Fresha
Fresha Group Ltd. (ehemals Shedul)
Eine der größten Booking- und Kassen-Plattformen für Salons, Spas und Beauty-Studios in Europa. Anfang 2025 hat Fresha das frühere Gratis-Modell durch kostenpflichtige Abos ersetzt; KI-Funktionen wie dynamische Preisgestaltung, Marketing-Autopilot und sprachgesteuerter Reception-Assistent sind Add-ons obendrauf.
Kosten: Seit Anfang 2025 kostenpflichtige Abos statt Gratis-Software: Independent ca. 12,95 €/Monat (ein bookbarer Mitarbeiter), Team ca. 8,95 €/Monat pro Mitarbeiter, Enterprise auf Anfrage (ab 20 Mitarbeitende), je 7 Tage kostenlos testen. Dazu Zahlungsgebühren (ca. 1,29 % + 0,20 € via Fresha Pay), eine einmalige Provision auf Neukunden aus dem Marketplace (rund 20 % des ersten Termins, min. 6 €) und kostenpflichtige Add-ons wie SMS-Marketing, Smart Pricing oder den AI-Receptionist.
Stärken
- Kalender, Kasse und Kundenkartei in einem Tool, günstige Einstiegs-Abos ab ca. 8,95 €/Mitarbeiter
- EU-Datenhosting, deutscher Support und vollständige deutsche Oberfläche
- Eingebauter Marketplace bringt Neukunden ohne eigenes Marketing
- Smart Pricing senkt automatisch Preise in schwachen Slots, echte ML-Logik
- Marketing Boost steuert SMS- und E-Mail-Kampagnen zielgruppen-spezifisch
Einschränkungen
- Provision auf Marketplace-Neukunden (~20 % des ersten Termins) summiert sich
- AI-Receptionist und Smart Pricing sind Add-ons, kein Bestandteil der Gratis-Version
- Datenexport ist möglich, aber bei Wechsel auf andere Software mühsam
- Support reagiert vor allem per Chat, keine deutsche Hotline
Passt gut zu
Kurzfazit
Fresha (gegründet 2015 in London als Shedul, 2019 umbenannt) ist eine der größten Salon-Plattformen weltweit. Achtung, wichtige Änderung: Anfang 2025 hat Fresha sein langjähriges Gratis-Modell abgeschafft und auf kostenpflichtige Abos umgestellt (Independent ca. 12,95 €/Monat, Team ca. 8,95 €/Monat pro Mitarbeiter, je 7 Tage Testphase). Dazu kommen weiterhin Zahlungsgebühren, Marketplace-Provisionen und Add-on-Kosten. Für deutsche Salons mit DSGVO-Anforderungen bleibt es ein faires, vergleichsweise günstiges Modell, das frühere Hauptargument “komplett kostenlos” gilt aber nicht mehr. Bei den KI-Features hängt Fresha hinter Timely zurück, hat aber 2024 mit Smart Pricing und 2025 mit dem AI-Receptionist nachgelegt, beides keine Spielereien, sondern produktiv nutzbar. Wer ein klassisches Booking-System will, nimmt Fresha; wer KI ins Zentrum stellt, schaut eher zu Timely.
Für wen ist Fresha?
Einzelunternehmer und kleine Studios: Wer nur einen Stuhl, eine Kabine oder zwei Mitarbeitende verwaltet, bekommt mit Fresha alles, was nötig ist, Online-Buchung, Kasse, Kundenkartei, automatische Erinnerungen. Der Independent-Plan beginnt bei rund 12,95 €/Monat, der Team-Plan bei ca. 8,95 €/Monat pro Mitarbeiter, das ist im Vergleich zu Timely oder Salonized immer noch ein günstiger Einstieg, seit Anfang 2025 aber nicht mehr gratis.
Mittelgroße Salons (5–30 Mitarbeitende): Hier zahlt sich der eingebaute Marketplace aus. Fresha listet dein Profil unter fresha.com und vermittelt Neukunden gegen Provision. Für junge Studios, die noch keine etablierte Stammkundschaft haben, ist das ein echter Wachstumshebel.
Spas und Wellness-Hotels: Mehrere Behandlungsräume, Pakete, Gutscheine und Mitarbeiterprovisionen lassen sich abbilden. Smart Pricing kann gezielt Off-Peak-Slots an Werktagen vormittags füllen, relevant für Spa-Betriebe mit hohen Fixkosten.
Beauty-Ketten mit mehreren Standorten: Fresha skaliert auf mehrere Filialen mit zentralem Reporting. Die Stärke liegt in einheitlichen Prozessen über alle Standorte hinweg, weniger in Franchise-spezifischen Features.
Weniger geeignet für: Reine medizinische Praxen (keine Abrechnung mit Krankenkassen), Coaching-Anbieter ohne physische Räume (überdimensioniert), und Salons, die ihre Kundendaten strikt vom Anbieter abschotten wollen, Fresha analysiert Buchungsmuster für seine Marketplace-Empfehlungen mit. Wer ein No-AI-Tool sucht, ist bei klassischen lokalen Lösungen besser aufgehoben.
Preise im Detail
| Komponente | Kosten |
|---|---|
| Independent-Abo (ein bookbarer Mitarbeiter) | ca. 12,95 €/Monat, 7 Tage kostenlos testen |
| Team-Abo (mehrere Mitarbeitende) | ca. 8,95 €/Monat pro Mitarbeiter, 7 Tage kostenlos testen |
| Enterprise (ab 20 Mitarbeitende) | auf Anfrage |
| Fresha Pay (Kartenzahlung in der Kasse) | ca. 1,29 % + 0,20 € pro Transaktion (je nach Land/Methode) |
| Marketplace-Provision auf Neukunden | einmalig rund 20 % des ersten Termins, min. 6 € (Folgetermine provisionsfrei) |
| SMS-Erinnerungen | Pay-as-you-go ab ca. 0,07 € pro SMS, je nach Land |
| Marketing Boost (E-Mail-/SMS-Kampagnen) | Pay-as-you-go, je nach Reichweite |
| Smart Pricing (KI-Preisoptimierung) | als Teil der erweiterten Marketing-Module |
| AI-Receptionist (Telefon-KI) | kostenpflichtiges Add-on, Preis abhängig vom Anrufvolumen |
Einordnung: Fresha war jahrelang dafür bekannt, die Grundsoftware komplett gratis zu halten. Anfang 2025 hat der Anbieter dieses Modell beendet und kostenpflichtige Abos eingeführt (Independent ca. 12,95 €/Monat, Team ca. 8,95 €/Monat pro Mitarbeiter), beide mit 7-tägiger Testphase. Obendrauf bleibt das transaktionsbezogene Modell: Zahlungsgebühren, Marketplace-Provisionen, SMS und Add-ons. Für einen Salon mit drei Mitarbeitenden und 10.000 € Jahresumsatz über Fresha Pay liegt der reale Aufwand grob bei rund 320 € Abo (3 × 8,95 €/Monat) plus ca. 150 € Zahlungsgebühren plus etwaige SMS- und Marketplace-Kosten pro Jahr. Das ist im Marktvergleich weiterhin günstig, der frühere Null-Euro-Einstieg ist aber Geschichte, plane die Abogebühr fest ein.
Stärken im Detail
Die Grundsoftware ist vollständig und günstig. Kalender, Kasse, Kundenkartei, Online-Buchung, automatische Bestätigungen und Erinnerungen sind ohne künstliche Funktionslimits nutzbar. Bis Anfang 2025 war dieses Paket sogar komplett kostenlos, inzwischen kostet es ab ca. 8,95 €/Monat pro Mitarbeiter (Team-Plan) bzw. 12,95 €/Monat (Independent), beide mit 7-tägiger Testphase. Damit liegt Fresha im Marktvergleich immer noch am günstigen Ende, hat seinen früheren Gratis-Vorteil aber verloren.
Smart Pricing ist mehr als ein Marketing-Slogan. Das System analysiert historische Buchungen, identifiziert schwache Zeitfenster und schlägt automatische Rabatte vor, typischerweise 10–25 % auf Slots, die sonst leer bleiben würden. Salons berichten von 10–15 % höherer Auslastung in zuvor toten Stunden. Hier steckt echte ML hinter, nicht nur eine Wenn-Dann-Regel.
Der eingebaute Marketplace senkt die Akquise-Kosten. Über fresha.com suchen täglich Tausende von Endkunden gezielt nach Salons in ihrer Nähe. Für einen jungen Studio-Inhaber ist das ein gewichtiger Vorteil gegenüber Timely oder Salonized, die keinen vergleichbaren Endkundenkanal mitliefern. Die 20-%-Provision tut weh, fällt aber nur auf den ersten Termin an.
Marketing Boost steuert Kampagnen mit Zielgruppen-Logik. SMS- und E-Mail-Kampagnen werden anhand von Buchungshistorie, Inaktivität und Service-Präferenz segmentiert, der „6 Wochen kein Termin”-Trigger an die richtigen Kundinnen läuft auf Knopfdruck. Das ist nicht Magie, aber solide Automatisierung mit messbarem ROI.
EU-Hosting und deutsche Oberfläche sind echt umgesetzt. Fresha betreibt seine Server-Infrastruktur in der EU, hat eine vollständige deutsche UI, deutsche AGB und einen AVV nach DSGVO. Das ist für viele deutsche Salons der entscheidende Unterschied zu rein US-basierten Systemen.
Schwächen ehrlich betrachtet
Die Marketplace-Provision summiert sich schneller, als man denkt. Bei 20 % auf den Erst-Termin und einem durchschnittlichen Service-Wert von 80 € sind das 16 € pro Neukundin, wer 30 Marketplace-Neukunden im Monat gewinnt, zahlt 480 € allein dafür. Sobald sich der Marketplace etabliert, ist das ein de-facto-Werbebudget, das man bewusst kalkulieren muss.
KI-Features sind Add-ons, kein Standard. Smart Pricing und der AI-Receptionist sind nicht im Basis-Abo enthalten und werden separat berechnet. Wer auf Basis der Werbung „KI-gestützt” einsteigt, sollte vorab klären, welche Module im Abo stecken und welche extra kosten, die meisten ML-Funktionen kosten on top.
Datenexport ist nominal möglich, in der Praxis aber unangenehm. Bei einem Wechsel auf eine andere Plattform bekommst du Kunden- und Buchungsdaten als CSV, die historischen Notizen, Foto-Anhänge und Loyalty-Punkte sind aber teilweise nicht übertragbar. Wer langfristig flexibel bleiben will, sollte separat ein Backup pflegen.
Support reagiert per Chat, nicht per Hotline. Fresha hat zwar deutschsprachigen Support, aber keinen klassischen Telefonkanal. Wer es gewohnt ist, im Notfall jemanden anzurufen, etwa wenn die Kasse Freitagabend streikt, kann das als Mangel empfinden. Die Antwortzeiten im Chat sind in der Regel unter zwei Stunden, aber nicht garantiert.
Der AI-Receptionist klingt synthetisch. Die Voice-AI nimmt Anrufe entgegen, plant Termine und beantwortet Standard-Fragen, funktioniert technisch, hört sich aber für deutsche Ohren noch deutlich künstlich an. In Premium-Salons, in denen Kunden persönliche Ansprache erwarten, wäre der Einsatz aktuell heikel.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | … nimm |
|---|---|
| KI-Features als zentrales Argument willst | Timely |
| Reine Marketplace-Reichweite suchst | Treatwell |
| Sehr starke mobile App und Marketplace willst | Booksy |
| Ein klassisches Salon-Abo ohne Provision suchst | Salonized |
Phorest ist eine weitere etablierte Alternative für größere Salonketten mit eigenem Außendienst, kein Verwandter von Fresha, sondern ein separates irisches Unternehmen. Wer nur einen Online-Kalender ohne Kasse braucht, ist mit klassischen Termintools wie Calendly meist günstiger und einfacher unterwegs.
So steigst du ein
Schritt 1: Auf fresha.com/de registrieren, Salon-Stammdaten eingeben (Name, Adresse, Öffnungszeiten, Steuersatz). Die deutsche Oberfläche ist Standard, kein zusätzliches Setup nötig.
Schritt 2: Mitarbeitende anlegen, Dienstleistungen mit Dauer und Preis erfassen. Achte darauf, Pufferzeiten realistisch zu setzen, sonst kollidieren Online-Buchungen mit den tatsächlichen Behandlungszeiten.
Schritt 3: Online-Buchungswidget aktivieren, in deine Website einbauen oder den fresha.com-Marketplace-Link teilen. Optional: Fresha Pay für Kartenzahlung verbinden, SMS-Erinnerungen aktivieren, später Smart Pricing testen.
Ein konkretes Beispiel
Ein Friseursalon in Köln mit drei Mitarbeitenden steigt von einem Papier-Kalender auf Fresha um. Setup an einem Sonntagnachmittag, Dienstleistungen und Pufferzeiten am Montag final justiert. In der ersten Woche buchen elf Stammkundinnen direkt online, ohne anzurufen, das spart der Empfangskraft etwa drei Stunden. Im zweiten Monat aktiviert die Inhaberin Smart Pricing für die Dienstagvormittage, an denen typischerweise nur die Hälfte der Stühle belegt ist; die Auslastung steigt von 50 % auf 70 % bei moderatem Rabatt von 15 %. Marketing Boost reaktiviert über die nächsten zwei Monate 23 inaktive Kundinnen via SMS, Mehrumsatz rund 1.800 €. Die Marketplace-Provision von ~120 € pro Monat fällt dabei kaum ins Gewicht.
DSGVO & Datenschutz
- Datenspeicherung in EU-Rechenzentren (laut Fresha-Privacy-Policy in Irland)
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) auf Anfrage verfügbar
- Vollständig deutschsprachige Datenschutzerklärung und Cookie-Banner
- Mitarbeiter- und Kundendaten getrennt verwaltet, mit rollenbasierten Zugriffen
- Kunden können über das Buchungs-Widget der DSGVO-Verarbeitung widersprechen
- Marktplatz-Sichtbarkeit ist optional, wer nur das Backend nutzen will, kann das Profil verstecken
- Empfehlung für größere Ketten: AVV vor Vertragsabschluss prüfen, vor allem die Klauseln zur Datennutzung für Marketplace-Empfehlungen
Gut kombiniert mit
Mailchimp oder Brevo für komplexere E-Mail-Marketing-Strecken jenseits des eingebauten Marketing Boost. Fresha-Kundendaten lassen sich exportieren und in einem dedizierten E-Mail-Tool segmentieren, sinnvoll für Newsletter mit Inhalten, nicht nur Reaktivierungs-Sequenzen.
Google Business Profile für lokale Suchsichtbarkeit. Der Fresha-Buchungslink kann direkt in das Google-Profil eingebunden werden, Kunden buchen, ohne die Suche zu verlassen. Das ist vor allem in Städten mit starkem lokalem Wettbewerb ein Hebel.
DATEV oder lexoffice für die Buchhaltung. Fresha exportiert Umsatzberichte als CSV, die sich in DATEV-kompatible Formate aufbereiten lassen. Eine direkte Schnittstelle gibt es nicht, der Workflow läuft über manuellen Export oder einen Steuerberater, der es übernimmt.
Unser Testurteil
Vier Sterne. Fresha verdient seinen Platz unter den besten Salon-Plattformen in Europa: günstige Einstiegs-Abos, das EU-Hosting ist real umgesetzt, und mit Smart Pricing und Marketing Boost gibt es genuine ML-Funktionen, die messbaren Mehrwert bringen. Den fünften Stern verfehlt Fresha aus drei Gründen: Erstens sind die wirklich KI-getriebenen Features (Smart Pricing, AI-Receptionist) Add-ons, nicht Bestandteil des Basis-Abos. Zweitens summiert sich die Marketplace-Provision schneller als gedacht und muss, zusammen mit den seit Anfang 2025 fälligen Abogebühren, bewusst eingerechnet werden. Drittens hängt Fresha bei der Tiefe der KI-Integration weiter hinter Timely zurück, wer KI als Kernkriterium ansetzt, ist dort besser aufgehoben. Für die meisten deutschen Salons ist Fresha trotzdem die solideste Wahl im Verhältnis von Funktion, Datenschutz und Einstiegskosten.
Was wir bemerkt haben
- 2019, Shedul wurde in Fresha umbenannt. Die Marke „Shedul” wird gelegentlich noch in alten Quellen genannt, das Produkt ist dasselbe. Fresha ist nicht mit Phorest verwandt, Phorest ist ein separates irisches Unternehmen mit eigener Salon-Software.
- 2024, Smart Pricing wurde als ML-basierte dynamische Preisgestaltung breit ausgerollt. Frühe Beta-Tests gab es schon 2023, seit 2024 ist das Feature für alle Salons verfügbar.
- 2025, Der AI-Receptionist (Voice-AI für Anrufe) wurde als kostenpflichtiges Add-on eingeführt. Funktioniert technisch zuverlässig, klingt im Deutschen aber noch synthetisch.
- Anfang 2025, Fresha hat sein langjähriges Gratis-Modell beendet und kostenpflichtige Abos eingeführt (Independent ca. 12,95 €/Monat, Team ca. 8,95 €/Monat pro Mitarbeiter, je 7 Tage Testphase). Das frühere Hauptargument „komplett kostenlos” gilt damit nicht mehr.
- Juni 2026, Verifiziert auf fresha.com/pricing: Es gibt keinen Gratis-Tarif mehr, nur noch Abos mit 7-tägiger Testphase. Zahlungsgebühren liegen aktuell bei ca. 1,29 % + 0,20 € pro Transaktion. Geld verdient Fresha weiterhin zusätzlich über Marketplace-Provisionen und kostenpflichtige Add-ons.
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