itslearning
itslearning AS
itslearning ist ein europäisches LMS (Learning Management System) für Schulen und Hochschulen, das 1999 in Norwegen gegründet wurde und in Skandinavien sowie Deutschland breit eingesetzt wird. In Deutschland wird die Plattform über Dataport als dBildungscloud für mehrere Bundesländer bereitgestellt und erfüllt strenge DSGVO-Anforderungen mit EU-Datenhosting.
Kosten: Jahreslizenzen pro Institution auf Anfrage; Preise richten sich nach Nutzerzahl und Konfiguration — keine öffentliche Preisliste
Stärken
- Europäisches Unternehmen mit DSGVO-konformer Datenhaltung in der EU
- Breite Adoption in deutschen Bundesländern über Dataport-dBildungscloud
- Benutzerfreundliche Oberfläche für Lehrkräfte ohne technisches Vorwissen
- Umfassendes Funktionspaket: Aufgaben, Beurteilungen, Kommunikation, Stundenplanung
- Hunderte LTI-Integrationen sowie Microsoft 365- und Google-Workspace-Anbindung
Einschränkungen
- Preise ausschließlich auf Anfrage — kein direkter Preisvergleich möglich
- Geringerer Integrationsmarktplatz als Moodle oder Canvas
- Mobile App-Erfahrung hinter moderneren Wettbewerbern
- Kaum für Unternehmensschulungen geeignet — Fokus liegt auf institutioneller Bildung
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Deine Schule oder Bildungseinrichtung befindet sich in einem Dataport-Bundesland (z. B. Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen)
- DSGVO-Konformität und EU-Datenhosting sind nicht verhandelbar
- Du brauchst ein komplettes LMS für Unterrichtsplanung, Aufgaben und Benotung
- Du möchtest eine bewährte Plattform mit langer Erfolgsspur in europäischen Schulen
Wann nein
- Du suchst eine kostenlose oder freemium-Lösung — itslearning ist ausschließlich kostenpflichtig
- Du brauchst ein LMS für Unternehmensschulungen oder Corporate Learning
- Du willst einen flexiblen Open-Source-Ansatz mit vollständiger Kontrolle
- Du benötigst einen transparenten öffentlichen Preisvergleich vor der Entscheidung
Kurzfazit
itslearning ist das führende europäische LMS für Schulen mit ernstem DSGVO-Anspruch. Die Plattform aus Norwegen bietet alles, was eine Bildungseinrichtung für den digitalen Unterrichtsalltag braucht — von Aufgaben und Beurteilungen bis zu Kommunikation und Stundenplanung — und betreibt das Ganze auf EU-Servern mit nachgewiesener Datenschutzkonformität. In Deutschland profitieren mehrere Bundesländer von der Integration über die Dataport-dBildungscloud. Der wesentliche Nachteil: Preise nur auf Anfrage und ein engerer Integrationsmarktplatz als Open-Source-Wettbewerber wie Moodle.
Für wen ist itslearning?
Lehrkräfte an deutschen Schulen: Wer nicht viel technisches Vorwissen mitbringt, schätzt die intuitive Oberfläche. Aufgaben erstellen, Bewertungen erfassen und Nachrichten an Eltern schicken — das funktioniert ohne IT-Studium. itslearning ist so konzipiert, dass Lehrkräfte sofort produktiv sind, nicht erst nach einem mehrtägigen Training.
Schulträger und Bildungsministerien: Für öffentliche Träger, die rechtssicher mit Schülerdaten umgehen müssen, ist das EU-Datenhosting ein entscheidendes Argument. Bundesländer, die bereits über Dataport (dBildungscloud) angebunden sind, müssen keine eigene Ausschreibung durchführen.
Hochschulen mit strukturiertem Kursbetrieb: Hochschulen, die ein vollständiges LMS mit Kursverwaltung, SCORM-Unterstützung und Bewertungsmanagement suchen, finden in itslearning eine robuste Alternative zu Moodle — ohne Eigeninstallation und Serverwartung.
IT-Administratoren an Schulen: Administratoren schätzen die zentrale Nutzerverwaltung, LDAP/Active Directory-Integration und die vorab konfigurierten Integrationen für Microsoft 365 und Google Workspace. Onboarding neuer Nutzer per CSV-Import geht schnell.
Weniger geeignet für: Unternehmen, die Mitarbeiterschulungen digitalisieren wollen (besser: Moodle oder spezialisierte Corporate-LMS). Bildungseinrichtungen mit kleinem Budget, die eine transparente Preisoption ohne Verhandlung brauchen. Entwicklerteams, die eine vollständig anpassbare Open-Source-Plattform wollen.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Für wen |
|---|---|---|
| Schullizenzen | Auf Anfrage (Jahresvertrag) | Einzelne Schulen oder kleine Träger |
| Träger-/Landeslizenzen | Auf Anfrage (Volumen-Rabatte) | Schulträger mit mehreren Schulen, Bundesländer |
| dBildungscloud (Dataport) | Über Landesrahmenvertrag | Schulen in angeschlossenen Bundesländern |
| Hochschullizenzen | Auf Anfrage | Hochschulen und Fachhochschulen |
Einordnung: itslearning veröffentlicht keine Listenpreise — das ist in der institutionellen Bildungssoftware üblich, erschwert aber den Direktvergleich erheblich. Schulen in Bundesländern, die über die Dataport-dBildungscloud angebunden sind (Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt), haben in der Regel keinen direkten Verhandlungsaufwand, da die Konditionen auf Landesebene ausgehandelt werden. Für alle anderen gilt: Kostenvoranschlag anfragen und mit Moodle (Open Source, aber mit Eigenhosting-Kosten) oder anderen Anbietern vergleichen.
Stärken im Detail
EU-Datenhosting als echtes Alleinstellungsmerkmal. itslearning ist eines der wenigen LMS mit echtem europäischem Hintergrund und nachweisbarer EU-Datenhaltung. Für Schulen, die mit Minderjährigen und sensiblen Schülerdaten arbeiten, ist das kein Nice-to-have, sondern rechtliche Notwendigkeit. Im Gegensatz zu US-amerikanischen Plattformen wie Canvas (Instructure, USA) oder Schoology entfällt die Frage nach Drittlandtransfers vollständig.
Funktionstiefe für den schulischen Alltag. Die Plattform bietet alles aus einer Hand: Stundenplanung, Aufgaben mit Abgabefristen, Peer-Bewertungen, Quizze, Lernpfade, Eltern-Kommunikation und Berichtswesen. Lehrkräfte müssen nicht zwischen mehreren Tools wechseln. Besonders praktisch: Bewertungen fließen automatisch in das digitale Gradebook ein, ohne manuelle Übertragung.
dBildungscloud-Integration für mehrere Bundesländer. Die Zusammenarbeit mit Dataport bedeutet, dass Schulen in mehreren norddeutschen Bundesländern itslearning ohne eigene Ausschreibung einführen können. Dataport übernimmt Hosting, Wartung und Updates — Schulen müssen sich um keine Infrastruktur kümmern. Das senkt die Einstiegshürde erheblich.
Breite LTI-Integration und Microsoft 365-Anbindung. Hunderte Drittanbieter-Tools lassen sich per LTI-Standard einbinden — von digitalen Schulbüchern über Videokonferenzen bis hin zu Übungsplattformen. Die native Microsoft 365-Integration erlaubt das direkte Einreichen von Word- und PowerPoint-Dokumenten, ohne Dateien manuell hochzuladen. Google Workspace ist ebenfalls integrierbar.
Schwächen ehrlich betrachtet
Keine öffentlichen Preise — Verhandlung unvermeidlich. Wer wissen will, was itslearning kostet, muss ein Gespräch vereinbaren. Das verzögert Evaluierungsprozesse und macht Preisvergleiche schwierig. Für Schulen außerhalb der Dataport-Bundesländer ist das ein echter Aufwandsblock.
Geringerer Integrationsmarktplatz als Moodle oder Canvas. Moodle bietet Tausende von Plugins, Canvas hat einen gut gefüllten Drittanbieter-Marktplatz. itslearning ist hier enger aufgestellt — was für Standardanwendungsfälle kein Problem ist, aber für Hochschulen mit sehr spezifischen Anforderungen zum Engpass werden kann.
Mobile App hinter modernen Standards. Zwar gibt es Apps für iOS und Android, aber Nutzerbewertungen aus der Praxis zeigen, dass die mobile Erfahrung hinter neueren Plattformen zurückbleibt. Insbesondere das Erstellen und Bewerten von Aufgaben auf dem Smartphone ist umständlicher als bei Canvas oder Schoology.
Kein Corporate-Learning. itslearning ist konsequent auf den schulischen und hochschulischen Kontext ausgerichtet. Wer ein LMS für Mitarbeiterschulungen, Compliance-Trainings oder Onboarding sucht, findet hier die falsche Plattform. Die Terminologie, die Rollen (Schüler, Lehrkraft, Eltern) und die Features passen nicht zum Unternehmenskontext.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Open Source und volle Kontrolle über Hosting willst | Moodle |
| Formative Echtzeit-Assessments im Unterricht willst | Goformative |
| Microsoft-Office-tief integriertes Ökosystem für die Schule suchst | Microsoft 365 Copilot |
| KI-gestützte Inhalte und Wissensmanagement ergänzen willst | Notion AI |
itslearning ist nicht das günstigste und nicht das flexibelste LMS — aber es ist das europäischste, DSGVO-konformste und für öffentliche Schulen in Deutschland oft das pragmatischste, weil die Infrastruktur über Dataport bereits geregelt ist.
So steigst du ein
Schritt 1: Prüfe zunächst, ob dein Bundesland bereits über die Dataport-dBildungscloud an itslearning angebunden ist. Norddeutsche Bundesländer wie Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen haben Rahmenverträge. Wende dich an dein Schulamt oder Bildungsministerium — oft gibt es bereits koordinierte Onboarding-Prozesse für Schulen.
Schritt 2: Richte die Basisstruktur ein: Klassen anlegen, Lehrkräfte und Schülerinnen importieren (CSV oder LDAP). itslearning bietet geführte Onboarding-Checklisten und Videotutorials speziell für Lehrkräfte ohne technisches Vorwissen. Starte mit nur drei Kernfunktionen: Aufgaben stellen, Ergebnisse einsammeln, Noten eintragen.
Schritt 3: Schalte die Microsoft 365- oder Google Workspace-Integration frei, damit Schülerinnen direkt aus ihren Büroanwendungen in itslearning abgeben können. Füge dann Schritt für Schritt weitere Funktionen hinzu: Elternzugang, LTI-Drittanbieter (digitale Schulbücher, Videokonferenzen), adaptive Lernpfade. Überlade die Plattform nicht sofort — Akzeptanz bei Lehrkräften steigt mit einem sanften Rollout.
Ein konkretes Beispiel
Eine IGS (Integrierte Gesamtschule) in Hamburg mit 1.100 Schülerinnen nutzt itslearning über die Dataport-dBildungscloud. Alle Unterrichtsmaterialien werden digital verteilt — keine gedruckten Arbeitsblätter mehr. Lehrkräfte vergeben Hausaufgaben mit Abgabedatum direkt in itslearning, Schülerinnen laden Lösungen via Microsoft 365 hoch, Korrekturen fließen automatisch ins digitale Notenblatt. Die Schule spart rund 4.000 EUR pro Jahr an Druckkosten, und Eltern können den Lernfortschritt ihrer Kinder täglich nachverfolgen. Datenschutzbedenken entfallen vollständig, da Dataport den Betrieb auf deutschen Servern übernimmt und die IT-Abteilung der Schule keine eigene Infrastruktur warten muss.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: EU (Rechenzentren in Europa; für dBildungscloud-Nutzer: Deutschland über Dataport)
- Unternehmenssitz: Bergen, Norwegen — unterliegt europäischem Datenschutzrecht (DSGVO)
- Datennutzung: itslearning nutzt Schüler- und Lehrerdaten nicht für Werbung oder Training externer KI-Modelle
- AVV: Auftragsverarbeitungsvertrag verfügbar — wird für institutionelle Kunden standardmäßig abgeschlossen
- Eltern- und Schülerrechte: Auskunfts- und Löschrechte sind über die Plattform durch Administratoren umsetzbar
- Empfehlung für Schulen: Die Datenschutz-Grundkonfiguration ist gut aufgestellt. Dennoch sollten Schulen in ihrer Datenschutzrichtlinie dokumentieren, welche Daten in itslearning verarbeitet werden, und einen schulischen Datenschutzbeauftragten einbeziehen. Für Bundesländer mit Dataport-Integration ist die AVV-Situation bereits auf Landesebene geregelt.
Gut kombiniert mit
- Goformative — digitale Formativtests und Echtzeit-Feedback ergänzen itslearning ideal: itslearning übernimmt den Kursbetrieb, Goformative liefert das schnelle Unterrichtsfeedback ohne aufwendiges LMS-Kursdesign
- Microsoft 365 Copilot — über die native Microsoft 365-Integration in itslearning können Schülerinnen Dokumente direkt einreichen; Lehrkräfte nutzen Copilot zur schnellen Unterrichtsplanung und Feedback-Generierung
- Moodle — manche Bildungseinrichtungen setzen beide LMS parallel ein: itslearning für K-12-Schulen (einfachere Oberfläche, Dataport-Integration), Moodle für Hochschulen mit IT-Ressourcen und Open-Source-Anforderungen
Unser Testurteil
itslearning verdient 4 von 5 Sternen. Die Plattform liefert genau das, was Schulen in Deutschland brauchen: ein vollständiges LMS mit DSGVO-konformem EU-Hosting, verständlicher Bedienung und einer bewährten Integration über die Dataport-dBildungscloud. Den fünften Stern kosten die intransparente Preisgestaltung, der engere Integrationsmarktplatz im Vergleich zu Moodle und die mobile App, die noch Aufholbedarf hat. Für öffentliche Schulen in Norddeutschland, die bereits über Dataport angebunden sind, ist itslearning die naheliegendste Wahl — pragmatisch, rechtssicher, bewährt.
Was wir bemerkt haben
- 2024–2025 — itslearning hat den Fokus auf KI-gestützte Funktionen ausgebaut: Lernempfehlungen, automatisierte Feedback-Vorschläge für Lehrkräfte und Analysewerkzeuge für Lernfortschritt. Diese Features befinden sich noch in der Einführungsphase und sind in der Praxis noch nicht flächendeckend ausgerollt.
- 2023 — Die Dataport-dBildungscloud hat sich als stabiler Betriebsrahmen für norddeutsche Bundesländer etabliert. Damit ist itslearning für diese Schulen de facto der Standard, ohne dass Schulen eigene Lizenzverhandlungen führen müssen.
- 2021 — itslearning wurde von Sanoma Learning, einer großen europäischen Bildungsgruppe, übernommen. Der Betrieb läuft weiter unter der Marke itslearning, aber die Eigentümerstruktur hat sich geändert — ein Faktor, den Schulträger bei langfristigen Abhängigkeiten im Blick behalten sollten.
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