fleXality fleXcool
fleXality GmbH
fleXality (Bremen) entwickelt die KI-Software fleXcool, die Tiefkühllager und Kälteräume als virtuelle Energiespeicher betreibt. Das System verschiebt Kälteerzeugung in günstige Strompreisfenster und spart damit im Durchschnitt 10–35 % der Stromkosten — belegt durch den Praxisbetrieb bei Ecocool GmbH (Bremerhaven, 2023) und ausgezeichnet mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026.
Kosten: Projektbasiert, Preise auf Anfrage. Typisch: Jahresvertrag, Software-as-a-Service; kein öffentlicher Preiskatalog. Pilotinstallation typisch unter drei Jahren amortisiert.
Stärken
- Praxisbelegt: 14,7 % durchschnittliche Einsparung bei Ecocool GmbH, Spitzen bis 69,8 % an günstigen Handelstagen
- Funktioniert ohne neue Sensorik — bindet vorhandene Anlagentechnik per Standardprotokoll an
- Day-Ahead-Strommarkt-Integration: nutzt Spotpreisschwankungen für kostenoptimalen Kältebetrieb
- Spezialisiert auf Tiefkühlung und Kälteanlagen — kein generisches Gebäudemanagement-Tool
- ROI unter 3 Jahren typisch; amortisiert sich über Stromeinsparungen ohne Sensorinvestition
- Datenhaltung in Deutschland, deutschsprachiger Support direkt vom Bremer Team
Einschränkungen
- Fokus auf Tiefkühllager mit Day-Ahead-Stromvertrag — kein Standardtarif, kein Vorteilseffekt
- Keine öffentlichen Preisangaben — Angebot nur nach Anfrage und Anlagenbewertung
- Junges Unternehmen (gegründet ca. 2022) — noch begrenzte Referenzliste außerhalb der Pilotkunden
- Setzt digitale Schnittstelle zur Kälteanlage voraus — analoge Altsysteme müssen nachgerüstet werden
- Einsparpotenzial schwankt stark mit Strompreis-Volatilität — in ruhigen Marktphasen geringerer Effekt
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du betreibst ein Tiefkühl- oder Kühllager mit hohem Stromverbrauch
- Du hast einen Day-Ahead-Stromvertrag oder kannst dorthin wechseln
- Du willst CO2- und Stromkosten ohne bauliche Veränderungen senken
- Du suchst eine DE-gehostete Lösung mit deutschsprachigem Support
Wann nein
- Deine Anlage hat einen Festpreis-Stromvertrag ohne Spotmarkt-Exposure
- Du brauchst ein generisches Gebäude- oder Energiemanagement für mehrere Gewerke
- Deine Kälteanlage hat keine digitale Schnittstelle und du willst nicht nachrüsten
- Du suchst Self-Service mit transparentem Online-Pricing
Kurzfazit
fleXcool macht aus deinem Tiefkühllager einen virtuellen Stromspeicher. Die Bremer KI-Software verschiebt Kälteerzeugung in Stunden mit günstigen Day-Ahead-Strompreisen — ohne dass du Lebensmittelsicherheit oder Sollwerte aufweichen musst. Im Pilotprojekt bei Ecocool wurden 14,7 % Stromkosten gespart, an einzelnen Tagen bis zu 69,8 %. Das ist eine der wenigen KI-Lösungen, deren Wirtschaftlichkeit sich in Monaten und nicht in Jahren rechnet — vorausgesetzt, du erfüllst die Voraussetzungen: Day-Ahead-Vertrag, signifikante Kälteleistung, digitale Anlagensteuerung.
Für wen ist fleXcool?
Tiefkühl- und Kühllogistiker: Betreiber großer TK-Lager (ab ca. 300 kW Kälteleistung) sind die klassische Zielgruppe. Bei wachsenden Strompreisen und volatilen Spotmärkten ist Last-Verschiebung der größte Hebel — fleXcool macht ihn ohne Anlagenumbau zugänglich.
Lebensmittelproduzenten mit Kältebedarf: Molkereien, Fleisch- und Fischverarbeiter, Tiefkühlproduzenten — überall, wo Kälteerzeugung ein zentraler Energieblock ist. Wer eine ISO 50001-Zertifizierung anstrebt, bekommt mit fleXcool sowohl Einsparungen als auch dokumentierte Optimierungsmaßnahmen.
Betreiber von Kühlhäusern für Pharma und Chemie: Wo Temperaturkonstanz unter scharfer Aufsicht steht, ist die fleXcool-Logik interessant, weil sie nur innerhalb definierter Temperaturkorridore verschiebt — die Lebensmittel- oder Pharma-Sicherheit bleibt unberührt.
Energiemanager in Industriebetrieben: Wer in einem Werk mit hohem Kältebedarf für die Energiekosten verantwortlich ist und ohnehin Day-Ahead handelt, hat mit fleXcool ein Tool, das ohne CAPEX startet und ohne Bauarbeiten Ergebnisse liefert.
Weniger geeignet für: Betriebe mit Festpreis-Stromverträgen (kein Verschiebungseffekt), kleinere Kühlanwendungen unter ca. 150 kW (Wirtschaftlichkeit kippt), reine Klimatisierungsaufgaben in Bürogebäuden (dafür sind
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Anlagenbewertung | Kostenlos | Erstgespräch, Sichtung Stromvertrag und Lastprofil, Einsparpotenzial-Schätzung |
| Pilotprojekt | Auf Anfrage (typisch projektbasiert) | Einbindung einer Anlage, Inbetriebnahme, 6–12 Monate Begleitung mit Reporting |
| Vollbetrieb (SaaS) | Jahresvertrag, auf Anfrage | Laufender KI-Optimierungsbetrieb, monatliches Energie-Reporting, Support |
| Multi-Site-Rollout | Individuelles Angebot | Mehrere Standorte, zentrales Reporting, Anbindung an bestehende EnMS-Strukturen |
Einordnung: fleXality kommuniziert bewusst keine Listenpreise. Die Logik dahinter ist nachvollziehbar: Der wirtschaftliche Nutzen variiert stark mit Anlagenprofil, Strompreis-Volatilität und Vertragsart. Was du erwarten kannst: Pilotinstallationen mit ROI unter drei Jahren, oft deutlich kürzer. Die SaaS-Kosten werden in der Regel anteilig an der erzielten Einsparung kalkuliert — du zahlst also nur, wenn die Anlage spart. Für mittelständische Logistiker liegen die monatlichen Kosten typischerweise im niedrigen vierstelligen Bereich pro Standort. Wer auf Verhandlungstheater keine Lust hat: Die Bremer sind angenehm direkt und liefern nach dem Erstgespräch schnell eine konkrete Schätzung.
Stärken im Detail
Echte Praxiszahlen, nicht nur Marketing. Das Ecocool-Pilotprojekt in Bremerhaven ist öffentlich dokumentiert: 14,7 % durchschnittliche Stromeinsparung im ersten Halbjahr, an einzelnen Tagen mit hoher Windeinspeisung über 69 %. Das sind keine Pitch-Deck-Zahlen, sondern messbare Resultate aus einem realen Tiefkühlbetrieb bei -20 °C. Für eine Branche, in der jeder zweite Anbieter „bis zu 30 % Einsparung” verspricht, ist das ungewöhnlich seriös.
Keine neue Sensorik nötig. fleXcool liest vorhandene Betriebsdaten aus der Kälteanlagensteuerung und schreibt optimierte Sollwerte zurück. Du brauchst weder zusätzliche Temperatur- noch Stromzähler, keine baulichen Maßnahmen, keinen Eingriff in die SPS. Das senkt die Einstiegshürde dramatisch — gerade gegenüber Wettbewerbern, die zuerst ein Sensor-Rollout verlangen.
Day-Ahead-Integration als Kern. Das System nimmt die Day-Ahead-Auktion der EPEX als Steuersignal: Wann ist Strom in den nächsten 24 Stunden günstig? Wann teuer? Wo kann die Kälteanlage „vorproduzieren”, ohne die Temperatur über den oberen Korridorwert zu heben? Diese Logik ist seit Jahren in der Energiewirtschaft bekannt — fleXcool macht sie zum ersten Mal ohne Eigenbau-Aufwand für Kältebetreiber zugänglich.
Lebensmittelsicherheit bleibt unberührt. Das System operiert immer innerhalb der definierten Temperaturgrenzen. Es verschiebt nur dann, wenn ohne Risiko verschoben werden kann — und schaltet bei Wärmeeintrag oder Türöffnungen sofort in den Normalbetrieb zurück. Auditiert wurde das im Ecocool-Betrieb, der lebensmittelhygienisch reguliert ist.
Made in Germany, gehostet in Deutschland. Bremer Team, deutscher Server, deutscher Support. Für Lebensmittelproduzenten und Logistiker, die ohnehin in einer regulierten Branche arbeiten, ist das ein wertvoller Trust-Faktor. Auch die Auszeichnung mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 ist mehr als ein Marketing-Stamp — sie zeigt, dass die Bewertung der CO2-Einsparungen einer externen Prüfung standgehalten hat.
Schwächen ehrlich betrachtet
Festpreis-Verträge sind ein Showstopper. Wer keinen Day-Ahead-Bezug hat, profitiert nicht. Die ganze Einsparlogik basiert auf Strompreis-Spreads, die im Festpreis-Vertrag verschwinden. Für viele KMU bedeutet das: vorher den Stromvertrag prüfen, ggf. wechseln — was eigene Risiken (Spotmarkt-Volatilität nach oben) mitbringt.
Wirtschaftlichkeit unterhalb ca. 300 kW fragwürdig. Bei kleinen Kälteanwendungen (Bäckerei-Tiefkühler, kleine Metzgereien) sind die absoluten Einsparungen zu gering, um den Implementierungsaufwand zu rechtfertigen. fleXcool ist eine Lösung für mittelständische und große Anlagen, nicht für Mikrobetriebe.
Einsparungen schwanken mit dem Strommarkt. Im Pilot wurden Spitzen von 69 % erreicht — an Tagen mit hoher Windeinspeisung und negativen Strompreisen. In ruhigeren Marktphasen liegt die Einsparung näher an 10 % als an 35 %. Wer mit der hohen Zahl plant, wird im Schnitt enttäuscht.
Junges Unternehmen, schmale Referenzbasis. Gegründet ca. 2022, das Hauptreferenzprojekt Ecocool ist gut dokumentiert, aber außerhalb davon fehlt noch die breite Referenzliste, die etablierte Energiemanagement-Anbieter wie
Keine Self-Service-Option. Du wirst nicht auf der Website durchklicken, registrieren und starten können. Jede Implementierung beginnt mit einem Verkaufsgespräch, einer Anlagenbewertung und einem Projektplan. Für Betreiber, die schnell ein klares Bild brauchen, ist das ein Hindernis — wer mehr als zwei Wettbewerber gleichzeitig prüft, verbringt einige Wochen in Sales-Calls.
Keine ungeplante Lastspitzen-Optimierung. fleXcool ist auf Day-Ahead-Optimierung ausgelegt, nicht auf Regelleistung oder unmittelbare Lastspitzen-Reaktion. Wer in Richtung Demand-Response-Vermarktung über Aggregatoren denkt, braucht zusätzliche Bausteine.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Generisches Energiemanagement für mehrere Gewerke brauchst | |
| Gebäudemanagement und HLK-Optimierung suchst | |
| ESG- und Nachhaltigkeits-Monitoring im Gebäude willst | |
| Energie-Plattform mit API für eigene Apps brauchst | |
| Erneuerbare-Energien-Prognosen für VK-Betrieb suchst |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Reosense und EcoCool selbst (als Beratungspartner für Kältetechnik), Carrier Refrigeration und Bitzer (Anlagenhersteller mit eigenen Steuerungslösungen), sowie SaaS-Anbieter wie BAXEnergy für virtuelle Kraftwerke. fleXality besetzt eine sehr spezifische Nische: KI-gestützte Lastverschiebung für Kälteanwendungen mit Day-Ahead-Vertrag. In dieser Nische gibt es kaum direkte Wettbewerber — die meisten Energiemanagement-Anbieter denken in Querschnitt, nicht in Kältetechnik.
So steigst du ein
Schritt 1: Kontaktiere fleXality unter flexality.de und schilder deine Anlage: installierte Kälteleistung in kW, Anzahl Kühlzonen, aktuelle Vertragsart (Day-Ahead oder Festpreis) und geschätzte Jahresstromkosten für die Kühlung. Je konkreter die Angaben, desto schneller kommt eine erste Einschätzung des Einsparpotenzials — meist innerhalb einer Woche.
Schritt 2: fleXality verbindet fleXcool per Standardprotokoll mit deiner bestehenden Anlagensteuerung. Kein Umbau der Kälteanlage, kein neues Sensorpaket — das System liest vorhandene Betriebsdaten und schreibt Sollwertvorgaben zurück. Einrichtung dauert typisch zwei bis vier Wochen, inklusive Sicherheitsabnahme durch deine Kälteservice-Firma.
Schritt 3: Das KI-Modell lernt dein Temperaturprofil, deine Öffnungszeiten und das typische Wärmeeintragsverhalten. Nach zwei bis vier Wochen Kalibrierung beginnt das System, die Kälteerzeugung auf günstige Stromstunden zu verlagern. Die Einsparungen werden über Energiemessung dokumentiert und monatlich in einem Bericht ausgewiesen — der lässt sich direkt für ISO 50001-Audits weiterverwenden.
Ein konkretes Beispiel
Ecocool GmbH (Bremerhaven) betreibt ein Tiefkühllager für Kühlakkumulatoren bei -20 °C. Mit fleXcool lagert das System die Kälteerzeugung systematisch in Stunden mit günstigen Day-Ahead-Strompreisen — z. B. nachts bei hoher Windeinspeisung. Resultat: 14,7 % durchschnittliche Stromeinsparung im ersten operativen Halbjahr, Spitzeneinsparungen bis zu 69,8 % an einzelnen Tagen. Die Amortisationszeit der gesamten Investition liegt laut Projektbericht unter drei Jahren. Die Lebensmittelsicherheit wurde nicht beeinträchtigt — das System operiert innerhalb der definierten Temperaturgrenzen und schaltet bei Wärmeeintrag in den Normalbetrieb zurück. Bei jährlichen Stromkosten von rund 400.000 € im Kältebetrieb bedeutet das eine konkrete Einsparung von rund 60.000 € pro Jahr — bei einer Pilotinstallation, die ohne bauliche Maßnahmen auskam.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Deutschland. Anbieter ist die fleXality GmbH mit Sitz in Bremen.
- Datenarten: Betriebsdaten der Kälteanlage (Temperatur, Leistung, Sollwerte), Strompreisprognosen, Last- und Vertragsdaten. Keine personenbezogenen Daten im operativen Betrieb.
- Datennutzung: Anlagendaten werden zur Optimierung und für das Reporting verwendet. Keine Weitergabe an Dritte; keine Nutzung für KI-Training außerhalb des Kundenvertrags.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Standardvertraglich für Unternehmenskunden verfügbar — vor Vertragsabschluss anfordern.
- ISO/EnMS-Kompatibilität: Reports und Datenexporte sind so aufgebaut, dass sie sich in ISO 50001-Auditzyklen einbinden lassen.
- Empfehlung: Für regulierte Branchen (Pharma-Kühlung, Lebensmittellogistik) klären, ob die Datenexport-Pfade in dein bestehendes EnMS oder Audit-System passen. Ein gemeinsames Vor-Audit mit der Kälteservice-Firma vermeidet spätere Konflikte.
Gut kombiniert mit
ENIT Energy — als übergeordnetes Energiemanagement-System für den Gesamtbetrieb. fleXcool optimiert die Kälte, ENIT bündelt alle anderen Verbraucher (Druckluft, Beleuchtung, Heizung) in einem zentralen Dashboard.energy & meteo systems — für detaillierte Wind- und PV-Prognosen, die fleXcool als zusätzliches Steuersignal nutzen kann. Besonders interessant für Betriebe mit eigener Erzeugung.gridX — wenn das Lastmanagement breiter aufgestellt werden soll (E-Ladeinfrastruktur, Wärmepumpen, Batterien). gridX liefert die Plattform für die Orchestrierung, fleXcool den Kälte-spezifischen Optimierer.
Unser Testurteil
fleXcool verdient 4 von 5 Sternen. Es löst ein reales, teures Problem (Stromkosten in der Kälteerzeugung) mit einer technisch sauberen Lösung, die ohne CAPEX startet. Die Pilotergebnisse sind glaubwürdig dokumentiert, das deutsche Team ist erreichbar und direkt, das Hosting passt zur europäischen Compliance-Erwartung. Den fünften Stern verliert die Lösung durch die enge Spezialisierung (nur Day-Ahead-Verträge, nur größere Kälteanlagen), die fehlende Preistransparenz und das frühe Stadium des Unternehmens. Wer in die Zielgruppe fällt, sollte fleXality ernsthaft prüfen — die wirtschaftliche Logik ist eine der überzeugendsten im deutschen Energiemanagement-Markt.
Was wir bemerkt haben
- 2026 — fleXality wurde mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 ausgezeichnet. Für ein Frühphasen-Unternehmen ist das ein bemerkenswerter Trust-Marker, weil die Jury reale CO2-Einsparungen prüft und nicht nur Marketing-Versprechen.
- 2025 — Finalist beim TSE Award 2025 (Top Smart Energy). Bestätigt die Positionierung als spezialisierter KI-Anbieter im Energiemanagement-Segment.
- 2023 — Das öffentlich dokumentierte Ecocool-Pilotprojekt mit 14,7 % durchschnittlicher Stromeinsparung wurde abgeschlossen — die seither am häufigsten zitierte Referenz und Basis für die meisten Vertriebsgespräche.
- Mai 2026 — Weiterhin keine öffentlichen Preise. Die Bremer halten konsequent am Beratungsmodell fest; wer Self-Service erwartet, wird auch in absehbarer Zeit enttäuscht sein.
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