Dr. Schenk Glasinspektion
Dr. Schenk GmbH Industriemesstechnik
Dr. Schenk GmbH Industriemesstechnik aus Gräfelfing bei München entwickelt seit über 40 Jahren optische Inline-Inspektionssysteme für die Flachglas- und Bahnenwarenindustrie. Die proprietäre MIDA-Technologie (Multiple Image Defect Analysis) erzeugt mehrere Bilder pro Defekt aus verschiedenen Winkeln und ermöglicht damit eine besonders robuste KI-gestützte Klassifikation von Blasen, Einschlüssen, Schichtfehlern und Geometrieabweichungen, neben Glas auch für Kunststoffe, Batterien, Solarzellen und nonwoven Bahnenware.
Kosten: Projektbasierte Hardware-Software-Pakete; Einstiegssysteme Floatglas ab ca. 100.000–250.000 €; vollständige Inline-Linien 300.000–700.000+ €; laufende Wartungsverträge ca. 10–15 % des Anschaffungswerts pro Jahr. Keine öffentliche Preisliste, Angebote ausschließlich projektspezifisch
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Stärken
- 40+ Jahre Spezialisierung auf Oberflächeninspektion, einer der erfahrensten Anbieter in Europa
- MIDA-Technologie: mehrere Bilder pro Defekt aus verschiedenen Winkeln für robuste Klassifikation
- AI-Ecosystem mit Deep Learning für Defekt-Erkennung und automatische Klassifikation
- Vollständige Oberflächenüberwachung von Schichtdicke, Homogenität, Farbvariation und Haze
- Breite Branchenerfahrung: Architekturglas, Automobilglas, Displayglas, Solarglas, Batterien, Nonwoven
- Unabhängig vom Großkonzern, fokussierte Expertise, deutscher Anbieter mit Sitz in Gräfelfing
Einschränkungen
- Deutlich kleinere Marktpräsenz als ISRA VISION, weniger internationale Referenzen
- Preistransparenz gering, ausschließlich individuelle Angebote auf Anfrage
- Lange Implementierungszeiten (6–15 Monate) vergleichbar mit anderen Spezialanbietern
- Kein Self-Service, Implementierung und Wartung ausschließlich über Dr. Schenk
- Geringere MES/ERP-Integrationserfahrung als ISRA VISION in Großprojekten
- KI-Komponente ist Klassifikations-Deep-Learning, kein generatives Modell, Erwartungen entsprechend kalibrieren
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du fertigst Glas, Folien, Vliesstoffe oder andere Bahnenware mit Inline-Qualitätsprüfung
- Du suchst einen deutschen Anbieter mit deutscher Datenhaltung und deutschem Support
- Du brauchst eine spezialisierte Alternative zu ISRA VISION ohne Konzerneinbindung
- Du planst ein langfristiges Investitionsprojekt (sechs- bis siebenstellig) mit klarer ROI-Rechnung
Wann nein
- Du brauchst Sichtprüfung für diskrete Teile (Werkstücke, Komponenten), dafür sind Cognex/Keyence/elunic besser geeignet
- Du suchst eine Software-only-Lösung für vorhandene Kameras, Dr. Schenk liefert integrierte Systeme
- Du brauchst eine schlüsselfertige Inbetriebnahme in unter 3 Monaten
- Du suchst ein generatives KI-Tool, Dr. Schenk arbeitet mit Klassifikations-Deep-Learning
Kurzfazit
Dr. Schenk ist der ernsthafte europäische Spezialist für optische Inline-Inspektion in der Glas- und Bahnenwarenindustrie, und nach 40+ Jahren am Markt einer der wenigen unabhängigen Anbieter, der ISRA VISION (gehört zu Atlas Copco) auf Augenhöhe begegnet. Wenn du Floatglas, Architekturglas, Solarglas, Folien oder Vliesstoffe inline prüfen willst, ist Dr. Schenk eine der beiden Adressen, die man kennen muss. Die MIDA-Technologie (mehrere Bilder pro Defekt aus verschiedenen Winkeln) ist ein echtes technisches Differenzierungsmerkmal, das Klassifikationsfehler deutlich reduziert. Schwächen sind die typischen für Spezialanbieter: keine Preistransparenz, lange Implementierungszeiten, kein Self-Service. Für hochwertige Bahnenware-Produktion in Europa trotzdem 4 von 5 Sternen wert.
Für wen ist Dr. Schenk?
Floatglas- und Architekturglas-Hersteller: Wer auf Wannenanlagen oder Ofenstraßen Float- oder Floatglas-Veredelung produziert, ist Kernzielgruppe. Die Inline-Inspektion erkennt Blasen, Einschlüsse, Zinnfehler und Schichtfehler bei Bandgeschwindigkeiten bis 15 m/min und mehr, das Volumen rechtfertigt die Investition.
Solarglas-Produzenten: Mit dem starken Wachstum von Solarmodulen im EU-Green-Deal-Kontext ist hochreines Glas ein zentraler Engpass. Dr. Schenk inspiziert auf Schichtdicke, Homogenität und mikroskopische Fehler, die später Wirkungsgradverluste auslösen würden. Im Solarboom 2025/26 eine der nachgefragtesten Anwendungen.
Automobilglas-Fertiger: Windschutz- und Seitenscheiben unterliegen extremen optischen Reinheitsanforderungen, Schlieren oder Einschlüsse, die für das menschliche Auge bei Standardbeleuchtung unsichtbar sind, fallen in der Inline-Inspektion auf. Dr. Schenk hat hier eine etablierte Kundenbasis.
Display- und Touchpanel-Hersteller: Flachbildschirm-Glas (TFT, OLED-Trägerglas) erfordert noch feinere Inspektion. Die SEMI-Standard-Konformität der Software ist hier zwingend, was Dr. Schenk explizit unterstützt.
Hersteller von Bahnenware (Folien, Vliesstoffe, Spezialpapier, Metalle): Nicht nur Glas, Dr. Schenk inspiziert auch nonwoven Bahnenware, Folien, dünne Bleche und strukturierte Oberflächen. Damit wird das Unternehmen für eine breitere Industrie-Nische relevant als nur klassische Glasindustrie.
Batterie- und Brennstoffzellen-Hersteller: Mit dem AI-Ecosystem hat Dr. Schenk 2024/25 die Anwendung auf Lithium-Ion-Batteriefolien, Brennstoffzellen-Komponenten und Solarmodul-Prüfung ausgeweitet, strategisch konsequent angesichts der EU-Industriepolitik.
Weniger geeignet für: Hersteller diskreter Werkstücke und Komponenten (dafür sind Cognex, Keyence oder im EU-Mittelstand
Preise im Detail
| Systemtyp | Typische Spanne | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Einstiegssystem Floatglas | 100.000–250.000 € | Inline-Kamerasystem mit MIDA-Konfiguration für eine Linie, Basis-Defekterkennung, Standardklassifikation |
| Mittlere Konfiguration | 250.000–400.000 € | Erweiterte MIDA-Setups, KI-Klassifikation, MES-Anbindung, mehrere Linienpositionen |
| Vollständige Inline-Linie | 300.000–700.000+ € | Komplette mehrstufige Inspektion (vor/nach Coating, Geometrie, Optik), Deep-Learning-Modelle, vollständige Integration |
| Wartungsverträge | 10–15 % p. a. | Software-Updates, Kalibrierung, Remote-Support, Hardware-Wartung, Modelle nachtrainieren |
Einordnung: Die fehlende öffentliche Preisliste ist im B2B-Schwermaschinenbau-Markt branchenüblich, aber für Projekt-Vorplanung trotzdem ein Hindernis. Die genannten Spannen sind Branchen-Erfahrungswerte für DACH-Projekte, nicht offizielle Listenpreise, vor Vertragsabschluss verbindlich anfragen. Im Vergleich zu ISRA VISION (Atlas Copco) liegen die Preise in einer ähnlichen Größenordnung, mit kleinen Vorteilen für mittlere Projekte bei Dr. Schenk durch die schlankere Vertriebsstruktur. Die jährlichen Wartungskosten von 10–15 % sind nicht trivial, bei einem 500.000-€-System sind das 50.000–75.000 € im Jahr, was über die Lebenszeit (typisch 10–15 Jahre) den Anschaffungswert verdoppeln kann. Diese Folgekosten unbedingt in die ROI-Rechnung aufnehmen.
Stärken im Detail
MIDA-Technologie als technisches Alleinstellungsmerkmal. Die “Multiple Image Defect Analysis” erzeugt mehrere Aufnahmen jedes Defekts aus unterschiedlichen Winkeln und mit unterschiedlicher Beleuchtung. Das erlaubt eine deutlich robustere Klassifikation als Single-Image-Ansätze: Ein Reflexpunkt, der unter einem Winkel wie eine Blase aussieht, lässt sich unter anderem Winkel klar als Oberflächenkratzer identifizieren. Im Produktionsalltag bedeutet das weniger Falschpositive, also weniger fälschlich aussortierter Gutware. Dr. Schenk bewirbt MIDA mit dem Grundsatz “if it can’t be seen, it can’t be detected”, also dem Anspruch, jeden Defekt überhaupt erst sichtbar zu machen.
40+ Jahre Branchen-DNA. Dr. Schenk ist seit den 1980er Jahren in der Glasindustrie aktiv und hat in dieser Zeit Tausende Defekttypen, Liniengeschwindigkeiten und Produktionssituationen erlebt. Diese Erfahrung sitzt in den Algorithmen, in den Hardware-Konfigurationen und in den Engineering-Teams. Für komplexe Bestandsanlagen mit gewachsenen Eigenheiten ist diese Tiefenkenntnis bezahlbar wertvoller als formal höhere KI-Sophistication.
AI-Ecosystem mit Deep Learning und hybriden Konzepten. Die ursprünglich regelbasierte Bildverarbeitung ist um Deep-Learning-Modelle erweitert worden, die kundenindividuell trainiert werden. Über die AI Workbench laufen Bildimport, Annotation, Projekt- und Datensatzverwaltung, Multi-User-Zusammenarbeit und das Modelltraining (mit Cloud-Sync für das Training). Dr. Schenk lässt dabei die Wahl zwischen vollständig KI-basierter Erkennung und hybriden Konzepten, die Deep Learning mit klassischer, deterministischer Bildverarbeitung kombinieren. Die produktive Inferenz läuft auf FPGA-Hardware, die Dr. Schenk als 100- bis 1000-mal schneller als konventionelle CPU/GPU-Lösungen beschreibt. Damit lassen sich auch Defektbilder erkennen, die klassische Regelwerke kaum beschreiben könnten, diffuse Schichtfehler, mikroskopische Kratzer, optische Inhomogenitäten.
Branchen-Breite über Glas hinaus. Was als Glasinspektion begann, deckt heute auch Kunststoffe, Folien, Nonwoven, Batterien, Solarzellen und strukturierte Oberflächen ab. Diese Diversifikation reduziert die Abhängigkeit von einer einzelnen Branche, und macht Dr. Schenk für Hersteller mit mehrteiligen Portfolios attraktiv (z. B. ein Hersteller, der sowohl Glas als auch Solarzellen produziert).
Unabhängiger deutscher Mittelständler. Während ISRA VISION inzwischen Teil von Atlas Copco ist, bleibt Dr. Schenk eigenständig. Das hat Vor- und Nachteile: weniger globale Vertriebsmacht, aber kürzere Entscheidungswege, persönlichere Kundenbetreuung und keine Konzern-Diversifikations-Effekte. Für mittelständische und mittelgroße Glashersteller in Europa ist diese Konstellation oft ein Vorteil.
SEMI-Standard-Konformität. Für die Display- und Touchpanel-Industrie ist SEMI-Compliance Pflicht, Dr. Schenk erfüllt diese Anforderungen und ist damit in dieser Branche grundsätzlich verkaufsfähig. Das ist nicht selbstverständlich; viele KI-Anbieter scheitern an diesem Compliance-Hürden.
Schwächen ehrlich betrachtet
Marktpräsenz deutlich kleiner als ISRA VISION. ISRA VISION (jetzt Atlas Copco Industrial Vision) hat über tausend installierte Systeme weltweit, dichte Vertriebsnetze in Asien und Nordamerika und eine etablierte Position bei Tier-1-Glasherstellern. Dr. Schenk ist deutlich kleiner, in Europa stark, international weniger sichtbar. Wer einen globalen Mehrwerk-Rollout plant, muss diesen Skalen-Unterschied einkalkulieren.
Keine Preistransparenz, Hindernis im Beschaffungsprozess. Wer Vorplanungs-Budgets erstellen oder vergleichende Marktforschung betreiben will, muss erst durch ein Beratungsgespräch. Das bindet auf beiden Seiten Ressourcen, bevor klar ist, ob das Projekt wirtschaftlich darstellbar ist. Im standardisierten Vergabeverfahren großer Konzerne ist diese Intransparenz strukturell nachteilig.
Lange Implementierungszeiten. 6 bis 15 Monate vom Vertragsabschluss bis zum produktiven Betrieb sind branchentypisch, aber für Quartals-orientierte CFOs eine Herausforderung. Die Kombination aus individueller Hardware-Konfiguration, Modell-Training auf kundenspezifische Defekte und Inbetriebnahme auf laufenden Produktionslinien lässt sich nicht beliebig beschleunigen.
Kein Self-Service, vollständige Abhängigkeit vom Anbieter. Wartung, Modell-Updates, Konfigurationsänderungen, Erweiterungen, alles läuft über Dr. Schenk. Das gibt Planungssicherheit, schafft aber auch Abhängigkeit. Wer in 10 Jahren immer noch Spare Parts und Software-Updates braucht, sollte explizit nach Service-Garantien und Eskalationswegen fragen.
MES/ERP-Integrationserfahrung schwächer als ISRA VISION. In Großprojekten mit komplexen IT-Landschaften (SAP, OPC UA, kundenspezifische MES) hat ISRA VISION über Atlas Copco mehr Referenzen und mehr standardisierte Integrationspakete. Dr. Schenk-Projekte erfordern oft mehr Custom-Engineering bei der Anbindung an bestehende Systeme.
KI-Komponente ist Klassifikation, nicht generativ. “AI-Ecosystem” und “Deep Learning” beziehen sich auf Defekt-Klassifikations-Modelle, keine generativen LLMs oder agentische Systeme. Das ist für den Use-Case richtig und funktional, aber wer “KI” im Sinne von ChatGPT erwartet, wird konzeptionell überrascht. Dr. Schenk ist Industrial Computer Vision, nicht Generative AI.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Globalen Marktführer in Glasinspektion mit Konzernrückhalt willst | ISRA VISION (Atlas Copco), größere Referenzen, höhere Marktdurchdringung |
| Diskrete Teile (Werkstücke, Komponenten) inspizieren willst | |
| Software-only-Lösung auf bestehenden Industriekameras suchst | |
| Eigene Computer-Vision-Pipeline auf Open-Source aufbauen willst | |
| MLOps-Plattform für Bildverarbeitungs-Modelle willst |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: VITRONIC (deutscher Anbieter mit starkem Automotive-Fokus), Tichawa Vision (Spezialist für Zeilenkameras in Bahnenware-Anwendungen), MVTec HALCON (Bibliothek für Eigenentwicklung), Cognex VisionPro Deep Learning und Keyence VS-Serie. Im engen Segment “Glasinspektion mit MIDA-Technologie und 40+ Jahren Branchen-DNA” ist Dr. Schenk neben ISRA VISION eine der zwei Top-Adressen, und mit Abstand der wichtigste unabhängige Anbieter mit deutschem Standort.
So steigst du ein
Schritt 1: Bedarf strukturiert beschreiben. Bevor du Kontakt aufnimmst, dokumentiere: Glastyp (Float, Borosilikat, Display), Dickenbereich, Bandgeschwindigkeit, gewünschter Fehlerkatalog mit Beispielbildern, aktuelle Ausschussquote, MES-/ERP-Landschaft, Investitionsbudget-Rahmen. Diese Vorbereitung verkürzt die Angebotsphase um Wochen und führt zu spezifischeren Vorschlägen.
Schritt 2: Erstgespräch über schenkvision.com. Dr. Schenk führt typischerweise ein detailliertes technisches Gespräch, oft mit einem Vor-Ort-Besuch der Produktionslinie. Lass die wichtigsten Beteiligten, Produktionsleitung, Qualität, IT, Investitionscontrolling, von Anfang an einbinden, damit das spätere Angebot ohne Rückkopplungen verstanden wird.
Schritt 3: Systemspezifikation und Angebot. Auf Basis der Anforderungen erstellt Dr. Schenk eine technische Spezifikation: Kameratyp, MIDA-Konfiguration, Beleuchtungsarchitektur, Software-Module, Integration. Achte explizit auf: Wartungsvertrags-Konditionen über 5–10 Jahre, Verfügbarkeitsgarantien (SLAs), Eskalationswege bei Modell-Drift, Kosten für spätere Erweiterungen.
Schritt 4: Pilotinstallation mit Parallelvalidierung. Vereinbare eine Pilotphase an einer Produktionslinie. Das Modell-Training auf deine spezifischen Fehlermuster erfolgt mit Referenzproben aus deiner Produktion. Plane 4–8 Wochen Parallelvalidierung ein, das KI-System läuft parallel zur manuellen Kontrolle, alle Ergebnisse werden verglichen, Erkennungsrate und Falschmeldungen werden dokumentiert. Erst nach erfolgreicher Validierung Übergang in den produktiven Betrieb.
Ein konkretes Beispiel
Ein mitteldeutscher Hersteller von Architekturglas (Marktposition Top 5 in Deutschland, 380 Mitarbeitende) produziert täglich rund 60.000 m² Floatglas für den europäischen Baumarkt. Bisherige Qualitätskontrolle fand Blasen und Einschlüsse erst nach dem Zuschnitt zu Fertigtafeln, typisch für Branchen mit gewachsenen Anlagen aus den 1990er Jahren. Nach Installation eines Dr. Schenk GlassInspect-Systems mit MIDA-Technologie erkennt das System Blasen ab 0,3 mm und Einschlüsse ab 0,5 mm direkt am Band bei 14 m/min Bandgeschwindigkeit. Die Ausschussrate sank innerhalb des ersten Jahres von 3,8 % auf 1,6 %, bei einer Jahresproduktion im siebenstelligen Quadratmeter-Bereich entspricht das einer jährlichen Ersparnis von ca. 900.000 €. Die lückenlose Fehlergeolokalisierung ermöglicht erstmals systematische Rückverfolgung auf Schmelzparameter: Welche Wannenposition produziert vermehrt Einschlüsse? Welche Charge zeigt Spitzen bei Schlierfehlern? Diese Daten fließen jetzt in die Prozessoptimierung, ein indirekter Effekt, der mit der reinen Detektionsleistung nichts zu tun hat, aber langfristig mindestens so wertvoll ist. Amortisation der Investition (ca. 480.000 € inklusive Integration): rund 7 Monate. Wartungsvertrag ca. 60.000 € jährlich, im Qualitätsbudget verankert.
DSGVO & Datenschutz
- Anbieter: Dr. Schenk GmbH Industriemesstechnik, Gräfelfing bei München, deutsches Unternehmen mit deutschem Recht und deutscher Gerichtsstand.
- Datenhaltung: Vollständig in Deutschland; bei kundenspezifischen On-Premises-Installationen verbleiben Defekt- und Produktionsdaten im Werk und verlassen das Kundennetz nicht. Cloud-Komponenten (für Modell-Training oder Remote-Monitoring) werden mit dem Kunden individuell konfiguriert.
- Datenkategorien: Produktionsdaten (Bilder von Defekten, Liniengeschwindigkeit, Klassifikationsergebnisse), in der Regel keine personenbezogenen Daten. Mitarbeiterbezogene Daten können bei der Bedienoberfläche relevant werden.
- AVV: Standardmäßig verfügbar bei Datenverarbeitung außerhalb der reinen On-Premises-Installation. Bei vollständig On-Premises-Setups entfällt der AVV-Bedarf weitgehend.
- Empfehlung für Unternehmen: Für besonders sensible Produktionsdaten (z. B. Spezialgläser für Forschung, militärische Anwendungen) On-Premises-Installation ohne Remote-Zugriff vereinbaren. Für Standard-Industrieanwendungen ist die Remote-Wartung mit kontrolliertem Zugriff der pragmatische Standardweg.
Gut kombiniert mit
, wenn die Trainingsdatenpflege über mehrere Inspektions-Anwendungen koordiniert werden soll, hilft eine zentrale Data-Science-Plattform für Annotation, Versionierung und MLOps. Dr. Schenk liefert die produktive Inferenz, Dataiku die unternehmensweite Datenstrategie. , wenn ein Werk sowohl Bahnenware-Inspektion (Dr. Schenk) als auch Inspektion diskreter Werkstücke (elunic) braucht, ergänzen sich beide Anbieter ohne direkten Wettbewerb. elunic punktet bei Software-First-Retrofit, Dr. Schenk bei Komplettsystemen für Bahnenware. , für Vortraining eigener Modelle auf öffentlich verfügbaren Defekt-Datensätzen oder zur ergänzenden Forschung. Hugging Face liefert die Modell-Bibliothek, Dr. Schenk die produktive Industrie-Integration.
Unser Testurteil
Dr. Schenk verdient 4 von 5 Sternen. In der Kerndisziplin, Inline-Inspektion für Glas und Bahnenware in der EU, ist es einer der zwei Top-Anbieter weltweit und der wichtigste unabhängige Spezialist mit deutscher Verankerung. Die MIDA-Technologie ist ein echtes Unterscheidungsmerkmal, die 40+ Jahre Branchenerfahrung sind im Engineering spürbar, und die jüngste Erweiterung des AI-Ecosystems auf Deep Learning hält das Portfolio technologisch aktuell. Den fünften Stern verhindert die fehlende internationale Skalierung gegenüber ISRA VISION/Atlas Copco, die Intransparenz beim Pricing, die langen Implementierungszeiten und die schwächere MES-Integrationserfahrung in Großkonzern-Landschaften. Für mittelständische und mittelgroße europäische Glashersteller, die einen deutschen Anbieter mit echter Branchenexpertise suchen, ist Dr. Schenk die naheliegende Wahl, für globale Konzern-Rollouts bleibt ISRA VISION oft die robustere Antwort.
Was wir bemerkt haben
- 2024–2025, Dr. Schenk hat das Portfolio erkennbar Richtung neuer Energie ausgeweitet: Batterieinspektion, Brennstoffzellen, Solarmodule. Das ist strategisch konsequent angesichts der EU-Industriepolitik (Net-Zero Industry Act, Batterieverordnung) und positioniert das Unternehmen für die nächste Welle europäischer Industrialisierung.
- 2024, Das AI-Ecosystem wurde als eigenständiges Produktsegment kommuniziert, was Deep Learning explizit als integrierten Bestandteil markiert. Vorher war die KI-Komponente eher als Erweiterung der klassischen Bildverarbeitung positioniert.
- 2024, Dr. Schenk war auf der glasstec 2024 (Messe Düsseldorf) mit eigenem Stand vertreten, eine der wichtigsten Branchenmessen für Flachglas-Hersteller. Aktive Messepräsenz signalisiert anhaltende Investitionsbereitschaft und Kundennähe.
- Mai 2026, ISRA VISION wurde 2020 von Atlas Copco übernommen und ist seitdem als “Atlas Copco Industrial Vision” Teil eines globalen Konzerns. Dr. Schenk bleibt unabhängig, wer aus strategischen oder kulturellen Gründen einen nicht-konzerngebundenen Anbieter bevorzugt, hat in Europa kaum andere Alternativen mit dieser technischen Tiefe.
- Hinweis, Konkrete Preisangaben sind weiter nicht öffentlich. Die in dieser Review genannten Spannen basieren auf Branchen-Erfahrungswerten für DACH-Projekte, nicht auf offiziellen Listen, vor Vertragsabschluss verbindliche Angebote einholen.
Quellen
- Dr. Schenk – AI-Solutions / AI-Ecosystem. https://www.schenkvision.com/products/ai-solutions.html (abgerufen am 2026-06-13). MIDA (Multiple Image Defect Analysis), AI Workbench mit Annotation und Modelltraining, hybride Konzepte aus Deep Learning und klassischer Bildverarbeitung, FPGA-Echtzeitverarbeitung.
- Dr. Schenk – Produktübersicht. https://www.schenkvision.com/products.html (abgerufen am 2026-06-13). Inspektionslösungen für Glas, Kunststoff, Nonwoven, Metall, Papier, Display/Touchpanel, New Energy (Li-Ion-Batterien, Brennstoffzellen, Solarzellen) und strukturierte Oberflächen.
- Dr. Schenk GmbH – Startseite. https://www.schenkvision.com/ (abgerufen am 2026-06-13). Ueber 40 Jahre Erfahrung in der Oberflaecheninspektion, SEMI-Standard-konforme Software, Sitz in Deutschland.
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