Maturix
Sensohive Technologies / Saint-Gobain
Maturix ist eine IoT-Plattform zur Überwachung der Betonreife in Echtzeit. Thermoelemente messen die Temperaturentwicklung im Bauteil kontinuierlich; ein Cloud-Dashboard rechnet daraus nach der Reifemethode (ASTM C1074 / EN 13791) die aktuelle Druckfestigkeit hoch. Ziel: Schalungsabnahme und Bauteilfreigabe nur dann, wenn die Festigkeit nachweislich erreicht ist — statt nach konservativen Kalender-Aushärtezeiten zu warten.
Kosten: Einmalig: Orbit-K-Sensor-Hardware ab ca. 50–80 EUR/Sensor (wiederverwendbar); Plattform-Lizenz auf Anfrage — typisch projektbasiertes Modell oder Jahresabonnement ab ca. 1.000–3.000 EUR je nach Projektvolumen
Stärken
- Sehr kosteneffiziente Sensoren (Orbit K): thermoelementbasiert, wiederverwendbar, bis zu 10 Jahre Batterielaufzeit
- Vollständig cloudbasiert, von überall abrufbar — kein Vor-Ort-Ablesen nötig
- Echtzeit-Alarme bei Unter- oder Überschreitung definierter Festigkeitsschwellwerte
- Dokumentiert automatisch die Temperaturentwicklung für spätere Bauunterlagen und Qualitätsnachweise
- Integration in PASCHAL-Schalungssysteme als white-label Lösung verfügbar
Einschränkungen
- Thermoelementbasiert: Jede Messstelle braucht ein physisch verlegtes Kabel — aufwändiger als komplett eingebettete Funksensoren
- Kalibrierung pro Betonmischungsrezeptur erforderlich (28 Tage Zylindertests im Labor vor Einsatz)
- Eignet sich primär für Großbaustellen; für Einzelfundamente oder kleinere Wohnbauten oft wirtschaftlich nicht sinnvoll
- Keine selbstkalibrierenden KI-Funktionen wie bei Giatec SmartRock Pro/Roxi
Passt gut zu
So steigst du ein
Schritt 1: Erkundige dich bei maturix.com oder über den deutschen Vertriebspartner nach dem Einstiegsangebot für ein Pilotprojekt. Für den Start reichen 4–8 Orbit-K-Sensoren für ein Bauteil aus. Vor dem Produktiveinsatz muss für jede geplante Betonrezeptur eine Kalibrierung durch Zylinderproben im Labor erfolgen (28 Tage Laufzeit — frühzeitig beauftragen).
Schritt 2: Thermoelemente vor dem Betonieren im Bauteil verlegen — üblicherweise an den kritischsten Stellen: Mitte, Rand, Schalung. Orbit-K-Sender anschließen, der Sensor sendet automatisch über das Sigfox-Netz, sobald er eingeschaltet ist.
Schritt 3: Im Web-Dashboard Projekt anlegen, Mischungsrezeptur hinterlegen und Freigabeschwelle definieren (z. B. 15 N/mm² für erste Ausschalung). Sobald der Sensor diese Schwelle meldet, bekommst du eine automatische Benachrichtigung. Die gesamte Messhistorie bleibt für Bauunterlagen und Qualitätsnachweise abrufbar.
Ein konkretes Beispiel
Ein Generalunternehmer in der Brückenbaustelle (Trägerbrücke, 12 Betonierabschnitte) bringt pro Abschnitt 3 Maturix-Sensoren ein. Das Projekt läuft in einem Wintermonat — Außentemperaturen zwischen –2 und +8 °C. Während nach DIN EN 13670 konservativ 7 Tage gewartet werden müsste, zeigen die Sensoren, dass der kritische Abschnitt die Freigabefestigkeit bereits nach 4,5 Tagen erreicht. Über 12 Abschnitte spart das 3 Tage Gesamtzeitersparnis — genug, um die Terminplan-Reserve zu erhalten und einen teuren Winterbaufrost-Zuschlag zu vermeiden.
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Architektur & Bauwesen
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