Finmatics
Finmatics GmbH
Österreichisches KI-Tool für automatisierte Rechnungsverarbeitung mit tiefer DATEV- und SAP-Integration. Die KI lernt aus vorhandenen Buchungen und bucht bis zu 80 % der Eingangsrechnungen vollautomatisch — ohne manuelles Training.
Kosten: Basis Fin 750 EUR/Monat (3.000 Buchungszeilen, 5 User); Plus Fin 900 EUR/Monat; Pro Fin 1.050 EUR/Monat; Enterprise Fin 1.200 EUR/Monat; DATEV-Integration +119 EUR/Monat; Onboarding einmalig 1.990 EUR
Stärken
- Tiefe DATEV- und SAP-Konnektoren, sofort einsatzbereit ohne eigene Schnittstellenprogrammierung
- KI lernt kontinuierlich aus dem Buchungsverhalten — mit jedem Monat steigt die Dunkelverarbeitungsrate
- Dunkelverarbeitungsrate von 60–80 % dokumentiert: Mehrheit der Rechnungen läuft ohne manuellen Eingriff durch
- EU-Rechenzentren, ISO 27001 zertifiziert — keine Abstriche bei DSGVO-Konformität
- Transparente Preisstruktur: vier Pakete mit klaren Grenzen für Buchungszeilen und Nutzerzahl
- Freigabe-Workflows und Mehrstufengenehmigungen konfigurierbar — für Kanzleien mit Mandantenfreigaben geeignet
Einschränkungen
- Preise beginnen bei 750 EUR/Monat zzgl. Add-ons — für Einzelbetriebe und Kleinstunternehmen wirtschaftlich unattraktiv
- Onboarding-Kosten von 1.990 EUR einmalig und 4–8 Wochen Implementierungszeit erfordern Vorabinvestition
- Volumengrenze von 3.000 Buchungszeilen in Basispaketen — Überschreitung kostet 50 % Aufpreis
- Nicht für Ausgangsrechnungsstellung oder Finanzbuchhaltung als Ganzes — nur Eingangsrechnungsverarbeitung
- Kein Self-Service-Onboarding: persönliche Projektbegleitung nötig, was Zeit kostet
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du verarbeitest mindestens 500 Eingangsrechnungen pro Monat und die manuelle Buchung frisst Kapazität
- Deine Kanzlei oder dein Unternehmen nutzt DATEV oder SAP und sucht eine direkte KI-Integration
- Du willst eine Dunkelverarbeitungsrate von 60–80 % erreichen, ohne jede Buchung manuell freizugeben
- EU-Datenhaltung und ISO-27001-Zertifizierung sind Pflicht für deine Compliance-Anforderungen
Wann nein
- Du verarbeitest weniger als 200 Rechnungen pro Monat — das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt dann nicht
- Dein ERP-System ist keines der unterstützten (DATEV, SAP, Microsoft Dynamics) — dann fehlt die Integration
- Du willst kurzfristig starten — Onboarding und ERP-Anbindung dauern 4–8 Wochen
- Du brauchst ein festes monatliches Preisangebot ohne Verkaufsgespräch — das gibt es hier nicht
Kurzfazit
Finmatics macht genau eine Sache — und die macht es gut: Eingangsrechnungen automatisch erfassen, konten, und mit DATEV oder SAP synchronisieren. Die KI ist kein Allrounder, sondern ein spezialisiertes Lernmodell, das sich auf das Buchungsverhalten deines Unternehmens einschießt. Mit steigender Nutzungsdauer steigt auch die Dunkelverarbeitungsrate — der Anteil an Rechnungen, die ohne manuellen Eingriff durchlaufen. Wer das richtige Volumen und das richtige ERP-System hat, amortisiert das Investment in der Regel innerhalb weniger Monate.
Für wen ist Finmatics?
Das Zielprofil ist klar definiert: Unternehmen und Steuerberatungskanzleien, die täglich oder wöchentlich Stapel von Eingangsrechnungen verarbeiten und dabei DATEV oder SAP nutzen. Ab ca. 500 Rechnungen pro Monat beginnt sich die Automatisierung finanziell zu lohnen — darunter überwiegt der Implementierungsaufwand den Nutzen. Besonders interessant ist Finmatics für Steuerberatungskanzleien, die für Mandanten Buchführungsarbeiten erledigen: Das Tool übernimmt das Massengeschäft der Belegverarbeitung, der Steuerberater konzentriert sich auf die Beratung.
Preise im Detail
Finmatics veröffentlicht seine Preise transparent auf der Website — ein seltener Pluspunkt im Enterprise-Software-Markt. Vier Pakete mit monatlicher oder jährlicher Abrechnung (Jahresabrechnung günstiger):
| Paket | Preis/Monat | Buchungszeilen | User |
|---|---|---|---|
| Basis Fin | 750 EUR | 3.000 | 5 |
| Plus Fin | 900 EUR | 3.000 | 10 |
| Pro Fin | 1.050 EUR | 3.000 | 20 |
| Enterprise Fin | 1.200 EUR | 3.000 | 40 |
Wichtige Add-ons: DATEV-Integration +119 EUR/Monat, Bankbuchungen +119 EUR/Monat, Volumenerweiterung (+1.500 Zeilen) für 50 % des Paketpreises. Einmaliges Onboarding: 1.990 EUR. Monatliche Abrechnung ist möglich, aber 20 % teurer als die Jahresvariante.
Stärken im Detail
Das Herzstück von Finmatics ist die kontinuierliche KI: Das System lernt nicht einmalig beim Setup, sondern verbessert sich fortlaufend aus jedem manuell korrigierten Buchungsvorschlag. Im ersten Monat liegen Dunkelverarbeitungsraten bei 40–50 %, nach sechs Monaten typischerweise bei 65–80 %. Das funktioniert, weil die KI nicht nur OCR macht (Daten aus Rechnungen extrahieren), sondern auch Kontierungslogik lernt: Welche Kostenart, welche Kostenstelle, welcher Steuersatz. Die DATEV-Integration ist keine generische API-Anbindung, sondern ein zertifizierter Konnektor — wichtig für Steuerberater, die DATEV als Kernsystem haben.
Schwächen ehrlich betrachtet
Der Einstieg ist mit rund 2.000 EUR Onboarding-Gebühr und 4–8 Wochen Implementierungszeit kein leichter Start. Kleinstunternehmen oder Einzelkämpfer sollten das Angebot nicht in Betracht ziehen — die monatlichen Fixkosten ab 750 EUR plus Add-ons können schnell 1.000–1.500 EUR/Monat erreichen. Dazu kommt: Finmatics ist kein Full-Suite-Buchhaltungstool. Es verarbeitet Eingangsrechnungen und übergibt an DATEV oder SAP — die eigentliche Finanzbuchhaltung, Jahresabschluss oder Ausgangsrechnungsstellung ist nicht im Scope.
Alternativen im Vergleich
- Candis — Deutsches SaaS für Rechnungsverarbeitung, einfacher zu starten, günstiger im Einstieg, aber weniger tief in DATEV/SAP integriert und mit niedrigerer Dunkelverarbeitungsrate.
- ABBYY FlexiCapture — Leistungsfähigeres Dokumentenverarbeitungs-Framework, aber komplexer in Einrichtung und Wartung; eher für IT-Teams als für Kanzleien geeignet.
- DATEV — DATEV selbst bietet zunehmend eigene Belegverarbeitungs-KI; für reine DATEV-Nutzer könnte das auf mittlere Sicht eine günstigere Alternative werden.
So steigst du ein
Schritt 1: Buche eine Demo über finmatics.com — bringe dabei echte Zahlen mit: Wie viele Eingangsrechnungen pro Monat, welches ERP-System, wie viele Nutzer sollen Belege freigeben? Diese drei Fragen bestimmen, welches Paket sinnvoll ist und wann sich der ROI einstellt.
Schritt 2: Plane das Onboarding-Projekt als vollwertiges IT-Projekt: 4–6 Wochen mit Beteiligung des IT-Teams (für ERP-Anbindung), der Buchhaltung (für Kontierungslogik) und des Datenschutzbeauftragten (für DSGVO-Prüfung). Das zahlt sich durch eine höhere initiale Erkennungsrate aus.
Schritt 3: Setze in den ersten drei Monaten wöchentliche Kontrollschleifen auf: Welche Buchungsvorschläge werden korrigiert, warum? Diese Korrekturen sind das Trainingssignal — je konsequenter das Team sie einpflegt, desto schneller steigt die Dunkelverarbeitungsrate.
Ein konkretes Beispiel
Eine Steuerberatungskanzlei in München mit 40 Mandanten verarbeitet monatlich rund 2.400 Eingangsbelege für ihre Buchführungsmandanten. Vor Finmatics: Zwei Buchhalterinnen verbringen je 50 % ihrer Arbeitszeit mit manueller Belegerfassung in DATEV. Nach sechs Monaten Finmatics: 72 % der Belege werden vollautomatisch kontiert und an DATEV übergeben. Die beiden Buchhalterinnen prüfen nur noch Ausnahmen und übernehmen anspruchsvollere Mandatsarbeiten. Zeitersparnis: ca. 60 Stunden pro Monat — bei einem internen Stundensatz von 50 EUR sind das 3.000 EUR Einsparung, die die Toolkosten von rund 1.100 EUR/Monat deutlich übersteigen.
DSGVO & Datenschutz
Finmatics betreibt seine Server in EU-Rechenzentren und ist ISO 27001 zertifiziert. Die DSGVO-Konformität ist explizit Teil des Produktversprechens — kein Datentransfer in Drittländer. Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) nach Art. 28 DSGVO sind Standardbestandteil des Vertrags. Für Steuerberatungskanzleien, die mit mandantenbezogenen Finanzdaten arbeiten, ist das ein wesentlicher Vorteil gegenüber US-basierten Alternativen. Die Rechnungsdaten werden nicht für das Training von Drittanbieter-KI-Modellen genutzt.
Gut kombiniert mit
- DATEV — Finmatics ist für DATEV-Nutzer gebaut: Die Kombination aus KI-Belegverarbeitung (Finmatics) und DATEV als Buchführungssystem bildet den vollständigen Purchase-to-Pay-Prozess ab
- Candis — Für Unternehmen, die noch nicht bereit für den Finmatics-Umfang sind: Candis als Einstieg in die Automatisierung, Finmatics bei steigendem Belegvolumen
- SAP — Für mittelständische Unternehmen mit SAP als ERP: Finmatics übernimmt die Belegverarbeitung und schreibt direkt in SAP FI/CO — ohne manuelle Dateneingabe
Unser Testurteil
Finmatics ist für den richtigen Anwendungsfall ein sehr gutes Tool: DATEV- oder SAP-Nutzer mit substanziellem Belegvolumen bekommen einen ausgereiften, gut integrierten KI-Assistenten, der sich mit der Zeit verbessert. Die transparente Preisstruktur ist im Enterprise-Markt ungewöhnlich und ehrlich. Die Einschränkungen sind real: Hohe Einstiegskosten, langer Onboarding-Prozess, keine Wirtschaftlichkeit für kleine Betriebe. Wer aber passt, amortisiert das Investment messbar. 4 von 5 Punkten — starke Speziallösung für den definierten Anwendungsfall, mit klaren Grenzen nach unten.
Was wir bemerkt haben
- 2024 — Finmatics hat sein Produktportfolio um eine Microsoft-Dynamics-Integration erweitert. Wer bisher nur DATEV und SAP kannte, findet jetzt auch eine direkte Anbindung an Dynamics 365 Finance — relevant für mittelständische Unternehmen, die von SAP auf Microsoft umsteigen.
- Preise stabil — Die Paketpreise (Basis Fin 750 EUR/Monat bis Enterprise Fin 1.200 EUR/Monat) sind seit der letzten Überprüfung unverändert. Das einmalige Onboarding-Entgelt von 1.990 EUR bleibt bestehen.
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