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Manhattan Associates WMS

Manhattan Associates, Inc.

4/5
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Premium-Enterprise-WMS auf der cloudnativen Manhattan-Active-Plattform. Die KI steckt als Applied Intelligence im Kern: maschinelles Lernen steuert Slotting, Order Streaming, Arbeitslastverteilung und Engpasserkennung in Echtzeit. Ergänzt um native KI-Agenten im Lager (Wave Coordinator, Labor, Warehouse Associate); die agentische Order-Care-KI Maven adressiert dagegen das Auftragsmanagement. Gilt in Analysten-Rankings als technisch führend für komplexe Omnichannel-Distributionszentren.

Kosten: Preis auf Anfrage. Manhattan veröffentlicht keine Listenpreise; die Kosten entstehen im Angebot und richten sich nach Modulauswahl, Volumen und Implementierungsaufwand. Enterprise-Abonnement, kein Self-Service-Einstieg.

Kategorien

Stärken

  • Applied Intelligence: ML-gestütztes Slotting, Order Streaming und Arbeitslastverteilung statt starrer Regelwerke
  • Order Streaming orchestriert Inbound, Cross-Dock und Outbound als eine adaptive Einheit in Echtzeit
  • Langjähriger Gartner-Magic-Quadrant-Leader für WMS (laut Hersteller 18 Mal in Folge), Bestnoten für Level-3/4/5-Lager
  • Integriertes Labor-Management mit Echtzeit-Aufgabenpriorisierung und Produktivitäts-Forecasting
  • Cloudnative Microservices-Architektur mit quartalsweisen Zero-Downtime-Updates
  • Eingebauter Warehouse Execution System (WES) für die direkte Anbindung von Robotik und Materialfluss ohne Extra-Integrationstool

Einschränkungen

  • Höchster Preispunkt unter Enterprise-WMS, für KMU kaum wirtschaftlich darstellbar
  • Implementierungskomplexität erfordert erfahrene SI-Partner (in Deutschland wenige verfügbar)
  • Native Lager-KI-Agenten sind frisch eingeführt, ihre Praxisreife im Alltag ist noch schwer zu beurteilen
  • Enge Kopplung an Manhattan-eigene TMS-, Planungs- und Commerce-Module kann Vendor-Lock-in erzeugen
  • Volle Funktion erfordert dauerhafte Cloud-Anbindung, keine echte Offline-Autarkie im Lager

Passt gut zu

Omnichannel-Einzelhändler und Lebensmittelgroßhändler mit Daily-Cross-Docking 3PL-Dienstleister, die mehrere Mandanten mit unterschiedlichen Prozessen verwalten Unternehmen, die WMS, LMS und TMS aus einer Hand auf einer Plattform wollen

Kurzfazit

Manhattan Associates WMS ist das Premium-Werkzeug im Lagermanagement, technisch führend, entsprechend teuer. Die Software läuft heute unter dem Namen Manhattan Active Warehouse Management auf einer cloudnativen Microservices-Plattform, und die KI ist hier kein Marketing-Aufsatz: Manhattans eingebettete Applied Intelligence steuert Slotting, Order Streaming und Arbeitslastverteilung mit maschinellem Lernen statt mit starren Regelwerken. Für komplexe Omnichannel-Distributionszentren, tägliches Cross-Docking und 3PL-Mehrmandanten-Betrieb gibt es kaum etwas Stärkeres, Manhattan ist seit vielen Jahren in Folge Gartner-Magic-Quadrant-Leader für WMS. Den Haken kennt jeder, der angefragt hat: Der Einstieg ist teuer, die Implementierung dauert Monate und braucht erfahrene Partner. Für KMU oder einfache B2B-Lager ist das System überdimensioniert.

Für wen ist Manhattan Associates WMS?

Omnichannel-Einzelhändler: Wer parallel Filialen, Online-Shop und Großhandel aus demselben Distributionszentrum bedient, ist die Kernzielgruppe. Order Streaming verarbeitet Retail-, Wholesale- und Direct-Aufträge gleichzeitig und passt die Ressourcenzuteilung in Echtzeit an, wenn sich Prioritäten ändern. Das ist der Anwendungsfall, für den Manhattan gebaut wurde.

Lebensmittelgroßhändler und Frischwaren-Logistik: Tägliches Cross-Docking mit engen Zeitfenstern, dynamische Torbelegung nach Ausgangsroute, Mindesthaltbarkeits-Logik, Manhattan beherrscht die Hochfrequenz-Prozesse, an denen einfachere Systeme scheitern.

3PL-Dienstleister: Mehrere Mandanten mit jeweils eigenen Prozessen, SLAs und Abrechnungsmodellen auf einer Plattform zu verwalten, ist eine Manhattan-Paradedisziplin. Die Konfigurierbarkeit erlaubt mandantenspezifische Workflows ohne separate Installationen.

Konzerne mit integrierter Supply Chain: Unternehmen, die WMS, Labor Management (LMS), Yard Management und Transportation Management (TMS) aus einer Hand wollen, bekommen bei Manhattan eine durchgängige Plattform, mit dem bewussten Nebeneffekt, sich an einen Anbieter zu binden.

Weniger geeignet für: Kleine und mittlere Lager mit überschaubaren, stabilen B2B-Prozessen, hier ist Manhattan zu teuer und zu komplex. Reine Versandhändler ohne Omnichannel-Anforderungen finden günstigere, schneller einzuführende Alternativen. Und Unternehmen ohne Budget für externe Implementierungspartner sollten gar nicht erst anfragen.

Preise im Detail

Manhattan veröffentlicht keine Listenpreise. Es gibt keinen Self-Service-Tarif, keine öffentliche Preistabelle und keinen kleinen Einstieg zum Ausprobieren, alles läuft über Vertrieb und individuelles Angebot.

ModellPreisWas du bekommst
Manhattan Active Warehouse ManagementPreis auf AnfrageCloudnativer WMS-Zugang, Abrechnung nach Modulauswahl und Volumen
Vollplattform (WMS + TMS + Yard + Planning)Preis auf AnfrageMehrere Standorte, plattformweite Integration, Premium-SLA
Implementierung (einmalig)projektabhängigSI-Partner-Aufwand für Discovery, Konfiguration, Integration, Go-live

Einordnung: Enterprise-WMS-Preise sind branchenweit intransparent, und Manhattan bildet da keine Ausnahme. Kursierende Drittangaben (etwa ein Named-License-Einstieg im niedrigen vierstelligen Bereich pro Jahr) sind nicht offiziell belegt und taugen nicht zur Kalkulation. Die reale Rechnung bestimmen Modulauswahl, Transaktionsvolumen, Zahl der Standorte und der Implementierungsaufwand über einen erfahrenen Systemintegrator. Zur groben Orientierung (illustrativ, nicht von Manhattan bestätigt): Eine ernsthafte Enterprise-Einführung bewegt sich erfahrungsgemäß im sechsstelligen Jahresbereich plus separatem Implementierungsbudget. Wer diese Größenordnung nicht tragen kann oder dessen Prozesse sie nicht rechtfertigen, ist bei einer schlankeren Lösung besser aufgehoben. Manhattan lohnt sich erst, wenn Komplexität, Volumen und Omnichannel-Anforderungen die Kosten tragen.

Stärken im Detail

Die eingebettete Applied Intelligence ist echte KI im Kern, nicht aufgesetzt. Das System setzt maschinelles Lernen und Decision Science dort ein, wo es zählt: Slotting-Optimierung berechnet automatisch die effizientesten Lagerplätze, Order Streaming verteilt Arbeitslast adaptiv, und die Plattform erkennt Engpässe in Echtzeit, bevor sie zum Stillstand führen. Das bestätigt auch die offizielle Produktseite. Das ist der Unterschied zu regelbasierten WMS, die jede Ausnahme von Hand konfiguriert haben wollen.

Order Streaming statt Batch-Denken. Klassische Systeme arbeiten in Wellen (Wave Picking): Aufträge werden gesammelt, gebündelt, abgearbeitet. Manhattans Order Streaming löst das auf, Aufträge fließen kontinuierlich durch das System, Ressourcen werden laufend neu zugeordnet. Bei schwankenden Lastspitzen und Express-Aufträgen ist das ein echter Durchsatzvorteil.

Langjähriger Gartner-Magic-Quadrant-Leader. Das ist kein leeres Label: Manhattan steht seit fast zwei Jahrzehnten konstant in der Leader-Ecke und erhält in den Gartner Critical Capabilities Bestnoten für die anspruchsvollsten Lagerstufen (Level 3, 4 und 5). Produktseite und Newsroom nennen übereinstimmend 18 Mal in Folge. Es bleibt eine Herstellerangabe, aber für eine Investition dieser Größenordnung ist die Kontinuität ein verlässliches Signal.

Integriertes Labor-Management. Das LMS ist Teil der Plattform, kein Add-on: Es priorisiert Aufgaben in Echtzeit, prognostiziert Personalbedarf und gibt Mitarbeitenden direktes Performance-Feedback (inklusive Gamification-Elementen). Manhattan beziffert das Produktivitätspotenzial mit bis zu 20 %, eine Herstellerangabe, aber in der Praxis ist der Hebel bei manueller Lagerarbeit real.

Cloudnativ mit Zero-Downtime-Updates. Manhattan Active ist als Microservices-Architektur gebaut. Funktionsupdates kommen quartalsweise ohne die gefürchteten Big-Bang-Upgrade-Projekte, die ältere WMS alle paar Jahre lahmlegten. Eigene Erweiterungen über die API-First-Architektur überleben die Updates, weil sie sauber von der Standardlogik getrennt bleiben.

Eingebauter Warehouse Execution System (WES). Robotik und automatisierte Materialflusstechnik (Sortieranlagen, Put-Walls, automatische Lager- und Bereitstellungssysteme) lassen sich laut Hersteller direkt über das integrierte WES anbinden, ohne dass ein separates Integrationswerkzeug nötig wäre. Das senkt den Integrationsaufwand bei automatisierten Lägern spürbar und ist auf der offiziellen Produktseite als „WES Inside WMS” ausdrücklich genannt. Darüber hinaus nennt Manhattan auf der WMS-Produktseite inzwischen native KI-Agenten fürs Lager, namentlich Wave Coordinator Agent, Labor Agent und Warehouse Associate Agent, die auf denselben Echtzeit-Betriebsdaten arbeiten wie die Bedienenden. Wie ausgereift diese Agenten im Alltag tatsächlich sind, lässt sich von außen noch schwer beurteilen, hier lohnt eine gezielte Nachfrage in der Demo.

Schwächen ehrlich betrachtet

Der Preis ist und bleibt das größte Hindernis. Manhattan spielt am oberen Ende des Markts. Für ein Lager mit moderater Komplexität ist die Total Cost of Ownership schlicht nicht zu rechtfertigen. Wer hier anfragt, ohne ein sechsstelliges Jahresbudget zu haben, wird den Sales-Prozess als Zeitverschwendung erleben. Es gibt keinen Self-Service-Einstieg und keinen kleinen Tarif zum Ausprobieren.

Implementierung braucht erfahrene Partner, die in Deutschland rar sind. Ein Manhattan-Projekt ist kein Software-Kauf, sondern ein Transformationsprojekt über 6 bis 12 Monate. Es braucht zertifizierte Systemintegratoren mit echter Manhattan-Erfahrung, und davon gibt es im deutschsprachigen Raum deutlich weniger als etwa für SAP EWM. Wer den falschen Partner wählt, zahlt das doppelt, in Zeit und in Folgekosten.

Die agentische KI ist jung, und die Namensvielfalt stiftet Verwirrung. Manhattan bewirbt gleich mehrere KI-Ebenen: die eingebettete, ML-gestützte Applied Intelligence, neue native Lager-Agenten (Wave Coordinator, Labor, Warehouse Associate) und die Order-Care-KI Maven, die primär im Auftragsmanagement und Kundenservice angesiedelt ist, nicht in der Lagersteuerung. Für Einkäufer ist schwer zu trennen, was bereits produktiv im Einsatz ist und was Roadmap-Kommunikation bleibt. Wer von Manhattans GenAI-Marketing konkrete Ergebnisse erwartet, sollte in der Demo genau nachfragen, welche Agenten mit welchem Funktionsumfang im Warehouse-Modul tatsächlich verfügbar sind. Belastbar und seit Jahren im Kern verankert ist die eingebettete, ML-gestützte Applied-Intelligence-Schicht.

Vendor-Lock-in ist Teil des Geschäftsmodells. Die durchgängige Plattform aus WMS, TMS, Yard und Commerce ist eine Stärke, und eine Falle. Je mehr Manhattan-Module du nutzt, desto teurer wird ein späterer Wechsel. Die enge Kopplung ist beabsichtigt; ein Best-of-Breed-Ansatz mit Tools verschiedener Anbieter wird mit Manhattan im Zentrum aufwändig.

Volle Funktion erfordert dauerhafte Cloud-Anbindung. Als cloudnatives System ist Manhattan Active auf eine stabile Internetverbindung angewiesen. Für hochkritische Lagerumgebungen mit Null-Toleranz für Ausfälle muss die Netzanbindung entsprechend redundant ausgelegt werden, eine echte Offline-Autarkie wie bei manchen On-Premise-Systemen gibt es nicht.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Komplexe Produktionslogistik und Supply-Chain-Planung simulieren willst
Eine schlanke, günstigere Lösung für KMU-Lager brauchst(keine verifizierte Tool-Seite, siehe Hinweis unten)
Bereits tief im SAP-Ökosystem steckst(SAP EWM, keine eigene Tool-Seite)

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: SAP Extended Warehouse Management (EWM) ist die naheliegende Alternative für SAP-Häuser, günstiger im Verbund, aber prozessual schwerfälliger und ohne Manhattans Cloud-Agilität. Blue Yonder (ehemals JDA) ist der direkte Gartner-Wettbewerber auf Augenhöhe, ebenfalls Premium. Körber WMS und PSI Logistics sind etablierte DACH-Anbieter mit besserer lokaler Nähe. AutoStore-/Mecalux-Easy-WMS-Stacks lohnen sich, wenn Automatisierungshardware und WMS aus einer Hand kommen sollen. Manhattan ist keine Wahl für jeden Lagertyp, es ist die richtige Wahl, wenn Omnichannel-Komplexität, Volumen und Cross-Docking-Frequenz die Kosten tragen. Für alles darunter sind schlankere Systeme schneller produktiv und deutlich günstiger.

So steigst du ein

Schritt 1: Anforderungserhebung über manh.com. Manhattan führt typischerweise ein zweistufiges Evaluationsverfahren durch, ein Executive Briefing (strategischer Fit, Kostenrahmen) und eine technische Deep-Dive-Demo mit Live-System. Bringe einen konkreten Prozessfall mit (z. B. „Wir haben täglich 120 Cross-Docking-Einheiten über 8 Ausgangstore”), damit die Demo aussagekräftig konfiguriert wird statt nur Folien zu zeigen.

Schritt 2: Nach Vertragsabschluss startet das Implementierungsprojekt: Discovery-Phase mit Prozess-Mapping, dann Konfiguration, dann Integrations-Sprints (ERP, EDI, RFID, ggf. Automatisierungshardware). Plane realistisch 6 bis 12 Monate bis zum ersten Go-live und sichere dir frühzeitig einen erfahrenen Implementierungspartner, die Partnerwahl entscheidet über Erfolg oder Frust.

Schritt 3: Nach dem Go-live läuft Manhattan im cloudnativen SaaS-Modell mit kontinuierlichen Minor-Updates. Größere Funktionserweiterungen kommen quartalsweise ohne Downtime-Upgrade-Projekt. Nutze diese Phase, um die Intelligence-Funktionen (Slotting-Optimierung, Order Streaming) schrittweise zu aktivieren und mit echten Betriebsdaten zu kalibrieren, ihr voller Wert entfaltet sich erst mit historischen Daten.

Ein konkretes Beispiel

Ein illustratives Szenario, wie ein Einsatz aussehen kann (kein realer Kundenfall): Ein Lebensmitteleinzelhändler aus dem Rheinland mit 14 Filialen und einem zentralen Distributionszentrum nutzt Manhattan Active WM für tägliches Cross-Docking von Frischware. Das System empfängt ASN von 25 Lieferanten, plant Torzuweisungen dynamisch nach Ausgangsroute und Priorität und koordiniert den Einsatz von 18 Flurförderfahrzeugen über das integrierte Labor-Management. Order Streaming sortiert eingehende Filial- und Online-Aufträge laufend neu, statt sie in starren Wellen abzuarbeiten. In einem solchen Aufbau lassen sich Fehleinsätze von Fördermitteln (LKW wartet, Stapler fährt leere Route) spürbar reduzieren und die Durchlaufzeit kritischer Frischware-Sendungen verkürzen. Wirtschaftlich wird die Investition nur, weil das tägliche Cross-Docking-Volumen und die Omnichannel-Komplexität die hohen Lizenz- und Implementierungskosten rechtfertigen, für ein einfacheres B2B-Lager wäre dieselbe Lösung Overkill.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Die Manhattan-Active-Plattform läuft laut Trust Center auf Google Cloud, das ältere SCALE-Produkt (MA-SCALE) auf Microsoft Azure. Für die Active-Plattform stehen EU-Regionen zur Verfügung (u. a. Niederlande und Belgien), sodass sich eine EU-Datenresidenz vertraglich festlegen lässt. Anbieter ist Manhattan Associates, Inc. (Atlanta, USA) mit europäischer Niederlassung.
  • Zertifizierungen: Das Trust Center weist SOC 1 Type II, SOC 2 Type II, SOC 3 und PCI-DSS aus und kommuniziert DSGVO-Konformität. Security-, Privacy- und Compliance-Dokumente gibt es auf Anfrage über trustcenter.manh.com.
  • Datennutzung: Betriebs- und Lagerdaten werden zur Erbringung des Dienstes und für die ML-gestützte Optimierung (Slotting, Forecasting) verarbeitet. Die genaue Datennutzung und etwaige Aggregation regelt der Enterprise-Vertrag.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Als Enterprise-SaaS standardmäßig Bestandteil des Vertragswerks. AVV, Standardvertragsklauseln und EU-Datenresidenz sind in der Verhandlung explizit zu fixieren.
  • Zugriff & Rollen: Granulare Rollen- und Rechteverwaltung, mandantenfähig (wichtig für 3PL-Szenarien), Audit-Logs auf Plattformebene.
  • Empfehlung für Unternehmen: Da ein WMS überwiegend Logistik- und Betriebsdaten verarbeitet, ist das Personenbezug-Risiko geringer als bei Kundendaten-Tools, relevant wird es beim integrierten Labor-Management (Mitarbeiter-Performance). Hier vor Einführung Betriebsrat einbinden und eine Datenschutz-Folgenabschätzung für die Leistungsdaten der Beschäftigten durchführen. EU-Datenresidenz und AVV gehören in jeden Vertrag.

Gut kombiniert mit

  • , für die vorgelagerte Supply-Chain-Planung und Produktionsfeinplanung: Quintiq optimiert, was geplant wird, Manhattan steuert, wie es im Lager ausgeführt wird. Sinnvoll in produktionsnahen Distributionsnetzen.
  • ERP-Systeme (SAP, Oracle, Microsoft Dynamics), Manhattan WMS lebt von der ERP-Anbindung: Stammdaten, Bestände und Auftragsdaten fließen über standardisierte Schnittstellen. Eine saubere ERP-Integration ist Voraussetzung, nicht Kür.
  • EDI- und ASN-Plattformen, für die Anbindung von Lieferanten und Spediteuren. Cross-Docking funktioniert nur, wenn Avisierungsdaten (ASN) zuverlässig und früh genug eintreffen, eine robuste EDI-Schicht ist der stille Erfolgsfaktor jedes Manhattan-Projekts.

Unser Testurteil

Manhattan Associates WMS verdient 4 von 5 Sternen. In seiner Disziplin, komplexe Omnichannel-Distribution, Hochfrequenz-Cross-Docking, 3PL-Mehrmandanten-Betrieb, ist es technisch führend, und das mit Substanz: Die KI steckt als eingebettete Applied Intelligence im Kern und steuert Slotting, Order Streaming und Arbeitslast tatsächlich mit maschinellem Lernen, nicht mit aufgesetztem Marketing, das bestätigt auch die offizielle Produktseite. Die langjährige Gartner-Leader-Position ist verdient. Den fünften Stern kostet vor allem der Preis: Manhattan ist für KMU und einfache B2B-Lager schlicht nicht erreichbar, der Einstieg ist sechsstellig, die Implementierung lang und partnerabhängig. Hinzu kommt, dass die agentische KI noch jung ist, die vielen KI-Marken (Applied Intelligence, native Lager-Agenten, Order-Care-KI Maven) den Blick auf den tatsächlichen Funktionsstand erschweren und der Vendor-Lock-in beabsichtigt ist. Für die richtige Zielgruppe gibt es trotzdem kaum etwas Besseres, man muss nur zu dieser Zielgruppe gehören.

Was wir bemerkt haben

  • Juli 2026 (neu): native Lager-KI-Agenten, Manhattan nennt auf der WMS-Produktseite inzwischen dedizierte KI-Agenten fürs Lager (Wave Coordinator Agent, Labor Agent, Warehouse Associate Agent), die auf denselben Echtzeit-Betriebsdaten arbeiten wie die Bedienenden. Die separat vermarktete Order-Care-KI Maven adressiert dagegen das Auftragsmanagement und den Kundenservice („Agentic Order Care”), nicht die Lagersteuerung. Die Praxisreife der neuen Lager-Agenten ist von außen noch schwer zu beurteilen.
  • Juli 2026: Gartner-Zahl vereinheitlicht, Produktseite und Newsroom nennen Manhattan nun übereinstimmend als 18-maligen Leader im Gartner Magic Quadrant für WMS (frühere Seiten führten teils noch 17). Unabhängig vom exakten Stichtag ist diese Kontinuität im WMS-Markt einzigartig.
  • Cloud-Landschaft, Die cloudnative Manhattan Active-Plattform läuft auf Google Cloud und ist das Flaggschiff für Neueinführungen. Das ältere SCALE-Produkt existiert weiter als managed Cloud-Angebot (MA-SCALE) auf Microsoft Azure, ein vollständiges Auslaufen ist damit nicht bestätigt. Bestandskunden alter On-Premise-Versionen stehen perspektivisch dennoch vor einem Plattformwechsel.
  • Preis-Transparenz, Manhattan veröffentlicht weiterhin keine Listenpreise. Kursierende Drittangaben (etwa ein Named-License-Einstieg im niedrigen vierstelligen Bereich) sind nicht offiziell belegt und taugen nicht zur Kalkulation; die reale Rechnung entsteht im Angebot und ist regelmäßig sechsstellig pro Jahr. Diese Intransparenz ist branchentypisch für Enterprise-WMS, erschwert aber den Vergleich für Einkäufer.

Quellen

  1. Manhattan Associates – Warehouse Management (Produktseite). https://www.manh.com/products/warehouse-management (abgerufen am 2026-07-18). Cloudnative Microservices-Plattform mit quartalsweisen, versionslosen Updates; ML-gestuetzte Applied Intelligence und Order Streaming; native KI-Agenten (Wave Coordinator, Labor, Warehouse Associate); Labor Management mit bis zu 20 % Produktivitaetssteigerung; WES Inside WMS; 18-maliger Gartner-Magic-Quadrant-Leader fuer WMS; keine oeffentlichen Preise.
  2. Manhattan Associates – Newsroom. https://www.manh.com/newsroom (abgerufen am 2026-07-18). 18-maliger Leader im Gartner Magic Quadrant fuer WMS; Manhattan Active Maven als agentische Order-Care-Loesung.
  3. Manhattan Associates – Trust Center. https://trustcenter.manh.com/ (abgerufen am 2026-07-18). Manhattan Active auf Google Cloud (EU-Regionen u. a. Niederlande, Belgien), MA-SCALE auf Microsoft Azure; SOC 1 Type II, SOC 2 Type II, SOC 3, PCI-DSS; DSGVO-Konformitaet.

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