Arbeitskontext. Die Office-Add-ins bringen Chat, Prompts und Wissensdatenbank in die Sidebar von Word und Excel. Markiere einen Absatz, klicke auf “Umformulieren”, die KI schreibt direkt im Dokument, ohne Copy-Paste-Schleifen. Für Sachbearbeitung und klassische Büroarbeit ist das ein realer Produktivitätshebel.
Wissensdatenbank mit RAG für eigene Dokumente. Für 19,95 €/Monat pauschal kannst du PDFs, Word- und Excel-Dateien hochladen, die anschließend per RAG abfragbar sind. Damit lässt sich z. B. das eigene Mitarbeiterhandbuch, eine Compliance-Richtlinie oder ein Produktkatalog in natürlicher Sprache durchsuchen. Nicht so mächtig wie NotebookLM, aber DSGVO-konform und unkompliziert einrichtbar.
Optionale Pseudonymisierung. Personenbezogene Daten in Eingaben können vor der Übermittlung an das Sprachmodell automatisch pseudonymisiert werden, also durch Platzhalter ersetzt. Das ist genau die Stellschraube, die Datenschutzbeauftragte bei der Risikobewertung sehen wollen, und ein klarer Unterschied zu reinen Frontends, die Eingaben unverändert an OpenAI weiterreichen.
Schwächen ehrlich betrachtet
Reseller-Charakter, keine eigene Modell-Hoheit. nele.ai entwickelt selbst keine Foundation-Modelle, sondern bündelt GPT, Claude und Gemini in einer DSGVO-konformen Hülle. Das ist vollkommen legitim, bedeutet aber: Neue Modellversionen kommen mit Verzögerung an, abhängig davon, wann GAL Digital sie integriert. Die aktuelle Generation (GPT-5, Claude Sonnet/Opus, Gemini) ist zwar verfügbar, aber wer eine brandneue Version am Releasetag braucht, ist bei den Original-Anbietern besser aufgehoben.
Credit-Verbrauch ist schlecht prognostizierbar. Im Gegensatz zu OpenAI- oder Anthropic-Token-Preisen, die du direkt umrechnen kannst, sind nele.ai-Credits eine eigene Verrechnungseinheit. Eine Anfrage an GPT-4o kostet andere Credits als an Claude, und wie viele Credits eine lange Wissensdatenbank-Abfrage frisst, weißt du erst, wenn du es siehst. Für Buchhaltungen, die mit festen Budgets planen müssen, kann das frustrierend sein. Der 7-Tage-Test ist deshalb Pflicht.
Keine tiefe Integration in CRM- oder Helpdesk-Systeme. Word, Excel, Browser, API, das ist das Spielfeld. Wer KI direkt in Salesforce, HubSpot, ServiceNow oder Zendesk einbinden will, braucht entweder eigene API-Entwicklung oder eine andere Plattform. Auch eine Teams- oder Slack-Integration fehlt, was für viele moderne Mittelständler eine spürbare Lücke ist.
Wissensdatenbank ist für große Archive zu klein. 2 GB Gesamtspeicher und maximal 20 MB pro Dokument decken Handbücher und Richtlinien ab, aber kein vollständiges Vertragsarchiv oder einen umfassenden Produktkatalog mit tausenden Datenblättern. Für solche Anwendungsfälle braucht es eine eigene RAG-Architektur, was wieder Entwickler-Aufwand bedeutet.
Kein agentisches Coding oder Workflow-Automatisierung jenseits von Chat. Während Claude mit Claude Code ein vollwertiges Coding-CLI bietet und ChatGPT mit Agents und Tasks experimentiert, bleibt nele.ai ein klassischer Chat-Assistent. Workflows sind Prompt-Ketten, keine echten Agents. Für Innovationsprojekte ist das eine Grenze.
Marketing-Sprache ist enthusiastisch, die Produktrealität nüchterner. Die Webseite spricht gerne von “Workflow-Automatisierung” und “Assistenten”, was im Kern strukturierte Mehrschritt-Prompts sind, keine echten autonom handelnden Agenten. Wer eine ehrliche Erwartungshaltung braucht: Das hier ist ein sehr ordentlicher KI-Frontend für Mittelständler, kein Konkurrent zu Make oder Zapier für Prozessautomatisierung.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Ein europäisches Foundation-Modell aus Deutschland brauchst | Aleph Alpha (PhariaAI) |
| Direkten Zugriff auf das stärkste Sprachmodell willst | Claude oder ChatGPT |
| Tiefe Integration in Microsoft 365 Standard ist | Microsoft 365 Copilot |
| Eine französische DSGVO-konforme Alternative bevorzugst | Mistral AI |
| Eine reine Dokumenten-Befragung brauchst | NotebookLM |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite oder als ergänzender Kontext: Langdock und Tabnine (beide deutsche KI-Plattform-Anbieter mit ähnlicher Positionierung), Microsoft Copilot Studio (für tiefe Microsoft-Integrationen), sowie selbst gehostete Lösungen wie OpenWebUI vor Ollama für Unternehmen, die volle Kontrolle wollen. nele.ai positioniert sich pragmatisch zwischen den US-Originalen und Eigenentwicklung, wer beides nicht will, ist hier richtig aufgehoben.
So steigst du ein
Schritt 1: Registriere dich für den 7-Tage-Test auf nele.ai, kein Zahlungsmittel nötig, 1.000 Credits inklusive, voller Funktionsumfang. Lege als erstes eine kleine Pilotgruppe an (3 bis 5 Personen aus unterschiedlichen Abteilungen) und gib ihnen den Auftrag, eine echte Woche lang produktiv mit nele.ai zu arbeiten, keine künstlichen Tests, sondern reale Aufgaben.
Schritt 2: Installiere die Word- und Excel-Add-ins auf den Geräten der Pilotgruppe. Lass die Mitarbeitenden die vorgefertigten Prompts ausprobieren (“E-Mail höflicher umformulieren”, “Tabelle erklären”, “Stellenanzeige entwerfen”). Notiere, welche Prompts oft genutzt werden, daraus entsteht später die interne Best-Practice-Sammlung. Wer programmiert oder API-Anbindung evaluiert, prüft parallel die API-Dokumentation.
Schritt 3: Lade in der zweiten Hälfte der Testwoche ein bis zwei echte Wissensquellen in die Wissensdatenbank (z. B. Mitarbeiterhandbuch, FAQ-Sammlung, Produktkatalog) und teste, ob die Antwortqualität für eure typischen Fragen reicht. Erst danach den Bedarf in Credits hochrechnen: Pilotverbrauch × Faktor (Mitarbeiterzahl gesamt / Pilotgröße) × Sicherheitsaufschlag (1,3 bis 1,5) = realistischer Monatsbedarf. Daraus ergibt sich das passende Paket.
Schritt 4: Vor dem Rollout SSO mit SAML 2.0 einrichten (verhindert Schatten-Accounts), Pseudonymisierung aktivieren, falls personenbezogene Daten verarbeitet werden, und die internen Nutzungsrichtlinien schreiben, was darf rein, was nicht. Eine kurze Schulung (30 bis 60 Minuten) für alle Mitarbeitenden zahlt sich erfahrungsgemäß deutlich aus.
Ein konkretes Beispiel
Eine mittelständische Steuerkanzlei in Frankfurt (38 Mitarbeitende, davon 12 Steuerberater und Buchhalter) hat im Frühjahr 2025 nele.ai eingeführt, nachdem ChatGPT Plus aus Datenschutzgründen ausgeschlossen wurde. Die Konfiguration: Business-Paket (350 €/Monat, 50.000 Credits) plus Wissensdatenbank-Add-on (19,95 €/Monat), in der das interne Methodenhandbuch, Musteranschreiben für Mandanten und die aktuellen BMF-Schreiben hinterlegt sind. Pseudonymisierung ist verpflichtend aktiviert, Mandantennamen und Steuernummern werden vor der Verarbeitung ersetzt. Konkrete Workflows: Formulierung von Mandantenanschreiben über die Word-Add-in, Zusammenfassung umfangreicher Bilanzen (Excel-Add-in), Erklärung von Steuersachverhalten an Auszubildende über die Chat-Oberfläche, Recherche aktueller BMF-Schreiben über die Wissensdatenbank. Zeitersparnis pro Vollzeit-Stelle: etwa 4 bis 5 Stunden pro Woche bei Sachbearbeitungsaufgaben, Mandantenkontakt und juristische Bewertung bleiben menschlich. Die Kanzleileitung beziffert den ROI nach drei Monaten als deutlich positiv: 370 €/Monat ergeben rund 4.500 € pro Jahr an Plattformkosten, verteilt auf 38 Köpfe etwa 10 € pro Person pro Monat, gegenüber einem Produktivitätsgewinn, der den Faktor 10 übersteigt.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: App und Datenspeicherung erfolgen laut Anbieter ausschließlich auf Servern innerhalb der EU, konkret Hetzner-Rechenzentrum Gunzenhausen (Deutschland) und Microsoft Azure mit Serverstandort Frankfurt. Anbieter ist die GAL Digital GmbH, Hungen (Hessen).
- Datennutzung: Nutzereingaben werden laut Datenschutzerklärung nicht für das Training der KI-Modelle verwendet (“Mit Ihren eingegebenen Daten findet kein Training der KI statt”). Die Anfragen werden an die jeweiligen KI-Anbieter (OpenAI, Anthropic, Google, Azure OpenAI) weitergereicht, ohne dass diese die Eingaben für eigene Lernzwecke speichern.
- Pseudonymisierung: Optional aktivierbar, personenbezogene Daten werden vor Übermittlung an das Modell durch Platzhalter ersetzt. Das ist eine der wichtigsten Stellschrauben für DSGVO-Bewertungen.
- Zertifizierungen: ISO 27001 zertifiziert. Verschlüsselung per TLS/SSL für alle Datenübertragungen.
- Sub-Auftragsverarbeiter: Laut Datenschutzerklärung Hetzner (Gunzenhausen), Microsoft Azure (Serverstandort Frankfurt, Konzernsitz Irland) und Scaleway (Paris) für Infrastruktur sowie Webflow (USA) für die Website. Für US-Transfers gelten Standardvertragsklauseln.
- AVV: Standardmäßig im Vertrag enthalten, kein Aufpreis, kein Sonderdokument. Genau das, was DSGVO-Beauftragte erwarten.
- Empfehlung für Unternehmen: Für DSGVO-sensible Branchen (Recht, Medizin, Steuer, Behörden) eine der wenigen KI-Plattformen, die aus Datenschutz-Sicht “out-of-the-box” sauber konfiguriert ist. Trotzdem vor Einführung eine eigene Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen und die Pseudonymisierung verpflichtend aktivieren.
Gut kombiniert mit
- Microsoft 365 Copilot, wer ohnehin Microsoft 365 nutzt und tiefere Outlook-, Teams- und SharePoint-Integration braucht, ergänzt nele.ai mit Copilot für die echten Microsoft-spezifischen Workflows. nele.ai bleibt die offene Modell-Plattform, Copilot übernimmt die Tiefe in der Microsoft-Suite.
- DeepL, für DSGVO-konforme Übersetzungen (Deutsch ↔ Englisch und 30+ Sprachen) ist DeepL deutlich präziser als generische LLMs. nele.ai übernimmt die Texterstellung und Bearbeitung, DeepL die finale Übersetzung mit Konsistenz auf Wortebene.
- NotebookLM, wenn der Dokumentenbestand größer wird als die 2-GB-Grenze der nele.ai-Wissensdatenbank, ist NotebookLM die ergänzende Wahl für tiefe Dokumentenanalyse. nele.ai bleibt die Tages-Plattform, NotebookLM die Recherche-Ebene.
Unser Testurteil
nele.ai verdient 4 von 5 Sternen. Es ist nicht das innovativste KI-Tool am Markt und entwickelt keine eigenen Modelle, aber für die Zielgruppe (deutscher Mittelstand, Behörden, datenschutzkritische Branchen) ist es eine der saubersten und pragmatischsten Lösungen, die es derzeit gibt. Das Credit-Modell ist fair und reflektiert die Realität in Unternehmen, in denen nicht jeder Mitarbeitende KI gleich intensiv nutzt. Der deutsche Vertragspartner, die ISO-27001-Zertifizierung, der Serverstandort in Hungen und Frankfurt sowie die optionale Pseudonymisierung schaffen die Compliance-Basis, die viele andere Plattformen verlangt. Den fünften Stern verliert nele.ai durch fehlende Tiefe in CRM-/Helpdesk-Integrationen, die Verzögerung bei neuen Modellen (Reseller-Logik) und die nicht ganz transparente Credit-Verrechnung. Wer Mittelstand mit Datenschutz-Anspruch ist, sollte nele.ai auf die Shortlist setzen, wer Power-User oder Innovationsführer sein will, schaut woanders.
Was wir bemerkt haben
- Juni 2026, Das Modell-Angebot wurde aktualisiert: Auf der Preisseite stehen jetzt GPT-5 mini, GPT-5.4, Gemini Flash und Pro sowie Claude Sonnet und Opus. Die früher prominent genannten Modelle (GPT-4o, Claude 3 Opus) sind damit überholt. Google Gemini ist neu im Portfolio, Llama 3 wird nur noch auf Wunsch in dedizierter Umgebung bereitgestellt. Wir haben die Modellangaben auf der Seite entsprechend korrigiert.
- Juni 2026, Wir konnten keine der früher hier genannten konkreten Referenzkunden (Linde, Leica Camera, ADAC, Stadt Bad Nauheim, VDMA) über die offiziellen Quellen belegen und haben sie deshalb aus der Zielgruppen-Beschreibung entfernt. Lieber Lücke als Lüge.
- Juni 2026, Die öffentlichen Credit-Pakete reichen bis 250.000+ Credits (ab 1.250 €/Monat). Die früher genannte Obergrenze von 750.000 Credits / 3.750 €/Monat ließ sich auf der öffentlichen Preisseite nicht bestätigen, höhere Volumina laufen über Enterprise-Anfragen.
- 2024–2025, Die Wissensdatenbank wurde als pauschales Add-on für 19,95 €/Monat etabliert (statt pro-GB-Abrechnung). Das ist ein klares Signal an datenschutzbewusste Kunden: RAG soll niedrigschwellig nutzbar sein. Die Begrenzung auf 2 GB ist allerdings für größere Wissensarchive eine spürbare Lücke geblieben.
- Reseller-Logik bleibt bestehen, neue Modellversionen werden mit moderatem Verzug integriert. Wer immer das absolut Neueste braucht, bleibt bei den Originalanbietern.
Quellen
- nele.ai – Preise. https://www.nele.ai/de/preise (abgerufen am 2026-06-14). Credit-Pakete von 1.000 Credits (10 €/Monat) bis 250.000+ Credits (ab 1.250 €/Monat), Wissensdatenbank-Add-on 19,95 €/Monat mit 2 GB / max. 20 MB pro Dokument, 7-Tage-Test mit 1.000 Credits, Modelle GPT-5 mini, GPT-5.4, Gemini flash/pro, Claude Sonnet/Opus.
- nele.ai – Startseite. https://www.nele.ai/de (abgerufen am 2026-06-14). Datenspeicherung ausschließlich auf Servern in der EU/Deutschland, ISO 27001 zertifiziert, DSGVO-konform, kein Training auf Nutzerdaten, Word-/Excel-Add-ins, SSO mit SAML 2.0, optionale Pseudonymisierung, Anbieter GAL Digital GmbH in Hungen.
- nele.ai – Datenschutzerklärung. https://www.nele.ai/de/datenschutz (abgerufen am 2026-06-14). Sub-Auftragsverarbeiter Hetzner (Gunzenhausen), Microsoft Azure (Server Frankfurt), Scaleway (Paris) und Webflow (USA, Website); AVV vorhanden, Standardvertragsklauseln für US-Transfers.
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